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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Gay

Only the flower knows

takarai_flower.jpgZwei junge Männer, auf den ersten Blick sehr verschieden, und sich doch so ähnlich: Arikawa, Jurastudent, quirlig und offenherzig. Misaki, Agrarstudent, eher zurückhaltend und zurückgezogen. Mehrfach treffen sie aufeinander, und Arikawa spricht Misaki daraufhin an, was dieser unangenehm findet und die früheren Treffen leugnet. Zu Misakis Ärger wird Arikawa ihm dann auch noch als Kollege für die Arbeit an der Uni eingeteilt. Langsam, vorsichtig kommen die beiden sich näher.

Ich mochte den Manga auf Anhieb. Die Charaktere sind sehr lebendig und realistisch. Gerade im Boys Love ist es üblich, dass es vor Kitsch nur so trieft, dass Liebe ohne Hintergrund einfach plötzlich da ist, und dass dann nichts anderes mehr zählt. Dem ist hier nicht so. Statt dessen begegnen sich die beiden Männer, lernen sich kennen, es entwickelt sich etwas zwischen ihnen. Im ersten Band findet man keine Küsse, keine Erotik, keine Romantik, keine Liebesschwüre. Dafür aber gibt es innige Momente, in denen zwei empfindsame Menschen sich schrittweise ihrer Gefühle bewusst werden.

Die Zeichnerin erzählt die Geschichte sehr still, sehr sanft. Dazu passen auch die eher zerbrechlich aussehenden Charaktere, die weichen Zeichnungen. Die beiden Protagonisten gefielen mir sehr gut, vor allem Arikawas verwuschelte Frisur und sein unschuldiger Blick sind sehr ansprechend und realistisch dargestellt. Auch der nachdenkliche Misaki wird sehr gut beschrieben. Etwas, das ich in diesem Genre sehr zu schätzen weiß: jeder Charakter hat ein eigenes Gesicht, die Figuren unterscheiden sich voneinander, haben ihre eigene Mimik, ihre eigene Persönlichkeit, ihr eigenes Äußeres.

Es ist ein Manga mit einer eher klassischen Handlung, der Leser bekommt wenig Neues geboten. Die Geschichte ist recht vorhersehbar. Was ich sehr schade finde ist, dass es kaum etwas gibt, wodurch dieser Manga sich von anderen abhebt. Sehr schöne Zeichnungen, eine nette Geschichte, eine angenehme Darstellung. Aber eben dennoch ein Manga unter vielen, so gerne ich etwas finden möchte, das ihn zu etwas Besonderem macht.

Action und heiße Szenen darf man bei ONLY THE FLOWER KNOWS nicht erwarten. Dafür aber eine gefühlvolle Erzählung, die vor allem Freunde der ruhigeren, handlungsorientierten Boys Love zu schätzen wissen.

SaraSalamander 13.02.2012, 09.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Parodie der Liebe

honjoh_parodieliebe_1.jpgAoto lebte nach dem Tod seiner Eltern bei seiner älteren Schwester und deren Ehemann. Als die Schwester nun stirbt, lebt er alleine mit seinem Schwager. Dieser muss auf Geschäftsreise und bittet seinen Freund Masayuki, auf den "Kleinen" aufzupassen. Masayuki verliebt sich in Aoto, und schwupps ist eine verzwickte Dreiecksgeschichte in Gang. Denn eigentlich liebt Aoto ja seinen Schwager, aber dies könnte er seiner Schwester wegen niemals zugeben ...

PARODIE DER LIEBE war mein erster Manga von Rie Honjoh. Und wird wohl auch mein letzter sein. Statt einer einzelnen Geschichte waren zwei weitere Kurzgeschichten enthalten. Keine der drei konnte mich fesseln. Die erste ist die titelgebende. Die zweite handelt von einem der Nebencharaktere, die dritte spielt wieder um die Protagonisten der Hauptgeschichte. In keiner der drei Stories kam Romantik auf, die Handlung war ein Alibi für etwa 5 oder 6 Seiten Sex, es gab keinerlei Tiefgang weder bei Charas noch bei der Handlung.

Die Zeichnungen sind auf den ersten Blick nett, aber wenn man genau hinsieht sind sie eher skizzenhaft. Die Figuren sind im Gesicht alle ähnlich und unterscheiden sich nur durch Frisur und Kleidung (und das, obwohl teilweise ein ordentlicher Altersunterschied zwischen ihnen liegt). Ich brauche keine Romantik, wirklich nicht. Aber ich habe trotzdem meine Grenzen, wenn ein älterer Mann einen kleinen Jungen (gut, er ist 17, aber ich sah ihn trotzdem als kleinen Jungen) einfach nach seinem Gutdünken schnappt und loslegt, obwohl der Junge weint und nein sagt. Nicht in einem Manga, der als "Romantik" betitelt ist bitte! Es gibt Mangas, da mag ich das, z.B. >Crimson Spell<, aber da passt dann auch die Geschichte zu dieser eher brutalen Handlung.

Der Manga ist in Story und Zeichenstil deutlich ein niedlicher Shojo, den junge Mädels anhimmeln. Die Sexszenen dagegen (die wenigen, kurzen) sind explizit und zeigen sehr deutlich den Akt und die Geschlchtsteile ohne Zensur. Junge Leserinnen werden damit wohl überfordert sein. Ältere Leser dagegen wollen in der Regel doch etwas mehr Handlung und ausgefeiltere Charaktere. Oder aber nur den erotischen Aspekt, und keine Alibihandlung drumherum. Von daher frage ich mich, wer als eigentliche Zielgruppe von Rie Honjoh gedacht ist?

