SaschaSalamander
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Burger bei Auguste

Wenn ich nach neuen Möglichkeiten suche, auswärts zu essen oder mir etwas liefern zu lassen, mache ich viele spannenden Entdeckungen. Eine davon ist zum Beispiel Auguste. >Premium Junkfood< nennt sich die Internetseite, die Aufmachung ist recht sympathisch. Was ich von Freunden hörte, klang positiv. Und sogar Schatz meinte "wieeee, Du kennst die Auguste nicht?". Toll, jeder scheint es zu kennen, nur ich nicht. Da muss ich Abhilfe schaffen!

Also habe ich fleißig die Homepage studiert. Fair, bio, ökologisch, regional, von diesen Begriffen wird man auf der Seite regelrecht erschlagen, nirgends wird dieser Aspekt unerwähnt gelassen (weniger ist manchmal mehr). In der Speisekarte überall erwähnt, auf dem Header der Seite schwenken Würstchen und Pommes kleine Bio-Fähnchen, ein CO2-Neutral-Label rechts oben im Ecke, in der Navigationsleiste einzelne Punkte zum Nachlesen verlinkt, in den News weitere Infos. Interessant finde ich die Informationen zum Premium OS System. Falls wirklich alles so umgesetzt wird, wie es hier beschrieben, ist das eine tolle Sache, die man sich von einigen großen Firmen genau so wünschen würde. Was die Tiere betrifft: Totgestreichelt werden sie zwar nicht, aber bio ist ein wichtiger und notwendiger Schritt. Auch hierüber kann man Informationen auf der Homepage lesen.

Die >Speisekarte< lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Und das Spannende: für Veggies gibt es nicht nur einen kleinen Burger irgendwo am Rand, sondern eine eigene Seite. Vier riesige Burger, drei davon sogar veganisierbar. Da weiß man gar nicht, was man zuerst bestellen soll! Und wer ein wenig auf der Homepage stöbert, wird neben normalen Burgern auch ein paar ziemlich witzige Dinge finden, zB den Nanoburger und andere ungewöhnliche Ideen und Aktionen ;-)

Uns fiel die Entscheidung ziemlich leicht: Schatz wollte unbedingt einen Angus-Burger probieren, dazu dicke handgeschnippelte Pommes. Und ich bestellte einen Monkeyburger mit Chips. Der Monkeyburger, eine Aktion im Mai, klingt sowas von abgefahren! Körnerbrötchen mit karamellisierten Bananen, selbstgemachtem Räuchertofu, Erdnüssen, roten Zwiebeln, Gurken, Tomaten, Feldsalat und Soja-Satay-Sauce. Wie schmeckt bitteschön ein Burger aus karamellisierten Bananen mit Räuchertofu und Erdnüssen?!?!? Hier unsere Bestellung:




Ich hätte ja gerne vor Ort gegessen, aber die Bedingungen dazu lesen sich schon recht aufwändig: rechtzeitig vorher reservieren. Und einen Tag vorher ruft ein Mitarbeiter von Auguste nochmal an, um klarzumachen, ob auch wirklich alles klappt. Falls man nicht rechtzeitig kommt, wird der Tisch nach 15 Minuten vergeben. Geliefert wird nicht. Also habe ich die Burger für uns abgeholt. 

Die Fahrt, nun ja, es ist ein belebtes Viertel mit vielen verwinkelten Straßen. Wer motorisiert ist, sollte ein wenig Geduld für die ganzen Ampeln, Abzweigungen und Winkel mitbringen. Und einen aufblasbaren Parkplatz, denn vor Ort sieht es recht eng aus (mit dem Roller war das für mich aber kein Problem). Als ich dann (etwas gestresst von der Fahrt) ankam, war mir auch schnell klar, warum das mit dem Reservieren so wichtig ist: Auguste ist ziemlich klein. Richtig heimelig mit Quietscheentchen und künstlichen Rasenstücken an der Decke, hübschen Bildern, ein paar wenigen kleinen Tischen. 









Mein objektiver Eindruck: mit sehr viel Liebe zum Detail eingerichtet. Man merkt, dass die Leute eine Menge Freude daran hatten, hier einen Ort zu schaffen, an dem man nicht nur lecker essen, sondern auch gemütlich mit Freunden sitzen und Zeit verbringen kann. Bunt, freundlich, lebendig, einfach passend für das Viertel und deutlich an junge Menschen gerichtet. Sehr sympathisch, und ich werde es Freunden gerne empfehlen, wenn sie mal was Ausgefallenes suchen. 

