SaschaSalamander

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Tag: Tip

Löcher

CoverIch sah das Hörspiel mit diesem nichtssagenden Cover in der Bücherei liegen. Autor unbekannt, Titel seltsam. "Löcher". Einfach so. Was ist das für ein Buchtitel? Aber ich wollte mich einfach einmal überraschen lassen, las nicht einmal den Klappentext und nahm es mit nach Hause, gespannt, was dabei rauskommt. Ich hörte nur kurz hinein, und die folgenden Stunden schien der Knopf in meinem Ohr festgewachsen ;-)


Ein Kinderbuch, das mich einfach nur staunen und lächeln lies. Es ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich, deswegen möchte ich es Euch kurz vorstellen:

"Löcher", dazu der kleine Untertitel "Das Geheimnis von Green Lake". Allerdings ist Green Lake beileibe kein Feriencamp für Pfadfinderinnen! In dieser Wüstenlandschaft werden jugendliche Straftäter dazu verdonnert, Löcher zu graben. Angeblich forme dies ihren Charakter, so die "Campleiterin". Jeden Tag muss jeder Jugendliche ein Loch graben, so tief und breit wie die Schaufel. Nichts anderes. Nur graben, graben, graben.

Stanley Yelnats (Palindrom, spielt eine wichtige Rolle im Buch!) ist ein Pechvogel in einer Familie von Pechvögeln. Seit sein Urgroßvater ein Schwein gestohlen hatte, liegt ein Fluch auf dessen Familie. Und so passiert es, dass Stanley für eine Straftat verurteilt wird, die er nicht begangen hat. Im Camp findet er, der dickliche Außenseiter, Freunde. Und bald kommt ihm der Verdacht, dass sie in Wirklichkeit nach einem wertvollen Schatz graben sollen ...

Klingt nicht sonderlich spannend. Klingt sogar ziemlich langweilig. Aber Louis Sachar hat aus diesem Grundstoff eine wirklich großartige Geschichte gewebt. Dieses Buch reizt mich zu einer richtig langen Rezension, weil es soviel Stoff bietet, aber das wäre zuviel. Ich habe bei Amazon gesehen, dass dieses Buch in verschiedenen Schulklassen von der sechsten bis zur neunten Stufe als Lektüre verwendet wurde. Und das kann ich mir gut vorstellen, denn es bietet auf kindgerechte Weise sehr viel "Zündstoff". Die Themen reichen von Außenseiter/Mobbing über Freundschaft, Rassismus, Gerechtigkeit, Zivilcourage, Schicksal und Familie.

Die Themen werden nicht einfach "hingeklatscht", wie es in manchen Büchern leider üblich ist, es gibt keinen mahnenden Zeigefinger. Die Geschichte entwickelt sich ganz von selbst, es gibt mehrere parallele Handlungsstränge: wie der Urgroßvater den Fluch über seine Familie brachte, wie es Stanley im Camp ergeht und was es mit der Banditin "Kissing Kate" auf sich hat. Im Laufe des Buches werden diese Handlungen immer dichter verwoben, und der Leser erkennt die ersten Zusammenhänge, bis sich am Ende alles zusammenfügt. Die drei Ebenen sind im gleichen Ton erzählt, entführen den Leser aber in unterschiedliche Welten: Europa vor etwa 100 Jahren, der "wilde Westen", die Gegenwart in der Wüste von Texas, genug Abwechslung für abenteuerliebende junge Leser ;-)

Das Buch ist ziemlich verschroben, es gibt viele Gegebenheiten, die einfach als solche hingenommen werden müssen, etwa die Verurteilung zum Straflager wegen einer Lappalie, der Fluch oder die Sache mit den Eidechsen. Aber das nimmt man dem Autor sofort ab, denn er erzählt es mit solch kindlicher Unschuld, dass gar keine Zweifel daran aufkommen. Ich empfinde die Erzählung als "glatt" und stimmig. Alles geht ineinander über, ein wunderschöner Bogen, keine (empfundenen) Ungereimtheiten, simple aber geschickte Zusammenhänge, liebenswerte Charaktere. Die Jungs in dem Camp entwickeln sich weiter, werden nicht nur durch körperliche Arbeit stärker, sondern wachsen auch über sich selbst hinaus. Und dann, ganz zum Schluß, selbstverständlich das abrundende Happy End, in dem Freundschaft und Vertrauen über Missgunst und Gier siegen.