Rie Honjoh hat viele Fans in Japan, und auch in Deutschland. Ich gebe zu, ich kann das nicht nachvollziehen. Aber gut, jedem sein eigener Geschmack, und ich muss nicht alles verstehen ;-)

Meine ausführliche Rezension bei AnimeY findet sich >hier<.

SaraSalamander 01.02.2012, 09.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Blue Friend

eban_bluefriend_1.jpgBLUE FRIEND ist ein Manga, den ich Euch auf jeden Fall vorstellen möchte, da er aus der Masse der aktuellen Romance herausragt. Es gibt sehr viele Shonen Ai und Yaoi, in denen Männer sich verlieben, Sex haben und Frauenherzen höher schlagen lassen. Was es dagegen selten gibt, sind gute Titel, in denen Frauen ihre Gefühle füreinander entdecken, und dies ist hier der Fall.

Ayumu ist sportlich, maskulin und eine Frohnatur. Misuzu ist wunderhübsch, der Traum aller Jungs, aber sie ist unnahbar und hat kein Interesse an einem Freund, weist alle Bewerber eiskalt ab. Die beiden Mädchen freunden sich nach und nach an, Misuzu verliebt sich, und Ayumu weiß einfach nicht, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen soll. Und natürlich gibt es einige Mitschüler, denen die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Mädchen ein Dorn im Auge ist.

Zeichnungen, Erzählstil, Charakterentwicklung, Story, einfach alles ist hier gelungen. Während ich andere Mangas ziemlich schnell verschlinge, musste ich mir für BLUE FRIEND wirklich Zeit nehmen. Die Zeichnungen sind filigran und drücken die aufkeimenden Gefühle sehr gut aus. Die Charaktere sind liebevoll beschrieben, und gerade Ayumu wächst dem Leser nach wenigen Seiten ans Herz. Man fiebert mit ihr mit, diese Spannung erstreckt sich über den kompletten Manga und macht einen Großteil des Charmes dieser Geschichte aus.

Kein romantisches Rosa, sondern eher ein melancholisches Blaugrau gibt die Atmosphäre des Mangas wider, die Zeichnungen sind schlicht gehalten und lassen alles weg, was unnötig den Blick vom Wesentlichen ablenken würde.

Erotik oder Sex gibt es hier nicht, auch wenn der Manga als Yuri angepriesen wird. Dafür wird sehr viel Gefühl vermittelt, das sehr schnell das Herz des Lesers ergreift und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Eine absolute Empfehlung für alle, die einen ruhigen Erzählstil und sutbile Zwischentöne mögen.

Meine ausführliche Rezension hierzu findet sich bei >AnimeY<

SaraSalamander 19.11.2011, 17.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Dragon Love

mayama_dragonlove_1.jpgDer Manga DRAGON LOVE ist ein klarer Yaoi. Von daher ist es nicht leicht für mich, eine Rezension zu schreiben. Denn Yaois haben in der Regel selten mehr zu bieten als explizite Szenen. Von daher erst ein wenig zum Inhalt und dann zum Zeichenstil, bevor ich auch schon zum Fazit übergehe:


INHALT

Der Manga beginnt, als der Polizist Kyosuke von der Mafia bei einer Veranstaltung als nettes Spielzeug gefesselt präsentiert wird. Feifon rettet ihn unter der Bedingung, dass er ab nun sein Geliebter sein muss. Bei der nächsten Gelegenheit flieht Kyosuke, doch Feifon macht ihn ausfindig und verlangt, was ihm versprochen wurde. Ein Katz- und Maus-Spiel beginnt, bei dem Feifon sein "Opfer" immer wieder findet, entführt und benutzt.

Sehr viel mehr gibt die Handlung nicht her, eine SexSzene folgt der nächste,n die Handlung ist die Verpackung, damit es in den Verkauf durfte aber ist nicht wirklich als "Inhalt" zu bezeichnen, sondern sie ist leider recht dürftig. Es gibt einzelne Momente, aus denen man mehr hätte machen können, z.B. hatte ich auf eine spektakuläre Entführung während der Hochzeitsfeier gewartet, aber selbst das wurde nicht ausgereizt sondern nur als Sprungbrett für die nächste Szene verwendet.


ZEICHNUNGEN

Die Zeichnungen sind Geschmackssache. Meinen Geschmack treffen sie nicht, mir persönlich sind die Gesichter zu kantig, die Körper zu langgezogen, die Gesichter zu ausdruckslos. Dies ist eben der Stil der Zeichnerin, und ich weiß, dass gerade dieser Stil sehr gerne gesehen wird und vielen Lesern gefällt. Er ist auf jeden Fall geübt, die Hauptpersonen sind klassische Bishonen, wie sie genau in dieser Form beim weiblichen Publikum ankommen und gefallen.

Die erotischen Momente sind sehr offen dargestellt, über zuwenig kann sich die Leserschaft eindeutig nicht beklagen. Was mir ein wenig fehlt ist die Kreativität, es ist hier wirklich das ganz klassische Programm ohne Drumrum, ohne Gerede, losgelegt, gekommen, fertig. Wer ein wenig Abwechslung möchte, ist hier falsch, wer es ganz direkt möchte, ist bei diesem Manga genau richtig.

