SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Das Joshua-Profil

Der neueste Fitzek nennt sich DAS JOSHUA-PROFIL. Der Text zum Inhalt wird bei mir sehr knapp gehalten, um nicht zu spoilern: Der Autor Max Rhode lebt mit Frau Kim und Pflegetochter Jola in Berlin. Eines Tages bekommt er einen Anruf von einem Fremden. Dieser liegt auf der Intensivstation, nachdem er sich selbst in Brand gesteckt hat. Er fleht Max eindringlich an, keinesfalls kriminell zu werden. Max ist irritiert, er hat kein Verbrechen geplant und kann sich das auch nicht vorstellen. Wie kommt der Fremde darauf, dass Max kriminell sei? Doch dann überschlagen sich die Ereignisse, ...


Wer mehr über den späteren Inhalt wissen will, möge bitte andere Rezensionen lesen. Ich selbst fand es dagegen spannend, mich komplett überraschen zu lassen. Anfangs hatte ich noch etwas anderes erwartet, doch nach einiger Zeit wurde klar, auf was es hinausläuft. Wie bei Fitzek üblich mal wieder ein brandaktuelles Thema, hochbrisant und in den Grundzügen ein zwar überdrehtes aber nicht unmögliches Szenario. Was vor einigen Jahren noch große Science-Fiction im Kino war, ist heute bereits Realität.

Was allerdings unmöglich und unrealistisch ist, das ist die Darstellung: Höher, schneller, weiter. Hektischer, lauter, brutaler. Was Jola alles erleiden muss, sprengt jede Statistik. Und auch das Drumherum, welches Fitzek um den an sich realen und beängstigenden Kern seiner Geschichte spinnt, ist schon eine recht ordentlicher Bissen. Dem Leser wird eine Menge unlogischer und konstruierter Szenen vorgesetzt, an denen er zu knabbern hat. 

Aber egal, es ist Fitzek, und man rast nur so durch die Story. Unterhaltsam, rasant, spannend. Wie immer liebe ich es, mich in seinem Universum fallenzulassen. Aber seine neueren Titel werden immer mehr zu Büchern, die ich fast noch schneller vergesse als lese. So gut sie unterhalten, ist es zuviel Feuerwerk um sein eigentliches Thema herum. Das Feuerwerk verblasst, und der Kern der Aussage wäre eigentlich in wenigen Sätzen zusammengefasst. Dadurch wirkt das Buch wieder einmal ziemlich aufgebläht und hätte sehr gut auch in der Hälfte oder gar einem Drittel der eigentlichen Seitenzahl erzählt werden können. 

Damit will ich das Buch allerdings nicht abwerten. Ich liebe spannende Romane, bei denen ich nur so über die Seiten rase. Aber ich finde es schade, denn Fitzek kann mehr als nur billig zu unterhalten. Ich werde auch sein nächstes Buch wieder begeistert verschlingen. Trotzdem hoffe ich, dass er sich bald wieder mehr auf die Inhalte konzentriert statt die Masse einfach nur mit wilder Haudrauf-Action zu unterhalten. JOSHUA ist eben wieder einmal schnelle, aufregende Unterhaltung, Zerstreuung.

Aber: ja, mir ist leider bewusst, dass sich der neue Stil besser verkauft. Wäre ich Autor, würde ich wohl auch eher das schreiben, womit ich gutes Geld verdiene. Zwei schnell veröffentlichte Romane mit 75% bringen einfach mehr Kohle als ein lang erarbeiter Roman mit 100%. Welcher hauptberufliche Autor würde nicht so handeln?

Und zum Abschluss: vor der Veröffentlichung von DAS JOSHUA-PROFIL wurde groß DIE BLUTSCHULE von "Max Rhode" veröffentlicht. Der Inhalt der BLUTSCHULE ist wichtig für den Roman, da auf diesem Werk ein Teil des JOSHUA-PROFILs basiert. Immer wieder bezieht sich Fitzek auf dieses fiktive Werk, da Max Rhodes Leben der Vergangenheit und Gegewart eng mit dessen Inhalt verknüpft ist. Ich weiß noch nicht, ob ich DIE BLUTSCHULE lesen werde, da sie wohl sehr brutal sein soll und stellenweise an den Stil von Ketchum erinnert. Ich bin kein großer Fan von Folterfilmen und Folterbüchern. Mal sehen ...

SaschaSalamander 11.11.2015, 08.39

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