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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Märchen

Wundervolles modernes Märchen

jones_sophie_150.jpgSeit einigen Tagen schon lese ich "Sophie im Schloss des Zauberers", ein Märchen von Diana Wynne Jones. Auf diesem Buch basiert der Film "Das wandelnde Schloss" (Howl´s moving Castle) von Ghibli (leider hier nicht rezensiert *sniff*, obwohl Ghibli einer meiner Favoriten in Sachen Zeichentrick bzw Anime ist).

Wunderbar, ein ganz, ganz reizvolles Märchen, richtig zauberhaft, wie Märchen eben sein müssen. Der Stil ist wirklich klasse, der Inhalt kind- und erwachsenengerecht (wobei ich denke, dass Kinder und Erwachsene unterschiedliche Aussagen darin finden ), es ist einfach ... ach, ich lese solche Märchen viel zu selten. Und es gibt heute auch zu wenige davon. Tarnkappen, Siebenmeilenstiefel, eine böse Hexe, seltsame Zauberer, verwunschene Dinge, böse Flüche und Heilung aufgrund der Kraft der Liebe.

Ich brauche so lange dafür, weil ich es nicht überfliegen kann, weil ich alles auskosten möchte und mir viel Zeit dafür lasse. Dieses Buch ist es wert. Und ich freue mich schon darauf, es Euch bald vorzustellen!

SaschaSalamander 05.08.2006, 10.07 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Roverandom

CoverBei J. R. R. Tolkien denken alle sofort an den "Herr der Ringe", sogar Weniglesern ist er spätestens seit dessen Verfilmung bekannt. Aber was er außerdem noch geschrieben hat, weiß kaum jemand. So hat er in Mittelerde nicht nur die große Trilogie und den kleinen Hobbit angesiedelt, sondern auch das Silmarillion und einige anderen Werke Und dann sind da noch ein paar nette Kinderbücher, wie etwa "Roverandom".

Rover ist ein kleiner weißer Hund mit schwarzen Flecken. Er ist ganz schön frech. So frech, dass er sogar den großen Magier Ataxerxes einfach ins Bein beißt und dessen Hose dabei zerreißt! Zur Strafe verwandelt Ataxerxes ihn in ein Kinderspielzeug, ganz klein. Ein Spielzeughund, kaum größer als eine Hand, der Männchen macht. Er wird von einer Mutter als Geschenk für ihren Sohn gekauft, aber bald verliert ihn der Junge versehentlich am Strand. Dort trifft Rover den Sandmagier Psamathos, der ihn zwar nicht zurückverwandeln kann, weil das Ärger mit dem Magier Ataxerxes gäbe, der ihm aber helfen möchte. Und so erlebt Rover viele Abenteuer auf dem Mond und unter Wasser, bevor er endlich erlöst werden kann.

Ich hatte "Roverandom" als Hörspiel und war währenddessen wie verzaubert. Eine Geschichte, die einfach schön ist, für Erwachsene wie auch für Kinder. Rover ist wirklich ein liebenswerter kleiner Kerl, wie eben junge, freche Hunde so sind. Er stellt so allerhand Unsinn an, und er trifft natürlich auch auf andere Hunde, mit denen er sich anfreundet.

Das Buch ist nicht geschrieben wie eine Erzählung, sondern ist im Stil eines allwissenden Geschichtenerzählers gehalten. Er bringt Andeutungen auf kommende Ereignisse, und er wirft einzelne Dinge ein oder hält sie bewusst zurück. "Das dauerte nur etwa so lange, wie ich brauche, um Euch diese Geschichte hier zu erzählen" oder "ich habe Euch ja vorhin bereits erzählt, dass der weiße Drache sehr gefährlich war, und jetzt werdet ihr erfahren, was es mit diesem Drachen auf sich hat"sind in etwa Sätze, wie sie häufig vorkommen. Ich mag so etwas, das hat so etwas Persönliches. Ein fahrender Erzähler auf dem Marktplatz, der das Publikum mit seiner Geschichte verzaubert.

