SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Komödie

The Visit

Auch hier wieder: Filme zu rezensieren fällt mir eher schwer, weil ich nicht so der optische Typ bin. Aber THE VISIT hat mir außerordentlich gut gefallen, deswegen möchte ich meine Gedanken auf jeden Fall wieder teilen, wenn auch nur in Gedankenfetzen und Stichpunkten.
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SaschaSalamander 18.04.2016, 08.40 | (0/0) Kommentare | PL

Housebound

Für eine ausführliche Rezension fehlt mir die Zeit. Aber der Film war zu gut, als dass er untergehen sollte in meinem Blog. Deswegen schnappe ich mir die alten Stichpunkte und formuliere sie zumindest in komplette Sätze. Hoffe, Ihr könnt etwas damit anfangen, und vielleicht gefällt dem ein oder anderen ja der Gedanke hinter dem Film ;-)

Ein junges Mädchen wird nach einem misglückten Bankraub dazu verdonnert, mit Fußfessel zu Hause zu bleiben. Lästig, dieses alte Haus, die spießigen Eltern! Aber bald stellt sich heraus, dass es wohl ein Geisterhaus ist, in dem die Familie wohnt. Kylie versucht das Geheimnis zu lüften.
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SaschaSalamander 10.08.2015, 08.43 | (0/0) Kommentare | PL

Die Abenteuer von Mr Peabody und Sherman

Ein Film, den ich unbedingt kurz vorstellen möchte, ist DIE ABENTEUER VON MR PEABODY UND SHERMAN. Ein Animationsfilm für die ganze Familie. Davon gibt es inzwischen dank Computertechnik ja mehr als genug. Nicht alle gefallen mir, aber dieser hier hat mich gestern restlos überzeugt. Dieser Film hat es einfach verdient, erwähnt zu werden!
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SaschaSalamander 02.02.2015, 09.14 | (0/0) Kommentare | PL

Parada

VORAB

Es ist schon etwas her, dass ich diesen Film sah. Außerdem muss ich zugeben, dass ich mich nicht so ganz an eine Rezi zu diesem Film herantraue. Er hat einen sehr ernsten Hintergrund, und es ist ein Film, der viel über die soziale und politische Situation Serbiens, Bosniens, des Kosovo enthält. Da habe ich irgendwie das Gefühl, dass alles, was ich sage, irgendwie nicht wirklich der Sache gerecht werden könnte. Daher meine Meinung dazu und der Vermerk, dass der Film eine Tiefe besitzt, die man wohl nur erfassen kann, wenn man sich intensiv mit der Thematik Gleichstellung sowie der Geschichte dieser Länder auseinandersetzt. 


INHALT

Limun ist ehemaliger Krimineller, leitet jetzt eine Sicherheitsfirma, und er möchte seine geliebte Pearl heiraten. Mirko ist Hochzeitsplaner, sein Freund Radmilo ist Tierarzt. Als der homophobe Limun nun von den Neigungen seines Hochzeitsplaners erfährt, reagiert er aggressiv und will alles über Bord werfen. Pearl geht mit Mirko einen Deal ein: wenn er die perfekte Hochzeit für sie und ihren Mann organisiert, wird Limun mit seinen Leuten die geplante Gay-Pride (bei uns Christopher-Street-Day) beschützen. Die Rechtsradikalen stehen schon in den Startlöchern, die Polizei weigert sich, so wenige Demonstranten gegen so viele Gegner zu verteidigen. Doch auch Limuns Gefolge springt ab. Wenn er seine Traumhochzeit haben will, bleibt ihm nur noch eines: gemeinsam mit Radmilo macht er sich auf in die Nachbarregionen, um sich dort mit ehemaligen Kriegsgegnern / -gefährten zusammenzuschließen und eine neue Truppe auf die Beine zu stellen. Eine Chance sieht er nicht, aber für die Liebe würde er alles tun ...


