SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Schräg

Handbuch für Detektive

berry_detektive_1.jpgDas HANDBUCH FÜR DETEKTIVE habe ich vor ein paar Wochen begonnen, unterbrochen, und nun lese ich weiter. Es ist ein Buch, für das man Muse braucht, man kann es nicht nebenbei lesen. Aber auch jetzt stehe ich ihm irgendwie zwiespältig gegenüber, obwohl ich Zeit und Muse habe und mich dem Buch in aller Ruhe widme.

Das Kafkaeske ist eine Sache. Ich mag Kafka, er ist für mich einer der ganz Großen, er ist einer meiner Top Favoriten. Und ich habe kein Problem damit, wenn Dinge unwirklich und unrealistisch sind und Realität, Fiktion und Irrationalität ineinander übergehen. So etwas gefällt mir sehr. Wenn die Sprache dazu noch verschwurbelt und schräg ist, umso besser!

Hier aber will ich einfach nicht reinkommen. Mir ist klar, dass ich Vieles nicht verstehen muss, sondern einfach akzeptieren, wie es ist. Aber ich glaube, mir entgeht manches. Ich lese eine Szene und frage mich, ob ich sie nun in ihrem Sein akzeptieren muss, oder ob ich etwas nicht verstehe und begreife (das Buch ist voller Anspielungen).

Ich muss unglaublich oft zurückblicken, weil die Namen zwar sehr eindringlich, bedeutungsvoll und ungewöhnlich sind (ideal, dass man sie gut einprägt), aber trotzdem kann ich sie mir nicht merken (weil es eben keine "normalen" Namen sind.

Wie es weitergeht, weiß ich nicht, ich bin gerade einmal am Ende des vierten Kapitels.
Und doch habe ich das Gefühl, dass ich nichts verpassen darf, weil mir sonst alles entgleiten könnte. Es ist sehr anstrengend zu lesen. Das bin ich nicht gewohnt. Mag sein, dass andere Leser damit klarkommen, aber mir fällt es derzeit sehr schwer. Ich hoffe, dass ich irgendwie noch hineinkomme in den Fluß, denn das komplete Buch in diesem Tempo schaffe ich nicht, da würde ich in zwei Jahren noch dran lesen. Das Buch ist vollgepackt, dick gestopft, in jedem Satz steckt soviel Information, dass man eigentlich jeden Satz dreimal lesen müsste, bevor man zum nächsten übergeht.

Und ich frage mich bereits, wie verzwickt das Buch werden will. Es ist nicht ganz klar, ob das Buch, das ich gerade lese, eventuell nicht sogar das Buch ist, von dem in dem Buch die Rede ist? Und als es hieß, er solle im Kapitel auf Seite sowieso nachschlagen, und jenes Kapitel sei wichtig, da habe ich sofort selbst auf die entsprechenden Seiten und Kapitel geblättert. In dem Buch scheinen Realität, Träume, Fiktion sosehr verwoben zu werden, dass man kaum den Überblick behält. Manchmal wirkt es schon sehr, sehr befremdlich, und obwohl ich erst auf Seite 60 etwa bin, habe ich bereits so unendlich viele Fragen, von denen ich vermute, dass nur wenige davon sich klären werden und der Rest ist, wie er eben ist. Das Buch ist zum Haareraufen! Es ist genial! Es ist verrückt! Es ist kompliziert! Es ist irgendwie unbegreiflich, man kann es nicht greifen, es rutscht immer wieder durch die Finger ...

ehrlich gesagt, ich lese massig Vergleiche im Netz. Da fallen teilweise Autoren, Filme, Bücher, Werke, Genres, von denen ich noch nie gehört habe. Dabei halte ich mich eigentlich für nicht unbelesen. Ein wenig kommt es mir auch so vor, als wenn jeder in das Buch etwas hineininterpretieren will und wenn jeder etwas anderes darin sieht. Müsste ich es einordnen, wäre es für mich momentan eine ein Hardboilt mit kafkaesken Elementen mit ein wenig Lewis Carroll. Aber ehrlich gesagt, wenn ich jetzt anfangen würde, das alles auseinanderzuklamüsern, dann wärde ich vermutlich kirre werden vor lauter Interpretationsmöglichkeiten!

Ich lasse mich überraschen ... es ist seltsam, sehr seltsam. Ich fühle mich diesem Buch verbunden, und schon jetzt weiß ich fast sicher, dass ich es vermutlich nicht aus der Hand geben werde, sondern es ins Regal stelle (und ich hoffe, dass sich diese Einstellung sich nicht ändern wird). Ich mag es, obwohl ich es noch nicht gelesen habe. Und es flüstert mir zu, spricht mich an, zieht mich in sich, obwohl ich doch noch ganz außen stehe. Aber es lässt mich nicht. Es übt einen Zauber aus, den ich nicht zu beschreiben vermag ... und schon jetzt habe ich die Vermutung / Befürchtung / Hoffnung, dass es eines der wenigen Bücher ist, die man mehrfach lesen muss, um es auch nur annähernd zu begreifen.