Einfach nur schön.
Ein Kinderbuch, das leider viel zu wenig bekannt ist.

SaschaSalamander 12.05.2006, 10.32 | (0/0) Kommentare | PL

Der König von Narnia

Sind ja etwas viele Filmrezensionen in der letzten Zeit, aber ich sehe auch wieder etwas öfter Filmchen an. Und der hier ist okay, ist ja schließlich eine Literaturverfilmung ;-)

Ich gehöre zu den Leuten, die Narnia vor dem Film nicht kannten. Leider habe ich es nicht geschafft, das Buch zuvor zu lesen, bevor ich den Film sah, aber das stört mich nicht. Zum ersten Mal hörte ich von Tsuzuki vor einiger Zeit davon, als wir uns über Bücher austauschten, danach stieß ich öfter auf die Chroniken aus der Feder des C.S. Lewis. Daher kann ich nicht beurteilen, wie der Film im Vergleich zum Buch gehalten ist, und ich werde hier mal so tun, als gäbe es das Buch (und vor allem elf weitere Bände) nicht. Auch die christlichen Aspekte, welche von vielen hervorgehoben werden, möchte ich ausklammern. Da ich das Buch nicht kenne, trete ich mit diesem Verriss (sorry, nichts anderes wird es) hoffentlich keinen Fans des Buches auf die Füße ;-)

Die Geschwister Lucie, Edmund, Susan und Peter werden von ihrer Mutter zu ihrem Onkel geschickt, um dem Krieg zu entfliehen. Dort ist es recht trist, sie dürfen nicht rennen, lärmen, sie fühlen sich eingeengt. Als sie sich eines Tages über das Verbot der Haushälterin, ihren Onkel nicht durch lautes Toben zu stören, hinwegsetzen, spielen sie Verstecken. Dabei findet Lucie einen geheimnisvollen Schrank, der die Tür zu einer neuen Welt darstellt. Sie trifft dort einen Faun, der sie zum Tee einlädt. Als sie zurückkehrt und ihren Geschwistern davon erzählt, glauben diese ihr nicht. Doch als sie sich auf der Flucht vor der Haushälterin am nächsten Tag in dem Schrank verstecken müssen, betreten sie alle vier das geheimnisvolle Land Narnia. Dort herrscht ewiger Winter. Die Kinder erfahren, dass sie Teil einer großen Prophezeiung sind, sie werden die weiße Hexe zu Fall bringen und das Königreich Narnia zu viert in Frieden regieren. Sie machen sich mit ihren neuen Freunden, der Familie Biber, auf den Weg, den mächtigen König Aslan zu treffen, der bereits eine Armee für die Kinder aufstellt. Können die vier tatsächlich die weiße Hexe besiegen und die Prophezeiung erfüllen?

Achtung: ab hier kommen einige Spoiler. Aufgrund der Bekanntheit des Buches und des Filmes werde ich hier einige Dinge anschneiden, die im späteren Verlauf der Handlung geschehen!

Die Geschichte ist nett. Das war mein erster Eindruck. Ein wirklich nettes Märchen. Aber mehr auch nicht. Die Charaktere nicht sonderlich ausgefeilt, die Animationen ganz okay für ein Märchen. Die Idee etwas Neues, wenngleich aber leider aufgewärmt aus altbekannten Elementen. Unzählige Fabelwesen und ein paar sprechende Tiere wurden zusammengewürfelt, dazu Andersens Schneekönigin und eine geheimnisvolle Prophezeiung. Mittenrein ein paar unreife Kinder (Verzeihung, sie wirken wirklich sehr unreif auf mich, die einzelnen Verhaltensweisen wenig nachvollziehbar. Wieso stellte sich Edmund auf die gegnerische Seite? Wieso hatte Peter nicht dazugelernt und kommandiert seinen kleinen Bruder am Ende noch immer herum? Etc)

