SaschaSalamander
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Lady Bedfort 48 - die Sorgen des Mr Bloom

bedfort_48bloom_1.jpgINHALT

In der nunmehr 48ten Folge geht es wieder einmal um einen Mord. Ein Apotheker liegt tot in seinen Verkaufsräumen. Während Gomery und Miller den Tatort untersuchen, tritt wie zufällig wieder einmal Lady Bedfort mitten in das Geschehen und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln. Was verbirgt der Arzt, mit dem der Apotheker schon häufiger Streit hatte? Warum wurde außer Morphium nichts gestohlen? Es fehlte am Vortag Geld in der Kasse, das jetzt auf einmal wieder da ist? Und wer ist das alte Ehepaar, das anfangs so gar nicht in die Handlung zu passen scheint?


EINE KLASSISCHE FOLGE

Die aktuelle Folge ist, nachdem 46 und 47 sich in Aufbau und Gestaltung etwas von der restlichen Serie abhoben, wieder ein ganz klassischer Fall. Lady Bedfort schnüffelt gegen den Willen Gomerys und mit der Unterstützung von Inspektor Miller fleißig an allen Orten, wo sie eigentlich nichts zu suchen hat. Und dabei erfährt sie eine Menge, was der Polizei entgeht, sodass sie ihre eigenen Schlüsse ziehen und wieder einmal im letzten Moment das Schlimmste verhindern kann. Vivien, Denham und Inspektor Miller sind ebenfalls wieder alle drei mit von der Partie. Wie gesagt: absolut klassisch, sowohl für Lady Bedfort als auch das Genre an sich. Da die Handlung für sich steht und kaum etwas aus dem Leben der einzelnen Protagonisten geschildert wird, eignet sich Folge 48 diesmal auch ideal für Neueinsteiger. Es ist keine Vorkenntnis über die Serie an sich erforderlich, unterscheidet sich von der ersten Folge jedoch deutlich durch die zunehmende Erfahrung, die seit inzwischen fast fünf Jahren bei der Umsetzung der Hörspielreihe gesammelt wurde.


VERDÄCHTIGE

Was mir diesmal besonders gefallen hatte: es gab mehrere Verdächtige, die infrage kamen, und es gab zwar viele Hinweise, doch viele davon führten in die Irre. Schon zu Beginn ahnt man sofort, wer es sein muss, doch kurz darauf richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine andere Person. Auch die Frage, warum der Apotheker sterben musste, bleibt bis zum Schluss offen, die Frage nach dem Motiv ist ebenso drängend wie die Suche nach dem Mörder. Ich vermute, dass die meisten Hörer zwar die Richtung erahnen, aber wirklich auflösen wird es wahrscheinlich kaum jemand: zusehr drängen die Vermutungen in eine ähnliche aber falsche Richtung. Es hat mich gefreut, bis zum Ende im Dunkeln zu tappen.

Ein gelungener Kunstgriff sind die Episoden zwischen Rupert und Tilda Bloom. Natürlich weiß man sofort, dass sie etwas mit dem Mord zu tun haben. Aber waren sie Zeugen, Täter, Mitwisser oder auf ungewollte Weise Auslöser? Das alte Ehepaar macht diese Folge auf seine ganz eigene Weise zu etwas Besonderem, es ist köstlich, ihnen  zu lauschen, die Spannung zwischen den beiden Sprechern ist hervorragend umgesetzt worden.

SPRECHER

DIE SORGEN DES MR BLOOM ist eine Folge mit sehr vielen Sprechern. Und so darf man sich über drei neue Stimmen in der Serie freuen: Franziska Troeger übernimmt die Rolle der alten, keifenden Tilda Bloom gekonnt unsympathisch, es macht Spaß ihr zuzuhören. Jaqueline Svilarow spricht die junge Angestellte hervorragend, sowohl den naiven Part als auch ihre andere Seite. Und mit Tobias Kluckert tritt nun einer der Söhne von Jürgen Kluckert (Tim Denham) auf, auch er spielt gekonnt zwielichtig und undurchschaubar.

Abgesehen von den Sprechern der Stammrollen gibt es zwei bekannte Stimmen, die wieder eingesetzt wurden: Peter Weis kennt man bereits aus drei anderen Folgen, Oliver Feld war bisher erst zwei mal zu hören, und auch sie spielen ihre Rollen glaubwürdig.


MUSIK

Der helle, freundliche Klang sagt mir sehr zu, lockert die oft tragischen Geschichten etwas auf. Doch auch bedrohliche Parts werden eingespielt, in dieser Folge durch Variationen des Themas >Dies Irae<. Im Booklet beschreibt Dennis Rohling, wie es dazu kam, ich fand die Entstehungsgeschichte sehr interessant, und nachdem ich weiter dazu recherchiert hatte und mir auch andere Variationen des Themas angehört hatte, habe ich seit gestern Mittag einen ziemlich fiesen Ohrwurm, der nicht mehr gehen will. >Dies< ist der Song, der Dennis inspirierte.

Es gefällt mir, wenn man durch das Booklet auf Dinge aufmerksam gemacht wird, die sonst eher untergehen. Man neigt als Hörer dazu, weniger auf Sprecher, Autoren oder Musik einer Reihe zu achten, doch durch einzelne Hinweise und Goodies wird das Hörspiel lebendiger, achtet man stärker auf einzelne Details. Und gerade Musik ist etwas, das meist zu wenig Beachtung erhält in Hörspielen und hier immer wieder hervorgehoben wird.


FAZIT

DIE SORGEN DES MR BLOOM ist eine Folge im klassischen Stil, die jedoch durch die Vielzahl an Verdächtigen, die parallele Handlung des alten Ehepaares und die bis zum Schluss unklare Auflösung überzeugt. Auch die neuen Sprecher fügen sich in die bestehenden Rollen ein und lassen auf weitere Auftritte hoffen. Wieder einmal bester Hörgenuss für alle Fans und Neueinsteiger der Serie. 

SaschaSalamander 31.01.2012, 08.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Krimi, Tip,

Mein kleiner Horrortrip

Ich kann es nicht oft genug sagen: ich liebe Kurzgeschichten. Und in diesem Fall besonders kurze Kurzgeschichten. Manche sogar nur zwei Sätze oder einen einzigen Absatz lang. Für Kinder und Jugendliche, genau richtig fürs Lagerfeuer oder abends im Schullandheim. Aber für solche Sachen werde ich wohl niemals zu alt sein, also konnte ich es kaum erwarten, mich endlich auf >MEIN KLEINER HORRORTRIP< zu stürzen! :-)

Die Autorenliste dieses Hörbuchs liest sich wie ein Who is Who der besten (nicht nur) Kinder- und Jugendbuchautoren. Es fällt mir schwer, nur ein paar herauszupicken, doch meine Favoriten sind auf jeden Fall Lemony Snicket (eine Reihe betrüblicher Ereignisse), R L Stine (Gänsehaut), Jenny Nimmo (Charlie Bone), Neil Gaiman (Coraline), Holly Black (Spiderwick), Kenneth Oppel (Silberflügel), Erin Hunter (Warrior Cats), Melissa Marr (Sommerlicht-Reihe) und viele weitere.

Auch die Sprecher verleihen den Werken eine ganz besondere Note: Rainer Strecker, Anna Thalbach, Stefan Kaminski sind große, bekannte Namen, die unabhängig vom interpretierten Werk bereits ein Garant für Unterhaltung sind. Nicki von Tempelhoff hat noch nicht so viele Hörbücher gesprochen, ist jedoch mit der Ghosthunter-Reihe kein Unbekannter mehr. Schaurig, aber ohne dabei zu übertreiben, sprechen sie ihre Texte, ziehen die jungen Hörer in ihren Bann.

Die Titel sind, wie gesagt, klassische Gruselgeschichten am Lagerfeuer: ein Kind bestrahlt das Gesicht von unten mit der Taschenlampe, die anderen sitzen versammelt im Kreis, und dann am Schluss bei der "schaurigen" Pointe ein gemeinsames Kreischen und Lachen. Ich finde die kleinen Episoden alle sehr gelungen, gerade durch die unterschiedlichen Themen und Ideen. Natürlich gibt es stets wiederkehrende Motive wie lebendige Puppen, bösartige Babysitter, fiese Clowns oder unheimliche Gemälde, einfach weil es immer wieder gefällt. Und auch so nette Ideen wie das humorvolle Gedicht eines frisch beerdigten und von Würmern zerfressenen Menschen oder Suppen mit seltsamer Wirkung. Was tun, wenn das geliebte Haustier plötzlich spricht und sein Herrchen töten will? Wie kann man testen, ob die eigenen Eltern echt oder Außerirdische sind? Wie muss man den Fluch der Voodoopuppe abwehren?

Besonders mag ich es, wenn sich am Ende die Perspektive ändert. Wenn also das vermeintlich ängstliche Kind sich als Monster entpuppt, das Angst vor Menschen hat. Wenn das Opfer auf einmal zum Täter wird und Rache übt. Einfach köstlich, wie man in so wenigen Sätzen (eine Geschichte besteht sogar nur aus zwei Sätzen) so viel aussagen kann.

Ob der Begriff "Horrortrip" gerechtfertigt ist, sei mal dahingestellt. Ich persönlich finde ja, denn schließlich ist es kein Stephen King oder Dean Koontz, sondern ein Kinderbuch, und Kinder will man nicht traumatisieren, ihnen aber gerne kindgerechten Grusel gönnen. Und, mal ganz ehrlich - Erwachsene, die SO abgeklärt sind, dass sie nicht die ein oder andere Geschichte doch ein wenig unheimlich finden, die sind mir suspekt ;-) Na und, was zählt ist doch die Atmosphäre, der Spaß, die Vorfreude auf das Kommende. Für Kinder genau richtig, um ihnen keine bleibende Angst einzujagen aber doch für eine wohlige Gänsehaut zu sorgen. Nachts, unter der Bettdecke, mit der Taschenlampe.

Hören und dann nachts den Freunden bei der Pyamaparty erzählen! Genau dafür wurde dieses tolle Buch gemacht :-)


SaschaSalamander 30.01.2012, 09.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Kinder, Tip,

Statistik KW 04

GELESEN / GEHÖRT
1 - Jack Slaughter 16 - Asmodianas Todesring
1 - Die drei ??? 151 - Schwarze Sonne
1 - Mein kleiner Horrortrip
1 - Lady Bedfort 48 - die Sorgen des Mr Bloom
1 - Lady Bedfort 49 - die Weisheit des Cicero
2 - Retrum (F Miralles)
3 - Die Brautprinzessin (W Goldmann)
3 - Elbenthalsaga 01 (I Pala)


GESEHEN
Aristocats
Oliver und Co
Charlie - alle Hunde kommen in den Himmel


NEUZUGÄNGE
The girl with glass feet (A Shaw)
Lady Bedfort 48 - die Sorgen des Mr Bloom
Lady Bedfort 49 - die Weisheit des Cicero
Mein kleiner Horrortrip
Emma im Knopfland (U Rylance)
Ein mittelschönes Leben (K Boie)
Treffpunkt Tatort - die Schlange (K P Wolf)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 29.01.2012, 20.52| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Retrum

miralles_retrum_1.jpgINHALT

Christian verliert bei einem tragischen Unfall seinen älteren Bruder. Die Familie zerbricht, und nun lebt Christian bei seinem Vater. Eingeengt von der sorgenden Kontrolle des Vaters, erschöpft von der unverarbeiteten Trauer, todessehnsüchtig und des Lebens überdrüssig, und doch ein Jugendlicher mit Hoffnung und Lebenswille. Und da trifft er auf die Gruppe RETRUM, bestehend aus zwei Mädchen und einem Jungen, freundet sich mit ihnen an und wird nun zum Mitglied des "Ordens der Blassen". Sie treffen sich nachts auf dem Friedhof, tragen dunkle Gewänder. Tagsüber verbindet sie nur wenig. Doch Christian verliebt sich in eines der beiden Mädchen. Und dann ist da noch seine attraktive Klassenkameradin. Bei einem Urlaub mit RETRUM passiert etwas Schreckliches, das Christians Leben für immer verändern wird ...


GENRE

Das Buch wird als Thriller vermarktet, was ich nicht nachvollziehen kann. Ja, nach der Hälfte geschieht etwas, das den Begriff Thriller an sich rechtfertigt. Doch zum einen ist da das halbe Buch bereits eher gemächlich vergangen, und zum anderen bleibt der Erzählstil dennoch ruhig, fließend, erzählend statt spannend und thrillergerecht. Für einen Bildungsroman ist die erzählte Zeit wohl zu kurz, ansonsten fände ich diesen Begriff recht geeignet hierfür. Es wird sehr viel über Christian, seine Erlebnisse und die daraus resultierende Entwicklung erzählt. Der Junge muss seine Identität finden und sich klar werden, was er eigentlich möchte und was ihn vorantreibt. Er erkennt, dass Liebe nicht immer einfach ist und wie er mit Trauer umgehen kann ohne den Tod herbeizusehnen. RETRUM beleuchtet eine wichtige Episode seines Lebens, die ihn verändert und prägt.


CHARAKTERE

Leider finde ich die Charaktere alle etwas flach. Sogar der Protagonist bleibt an vielen Stellen undurchsichtig. Es stört mich nicht, wenn ein Charakter anders handelt als mein Logikempfinden dies verlangt, doch ich wünsche mir, dass der Autor mir dies nachvollziehbar beschreiben kann. Was hier leider nicht der Fall ist. Einige Male habe ich nur mit dem Kopf geschüttelt und mich gefragt, weshalb der Autor wichtige Punkte bei den Entscheidungen unbeachtet ließ. Warum die wichtigsten Dinge völlig außer Acht gelassen wurden.

Die Nebencharaktere bleiben weitgehend undeutlich. Sogar Alexia und Alba, die zwei Mädchen, die in seinem Leben eine große Rolle spielen, nehmen im Buch nur unbedeutende Nebenschauplätze ein. Man erfährt kaum etwas über sie, sie bleiben durchgehend blass. Von Christians Vater und den beiden anderen Mitgliedern Retrums sowie einem befreundetem Maler ganz zu schweigen (dessen Rolle am Ende ich zudem ziemlich "aus dem Hut gezogen" fand).

Schade, denn gerne hätte ich mehr über die Personen erfahren, mich in ihre Welt ziehen lassen und mit Christian gelitten. So jedoch hat mich das Schicksal der Einzelnen, ja nicht einmal ein tragischer Tod, sonderlich berührt.