Auch, wenn das Buch eine ganz andere Thematik und einen ganz anderen Stil hat, musste ich einige Male an "Matilda" von Roald Dahl denken (gleichnamig verfilmt mit DeVito u.a.). Die Charaktere sind ähnlich aufgebaut, und das Gefühl nach dem vorhersehbaren aber wundervollen Ende war das gleiche ... Lächeln, Zufriedenheit, kindliche Freude.

PS: Hupps, das war länger als geplant ... aber das kommt davon, wenn ich direkt nach dem Lese/Hörgenuss tippe und die Begeisterung noch frisch ist ;-)

SaschaSalamander 11.08.2005, 15.37 | (0/0) Kommentare | PL

Ein weiterer Schmöker von Isau

BücherstapelDerzeit lese ich "Die unsichtbare Pyramide" von Ralf Isau, meinem deutschen Lieblingsautoren. Ich bin es ja gewohnt, dass seine Bücher dick sind, und ich habe jedes einzelne davon genossen. Aber dieses Buch ist besonders schwer und dick (796 Seiten), ... und es liest sich wesentlich langsamer als die anderen Bücher, finde ich. Super, dann habe ich mehr davon, denn seine Geschichten verschlinge ich immer viel zu schnell ...

"Die unsichtbare Pyramide" erzählt von den drei Welten Erde, Anx und Trimundus, die sich alle ähnlich sind. In allen drei Welten wächst zeitgleich ein ganz besonderer Knabe auf. Sie sind miteinander verbunden, und ihr Zusammentreffen entscheidet über das Schicksal der Welten.

Die Beschreibung im Buchinneren und auf dem Klappentext gibt nicht mehr her als das, was ich hier geschrieben habe. Bisher habe ich noch nichts über dieses Buch gehört, und ich vermeide es dieses Mal bewusst, mir zuvor irgendeine Rezension im Internet anzusehen. Umso zappliger bin ich, was da nun auf mich zukommen wird, ich habe keinerlei Ahnung! (Hach, ich liebe es, so überrascht zu werden in einem Buch oder Film. Aber leider gibt es dazu selten Gelegenheit, weil bereits die Klappentexte oder Filmbeschreibungen zuviel verraten, als dass man ein Werk wirklich "unbefleckt" und frei von Vorurteilen angehen könnte)

Das Cover gefällt mir übrigens sehr gut ... aber das Bild dazu gibt es erst, wenn ich die Rezension dazu schreibe ;-p

SaschaSalamander 08.08.2005, 16.07 | (4/2) Kommentare (RSS) | PL

Grauen des Krieges

Cover Band 2

Heute vor 50 Jahren ... überall in den Nachrichten konnte man es heute hören, in unzähligen Blogs stolperte man darüber, und die Zeitungen sind voll davon. Es ist schlimm was damals geschah. Aber wer meine Blogs kennt, der weiß, dass ich mich von historischen, politischen und gesellschaftlichen Themen in der Öffentlichkeit fernhalte.

In diesem Fall allerdings möchte ich den Anlass nutzen, wieder einmal darauf hinzuweisen, dass Mangas ein ernstzunehmendes Literaturgenre und Kulturgut ist, weitab vom Kinder- oder Schmuddelkram, in den es leider noch immer von den meisten Deutschen eingeordnet wird. Ich habe in manchen Rezensionen unter der Rubrik "Manga" ja schon darauf hingewisen, dass es alle Genres gibt, die man sich an Film und Literatur nur vorstellen kann.