Die Geschichte an sich ist schon okay, aber zu schnell erzählt. Die Erzählung wirkt abgehackt und geschnitten, eigentlich hätte man gut und gerne die doppelte Zeit auf Charakterentwicklung, Konflikte der Geschwister untereinander und vor allem Voranschreiten der Handlung legen können. Die Kinder kommen nach Narnia, schon müssen sie fliehen, direkt im Anschluss wird gekämpft, und dann ein Happy End. Es geht einfach alles zu schnell, es ist keine Zeit für den Zuschauer oder die Darsteller, die neue, bezaubernde Welt kennenzulernen.

Durch das schnelle Drängen der Handlung gehen viele Szenen auch verloren, und manches bleibt unklar. Einzelne Nebenhandlungen bleiben offen (wie geht es der Mutter? War der alte Onkel nun auch in Narnia? Was ist in den zehn Jahren zwischen dem Kampf und ihrer Rückkehr geschehen? Kehrt der Vater aus dem Krieg nach Hause? etc). Zudem ist es oft nicht ersichtlich, in welchem zeitlichen Zusammenhang Handlungen ablaufen, etwa der stete Schnitt zwischen dem Kampf und der Reise der Mädchen mit Aslan. Während die Begenung mit dem König mehrere Tage zu dauern scheint, kann der Kampf unmöglich mehrere Tage dauern ohne die Kämpfer zu ermüden.

Einige Szenen fand ich äußerst verwirrend. Was hat der Weihnachtsmann in einer fremden Welt zu suchen? Dies schien mir eine etwas kitschige Möglichkeit, den Kindern ihren späteren Kampf durch die ihnen gegebenen Geschenke zu erleichtern. Auch die kurz eingeschobene Ritterweihe wirkte etwas fehl am Platz, wenig würdevoll. Zumal der Satz "nein, zurück. Dies ist SEIN Kampf" mir unangemessen scheint, wenn ein Jungspund mit Schwert zum ersten Mal einem überaus gefährlichen Gegner gegenübersteht, ohne jemals zuvor ein Schwert in der Hand gehalten zu haben.
 
Die Animation war nicht perfekt, aber passend. Sie hat mir sehr gut gefallen. Die Bewegungen der Tiere und die Mundbewegungen beim Sprechen gefielen mir sehr gut. Manches wirkte zwar etwas hölzern (vor allem der Fuchs schien ein wenig steif in seinen Bewegungsabläufen), ansonsten jedoch top. Besonders die Landschaften waren ansprechend, ich konnte mir die fremde Welt sehr gut vorstellen. Der Soundtrack ist absolut spitze, sehr stimmungsvoll und passend. Ich werde ihn mir auf jeden Fall auch ohne den Film einmal anhören.

Da mir die Geschichte an sich sehr gut gefiel, ich die Umsetzung (abgehackte Erzählweise, offene Nebenhandlungen, oberflächliche Charaktere) jedoch für eher unausgereift hielt, werde ich auf jeden Fall die Bücher lesen, in der Hoffnung auf viele Antworten.

Wie fandet ihr den Film? Das Buch? Beides im Verhältnis? Geben die anderen Bücher oder der Teil "Der König von Narnia" Antworten auf die offenen Handlungsstränge?

SaschaSalamander 28.04.2006, 09.26 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