ERZÄHLWEISE, AUFBAU

Die Erzählung beginnt sehr ruhig, angenehm fließend. Das Buch liest sich sehr flüssig. Auch, wenn bis zur Hälfte keine Spannung auftritt, ist man trotzdem schnell im Buch drin und verfolgt gerne das Erleben von Christian. Es muss nicht actionreich sein, auch gut erzählte Worte wissen zu überzeugen. Nachdem es dann im zweiten Teil bezüglich der Handlung an Spannung zunimmt, bleibt die Erzählweise dennoch ebenso ruhig. In meinen Augen zieht es sich ab diesem Moment sogar: denn mir war vom ersten Moment an klar, wer bzw was dahinterstecken muss, es deutete alles darauf hin. Dennoch dauerte es noch knapp eine CD, bis dann die "Auflösung" erfolgte und alles andere als überraschend war. Warum jedoch die Polizei nichts dazu beigetragen hatte und diese simple Tatsache nicht erkannt hatte, und warum trotz der gefährlichen Bedrohung Christian nicht mehr mit der Polizei zu tun hatte, das verstehe ich nicht.

Es zieht sich gegen Ende, denn man weiß, wer der Täter ist und was dahintersteckt. Doch Christian kommt nicht dahinter, bis er dann mit der Nase daraufgestoßen wird auf eine Weise, wo ich mir erneut dachte "na, das hätte man aber auch früher sagen können". Der Anfang der dritten CD fiel mir recht schwer, bis es gegen Ende dann wieder anzog und in zwei, drei Tracks dann abrupt beendet war. Zack, Ende, Aus, und jetzt ist es vorbei, man könnte zwar noch ein paar Sachen ergänzen zum Schluss, es abrunden, aber da kam nichts mehr.


HÖRBUCH

Ein weiteres Problem: das Hörbuch scheint mir sehr abgehackt. Ob dies an den Kürzungen liegt, um es auf 3 CDs zu bringen, oder ob der Autor tatsächlich so große Zeitsprünge macht, das vermag ich nicht zu beurteilen. Aber immer wieder habe ich einen Track zurückgespult, weil ich dachte, dass ich irgend etwas Wichtiges verpasst hätte. Da arbeitet Christian noch in den Sommerferien, um Geld für seinen Urlaub zu verdienen, und wenige Sekunden später ist er schon fröhlich im Ausland auf einem Friedhof. Er findet seine Klassenkameradin nett und mehr nicht, und zack auf einmal ist sie attraktiv und anziehend. Da trifft er Retrum, trifft sie nach vielen Monaten wieder und die Zeit dazwischen wird einfach verschluckt. Mag sein, dass der Autor die entsprechenden Szenen als unwichtig erachtet, aber man sollte sie dennoch erwähnen, damit er Leser sich nicht so überrumpelt fühlt. Und falls es am Hörbuch liegt, hätte man etwas geschickter kürzen müssen oder in den sauren Apfel beißen und 4 CDs daraus machen.

Das Booklet beinhaltet eine Tracklist der Lieder, die Alexia für Christian auf Kassette aufgenommen hat. Tolle Idee. Leider der einzige Bonus. Ich freue mich immer über ausführliche Booklets mit ein wenig Hintergrundinfo. Nun gut, aber das ist kein Bewertungskriterium für die Qualität des Buches an sich.

Was ich positiv hervorheben möchte ist der Sprecher Robert Köhler. Es war das erste Mal, dass ich ihn hörte, und er hat mich schon von Beginn an überzeugt. Er passt hervorragend zur Rolle des melancholischen Protagonisten. Und auch sonst hat er eine äußerst angenehme Stimme, eine sehr gute Betonung. Seine Sprachmelodie, der Rhythmus, die Stimme, das fließt angenehm ins Ohr und schmeichelt besonders den weiblichen Hörern. Sehr gerne möchte ich mehr von ihm hören!


FAZIT

Die Geschichte hätte Potential zu mehr. Die Handlung ist im Kern spannend, und Christians Erleben trifft den Nerv vieler Jugendlicher und junger Erwachsener. Ich finde es sehr gut, dass hier auch eher ernste Themen aufgegriffen werden. Der Sprecher macht das Buch zu einem Genuss, auch wenn die Handlung stellenweise ein wenig krankt. Schlecht ist das Buch auf keinen Fall. Aber wirklich gut ist dann doch etwas anderes. Nettes Mittelmaß, keine Top-Empfehlung, aber davon abraten möchte ich auch nicht. Am besten einfach mal reinhören und sich eine eigene Meinung bilden :-)

SaschaSalamander 28.01.2012, 09.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Jugend

Feuergott

hellinger_feuergott_1.jpgWie >hier< schon geschrieben, freue ich mich immer, wenn ich regionale Schriftsteller entdecke (naja, >es gibt auch Ausnahmen<, wie die letzten Tage mir bestätigen, aber das ist ein anderes Thema). In diesem Fall las ich das erste Mal ein Buch von >Peter Hellinger<, der selbst einen kleinen Verlag gegründet hat: >Art and Words<. Über >BloggDeinBuch< erhielt ich ein Exemplar seines Werkes >FEUERGOTT<.

FEUERGOTT ist eine Ansammlung von Kurzgeschichten des Verlagsinhabers und Autors Peter Hellinger. Ich liebe Kurzgeschichten, denn sie sind ideal für zwischendurch: z.B. vor dem Schlafengehen. Wenn man nur eine oder zwei Stationen in der U-Bahn fährt. Wenn man gerade keine Zeit hat aber trotzdem ein paar Minuten abschalten möchte. Wenn man einfach mal ein wenig Abwechslung möchte statt 500 Seiten ein und desselben Autors zu lesen. Wenn man überrascht werden möchte. Denn was mir an Kurzgeschichten ebenfalls gefällt: sie haben in der Regel eine überraschende Wende oder beschreiben kurz einen wichtigen Wendepunkt im Leben eines Menschen. Schnell gelesen, aber lange darüber nachgedacht. Zumindest wenn die Geschichte gut war. Und das sind sie hier.

Eine inhaltliche Zusammenfassung zu schreiben ist bei diesem Titel nicht möglich. Zu verschieden sind die Geschichten, zu unterschiedlich die Erzählweisen. Auf 153 Seiten findet der Leser 36 Geschichten, die einzelnen Geschichten sind oft nur eineinhalb bis drei Seiten lang. Was schön ist: die Geschichten sind optisch gut voneinander getrennt, sodass sie nicht wie bei Kleinverlagen sonst oft üblich "ineinanderfließen". Andererseits kostet das Büchlein 15 Euro, vielleicht hätte man mit weniger Seiten und effizienterer Platznutzung und ein paar Euro günstiger drucken können. Es hat eben immer alles zwei Seiten ;-)

Die Geschichten lesen sich sehr flüssig, die Sprache ist schmucklos, direkt und lenkt durch ihren einfachen und doch kunstvollen Stil nicht vom eigentlichen Inhalt ab. Was mir sehr gefällt: die hohe Kunst der Kurzgeschichte ist es, dem Leser eine Geschichte zu erzählen, um dann am Ende spontan zu überraschen. Eine völlig neue Sichtweise, eine ungewöhnliche Auflösung, der Leser soll am Ende der wenigen Zeilen erstaunt, fasziniert, erschüttert, überrascht sein. Hellinger schreibt in einem neutralen Stil, der oft nichts vom Ende erahnen lässt, und dann - zack, im letzten Satz - die Pointe.

Seine Geschichten bringen zum Schmunzeln, Lachen, Nachdenken. Die Inhalte sind tragisch, ironisch, witzig und mit einem Augenzwinkern dargeboten. Das Genre erstreckt sich von Fantasy über Thriller, Märchen, Krimi oder einer schlichten Erzählung. Entsprechend den Erfordernissen der jeweiligen Geschichte passt er Zeitform und Erzählperspektive an: mal findet sich der Leser in der Gegenwart, mal in der Vergangenheit. Mal sieht er die Geschichte aus Sicht des Protagonisten, ein andermal erzählt ein Außenstehender seine Beobachtungen, ja er lässt sogar Pflanzen und Gegenstände lebendig werden und zum Leser sprechen. Und was sehr ungewöhnlich ist (bisher habe ich nur ein Buch dieser Art gelesen: >DU< von Zoran Drvenkar), der Protagonist spricht den Leser mit "Du" an. Ein Kunstgriff, den ich besonders in "Der Dolch" überaus gelungen finde. Erzähperspektive und Zeitform wechseln manchmal sogar innerhalb einer einzigen Geschichte, sodass man den anfänglichen Zusammenhang im ersten Moment nicht erkennt. Dann, nach dem Begreifen, liest man ein zweites Mal, um nun im Nachhinein die Bedeutung einzelner Momente zu erfassen, diesmal mit völlig neuen Augen.

Manche der Geschichten sind ein wenig vorhersehbar (z.B. Dosenfleisch, das letzte Bild), andere dagegen sind äußerst unerwartet und ungewöhnlich (z.B. Bakun, Der Dolch). Doch immer muss man einen Moment innehalten und die Geschichte wirken lassen. Traurige Todesfälle, die falsche Anwendung magischer Liebestränke, die Beschwörung eines Gottes, ein geheimnisvoller Bruder, Nahtoderfahrungen zweier Menschen, das Ende der alten und der Anfang einer neuen Welt, der Autor führt den Leser auf die unterschiedlichsten Schauplätze von Vergangenheit über Gegenwart und Zukunft. Man spürt die Lust des Autors am Fabulieren, es scheint, als habe er viele Ideen und Gedanken, die er zu Papier bringen möchte, als wolle er seine Fantasien in Worte kleiden und daraus kleine Geschichten erdenken, mit teils sehr ungewöhnlicher und kreativer Note.

Da der Verlag noch ein kleiner ist, kann man das Buch in seiner Gestaltung natürlich nicht mit Großverlagen vergleichen. Hier und da ein Wort zuviel, einmal eines zu wenig, kleine Lektoratsfehler, die jedoch nicht negativ ins Gewicht fallen. Auch hat sich hier und da ein fehlender Absatz eingeschlichen, sodass man im ersten Moment den Wechsel einer Zeit- oder Erzählform nicht so recht erfasst, aber das sind kleine Fehler eines Verlages, der vorerst noch in den Kinderschuhen steckt. Und, ganz ehrlich - bei manchem Großverlag habe ich schon sehr weit mehr Fehler entdeckt. Ich gebe zu, dass ich etwas anderes erwartet habe (junge Verlage müssen oft noch ein wenig "üben", das ist normal) und positiv überrascht war von Schriftsatz, Kapitelgestaltung, Aufbau und Covergestaltung. Und was ich ganz besonders positiv hervorheben möchte: oft unterscheiden sich Ebook und Printmedium nur minimal, was ich sehr ärgerlich finde. Hier allerdings kostet das Ebook lediglich 6 Euro, ist also doch ein rechtes Schnäppchen. Ebenso gibt es eine sehr ausführliche >Leseprobe<, die bereits recht viele Geschichten kostenlos präsentiert. Finde ich wirklich fair und günstig :-)

Wer Kurzgeschichten liebt, findet hier das gelungene Buch eines sympathischen neuen Verlages. Speziellen Lesergruppen kann ich das Buch allerdings nicht empfehlen, da es aufgrund der vielen Erzählweisen und Genres sehr allgemein gehalten ist. Der perfekte Leser für dieses Buch ist aufgeschlossen, vielseitig und legt sich nicht gerne auf irgend etwas fest. Er bevorzugt es, sich überraschen und verzaubern zu lassen, komme was wolle ;)

SaschaSalamander 25.01.2012, 19.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Kurzgeschichten, Tip,

SONY NWZ E 464

Ein neuer Player liegt auf meinem Schreibtisch und freut sich nach ersten Probeläufen daheim nun auf den Praxistest. Der Sony NWZ E 464 in rot. Schick, liegt prima und leicht in der Hand, die Bedienung ist kinderleicht. Super einfach zu bespielen und orientiert sich prima an der auf dem Laufwerk vorgegebenen Ordnerstruktur. Hier daheim habe ich gerade einmal 20 Prozent Lautstärke aufgedreht, bei vollem Sound dröhnt es mir die Ohren weg. Nagut, morgen am Hauptverkehrsknotenpunkt der Stadt werde ich vermutlich etwas lauter drehen, die Lautstärke teste ich besser dort. Der Klang gefällt mir sehr gut, wobei ich nicht gerade ein Soundspezialist bin, aber wichtig ist ja, dass ich damit zufrieden bin, das bin ich.

Bin mal gespannt, wie er sich im Alltag bewähren wird. Ich habe im Prinzip wenig Anforderungen, aber diese dafür sehr speziell. Ich hoffe, dass das Geld gut angelegt war!

Was mich ein wenig verärgert: laut dem Verkäufer habe ich 12 Monate Garantie. Falls ich mich online bei Sony registriere, sind es dann 24 Monate Garantie. Dürfen die das? Na, da mache ich mich mal kundig, das kommt mir spanisch vor. Habe keine Lust, meine Adresse rauszurücken für ein Jahr Garantie, von dem ich dachte, dass es mir eigentlich zustünde ... aber erstmal gucken, was dahintersteckt.

Heute ohne Player kam ich mir schon sehr nackt vor. Die U-Bahn überfüllt, überall der Lärm um mich herum, kein Sitzplatz und im Stehen so eng aneinandergepresst, dass ich nicht mal ein Buch hervorholen konnte. Ja, da habe ich den Player schon arg vermisst. Auch bei dem 20minütigen Fußweg heimwärts wäre es nett gewesen, statt Autos eine spannende Geschichte zu hören.

Drückt mir die Daumen, dass ich morgen entspannt hören kann unterwegs!

SaschaSalamander 23.01.2012, 21.11| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Wie bisher auf meine negative Kritik reagiert wurde

Ich traf auf Autoren, die trotz negativer Kritik sehr souverän reagierten. Es kamen Leute auf mich zu, die gerade WEGEN der negativen Kritik um meine Meinung baten. Hier und da schneite ein Autor aufgrund einer Rezension vorbei, bedankte sich für die Kritik und ging weiter. Es gab auch Verlage, die sauer über meine unqualifizierte Meinung waren. Es gab auch Autoren, die sich in ihren Blogs bitterböse über mich beschwerten.

Meine Reaktion, wenn jemand auf mich zukommt: Meinungen kommen und gehen. Ich habe das Recht auf meine Meinung und bin gerne diskussionsbereit. Wer sich sachlich mit mir auseinandersetzt, mit dem diskutiere ich gerne, auch wenn die Meinungen grundverschieden sind, das ist spannend! Wer mich ungefragt öffentlich diffamiert, der darf das gerne tun, darf aber nicht damit rechnen, dass ich darauf reagiere, dafür ist mir meine Zeit zu schade. Wer mich privat anschreibt und mich aufs Übelste beschimpft und beleidigt, sollte ebenfalls nicht mit einer Reaktion rechnen, weil ich einfach genügend andere Dinge zu tun habe als auf persönliche Beleidung zu reagieren.

