SaschaSalamander
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Fall 39

Zeit für eine Rezi habe ich nicht, aber ich möchte den Film ungern unter den Tisch fallen lassen. Mein Mann wollte ihn nicht mit ansehen, und einen Horrorfilm alleine, mmh, blöd. Also lief er zu Beginn eher nebenbei. Doch sehr schnell hatte mich die Handlung gefesselt, und ich konnte nichts anderes mehr tun als auf die Leinwand zu sehen. FALL 39 hat mich begeistert, und auch Schatz musste zugeben, dass er ziemlich klasse war! Also werde ich wenigstens ein paar Gedanken unsortiert hier teilen, vielleicht findet der ein oder andere von meinen Lesern ja Interesse an diesem Film ;-)


- Die Handlung beginnt harmlos und normal, eher wie ein Drama. Die Tochter muss aus der Familie genommen werden, denn die Eltern werden nicht fertig mit dem Kind, bedrohen ihr Leben. Die Eltern wirken psychisch krank, behaupten aber immer, ihre Tochter sei das Böse. Dabei wirkt die Kleine so niedlich. Doch als die Sozialarbeiterin sich um das Mädchen kümmert, passieren hier und da seltsame Dinge, und bald fügen sich dem Drama vereinzelt Fantasy-Elemente hinzu. Aber - handelt es sich um Wahnvorstellungen der Betroffenen, oder sind hier wirklich übernatürliche Mächte am Werk?

- Der Film steigert sich ganz stark. Wie gesagt: beginnt harmlos, wird langsam seltsam, dann spooky, immer schrecklicher, steigert sich zum Horror mit schrecklichem Ende ... 

- Es gibt zwar ein paar wenige Jumpscares (die eher unerwartet passieren), aber sie sind gut verträglich für die Psyche, man kann danach trotzdem einschlafen. Der Horror spielt sich eher im Kopf ab. Obwohl es nicht wirklich "gruslig" war, war ich ständig angespannt und gruselte mich. In diesem Film genügt die Kameraführung, ein Blick des Mädchens, eine ausgesprochene Andeutung, dass es dem Zuschauer kalt über den Rücken läuft. Wie gesagt - Horror / Grusel ist hier vor allem zu Beginn das, was nicht ausgesprochen wird und nur zu ahnen ist. 

- Es gibt selten Action, nur gegen Ende einen Showdown. Und mittendrin ein paar schöne Effekte, wenn - Wahnvorstellungen? Träume? Übersinnliches? Horror? - passieren. Trotzdem kann man kaum den Blick von der Leinwand nehmen, weil der Film trotz seiner langsamen Machart unglaublich spannend gemacht ist. Man muss sich eben darauf einlassen, sich überraschen lassen. Wer von Beginn an Blut, Horror oder eine eindeutige Richtung erwartet, wird enttäuscht.

- Die Schauspielerin des Mädchens ist wirklich große Klasse. Sie wirkt so lieb und unschuldig, und sie kann gleichzeitig so bösartig und bedrohlich aussehen. Allein ihr Blick, wenn sie jemandem in die Augen sieht, nicht blinzelt, sich vorbeugt, den Kopf schieflegt und mit unschuldiger Miene spricht, buhaaaa, Gänsehaut!!! Tolle Leistung! :-)

- Damien hat eine kleine Schwester bekommen. Die beiden würden sehr gut zusammenpassen ;-)

- einzig schade: der Film erklärt nicht die Hintergründe. Es ist eben, wie es ist. Das hat mir etwas gefehlt. Aber andererseits - dann ist es eben so. Die Erklärung wäre, da es Fantasy (kein Spoiler, lief schließlich auf dem Fantasy-Filmfestival) und unrealistisch ist, eh an den Haaren herbeigezogen. Also, warum nicht gleich darauf verzichten und in dichter Atmosphäre DAS erzählen, worauf es den Machern ankommt? Das jedenfalls ist gelungen ...

SaschaSalamander 13.04.2016, 07.53

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