SaschaSalamander 03.03.2011, 19.12 | (0/0) Kommentare | PL

Im Kühlfach nebenan

profijt_nebenan_1.jpgKÜHLFACH 4 hatte ich ja als Hörbuch zu mir genommen. War sehr schön, aber es dauerte, bis ich mich an die Stimme des Sprechers gewöhnt hatte. Den zweiten Band, IM KÜHLFACH NEBENAN, habe ich mir dann als Buch besorgt. Ich bin froh darüber, und es waren sehr kurzweilige Momente, in denen ich mich mit Pascha, Martin und Marlene vergnügte.

Marlene? Genau! Pascha hat nämlich Gesellschaft bekommen. Bei einem Brand im benachbarten Kloster wurde eine Nonne sehr schwer verletzt, eine andere kam zu Tode. Marlene. Und die kann mit Pascha Kontakt aufnehmen. Leider jedoch nicht mit Martin oder anderen Menschen. Außerdem ist so ein Pinguin nun das Allerletzte, was Pascha sich als Gesellschaft gewünscht hatte! Wenigstens bringt Marlene einen neuen Fall mit, denn der Brand scheint kein Unfall gewesen zu sein, es hat jemand nachgeholfen.

Wie schon der erste Band ist auch der zweite einfach genial. Die Idee ist noch frisch, die Sprüche sind zwar inzwischen bekannt (voll peino, total depriletto, etwas riffeln, usw), aber noch immer witzig. Und Marlene bietet ein hervorragendes Gegenstück sowohl zu dem sprüden Martin als auch zu dem rotzigen Pascha. Gut, sie betet und scheint anfangs recht heilig, aber recht bald erkennt man, dass Marlene schon damals mehr unter ihrer Kutte zu verbergen hatte, als man ihr ansah. Sie hat es faustdick hinter den Ohren und wird eine hervorragende Verbündete im Kampf gegen das Böse.

Die Szene gegen Ende, in der beide gemeinsam den Übeltäter mürbe machen und ihn mit Telefonterror und anderen techschnischen Spielereien quälen, ist einfach köstlich! Denn Pascha hat inzwischen gelernt, manche technischen Geräte zu beherrschen, und Martin hat unterschiedliche Abwehrmechanismen gegen Geister gebastelt, und zusammen treiben sie sich immer weiter voran in ihrem elektromagnetischen Know-How. Und Marlene zeigt, dass Nonne zu sein nicht zwangsläufig bedeutet, fernab von Technik und Realität zu leben.

Wohin es sich entwickelt, kann man sich zwar anfangs denken, aber es gibt dann auf einmsal sehr viele "roten Heringe", falsche Hinweise, und es ist der Autorin super gelungen, verschiedene Themen anzuschneiden und zu vermischen.  In dieser Hinsicht hat sie sich eindeutig gesteigert zum ersten Band, der Krimi ist hier nicht mehr nur Nebensache, sondern absoluter Pageturner. Wirtschaftsverbrechen und Baugrundstücke. Ein ordentlicher Versicherungsbetrug. Rassismus und rechte Politik. Prostitution, Obdachlosigkeit und Randgruppen. Viele Motive, die angeschnitten werden, sehr viele mögliche Täter. Ein herrliches Verwirrspiel, das den Leser von der ersten bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt.

Wer Pascha nicht kennt, der hat etwas verpasst!

SaschaSalamander 21.02.2011, 09.57 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Im Kühlfach nebenan

Und schon habe ich den zweiten Band begonnen: IM KÜHLFACH NEBENAN. Das Buch liest sich ja extremst flott, vermutlich habe ich es dieses Wochenende bereits beendet, falls ich nicht in den Musestunden das HANDBUCH DER DETEKTIVE dazwischenschiebe oder es mir mit einem erotischen Titel gemütlich mache.

Die Sprache kommt mir im Buch heftiger vor als im Hörbuch. Entweder, der Sprecher hat sie durch seinen sowieso schon schnoddrig-liebenswerten Klang in der Stimme entschärft, oder das zweite Buch ist deutlicher. Aber ich wusste ja, worauf ich mich einlasse, und ich finde es diesmal sogar recht witzig. Die Idee ist nicht neu, aber sie ist großartig umgesetzt, und es macht mir einfach Spaß, mal wieder etwas richtig Erfrischendes zu lesen ...

SaschaSalamander 12.02.2011, 08.59 | (0/0) Kommentare | PL

Kühlfach 4

profijt_kuehlfach_1.jpgNun habe ich "Kühlfach 4" also abgeschlossen. Geniales Buch, wenn auch mit einigen Startschwierigkeiten in der Audioversion ...