Was ich etwas schade finde ist, dass in manchen Panels nur zu erahnen ist, was die beiden gerade tun (ist das ein Finger? Ist das sein ***? Ist das ein Bein? Es sind ein paar Striche und ein wenig Speichel oder andere Flüssigkeit, aber wo und was genau, das kann man sich eher denken als es zu wissen, getreu dem Motto "weniger ist mehr"). Dafür, dass der Manga ansonsten sehr direkt ist, finde ich dieses ein kleines Manko, das entweder der Zensur zum Opfer fiel oder aber an der Zeichentechnik der Mangaka liegt.

Da sich auf das Wesentliche konzentriert wird, gibt es auch nicht wirklich Hintergründe oder Details. Die würden nur ablenken vom Kern des Mangas ;-)


FAZIT

Wer einen reinen Yaoi sucht ohne großen Wert auf andere Dinge zu legen, ist hier goldrichtig, für den ist es eine Top Empfehlung. Da es jedoch auch Yaois gibt, die neben dem Akt auch ein wenig Handlung oder Gefühl bieten, kann ich ihn nicht wirklich auf meine Favoritenliste setzen. Aber das ist meine persönliche Meinung und sollte andere Fans des Genres nicht abhalten ;-)

SaraSalamander 07.10.2011, 20.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lost and Found

ponczeck_lostfound.jpgLOST AND FOUND sprang mir aufgrund seines Covers sofort ins Auge. Ich finde, es sticht durch das intensive Blau und den schlichten aber hübschen Stil doch sehr aus der Menge der anderen Titelbilder hervor. Natürlich war ich neugierig, was sich hinter dem Titel verbergen könnte, und bei Shonen Ai musste ich natürlich zugreifen.

Shunsuke ist ein ganz normaler Schüler, nur dass er in seinen Klassenkameraden Kyohei verliebt ist. Dieser allerdings interessiert sich nur für Mädchen. Und Shunsukes Sandkastenfreundin eröffnet ihm, dass sie in ihn verliebt ist. Er ist hin und hergerissen, möchte sein Geheimnis für sich behalten, doch seine Freundin macht ihm Mut zur Offenheit, möchte ihn gerne unterstützen. Shunsuke nimmt sich dies zu Herzen und macht Kyohei ein Geständnis. Danach nehmen die Dinge eine Wendung, wie Shunsuke sie sich trotz seiner Ängste nicht hätte ausmalen können, es wird immer schlimmer. Einzig ein Fremder, der ihm gelegentlich über den Weg läuft, scheint nun sein Verbündeter ...

Aufgrund der großen Panels und nur wenigen kurzen Textpassagen ist der Manga leider viel zu schnell gelesen, gerne hätte ich mich länger in die eigentlich sehr schöne Geschichte vertieft. Ich finde es schön, dass die Autorin einmal vom klassischen Schema abgewichen ist und nun statt einer Liebesgeschichte ein Drama erzählt. Es ist die tragisches Geschichte eines Jugendlichen, der zwangsgeoutet und gemobbt wird, von zu Hause keine Unterstützung erhält und sich alleine in einer Welt voller Menschen findet, die anders zu sein scheinen als er. Eine Tatsache, die zwischen all den romantischen Liebeswirren und heißen Küssen der sonst üblichen Boys Love gerne übersehen wird, denn die Realität ist für homosexuelle Männer leider nicht so rosig wie in diesen Geschichten geschildert.

Was ich an der Story schade finde ist das recht krasse Ende, oder besser gesagt die extreme Ausgestaltung des fremden Jungen. Eine brisante Hintergrundgeschichte, eine heftige Vergangenheit okay, was hier präsentiert wird finde ich dem eher realistisch gehaltenen Beginn gegenüber schon sehr heavy und unpassend. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen und zerstört leider ein wenig das ansonsten sehr positive Gesamtbild der restlichen Erzählung. Weniger das Thema an sich als vielmehr der drastische Wechsel des Genres vom Drama hin zum Hardcorecrime, was zuvor mit keinem Wort angedeutet wurde und auch nicht nötig gewesen wäre.

Zeichnerisch gefällt mir Mikikos erster Manga sehr gut. Man merkt, dass sie noch am Beginn ihrer Karriere steht, erkennt aber auch, dass sie einen sehr eigenen und vor allem aussagekräftigen Stil hat. Sie vermag es, auch ohne Worte Geschichten zu erzählen und Emotionen zu vermitteln, allein durch Körperhaltung und Gestik. Sie zeichnet schmucklos ohne Hintergründe, Details, Faltenwürfe, legt dafür sehr großen Wert auf die Darstellung ihrer Charaktere.

Es gibt zwei Arten von Künstler (ob nun Musik, Autoren, Zeichner etc): die einen scheinen von Beginn an alles sofort zu können und ruhen sich dann auf ihrem Erfolg aus, müssen nicht mehr besser werden, beginnen nachlässig zu werden und sinken ab. Und dann gibt es diejenigen, die zwar Talent haben aber noch lernen müssen. Sie arbeiten daran, verbessern sich, intensivieren ihre Arbeit, lernen aus den Fehlern und werden von Mal zu Mal besser. Das sind die Künstler, die ich mag, denn sie legen Herzblut in ihr Werk, und ich liebe es, sie dabei zu beobachten, wie sie sich immer mehr steigern. Mikiko ist so jemand: zeichnerisch und storytechnisch muss sie hier und da noch ein wenig feilen, aber sie hat großes Talent, wie man auch auf ihrer >Homepage< sehen kann. Ich freue mich auf weitere Titel von ihr und bin gespannt, wie sie sich weiterentwickeln wird. Ihre Zeichnungen mag ich jetzt schon, denn man sieht ihr klar an, dass sie bereits einen Weg gefunden hat: keine störenden Details, dafür absolute Konzentration auf das Wesentliche, sowohl in den Zeichnungen wie auch in der Story.