ist eine Rose ist eine Rose ist eine Rose ist eine

Obiger Satz ist vermutlich jedem hier bekannt, oder? Immer wieder einmal stößt man in diesem oder jenem Zusammenhang darauf. Eigentlich ist dieser "Satz" schon zu einem geflügelten Wort geworden. Woher er stammt? Aus Gertrude Steins Kinderbuch "Die Welt ist rund". Und das habe ich gestern begonnen. Als Hörbuch mit Rufus Beck. Schade, dass dieser Mann immer nur mit Harry Potter in Verbindung gebracht wird, ist er doch zu weit mehr fähig als nur dem Vortragen eines Buches. Er ist ein Wort- und Stimmkünstler, wie manch andere seines Faches auch, weit über die Fähigkeit, verschiedenen Charaktere eigene Stimmen zu verleihen, hinaus. Und auch, wenn ich bisher nur sehr wenig gehört habe von den beiden CDs, bin ich begeistert. Seine Worte sind Melodie, Gesang, ein endloser Kreis, perfekt für dieses Buch. Worum es in diesem Buch geht, wie es zu obigem Endlossatz kam, wer oder was Rose ist, und warum dieses Buch inzwischen so berühmt geworden ist, das werde ich dieser Tage dann in eine Rezension packen ;-)

SaschaSalamander 30.03.2006, 09.37 | (0/0) Kommentare | PL

Der Elbenstern

CoverDass Tolkien nicht nur den "Herrn der Ringe" und das "Silmarillion" geschrieben hat, wissen die meisten Leser. Titel anderer Werke des Meisters kann dagegen kaum jemand benennen. Und ich möchte mich da nicht ausschließen. Deswegen war ich froh, als ich in der Bücherei über das Kinderbuch "Der Elbenstern" stolperte, von dem ich bis dato noch nichts gehört hatte. Neben Roverandom ein weiteres Kinderbuch aus der Feder Tolkiens.

Bei einem alle 24 Jahre wiederkehrenden Fest gelangt der Sohn eines Schmieds einen in den Kuchen gebackenen Elbenstern. Er bemerkt ihn nicht, verspeist ihn einfach, doch bald sind erste Veränderungen an ihm zu erkennen. Als er älter wird, entwickelt er sich zum Wanderer zwischen dem Volk der Menschen und Elben. Doch bald ist die Zeit gekommen, an der es dem Stern bestimmt ist, weiterzuwandern ...

Ein sehr schönes Märchen, das mir gut gefiel. Das Hörbuch ist mit sanfter, weicher Stimme gelesen von Joachim Höppner (Synchronstimme Gandalfs). Es ist ein Genuss, ihm zuzuhören, wie er ohne erhobenen Zeigefinger aber doch ernsthafter Stimme die Geschichte um den Schmiedssohn (dies ist sein Name, als er älter wird, nennt man ihn dann selbst "Schmied") erzählt. Freundschaft, Respekt, Ehrfurcht, das sind Werte, die in diesem Werk groß geschrieben werden.

Die Geschichte birgt keinen allzu tiefen Sinn und verbreitet eine recht simple aber doch sehr wichtige Moral. Sie kommt als gemütliche, hübsche Kindererzählung daher und erfreut den Leser. Mehr gibt es zu diesem Buch meiner Ansicht nach eigentlich kaum zu sagen. Aber es muss ja nicht immer so kompliziert und langatmig sein. "Der Elbenstern" ist eine der Geschichten, die eben einfach ein warmes Gefühl nach der Lektüre oder dem Hörgenuss hinterlassen. Und allein deswegen finde ich sie so wertvoll und möchte sie jedem empfehlen, der das Träumen noch nicht verlernt hat ...

SaschaSalamander 10.03.2006, 16.12 | (0/0) Kommentare | PL

Brothers Grimm

CoverAuch, wenn ich hier kein festes Genre im Blog vertrete, ist deutlich erkennbar, dass ich selbst vor allem Kinder- und Jugendliteratur sowie Phantastik favorisiere. Wenn ich Filme rezensiere, dann meist aus der Asia-Ecke oder dem Fantastischen Bereich. Ihr könnt Euch denken, dass ich mir den Film "Brothers Grimm" keinesfalls entgehen lassen wollte. Fürs Kino rieten mir einige Freunde ab, aber schlechte Meinungen hin oder her, sehen wollte ich ihn unbedingt. Der Trailer schien nicht übel, und ein moderner Märchenmix mit netten Effekthaschereien, warum nicht?