PERSÖNLICHE MEINUNG

Der Film ist eine Tragikomödie. Doch besonders am Anfang (und wie für das Genre üblich am Schluss) überwiegt der tragische Teil. Ich empfand es als äußerst hart. Wo diskriminiert werden kann, wird diskriminiert, der Film beginnt mit heftigem Mobbing in jeder Szene. Ob Ausländer, Homosexuelle, Dicke, Frauen, oder oder oder. Es tut regelrecht weh und berührt einen tief, für eine TragiKOMÖDIE eigentlich schon etwas zu tief. Später blieb das Lachen nur im Hals stecken, aber gerade zu Beginn gab es eigentlich nichts zu Lachen, man konnte nur mit offenem Mund zusehen, wie geschimpft und gemobbt wurde. Auch das soziale Elend der Protagonisten ist heftig anzusehen. 

Nach dem ersten Drittel erholt sich das etwas, der Film wird humorvoller, es gab viele witzige Einlagen. Sehr schön ist, dass keine Klischees bedient werden - der Film hat eher das Ziel zu zeigen, dass eigentlich alle gleich sind: sie würden alles für die Liebe tun, sie haben Träume und Ziele. Sie tanzen, lachen, haben Angst und spüren Schmerz. Und sie mögen Ben Hur. Eigentlich sind sie gar nicht so verschieden. 


FAZIT

Ein großartiger Film mit realem und ernstem Hintergrund. Ohne Humor wäre er in dieser Form nicht zu ertragen. So aber wird dem Zuschauer etwas nahegebracht, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Friedlich Miteinander, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Gesinnung oder Alter. 

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Anmerkung: gerade in Hinblick auf die aktuelle Situation in Russland halte ich den Hinweis auf diesen Film sehr angebracht. Eigentlich war er ja in der "irgendwann mal posten" - Rubrik auf dem Vorratsspeicher gelandet, aber ich halte es momentan für sehr wichtig ...

SaschaSalamander 05.08.2013, 08.41 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Trollhunter

trollhunter_1.jpgSpannend bei LoveFilms ist immer, dass man nicht weiß, welcher von den gewünschten Film auf der Liste als nächstes kommt. Ich lasse mich dabei immer gerne überraschen. Diesmal war es TROLLHUNTER, hat perfekt gepasst, genau der richtige Film für Urlaubsfeeling und "ich schalte mein Hirn aus und will einfach nur tolle Unterhaltung".

Genre: Found Footage bzw Mockumentary, ein paar Jugendliche machen sich mit wackliger Kamera auf Recherchetour und kommen einem vermeintlichen Wilderer auf die Spur, der sich als Trolljäger entuppt. Man erfährt einiges über Trolle, bekommt ein paar dieser Wesen zu Gesicht, der Trolljäger erzählt über seinen undankbaren Beruf und die staatlichen Mechanismen hinter dem Troll - Sicherheits - Team. Und am Ende (kein Spoiler sondern genretypisch) sind die Jugendlichen nicht mehr auffindbar, man hat nur noch das Material gefunden und bittet nun um Hinweise. Bekanntester Vertreter natürlich BLAIR WITCH.

Meine Meinung, nicht durchdacht und rezensiert, sondern frei nach Schnauze: super unterhaltsam. Wirklich gut kann ich den Film nicht nennen, aber ich hatte spannende 100 Minuten. Der anfängliche Teil zieht sich recht dröge, doch bald bekommt man den ersten Troll zu Gesicht. Ich hatte ja eher damit gerechnet, dass die Trolle unbestimmte Wesen bleiben und man sich den Anblick eines solchen Exemplares ganz für den Schluss aufhebt. Statt dessen zeigte man einen recht früh und von da an viele verschiedene Exemplare, denn es gibt unterschiedliche Arten, die sich alle ganz individuell ernähren (Steine mit Grillkohle etwa, oder alte Autoreifen. Steine können sie beißen, Schutzrüstung aus Blecheimern allerdings nicht, ebensowenig Alucontainer mit darin gelagerten Autoreifen). Allen gemeinsam ist allerdings, das sie Christenblut riechen können (bei Muslimen ist der Jäger sich nicht sicher). Etwas, das im Film nicht erklärt wurde und das mir auch recht seltsam vorkam. Nun gut, ich habe mich auch noch nie näher mit Trollen befasst, kenne sie hier und da aus Fantasygeschichten, doch die Mythologie dahinter habe ich noch nicht verfolgt.

