SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Food Inc

FOOD INC erzählt, was hinter den Versprechungen der Lebensmittelindustrie steckt und wie die Dinge "hinter den Kulissen" aussehen. Zeigt die Qual der Tiere in den übervollen Ställen, die Machenschaften des Genmais-Riesen Monsanto, zeigt welche Giftstoffe in den Produkten enthalten sind. Der Bürger glaubt häufig, selbst entscheiden zu können, was er zu sich nimmt, doch die Realität ist leider eine andere. 

Der Film ist interessant und abwechslungsreich gestaltet, zeigt einige erschütternden Bilder, aufrüttelnden Interviews und bringt so manchen Zuschauer zum Nachdenken. Ausgezeichnet mit zwei Emmys, für den Oscar nominiert als beste Doku und empfohlen von diversen veganen, vegetarischen und bio-affinen Seiten. 

Allerdings ist er ziemlich auf amerikanische Verhältnisse zurechtgeschnitten, sodass man zum Beispiel bei der Schilderung der amerikanischen Familie über im Supermarkt angebotene Lebensmittel und deren Preise einfach umdenken muss. Während in den mir bekannten Büchern in solchen Fällen in einer Fußnote die deutschen Verhältnisse hierzu geschildert werden, wird dies im Film leider nicht getan. Trotzdem ist all das, was in dem Film erzählt wird, auch sehr gut für deutsche Verhältnisse zu "übersetzen". Es ist erschreckend, wiesehr der Tod von Tieren inzwischen institutionalisiert ist. Die nette Bergbauernkuh ist lediglich das, was dem Verbraucher auf Verpackungen und in der Werbung vorgegaukelt wird.

Der Film richtet sich eher an Neulinge, die sich noch nicht mit dem Thema "woher kommt unsere Nahrung" befasst haben. Für diese jedoch ist der Film ein Augenöffner und zeigt drastisch und ungeschönt, warum man vor dem Konsum erst einmal nachdenken sollte. 

Ich möchte den Film hier kurz vorstellen, weil ich es doch wichtig finde, auf solche Dokumentationen hinzuweisen. Und vielleicht ist der ein oder andere ja neugierig, was so schlimm daran sein soll, wenn es ein Patent auf Lebensmittel gibt, und warum man den Genuss von Eiern nicht so leicht mit "die legen die doch sowieso" rechtfertigen kann. Dem kann ich FOOD INC nur empfehlen :-)

Ergänzung, nachdem einige Kommentare und PNs via Facebook erfolgten: Food Inc ist stellenweise ziemlich brutal, und die Bilder sind sehr eindringlich. Hier wird nichts geschönt, und das Leid wird so gezeigt, wie es tatsächlich ist. Keine glücklichen Kühe auf saftigen Wiesen, statt dessen schreiende, gequälte, blutende Tiere. Ich finde es wichtig, dass der Film solche Bilder zeigt um klarzumachen, dass ein überzüchtetes Huhn qualvoll verenden kann aufgrund Haltungsbedingungen und körperlicher Entkräftung, selbst wenn der Verbraucher denkt "sie legen ja sowieso Eier". Hier wird gnadenlos mit vielen Mythen aufgeräumt.

Ich selbst kann das Leid nachempfinden, muss solche Bilder nicht sehen. Daher hatte ich das auch nicht in meiner Beschreibung erwähnt, denn an diesen Passagen habe ich den Blick abgewendet und nur dem Ton gelauscht, nebenher am PC andere Dinge erledigt. Schon als Kind bekam ich Albträume, selbst wenn nur im Märchen oder Kinderfilm ein Hund geschlagen wurde oder ein Tier in der Falle verendete. Nein, ich muss das nicht sehen. Aber es ist wichtig, dass Menschen, die das nicht wissen, hinsehen und es sich bewusst machen. Dieser Film ist da einen recht mutigen Schritt gegangen!


SaschaSalamander 04.03.2014, 08.39

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