Und so gibt es auch Biographien. Der Autor Keji Nakazawa verarbeitet in diesem vierteiligen Werk seine Kindheitserlebnisse. Er ist Überlebender des Bombenabwurfes in Hiroshima und schreibt / zeichnet in "Barfuss durch Hiroshima" von seiner Kindheit. Durch die kindlichen Zeichnungen wird das ganze nicht etwa verniedlicht: der Schrecken, den er als Kind durchlebte, kommt durch die kindlich-offene Art der Darstellung besonders schockierend beim Leser an, die Gespenster aus Krieg, Angst und Zerstörung wirken umso bedrohlicher.

Ich bin das, was man wohl als "abgebrüht" bezeichnen könnte, wenn es um gewaltvolle Darstellungen in Wort und Bild geht. Kriegsfilme und derlei Texte jedoch vermeide ich. "Barfuss durch Hiroshima" las ich nur deswegen, weil ich mir die Umsetzung dieses Themas kaum in der Form eines Mangas vorstellen konnte. Aber es blieb beim ersten Band, weil es für mich einfach zu heftig war. Ich saß zu Hause und konnte nur noch weinen ... einen dicken Kloß im Hals, dass ich kaum atmen konnte. Nakazawa schildert das Grauen, als wäre es erst gestern geschehen, und seine Bilder brennen sich ins Gedächtnis ...

Mehr möchte ich nicht schreiben ... eine ausführliche Rezension mit einigen interessanten Hintergründen gibt es von Berte in der Mangatainment Nr. 39 zum Ansehen oder Downloaden.

Cover Band 4

SaschaSalamander 06.08.2005, 22.45 | (0/0) Kommentare | PL

Alaizabel Cray

CoverThaniel und Cathrine sind Hexenjäger im alten England. Das Handwerk haben sie von Thaniels Vater gelernt, einem berühmten und inzwischen verstorbenen Meister. Als Thaniel eines Nachts auf Streifzug durch das alte Viertel ist, trifft er auf ein verwirrtes Mädchen, das ihn angreift und dann erschöpft zusammenbricht. Er kümmert sich um sie und will ihr helfen, Gedächtnis und Familie wiederzufinden. Doch das Mädchen scheint in düstere Gehemnisse verstrickt zu sein. Ist sie die Ursache für das vermehrte Auftreten der Hexen in den letzten Wochen? Was verbindet sie mit der Sekte, die sich selbst "die Gilde" nennt? Ist sie vielleicht sogar der Schlüssel zur Rettung der Stadt?

"Alaziabel Cray" hat mir sehr gut gefallen. Der Roman spielt in einer düsteren, nebligen Umgebung und kann diese schaurige Atmosphäre dem Leser sehr gut vermitteln. Die Handlung ist von Anfang an spannend, man wird direkt in eine Hexenjagd "hineingeworfen" und erfährt nach und nach mehr über die Hintergründe der seltsamen Wesen, der Hexenjäger, der handelnden Personen. Schicht um Schicht dringt man mit Thaniel tiefer in das alte London, bis hinab in die Kanalisation zum König der Bettler. Am Ende ein prächtiger Showdown ohne Aussicht auf Rettung, ein angenehmes Ende. Bezogen auf Handlungsaufbau und Spannungsbogen kann dieses Buch nahezu als Musterbeispiel herangezogen werden ;-)

Das Einzige, das mich oft störte, waren sprachliche Schnitzer. Sie bestehen vor allem in ungünstiger Wortwahl bei dem Versuch, die Dialoge und Schlüsselszenen durch gehobenere Wortwahl stärker hervorzuheben und altertümlicher wirken zu lassen. Entweder, der Übersetzer hat sprachliche Schnitzer als solche belassen (manch einem mögen sie auch nicht unbedingt auffallen, ich konnte mit schmerzverzerrtem Gesicht darüber hinweglesen, ohne das Buch deswegen beiseite legen zu müssen. In dieser Hinsicht bin ich leider sehr pingelig und verderbe mir selbst oft die Freude an sonst wirklich guten Büchern), oder sie haben sich erst durch eine ungünstige Übersetzung in den Text geschlichen ...

Wie dem auch sei, "Alaizabel Cray" hat mir sehr gut gefallen. Ein weiteres Buch aus dem Genre Kinder- und Jugendliteratur, an das ich mich gerne erinnern werde.