Mich interessiert, ob alles davon für den Film aus den Fingern gesaugt wurde, oder ob es sich an norwegischer Mythologie orientiert. Es gab manches, was mir nicht so ganz klar war, und es könnte sein, dass man, falls man sich besser mit dieser Thematik auskennt oder regional bewandert ist, es besser versteht. Werde gleich mal googeln gehen nach diesem Beitrag, besonders das mit dem Christenblut finde ich sehr merkwürdig, aber ich lerne gern dazu.

Einige Male fasste ich mir an den Kopf. Es gab Momente, die ich dann doch sehr unrealistisch fand, und ein paar Logikfehler sprangen mir ziemlich böse ins Auge. Und warum in diesem Genre alle Kameras verwackelt sind, obwohl es doch angeblich professionelle Filmemacher sein sollen oder zumindest Studenten verstehe ich auch nicht, denn was ich von Hand filme und auf Youtube hochlade, sieht weit professioneller aus. Egal, gehört halt dazu, macht einen Teil des Charmes. Kein Found Footage ohne völlig zittrige Kamera, die immer das Falsche filmt und natürlich auch Sachen aufnimmt, die eigentlich gar nicht möglich wären zu filmen (Kamerafahrten, gewisse Schnitte, die normalen Filmen entlehnt sind und nicht privat aufgenommen werden können).

Und wir haben viel gelacht, es gab sehr viele Szenen, in denen der Film sich selbst und das Genre ziemlich aufs Korn nimmt, die Charaktere sind sehr skurril, und die Themen und Umsetzungen schon sehr gewagt. Die Befragungen der Ärztin, der Mitarbeiter im Elektrizitätswerk, genial! Allein die Polen, die tote Bären aus dem Zoo nach Norwegen bringen um ... ach, ich verrate nichts, einfach gucken, es ist köstlich! "Nicht fragen, macht nur Probleme. Probleme alle immer hausgemacht". Ich wartete nur noch darauf, dass zwei Männer in schwarzen Anzügen kommen, die alles flink mal blitzdingsen und den Leuten dann etwas von Wetterballons und Tornados erzählen. Oder zu Beginn die seltsame Macke, dass die Leute sich anschleichen, nicht gesehen werden wollen aber mit voller Ausrüstung und Richtmikrofon völlig offen in der Pampa stehen. Sehr unauffällig und amüsant. Oder der Vergleich von Bären, die wie Eichhörnchen ihre Beute im Winter unter Brücken lagern. Genial! Von der Ethik der norwegischen Regierung (laut diesem Film) ganz zu schweigen *lol*.

Was ich unglaublich schön fand, waren die Landschaftsaufnamen. Norwegen ist wirklich prädestiniert für diesen Film, ich hing gebannt vor der Leinwand und konnte die Augen nicht von dieser beeindruckenden Weite, der Felswüste, den Schneelandschaften, den Wäldern abwenden, ich war hingerissen und wünschte mir, es möge ewig weitergehen mit diesen Aufnahmen. Tja, leider machte der Showdown mir einen Strich durch die Rechnung.

Die Trolle selbst - nun ja, heute ist man Besseres gewohnt von Tricktechnik. Aber ich fand es nett anzusehen, hatte ja auch keinerlei realistische Erwartungshaltung, habe mich prima amüsiert. Auch, wenn einige von den Trollen aussahen wie vergrößerte Figuren von Jim Henson ;-)

Für Kunst zu schlecht. Für Trash zu gut. Eben nette Unterhaltung, perfekt für einen geselligen Abend in gemütlicher Runde, bei der jeder lustige Kommentare von sich geben darf. Prima Film zum Spaß haben und sich spannend unterhalten zu lassen.

Eine tolle Rezi, die ich in fast allen Punkten unterstreichen kann, gibt es bei >Badmovies<. Und auch beim >Tofu Nerdpunk< habe ich mich prima amüsiert.