Leider war es in diesem One-Shot nicht möglich, die Geschichte um Shunsuke auszubauen. Gerne würde ich einen Mehrteiler von ihr lesen, in dem sie den Charakteren und deren Entwicklung Raum zur Entfaltung geben kann.

Einen kurzen Vergleich zur Geschichte KÖNIG DROSSELBART in der Sonderedition des GRIMMS MANGA möchte ich kurz noch anfügen: die Zeichnungen und Inhalte sind getreu dem Gesamtbild des Manga eher humorvoll gehalten, die Panels sind deutlich kleiner, trotzdem erkennt man ihre Eigenheiten sehr deutlich: Fokus auf das Wesentliche, kein einziger unnötiger Strich, stringent und effektiv erzählt, nicht umsonst eine meiner liebsten Geschichten dieser Anthologie.

Zur seichten Nebenbeiunterhaltung sollte man den Manga nicht lesen, das wäre schade und dem Werk nicht gerecht. Man sollte sich die Zeit nehmen, die Story wirken zu lassen und in den ansonsten schlichten Zeichnungen die filigranen Zwischentöne wahrzunehmen. Auf jeden Fall sollte man Mikiko Ponczeck als junges Talent im Auge behalten. Ich werde ihre Titel weiter verfolgen und bin schon sehr gespannt auf ihr weiteres Schaffen :-)

SaraSalamander 30.09.2011, 16.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Trapped

minden_trapped_1.JPGTRAPPED ist eine weitere Kurzgeschichte von Inka Loreen Minden. Diesmal handelt sie von zwei jungen Indianern: Naska ist ein "Two Spirit", ein Mann, der Männer begehert. Er trägt Frauenkleider und hat in seinem Stamm die angesehene Position des Heilers inne. Schon als Jugendlicher begehrte er seinen Freund Yuko vom Nachbarstamm, doch ein Kuss führte zum Bruch der Freundschaft, Yuko wandte sich von ihm ab. Noch immer beobachtet Naska ihn heimlich, und eines Tages gerät er in eine Falle. Yuko befreit ihn, und somit schuldet der andere ihm sein Leben und soll ihm als Sklave dienen. Was sich in Naskas Träumen immer so erregend anfühlte, ist in der Realität nun recht beängistend: Soll er wirklich nur ein Diener sein, ständig mit ansehen, wie sein Angebeteter seine eigenen Frauen beglückt, und soll er womöglich zukünftig Felle gerben und einfach nur ein Statussymbol werden? Das war es nicht, was er sich erhofft hatte ...

"Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lieben sie noch heute". Mit diesen Worten müssten eigentlich alle Geschichten aus Inkas Feder enden. Wie Märchen muten sie an, ideal zum Dahinschmelzen und Träumen. Was sie aber von vielen anderen Geschichten des Erotikgenres abhebt sind die vielen Details. Zum einen die Recherche, die hinter der Story steckt (wie lebten "Two Spirits" bei den Indianern, welche Aufgaben hatten sie, wie kleideten sie sich, welche Rituale mussten sie begehen, welchen Stellenwert hatten sie im sozialen Gefüge des Stammes) und kleinen Andeutungen einfließt und die Figuren zum Leben erweckt. Zum anderen das Knistern. Klar kann man schreiben "sie lieben sich", aber hier spürt man es, es ist nachvollziehbar und baut sich trotz der Kürze der Geschichte schrittweise auf (oder wird wie in diesem Fall, wenn es von Anfang an vorhanden ist, rückblickend beschrieben).

Was mir ebenfalls positiv an TRAPPED auffällt: es gibt meist klassische Rollenverteilungen (im Manga nennt man es Seme und Uke, bei uns einfach simpel den männlichen und weiblichen Part). Ist zwar hier auch gegeben, aber dennoch stehen sich zwei ebenbürtige Partner gegenüber. Die Autorin reitet nicht auf Klischees herum, erschafft statt dessen zwei individuelle Menschen, die sowohl männliche als auch weibliche Anteile in sich vereinen, dadurch sympathisch und sehr realistisch erscheinen.

Und es wird sehr gut unterschieden zwischen Traum und Realität. Viele Geschichten sind sehr unglaubwürdig, und ich frage mich oft, wie das, was da alles an Praktiken beschrieben wird, tatsächlich funktionieren soll. Hier dagegen stößt der Protagonist an seine Grenzen, als er erkennen muss, dass er vor dem, wovon er immer träumte, nun plötzlich Angst hat. Inka ist hier sanft und gibt ihren Figuren die Chance, das erste Mal wirklich zu zelebrieren, gesteht ihnen Ängste zu und lasst sie Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um es nicht allzu heftig werden zu lassen. Romantik ohne Schnulz aber mit viel Gefühl.

