SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Warum wir im Sommer Mückenstiche kriegen

Der komplette Titel des Buches lautet "Warum wir im Sommer Mückenstiche kriegen, die Schnecken unseren Salat fressen und es den Regenbogen gibt - Eine Geschichte von Noah und seiner Arche zu >Variationen über ein Thema von Haydn< von Johannes Brahms". 

Autorin der Geschichte ist Kirsten Boie, die ich neben den klassischen Kinderbüchern vor allem für ihre ernsten und doch kindgerechten Sachbücher zu ansonsten oft tabuisierten Themen sehr schätze. Sprecher des Hörbuches ist Peter Kaempfe, den ich nicht kenne und zu dem ich nicht viel erzählen kann. Die Orchestereinlagen werden unter Regie von Fancois-Xavier Roth vom SWR Sinfonieorchester eingespielt. 

Erzählt wird die bekannte Geschichte von Noah und der Arche. Anders als rein die Bibel zu zitieren wird hier sehr viel in einzelne Aktionen hineininterpretiert und werden verschiedene Handlungen hinzugedichtet, um es für Kinder lebendiger zu machen. Die Art und Weise, wie dies geschieht, möchte ich nicht niederreden, muss aber ganz ehrlich sagen, dass es meinen Geschmack absolut nicht getroffen hat. Gott wird hier auf eine Weise personifiziert, die mir zu wenig göttlich und dafür zu launisch und wankelmütig und wenig vorausschauend erscheint. Der Humor, der gelegentlich eingebaut ist, will bei mir nicht so recht zünden. Vielleicht liegt es daran, dass es wirklich eine Geschichte rein für Kinder ist. Von der Sorte, die für Erwachsene nicht geeignet sind (es gibt ja Kinderbücher, die für alle Altersklassen geeignet sind und solche, die sich eben ganz alleine nur an Kinder richten). 

Der Vortrag des Sprechers erinnert an einen Märchenonkel. Mit ruhiger, beschaulicher Stimme erzählt er, wie Gott seinen Plan ersinnt, Noah und seine Söhne die Arche bauen, wie einer der Söhne sich über die Anweisungen hinwegsetzt. Er bringt wenig Abwechslung mit seiner Stimme ein, jedoch scheint mir das hier auch nicht erforderlich oder möglich, bleibt die Geschichte selbst doch stets auf einem eher ruhigen Level ohne große Aufregung oder Spannung. 

Die Musik dagegegen ist ein absolutes Highlight auf der CD. Sehr schön umgesetzt vom Orchester und prima passend für diese Geschichte. Zwar werden nicht wie bei Marco Simsa einzelne Elemente herausgegriffen und erklärt, aber auch ohne Beschreibung ist es sehr schön möglich, Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Gottes Zorn, der prasselnde Regen, das Gedränge der vielen Tiere, die ersten Sonnenstrahlen, der Regenbogen, als hätte Brahms dieses Stück speziell zu diesem Thema geschrieben. 

Ich bin ein wenig hin und hergerissen in meiner Bewertung und werde deswegen wie in solchen Fällen bei mir üblich mehrere Punkte getrennt bewerten:

Geschichte: 3 von 5 Mückenstiche
Sprecher: 4 von 5 Märchenonkel
Musik: 5 von 5 donnernde Paukenschläge

Gesamt: 4 Regenbogen

SaschaSalamander 03.03.2014, 08.34

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