Sascha, genannt Pascha, ein kleiner Autodieb. Ein großer Coup, doch in dem gestohlenen Mercedes SL befindet sich leider eine Leiche im Kofferraum. Und ehe Pascha es sich versieht, wird er von der Brücke gestoßen und sieht auf einmal alles aus einer ganz neuen Perspektive. Beobachtet sich selbst, wie er in das Rechtsmedizinische Institut gebracht wird. Just, als Martin Gänsewein das Skalpell an seine edelsten Teile anlegen will, begehrt Pascha auf, und Martin kann ihn hören! Als einziger.

Was nun zu einigen vertrackten Situationen führt. Denn Martin scheint Selbstgespräche zu führen, er benimmt sich seltsam, weiß auf einmal Dinge, die er nicht wissen könnte, von dem misslungenen Schäferstündchen ganz zu schweigen. Seine Kollegen beginnen sich zu sorgen. Und auch Pascha sorgt sich, denn er würde gerne wissen, wer ihn umgebracht hat und warum. Den Nervenkrieg gegen Pascha kann er nicht gewinnen, also hat Martin gar keine andere Chance als in diesem Fall zu ermitteln.

Ein Buch, das mindestens so ungewöhnlich ist, wie es auch klingt. Hauptspielort das Rechtsmedizinische Institut mit seinen Stahlliegen und Kühlfächern, der Protagonist ein Kleinkrimineller mit frecher Klappe und ohne Manieren, die zweite Hauptfigur ein schüchternes, unsicheres Männchen. Doch beide entwickeln sich weiter, gehen aufeinander zu, und eigentlich sind sie ein tolles Team, das nur voneinander profitieren kann.

Ich liebe die Wortgefechte zwischen den beiden, der eine verklemmt spießig, der andere überzogen lässig. Zimperlich darf man nicht sein, denn da fallen auch mal Sätze wie "Er war so wenig zu fassen wie ein Phantom. Ja, Phantom. Das sage ich Martin zuliebe. Denn früher hätte ich gesagt, er ist so wenig zu fassen wie Wi*hse am Duschvorhang". Ja, Pascha hat eine verdammt große Klappe, daran muss man sich erstmal gewöhnen, und man schwankt doch sehr zwischen "hör endlich auf zu nerven" und "eigentlich ist er ja doch ganz nett". Grade das macht für mich einen großen Reiz des Buches aus, diese beiden gegensätzlichen Charaktere und ihre Kleinkriege untereinander. Erstaunlich, wie zickig Männer sein können *ggg*.

Die Handlung ist klar ein Krimi, wobei das aber eigentlich eher die Nebensache ist. Dem Leser ist recht bald klar, worauf es hinausläuft, eine große Überraschung bietet die Autorin nicht. Braucht es auch nicht, denn die Kriminalgeschichte ist eher Mittel zum Zweck, irgendein Ziel muss der Roman ja haben ;-)

Mir lag die Hörbuchvariante aus der Bibliothek vor. Dachte anfangs, das Gekürzte würde mich nicht stören (als Hörbuch lausche ich meist Büchern, die ich eher konsumieren denn genießen will), aber bald ärgerte ich mich, denn es wäre schade, auch nur einen Dialog zu verpassen. Und die Stimme des Sprechers, nun ja, die ist mindestens so gewöhnungsbedürftig wie Paschas Sprachstil. Die ersten eineinhalb CDs habe ich oft mit mir gerungen, ob ich weiterhöre, komplett abbreche oder zum Buch wechsle. Ich bin dann beim Hörbuch geblieben, inzwischen komme ich mit der Stimme klar und werde beim Lesen der folgenden Bände auch immer Ingo Naujoks im Ohr haben.

Den zweiten Band habe ich bei Tauschticket bereits angefordert, und den dritten werde ich auf jeden Fall kaufen, denn nun zähle auch ich zu den Pascha-Fans.

Ich kann die Bücher all denen empfehlen, die einen sehr schrägen, schwarzen Humor haben und auch ein paar sprachlich deftigere Momente vertragen. Profijt hat mit Pascha einen außergewöhnlichen Romanhelden geschaffen, wie man ihm nicht allzu oft begegnet :-)

SaschaSalamander 11.02.2011, 10.33 | (0/0) Kommentare | PL

Kühlfach 4

profijt_kuehlfach_1.jpgGestern fing ich an, KÜHLFACH 4 zu hören. Die Story klingt witzig: der Kleinkrimineller Sascha / Pascha stirbt, aber er ist nicht ganz weg, sein Geist ist noch da. Und nun gibt er dem Rechtsmediziner Tipps zur Lösung seines Mordfalles. Allerdings ist Pascha ein ziemlich lästiger Kerl, ...

