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Ausgewählter Beitrag

The Forest

Der >Aokigahara-Wald< ist die Grundlage für diesen Film. Es gibt diesen Wald am Fuße des Berges Fuji tatsächlich, um ihn ranken sich Sagen und Legenden. Er zieht Selbstmörder an und ist die hervorragende Kulisse für einen Horrorfilm ...




Als Sara erfährt, dass ihre Zwillingsschwester Jesse in den Wald ging und nicht zurückkehrte, macht sie sich auf die Suche nach ihr. Gemeinsam mit einem Bekannten und einem Führer macht sie sich auf den Weg in die Dunkelheit und Einsamkeit des Waldes. Der Führer schärft ihr ein, dass was auch immer sie sieht sich nur in ihrem Kopf abspielt, denn der Wald kenne die Traurigkeit der Menschen, gaukle ihnen Dinge vor, verführe sie, leite sie in die Irre, bis sie schreckliche Dinge täten. 

Wie gesagt: hervorragende Grundlage für einen Horrorfilm. Meine Befürchtung war, dass es ausarten würde in billige Effekthascherei, lächerliche Inszenierungen und seichte amerikanische Unterhaltung. Und ich war positiv überrascht, dass dem nicht der Fall ist. 

Es gibt ein paar Jumpscares, ich empfand sie jedoch als angenehm. Wo andere Filme darauf setzen, in Millisekunden unerwartet etwas ein- und sofort wieder auszublenden, am besten mit einem lauten Geräusch und dem schrillen Schrei der Protagonistin untermalt, lässt man sich hier etwas mehr Zeit, und das Bild kann auch tatsächlich erfasst werden, sodass es zwar gruslig ist aber verarbeitet werden kann, und auch die Geräuschkulisse ist moderat. 

Überhaupt wird hier wenig mit der Soundkulisse gespielt. Auch das etwas, das ich sehr angenehm finde, da die Stille des Waldes dadurch sehr viel atmosphärischer wirkte. Ich mag es nicht, wenn in modernen Filmen mit Hilfe von kaum wahrnehmbaren Bässen ein Gefühl von Unwohlsein erzeugt wird, das wirkt auf mich immer, als hätten die Filmemacher nichts Besseres zu bieten als nur billige Tricks. 

The Forest bietet statt dieser billigen Jumpscares und Soundeffekte eine wunderschöne gruselige Atmosphäre. Dunkelheit, Stille, langsame Bewegungen, knackende Äste, knarzende Bäume. Das Wissen, dass das Grauen sich im Kopf abspielt. Verängstigte Blicke, Ungewissheit. Zwischendurch gibt es dann ein paar Leichen oder hässliche Szenen, jedoch werden diese hier ein Mittel zum Zweck der Atmosphäre und nicht als billiges Stilmittel eingesetzt. 

Was mir auch gefiel: es ist ein schöner Mix aus asiatischem und amerikanischem Horror. Der amerikanische ist mir meist zu platt, der asiatische lässt mich nächtelang nicht schlafen. Hier wurden asiatische Stilelemente und Setting gemischt mit westliche Schauspielern und Elementen, sodass der Film zwar gruselt aber nicht ängstigt, sodass er unterhält aber nicht zu seicht ist. 

Wer eher stillen Horror mag, wer sich lieber gruselt als ekelt, dem sei dieser Film ans Herz gelegt. Kein Highlight der Kategorie "muss jeder gesehen haben". Aber auf jeden Fall ein "gehört zu den besseren, wenn man nur noch ausgewählte Titel ansehen möchte".

Ansonsten: es gäbe unglaublich viel zu sagen. Kameraführung. Schauspieler. Dialoge. Genaueres Eingehen auf die westlichen / asiatischen Stilmittel. Und was diesen Film sonst noch so ausmacht. Aber momentan habe ich nicht die Zeit und den Nerv, solche Dinge ausführlich zu beleuchten. Ich fände es aber schade, wenn ich deswegen kaum noch rezensiere. Also werde ich manche Rezensionen hier etwas abgespeckt veröffentlichen. Für Euch als Filmtipp und für mich als Erinnerung / Verarbeitung für das, was ich konsumiert habe ;-)

SaschaSalamander 30.11.2016, 09.06

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Tina

Ich muss leider sagen, dass mir der Film gar nicht gefallen hat. War sehr neugierig auf ihn, nachdem ich den ersten Trailer gesehen hatte, aber ich fand ihn überhaupt nicht gruselig und die Geschichte an sich einfach nicht gut.
Hab danach eine Doku über den Wald gesehen, die ich deutlich beänstigender fand - Hier klicken - die kann ich aber wirklich empfehlen :) .

vom 01.12.2016, 11.27
Antwort von SaschaSalamander:

thx, die Doku sehe ich mir mal an. Habe bisher nur darüber gelesen, aber keine Doku gesehen. Ist aber ein interessantes Thema. 

Wie gesagt, der Film ist Geschmackssache, ich mag die Art des Spannungsaufbau u Grusels, aber das ist halt sehr eigen hier ... sehr still, sehr ruhig, für viele vielleicht langweilig ...


 






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