Auch gefällt mir, dass Konflikte clever gelöst werden. Die Wendung, wie man sie hier erlebt, kennen Stammleser schon aus einer anderen Geschichte, aber ich hätte dann doch nicht damit gerechnet, dass es hier ebenso gelöst wird, es hatte mich jedoch sehr gefreut. Es gibt dafür ein sehr schönes Fachwort, aber damit würde ich da das Ende verraten ;-)

Zur zweiten Kurzgeschichte, die als Bonus dabei ist, möchte ich nicht viel schreiben. Fans kennen sie bereits aus dem Buch GAYLÜSTE oder als einzeln verlegte Story, trotzdem finde ich es nett, sie nochmals zu lesen, sie hatte mir damals sehr gefallen. Für mich ist sie etwas ganz Besonderes, denn sie war das Erste, was ich von dieser Autorin zu lesen bekam, und obwohl sie schon etwas älter ist, konnte sie mich sofort überzeugen. Sie erzählt aus der Sicht eines Cowboys von seiner Liebe zu einem Indianermann, ist sehr kurz und doch sehr liebevoll ausgearbeitet.

Einziges Manko, dass diese Geschichte natürlich viel zu schnell gelesen ist. Aber dafür ist sie recht günstig, ein Vorteil von Kurzgeschichten. Schnell geladen, schnell gelesen und lange im Gedächtnis.

SaraSalamander 12.09.2011, 08.41 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Crimson Spell 01

yamane_crimsonspell01_1.jpgFINDER ist inzwischen kein Geheimtip mehr für Freunde von deftigen YAOI-Mangas. Von der gleichen Mangaka erschien vor einiger Zeit auch CRIMSON SPELL, ebenfalls ein YAOI. Selbst hatte ich noch nichts von ihr gelesen, aber schon viel von Freunden darüber gehört. Inzwischen bin ich Shonen Ai und Yaoi fast über, der Markt wird überschwemmt, es gibt zuviel Mainstream, jungen Mädchen wird mit leckeren Jungs das Geld aus der Tasche gezogen. Deswegen gebe ich zu, dass ich an CRIMSON SPELL eher geringe Erwartungen hatte. Umso erstaunter und begeisterter war ich dann nach dem Lesen des ersten Bandes!

Prinz Valdrigue (kurz Vald) macht sich auf eine Reise, um den Fluch eines magischen Schwertes zu brechen. Er trifft auf den Magier Halvir, der von ihm als Gegenleistung Schutz bei der Suche nach einem besonderen Artefakt verlangt. Halvir entdeckt, dass der Fluch des Schwertes darin besteht, dass Vald sich nachts in ein wildes Monster verwandelt, und dieses Monster ist ziemlich lüstern. Halvir will dieses Monster zähmen ...

Vorab ist erst einmal zu erwähnen, dass Yaoi über Shonen Ai / Boys Love hinausgeht. Yaoi hat wenig mit Romantik zu tun, hier wird nicht verschämt geküsst und ein bisschen gestreichelt. Bei Yaoi geht es um pures Ausleben sexueller Triebe, man sieht Geschlechtsteile und alles, was damit angestellt wird, nicht hübsch versteckt unter einem Kimono oder schemenhaft skizziert, sondern in aller Deutlichkeit. YAOI steht für Yamanashi Ochinashi iminasi, was soviel heißt wie "ohne (inhaltlichen) Höhepunkt, ohne Pointe, ohne Sinn" (es gibt eine weitere Bedeutung, die befasst sich mit den körperlichen Nachwehen des Aktes und wird hier von mir zensiert *vg*). Dementsprechend ist natürlich die Handlung schmückendes Beiwerk, bei schlechten Titel ein Alibi, bei guten Titeln eine eigene spannende Geschichte, Hauptaugenmerk liegt auf dem Aussehen der Charaktere und dem, was sie miteinander anstellen.

Die Handlung in diesem Fall finde ich für einen YAOI recht nett. Eine spannende Fantasystory, die zwar eher dünn gesät ist aber doch nette Momente bietet und sich geschickt um die Handlung webt. Die Reise der beiden Protagonisten ist in ruhigen Tönen erzählt, der Ausgleich aus ruhigen Momenten und Action ist perfekt gehalten und in sich schlüssig, und auch ohne die Sexszenen finde ich die Story interessant erzählt und würde die Folgebände weiterkaufen.

Dazu tragen auch die wundervollen Zeichnungen bei. Die Proportionen passen perfekt (gerade Hals, Arme, Hände, Finger sind oft zu dürr oder unproportional, wenn die Zeichnerinnen es besonders hübsch aussehen lassen wollen, aber Yamane gelingt es perfekt, das Maß zu halten). Ebenfalls gelungen: sobald es intim wird, bleibt die Szene dennoch übersichtlich, man weiß noch immer genau, welches Körperteil zu wem gehört und wer was gerade tut (auch hier: leider ein häufiger Makel bei vielen Yaoi, der mich ziemlich stört. Ich möchte schon gerne wissen, wer gerade was mit wem anstellt, und zwar bitte detailliert, sonst könnte ich auch Shonen Ai lesen).

Auch die nichtsexuellen Szenen sind hervorragend gezeichnet, Yamane hält sich an das Wesentliche, sie füllt die Bilder nicht mit unnötigen Hintergründen, der Blick konzentriert sich auf das Wesentliche: die Gesichter und Körper der Charaktere, und natürlich sind nicht nur die Protagonisten hübsch, sondern der Manga strotzt nur so von Bishonen, einer leckerer als der andere.