Wertung: 6,9 von 10 Eimer mit Christenblut

SaschaSalamander 03.09.2012, 09.06 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Dreiviertelmond

Den Film habe ich schon vor einiger Zeit gesehen, Lovefilms. Jetzt liegt die DVD bei mir zu Hause, ich will sie einfach unbedingt im Regal haben. Eine Liebeserklärung an Nürnberg (naja, und auch Fürth, wo ein Großteil der Szenen entstand *hüstel*). Musik, Bilder, Inhalt, da geht einem das Herz auf :-)

Rezension wollte ich schreiben, hatte aber keine Zeit und fand nicht die rechten Worte (gerade, wenn ich etwas bewegend finde, fällt mir das eher schwer, das wars dann mit der sachlichen Rezension).

Heute kam die DVD bei mir an, und jetzt liegt sie bereits im Player, ich sehe mir die Extras an. Alleine schon dabei verzieht sich mein Mund zu einem breiten Grinsen. Da steckt ganz viel Herz drin, ganz viel Liebe. Ein warmer Humor, wunderschöne Bilder, perfekte Musikuntermalung und eine Menge fränkischer Charme. Ich liebe diesen Film :-)

SaschaSalamander 17.08.2012, 23.06 | (0/0) Kommentare | PL

Nothing

Weil ich für diese Woche noch keine Rezensionen vorbereitet habe, hier mal wieder eine alte, bisher noch unveröffentlichte Rezi. Ein Film, den ich inzwischen zwei oder dreimal gesehen habe, er ist einfach klasse!

*********************

"Cube", alle folgenden Teile (Cube 2, Cube Zero) und "Cypher" haben sich vom Film jenseits des Mainstream zum Kult gemausert, der Name des Regisseurs Vincenzo Natali steht inzwischen für geniale filmische Kunstwerke. Dass er jedoch auch Komödien drehen kann, hat dann doch einige seiner Fans verblüfft. Aber: er kann es, und das hat er mit "Nothing" eindeutig bewiesen!

Andrew (Andrew Miller, Autist aus "Cube") ist Paranoiker und fürchtet sich vor nahezu allem, er ist alleine nicht überlebensfähig. Nicht einmal den Müll kann er zur Haustür hinaustragen. Deswegen lebt er zusammen mit seinem besten (und einzigsten) Freund Dave (Dave Hewlett, Architekt aus "Cube"). Dieser ist ein netter, eigentlich ganz normaler Kerl. Abgesehen davon, dass er ein wenig egozentrisch ist und deswegen von seinen gesamten Kollegen gemobbt und kurz darauf sogar gefeuert wird. Als Dave beschließt, mit seiner Freundin zusammenzuziehen, bricht für Andrew eine Welt zusammen. Als Dave dann jedoch erfährt, dass seine Freundin ihn lediglich ausgenutzt und betrogen hat - stürzt nun auch seine Welt ein. Als Dave dann zurück zu Andrew will und die Behörden das Haus (welches genau neben der Autobahn steht, wo es gar nicht stehen dürfte) niederreißen wollen, bricht die Welt für beide dann komplett zusammen. Oder, besser gesagt: sie verschwindet. Und so stehen die beiden Freunde vor dem absoluten Nichts. Im wörtlichen Sinne. Das Nichts ist seltsam und beängstigend, hat eine tofuartige Konsistenz und reicht soweit das Auge sehen kann. Die beiden Freunde machen sich auf, dieses Nichts zu erkunden ...

Allzu viel möchte ich über diesen Film nicht erzählen. Ist ein Werk, das ich Freunden abgefahrener Mindfuck - Filme nur empfehlen kann, das aber jeder für sich selbst erleben sollte. Die beiden Freunde erleben unterschiedliche Phasen während des Nichts:sie erkunden, sie vergnügen sich, sie resignieren, sie akzeptieren, usw. Und so verrückt alles klingt, so witzig ist es auch. Die seltsamen Phantasien und faszinierenden Möglichkeiten sind wirklich gut umgesetzt, und das Ende ist nur bedingt vorherzusehen (bei einer solch verrückten Handlung ist schließlich alles möglich).

Es ist keine Familienkomödie, über die sich Eltern, Jugendliche und Kids gemeinsam amüsieren könnten. Der Humor ist ziemlich hintergründig, und der Sinn oder vielleicht sogar der Nicht-Sinn dieses Filmes wird wohl auch nicht jedem Zuschauer zugänglich sein, da es ein ziemlich eigener, ungewöhnlicher Stil ist, mit dem sich nicht unbedingt jeder anfreunden kann.