offen gesagt, die Stimme des Sprechers ist auch irgendwie lästig. Er kann nichts dafür, aber es fällt mir schwer, ihm länger zuzuhören. Abgesehen davon finde ich es  inhaltlich und von der Idee her recht originell. Ich schwanke noch ein wenig, ob ich den Erzählstil (bemüht um den schnoddrigen Slang eines kleinen Ganoven, der abhängt, sich volllaufen lässt, auf Titten guckt, die Biege macht und ähnliche Sprache) nun lustig finden soll oder störend. Mal abwarten, wie es im Laufe des Buches wird. Es ist mir persönlich aktuell ein bisschen zuviel des Guten, aber einige Sprüche sind schon recht witzig, sodass ich ordentlich grinsen muss beim Hören.

Vier CDs, dreieinhalb liegen noch vor mir. Er ist ja grad erst mal gestorben worden ...

SaschaSalamander 02.02.2011, 13.49 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Die Landkarte der Zeit

palma_landkarte_1.jpg"Die Landkarte der Zeit" ist ein Buch, das mich aus vielen Gründen sofort angesprochen hat, als ich nur Cover und Klappentext zur Hand hatte: Zeitreisen sind immer ein spannendes Thema. Das viktorianische London ist eine wunderbare Kulisse für unheimliche Geschichten.Ein ungewöhnlicher Bibliothekar soll auch darin vorkommen. Und passend zum Zeitalter Ende 19tes Anfang 20tes Jahrhundert bestimmt auch viel Dampfmaschinen und Steampunk-Elemente. Ein Roman wie für mich gemacht!

Die Handlung lässt sich am besten in den drei Abschnitten beschreiben, in welche das Buch auch gegliedert ist: im ersten Teil erfährt der Leser von einem jungen Adligen, der sich in eine Prostituierte verliebt. Doch leider befinden wir uns im Zeitalter von Jack the Ripper. Nach dem Verlust seiner großen Liebe will er nun seinem Leben ein Ende setzen, doch sein Cousin hat eine grandiose Idee: mittels einer Zeitreise zurück an den Tag des Geschehens und die grausige Tat verhindern!

Danach erfährt man, wie ein junges Mädchen ihres Lebens in diesem Jahrhundert leid ist. Sie will nicht nur braves Mädchen sein müssen, heiraten, Kinder kriegen, sie will Abenteuer. Da bietet es sich an, die neue Zeitreise zu testen, welche nun endlich möglich wurde dank der Firma "Zeitreisen Murray", und sie beschließt niemals in ihr Jahrhundert wiederzukehren.

Der dritte Teil ist der komplexeste, in welchem alle Handlungsfäden zusammenlaufen. Grob lässt er sich damit umreißen, dass ein Polizist ein Verbrechen klären will, welches mit Waffen aus der Zukunft verübt wurde. Dieser Teil beinhaltet vor allem ethische, philosophische, futuristische Inhalte und sprengt die Grenzen jeglichen Genres: Sci-Fi? Fantasy? Krimi? Viktorianischer Grusel? Abenteuer? Drama?

Soviel bereits zur Handlung, und im Grunde habe ich gar nichts gesagt. Denn obige Beschreibung ist lediglich ein Versuch, es zu umschreiben. Das, was tatsächlich geschieht, darf ich nicht schreiben, sonst würde ich nur spoilern. Nur soviel: in diesem Buch ist nichts, wie es scheint, und der Leser wird bis zur letzten Seit im Unklaren gelassen. Der olympische Ich-Erzähler dirigiert uns mal hierhin, mal dahin, dann plaudert er wieder über Belangloses, nur um im nächsten Moment eine unerwartete Wende zu bringen und uns so richtig aus dem Sessel zu reißen vor Überraschung. Jedesmal, wenn ich dachte "aaaah, endlich habe ich verstanden, was das alles soll", passiert wieder etwas anderes, das alles über den Haufen wirft! Und wenn man dann am Ende alles begriffen hat, sind die letzten Absätze erneut eine Wende, die man erstmal verdauen muss und die man auch im ersten Moment nicht wirklich begreift. Man muss darüber nachdenken. Und dann muss man sich eingestehen, dass es eigentlich nicht immer notwendig ist, alles zu begreifen und es manchmal mehrere Möglichkeiten gibt. Wer sagt denn, dass alles immer eindeutig sein muss?

Dieses Buch habe ich nur sehr ungern aus der Hand gelegt (naja, die Kopfhörer aus den Ohren genommen). Egal, an welcher Stelle ich pausieren musste, es war gerade so spannend, dass ich den nächsten Moment kaum abwarten konnte und in der Zwischenzeit kaum an etwas anderes dachte als daran, wie es wohl weitergehen könnte und ob diese neue Information eben etwa bedeuten könnte, dass ... (nur, um dann beim Weiterhören erkennen zu müssen, dass ich wieder einmal an der Nase herumgeführt wurde).