SaschaSalamander 02.08.2005, 16.44 | (0/0) Kommentare | PL

Rook und Twig der letzte Himmelspirat

Als mein SaraSalamander beim alten Anbieter so langsam aber sicher verebbte, weil ich mich dort nicht so recht wohlfühlte, las ich gerade die ersten fünf Bände der Klippenlandchroniken von Paul Stewart. Die ersten vier Teile habe ich ausführlich beschrieben (hier unter "Rezensionen" zu finden), den fünften zwar bereits gelesen aber nichts mehr darüber geschrieben. Da ich mir jetzt den sechsten Band aus der Bücherei geholt habe und bestimmt wieder das Bedürfnis verspüre, darüber zu schreiben, möchte ich wenigstens noch ein paar Worte über den fünften Teil verlieren (huch, wo sind sie denn).

Die ersten drei Bände beschreiben das Leben des Haupthelden Twig. Der vierte Band ist ein Rückblick in die Jugend seiner Eltern. Band fünf nun spielt viele Jahre in der Zukunft. Hauptfigur ist nicht mehr Twig, sondern der junge Bibliothekar Rook. Er träumt davon, eines Tages das geheimnisvolle Leben der Banderbären als Forscher zu erkunden.

Der fliegende Fels der Wissenschaftlerstadt Sanktaphrax ist von einer schlimmen Krankheit befallen und sinkt immer tiefer. Rook gehört zu den Auserwählten, denen die ehrenvolle Aufgabe zuteil wird, das Rätsel um die Felskrankheit zu lösen. Und endlich kann er sich seinen Traum erfüllen, das Leben der Banderbären zu erforschen. Dabei trifft er auf einen alten Mann, der nun seit vielen Jahren mit diesen schüchternen Riesen zusammenlebt. Er kann Rook helfen, den fliegenden Felsen zu retten ...

Ich habe dieses Buch ebenso gerne gelesen wie die anderen vier Bände der Klippenlandchroniken. Allerdings hat dieser Band nicht mehr allzu viel mit den ersten Büchern gemeinsam, ein neuer Hauptcharakter und eine neue Geschichte. Der Charme, der schwarze Humor, die herrlichen Zeichnungen und die skurillen Kreaturen des Klippenlandes sind noch genauso lesens- und liebenswert wie die vorherigen Bände. Aber ein bisschen Pause zwischen den einzelnen Büchern kann nicht schaden. Ich hatte das Gefühl, dass ich langsam der Kreaturen und fantastischen Abenteuer überdrüssig wurde, weil manches sich doch etwas wiederholte.

Aufgrund der schönen Zeichnungen wieder ein vergrößertes Cover :-)


SaschaSalamander 11.07.2005, 16.07 | (0/0) Kommentare | PL

Das Geheimnis der sprechenden Bilder

CoverDieses Buch war mir in der Bücherei schon mehrfach aufgefallen, aber zugunsten anderer Romane hatte ich es stehenlassen. Diesmal nahm ich es mit. Und verschlang es an einem einzigen Tag.

Charlie Bone ist ein ganz normaler 10jähriger Schüler. Bis er plötzlich auf einem Foto Stimmen hört. Seine magisch begabten Tanten sind begeistert, hat nun auch er als Mitglied der Darkwood-Familie sein Talent entdeckt! Jetzt soll er also auf die Bloor-Schule wechseln. Aber eigentlich will Charlie das gar nicht. Er möchte lieber auf eine ganz normale Schule gehen, bei seinem Freund Benjamin bleiben und die Stimmen auf dem Foto überhaupt nicht hören.


Als er den Besitzer des Fotos ausmacht, wird er in einen mysteriösen Fall um ein verschwundenes Mädchen, einen schrulligen Erfinder und mehrere magisch begabte Personen verwickelt. Er weiß nicht mehr, wem er trauen kann und macht sich mit seinen Freunden daran, das Mädchen zu finden.