Der Humor kommt nicht zu kurz, viele Chibi und SD Elemente sind enthalten, der kleine Dämon Lizregbel in Gestalt eines ultraplüschigen Hasen sorgt für witzige Momente und wird die beiden hoffentlich auch in den nächsten Bänden begleiten.

Insgesamt ein Manga, der sich deutlich aus der Masse hervorhebt und den ich zukünftig auf die Liste meiner Empfehlungen setzen werde, wenn mich jemand nach wirklich guten Yaoi fragt :-)


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Im Nachtrag noch ein Link: im >Spiegel Online< wird berichtet, wie es zur Indizierung des ersten Bandes der Serie FINDER kam. Ich finde es immer interessant, wie Szenen entsprechend gewertet werden. Nicht direkt bezogen auf CRIMSON SPELL, aber aus gleicher Feder, daher hier trotzdem passend :-)

SaraSalamander 01.09.2011, 08.49 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Tödliches Begehren

Nicht nur draußen wird es langsam heiß, auch hier im Blog könnt Ihr in letzter Zeit immer mehr Rezensionen über Erotik, BDSM oder Gay lesen. Klar lese ich gerne Fantasy, Thriller, Jugendromane, aber mir ist einfach mal nach Abwechslung, und ich habe vor einiger Zeit eben diese für mich neue Sparte entdeckt und lese mich begeistert von Buch zu Buch, von Autor zu Autor.

Diesmal möchte ich TÖDLICHES BEGEHREN mit Euch teilen. Ein Buch, das meine Freundin mir schon mehrfach ans Herz gelegt hatte, ihr Lieblingsbuch sowohl im Genre wie auch von Inka Loreen Minden. Nun habe ich es also endlich gelesen und muss sagen, dass ich ihre Begeisterung verstehen kann und sogar teile. Wirklich ein Leckerbissen, der sich wie von selbst liest!

Der Reporter Ethan Hunter ist auf der Jagd nach einer guten Story. Er beschattet schon seit einiger Zeit den Inhaber eines Casinos, Gabriel Norton. Wie es aussieht, scheint dieser zwar ständig ein Auge auf Männer zu werfen, umgibt sich jedoch mit Frauen und weiß entweder nicht um seine Neigung oder will sie nicht zugeben. Eines Tages kommt Gabriel auf Ethan zu und stellt ihn zur Rede, ihm ist klar, dass der junge Mann nicht zum Zocken ins Casino kommt. Gabriel erpresst ihn, demütigt ihn und verlangt, dass Ethan nun fortan sein Sklave sein müsse.

Ethan, bekennend schwul, fühlt sich zu dem starken Mann hingezogen, außerdem kann er nun näher an Gabriel heran, um seine Story zu schreiben. Also zieht er bei ihm ein, erledigt kleine Aufgaben für ihn, ist sein Angestellter und sein Lustsklave und spioniert ihn hinter seinem Rücken aus. Die beiden Männer kommen sich immer näher, doch die Situation ist gefährlich, Ethan vollführt einen Tanz auf dem Drahtseil und ahnt nicht, in welche Gefahr er sich begeben hat.

Ach, das war schön, tat das gut, war das spannend. Mit 160 Seiten perfekt, um nicht unnötig in die Länge zu ziehen, aber auch länger als die Kurzgeschichten, in denen es meistens dann aufhört, wenn es gerade so richtig heiß wird und man eigentlich noch mehr davon möchte. Auch das Cover gefällt. "Nackter Männertorso" scheint gerade in, und hier hat wirklich mal ein besonders ansehnliches Exemplar Modell gestanden. Deswegen das Cover heute auch etwas größer als sonst üblich ;-)

Die Charaktere sind so beschrieben, dass man sich gut hineinversetzen kann (Gabriel bleibt absichtlich sehr undurchsichtig, doch seine Gefühle werden sehr gut geschildert, auch wenn der Leser den Grund für seine Ambivalenz anfangs nicht nachvollziehen kann). Gabriel hat eine spannende Hintergrundgeschichte, Ethan bleibt etwas flacher in der Gestaltung. Den knappen 160 Seiten entsprechend ist die Entwicklung gerafft aber doch in sich stimmig.

Die Geschichte ist recht klassisch aufgebaut, dadurch liest sie sich sehr flüssig und ohne dass man sich groß konzentrieren muss, also ideal für die leichte Unterhaltung zwischendurch. Allerdings sollte man sich Zeit dafür nehmen, denn es ist schwer, das Buch wieder beiseite zu legen.

Was mir wieder gefiel, war der Schreibstil: nicht zu schnulzig, nicht zu vulgär, keine störenden Begriffe. Minden versteht es, die lustvollen Momente geschickt in Worte zu kleiden.

Ebenfalls sehr gelungen finde ich die Darstellung der beiden Charaktere. Ich bevorzuge gerne zwei gleich starke Männer, das typische "Seme und Uke" ist meist nicht so mein Ding. Aber hier wurde es sehr schön dargestellt, da es sich als eine Entwicklung aus der Situation heraus ergab. Es ist nun schwer, dies zu erklären ohne zuviel zu verraten. Jedenfalls sind die Dinge am Anfang nicht, wie sie scheinen, und der toughe Reporter zeigt bald seine weiche Seite, und der harte Geschäftsmann scheint nicht so abgebrüht, wie er vorgibt.