Ich selbst war absolut begeistert von dem Buch, und ich zähle es schon jetzt zu den Highlights 2010 für meine persönliche Leseliste. Allerdings kann ich verstehen, wenn nicht jeder sich mit diesem Titel anfreunden kann. Es ist ein wilder Genremix, und gerade für Leute, die gerne im Klaren sind, was sie eigentlich lesen, ist es eher ungeeignet (manch einer mag zum Beispiel Fantasy, liest aber nicht gerne historisch. Mag Scifi aber nur die moderne Variante). Die Sprache gefällt mir sehr gut, sie wirkt ein wenig altbacken, die Sätze sind stellenweise recht verschachtelt. Sie passt eben in die Zeit, und das alte London wurde vor meinen Augen lebendig. Aber man muss sich darauf einlesen, kann es schwer nebenbei konsumieren. Außerdem braucht man recht viel Geduld. Denn die Haupthandlung entwickelt sich sehr langsam, kommt erst im dritten Teil ins Rollen, die ersten beiden sind lediglich nette Geschichten zur Vorbereitung des Hauptspektakels am Ende.

"Die Landkarte der Zeit" ist ein unglaubliches Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der gerne kreative Romane liest und aufgeschlossen ist für eine bunte Mischung. Für jeden, der sich gerne zurücklehnt und gespannt einem ruhigen, flüssigen Erzähler lauscht und der auch kein eindeutiges Ende erwartet. Dieses Buch ist die literarische "Katze im Sack", und man sollte sich darauf einlassen können, einfach nur abzuwarten, was passieren wird. Geduld, liebe leser, dieses Buch ist es wert!

SaschaSalamander 06.12.2010, 11.39 | (0/0) Kommentare | PL

Repo - the Genetic Opera

repo_1.jpgRepo bedeutet Reposession, Rückkaufvereinbarung. In diesem Fall von in Menschen implantierten Organen. Im Jahr 2056 leiden Menschen an einer Krankheit, welche die Organe versagen lässt. Und schon ist ein Retter in Sicht: GeneCo, eine skrupellose Firma, geführt von Rotti Largo. Sie verkauft Organe. Eingepflanzt bekommt sie auf Wunsch jeder, doch wer später nicht zahlen kann, der erhält bald darauf Besuch vom Repo-Man, welcher die fremde Ware zurückholt. Auf äußerst unangenehme Weise.

Rotti Largo erfährt, dass er bald sterben muss. Seine drei Kinder sind allesamt ungeeignet, die Firma zu übernehmen. Rotti hatte eine große Liebe, Marni, doch diese verließ ihn für Nathan Wallace. Marnie hinterließ nach ihrem Tod Töchterchen Shilo. Rotti gedenkt sie als Erbin seines Imperiums zu benennen.

Shilo ist süße 17 und schwer krank, ihr Vater hält sie gefangen, bis er ein Gegenmittel gegen die Blutkrankheit gefunden hat, doch Shilo will mehr in ihrem Leben also nur das kleine enge Zimmerchen, und so schleicht sie sich häufig nach draußen.

Nathan Wallace führt ein Doppelleben: als liebender Vater Shilos und Witwer der bei der Geburt des Kindes verstorbenen Marni gibt er sich die Schuld am Tod seiner Frau. Als Repo-Man arbeitet er im Auftrag von GeneCo, verbirgt diesen Teil seines Lebens, indem er sich vor seiner Tochter als Arzt ausgibt.

Dies die drei Hauptcharaktere um die Handlung, von welcher ich ungern zuviel vorwegnehmen möchte. Kurz gesagt, es geht um den Zwist zwischen den drei Largo-Kindern, Shilos Wunsch nach Erfüllung, das Werken des Repo-Man, das große Abschiedskonzert der Sängern Blind Mag und besonders um die Geschichte, welche Rotti, Shilo, Nathan, Blind Mag, Marni und den Erzähler (ein Grabräuber) miteinander verbindet. Viele Intrigen werden aufgedeckt, einzelne spannende Nebenschauplätze wie etwa das Drogenkartell um das aus Leichen hergestellte Produkt Zydrate beleben die Szene. Alles gipfelt in einem gigantischen Showdown aus Korruption, Lügen und Blut.

Der Film ist ein ungewöhnliches, vollgestopftes Spektakel, eine Rockoper ohne Vergleich. Kein gesprochener Text, rein basierend auf Musik. 38 Songs werden gespielt, mal düster, mal fetzig. Die Bilder und Eindrücke erdrücken den Zuschauer fast, man muss sich wirklich sehr auf die Details und den Inhalt konzentrieren, um beim ersten Ansehen folgen zu können. Doch ich sehe dies nicht als Mangel, sondern als großes Plus des Films. Es ist kaum zu beschreiben, wie genial so viele verschiedenen Themen, Elemente, Bilder in gerade einmal 90 Minuten gepresst wurden!