Aber wer sich Gedanken darüber macht, dass das Nichts trotz tofuartiger Konsistenz vermutlich nicht essbar ist oder wie lange man im Nichts wandern kann, bis man Nichts gefunden hat - wer schon überlegt hat, was man in einem kompletten Raum der Leere alles anstellen könnte ohne sanktioniert zu werden - und wer schon immer mal einen Film wollte, der einfach ganz anders ist - der sollte sich "Nothing" ansehen.

SaschaSalamander 18.07.2012, 09.02 | (0/0) Kommentare | PL

Pink Musical

WTF?!? Nagut, ich versuche, meinen Eindruck etwas ausführlicher zu beschreiben als nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln ... wobei es mir sehr schwer fällt, etwas über PINK MUSICAL zu schreiben. Dazu müsste ich erstmal das Genre analysieren, die japanische Kultur besser kennen (mal ehrlich, nur weil ich mich hobbymäßig ein bisschen mit deren Religion, Literatur und Filmwelt befasse, kenne ich noch lange nicht deren umfassende Kultur) und eine Ahnung haben, was ich hier schreiben soll. Geht nicht, ich fühle mich nicht befähigt. Deswegen möchte ich meine Meinung hier wirklich als reine Laienmeinung verstanden wissen. Nicht als Information, sondern einfach nur als Gedanken eines unbedarften Zuschauers ...

>Pink Film< (Pink Eiga) war mir bis vorhin kein Begriff. Jetzt, nachdem ich ein wenig dazu recherchiert habe, muss ich sagen, dass ich schon einiges davon gesehen habe, klar. Wusste nur nicht, dass es als eigenes Genre zählt. Das Niveau dieser Produktionen unterscheidet sich von "etwas besser" bis hin zu "unterirdisch", und PINK MUSICAL ist wohl eine der sehr lowen Low Budget Versionen.

Aoki ertrank, kehrt als >Kappa< wieder. Er trifft auf Asuka, in die er damals verliebt war. Asuka allerdings liebt ihren Chef, den Besitzer der Fischfabrik, in der sie nun arbeitet, und die beiden werden bald heiraten. Der Todesgott prophezeit, dass Asuka morgen sterben soll, und Aoki will ihr helfen. Mittels einer Analperle, die den Todesgott fernhält und der Geliebten ein langes Leben bescheren soll. Doch Aokis Opfer ist teuer ...

Ähm ... ja ... äh ... es ist strange. SEHR strange. Man sollte ihn entweder ansehen, wenn man sowieso auf SEHR seltsame Filme steht. Oder wenn man in geselliger Runde ein paar Bierchen intus hat. Man sollte sich darauf einstellen, dass es abgefahren ist. Es ist so billig produziert, dass man dem Schauspieler einfach nur eine einfache Latexmaske über Kinn und Mund gezogen hat, ein paar billige Handschuhe drüber, einen komischen Deckel auf den Kopf, einen Schildkrötenrucksack, und fertig ist der Kappa. Man hat gar nicht versucht zu vertuschen, dass es Lowest Budget ist und kokettiert mit den Billigsteffekten.

Die Texte im Original kann ich nicht beurteilen, aber die deutschen Untertitel dazu wirken recht zusammengestopselt und unzusammenhängend, als hätte jemand mal auf die Schnelle gesagt "upps, wir brauchen ja auch noch Texte dafür". Die Choreographie der Tänze ist ... äh, nein, keine Choreographie. Es sieht aus, als hätten die Leute die Anweisung bekommen "beweg Dich möglichst ungelenk und seltsam und tu so, als würdest Du versuchen zu tanzen, und grinse dabei so seltsam wie möglich".

