SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Sokora Refugees

segamu_sokora_1.jpgWieder ein älterer Beitrag, diesmal aber nur ein paar Monate :-)

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Diese Rezension ist nun sehr persönlich. Ich habe lange mit mir gerungen, den Manga zu lesen, und es fällt mir schwer, ihn zu beschreiben. Hier werde ich mir große Mühe geben, es objektiv zu beschreiben, aber die eigene Meinung wird hier trotzdem sehr deutlich rüberkommen ...

Inzwischen gibt es Verlage, die Newcomern auch außerhalb Japans eine Chance geben. Man nennt es noch immer "Manga", aber oft leben die Zeichner in Deutschland, Amerika, Polen, England etc. Besonders tut sich da der Tokyopop-Verlag hervor, der ursprünglich in den USA gegründet wurde, der aber auch Filialen hat in Großbritannien und Deutschland. Außerdem veröffentlichen sie neben Mangas auch Comics, Manhwas, Manhuas, Romane, Novels und und und. Ich finde das eine klasse Sache, denn dadurch werden die Grenzen fließend, und es werden Menschen an neue Medien herangeführt, die ihnen bis dato nicht bekannt waren oder die sie bisher falsch einschätzten.

SOKORA REFUGEES nennt sich Manga, ist im Grunde jedoch ein Comic im Mangastil, gezeichnet von Melissa DeJesus, die in den USA inzwischen eine namhafte Zeichnerin, auch im Bereich Animation, ist. Sie unterrichtet sogar im Comic-Zeichnen. Mit SOKORA hat sie sich das erste Mal an den Bereich Manga gewagt. Die Geschichte dagegen stammt von Segamu, der mit SOKORA seinen fetzigen Erstling schrieb.

Die Geschichte handelt von dem Mädchen Kana, das in der Schule immer ein wenig hinter den anderen steht. Plötzlich wird sie vom neuen Mitschüler im Duschraum der Mädchen in eine fremde Welt teleportiert, wo sie sich mitten zwischen den Fronten eines Kampfes wiederfindet. Es gelingt ihr zwar vorerst, wieder in ihre Welt zurückzukehren, aber danach ist nichts mehr wie zuvor, ...

klassische Geschichte, jede Menge Stoff für eine Comedy, die den Leser nicht zu Atem kommen lässt, ob nun vor Spannung oder Lachen. Für beides ist gesorgt, in rasantem Tempo rasen die Mädels von einem Panel zum nächsten. Die Story ist erste Sahne, sie ist packend und man kann mitfühlen, wie aus dem Lehrbuch in Sachen Storyaufbau und Charakterentwicklung. Die Zeichnungen sind geübt und flüssig, man sieht Melissa an, dass dies nicht ihr erstes Werk ist.

Ich bin sicher, dass die LeserInnen begeistert sind, es ist geeignet sowohl für Mädels wie auch Jungs. Die Probleme sind klassische für Teenager, mit allem was die Pubertät und das Thema Jungs - Mädels so mit sich bringt, witzig zubereitet. Und der Fantasy-Anteil ist klasse. Deswegen tut es mir schon weh, dass ich die Reihe nicht weiterlesen konnte, denn die Monster sind absolut klasse dargestellt, herrlich blöd und tumb. Das Katzenmädchen (oder so eine amerikanische Waschbärart, Tanuki, schwer zu sagen?) ist total niedlich. Ich mag die Welt, in die die Mädels bald gebracht werden, und ich wünschte, ich könnte sie auch weiterhin begleiten.

Eigentlich kann ich den Manga uneingeschränkt empfehlen. Ich selbst allerdings mag ihn trotzdem absolut nicht. Und ich kann nicht einmal erklären, woran es liegt. Ich kann nur vermuten, woran es liegt, dass ich mich von Seite zu Seite quälte und nach der Hälfte des ersten Bandes dann endgültig aufgeben musste. Vielleicht liegt es daran, dass es zwar als Manga verkauft wird, aber im Grunde doch amerikanisch ist. Teenie-Highschool, wie man es aus bekannten Serien kennt, mit allem was dazugehört. Absolut nicht mein Ding, ich mag weder die Mentalität noch den Stil, könnte aber nicht definieren, was exakt davon und wie sich dies äußert.

Oder vielleicht ist es die Nonstop-Action. Keine Pause, auf jedem Bild wird geschrien, geweint, getobt, gekämpft, gewettert, geflucht, gepoltert, gejammert, das Herz gebrochen, sich vor Scham versteckt, in einem Bild heulend und jammernd, im nächsten wieder flippig witzig die Brüste hervorrecken und keck posieren. Gefühlschaos und Action nonstop. Witzig und gekonnt inszeniert. Aber eben nonstop, fast schon überladen.

Die sekundären Geschlechtsmerkmale gigantisch: aufgeplusterte Lippen, aufgetakelte Haare, dickes MakeUp, Megabrüste, ich mag sowas nicht, da finde ich die stilleren Japaner, die da oft realistischer sind, wesentlich angenehmer in den Zeichnungen. Warum muss man im Westen immer so übertreiben und aus hübschen Brüsten gleich riesen Titten werden lassen, und warum muss überall das Höschen rausblitzen? In den Mangas nennt sich das Fanservice und ist Softerotik, aber bei uns wird sowas als "normal" verkauft und den Jugendlichen als Standart untergejubelt *grml*.

Nein, die Serie ist nichts für Menschen, welche die leisen Töne lieben. Die auch gerne einmal ruhig und gemütlich ein Gefühl über mehrere Seiten bei sich wirken lassen und sich in einem Moment versenken, ihn erspüren und mitfiebern. Dafür aber für alle flippigen, hektischen, wuseligen Youngsters, die es hip, trendy, sexy, mega und chaotisch lieben :-)

SaschaSalamander 28.03.2013, 08.47

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