Anfangs fand ich es verwirrend und fast schon störend, dass Gabriel vermeintlich unklar beschrieben wurde, sein Verhalten wollte mir nicht wirklich einleuchten, normalerweise ist der starke Part klar definiert, und der ständige Wechsel aus Zärtlichkeit und verbitterter Härte erschien mir sehr seltsam. Was anfangs wie eine unsaubere Charakterisierung aussah, stellte sich jedoch bald als geschickter Schachzug heraus, der den Leser ebenso in die Irre führte wie auch Ethan.

Denn wie auch bereits in >TEMPTATIONS< hat Minden etwas geschafft, mit dem ich absolut nicht gerechnet hätte: ich zähle dieses Genre für mich persönlich unter "leicht verdauliche Kost, keine große Konzentration erforderlich, die Story recht geradlinig ohne Überraschungen". Und als die Handlung dann plötzlich drehte, war ich recht überrumpelt und ärgerte mich ein wenig, dass ich mich einfach so völlig naiv aufs Glatteis hatte führen lassen! Nette Idee von der Autorin, und ich fand es schön, wie sich am Ende dann alles entwirrt und geradebiegt.

Auch das Setting, in dem sich die beiden Protagonisten befinden, ist ein nettes Mindgame: Ethan ist einerseits Gabriels "Gefangener", andererseits hat er alle Freiheiten, er darf nach draußen und Botengänge erledigen, wird gut bezahlt, darf mit seiner Schwester telefonieren, er darf neben Gabriel im Bett liegen, sie verbringen eine wundervolle Zeit. Andererseits ist die ständige Bedrohung, dass Gabriel kriminell ist und zu sehr viel mehr in der Lage zu sein scheint, wenn man ihn reizt. Auch hat Gabriel gedroht, Ethans Schwester etwas anzutun, falls der Reporter falsches Spiel mit ihm spielen sollte. Wenn Gabriel gefährlich wäre, würde er Ethan niemals so viel Freiraum lassen! Aber warum bedroht er ihn, warum ist er manchmal so brutal zu ihm und im nächsten Moment wieder so sanft?

TÖDLICHES BEGEHREN ist ein Soft-SM-Thriller, den Freunde der homoerotischen Literatur sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Nicht nur prickelnde Erotik, sondern auch eine gut erzählte Story, die zu überzeugen weiß. So muss gute Unterhaltung sein!

minden_begehren_1.jpg

SaraSalamander 01.06.2011, 09.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Gayheimnisse

deadsoft_gayheimnisse_1_1.jpgKurzgeschichten lese ich recht schnell normalerweise, in diesem Fall habe ich einige Wochen für das Buch gebraucht. Das lag aber nicht daran, dass es mir nicht gefallen hätte. Sondern im Gegenteil: ich habe mir sehr viel Zeit für die einzelnen Geschichten genommen statt wie sonst zwischen Tür und Angel zu lesen. Denn was in GAYHEIMNISSE präsentiert wird, ist quasi ein Best Of der aktuell angesagtesten Autoren des Genres. Ein Must-Have für jeden, der gerne homoerotische Literatur liest.

Die meisten der Schriftsteller sind mir bereits bekannt, sei es aus eigener Erfahrung,weil sie aktuell auf meinem To-Do-Stapel liegen oder weil sie mir positiv von Freunden empfohlen wurden. Darunter Inka Loreen Minden, Stefanie Herbst und Juna Brock, Simon Rhys Beck, Sandra Henke, Verena Rank, Justin C Skylark, jeder einzelne dieser Namen bereits für mich ein Garant auf eine gute Story, darunter meine drei Lieblingsautoren rund um Gay. Autoren, bei denen man ohne Zögern zugreifen kann bei jedem neuen Titel.

Neu waren für mich Nicole Henser, Sandy Renee Henriks, Angelika Hoffman, Kathrin von Potulski, Hanna Julian und Kira Hawke. Besonders begeistert hatte mich Nicole Henser, doch auch die anderen Autorinnen waren wirklich große Klasse.

Was mir sehr gefällt ist die kurze Beschreibung der einzelnen Autoren nach jeder Geschichte. Ein Vermerk, welche Titel noch erschienen sind, wo sie bereits andere Titel veröffentlicht haben, dazu ein paar private Daten. Das macht es für mich als Leser greifbarer. Ich mag es, wenn Autoren keine fernen Wesen sind, weitab vom Leser, sondern wenn sie wirklich als Menschen erscheinen mit Vorlieben, Hobbies und Interessen. Dadurch fällt es mir auch leichter, später beim Stöbern nach dem nächsten Roman mir diesen oder jenen Schreiberling ins Gedächtnis zu rufen und mich für ein neues Buch von ihm / ihr zu entscheiden.

Die Geschichten selbst sind wunderbar abwechslungsreich. Verbrecherjagd, Alienentführung, ein düsteres Vampirschloss, die Suche nach dem Yeti, Japan um die Zeit des 2. Weltkrieges, ein heißes Treffen beim Filmdreh, ein heimlicher Beobachter in der Nachbarwohnung, Frankreich im Jahre 1793, ein Schweigemönch mit tragischer Vergangenheit und viele weitere packenden Szenarien. Ich finde es schön, wie hier immer wieder neue Verpackungen für "das Eine" gefunden werden.