Ein Großteil meiner Erfahrungen war bisher positiv. Vielleicht liegt dies daran, dass ich nicht der klassischen Zielgruppe des Buchbloggers entspreche: >ein Artikel der FAZ< beschreibt diesen Typus sehr deutlich und abwertend. Doch auch, wenn ich diesem angefeindeten Typus nicht entspreche (weder in Alter, favorisiertem Genre, Beziehungsstatus noch dem Interesse an Schminken und Mode), empfinde ich solidarisch, kochte innerlich, als ich diesen Beitrag las. Auch, wenn die Mädels jünger sind, andere Bücher lesen und andere Hobbies haben - sind sie ebenso Bücherblogger, die ihre Leidenschaft mit anderen teilen wollen und Herzblut in die Sache legen. Schwarze Schafe gibt es überall, doch deswegen darf man nicht alle über einen Kamm scheren.

Aber nun zu konkreten Beispielen, wie einzelne Personen auf meine Kritik reagierten:


NEGATIVE KRITIK - POSITIVE REAKTION

Als ich eine negative Kritik über ein Buch schrieb, bekam ich ein Mail von einem anderen Autor. Dieser sagte, es hätte ihm gefallen, wie ich sachlich jenes Buch beschrieben hätte. Obwohl meine Kritik über dieses Buch negativ ausfiel, würde er sich freuen, wenn ich sein Buch ebenfalls lese, denn er wolle keine Lobreden, keine Verrisse, er möchte eine ehrliche Meinung. Ob ich sein Buch gerne lesen würde und dann den Lesern erzähle, was mir daran gefällt und was nicht. Ich las das Buch, ich war begeistert, aber ich habe auch ein paar Dinge kritisiert. Darüber hat sich ein sehr netter Kontakt entwickelt, in welchem er mir auch die Hintergründe der von mir als negativ empfundenen Dinge beschrieb, sodass ich sogar nachvollziehen konnte, warum es mir zwar nicht gefiel aber er es genau so haben wollte. Dadurch wurde das Buch für mich sehr wertvoll und ist bis heute mein Lieblingswerk des Genres.


NEUTRALE KRITIK - BITTERBÖSE REAKTION

Auf einer Onlineseite wurde eine Kurzgeschichte vorgestellt, es wurde um Meinungen gebeten. Es wurde nicht gesagt, wer die Geschichte geschrieben hatte und unter welchen Bedingungen. Ich schrieb meine Meinung. Diese bestand darin, dass die Geschichte an sich nett sei, ich das Ende jedoch etwas allgemein fände und es schön gefunden hätte, wenn man nicht auf die klassische Auflösung (es war alles nur ein Traum) zurückgegriffen hätte. Ein paar Tage später stieß ich auf einen Blogbeitrag: eine Bloggerin ließ sich bitterböse darüber aus, wie ich es wagen konnte! Sie sei Hobbyschreiberin und würde einen Kurs besuchen, dabei sei diese Geschichte als eines ihrer ersten Werke entstanden, sie hätte einen befreundeten Blogger gebeten, seine Leser um die Meinung zu dieser Geschichte zu bitten (was er ja tat, wenn auch ohne den Hintergrund der Geschichte zu beleuchten). Und wie ich mir anmaßen könne, ihre Geschichte als schlecht zu bezeichnen, was ich mir einbilde und für wen ich mich bitteschön halte! Ob ich wirklich glaube, nur weil ich gerne und viel lese, sei ich befähigt, ihr Kunstwerk qualifziert zu analysieren.

(Kleine Anmerkung: die Internetseite, auf der diese Geschichte veröffentlicht wurde, meide ich seit einigen Jahren. Weil sich dort bevorzugt Leser tummeln, die alles toll finden, was der Autor von sich gibt. Wer ihm nicht nach dem Mund redet, wird von seinen Fans sehr schnell zerfleischt. Viele treue Leser und Freunde hat der Autor sich nach und nach vergrault, immer mehr Gutmenschen und Mitläufer fanden den Weg zu ihm, und nun sonnt er sich in den Lobeshymnen seiner Fans)


NEGATIVE KRITK - POSITIVE REAKTION

Eine Autorin schrieb mich an, ob ich ein Buch von ihr rezensieren möchte. Während des Lesens schrieb ich ihr meine Eindrücke, die teilweise positiv waren aber auch Kritik an manchen sprachlichen Dingen einbezogen. Wir tauschten uns lange aus. Sie "gestand" mir, dass sie mich angeschrieben hat, weil sie gesehen hat, dass ihr Buch eigentlich nicht wirklich meinem Beutschema entspricht. Sie wollte sich dieser Kritik stellen, weil sie gespannt war, ob sie es schaffen könnte, auch mich zu überzeugen. Das ist ihr gelungen. Natürlich wusste ich das anfangs nicht.

Der Grund, warum ich das Buch trotzdem las, obwohl es ein Genre ist, um das ich eher einen Bogen mache: ich hatte mir ein Buch unter ihrem Realnamen gekauft, das mich begeistert hatte. Sie schrieb mich an, da das andere Buch unter Pseudonym erschien. Dadurch wurde ich natürlich aufmerksam auf eine gute Autorin, deren Buch ich unter anderen Umständen niemals in die Hände bekommen hätte. Ein weiteres Buch von ihr habe ich neutral bewertet, da es handwerklich hervorragend geschrieben war, mir jedoch inhaltlich nicht unbedingt zusagte. Aber sie wollte ehrliche Kritik, und die bekam sie, auch wenn ich eben nicht gerade begeistert war von dem anderen Buch. Trotzdem können wir uns immer noch gut leiden ;-


NEUTRALE KRITIK - POSITIVE REAKTION

Ein Autor sprach mich an, ob ich ein Buch rezensieren könnte. Verlag und Cover sprachen mich nicht wirklich an, aber das Thema klang interessant. Ich sagte von Beginn an, dass ich keine Gefälligkeitsrezensionen schreibe, falls es mir nicht gefällt. Das war für ihn in Ordnung. Also las ich das Buch. Es gab Punktabzug bei Amazon, da musste er schlucken, weil einige böse Rezensenten bereits das Buch böse getrollt hatten und für Einbruch in den Verkaufszahlen gesorgt hatten. Er bat mich höflich, das Buch vielleicht nur im Blog vorzustellen, nicht jedoch bei Amazon. Als er dann aber die Rezension im Blog sah, war er trotz der einzelnen Kritikpunkte begeistert. Denn ich schrieb sachlich, was mich störte. Andere Leser konnten also für sich entscheiden, ob sie das auch stört, oder ob dies etwas ist, das ihnen gefällt (der eine liebt es eben maximal und gewaltig, der andere eben subtil. Das ist absolut okay). Diese Rezension bekam bei Amazon sehr viele "hilfreich" - Klicks und hat einige Troll-Rezensionen ausgleichen können. Und das, obwohl ich keine volle Punktzahl gab.


NEUTRALE KRITIK - NEGATIVE REAKTION

Ein Buch fiel mir in die Hände, das inhaltlich etwas anderes versprach, als es dann bot. Zugegeben, das ist einige Jahre her, damals hatte ich noch keinen so guten Überblick über Psuedonyme, Verlage und Genres. Heute könnte ich das besser einordnen. Ich denke jedoch, dass es die Aufgabe des Verlages ist, ein Buch korrekt zu vermarkten, sodass auch die richtige Zielgruppe angesprochen wird. Ich habe das Buch in einer großen Community rezensiert. Dabei blieb ich sachlich und beschrieb, für welche Zielgruppe das Buch ideal sei und wem ich es sofort in die Hand drücken würde. Aber ich erkärte auch, warum es mir selbst nicht gefallen hatte und was meinen Erwartungen widersprochen hatte.

Daraufhin bekam ich ein mehrseitiges böses Schreiben der Verlegerin. Sie warf mir vor, ich hätte bildlich gesprochen einen Kinderkrimi wie TKKG unter der Voraussetzung eines Hardcorethrillers wie Jack Ketchum rezensiert und dem Verlag sehr geschadet, ich solle doch bitte nur die Bücher lesen, von denen ich etwas verstehe. Außerdem sei das Buch ein Bestseller, stünde somit jeglich jenseits negativer Kritik und würde beweisen, dass meine Kritikpunkte gar nicht stimmen, 100 positive Rezensenten hätten Recht, und ich einer negative Rezensent sei eben unqualifiziert und hätte keine Ahnung. Und wenn ich schon Hardcore lese, dann könne ich ja das nächste Buch des Verlages lesen, der befasse sich nämlich dann mit dem, was ich eigentlich wolle. Ich antwortete auf dieses Schreiben, dass ich doch sachlich geschildert hätte, warum es mir nicht gefiel, und dass ich auch positiv angesprochen hätte, welche Zielgruppe das Buch begeistert lesen würde.

Ich schrieb, warum ich das Buch falsch eingeordnet hatte und was der Verlag in meinen Augen bei der Vermarktung falschgemacht hatte. Und ich bot an, das nächste Buch gerne unter neuen Voraussetzungen zu lesen. Es kam keine Antwort mehr. Das nächste Buch kaufte ich mir, las es also unter der von der Verlegerin genannten Voraussetzung und musste lachen: es war zwar nun angekündigt als härtere Kost, war aber quasi immer noch TKKG, auch wenn ausnahmsweise mal ein paar Tröpfchen Blut geflossen waren. Ich glaube, der Verlag hat sich gewaltig überschätzt und möchte in einem Genre mitmischen, wo er eigentlich nichts zu suchen hat. Seitdem mache ich einen Bogen um die Autorin und den Verlag.


SEHR NEGATIVE KRITK - SEHR POSITIVE REAKTION

Über eine Community erhielt ich ein Buch zur Rezension. Das Thema klang spitze, das Buch hatte schon sehr viele positive Bewertungen, ich freute mich sehr. Ich hätte wohl besser die Leseprobe vorher lesen sollen statt mich auf die positiven Bewertungen zu verlassen. Aber aus Fehlern lernt man. Denn bereits der erste Absatz schreckte mich gewaltig ab. Und es wurde nicht besser. Sprachlich war das Buch sowas von überhaupt nicht mein Fall, dass ich es normalerweise nach einer halben Seite sofort beiseite gelegt hätte. Ich schrieb die Community an, dass die Rezension SEHR negativ würde, und ob ausnahmsweise auf eine Rezension verzichten könne. Nein, ich solle bitte schreiben, das sei so abgemacht. Und ich hätte das Recht auf eine negative Meinung, ich dürfe gerne negativ kritisieren. Das tat ich, nannte sehr viele Textbeispiele und ließ kaum ein gutes Haar an dem Buch. Sachlich, aber trotzdem sehr negativ.

Der Autor bedankte sich in meinem Blog für die Rezension für die Geduld, die ich für das Lesen aufbrachte. Und merkte schmunzelnd an, dass dies in der Tat sein Stil sei und man Freund dieser Art des Beschreibens sein müsse. Daraufhin entstand ein sehr netter Mailkontakt über mehrere Tage, in denen wir über Reaktion auf negative Kritik, seinen Schreibstil und das Schreiben an sich diskutierten. Ich fand den Autor äußerst sympathisch. Wo ich zu Beginn offen gesagt Bammel hatte (das war das erste Mal, dass ich lieber auf eine Rezi verzichtet hätte), war es am Ende eine sehr bereichernde Erfahrung für mich. Und eine negative Kritik, die dem Autor aber nicht geschadet hat. Im Gegenteil, seine souveräne Reaktion hat ein tolles Licht auf ihn geworfen!


NEGATIVE KRITIK - SEHR POSITIVE REAKTION

Mir fiel ein Buch in die Hände, das inhaltlich absolut top klang. Neuer Noname-Autor, warum nicht einmal etwas riskieren. Auch hier war ich so dumm (im Nachhinein: zum Glück), die Leseprobe außer Acht zu lassen. Ich las das Buch. Einerseits konnte ich nicht aufhören, weil der Inhalt toll war, weil die Erzählweise sehr originell und mitreißend war. Aber die Sprache, die Grammatik, die Fehler, ich schlug die Hände über dem Kopf zusammen! So ein Erzähltalent! Und so viele Fehler, der Autor tat mir leid. Ich beschloss, das Buch unter den Tisch fallen zu lassen, schließlich muss ich ja nicht alles rezensieren. Aber dann schrieb der Autor mich an! Er war über die Neuzugänge im Blog darauf gestoßen, dass ich sein Buch lesen wollte. Ob ich es schon gelesen hatte? Wie es mir gefiel? Auweia!!! HILFE!!! Gaaaanz vorsichtig tastete ich mich heran, ich will ja niemanden verletzen. Aber ich will auch nicht etwas schönreden. Was sollte ich tun?!?!? Ich blieb sachlich aber SEHR direkt! Zitterte schon vor der Reaktion.

Aber die Reaktion war top. Um es kurzzufassen: seit über einem Jahr habe ich engen Kontakt zum Autor, auch privat tauschen mein Partner und ich uns mit ihm aus, ich sehe in ihm inzwischen einen Freund. Ich habe für den Autor ein paar Seiten lektoriert, ihm Sachbücher zum Thema Schreibstil vorgeschlagen, und seitdem arbeitet er beständig an seinem Werk. Er sieht nun inzwischen selbst, woran er unbedingt arbeiten muss. Wir diskutieren über das, was "NoGo" ist und über das, was "sein eigener Stil" ist (der meinem ja nicht zusagen muss). Inzwischen hat er neue Texte geschrieben, die sprachlich weit besser sind und seinen originellen Stil hervorragend zur Geltung bringen. Er gibt nicht auf, er arbeitet an sich. Wenn er im Netz negative Kritik findet, dann gelingt es ihm, herauszufiltern, woran er noch arbeiten muss. Und er zieht das Positive daran heraus (denn der Inhalt und Stil sind toll, das gefällt den Lesern, das sprechen sie auch an), es baut ihn auf. Klar zieht bitterböse Kritik ihn auch schon mal runter. Aber inzwischen sieht er ein, warum diese Dinge kritisiert wurden. Vor ihm ziehe ich meinen Hut! Er ist verdammt eifrig, er gibt nicht auf, er beweist Kritikfähigkeit, wie ich sie zuvor noch nie erlebt habe! 

SaschaSalamander 23.01.2012, 17.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Statistik KW 03

GELESEN / GEHÖRT
2 - Feuergott (P Hellinger)
2 - Die Flüsse von London (B Aaronovitch)
2 - Dustland (M Young)
3 - Elbenthal-Saga 01 - Die Hüterin von Midgard (I Pala)
4 - Toyboy (B Conci)
4 - Retrum (F Miralles)


GESEHEN
Der Herr der Ringe 1-3 Extended


NEUZUGÄNGE
Living Dolls (N Walter)
Die Eisläuferin (K Münk)
Retrum (F Miralles)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 22.01.2012, 20.11| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Statistik

Tipps für Hörbuch-geeignete MP3-Player erbeten

Ich bin top zufrieden mit meinem Ipod. Einziger Wermutstropfen: Ich arbeite am PC mit Windows, der Ipod verlangt aber Software, die normalerweise mit Apple konform geht. Kein Problem mit Itunes, das läuft auch in Windows. Trotzdem zickt das Programm manchmal ein wenig.