Mein persönlicher Eindruck: ich bin jemand, der immer den äußeren Stuhl am Tisch nimmt und genügend "Fluchtweg" braucht, um sich wohlzufühlen. Das Abholen der Bestellung führte bei mir zu ziemlich viel Nervosität und steigendem Stresspegel. Allein der Durchgang zur Theke ist so eng, dass kaum zwei Personen nebeneinander passen. Nix für ein Panikpflänzchen wie mich. Und bei all dem bio, öko, fair, regional und co war ich dann doch etwas überrascht, alles mit Plastik eingerichtet zu sehen. Sieht toll aus, aber es ist ... äh, Plastik eben. Ist modern, sieht schick aus, aber ich selbst bin kein Fan von Plastik in welcher Form auch immer. Es passt zum Fast-Food-Ambiente, ohne die lieblose Sterilität von B*rger King und McD*nalds auszustrahlen, mit Kissen schon bequem gemacht, also eigentlich toll. Aber man muss halt Plastikmöbel und gemütlich kuschlige Enge mögen ;-)

Heimfahrt, Essen war super verpackt (bis auf die Burger alles in Papier und Pappe, sehr schön). Zu Hause dann gleich auf den Teller. Sein Futter konnte ich nicht fotografieren, weil er es fastfoodgerecht aß, nicht so fotogen also. Ich habe es mir lieber hübsch angerichtet. Et voilá:





Er war sehr zufrieden mit seinem Burger, es schmeckte köstlich, das Fleisch war sehr saftig. Klar sind 12,50 Euro eine Menge Geld, aber wenn man mal die Arbeitsweise des Ladens, die Herkunft des Fleisches und die Größe des Burgers berücksichtigt, ist das wirklich gerechtfertig. "Junk-Food" trägt das Essen hier eigentlich nur noch wegen dem Bezug zu Burgern und Pommes, denn die Zutaten sind wirklich frisch und hochwertig. Der Nährwert liegt deutlich über dem von in Ketten gekauften Pappdeckeln Burgern. 

Die Pommes fand er nicht ganz so toll, sie waren etwas weich. Er hatte mit etwas Krossem gerechnet. Ich durfte mal kosten, fand sie spitze. Sind halt eher wie die britischen Fish-and-Chips Pommes, hätte nur noch der Essig gefehlt. Ich mag das :-)

Und mein Futter: wow. Mir fehlen die Worte. WOW! Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals einen Burger mit Banane und Erdnuss und Tofu essen würde, aber ab heute würde ich es am liebsten täglich tun. GENIAL! Wer auch immer auf diese kuriose Idee kam, ich möchte ihm bitte einen Orden verleihen! Wer im Mai noch bestellt, soll bitte unbedingt den Monkeyburger bestellen, das ist ein Geschmackserlebnis, wie man es nur selten erlebt. Saftig der gesamte Pattie, die Erdnüsse sorgen für den perfekten Biss, die würzige Soja-Satay-Sauce harmonisiert ideal mit der süßen Banane und dem geräucherten Tofu, den säuerlichen Gürkchen und dem frischen Salat. Ich bin kein Brot- und Brötchen-fan, meist esse ich den Belag ohne Brot, die Bratlinge ohne Brötchen. Aber in diesem Fall habe ich jeden Bissen genossen und war richtig enttäuscht, als das Bun alle war. Die Chips waren ebenfalls klasse. Kross, nicht zu salzig und angenehm gewürzt. Und die Bezeichnung "eine handvoll" für die Menge ist wirklich untertrieben, da hatte jemand seeehr große Hände, puh, das war kaum zu schaffen, man bekommt eine gute Menge für sein Geld geboten.

Alles in allem war es mit 30 Euro (2 Burger, 2 Beilagen-Pommes, 2 Döschen Sauce) trotzdem nicht gerade billig. Aber der Preis ist angemessen für das, was man geboten bekommt, wenn man Herkunft, Produktion, Qualität, Frische und auch die Umsetzung des Firmenkonzepts bedenkt. Außerdem noch etwas, das ich klasse finde: vegetarische und vegane Sachen sind hier deutlich billiger als Fleisch. Hier zahlt man also wirktlich das, was gerechtfertigt ist, und nicht wie woanders den teuren veganen Trend oder die spottbillige Massenfleischproduktion. Wer mal was anderes als Pizza oder Asia möchte, sollte auf jeden Fall mal einen der Burger dort probieren! 

Für mich ist klar: die erste Bestellung wird nicht die letzte sein! Es gibt noch eine Menge Burger und Salate, die ich testen muss! Und natürlich werde ich Euch gerne wieder berichten ;-)

PS: >Frau Jupiter< hat auch gekostet :-)

SaschaSalamander 20.05.2014, 17.15

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