Was ich obligatorischerweise erwähnen muss: dieses Buch weist inhaltlich natürlich einige Parallelen zu Harry Potter auf. Trotzdem würde ich es keinesfalls damit vergleichen! Es ist ein wirklich schönes Kinderbuch voller Spannung und Geheimnissen. 359 Seiten, die allerdings rasch gelesen sind. Durch die Einteilung in kurze Kapitel eignet es sich auch sehr gut zum Vorlesen.

Das Buch richtet sich vor allem an jüngere Leser ab 10 Jahren. Die Handlung ist recht einfach. Auch die Dialoge und Handlungsabläufe weisen eine eher kindliche Logik auf, was das Buch für mich besonders sympathisch macht. Es ist einfach gestrickt, sehr leicht - für erfahrenere Leser - vorhersehbar und angenehm zu lesen.

Es gibt bisher zwei Fortsetzungen: "C. B. und die magische Zeitkugel" und "C. B. und das Geheimnis der blauen Schlange". Und auch, wenn ich mir den Fortgang der beiden Bände sehr genau vorstellen kann (es gibt Andeutungen über noch zu lösende "Geheimnisse" und mögliche Entwicklungen), werde ich sie gerne lesen.

SaschaSalamander 09.07.2005, 08.52 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

John Sinclair

Cover Teil 1Ach, wenn ich schon bei John Sinclair bin und momentan nicht soviel Zeit zum Lesen habe, dann schreibe ich mal wieder eine Rezension über etwas, das schon länger her ist. In diesem Fall die Hörspiele zur Serie. Dienten mir als spannende Unterhaltung an weniger heißen Tagen, wenn ich draußen mit dem Rad oder per Pedes unterwegs war.




Hm ... soll ich irgendetwas über diese Reihe erzählen? *grübel* ... Nun ja, ich fasse mich denen zuliebe, die ihn kennen, kurz: John Sinclair ist Oberinspektor beim Scotland Yard. Und er ist Geisterjäger. Erfinder dieses Helden ist Helmut Rellegard, inzwischen schreiben viele Autoren unter dem Pseudonym Jason Dark an dieser Serie, die seitdem unzählige Fans gefunden hat. Die Hefte erscheinen wöchentlich (?) im Bastei-Verlag und umfassen wie alle Heftromane 63 Seiten. Dass sie leicht im Gewicht und handlich sind, macht sie ideal für die Badewanne oder längere Zugreisen *ggg*

Die Hörspiele gefallen mir sogar noch besser als die Hefte: Zumindest alle, die ich bisher gehört habe, hatten sehr gute Sprecher, sehr gute Musik und für ein Hörspiel wirktlich gute Soundeffekte. Wohlinges Gruseln und Schockmomente garantiert.

Besonders gefallen hatte mir der erste Teil: "Der Anfang". Nicht nur, dass dieser Teil für Späteinsteiger wie mich noch einmal den ersten Fall (natürlich geht es um Umtote) schildert, sondern auch die Umsetzung fand ich wirklich gelungen. So viele großartige Sprecher findet man selten auf einer Hörspiel-CD. Da hörte man so viele deutsche Synchronsprecher berühmter Schauspieler, dass ich während des Hörens regelrecht den Film vor mir sah ...

Und, ehrlich gesagt, ich finde es alles herrlich grottig. Die Schockeffekte sind toll gemacht, ein paarmal bin ich beim Laufen tatsächlich fast in die Höhe gesprungen vor Schreck, auch wenn ich mich nicht wirklich ernsthaft gruselte (nicht vor so etwas). Zombies, Untote, Vampire und Dämonen, John Sinclair besiegt sie am Ende doch alle ;-)

>Hier< die Fanseite, >hier< die offizielle Verlagsseite des Schreckens aller dämonischen Bösewichte.

PS: auch, wenn regelmässig Surfer nach kostenlosen Downloads der Hörspiele bei mir suchen, die gibt es hier nicht ... schön wär´s ;-)
Aber gerne bite ich unter der Rubrik "Web" viele weitere Hörspiele an und außerdem den Link zum Geisterjäger McLachlan, einem kostenlosen Heftroman im Internet, über den ich >hier< schon einmal geschrieben habe.