Die Brüder Wilhelm und Jakob Grimm sind durchtriebene Betrüger: sie greifen Sagen und Legenden verschiedener Städte auf und behaupten, die Einwohner von besagten Geistern und Dämonen zu befreien. Mit simpeln Tricks führen sie die Menschen an der Nase herum, bieten eine hübsche Show, kassieren ihr Geld und ziehen weiter. Ein französischer General beobachtet sie und durchschaut ihr linkes Spiel. Doch er macht ihnen folgendes Angebot: in einem nahegelegenen Städtchen scheint ein Gauner mit ähnlichen Tricks zu arbeiten, und bereits 11 Kinder sind verschwunden. Wenn sie die Kinder zurückbringen und den Täter entlarven, entgehen sie ihrer Todesstrafe. Welche Wahl haben die beiden Brüder, als zuzustimmen? Doch schnell wird es ernst: denn sie haben es nicht mit einem Menschen zu tun, sondern mit Märchen, Mythen und Magie!

Klingt nach einem Haufen toller Möglichkeiten und Spannung pur. Aber trotzdem konnte mich der Film nicht wirklich begeistern. Die Märchen wurden lieblos durcheinandergemixt, einige der Charaktere und vor allem deren fanzösische oder italienische Aussprache nervte nach gewisser Zeit, das Hauptmärchen existierte entweder nicht oder war sehr unbekannt und hätte zumindest einmal erzählt werden sollen, die Effekte sahen ziemlich trashig aus, mit den echten Gebrüdern Grimm hatte es ü-ber-haupt nichts zu tun, die Sache mit den Zauberbohnen vom Beginn des Filmes wurde nicht näher ausgebaut, ingesamt ... naja, ich bin einmal eingeschlafen, das lag eher an meiner Müdigkeit. Aber wirklich gefesselt hat er mich nicht. Vor allem denke ich, hätte man das Thema Märchen ausbauen und das Thema Franzosen streichen müssen, um diesem Film zum Erfolg zu verhelfen.

Ich finde, es war zuviel von allem. Zuviele Effekte, zuviele "witzige" Charaktere, zuviel Action. Etwas mehr Gewicht auf actionlastige Szenen und dafür etwas mehr Pathos in den tragischen Momenten - nicht vier, sondern nur ein witziger Charakter - weniger Effekte und dafür besser gestaltet. Dann hätte ich mitfiebern können. So war es einfach nur ein lieblos gematschter Märchenbrei, der scheinbar nur gedreht wurde, um wieder einmal einen Film im Stil von "Van Helsing", "Liga der Außergewöhnlichen Gentleman", "Pakt der Wölfe" oder "Sleepy Hollow" zu drehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Schauspieler, Regisseur, Drehbuchautor oder sonst jemand auch nur einen Tropfen Herzblut in dieses Werk gelegt haben.

Es waren einige witzige Szenen darin, und einige wenige Charaktere gewann man mit der Zeit doch lieben. Es machte auch Spaß, die Ansätze der einzelnen Märchen (und wenn sie nur aus einem Kleidungsstück, einer Andeutung im Satz oder einem Namen bestanden) herauszupicken. Ob Spannung aufkam - das mag jeder für sich entscheiden, sobald er den Film gesehen hat. Ich selbst hoffte zwar nicht direkt auf das Ende, war aber wenig interessiert am Fortgang der Geschichte. Es fehlte einfach der Zauber, der diesem Film meiner Vorstellung nach hätte innewohnenmüssen. Und vielleicht war auch das mein Problem: meine Erwartungen, mit denen ich heranging. Selbst Van Helsing gefiel mir besser, und nur die Liga der Außergewöhnlichen Gentlemen konnte die "Brothers Grimm" meiner Ansicht nach unterbieten.