Ich kann nicht zählen, wie oft ich während des Films mit dem Kopf geschüttelt habe und sagte "was für ein Sch***". Aber aufhören konnte ich trotzdem nicht. Denn irgendwie war die Geschichte um den Porno herum (nichts anderes ist Pink: ein Softporno, um den eine mehr oder weniger sinnvolle Handlung gestrickt ist) irgendwie süß. So schlecht gemacht, dass es schon wieder gut war. So schlecht der Film absichtlich gemacht ist, soviel Lebensfreude strahlt er dabei auch wieder aus. Herzlich, naiv, und trotz des "erotischen" (?) Anteils irgendwie unschuldig.

Wir haben so viel gelacht! Es ist einfach nur albern und dämlich. Andererseits - wenn in der Rocky Horror Show ein Außerirdischer vom Planeten Transsexual Transilvanien in Strapsen herumhüpft, mit einem Beam die Leute in tanzende Glamour - Puppen verwandelt, und wenn seine selbsterschaffene Sexkreatur in Windelhöschen panisch durch die Gegend rennt, wenn der Diener mit seinem Buckel zusammen mit seiner Gefährtin den Time Warp tanzt, und wenn jeder mit jedem am Ende hinter dem Vorhang im Bett landet ... ich wage nicht zu behaupten, dass das von besserer Qualität ist. Kult ist es, oh ja, aber ich kann mir vorstellen, dass Pink Muscial das auch werden könnte. Denn um ehrlich zu sein - so schlecht ich die Songs fand, so albern die Texte sind, sosehr gingen sie trotzdem ins Ohr, habe ich trotzdem mit den Füßen mitgewippt und kriege die Melodien jetzt nicht mehr aus dem Hirn. Und bei all der Billigproduktion gab es etwas, das wirklich wunderschön war: die Landschaftsaufnahmen, die Details der Natur. Mmh, wirklich traumhaft und absolut sehenswert.

Dass der Film gut ist, kann ich keinesfalls behaupten. Und ich kann ihn auch nicht uneingeschränkt empfehlen. Es ist eine sehr kleine Zielgruppe hier in Deutschland, die ihn sich ansehen wird. Aber wer Asiafilme mag, wer auch nichts gegen seltsame Varianten von Sex in gleichwelcher Form hat, wer Schwachsinn zur Kunst erheben kann und wer bereit ist, sich auf eine völlig abgefahrene Erfahrung einzulassen, dem könnte PINK MUSICAL gefallen. Für diese Zielgruppe hat er das Zeug zum ab-so-lu-ten Kult ...

Gut ist er nicht wirklich. Aber unbedingt sehenswert!

Und >hier< der Trailer, um Euch einen kleinen Vorgeschmack auf den Film zu geben ;-)


SaschaSalamander 09.05.2012, 08.54 | (0/0) Kommentare | PL

Shortbus

shortbus_1.jpgINHALT

Eine klassische Handlung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Protagonistin ist die Paartherapeutin Sofia, die selbst noch niemals einen Orgasmus erlebt hat. Im Club "Shortbus" trifft sie auf weitere Hauptcharaktere. Etwa ein schwules Paar, von denen einer polygam ist und der andere Suizidgedanken hegt. Eine Domina auf der Suche nach Heim und Herd. Der trannssexuelle Leiter des Clubs. Ein Voyeur, der dem schwulen Pärchen gegenüber wohnt. Und einige weiteren interessanten Personen, die man im Laufe des Filmes kennenlernt. Sie treffen sich im Club, tauschen sich über ihre Erfahrungen beim Orgasmus und während des Sex aus, leben ihre Lust und tragen ihr inneres Leid täglich mit sich. Es geht weniger um die Handlung, auch nicht um den (ausgiebig gezeigten) Sex, vielmehr um die Charaktere, ihre Wünsche und Sehnsüchte. Und die Darstellung von Sexualität als etwas Alltäglichem.


CHARAKTERE

Die Protagonisten sind sympathisch, skurrill und ungewöhnlich. Das Ungewöhnliche daran ist, dass sie auf ihre Weise absolut normal sind. Sie sehen normal aus, der Film wurde "normal" gedreht, so als hätte man beliebige sexuell aufgeschlossene Personen von der Straße genommen, um einen Film zu drehen. Das gefällt mir, da es keine Superheroes, aber auch keine klassischen Antihelden sind. Sondern ganz normale Menschen. Es bleibt für den Zuschauer sehr viel Raum zur freien Interpretation. Wir haben während des Filmes viel diskutiert, auch kurz pausiert, um mögliche Bedeutungen einzelner Szenen zu hinterfragen. Die Vergangenheit, die Motive, die tatsächlichen Gefühle und Gedanken bleiben dem Zuschauer fern. Es wird zwar über Sex geredet, doch die wahren Gefühle dahinter sind vor der Kamera verborgen. Sehr viel Handlung ergibt sich aus Kameraführung, Blicken, Gesichtern und schweigend vollführten Aktionen.