SaschaSalamander 29.06.2005, 16.07 | (0/0) Kommentare | PL

Echo eine Winternacht

CoverHeute habe ich "Echo einer Winternacht" von Val McDermid zu Ende gehört. Natürlich musste auf dem Heimweg an genau der spannendsten Stelle der Player aus Speicherplatzgründen abbrechen *grummel* ... und der Täter ist: *bratz* ... zu Hause also den Rest gehört ;-)



Vier befreundete Studenten finden im schottischen St. Andrews eine Leiche und holen sofort Hilfe. Es sieht ganz so aus, als seien sie die Täter, alles spricht gegen sie. Die Angehörigen des Opfers sowie ihre Komilitonen glauben nicht an die Unschuldsbeteuerungen der vier. Die Polizei ermittelt gegen die Freunde und lässt ihnen keine Ruhe. Enthüllungen privater Geheimnisse aus dem Leben der Jungen sowie die Lynchjustiz der Dorfbewohner treiben einen Keil zwischen sie. Unschuldig, wie sie trotz allem sind (?), ist ihr Leben ruiniert ...

25 Jahre später: der Fall wird unter Zuhilfenahme moderner forensischer und kriminologischer Mittel wiederaufgenommen. Eine DNA-Analyse soll den Täter überführen. Doch imer wieder stößt die ermittelnde Polizistin auf Hindernisse. Wichtige Beweismittel sind verschwunden, die Zeugen werden nicht befragt, finanzielle Mittel müssen gespart werden. Dann meldet sich plötzlich und unerwartet ein weiterer Beteiligter bei der Polizei, um dessen Existenz bisher niemand wusste und der eine wichtige Rolle spielen könnte. Und am fünfundzwanzigsten Todestag fällt der erste der vier Freunde einem Mordanschlag zum Opfer ....

Hochspannend vom ersten Satz bis zum letzten Moment. Es gibt viele actionreiche Szenen, ist im Erzählstil jedoch insgesamt sehr ruhig und beschaulich gehalten. Ein Dorfidyll, gestört durch einen grausigen Mordfall.

Der Klassische Whodunnit ist aus dem Genre "Krimi" eigentlich weniger mein Ding. Ich bevorzuge da eher ein schönes Täterprofil oder eine grusligere Variante ... Aber dieser Roman hat mich wirklich begeistert und zu mehr Stoff in diese Richtung animiert. Zugegeben, allzu schwer war der Täter nicht zu finden. Schon sehr schnell hatte ich einen Verdacht, der sich bis auf wenige Momente auch festigte ... und ich lag dann auch richtig. Manches war unvorhersehbar, sodass ich pausenlos mitfieberte, wann und wie die Polizei endlich den Täter erkennen und überführen würde.

Doch, diesen eher unbekannten Roman kann ich guten Gewissens empfehlen. Wer Krimis liebt, wird sich von "Echo eine Winternacht" gut unterhalten fühlen.

SaschaSalamander 25.06.2005, 16.07 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Das große Balladenbuch

Cover
Wo andere Schüler nur stöhnten, habe ich (wenn ich schon sonst kein Streber war *g*) mit Freude Zusatzaufgaben erfüllt: Gedichte lernen? Jederzeit! Der Zauberlehrling? Niemals konnte ich genug davon kriegen! Vor allem lange Balladen hatten es mir angetan. Und wehe, mir sagte einer, Gedichte seien langweilig oder trocken! Der standhafte Steuermann John Maynard, der wackere Ritter in der Löwenarena, der um grammatikalische Hilfe bittende Werwolf, der Tanz der Toten um Mitternacht, der gutmütige Ribbeck, der scheiternde Zauberlehrling, ein dem Tyrannen trotzender Freund - ich liebte sie alle, war verzaubert und fasziniert.