Wer den Film gesehen hat: kennt ihr das Märchen um die Spiegelkönigin? Fehlt mir da etwas in meiner Allgemeinbildung, oder wurde dieses Märchen für den Film erfunden? Sollte letzteres der Fall sein, fände ich das ziemlich daneben, denn der deutsche Märchenschatz bietet genügend zauberhafte Märchen zum Verarbeiten.

SaschaSalamander 27.02.2006, 09.57 | (0/0) Kommentare | PL

Der verborgene Schatz

CoverMuhar lebt in dem kleinen Dorf Memoluk und führt den Laden seiner verstorbenen Eltern. Er ist nicht reich, aber er kann wundervoll Flöte spielen, und sein Geld reicht zum Leben. Seine Mitarbeiterin Fatma ist verliebt in ihn, doch er erkennt es nicht, er ist bezaubert von der eitlen Yasemin des reichen Nachbarn. Eines Tages träumt Muhar von einem Schatz. Er macht sich auf in die Stadt Elsada, um den Schatz zu finden und seine Angebetete damit zu gewinnen. Was ihm auf der Reise geschieht, welchen Menschen er begegnet, ob er seinen Schatz findet und was er auf der Reise alles lernt, davon handelt dieses kurze Märchen.

Klingt nett. Ist nett. Aber mehr nicht. Es ist ein Märchen wirklich nur für die Jüngsten. Sehr einfach aufgebaut, keine besonderen Überraschungen, absolut vorhersehbar, die Charaktere sehr simpel gestrickt, entwickeln sich nicht weiter, erst im allerletzten Moment kommt die Erleuchtung und Erkenntnis.

In vielen Momenten musste ich sehr stark an den Alchemist denken. Ob "der verborgene Schatz" nun daran orientiert ist oder früher erschien, weiß ich nicht; aber ein Werk für die ganz jungen Leser kann keinesfalls mit einem spirituellen Werk für Erwachsene verglichen werden, von daher ist es sowieso irrelevant.

Ich hatte das Märchen als Hörspiel vorliegen. Nun ja, nicht gerade ein Highlight, wenn ich ehrlich sein soll. Der Sprecher hat eine großväterliche, angenehme Stimme, variiert aber kaum und klingt ein wenig gelangweilt. Fatme klingt nicht nach einer jungen Frau, sondern wie ein kleines Mädchen, und Muhar klingt, als läse er seinen Text im Halbschlaf vom Blatt. Die Musik- und Geräuschuntermalung ist ganz nett, aber über "ganz nett" geht sie nicht hinaus ...

Ich war ein wenig enttäuscht, denn ich hatte es mir wegen des Autors, Paul Maar, geholt. Von ihm stammt die Geschichte vom Sams, er schrieb "Lippels Traum" (der mich damals sehr faszinierte) und auch die Geschichte vom "tätowierten Hund". Eigentlich hatte ich mehr von diesem Hörspiel erwartet.

Zum Vorlesen als Buch für die Kleinen ist es bestimmt hübsch, auch als Märchen für junge Leser als Hörspiel eine schöne Geschichte. Für alle, die etwas älter sind, lohnt es sich eigentlich nicht mehr. Es fehlt ein wenig der Zauber, den die anspruchsvolleren Erzählungen auch für junge Leser ausmacht, denn Kinderliteratur muss nicht zwangsläufig für Erwachsene langweilig sein!

SaschaSalamander 06.02.2006, 15.17 | (0/0) Kommentare | PL

Unbekannte Kindergeschichte

Cover
Habt ihr schon von "Roverandom" gehört? Ich muss zugeben, dass mir dieser Titel überhaupt nichts sagte. Und das, obwohl ich ständig in den Fantasybereichen der Buchläden, Bibliotheken und Onlineseiten stöbere! Es erstaunt mich, dass so wenig Werbung um dieses nette Kinderbuch gemacht wird, ist es doch vom Meister der Fantasy, Tolkien, höchstpersönlich.