Für Musik werde ich den Ipod weiterhin verwenden, ich finde ihn toll. Aber für Hörbücher ist es einfach ungünstig auf Dauer. Deswegen möchte ich mir ein Zweitgerät speziell für Hörbücher und Hörspiele zulegen.

Habt Ihr Tipps? Meine Anforderungen:

- ein großes Display zum Navigieren
- das Gerät sollte als externes Laufwerk arbeiten
- das Gerät sollte keine zusätzliche Software benötigen
- mindestens 15 GB
- Preisklasse bis 150 Euro
- nach Möglichkeit eine Lesezeichenfunktion (bei Hörbüchern wichtig)

SaschaSalamander 21.01.2012, 14.49| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Vom Umgang eines Autors mit negativer Kritik

WARUM ICH DOCH ETWAS ZU DIESER SACHE SCHREIBE

Normalerweise halte ich mich ja aus allen möglichen Diskussionen heraus. Klar juckt es mich in den Fingern, aber es schreiben genügend Leute über das jeweilige Thema, sodass ich nicht auch noch mitmischen muss. Ob da nun ein Feuilleton - Schreiber bitterböse über die Vlogger herzieht. Ob die einen "echten" Blogger erbost / erschüttert / herablassend über die "anderen" Blogger berichten. Ob sich einfach zwei Kids in die Haare kriegen und mit Schäufelchen im Sandkasten prügeln. Das kommt, das geht. Ist ein paar Tage lang TopThema und dann wieder vergessen.

Aber dieses Mal gibt es ein Thema, das mich seit Mitte November beschäftigt. Und nicht nur mich, sondern auch andere Blogger, Redakteure, Autoren und Rezensenten. Meine Meinung zu äußern kann ich mir wohl sparen, denn genügend andere haben mir das Wort bereits aus dem Mund genommen. Was ich aber interessant finde ist mal ein kleiner Überblick über die unterschiedlichen Reaktionen aus dem Netz. Um Bloggern zu zeigen, welche Macht sie haben und wichtig ihre vermeintlich kleine, unbedeutende Meinung heute inzwischen ist. Um Autoren zu zeigen, wie man dem Verkauf seiner eigenen Bücher weit mehr schadet, als ein Rezensent dies könnte. Und um einfach mal ein wenig Spaß zu haben, denn eigentlich ist diese Diskussion inzwischen recht witzig (wenn man davon absieht, wie ernst mancher sie scheinbar noch nimmt).


GEDANKEN ÜBER BLOGGERIN UND AUTOR

Was die Bloggerin betrifft: sie hat gelassen reagiert und sich nicht provozieren lassen. Hut ab! Was den Autor betrifft: in modernen, vernetzten Zeiten bedeutet Lesen für mich zu einem großen Teil auch virtuellen Kontakt zum Autor, indem ich seine Homepage besuche, ihn bei Facebook adde, mir seine Vita bei Wiki durchlese, mich im Verlag über ihn informiere, mich mit anderen austausche. Was für mich zählt ist die Qualität eines Buches, aber in einem Buch stecken auch immer die Ansichten und Gefühlswelten des Menschen dahinter. Wenn mir ein Autor also im Vorfeld besonders positiv oder negativ auffällt, dann bin ich geneigt, sein Buch unbedingt sofort oder aber gar nicht zu lesen.

In letzter Zeit erlebt man im Internet das Phänomen, das Eigennamen zu Verben werden. "Guttenbergen" heißt kopieren. "Wulffen" wurde zu lügen, verheimlichen. Gut möglich, dass die Leser und Rezensenten bald ein eigenes Wort erschaffen, wenn ein Autor nicht mit Kritik umgehen kann. Denn dieser Fall ist wirklich bisher beispiellos ;-)


WORUM GEHT ES ÜBERHAUPT

Inzwischen haben wohl die meisten im Web aktiven Blogger und Autoren davon erfahren. Trotzdem möchte ich es für diejenigen Leser, die nur gelegentlich mal hier stöbern und noch nichts davon wissen, kurz beschreiben:

eine Bloggerin erhielt via Bookcrossing ein Buch, das sie zweimal angefangen hat. Das erste Mal las sie 30 Seiten, das zweite Mal 90 Seiten. Das Buch hat sie nicht überzeugt. Statt es einfach wegzulegen, hat sie eine Meinung geschrieben. Keine Rezension, sondern ihre Gedanken über die ersten 90 Seiten. Das ist legitim. Sie wird nicht abfällig oder zerreißt es grundlos. Sondern sie nennt die Gründe, was ihr persönlich am Buch nicht gefiel. Sachlich und nachvollziehbar, sodass der Leser sagen kann "das ist etwas, das mich selbst nicht stört" oder aber "ja, so etwas würde mich auch stören".

Nun haben Autor und Verlegerin sich hierzu geäußert. Auf weniger sachliche Weise. Mit Anwalt gedroht und die junge Frau in mehrfacher Hinsicht verleumdet und beleidigt. Und das führte dazu, dass immer mehr Leser bei der Bloggerin kommentierten, immer mehr Leser auf diesen Autoren aufmerksam wurden (leider nicht auf die von ihm erhoffte Weise). Inzwischen gibt es viele Blogs, die darüber berichten, sogar Onlinemagazine amüsieren sich darüber. In den Kommentaren bei Facebook wird fleißig diskutiert. Der Autor hat einen Blogbeitrag auf seiner eigenen Seite veröffentlicht und schimpft fleißig weiter (was man im Gegensatz zum Beitrag der Bloggerin jedoch nicht kommentieren darf).

Ich war natürlich nicht dabei, habe einen eventuellen Mailwechsel nicht verfolgt. Daher weiß ich nicht, ob die Bloggerin tatsächlich zwischen den Zeilen um Geld bat. Und ich weiß auch nicht, ob der Autor tatsächlich einen Anwalt angeschrieben hat und dieser nun droht. Und ich weiß auch nicht, ob die Bloggerin gegen Geld bereit wäre, ihre Meinung zu ändern. ABER: es ist mein gutes Recht, mir die Beiträge der beiden Parteien durchzulesen und mir dann aufgrund der jeweiligen Reaktionen meine eigenen Gedanken darüber zu machen. Und das tun auch alle anderen Leser. Natürlich haben beide Seiten ihre Anhänger, und das ist gut so, sonst wäre es ja langweilig und gäbe solche spannenden Threads nicht ;-)

Eigentlich wollte ich ein paar zusätzliche Erfahrungen veröffentlichen. Denn seit 2004 schreibe ich öffentlich Rezensionen, sodass ich bereits einige Reaktionen von Autoren erhalten habe. Selten negativ, hauptsächlich positiv. Aber das mache ich jetzt in einem eigenen Beitrag, sonst wird es hier zuviel ...


WER DARF REZENSIEREN

Immer wieder stößt man im Internet auf die Meinung, dass Nichtprofessionelle nicht rezensieren dürfen. Rezensionen haben in Feuilletons zu erfolgen. Und schreiben dürfen nur Leute, die Literatur studiert haben, Fachwissen über das entsprechende Genre verfügen und fähig sind, dies auch mit Fachbegriffen und jeder Menge Geschwurbel zu präsentieren. Aber: sind Bücher, die von Fachmännern nicht rezensiert werden, keine Rezension wert? Nur, weil sie unter Erotik, Unterhaltung oder Spannung laufen statt unter "hochgeistige Literatur"? Und sind nicht die "normalen" Leser die breite Masse, die sich ein Buch kauft? Autoren würden schnell verhungern, wenn nur Fachmänner ihre Bücher kaufen. Und da auch Laien kaufen, haben Laien auch ein Recht auf den Meinungsaustausch, so ganz unprofessionell von Laie zu Laie.

Ein Beispiel, das ebenfalls durch die Medien geisterte: >ein Feuilleton der FAZ<, in welchem der Autor des Beitrages persönlich wurde und ziemlich niveaulos unter der Gürtellinie argumentierte. Und zudem schlecht recherchierte, da besagte "Buchbloggerin" in erster Linie Modebloggerin ist und Bücher nur gelegentlich anspricht. Außerdem behauptet er, dass ... ach, nein, das führt alles zu weit, hier soll es um Myriel gehen, denn es gäbe noch zahlreiche andere Beispiele für "qualifizierte Studierte", die den Stab über "unstudierte Laien" brechen, ...

Wenn ich mit Autoren maile / telefoniere, dann ist der Grundtenor meistens: "was interessiert es mich, ob das Buch literarisch hochwertig ist? Ich möchte ein gutes Gefühl beim Leser auslösen, ich möchte ihn unterhalten, ich möchte dass er eine gute Zeit mit dem Buch hat. Mich interessiert, ob er sich hineinversetzen kann, ob er mitfiebert, ob er es in einem Rutsch durchgelesen hat". Und genau DAS sind Dinge, die wir Laienrezensenten schreiben.

Auch ich wurde teils direkt (persönlich) und teils auch indirekt (allgemeine Schimpftiraden erboster Autoren über die bösen, bösen Blogger) beschimpft. Weil ich mir anmaße, mir eine eigene Meinung zu bilden, die der eines Fachmannes widerspricht. Ja, ich habe keine Ahnung, ich gebe es zu. Ich bin Sozialarbeiter, kein Literaturwissenschaftler. Ich habe viele Jahre in drei unterschiedlichen Bibliotheken gearbeitet, ich habe bereits ein paar Geschichten in Anthologien veröffentlicht (yeah, ich bin eine Autorin *lol*), ich stehe in gutem Kontakt zu verschiedenen Autoren und Verlagen, habe Fachbücher über Literatur und ihre Genres gelesen, habe in den letzten Jahren durchschnittlich 250 Medien pro Jahr gelesen / gehört. Aber das zählt alles nichts, denn mir fehlt die schriftliche Bestätigung meiner Qualifikation. Und ohne diese darf ich nicht rezensieren, weil meine Meinung nichts wert ist. Aber sinnlose Regeln habe ich schon immer gerne gebrochen ;-)


TROTZDEM EINE ABSCHLIESSENDE MEINUNG

Als ich den Beitrag von Myriel las, wurde ich zum ersten Mal überhaupt auf das Buch aufmerksam. Gut, ihr gefiel es nicht, aber es klang interessant, und vielleicht wäre es ja trotzdem etwas für mich? Schließlich bin ich erwachsen und fähig, mir eine eigene Meinung zu bilden. Aber dann las ich die Reaktion des Autors und der Verlagsdame. Und damit war für mich klar, dass ich beide zukünftig meiden werde.

Psychologisch betrachtet ist das eine >Selffulfilling Prophecy<: wenn jemand sich etwas einredet (diese Rezension schadet mir), dann wird er genau das herbeiführen, was sonst nie passiert wäre aber durch sein Verhalten nun ausgelöst wurde. Er hat es geschafft. Dieser Thread hat höchstwahrscheinlich ihm und dem Verlag sehr geschadet. Doch an Myriels Kritik lag es sicher nicht!

Man beachte übrigens: die Rezension wurde am 16. November 2011 verfasst. Bis dahin war es den Leuten egal, niemand kommentierte, eine belanglose Meinung unter vielen anderen. Dann meldete sich der Autor am 17. Dezember, einen Monat später, zu Wort. Und seitdem ist Myriel in aller Munde, seitdem wird verlinkt und diskutiert, was das Zeug hält!


WEITERFÜHRENDE LINKS ZU DIESEM THEMA

Es wurde viel hierüber diskutiert. >Virales Marketing< ist in.

Die Bloggercommunity ist groß. Eine negative Kritik wäre einfach untergegangen. Durch seine Reaktion allerdings hat er dafür gesorgt, dass er nun überall Gesprächsthema ist, überall gibt es Trackbacks, Links, Kommentare, die Leser tauschen sich via Mail aus. LitBlogger, Vlogger, Online-Magazine, die Book-Crossing-Gemeinde, Twitter, Facebook, Myriel ist in aller Munde. Ob dem Autor zu Beginn, als er diese Lawine lostrat, tatsächlich bewusst war, was er damit auslösen würde?

Einige der Links verweisen auf weitere Links, hier ist also nur ein kleiner Ausschnitt zu finden, der sich mit Myriel, John Asht und dem Thema "negative Kritik" befasst. Einige Links hebe ich hervor, weil sie in meinen Augen sehr gut beschreiben, was geschehen ist und weil ich sie besonders empfehlen kann. Die Geschichte hat inzwischen wirklich ziemlich schräge Ausmaße angenommen und zu weiteren Reaktionen des Autors geführt, und das alles hier zu schreiben wäre wirklich zuviel ... ich denke, es ist hier ein netter kleiner Überblick. Viel Spaß beim Klicken :-)

Myriels Meinung bei Bücherzeit

Die Meinung des Autors über Literatur-Kriminalität im Web
(inzwischen überarbeitet, entschärft, ergänzt)

Rezi-Mafia-Journal des Autors

Leseprobe der Schreibkunst des Autors John Asht

Schreiben und Lektorieren
Bücher über alles
Leseträume
Aequitas et veritas
Topsy
MissBookiverse
Lektüreliebe
Seite 360
Seitenhain
Zauberspiegel
Facebook
Liesmit
Stephan R Bellems Abendblatt
Fandomobserver
Nomadenseele
Lesekreis
Der Hörbuchblog
Little Dhampir

Bücher über alles

Bücherelfe
Kotzendes Einhorn
Orkpiraten
Thoughtfein
Metronaut
MüllerManfred
Konsensor
Schreibblockade
Bookexhibitionism
Mela
Dobschat
Leseträume
Pudelmützes Bücherwelten

Stories48
Köln Format
Schrottpresse
Deutschland today
Klopfers Weblog
Rauhe Sitten
Astrodicticum Simplex
Christian Ritter
Redqueen 25 (engl)
Redqueen 25 (dt)
Shadowclaw
Media Bubble
Schokopirat
Hinternet
Grenzpfosten
Rezensionen-Sam
Buchjunkie
Arschhaarzopf
Thrillerkiller
Hühnerstall
Ein-Buch-lesen
LottamachtKrach
PhantaNews
Schockwellenreiter
Gazette Rainlight
Ach nichts
FictionFantasy
MaximezedSoup
RoterDorn
Fandom-Magazin
Literaturschock - Forum
Seitenfresserchen
Hermanstadt
Kyriacou
Bookrix
Abwaschbar
Abwaschbar II
Abwaschbar III
Rezensenten-Mafia
Freitagskolumne
Rezension von U Prehm
Touchingwords

Gedankenspinner
(Verlinkungen beachten *g*)

SaschaSalamander 21.01.2012, 13.45| (5/4) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Web

Blutsvermächtnis

felsing_blutsvermaechtnis_1.jpgINHALT

Klappentext: Man nennt Menschen wie sie Dream Shaper, doch Nevaeh Morrison, eine Paläopathologin aus LA, verdrängt ihre paranormale Gabe. Sie begegnet dem ältesten denkenden Wesen der Welt: Elasippos, eine geheimnisumwobene Persönlichkeit von ganz besonderem Blut. Dem seit Jahrhunderten zurückgezogen lebenden Elia drohen seine unbedacht gelegten Spuren der Vergangenheit zum Verhängnis zu werden. Sie lassen Nevaeh in das Fadenkreuz eines blutrünstigen Vampirs auf der Suche nach dem Blutsvermächtnis rücken. Ein persönlicher Feind hat zudem eine Rechnung mit ihr zu begleichen und zusätzlich steht die erste Begegnung von Nevaeh und Elia unter keinem guten Stern: sie sieht in ihm den Entführer ihres Vaters.