Die Gedichte fand ich vereinzelt in alten Lesebüchern, in verstaubten Gedichtbänden, in Omas Bücherschrank. Was ich aber suchte, fand ich nicht: ein dickes Buch, prallgefüllt mit Balladen der unterschiedlichsten Dichter aus unterschiedlichsten Zeiten, dazu kurze Erläuterung über Hintergrund und Entstehen des Gedichtes.

Und dann fiel mir vor etwa drei Jahren zufällig das "große Balladenbuch" von Otfried Preußler und Heinrich Pleticha in die Hände. Ein kurzer Blick in das Buch, und schon wanderte es wie von selbst in meine Tasche ...

Die Autoren machen die alten Balladen wieder lebendig, erläutern historische Hintergründe und viele interessante Dinge mehr. Ohne den schulmeisterlichen Zeigefinger und ohne seltsame Interpretationen, sondern einfach Fakten und menschliche Gedanken über die oftmals dahinter stehenden Schicksalen. Die Kapitel werden unterteilt in historische Balladen, Naturballaden, Gespensterballaden und Heiteres. Dazu gibt es stimmungsvolle Farbzeichnungen (ähnlich dem Einband) von Friedrich Hechelmann, durch welche die Gedichte zusätzlich an Atmosphäre gewinnen. Schaurige Geistererscheinungen, das Wüten der Gewalten wirken grusliger, düsterer, wundervolle Landschaften unterstreichen romantische Liebschaften.

Wer eine umfangreiche und hübsch gestaltete Sammlung der bekanntesten Balladen möchte, ist mit diesem 400seitigen Werk wirklich gut bedient. Für ältere Generationen zum Nachschlagen und Erinnern, für die Jüngeren unter uns zur Erweiterung des Allgemeinwissens ;-)

SaschaSalamander 23.06.2005, 16.07 | (0/0) Kommentare | PL

Das kleine Mädchen und das blaue Pferd

CoverEines meiner liebsten Hörspiele war "das kleine Mädchen und das blaue Pferd" von James Krüss. Ich konnte es damals auswendig mitsprechen! Aus lauter Nostalgie habe ich mir vor einiger Zeit bei Buchticket auch das Kinderbuch dazu geordert und abends vor dem Schlafengehen jeweils ein Kapitel gelesen ;-)

Das kleine Mädchen heißt Hoppla. Sie ist etwas Besonderes, denn sie hat einen schwarzen Fleck auf der Nase. Sie lernt Hyperion - kurz Hü - kennen, ein blaues Pferd. Und weil auch blaue Pferde etwas ganz Besonderes sind, schließen sich die beiden zusammen und erleben gemeinsam spannende Abenteuer.

Nun ja, 20 Jahre später erscheint mir dieses Buch gar nicht mehr soooo spannend wie damals, aber ich erkenne immer noch, was mich daran so fasziniert hat: die beiden sind einfach ein traumhaftes Paar. Beide lebhaft, selbstbewusst und eben etwas ganz Besonders. Sie halten zusammen in jeder Situation, aber ich streiten sich auch. Und versöhnen sich wieder.

Hoppla und Hü finden einen Schatz, halten Einkehr in einem Kloster, machen der Schlangendame vom Zirkus ein wundervolles Geschenk, erleben einen blauen Tag, ziehen Lose auf dem Rummel, bringen ein Findelkind zurück zu seinen älteren Schwestern, übernachten bei einem lieben Bauern und seiner Familie und erleben noch sehr viel mehr.

Die Schrift in den Kapiteln wechselt zwischen großer Druckschrift und Schreibschrift, dazwischen einfache, kindgerechte Schwarzweiß - Zeichnungen ihrer Abenteuer. Im Schreibstil sehr einfach und unkompliziert. Absolut kindgerecht in jeder Hinsicht. Leider ist dieses Buch nicht mehr überall erhältlich, aber über Buchticket oder einzelne Onlinebuchhändler kann man es glücklicherweise noch ergattern. Wäre auch zu schade, wenn ein solcher kleiner Schatz verlorenginge ;-)

An welches Buch Deiner Kindheit hast du ganz besondere Erinnerungen?

SaschaSalamander 22.06.2005, 17.07 | (5/5) Kommentare (RSS) | PL

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