Auch die Sprache ist - wie üblich bei Deadsoft, ich kenne es nicht anders, ein großes Lob an den Verlag! - einfach klasse. Kein Kitsch und Schmalz, aber auch kein perverser Dirty Talk. Sondern ein flüssiges Beschreiben der Situation, detailliert und doch respektvoll. Ein Genuss für den Leser.

Das unterscheidet Erotik von Pornographie, auch wenn viele Leute beides leider in einen Topf werfen. Aber Veröffentlichungen wie GAYHEIMNISSE zeigen, dass Sex zwar toll ist, aber eben auch nicht alles. Es geht um Liebe, um Gefühle, um Macht, um Spaß an der Freude. Sex sollte keine Sachen zwischen leblosen Maschinen sein sondern ein Akt zwischen zwei Menschen, die sich zugeneigt sind.

Für Kenner des Genres bietet das Buch viele kleine Leckerbissen der Lieblingsautoren. Für Neulinge einen prima Einblick in die unterschiedlichen Schreibstile der einzelnen Verfasser und ein Appetizer für weitere Bücher.

Eines hatten jedenfalls alle Geschichten gemeinsam: sie waren viel zu kurz, gerne hätte ich mehr von den Autoren gelesen. Aber das lässt sich einrichten, denn GAYLÜSTE steht bereits in meinem Regal, und GAYFÜHLVOLL wird demnächst folgen :-)

SaraSalamander 27.05.2011, 09.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Temptations

minden_temptations_1.jpgEs kann ja nicht alles Hardcore oder Thriller sein, was ich lese. Manchmal liebe ich angenehm leichte Kost zwischendurch. Und Kurzgeschichten sind sowieso toll, da kann man vor dem Schlafengehen mal eine genießen und das Buch gemütlich über ein paar Tage verteilen, ohne sich vor dem Einschlafen noch mit komplizierten komplexen Gedankengängen der Romane oder Fachbücher auseinandersetzen zu müssen.

Über Inka Loreen Minden habe ich schon viel gehört, ein paar Leseproben habe ich mir auch schon angesehen, die mir recht gefielen. Da freute ich mich, dass mir nun also vor einiger Zeit TEMPTATIONS bei Tauschticket über den Weg lief: gerade mal 108 Seiten, vier Kurzgeschichten von jeweils rund 25 Seiten, ideal zum Kennenlernen der Autorin.

Die erste Geschichte erzählt von einem Marquess, der sich die Gefühle für seinen Stallburschen nur ungern eingestehen will. Danach schreibt Minden über einen Captain und seinen Ersten Offizier, die in der Vergangenheit einige Probleme miteinander hatten und nun den Grund dahinter erkennen. Die dritte Story handelt von der Entführung eines jungen Adligen durch einen Räuberhauptmann, die anders endet als geplant. Und zu guter Letzt müssen ein im Krieg verwundeter Soldat und sein Leibarzt erkennen, dass es vielleicht doch einen Weg geben könnte, ihre Gefühle nicht mehr verstecken zu müssen.

Inhaltlich gefiel mir der Räuberhauptmann doch am besten. Aber in der vierten Geschichte kann man tatsächlich von einer "Wendung" sprechen, und sie gefiel mir außerordentlich gut. Clevere Idee, und ich bin sicher, dass das nicht nur Fiktion ist sondern in dieser und ähnlicher Form bestimmt schon einige Male praktikziert wurde / wird ...

Die Handlung ist jeweils eigentlich nur ein Alibi. Klar könnte man den Marquess durch eine Gräfin ersetzen und den Stallburschen durch den Küchenjungen und so weiter. Alles schon dagewesen. Na und? Was zählt ist die Unterhaltung, und das gelingt Minden sehr gut. Ich stolpere nicht über kitschige Formulierungen, sondern alles liest sich flüssig und angenehm. Die Worte sind perfekt gewählt, sie sind weder zu abgedroschen noch wären sie ungewöhnlich. Sondern, wie gesagt, es ist ein Fluss, dem der Leser gerne folgt, und schon sind 25 Seiten vorbei, ehe man richtig angefangen hat zu lesen. Eigentlich wünscht man sich am Ende nur, dass es jetzt weitergehen könne. Denn grade jetzt wurde es erst richtig spannend!

Ja, es ist banal. Ja, es ist immer wieder das Selbe. Und, ja, manchmal tut es gut, so etwas zu lesen. Und dann bitte mit Stil und angenehmer Sprache. Während ich das lese, will ich nicht ständig das Gefühl habe, ich hielte Schmuddelzeug in der Hand. Ich will aber auch nicht ständig lachen müssen wegen unfreiwillig komischer Sätze. Und genau das ist es, was mir an Minden gefällt: ich kann mein Hirn abschalten und einfach nur für ein paar Minuten die Geschichte genießen, mit einem Lächeln zurückkommen und sagen "ach, das war jetzt richtig romantisch und sexy" ...

Wer anspruchsvolle Erotik mag, kann gerne ein wenig in meinem Blog wühlen (es werden demnächst einige weitere Titel folgen). Aber wer zwischendurch was Nettes, Unkompliziertes will, der kann hier eigentlich gar nichts falsch machen.

Ich jedenfalls weiß nach diesem Buch: MEHR! Dies war zwar mein erstes, aber ganz sicher nicht mein letztes Buch dieser Autorin :-)

SaraSalamander 09.05.2011, 15.33 | (3/3) Kommentare (RSS) | TB | PL



 






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