STORY, AUFBAU, GENRE

Die Geschichte ist sehr schwer widerzugeben, da sie viele unterschiedliche Handlungsstränge der Vergangenheit und Gegenwart hat. Außerdem sind einige Menschen nicht die, welche sie vorgeben zu sein. Dazu kommt, dass jemand für tot erklärt wird und dennoch lebt. Außerdem wird von Vampiren geredet, obwohl außer dem langen Leben und dem Ernähren von Blut wenig Gemeinsamkeit besteht, allerdings gibt es für Wesen wie ihn keinen festen eigenen Begriff. Es wäre zu kompliziert, all diese Dinge in wenigen verständlichen Sätzen zu erklären. Dies ist die große Stärke, aber auch eine gewisse Schwäche des Buches: das Buch ist sehr komplex und spannend, bis zum Ende bleiben viele Elemente unklar, auch das Verhältnis der einzelnen Charaktere zueinander wird erst nach und nach entwirrt. Der Stammbaum auf der letzten Seite kann noch nicht alle Zusammenhänge erfassen und offenbart sich dem Leser erst schrittweise. Stellenweise schon etwas zu kompliziert für das eigentliche Genre; abschalten und einfach nur treiben lassen sollte man sich nicht vom Text, dazu muss man ihn stellenweise zu aufmerksam lesen.

Das erste Drittel kommt nahezu ohne romantische Anteile aus. Zwar sehen sich die beiden Protagonisten aus der Ferne, kennen sich jedoch noch nicht. In diesem Drittel ist vieles recht kompliziert zu verstehen, da Dinge angedeutet werden, der Protagonistin selbst noch unklar sind und sich erst nach und nach entwirren. Es erfordert etwas Geduld, am Ball zu bleiben, doch diese Geduld wird belohnt: nach ziemlich genau dem ersten Drittel trifft das Paar aufeinander, dann funkt es gewaltig. Eine Liebe, vom Schicksal vorbestimmt schon seit über 12 000 Jahren, so mächtig und intensiv wie keine andere. Ab diesem Moment verweben sich Action, Thrill, Abenteuer, Romantik, Phantastik und mythologische Inhalte zu einer Geschichte, die ihren eigenen Weg geht, etwas ganz Neues kreiert, frei von den Zwängen anderer Geschichten und Klischees. Das hat den Vorteil, dass man hier etwas ganz Besonderes zu lesen bekommt. Aber, wie gesagt: man muss recht aufmerksam lesen, sich gut konzentrieren.


CHARAS

Die Charaktere sind sehr genau erdacht und beschrieben, das erste Drittel befasst sich vor allem mit Charakterentwicklung und Entwicklung der einzelnen Figuren. Außer den zwei Hauptfiguren gibt es viele weitere Personen, die tragende Rollen innehaben und regelmässig auftreten. Auch wenn man selbst oft anders gehandelt hätte, kann man verstehen, warum Nevaeh und Elasippos auf diese Weise gehandelt haben, ihre Motivation ist sehr gut dargestellt. Jeder Leser wird wohl recht bald seine Lieblingsfigur gefunden haben. Mir selbst gefiel Crichton, Elasippos Butler sehr gut, er verkörpert einen alten Adligen, der treu im Dienst seines Herren steht und dabei doch seinen eigenen Kopf hat.


SPRACHE, ROMANTIK

Die Sprache ist für einen Romance gehoben, der Satzbau und die Wortwahl sind angenehm, manchmal etwas ungewohnt. Man hat sich jedoch flink eingelesen.

In den romantischen Momenten wird es ziemlich heiß. Wer auf inhaltliche Superlative steht, wird hier voll auf seine Kosten kommen: die Liebe zwischen Elasippos und Nevaeh ist etwas ganz Besonderes, mehr als die Liebe zweier normaler Sterblicher. Und entsprechend intensiv sind die Gefühle beschrieben. Der Situation und den Figuren ist dies absolut angemessen und passend. Was ich sehr schön finde: das Buch basiert nicht auf Sex. Bis auf den Schluss muss der Leser sich mit Küssen, Berührungen und Blicken genügen, doch diese sind feuriger und erregender als mancher Akt in anderen Büchern. Eliasippos ist uralt, und entsprechend stehen ihm finanziell, räumlich und emotional eine Menge Kniffe zur Verfügung, um seine Angebetete nach allen Regeln der Kunst zu verführen, ihren Geist für sich einzunehmen und ihr seine Liebe zu zeigen. Doch so alt er auch sein mag - perfekt ist er nicht, und natürlich gibt es auch die obligatorischen Verwicklungen und Missverständnisse, bevor man BLUTSVERMÄCHTNIS mit einem Happy End abschließen kann ;-)


FAZIT

Ein ungewöhnlicher Titel, der die Grenzen der Genres hinter sich lässt. Hauptsächlich geschrieben für Fans von Paranormal Romance und Romantic Thrill, bietet dieses Buch inhaltlich und sprachlich weit mehr als erwartet. Nichts für nebenbei, sondern genau richtig, um sich auf hohem Niveau angenehm zu unterhalten. 

SaschaSalamander 16.01.2012, 09.23| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Thriller, Romantik, Vampire, Fantasy, Erotik,

Statistik KW 02


GELESEN / GEHÖRT
1 - Die drei ??? - Kurzgeschichten
1 - Parodie der Liebe (R Honjoh)
3 - Die Brautprinzessin (W Goldman)
3 - Die Känguru-Chroniken (M-U Kling)
4 - Feuergott (P Hellinger)
4 - Die Flüsse von London (B Aaronovitch)
4 - Dustland (M Young)
4 - Elbenthal-Saga 01 - Die Hüterin von Midgard (I Pala)



GESEHEN
Wolfen


NEUZUGÄNGE
Verboten gut (I L Minden)
Tabaluga und die Zeichen der Zeit (P Maffay)
Only the Flower knows 01 (R Takarai)
Feuergott (P Hellinger)
Blue Friend 02 (F Eban)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 15.01.2012, 20.39| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Signierstunde Mertikat, Scheuder, Moser

Anmerkung: geschrieben schon im Dezember 2011, aber da wollte ich es noch nicht veröffentlichen, um ein paar Beschenkten nicht die Vorfreude auf ein signiertes Exemplar zu nehmen. Und dann habe ich es doch glatt vergessen. Aber das will ich hier nachholen und Euch nachträglich von der Signierstunde im Ultra Comix erzählen :)

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 SIGNIERSTUNDE

Weihnachtszeit ist die Zeit, in der man immer auf der Suche nach Geschenken ist. Und was eignet sich da für Bücherwürmer besser als ein handsigniertes Exemplar? Entsprechend gibt es aktuell natürlich viele Lesungen und Signierstunden in der Region. Wo es mich diesmal hinzog: Felix Mertikat und Benjamin Scheuder, und im Anschluss daran Christian Moser. Bei meinem Lieblingsdealer Ultra Comix. Am liebsten würde ich ja jetzt wieder anfangen, ein Loblied auf den Laden zu singen, über die Kompetenz der Mitarbeiter, die Vielfalt der Auswahl etc, aber zu oft wirkt ermüdend für die Leser, deswegen einfach an dieser Stelle für die interessierten Neulinge meines Blogs auf die Suchfunktion: einfach "Comix" eingeben, dann findet Ihr mehrere Beiträge zur damaligen Neueröffnung :-)

Der Laden ist in der Innenstadt. Was das für Nürnberg bedeutet? Es bedeutet: WEIHNACHTSMARKT in der Stadt des Christkindls. Es bedeutet rappelvolle Straßen, wo man kaum einen Schritt vor den anderen setzen kann. Und es bedeutet ein ebenso voller Laden. Die Signiertische standen im ersten Stock an einem Durchgang, was ich etwas unpraktisch fand, da die anstehenden Gäste leider immer den regulären Kunden im Weg standen und umgekehrt. Da der Laden inzwischen allerdings recht voll ist, war dies wohl immer noch der bestmögliche Platz, und wäre nicht gerade Überfüllung wegen Weihnachtsmarkt gewesen, hätte es vermutlich auch kaum jemanden gestört.


FELIX MERTIKAT, BENJAMIN SCHREUDER

Bekannt wurden die beiden durch ihren Debutcomic JAKOB, der 2010 den Sondermann Newcomer-Preis erhielt. Darin wird die Geschichte eines kleinen Jungen erzählt, dessen Mutter laut dem Pfarrer "auf eine lange Reise" ging und der sich nun auf die Suche nach ihr begibt. 2011 veröffentlichten sie dann den Comic KUPFERHERZ, erster von vier Teilen der Steampunk-Erzählung STEAM NOIR.

Ich freute mich riesig auf diese Signierstunde, denn Steam Noir basiert auf der Grundlage des Rollenspiels OPUS ANIMA, welches mich seit Anfang 2009 begeistert. Leider ist dieses Spiel noch wenig bekannt, und da es sehr speziell ist, finden sich auch wenig Mitspieler, aber ich gebe die Hoffnung nicht auf. Außerdem ist die Welt an sich so faszinierend, sind die Bilder dazu so herausragend, dass es mir riesigen Spaß macht, das Regelwerk zu lesen auch ohne es anwenden zu können.

Da saßen also die beiden, und noch bevor mein Freund und ich an der Reihe waren, war ich begeistert: Felix, der Zeichner, nahm sich ausgiebig Zeit, den Fans zusätzlich zum Autogramm in das Buch auch eine Zeichnung anzufertigen. Kein schnelle Skizze, sondern eine recht detaillierte und aufwändige Zeichnung passend zum entsprechenden Comic, den der Fan signiert haben wollte. Man musste also schon ein bisschen Zeit mitbringen, wenn man die beiden sehen wollte.


Schön :-) Wird man bei anderen Signierstunden auch schon mal schnell abgefertigt, war es hier wirklich richtig gemütlich. Die beiden sind sympathisch und aufgeschlossen, und es gab angeregte Gespräche am Tisch. Über die Entstehung des Werks, über die Zusammenarbeit zwischen Texter und Zeichner, über deren Werdegang, über das Rollenspiel, über die Werke und deren Bedeutung an sich.



Gerne hätte ich noch länger dort gestanden, mich mit den beiden unterhalten, aber es gab natürlich noch einige andere Leser, die gerne ihre Bücher signiert haben wollten, und der Platz war dann doch etwas beengt, sodass wir in die Stadt zum Mittagessen gingen, bevor wir am Nachmittag wiederkamen.





CHRISTIAN MOSER

Christian Moser signierte nach der Mittagspause, er ist der Künstler der MONSTER DES ALLTAGS: die humorvolle Darstellung allzu menschlicher Eigenschaften, pointiert als passendes kleines Monster gezeichnet. Eifersucht, Liebeskummer, Individualismus, Perfektion, Hektik, Unpünktlichkeit. Perfekt auf den Punkt getroffen und dazu einige knappe, aussagekräftige Worte. So ziemlich jeder wird viele der Eigenschaften bei sich entdecken, und durch die humorvolle Karikatur all dieser Schwächen fühlt man sich keineswegs angegriffen, vielmehr ertappt. Oder man lacht und kann sofort Leute nennen, denen dieses Monster auf den Leib geschnitten ist.

Der Zeichner trat recht ruhig und gelassen auf, er kennt das schon, es ist nicht seine erste Signierstunde, er ist gern gesehener Gast im UltraComix. Eine lange Schlange von Fans wollte Bücher für das Fest signiert haben, und jedem malte er ein kleines Monster auf die erste Seite samt einer Namenswidmung.



Und er erfüllte freundlicherweise auch Extrawünsche (jaaaa, ich steh dazu *g*), so nannte ich ihm für die beschenkten Personen einige markanten Eigenschaften, und er malte ein treffendes Monster. In der Tat hat er die idealen Bilder gewählt, in denen meine Freunde sich hoffentlich wiederfinden können und die ihnen für das Fest Freude bereiten. Der Wunsch nach einem besonderen Monster schien eher ungewöhnlich, er fragte mehrfach, ob er auch explizit werden durfte. Na klar, durfte er, standen ja keine kleinen Kinder in der Nähe. Und so dürfte es wohl nun eines der seltenen nicht jugendfreien Exemplare geben. Aber dazu sind Signierstunden ja da ;-)

Ja, insgesamt war es wieder sehr schön. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Person hinter einem Werk kennenlerne. Ein bisschen eng war es diesmal, ungünstig platziert, aber das lag wohl am Weihnachtsgeschäft, und umso besser für den Laden und die Gäste. Ich freu mich jedenfalls auf das nächste Event :-)

SaschaSalamander 15.01.2012, 13.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Events

Nürnberger Literatur

hellinger_feuergott_1.jpgEs gibt so viele Bücher, die in und um Nürnberg spielen. Viele Krimis habe ich schon gelesen, und einige stehen noch in meinem Regal. Da gibt es Krimis (vor allem von Ars Vivendi), historische Romane (insbesondere Kathrin Lange), Kinderbücher (die Oscar-Reihe), ja sogar einen Erotikroman mit Nürnberger Schauplatz habe ich gelesen!

Da gibt es Literatur ÜBER Nürnberg, teils auch von Leuten, die noch niemals zuvor auch nur einen Fuß in die Stadt gesetzt haben. Und von Leuten, die lange hier lebten und die Stadt lieben. Bisher habe ich den Unterschied recht schnell erkannt. Wer Nürnberg im Herzen trägt, der schreibt doch etwas anders als ein Fremder ;-)

Sascha André Michael, Sigrun Arenz, Ewald Arenz, Veit Bronnenmeyer, Tessa Korber, Jan Beinßen, Dirk Kruse, "Lena Bloom", Claudia Frieser, um nur ein paar Autoren zu nennen, die sich mit bekannten Romanen um unsere schöne Region verdient machen.

Und dann gibt es Bücher von Nürnberger Autoren, die aber nicht zwangsläufig hier in der Region spielen, ja sogar Fantasyromane wie die von Alexander Gronau.

