SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Mindnapping 24 - Die Meute

Klappentext: Es schien, als ginge ein ganz normaler Tag für Sheriff Holbrook und seinen Deputy zu Ende, als das verschlafene Nest Garner Springs plötzlich von einer unheilvollen Nachricht erschüttert wird. Ein Feuer in der geschlossenen Psychiatrie von St. Serena hat einer Gruppe geisteskranker Verbrecher zur Flucht verholfen. Der Sheriff setzt alles daran, seine Familie vor den Wahnsinnigen zu schützen, die vom skrupellosen Milton Parrish angeführt werden. Denn Holbrook weiß, dass Parrish eine Rechnung mit ihm offen hat - und ein düsteres Geheimnis aus der Vergangenheit damit ans Licht kommen wird …


Die aktuelle Folge MEUTE der Reihe MINDNAPPING ist von Markus Topf, den man sonst vor allem aus MORD IN SERIE kennt. Daher war ich recht neugierig, was er hier zaubern würde. Das Ergebnis ist nicht so verwoben und inhaltlich dicht, mysteriös und düster, wie man es sonst meist von dieser Reihe kennt, sondern - typisch für Markus Top - eher geradlinig und direkt in Aufbau und Erzählstruktur. Die Story wenig innovativ, dafür aber ziemlich rasante Unterhaltung, die Zeit vergeht wie im Flug. 

Spannungsaufbau ist etwas, das Markus Topf inzwischen wohl im Schlaf konstruiert, mustergültig und zielgenau. In diesem Fall: ein lässiges amerikanisches Setting. Fuchs und Hase sagen sich gute Nacht, man kennt sich, im Diner gibt es heißen Kaffee, Donuts und den neuesten Tratsch. Der Sheriff ist ein liebevoller Vater, der sich um seine Tochter sorgt und ein wachsames Auge auf potentielle Schwiegersöhne hat. Geplänkel unter Kollegen und Kumpels. Und dann, zack, eine schreckliche Nachricht, ein großer Einsatz, ein Riss in der heilen Welt! Die Action beginnt, die Spannung steigt, Szenenwechsel hin zu den "Bösewichten", es geht voran. Aufeinandertreffen der Kontrahenten, zwei Twists (einer zu erwarten, der andere überraschend und weitreichend), Gewalt und Action steigen weiter an, Showdown, Endkampf. Vorbei, Neusortieren der Lage und Ausblick auf die Zukunft. Kurz gesagt: der Hörer wird eingestimmt, dann perfekt unterhalten, dann überrascht, darf dann wieder herunterkommen. Genau so gehört es sich für ein in sich geschlossenes Hörspiel :-)

Die Musik ist wieder hervorragend. Sehr stimmungsvoll und genau richtig für das Hörspiel. Erinnert sehr schön an amerikanische Roadtrips oder Western, an Serien wie Firefly und Co: ein Hauch von harten Kerls, Abenteuer und Freiheit. Freiheit, die den Insassen der forenischen Abteilung in St. Serena nicht vergönnt ist, und die sie sich nun mit Gewalt wieder holen wollen. Die Musik unterstreicht das Aufeinandertreffen dieser zwei Welten und sorgt für passende Atmosphäre. Dazu ausschließlich Dialoge ohne Erzähler und eine realistische Soundkulisse. DIE MEUTE wirkt dieses Mal wie "das Hörspiel zum Film", und diesen Film hätte ich zu gerne gesehen!

In Sachen Sprecher lässt sich das Label wie üblich nicht lumpen. Sheriff Holbrook wird überzeugend gesprochen von Frank Glaubrecht, den Wandel innerhalb des Hörspiels vermittelt er so realistisch, dass es schon unheimlich ist. Wenn Schauspieler / Sprecher so überzeugend verschiedene Charaktere mimen, dann frage ich mich als jemand, der eigentlich glaubt über Menschenkenntnis zu verfügen, oft, inwieweit dies möglich ist, wenn man einem so guten Schauspieler gegenübersteht. Tennstedt, den ich in letzter Zeit vor allem mit dem Pfarrer aus Morgan und Bailey verbinde, schlägt hier als verurteilter Mörder nach vielen Jahren Gefängnis natürlich ganz andere Töne an, und auch er verkörpert seine Rolle mit Genuss und Profession. In weiteren Rollen hört man unter anderem Christine Pappert, Tobias Schmidt, Rainer Fritzsche, Till Hagen, Uschi Hugo, Wolfgang Bahro und weitere. Alle Stimmen fügen sich gut zusammen und lassen den Hörer abtauchen, alles um sich herum vergessen. 

DIE MEUTE ist also insgesamt wieder ein tolles Hörspiel. Zwar etwas anders als für die Reihe gewohnt, dafür aber unterhaltsam und dieses Mal wieder ganz besonders atmosphärisch. 

SaschaSalamander 28.12.2016, 09.11

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