Vor allem die Bilderflut ist überwältigend. Offen gesagt handelt es sich neben einer Rockoper im Grunde auch um einen Fetischfilm: Gasmasken, Latex, Samt, Seide, Stiefel, Stockings, lange Mäntel, Netzröcke, Waffen, viel Schwarz und Dunkelrot, opulente Kostüme, für nahezu jeden Geschmack müsste etwas dabei sein, eben der typische Look einer Dystopie, hier jedoch geballt und weit intensiver. Bleiche Gesichter, lange schwarze Haare, bunte Kontaktlinsen, schaurige Holos, dunkle Gassen, Berge von verwesenden Leichen, sich vom blutigen Fleisch lösende Gesichtsmasken nach einer misslungenen Schönheitsoperation. Das Herz eines jeden Horrorfans, Fetischisten, Goths, Hardcore-Rockers dürfte höher schlagen, wenn er diesen Film sieht.

Absolute Empfehlung! Ich bin sicher, dass dieser Film die Gemüter spaltet, man liebt ihn oder findet ihn grässlich. Doch allein aus der Inhaltsbeschreibung und nach ein paar Screenshots dürfte jedem Zuschauer klar sein, zu welcher Kategorie er sich zählt. Ich jedenfalls gehöre zu den Fans und werde mir die DVD demnächst in mein Regal stellen!

SaschaSalamander 08.11.2010, 17.51 | (0/0) Kommentare | PL

Vögelfrei

andresky_voegelfrei_150_1.jpgSchon sehr viel habe ich seit Erscheinen von diesem Buch gehört. Weniger von Leuten, die es gelesen haben, als vielmehr durch die Vermarktung (wieder einmal). Es gibt Titel, an denen kommt man nicht vorbei, wenn man sich viel in Buchhandlungen und Bücherseiten im Web aufhält ...

Vögelfrei handelt von der Ich-Erzählerin Marei, die von ihrem Mann betrogen wurde. Sie darf die Sühne wählen und verlangt ein Jahr völlige Freiheit, sexuell und finanziell. Flieht von zu Hause und stürzt auch sofort in ihr erstes Abenteuer. Und so zieht es sie von einem zur nächsten, mal Männlein, mal Weiblein, mal extremer Hardcore-Sex (wird als SM bezeichnet im Buch, aber davon möchte ich bitte Abstand nehmen), dann kuschliges Blümchen mit sanften Verzauberungen und Liebesschwüren, ein andermal witzig-pornographisch mit Ernie + Bert, Tiffy, Pinocchio, Hanni und Nanni, Clowns und Pipi Langstrumpf. Am Ende des Jahres versammelt sie all ihre Freunde, Beziehungen um sich, die sie im Laufe der Zeit kennenlernte zu einem gemeinsamen Abschlussessen. Hier beginnt das Buch, und rückblickend erfährt der Leser in einzelnen Geschichten passend zum jeweiligen Gang des Menüs Mareis Geschichte, in der sich die Erlebnisse erst scheinbar unzusammenhängend, dann immer klarer verstricken bis hin zum tragischen Showdown.

Meine Meinung zu diesem Buch? Puh, ich könnte seitenweise schreiben, was mir aufgestoßen ist oder mir gefiel oder ich bemerkte, aber das ist es mir nicht wert. Das Thema gibt sehr viel her, und die Autorin hat versucht, so viel als möglich reinzupacken an kuriosen Eskapaden, eine extremer und schräger als die andere. Ein sexueller Höhepunkt jagd den nächsten, und dennoch ist das Buch in meinen Augen nicht wirklich erotisch, zumindest nicht nach meinem Geschmack. Wildes Rumgef*cke, ONS auf der Flugzeugtoilette oder beim Catering, mitten im Café, dazu völlig abgefahrene Situationen. Ein völlig irrer Lover, der irgendwann aggressiv wird, eine besitzergreifende Lesbe mit spiritueller Sinnsuche, ein ganz in Latex gehüllter Unbekannter, ein Vampirfreak will lebendig begraben werden, ein Mann mit implantierten Schnurrhaaren, ein Zeichentrickfreak mit allen möglichen verrückten Ideen zur Umsetzung als gebührenpflichtige Streamcam und derlei verrückte Dinge mehr.

Ich mag die Hauptfigur nicht wirklich. Ihr Verhalten ist unreif, naiv und unüberlegt, und ihre allerletzte Aktion am Ende hat mich in allem bestätigt, was mich schon das Buch über störte: ihr Verhalten dem Ehemann gegenüber. Sich zu rächen ist eine Sache. Ihn ein Jahr lang bluten zu lassen, finanziell komplett auszubeuten und ihn auch noch zu zwingen, bei allen Sessions zusehen zu müssen, teilweise nicht mal wirklich Spaß an der Sache haben, es aber trotzdem zu tun, nur um ihm eines auszuwischen ... herrje, die Frau hat noch einen langen Weg vor sich ...