Ich kenne ein paar Verlage und Autoren aus der Region. Am bekanntesten dürfte wohl der TESSLOFF-Verlag sein, der auch die WAS-IST-WAS - Reihe veröffentlicht hat.

Aber alle kann man gar nicht kennen. Und so freue ich mich immer wieder, wenn ich auf etwas Neues stoße. In diesem Fall der >"art & words"< - Verlag. Ist sogar gar nicht so weit von mir, ein Katzensprung mit dem Fahrrad entfernt. Umso mehr bin ich jetzt natürlich gespannt, was mich da mit FEUERGOTT erwarten wird! Sobald ich das Buch gelesen habe, werde ich meine Eindrücke natürlich mit Euch teilen ;-)

SaschaSalamander 14.01.2012, 17.25| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rund um Bücher

Triffst Du Buddha, töte ihn

altmann_buddha_1.jpgDer Titel ist provokant. Aber das ist >"das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend"< ebenfalls. Altmann scheint gerne zu provozieren. Das andere genannte Buch habe ich bereits gelesen, es hatte mich sehr beeindruckt ("gefallen" ist ein sehr ungünstiges Wort für diese knallharte Biographie).

Von Buddha habe ich bisher nur drei Seiten gelesen: das Vorwort. Weil ein paar andere Bücher erst einmal vorher dran sind. Aber allein dieses Vorwort hat mich mitgerissen, und ich hätte am liebsten sofort das ganze Buch verschlungen. Die meisten Bücher um Buddhismus, Spiritualität und Erleuchtung sind mir zu heilig und brav. Die Weisheit dahinter mag stimmen, aber der Tonfall geht komplett an mir vorbei. Altmann dagegen trifft exakt meinen Stil (ebenso wie Brad Warner, auch wenn dieser natürlich mit komplett anderem Hintergrund schreibt und selbst zu den Erleuchteten gehört). Ich kann es kaum erwarten, mich endlich an TRIFFST DU BUDDHA, TÖTE IHN zu machen! Und danke an die Kollegin, die mir den Autor vor einiger Zeit empfahl, als ich noch nie zuvor von ihm gehört hatte ;-)

SaschaSalamander 14.01.2012, 15.07| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Die Regale quellen über

Ich habe grade SO viele aktuelle Bücher auf dem Stapel liegen, dass ich fast verzweifle, dass ich nicht alle zugleich lesen kann. Ich hatte das Glück, über Weihnachten so viele tolle Titel zu bekommen über Tauschticket, dass meine Regale schier überquellen. Weihnachtszeit, da wünschen die Leute sich Bücher oder Gutscheine. Und wenn sie gelesen sind, dann ab zu Tauschticket. Ich habe in den letzten acht Wochen für rund 80 Tickets angefordert, zum Glück habe ich mir einen kleinen Vorrat angehamstert. Und jetzt sollte ich endlich wieder einmal Bücher einstellen statt immer nur welche anzufordern ;-)

Dazu kommt aber, dass ich das Glück hatte, in den letzten Wochen so viele gute Titel erhalten zu haben, dass ich sie nicht wieder hergeben möchte. Normalerweise lese ich und gebe weiter, aber die letzten Wochen waren voller Highlights, die ich nicht wieder aus der Hand geben möchte. Wird Zeit, dass ich mal wieder ein paar Nieten erwische *g*

Was bei mir hier so auf dem Stapel liegt, das könnt Ihr bei meiner Statistik der Neuzugänge sehen. Eines ist sicher: das Wochenende ist zu kurz, die Arbeit zu lang. Dafür freue ich mich heute Abend schon auf ein warmes Schaumbad mit jeder Menge spannender Unterhaltung ...


SaschaSalamander 14.01.2012, 15.02| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Die Flüsse von London

Erster Satz:
Alles begann an einem kalten Dienstag im Januar, morgens um halb zwei, als Martin Turner, Straßenkünstler und nach eigenen Worten Gigolo in Ausbildung, vor der Säulenvorhalle von St. Paul´s am Covent Garden über eine Leiche stolperte.

Letzter Satz:
"Nur eben mit mehr Leuten".

Aus: Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London; dtv 2012

SaschaSalamander 13.01.2012, 09.32| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Die Flüsse von London

aaronovitch_fluesse_1.jpgZu Hause lese ich DIE HÜTERIN MIDGARDS. Aber das Buch ist recht schwer, und zusätzlich zur Trinkflasche und dem Mittagessen wird es etwas eng in meiner Handtasche ... also lese ich etwas "Leichteres": DIE FLÜSSE VON LONDON.

Ui, von mir aus hätte der Bus heute früh gerne ein paar Stündchen im Stau stehen können, damit ich weiterlesen darf ;-)

Ich wusste so gar nicht, worauf ich mich einlasse, und umso begeisterter war ich nun über die spannende Geschichte. Ein Londoner Bobby bekommt eine Zeugenaussage von einem Geist. Da bin ich mal gespannt, wie sich das entwickeln wird! Der trockene Humor ist very british, genau so wie ich ihn liebe ...

Ich fand sogar ein kleines Easteregg: in einer Szene meint der Ich-Erzähler "fragen Sie nicht, woher ich das weiß, vermutlich aus einer Folge Dr. Who". Wer die Serie nicht kennt, den interessiert das nicht. Wer die Serie kennt, der versteht den Zusammenhang. Und wer ein kleiner Freak ist, der weiß sogar, dass Aaronovitch Autor einiger Folgen dieser Serie ist.

SaschaSalamander 12.01.2012, 20.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Elbenthal-Saga 01

Erster Satz Prolog:
"Varnadhr rjödhr! Varnadhr rjodhr!" brüllte der Lichtelb in das Interkom und zog ein langes, kurviges Titanschwert aus der Scheide auf seinem Rücken.

Erster Satz:
Es stank nach alten Fritten, fettiger Jägersoße aus der Tüte und kalter Zigarettenasche.

Letzter Satz:
... und das nicht nur vor den Monstern anderer Welten.

aus: Ivo Pala: Die Hüterin Midgards; Sauerländer 2012


Anmerkung:

SO liebe ich erste Sätze. Sie werfen den Leser mitten hinein in die Handlung und zwingen ihn regelrecht, weiterzulesen. Man kann sich nicht mehr entziehen. In diesem Fall finde ich es hervorragend, wie verschiedenste scheinbare Widersprüche vereint werden: Lichtelb, Interkom, Schwert, dazu Gebrüll und Action. Und im eigentlichen Text dann sofort die dichte Atmosphäre, in nur einem Satz so intensiv beschrieben, dass man sich vor Ekel fast übergeben möchte bei der Vorstellung dieser Geruchskombination. Freiwillig wird sich dort niemand aufhalten, oder etwa doch?

Und der letzte Satz - er darf nicht spoilern, aber er muss die Handlung abschließen und sollte zugleich einen Ausblick auf Kommendes bieten, ob nun für die Fortsetzung oder allein für die gedankliche Fortführung im Kopf des Lesers, der sich weiterhin mit den Figuren befasst. In diesem Fall die geplante Fortsetzung. Und schon ahnt der Leser: es wird im nächsten Band Monster geben, gefährliche Gegner, und falls es bisher spannend war, dann kann man sich auf den zweiten Band richtig gefasst machen!

SaschaSalamander 12.01.2012, 08.59| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Kuckuck Krake Kakerlake

tak_kuckuck_1.jpgEin einzelnen kleinen Episoden um jeweils ein einzelnes Tier erzählt die Autorin von der bunten Vielfalt des Tierreiches. Kuriose Tierarten, ungewöhnliche Verhaltensweisen, besondere Paarungsverhalten und witzige Fakten aus allem, was die Tierwelt rund um den Globus zu bieten hat. Kurze Beiträge von knapp einer Minute, in denen der Hörer auf unterhaltsame Weise mehr über das Faultier, das Thermometerhuhn, die Jesus-ChristusEchse, den Mistkäfer, das Seepferdchen, den Quastenflosser, das Schnabeltier, die Vampirfledermaus, das Yak, den Polarfuchs, die Schwarze Witwe, den Wasserreservoirfrosch und viele andere bekannte und unbekannte Tiere.

Die Erklärungen sind kindgerecht und direkt, ob es nun um Paarung, Geburt, Tod, Ausscheidungen oder oftmals blutige Nahrungsaufnahme geht. Die jungen Zuhörer werden in ihrem Informationsbedürfnis ernst genommen, die Sprache ist dabei in jedem Moment kindgerecht und verständlich, ohne dass sie dabei für Erwachsene albern wirken würde. Auch als Erwachsener habe ich mich hervorragend unterhalten, konnte einige neuen Infos erfahren und habe mich köstlich über die witzige Darstellung der bereits bekannten Fakten amüsiert: locker, witzig und ganz natürlich, ohne jede Ironie aber mit viel herzlichem Humor.

Die Musik untermalt die kleinen Episoden sehr schön, bildet eine gekonnte Einheit, stimmt bereits atmosphärisch auf die kommenden Tiere ein, passend in schaurigen, melodiösen, pfiffigen oder geheimnisvollen Melodien.

Die Sprecher stellen Größen im Hörbuchgeschäft dar: Andreas Fröhlich, Jens Wawrczeck und Oliver Rohrbeck, alle drei Sprecher der bekannten ???. Ebenso David Nathan (Synchronstimme von Johnny Depp), Rainer Strecker, Felix von Manteuffel sowie weitere bekannte Stimmen. Ihnen gelingt es, die Tiere lebendig werden zu lassen und die Hörer zu begeistern.

Was DIE LUSTIGE WELT DER TIERE für das Auge ist, das ist KUCKUCK, KRAKE, KAKERLAKE für die Ohren. Spannender und humorvoller kann man Fachwissen für Kinder kaum präsentieren :-)

Und weil Downloads günstiger sind und man nicht so lange auf das Päckchen warten muss, empfehle ich Euch, mal beim >Hörstern< reinzuschnuppern ;-)

SaschaSalamander 11.01.2012, 09.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Kinder, Tiere,

Elbenthal-Saga 01

pala_midgard_1_1.jpgBald wird der erste Band der ELBENTHALSAGA erscheinen: DIE HÜTERIN MIDGARDS von Ivo Pala. Es liegt bereits hier, und bereits vom ersten Moment an war ich begeistert vom Cover und der Aufmachung.

Schon die erste Seite fesselte mich, sodass ich es lange nicht beiseite legen konnte. Der Leser wird, wie im Genre üblich, sofort mitten in eine actionreiche Handlung hineingeworfen, ohne den Zusammenhang oder Hintergrund zu kennen. Man MUSS einfach weiterlesen, um endlich mehr zu erfahren!

Den Namen und Orten nach scheint hier bekannte Mythologie neu gemischt zu werden. Aber zum einen bin ich noch nicht sehr weit, kann nur mutmaßen. Und zum anderen müsst Ihr Euch natürlich bis zum 1. März gedulden, vorher ist das Buch nicht erhältlich, und vorher wird auch nichts verraten ;-)

SaschaSalamander 10.01.2012, 09.48| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Fantasy

Shortbus

shortbus_1.jpgINHALT

Eine klassische Handlung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Protagonistin ist die Paartherapeutin Sofia, die selbst noch niemals einen Orgasmus erlebt hat. Im Club "Shortbus" trifft sie auf weitere Hauptcharaktere. Etwa ein schwules Paar, von denen einer polygam ist und der andere Suizidgedanken hegt. Eine Domina auf der Suche nach Heim und Herd. Der trannssexuelle Leiter des Clubs. Ein Voyeur, der dem schwulen Pärchen gegenüber wohnt. Und einige weiteren interessanten Personen, die man im Laufe des Filmes kennenlernt. Sie treffen sich im Club, tauschen sich über ihre Erfahrungen beim Orgasmus und während des Sex aus, leben ihre Lust und tragen ihr inneres Leid täglich mit sich. Es geht weniger um die Handlung, auch nicht um den (ausgiebig gezeigten) Sex, vielmehr um die Charaktere, ihre Wünsche und Sehnsüchte. Und die Darstellung von Sexualität als etwas Alltäglichem.


CHARAKTERE

Die Protagonisten sind sympathisch, skurrill und ungewöhnlich. Das Ungewöhnliche daran ist, dass sie auf ihre Weise absolut normal sind. Sie sehen normal aus, der Film wurde "normal" gedreht, so als hätte man beliebige sexuell aufgeschlossene Personen von der Straße genommen, um einen Film zu drehen. Das gefällt mir, da es keine Superheroes, aber auch keine klassischen Antihelden sind. Sondern ganz normale Menschen. Es bleibt für den Zuschauer sehr viel Raum zur freien Interpretation. Wir haben während des Filmes viel diskutiert, auch kurz pausiert, um mögliche Bedeutungen einzelner Szenen zu hinterfragen. Die Vergangenheit, die Motive, die tatsächlichen Gefühle und Gedanken bleiben dem Zuschauer fern. Es wird zwar über Sex geredet, doch die wahren Gefühle dahinter sind vor der Kamera verborgen. Sehr viel Handlung ergibt sich aus Kameraführung, Blicken, Gesichtern und schweigend vollführten Aktionen.


SEXUALITÄT

Hier wird sehr offen und freizügig alles gezeigt. Dass der Film ab 18 sein muss, ist unbestritten. Man sieht deutlich Geschlechtsteile, bereits zu Beginn des Films werden die Protagonisten in sehr expliziten Szenen gezeigt, sowohl alleine als auch zu mehreren. Hierbei wird bereits klar, dass es weniger um den Sex als solchen geht, als vielmehr um die kunstvoll inszenierte szenische Darstellung durch die Filmemacher. Musik, Bild, Schnitt, alles geht Hand in Hand und vermittelt ein sehr geschmackvolles Bild.

Wer es gerne "normal" möchte, wird den Film schnell ausschalten. Es gab nicht eine "normale" Szene in diesem Film (bis auf ein Paar zu Beginn, und selbst hier waren die Positionen sehr kreativ und sportlich). Hier gibt es Homosexuelle, Transsexuelle, Gewerbliche. Senioren und Jungspunde. Menschen, die es liebend und innig wollen, andere die Schmerz und Demütigung wollen. Paare in geschlossenen Beziehungen ebenso wie polyamouröse Bindungen. Und alle streben sie nur nach einem: zu sich selbst zu finden und Zufriedenheit zu erfahren, jeder auf seine Weise. Nichts davon wird pervertiert oder abgewertet, alles hat seine Berechtigung, der Film zeigt eine pralle Vielfalt, ohne dabei anrüchig zu werden.