Ich höre mir dieses Hörspiel gerade an und finde es wirklich herrlich. Eine bezaubernde Kindergeschichte um ein verzaubertes Hündchen, die es eigentlich verdient hätte, bekannter zu sein.

SaschaSalamander 23.11.2005, 13.20 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Die geheimnisvolle Minusch

Cover
Bücher, Hörspiele, Filme, sie lösen meist Emotionen aus. Meistens bleibt man trotzdem ernst beim Lesen. Aber manchmal kann man gar nichts dagegen tun: Noch bevor das erste Wort in "Die geheimnisvolle Minusch" gesprochen wurde, zauberte die verschmitzt - fröhliche Musik ein breites Lächeln auf mein Gesicht.



Auf dieses Hörspiel stieß ich zufällig in der Bibliothek. Bisher habe ich noch nichts von der Autorin Annie M. G. Schmidt gehört. Inzwischen habe ich mich ein klein wenig im Web kundig gemacht. Sie war Kinderbuchautorin in Holland, eine niederländische Astrid Lindgren. 1995 nahm sie sich im Alter von 84 Jahren das Leben ...

Herr Tibbe ist Journalist für die Zeitung seiner kleinen Stadt. Er schreibt wunderschöne Artikel, doch leider keine Neuigkeiten, sondern immer nur über Katzen. Und Neuigkeiten sind es, die sein Chef von ihm lesen will, keine Katzen. Plötzlich trifft Herr Tibbe die seltsame Frau Minusch. Eigentlich ist sie eine Katze, doch nachdem sie aus den Mülltonnen einer Fabrik gefressen hat, ist sie nun auch teilweise ein Mensch. Sie sieht aus wie eine junge Frau, aber sie schnurrt, faucht und reagiert wie eine Katze. Außerdem kann sie mit Katzen reden. Herr Tibbe lässt sie bei sich wohnen, und dafür erzählt Minusch ihm die neuesten Neuigkeiten aus der Stadt. Seine Artikel werden ein voller Erfolg, er wird beliebt und macht die Menschen in seinem Umfeld glücklich. Doch bald passiert ein Skandal in der kleinen Stadt! Herr Tibbe hat jedoch keinerlei Beweise ausser den Aussagen der Katzen, und dieser Artikel könnte ihn seine Stelle kosten ...

Das Kinderbuch "die geheimnisvolle Minusch" wurde auch verfilmt. Zu gerne hätte ich den Film gesehen, und das Buch werde ich mir auf jeden Fall reservieren lassen. Das Hörspiel ist wundervoll. Begleitet von pfiffiger Klarinettenmusik, die wunderbar zu der besonderen Katzendame passt. Die Erzählerin klingt wie eine liebevolle Großmutter, die ihren Enkeln in trauter Runde ein Kinderbuch vorliest. Und die Sprecher sind so lebendig und realistisch, dass ich sie bildlich vor mir sehe. Vor allem der schüchterne Herr Tibbe, ein Katzenfreund, wie er im Laufe der Geschichte immer selbstbewusster wird. Und die kecke Minusch. Während sie spricht, sieht man ganz, ganz deutlich, wie sie sich dabei katzenhaft dehnt, wie sie faucht, schnurrt, ihre Hände wie Pfoten tatzt oder kratzt, wie sie vertrauensvoll ihren Kopf an Herrn Tibbe schmiegt ...

Die Geschichte ist herrlich ... der Alltag der Katzen - die streundende Schluderpuss und ihre sechs Jungen, der gepfegte Simon, der verwöhnte Fluff und alle anderen - wird plötzlich bedeutungsvoll für die Bürger der Stadt, als der Vorsitzende des Tierschutzverbundes in einen Skandal verwickelt wird. Und gemeinsam mit dem kleinen Mädchen Bibi verhelfen Herr Tibbe, Minusch und all die Katzen der Gerechtigkeit ein wenig auf die Sprünge.