Die Sprache ist zwar sehr direkt, sehr vulgär, aber doch irgendwie verharmlosend. Ich finde es witzig, wenn Autoren von sich behaupten, völlig schonungslos offen zu schreiben, dann aber von F*tzchen, T*ttchen, M*schen und ähnlichen niedlichen Dingen zu reden. Ich habe irgendwie das Schw*nzchen vermisst in ihren Beschreibungen, da war sie dann doch etwas deutlicher. Sind wir nun erwachsen, oder müssen wir drumrumreden? (meine Punkte zum Unkenntlichmachen nicht, weil ich drumrumrede, oder es nicht wage auszusprechen, sondern wegen Suchmaschinen)

Wie alle Personen zusammenhängen, hat mir einerseits sehr gefallen, so bekam das Buch am Ende eine vermeintlich komplexe Handlung. Auf der anderen Seite wirkt es zuletzt dann doch SEHR konstruiert, zwar von Anfang an geplant, aber doch sehr simpel. Ich habe das Buch vor allem deswegen bis zum Schluss durchgezogen, weil ich wissen wollte, was es mit der Schaufel auf sich hatte, und wie die Figuren nun zusammenhängen.

Was ich dem Buch zugute halten muss: ich habe sehr oft herzlich gelacht. Manchmal unfreiwillig von der Autorin, manchmal auch gewollt. Sie hat sehr gute Vergleiche, und wenn sie nicht gerade irgendeine saftige, klebrige, schmatzende, heiße usw Kopulation beschreibt, ist ihr Stil recht nett. Die Sexszenen wirken mir sehr maschinell, wirklich Lust kam da bei mir nicht auf, ich genoss dann eher die Interaktion mit den Personen, wenn man sich dann mal von Angesicht zu Angesicht gegenübersaß. Auch die Beschreibungen während des Dinners zwischendurch sind sehr gelungen.

Alles in allem ist es ein Buch, das man nicht wirklich gelesen haben muss. Man verpasst nichts. Auf der anderen Seite: es ist witzig, man kann mitreden. Und da es nur sehr kurz ist, ist es auch kein großer Zeitverlust. Also, andererseits, warum nicht, ...

SaschaSalamander 05.10.2010, 15.17 | (0/0) Kommentare | PL

Gelegenheit macht böse

Und gleich geht es weiter mit schwarzem Humor. Nach "Makellose Morde to go" las ich direkt im Anschluss "Gelegenheit macht böse" von Gisela Seeger Ays. Diesmal bis auf eine Ausnahme keine Mordgeschichten, dafür aber kleine, herrlich gemeine Geschichtlein um Menschen, die vom rechten Weg abgekommen sind.

Für ein kaputtes Elektrogerät könnte man doch die Haftpflicht eines Freundes, ...? Ist das Rad wirklich gestohlen, oder war es doch nur zu alt? Eine kleine Wette, die man nicht verlieren kann, weil man das Ergebnis schon kennt? Einen Geldbeutel ohne Visitenkarte und Ausweis wirklich zum Fundbüro bringen statt zu behalten? Mal ehrlich -  wer kann von sich ganz ehrlich behaupten, noch niemals der Versuchung erlegen zu sein?

Wirklich köstlich, ich habe es leider nicht geschafft, das Buch aufzuteilen, sondern habe es dann doch fast am Stück gelesen. Allerdings lesen sie sich auch sehr flüssig ohne groß darüber nachzudenken. Einfach in der Handlung, eine spritzige Pointe, genau richtig für meinen Geschmack.

Schadenfreude ist etwas, das mir im realen Alltag fremd ist. Ich freue mich nicht, wenn jemandem ein Missgeschick passiert oder ein Verbrecher vom Schicksal seine gerechte Strafe bekommt. Aber im Film und in der Literatur tut es dann einfach nur gut, mal seine böse Seite ein wenig herauszulassen und sich darüber zu freuen, dass ein Mörder wohl nicht mit dem ungewöhnlichen Leibwächter der hübschen Tänzerin rechnete. Oder zu lesen, wie ein Tresorknacker selbst über den Tisch gezogen wird. Und wenn die verwöhnte, aufdringliche Ehefrau einen Klassewagen will statt des bisherigen Autos, dann freut es, wenn sie in der Garage eine besondere Überraschung erwartet :-)

Manchmal sogar gelingt es der Autorin Mitleid für den Täter zu wecken. Denn es ist vor allem "der kleine Mann", der hier der Versuchung erliegt, und sehr gut kann man sich mit dem Händler identifizieren, der doch nur ein wenig den Gewinn ankurbeln möchte; nur zu gut versteht man den jungen Straßendieb, der sich ein wenig am Reichtum der noblen Urlauber bedienen möchte.