Erstaunlich ist, dass der Film eindeutig dem Genre Porno zugeordnet werden müsste, weil sehr deutlich alles gezeigt wird, sogar die Vereinigung von Geschlechtsteilen sowie genitale Nahaufnahmen. Trotzdem ist er weder erregend noch empfunden pornographisch, weil in diesem Fall die Darstellung nicht dem sexuellen Kontext dient sondern allein dem Aufzeigen der Geschichte, die ohne große Worte auskommt und sich dafür sehr intensiver Bilder bedient. Auch ist die Handlung nicht geschönt oder wie in Pornos üblich bis ins Unrealistische übersteigert, sondern sehr realitätsnah gehalten. Etwa der Dreier, bei dem die Männer anfangen mitten während des Sex herumzualbern und am Ende lachend beisammenliegen. Die hilflosen Versuche, durch eigenhändige Stimulation einen Orgasmus zu erlangen und doch immer wieder zu versagen. Das schnöde Abreagieren, die leidenschaftliche Lust, alles findet einen Platz in diesem Film, solange es realistisch bleibt und keine Hochglanz-Kopfkinos bedienen soll.


AUSSAGE

In diesen Film darf jeder hineininterpretieren, was er möchte. Der eine wird sich an den kreativen Bildern erfreuen, vielleicht sogar erregen (auch wenn das sicher nicht die Intention des Filmes ist). Andere mögen sich mit einer der Protagonisten identifizieren, sich auf diese Weise verstanden fühlen, mitleiden. Ein anderer freut sich über das lockere Ambiente des Clubs, die Freizügigkeit der Charaktere untereinander. Andere mögen sich animiert sehen, über Sinn, Unsinn und Relevanz von Sexualität zu philosophieren. Was der Film vor allem zeigen möchte: Sexualität alleine macht nicht glücklich. Aber sie ist ein wichtiger Teil unseres Lebens. Jeder darf leben und lieben, wie er das möchte, muss seinen eigenen Weg dafür finden.


FAZIT

SHORTBUS ist ein zutiefst menschlicher und bewegender Film, der in der Darstellung von unterschiedlichen Sexualpräferenzen kein Blatt "vor die Linse" nimmt. Angesiedelt zwischen Tragikomödie, Erotik und Charakterstudie ist dieser Film ein kleines Meisterwerk des Independent. Ein Film zum Lachen, Weinen und Nachdenken ...

SaschaSalamander 09.01.2012, 09.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip, Erotik, Komödie, Drama,

Statistik KW 01


GELESEN / GEHÖRT
1 - Blutsvermächtnis (K Felsing)
2 - Geisterseher (K Meyer)
3 - Die Känguru-Chroniken (M-U Kling)



GESEHEN
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes I + II
Tante Daniele
Ronal der Barbar
Shortbus


NEUZUGÄNGE
Szandors Erbe (J Skylark)
Bis dass der Tod Euch scheidet (J Skylark)
Chronik des Cthulhu-Mythos I + II (H P Lovecraft)
Negative Happy Chainsaw Edge T (Takimoto)
Manhole 01 (T Tsutsui)
Kuckuck, Krake, Kakerlake (B D Tak)
The Celts (Enya)
Triffst Du Buddha, töte ihn (A Altmann)
Ewiges Blut (S R Beck)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 08.01.2012, 20.18| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Ronal der Barbar

ronal_1.jpgFerienzeit ist Kinozeit, und der Film, den wir gesehen haben, ist einfach irre. Ein dänischer Kinofilm, ein Geheimtip, über den ich eher zufällig gestolpert bin. Und ich werde in der Rezension jetzt kein Blatt vor den Mund nehmen. Denn der Film ist zwar ab 12, aber es gibt eine Menge Bilder und Texte, deren Label in der Altersfreigabe eine rote 18 verdient hätte. Ich werde jetzt in der Rezi so richtig "die Sau rauslassen", aber wenn nicht für RONAL, dann nirgends ... (und Google wird es mir danken *lol*)


HANDLUNG

Der mächtige Kron wurde besiegt, sieben Tage blutete er (hier wird eine gewaltige Blutfontäne im Bild eingeblendet), und von seinem Blut tranken die mächtigen Krieger und Nachkommen, wurden stärker und mächtiger. Niemand wagt sie anzugreifen, sie sind stark und unbesiegbar. Nur der kleine Ronal hat nichts mehr von dem Blut abbekommen, ist schwächlich und will gar nicht kämpfen.

Doch eines Tages kommen Feinde ins Dorf in Anabolien und überfallen die Barbaren, verschleppen alle bis auf Ronal. Nun ist es an ihm, den Feind zu besiegen und sein Volk zu erretten. Dabei stehen ihm ein lüsterner Barde, ein garantiert schwuler Elf und eine kampfeslustige Schildmaid zur Seite. Ein Dreamteam!


GRAFIK

Die Grafik ist jetzt nicht berauschend. Es ist 3D, das ist toll, und die Landschaft ist super. Die Figuren selbst sind aber extrem überzeichnet. Normalerweise würde mich das in einem Animationsfilm stören. Hier allerding ist es egal und sogar genial. Die Leute MÜSSEN überzeichnet sein. Der bierbäuchige Barde Alibert erinnert an Jack Black (Tenacious D), die mächtigen Barbaren bestehen nur aus Muskeln und selbstgefälligem Grinsen, der hühnerbrüstige Ronal scheint aus Gummi zu bestehen und schwankt beim Gehen nur so hin und her. Die Frauen haben Brüste so mächtig wie die Muskeln der Männer, und mit diesen Brüsten knacken sie - nein, keine Kokosnüsse, sondern Totenschädel. Die Körper triefen vor Öl, und das Testosteron sieht man in jedem Pixel. Nein, "hübsche" Bilder hätten nicht gepasst, dieser Film muss so sein, wie er ist! Und dass die Macher können, wenn sie wollen, sieht man an den genialen Effekten während der Kämpfe sowie bei den imposanten Landschaften, 3D hat sich gelohnt.


MUSIK

Passend zum 80er Jahre Look von Metal, Balls und Babes gibt es auch die Musik: der Trailer spielt "Final Countdown", gesungen von Totenschädeln. Und das Ending erinnert absichtlich an "Bohemian Rhapsody" von Queen (unbedingt bis zum Ende gucken!). Während des Films gibt es einzelne Momente, die besonders hervorgehoben werden, z.B. im richtigen Moment (auaaaa, ich mag nicht dran denken) der Nussknacker von Tschaikowsky. Ansonsten tritt die Musik eher in den Hintergrund, stört nicht und verleiht dem Film die passende Atmosphäre.


HUMOR

ABGEFAHREN! Kranke Scheiße! Absolut daneben. Politisch unkorrekt, zotig, dämlich, obszön und vulgär. Ich habe eineinhalb Stunden nur gelacht, morgen werde ich vermutlich Muskelkater im Zwerchfell haben. Zugegeben, die Witze sind billig, aber das macht nichts, denn sie sind gnadenlos direkt. Da wird nicht um den heißen Brei geredet. Und das werde ich jetzt auch nicht tun: Muschi-Uschi, Pussy, "mit Dir hat man soviel Spaß wie mit einer Pilzinfektion", "Dein Ledertanga macht mich an, wo er die Backen trennt, da will ich ran", "ich mag Leder auf der Haut, weils im Schritt das Blut schön staut". Wenn gekämpft wird, dann werden Geschlechtsteile malträtiert, werden Nippel gezwirbelt, abgehackte Arme in den Mund gestopft.

Der sexuelle Aspekt ist gewaltig. Die Figuren tragen Lederharness, Nippelklemmen, treiben die Sklaven mit Gerten und Peitschen an (aber nicht "normal" sondern eben entsprechend), es gibt Ketten, Pranger, Ballknebel, sexgeile Amazonen, wollüstige Krieger.

Man sollte den Film auf jeden Fall ohne Nebenbeschäftigung ansehen. Sich dabei unterhalten oder etwas essen geht nicht, man muss sich Zeit nehmen, sich hinsetzen und dann am besten gemeinsam ansehen. Jedes Bild, jeder Satz. Und sobald man lacht, verpasst man schon den nächsten Witz. Diesen Film muss man mehrfach sehen, es sind einfach zu viele Witze und Anspielungen, als dass man alles beim ersten Mal entdecken könnte. Mir fällt kein Film ein, mit dem man RONAL DER BARBAR vergleichen könnte außer vielleicht RITTER DER KOKOSNUSS auf Speed.


ANSPIELUNGEN

Anspielungen gibt es enorm viele. Logisch, der Film parodiert ja auf unglaublich geniale Weise den Kult der 80er Jahre. Discomusik, Metal-Musik, Muskelmänner, heiße Babes in wallenden Lockenmähnen und Ledertangas. Und auch sonst kann man unendlich viel entdecken, wenn man genau hinsieht. Eine Szene, die stark an den Terminator erinnert. Elemente der Edda, den Nibelungen, aus dem Herrn der Ringe, der Dungeon-Keeper, Conan, Star Wars und Krull. Quer durch alle Mythologien und Genre wird alles aufs Korn genommen. Ja, RONAL DER BARBAR ist dämlich. Aber das ist pure Absicht, und wenn den Film jemand als billig, platt oder niveaulos bezeichnet, hat er absolut recht, und genau das war auch die Absicht des Filmes, denn nur so kann man all das verballhornen, was damals zum Kult erhoben wurde.


JUGENDFREIGABE

Der Film ist ab 12 Jahre. Äh, und wie deckt sich das mit den ganzen Sachen, die ich eben geschrieben habe?!? Ganz einfach: all die Anspielungen muss man erkennen. Für Kinder ist es ein normaler Sklaventreiber, den gab es schon bei Moses im alten Ägypten. Erwachsene sehen aber den Lederharnisch, die Gerte, den roten Hintern, dass der Metallbehang nicht am Leder sondern an den Nippeln befestigt ist und wissen "holla" (liegt an der dreckigen Phantasie von uns Erwachsenen, Kinder sind so herrlich unschuldig). Kinder hören "Muschi-Uschi" und finden es ein lustiges Wortspiel mit Kätzchen, Erwachsene sehen darin eine sexistische Bezeichnung. Was wir Erwachsenen hineininterpretieren, ist für Kinder stellenweise nicht sichtbar oder aber einfach nur witzig ohne Hintergedanke.

Die Figuren sind niedlich dargestellt, man muss sie einfach gernhaben, sie sind zum Knuddeln, es kommt eine spannende Handlung in Gang. Erwachsene werden vor allem auf die Sprüche achten, Kinder eher die Handlung sehen. Und die ist ein spannendes Märchen: mächtiges Volk, Gegner kommt, kleiner gewiefter Held muss alle retten und findet am Ende die Liebe seines Lebens. Hat zwischendurch etwas von Asterix. Und den würde man trotz der vielen Gewalt, ausgeschlagenen Zähne und niedergeknüppelten Feinde nicht ab 18 setzen ;-)

Allerdings finde ich, dass Eltern sich den Film vorher ansehen und selbst entscheiden sollten, ob und was sie ihre Kids ansehen lassen. Denn RONAL DER BARBAR ist alles andere als züchtig und brav. Ich selbst hätte den Film auf 16 gestuft, denn auch wenn man (bis auf eine witzige Szene) keine Geschlechtsteile sieht, und auch wenn die Gewalt unrealistisch überzogen dargestellt ist, ist der Humor einfach zu erwachsen für 12jährige. Hätte ich Kinder würde ich nicht wollen, dass diese eine eineinhalbstündige Ladung geballter Schimpfwörter und Sexkapaden auf dem Silbertablett präsentiert bekommt.


PROBLEM DES FILMS

Der Film ist ein Geheimtip. Die Rezensionen, die ich im Netz gefunden habe, sind eher durchwachsen bis negativ. Ich denke, das liegt daran, dass die Zielgruppe ziemlich dünn ist. Es sollte schon eine Mischung aus verschiedenen Interessen sein. Heavy Metal, freizügiger Sex, klassisches Fantasy mit Elfen und Barden, Computer-Rollenspiel, Mittelalter, Mythologie. Eine bunte Mischung aus all dem sollte man schon mitbringen, wenn man sich für diesen Film interessiert. Und mal sollte bereit sein, einfach mal das Hirn auszuschalten und einfach nur Spaß zu haben, ohne ständig nach dem Sinn zu fragen. Alle anderen werden den Humor vermutlich langweilig finden, die Zoten zu vulgär, die Bilder überladen. Das Publikum für RONAL DER BARBAR ist einfach zu speziell um im Kino ein Massenerfolg zu werden ...

der Humor mutet sehr flach an, auch den Humor sollte man verstehen und hinter die Fassade blicken, die Ironie dahinter erkennen und die Anspielungen begreifen. Der Film ist trotz seiner zotigen Witze sehr hintergründig und schafft es hervorragend, das Genre zu persiflieren. Etwa allein die Anfangsszene: vordergründig überspitzte Gewalt und alberne Zeichnungen. Doch bei genauerer Betrachtung werden allein in dieser knappen Minute Elemente der Edda, der Nibelungen, des heiligen Grals, der Bibel und der alten Heldenepen herausgegriffen. Aber dafür sollte man schon sehr genau hinsehen ;-)


FAZIT

Ein absolut abgefahrenes Filmabenteuer für alle Goths, Metaller, Rollenspieler, Freaks, RüpelRocker, Lederluder, Tangatiger und alle, die es politisch unkorrekt lieben. Intelligenz? Niveau? Egal, RONALD ist unterhaltsam und zum Brüllen komisch. ABSOLUTER TIP!!!

SaschaSalamander 06.01.2012, 09.12| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip

Tante Daniele

daniele_1.jpgTante Daniele ist eine alte, verhärmte Frau. Bitterböse, sieht in allem nur das Schlechte. Und wenn sie kein Haar in der Suppe findet, schüttelt sie solange den Kopf, bis eines hineinfällt. Nachdem ihre liebenswerte Haushälterin auf tragische Weise ums Leben kommt (Danielle piekst ihr mit dem Gehstock einmal kurz in die Seite und schimpft, wie töricht dieses Weib doch war, auf solch dumme Weise zu verunfallen), kommt sie zu ihrem Neffen nach Paris. Dort macht sie es sich gemütlich und versprüht eine Bösartigkeit nach der anderen. Bis die Familie in Urlaub fährt und eine Altenpflegerin ins Haus holt. Und die weißt der alten Dame endlich Kontra zu geben!


CHARAKTERE

Die Filmcharaktere sind sehr gut ausgebaut. Schon von der ersten Minute an hasst man Daniele, verachtet sie, und trotzdem muss man lachen, auch wenn das Lachen manchmal im Hals stecken bleibt. Soviel Bösartigkeit in einer Person! Die Familie dagegen ist herzensgut, sie geben sich alle Mühe, Daniele das Leben angenehm zu machen, sie sind freundlich und aufgeschlossen, Kategorie "viel zu gut für diese Welt", und umso mehr leidet man mit ihnen. Es ist eine normale, unperfekte aber lebenswerte Familie: der treu sorgende Vater, eine berufstätige und trotzdem voll im Haushalt integrierte Mutter, ein schwuler Sohn sowie sein kleiner niedlicher Bruder. Jeder ist eine eigene Person, erhält eine eigene kleine Geschichte.