Es mag vielleicht ein wenig seltsam klingen, wenn ich schreibe, dass ich durchweg nur gelächelt habe während diesem Hörspiel. Ein Gefühl von Unbeschwertheit und Kindheit vermittelt dieses Hörspiel, dass man den Alltag währenddessen komplett vergisst. Ich lag auf dem Bett, hatte die Augen geschlossen und musste lachen, als ich die Schluderpuss mit beiden Beinen im Lachsbuffet stehen sah, wurde wütend, als Herr Maas mit der Flasche auf sie einschlug, und wurde traurig, als Minusch wieder eine Katze werden wollte ... und öffnete die Augen zu einem fröhlichen Happy End. Selbst jetzt beim Schreiben musste ich teilweise wieder Grinsen, wenn ich mir die Stimme der Charaktere in Erinnerung rufe.

"Die geheimnisvolle Minusch" ist ein Kinderhörspiel, wie es leider viel zu wenige gibt. Liebevoll, offenherzig und geradlinig geht es in der Geschichte voran. Und Erwachsene sollten sich nicht schämen, ebenfalls ab und zu ein kleines Stück Kindheit zu genießen ... es muss ja niemand zusehen, wie man mit geschlossenen Augen auf dem Bett liegt und die Finger wie Krallen in das gemütliche Kissen gräbt, um es sich so richtig bequem zu machen ;-)

Einige Informationen über die Autorin gibt es übrigens >hier<
Die >Homepage< auf Niederl.und Engl. ist sehr schön gestaltet.

SaschaSalamander 07.09.2005, 16.21 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Der Lotse

Cover HörbuchIch habe bisher noch kein einziges Buch von Frederick Forsyth gelesen, kein Hörspiel gehört und keinen Film gesehen. Da er aber doch sehr bekannt ist, war ich sehr gespannt auf das Hörspiel "der Lotse". Erst einmal etwas Kurzes zum Kennenlernen ;-)

Ein Ich-Erzähler fliegt am Heiligen Abend in seiner Maschine durch die Nacht, als seine Elektrik mitsamt Funk ausfällt. Der Nebel ist dicht, der Treibstoff geht aus, eine Landung ist unmöglich. Hilflos versucht er mit verschiedenen Flugmanövern auf seine Lage aufmerksam zu machen, in der Hoffnung, auf irgendeinem Radar würde dies auffallen. Lange Zeit fliegt er, beschreibt seine Gedanken, Ängste. Als alles verloren scheint, taucht eine Maschine aus dem zweiten Weltkrieg aus dem Nebel auf und lotst ihn durch den Nebel. Er möchte sich bei seinem Retter bedanken, doch ...

Hm ... mein Eindruck war eher gemischt ... ich hörte es im Auto, und der Fahrer war nicht sehr viel begeisterter als ich, eher noch weniger. Zwei CDs. Und weit über die Hälfte beschreibt den Flug des Piloten durch die Nacht. Ich interessiere mich wenig für Fliegerei, Amaturen, Flugzeuge, und interessante private Dinge erzählte er kaum.

Es gab auch keine sonderlichen Überraschungen. Heiliger Abend ... eine seltsame Maschine aus dem zweiten Weltkrieg ... es war keine Überraschung für mich, wir rechneten beide bereits mit diesem Ende (wenngleich ich nicht gedacht hätte, dass Forsyth auch so etwas schreibt). Ich hatte gehofft, dass es doch noch einen Aha-Effekt gibt, oder dass eine ungewöhnliche Wendung eintritt, aber nichts dergleichen. Wir saßen nach dem Hörspiel da ... sahen uns an ... zuckten die Schultern und legten wieder Musik ein.

Naja, ich probiere es demnächst einmal mit dem Schakal von Forsyth. Aber momentan reizt es mich wenig, das nächste Werk von ihm zu probieren. Hat er immer so langweilige Sachen?!?

SaschaSalamander 09.08.2005, 09.07 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL



 






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