Ach, die Grenzen verschwimmen. Was ist böse, was ist gut? Sind wir wirklich so anständig, wie wir selbst es von uns erwarten? Oder wären wir nicht doch bereit, einen kleinen Schritt weiter zu gehen? Auf jeden Fall sehr zu empfehlen, wenn man zwischendurch einmal für einen genüsslichen Moment die festgetretenen Pfade der Moralvorstellun über Bord werfen möchte ;-)

SaschaSalamander 08.09.2010, 10.36 | (0/0) Kommentare | PL

Makellose Morde to go

henke_makellosemorde_150_1.jpgManche Bücher findet man nur, wenn man mit der Nasenspitze drauf gestoßen wird. Denn nicht alles wird großartig in den Buchläden vermarktet und hat eine große Lobby. Schade, denn nicht immer bedeutet "große Werbung" auch tolles Buch oder umgekehrt. Und so hoffe ich, ein paar Leser auf dieses kleine Büchlein aufmerksam zu machen, das es wirklich verdient hat ;-)

"Makellose Morde to go" von Susanne Henke ist eine Sammlung von "erlesenen Verbrechen und herzerfrischenden Gemeinheiten", so verspricht es das Cover. Auf der Rückseite im Klappentext sogar ein Vergleich zu Roald Dahl. Na, DAS ist ein großes Versprechen, denn ich bin großer Verehrer dieses Meisters der pointierten Kurzgeschichten. Auch E W Heine wird als Vergleich hergezogen, über den ich >hier< bereits begeistert schrieb.

Die Geschichten handeln meistens von recht skurillen Todesfällen, häufig Morden, manchmal auch Situationen von "dumm gelaufen". Fiese Racheakte, ein kleiner falscher Schritt, ein unbedachtes Wort. Häufig bekommen Bösewichte ihre gerechte Strafe, und manchmal trifft es unschuldige, wehrlose Menschen völlig unerwartet und ungerechtfertigt, grausam wie eben das Leben so spielt. Ein paar der Stories erinnern mich an Dystopien, die so weit gar nicht entfernt scheinen. Eine Versicherung, die erfreut ist über ein auszuzahlendes Mitglied weniger, eine käufliche Zeitung ohne Moral, die perfekte Methode der Verbrechensbekämpfung.

Besonders angetan haben es mir die völlig normalen Menschen, die umgeben von schrulligen Nachbarn und Kollegen doch eigentlich nichts wünschen als nur ihre Ruhe. Und dann sorgen sie dafür, dass die Belästigungen endlich aufhören. Mal auf subtile Weise, indem sie die Schwächen des Gegners ausnutzen und auf diese Weise dessen selbstverschuldeten Tod provozieren, oder indem sie einfach mal mit der Faust auf den Tisch und die darauf befindliche Deko hauen.

Es gefällt mir, dass man nicht wissen kann, worauf eine Geschichte hinausläuft. Klar, alles in allem makabere, schwarzhumorige Stories. Aber es ist doch immer wieder spannend zu überlegen, ob die Person nun selbst aktiv wird und ihrer Umwelt schadet? Ob Glück und Zufall ihnen zuhilfe kommen? Ob sie vom Pech verfolgt sind und überraschend selbst abberufen werden? Oder ob ein fieser Trick einfach mit gleicher Münze heimgezahlt wird und der Täter zum Opfer wird?

Die Geschichten haben es trotz oder gerade wegen der Kürze in sich. Gerafft, sehr gut auf den Punkt gebracht. Ich bin es gewohnt, Handlungen zu überfliegen. Bei diesem Buch ist das nicht möglich, sonst muss man die Geschichte ein zweites Mal lesen. Hier sind es gerade die kleinen Details, auf die es ankommt und welche die Würze des Büchleins darstellen.

Auf jeden Fall ist die Versuchung groß, das Buch am Stück zu lesen. Die Geschichten sind kurz, gefallen, und man will sofort die nächste. Allerdings ist das ähnlich, als würde man eine Schachtel edler Pralinen nacheinander hinunterschlingen, das ist kein Genuss mehr, der Geschmack vermischt sich. Lieber hier und da mal einzeln eine zu sich nehmen, nachschmecken und erst später wieder zugreifen. Morgens zum Wachwerden eine kurze Geschichte, oder während des Wartens auf die Straßenbahn, während der Arbeit eine kleine Pause einlegen und danach belebt fortfahren. Alles andere wäre Verschwendung ;-)

SaschaSalamander 06.09.2010, 10.33 | (0/0) Kommentare | PL



 






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