SEXUALITÄT

Hier wird sehr offen und freizügig alles gezeigt. Dass der Film ab 18 sein muss, ist unbestritten. Man sieht deutlich Geschlechtsteile, bereits zu Beginn des Films werden die Protagonisten in sehr expliziten Szenen gezeigt, sowohl alleine als auch zu mehreren. Hierbei wird bereits klar, dass es weniger um den Sex als solchen geht, als vielmehr um die kunstvoll inszenierte szenische Darstellung durch die Filmemacher. Musik, Bild, Schnitt, alles geht Hand in Hand und vermittelt ein sehr geschmackvolles Bild.

Wer es gerne "normal" möchte, wird den Film schnell ausschalten. Es gab nicht eine "normale" Szene in diesem Film (bis auf ein Paar zu Beginn, und selbst hier waren die Positionen sehr kreativ und sportlich). Hier gibt es Homosexuelle, Transsexuelle, Gewerbliche. Senioren und Jungspunde. Menschen, die es liebend und innig wollen, andere die Schmerz und Demütigung wollen. Paare in geschlossenen Beziehungen ebenso wie polyamouröse Bindungen. Und alle streben sie nur nach einem: zu sich selbst zu finden und Zufriedenheit zu erfahren, jeder auf seine Weise. Nichts davon wird pervertiert oder abgewertet, alles hat seine Berechtigung, der Film zeigt eine pralle Vielfalt, ohne dabei anrüchig zu werden.

Erstaunlich ist, dass der Film eindeutig dem Genre Porno zugeordnet werden müsste, weil sehr deutlich alles gezeigt wird, sogar die Vereinigung von Geschlechtsteilen sowie genitale Nahaufnahmen. Trotzdem ist er weder erregend noch empfunden pornographisch, weil in diesem Fall die Darstellung nicht dem sexuellen Kontext dient sondern allein dem Aufzeigen der Geschichte, die ohne große Worte auskommt und sich dafür sehr intensiver Bilder bedient. Auch ist die Handlung nicht geschönt oder wie in Pornos üblich bis ins Unrealistische übersteigert, sondern sehr realitätsnah gehalten. Etwa der Dreier, bei dem die Männer anfangen mitten während des Sex herumzualbern und am Ende lachend beisammenliegen. Die hilflosen Versuche, durch eigenhändige Stimulation einen Orgasmus zu erlangen und doch immer wieder zu versagen. Das schnöde Abreagieren, die leidenschaftliche Lust, alles findet einen Platz in diesem Film, solange es realistisch bleibt und keine Hochglanz-Kopfkinos bedienen soll.


AUSSAGE

In diesen Film darf jeder hineininterpretieren, was er möchte. Der eine wird sich an den kreativen Bildern erfreuen, vielleicht sogar erregen (auch wenn das sicher nicht die Intention des Filmes ist). Andere mögen sich mit einer der Protagonisten identifizieren, sich auf diese Weise verstanden fühlen, mitleiden. Ein anderer freut sich über das lockere Ambiente des Clubs, die Freizügigkeit der Charaktere untereinander. Andere mögen sich animiert sehen, über Sinn, Unsinn und Relevanz von Sexualität zu philosophieren. Was der Film vor allem zeigen möchte: Sexualität alleine macht nicht glücklich. Aber sie ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Jeder darf leben und lieben, wie er das möchte, muss seinen eigenen Weg dafür finden.


FAZIT

SHORTBUS ist ein zutiefst menschlicher und bewegender Film, der in der Darstellung von unterschiedlichen Sexualpräferenzen kein Blatt "vor die Linse" nimmt. Angesiedelt zwischen Tragikomödie, Erotik und Charakterstudie ist dieser Film ein kleines Meisterwerk des Independent. Ein Film zum Lachen, Weinen und Nachdenken ...

SaschaSalamander 09.01.2012, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL

Tante Daniele

daniele_1.jpgTante Daniele ist eine alte, verhärmte Frau. Bitterböse, sieht in allem nur das Schlechte. Und wenn sie kein Haar in der Suppe findet, schüttelt sie solange den Kopf, bis eines hineinfällt. Nachdem ihre liebenswerte Haushälterin auf tragische Weise ums Leben kommt (Danielle piekst ihr mit dem Gehstock einmal kurz in die Seite und schimpft, wie töricht dieses Weib doch war, auf solch dumme Weise zu verunfallen), kommt sie zu ihrem Neffen nach Paris. Dort macht sie es sich gemütlich und versprüht eine Bösartigkeit nach der anderen. Bis die Familie in Urlaub fährt und eine Altenpflegerin ins Haus holt. Und die weißt der alten Dame endlich Kontra zu geben!


CHARAKTERE

Die Filmcharaktere sind sehr gut ausgebaut. Schon von der ersten Minute an hasst man Daniele, verachtet sie, und trotzdem muss man lachen, auch wenn das Lachen manchmal im Hals stecken bleibt. Soviel Bösartigkeit in einer Person! Die Familie dagegen ist herzensgut, sie geben sich alle Mühe, Daniele das Leben angenehm zu machen, sie sind freundlich und aufgeschlossen, Kategorie "viel zu gut für diese Welt", und umso mehr leidet man mit ihnen. Es ist eine normale, unperfekte aber lebenswerte Familie: der treu sorgende Vater, eine berufstätige und trotzdem voll im Haushalt integrierte Mutter, ein schwuler Sohn sowie sein kleiner niedlicher Bruder. Jeder ist eine eigene Person, erhält eine eigene kleine Geschichte.


AUFBAU, ERZÄHLWEISE

Der Film beginnt langsam, und er steigert sich auch nicht. Es gibt keine Actionmomente, keine Spannung, sondern es ist eine gleichmäßige, ruhige Erzählung, viele kleine Episoden der seelischen Grausamkeit, die Tante Daniele ihren Familienmitgliedern beschert. Mal sieht man die Familie beim Abendessen, mal ist sie mit dem Kleinen im Park, ein andermal präpariert sie ihr Bett, spricht mit ihrem verstorbenen Edouard, und mit jeder Szene wird eine weitere Boshaftigkeit offenbar. Doch auch ohne Action gibt es einen Showdown, als die Alte über die Stränge schlägt und eine Orgie der Vernichtung inszeniert.


DER REIZ DES FILMS

Kaum Action, viele Bösartigkeiten. Warum sieht man sich das an? Ich habe mit den Figuren gelitten, es tat mir stellenweise in der Seele weh. Und doch ist der Film genial. Auch, wenn die Handlung keine Spannung im klassischen Sinne bietet, ist der Film hochspannend, wie ich finde. Man fragt sich, was sie als nächstes plant. Wenn sie etwas Freundliches tut - tut sie es aus Eigennutz, hat sie etwas geplant oder kann sie tatsächlich nett sein, wenn man nur die richtige Saite in ihr zum Schwingen bringt? Was treibt Daniele an, warum tut sie all dies? Wie wird die Familie damit umgehen? Wie weit wird sie gehen dürfen, bevor man ihr Grenzen setzt? Und was geschieht, wenn man ihr nun entgegentritt, wie geht sie mit einer Niederlage um? Jede Szene wirft neue Fragen auf, und selten habe ich so gebannt einen Film gesehen!


FAZIT

TANTE DANIELE ist kein Film für einen knallbunten Popcornabend. Dafür aber hervorragende Unterhaltung auf hohem Niveau mit anspruchsvollen Bildern, angenehmer Musik und einer intelligenten Handlung. Ein Film zum Mitleiden (zu Beginn) und voller Schadenfreude (gegen Ende). Ein kostbares kleines Meisterwerk!

SaschaSalamander 05.01.2012, 13.06 | (0/0) Kommentare | PL



 






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