AUFBAU, ERZÄHLWEISE

Der Film beginnt langsam, und er steigert sich auch nicht. Es gibt keine Actionmomente, keine Spannung, sondern es ist eine gleichmäßige, ruhige Erzählung, viele kleine Episoden der seelischen Grausamkeit, die Tante Daniele ihren Familienmitgliedern beschert. Mal sieht man die Familie beim Abendessen, mal ist sie mit dem Kleinen im Park, ein andermal präpariert sie ihr Bett, spricht mit ihrem verstorbenen Edouard, und mit jeder Szene wird eine weitere Boshaftigkeit offenbar. Doch auch ohne Action gibt es einen Showdown, als die Alte über die Stränge schlägt und eine Orgie der Vernichtung inszeniert.


DER REIZ DES FILMS

Kaum Action, viele Bösartigkeiten. Warum sieht man sich das an? Ich habe mit den Figuren gelitten, es tat mir stellenweise in der Seele weh. Und doch ist der Film genial. Auch, wenn die Handlung keine Spannung im klassischen Sinne bietet, ist der Film hochspannend, wie ich finde. Man fragt sich, was sie als nächstes plant. Wenn sie etwas Freundliches tut - tut sie es aus Eigennutz, hat sie etwas geplant oder kann sie tatsächlich nett sein, wenn man nur die richtige Saite in ihr zum Schwingen bringt? Was treibt Daniele an, warum tut sie all dies? Wie wird die Familie damit umgehen? Wie weit wird sie gehen dürfen, bevor man ihr Grenzen setzt? Und was geschieht, wenn man ihr nun entgegentritt, wie geht sie mit einer Niederlage um? Jede Szene wirft neue Fragen auf, und selten habe ich so gebannt einen Film gesehen!


FAZIT

TANTE DANIELE ist kein Film für einen knallbunten Popcornabend. Dafür aber hervorragende Unterhaltung auf hohem Niveau mit anspruchsvollen Bildern, angenehmer Musik und einer intelligenten Handlung. Ein Film zum Mitleiden (zu Beginn) und voller Schadenfreude (gegen Ende). Ein kostbares kleines Meisterwerk!

SaschaSalamander 05.01.2012, 13.06| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip, Komödie,

The Unsaid

CoverWeil ich heute grad nix Aktuelles habe, mal eine Rezi, die ich Ende 2005 geschrieben habe. Normalerweise habe ich ein sehr gutes Gedächtnis für genossene Bücher und Filme, in diesem Fall kann ich mich an garnix mehr erinnern. Ist leider kein sehr gutes Zeichen, wenn man einen Film so schnell vergisst ... obwohl die Rezi recht begeistert klang *staun*

**********************

Michael Hunter ist Psychologe. Nach dem Selbstmord seines Sohnes Kyle schreibt er Fachbücher und hält Seminare, nimmt jedoch keine Patienten mehr an. Eine ehemalige Studentin bittet ihn um Mithilfe in einem besonders kniffligen Fall: der fast 18jährige Tommy lebt in einem Jugendheim, seit er den Mord an seiner Mutter durch seinen Vater mitansah. Sobald er 18 ist, kann er aus dem Heim entlassen werden, falls Dr. Hunter dem zustimmt. Der Junge erinnert ihn an seinen eigenen Sohn, und Tommy weiß die Situation zu seinem Vorteil zu nutzen.

So weit, so bekannt. Psychologen, die sich nach dem Tod eines Verwandten aus dem Berufsleben zurückziehen und dabei ebenso mit ihrer eigenen Vergangenheit wie dem neuen Klienten zu kämpfen haben, sind beliebte Hauptcharaktere. Gegen Ende wird es spannend, sobald sich zeigt, dass entweder der Klient oder sein Psychologe eine potentielle Gefahr darstellen. Showdown, Rettung in letzter Sekunde, zufriedene Gesichter.

Das Thema ist nichts wirklich Neues. Was in solchen Fällen zählt, ist also die Umsetzung. Der Film ist recht ruhig erzählt, ohne Effekthascherei oder aufgesetzte Dramatik. Die Geschichte selbst ist sehr gut durchdacht und vom ersten bis zum letzten Moment nachvollziehbar. Was mir besonders gefiel: es scheint seit einigen Jahren Mode, dass Thriller blutig sein müssen oder Mysery-Elemente beinhalten. "The Unsaid" dagegen kommt alleine mit den Vermutungen über das, was hinter der freundlichen Fassade des Jungen lauern mag, aus, und das hat weder mit Toten, noch mit unsichtbaren Geistern oder sonstigen Wesen zu tun.

Schade allerdings, dass der Film in manchen der Andeutungen zu deutlich war. Auch, wenn das Ende an sich wirklich äußerst ungewöhnlich war, konnte man vom ersten Moment an die Richtung erahnen und die Handlung jeweils um einiges voraussagen. Es wurden leider sehr viele Klischees eingebaut, wodurch der Anspruch um einiges sinkt. Mit nur geringen Veränderungen hätte dieser Film ein großartiges Werk sein können, so jedoch bleibt es beim interessanten Filmabend.

SaschaSalamander 04.01.2012, 10.58| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Thriller

Wolfen

strieber_wolfen_1.jpgVORAB

Als ich noch jung und unverdorben war (jaja, diese Zeit gab es wirklich, ich war ungefähr 12 oder so), da griff ich aus Neugier ins Regal der Horrorabteilung. Meine ersten beiden Bücher waren "Wolfsruf" von Somtow und "Bestie" von Whitley Strieber. Beide haben mich sehr beeindruckt und künsterlich inspiriert. Besonders Whitley Strieber hat mir ein Bild des Werwolfes vermittelt, das mit den heute üblichen Schoßhündchen nichts gemeinsam hat. Und die Neuauflage von WOLFEN war für mich als Strieber-Fan somit ein Muss, das Cover sieht mit seinen Blutspuren im Schnee einfach nur wundervoll aus, eine Zierde im Regal.


 INHALT

Zwei Polizisten werden grausam verstümmelt. Der Polizeichef legt den Fall zu den Akten, denn die mögliche Wahrheit gefährdet seinen Ruf. Doch die beiden ermittelten Polizisten Becky Neff und Wilson ahnen, dass mehr dahintersteckt: nein, es waren keine Hunde, die die Polizisten getötet haben, es scheint Wesen zu geben jenseits der menschlichen Vorstellungskraft, hochentwickelt und eine tödliche Gefahr für die Menschen. Sie ermitteln auf eigene Faust und nähern sich den Wolfen, die bisher im Verborgenen unter den Menschen leben, bis sie ihnen am Ende gegenüberstehen ...


CHARAKTERE

Die beiden Protagonisten werden sehr gut geschildert, man fiebert mit ihnen, sie erhalten eine Vergangenheit und werden sehr gut mit all ihren Eigenheiten umschrieben. Die Nebencharaktere werden kaum vertieft, sind aber dennoch sehr gut dargestellt, sodass auch sie greifbar werden und den Leser für sich einnehmen.


SPRACHE, STIL

Der Satzbau ist recht einfach gehalten, das Buch liest sich sehr flüssig und angenehm. Allerdings ist die Erzählweise stellenweise ein wenig ungewohnt: einige Absätze musste ich zu Beginn doppelt lesen, bevor ich mich langsam an den Stil gewöhnt hatte. Strieber erzählt aus Sicht aller Beteiligten. Dass beim Wechsel von der Ansicht des Polizisten hin zum Reporter und plötzlich zum Wolfen kein Absatz ist, mag Stil des Autors sein, könnte aber auch an der Umsetzung im Deutschen liegen (vielleicht hat das Original ja ursprünglich Absätze). Die Wortwahl ist meist passend, gelegentlich jedoch scheint Autor oder Übersetzer knapp danebengegriffen zu haben, was jedoch nur bei akribischem Lesen auffällt und den Leser vermutlich kaum stören dürfte.


AUFBAU

Ein hervorragender Aufbau! Es fällt von Seite zu Seite schwerer, das Buch aus der Hand zu legen. Zu Beginn ist alles unklar. Natürlich ist dem Leser bewusst, dass er sich ein Werwolfbuch geholt hat, doch worauf es hinausläuft, wie es weitergeht und was ihn erwartet, das vermag er zu Beginn noch nicht zu erahnen. Und so führt der Autor den Leser von Kapitel zu Kapitel immer näher an die Wolfen heran. Erst erfährt man nur von der Schnelligkeit und Präzision dieser Wesen, dann erschafft ein Wissenschaftler anhand der Fußabdrücke die zugehörige Klaue. Und je mehr die Polizisten und später auch der Naturwissenschaftler und ein Gerichtsmediziner ermitteln, desto mehr erfährt man über die Intelligenz, den Körperbau, das Sozialverhalten der Wolfen. Und je mehr man erfährt, desto öfter wechselt Strieber in der Erzählperspektive auch zu ihnen. Bis hin zum grandiosen Showdown, der zwar actionreich aber nicht überladen präsentiert wird.

Besonders faszinierend finde ich, wie die Wolfen zu Beginn zwar immer Thema des Buches sind aber doch nur als Vermutung und Bedrohung im Hintergrund stehen. Sie sind nicht greifbar, sie sind noch nicht real, sondern die Furcht des Lesers rührt alleine aus Verdachtsmomenten. Kopfkino pur. Ein Schachzug, den nur wenige Autoren beherrschen: Angst schüren, ohne das angstauslösende Objekt tatsächlich zu zeigen.


WERWOLFTHEMA

Ich liebe diese Darstellung der Werwölfe! Strieber erschafft sich eine ganz eigene Welt, und ich möchte dem Lesespaß nicht vorweggreifen. Nur soviel sei gesagt: seine Wolfen sind keine weichgespülten Hündchen, die sich in junge Mädchen verlieben und sich stets unter Kontrolle haben. Und es sind auch keine Fantasywesen, die bei Vollmond durch die Wälder streifen und denen man mit Silberkugeln beikommen kann. Statt dessen sind es Jäger. Animalisch, wild, mächtig und frei. Der Autor bedient sich archaischer Symbole: dampfendes Blut im eisigen Schnee. Leerstehende Gebäude. Ein Schrottplatz. Er berührt das Innerste, rührt mit seinen Schauplätzen und Ereignissen an den Urängsten der Menschheit und wagt es, unsere grundlegenden Erkenntnisse infrage zu stellen.

Fans von Lori Handeland, Stephenie Meyer, Patricia Briggs und Co werden hier vermutlich nicht auf ihre Kosten kommen. Dafür alle Leser, die ihre Wolfswesen gerne animalisch, berauschend, faszinierend, intelligent, berechnend, brutal, instinktiv und natürlich lieben.


ANHANG

WOLFEN wurde erfolgreich verfilmt, und Strieber arbeitete an einem Drehbuch für die Fortsetzung als Serie. Leider wurde diese nie umgesetzt. Der Autor hat dem Festa-Verlag nun seinen Rohentwurf zur Verfügung gestellt, wo es nun weltweit erstmals veröffentlicht wird.

Die Geschichte DER WOLFENKÖNIG wird nicht wie ein Roman erzählt, sondern passend für ein Drehbuch werden einzelne Szenen in kurzen Absätzen geschildert. Ebenso spannend, sehr bildlich und ein Vorgeschmack auf etwas, das wir leider niemals sehen werden. Schade, denn zu gerne hätte ich mehr von Strieber über die Wolfen gelesen oder gesehen.


FAZIT

WOLFEN ist ein großartiges Buch, ein Klassiker unter der Werwolferzählungen, was mehr sollte ich dazu noch sagen als: unbedingt lesen!

SaschaSalamander 03.01.2012, 09.28| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Tip, Horror, Dark,

Vorfreude

Hier und da blättere ich in den Verlagsvorschauen oder erfahre von geplanten Projekten. Und wenn ich schon einen Rückblick gemacht habe, dann habe ich heute auch Lust auf eine Vorschau. Hier ein Titel, auf die ich mich im neuen Jahr ganz besonders freue, bunt gemixt in Genre und Autor :-)

Mehrere Titel von David Füleki (div)
einfach genial, wahnsinnig und durchgeknallt *muahaha*

Wie ein Flügelschlag (J Wilke) (Januar)
klingt wieder sehr spannend :-)

Das Skript (A Strobel) (Januar)
klingt wieder nach genialem Mindfuck, wie ich ihn liebe

Retrum (F Miralles) (Januar)
klingt hochspannend *hibbel*

Freaks Squeele (F Maudoux) (Februar)
wurde oft genug verschoben, dürfte langsam endlich einmal erscheinen

Blutflucht (I L Minden) (Februar)
ein neues von Inka, mehr muss ich nicht wissen um es zu lesen ;-)

Die Traumfrau (R Azume) (Februar)
"Nana und Kaoru" gefällt mir sehr, hoffe auf eine neue tolle Serie

Ewig Dein (D Glattauer) (Februar)
das Hörbuch mit Andrea Sawatzki, mmmmh ...

Rebellen der Ewigkeit (G Rübenstrunk) (Februar)
Rübenstrunk soll klasse sein, auf dieses hier bin ich sehr gespannt

Fünf (U Poznanski) (Februar)
Geocaching mal anders ;-)

Sex, Sünde und Zen (B Warner) (März)
Brad Warner hat klasse Bücher. Religion muss nicht immer heilig sein

Eine ewige Sekunde (C Bäumerich) (März)
schon der erste Manga "Snowflake" hatte mir sehr gefallen

Ostfriesenangst (K-P Wolf)
ob für Kinder oder Erwachsene, er schreibt einfach klasse

Mein böses Herz (W Dorn) (Februar)
ein Autor, bei dem ich immer gerne auf Neuerscheinungen achte

Elbenthal-Saga (I Pala) (März)
Urban Fantasy, bin schon sehr gespannt darauf

G.E.N. Bloods 02 - Verhängnisvoll (K Felsing) (April)

Numbers 3 (R Ward) (Mai)
Teil 1 und 2 waren schon klasse, hoffe der dritte ebenso

Sterbenswort (S Langer) (Juli)
bin gespannt, ob es wieder so spannend wird wie "Vater, Mutter, Tod"

Ihr unschuldiges Herz (R Hagen) (September)
ein Krimi, den ich kaum erwarten kann

Wächterschwingen 01 (I L Minden) (September)
auch hier: einfach nur Inka :-)

SaschaSalamander 02.01.2012, 16.21| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rund um Bücher

Willow

willow_1.jpgNein, eine Rezension über den Film schreiben möchte ich nicht. Denn ich habe ihn schon so oft gesehen, da kann ich nicht mehr wirklich objektiv sein, ich liebe diesen Film einfach, habe ihn als Kind unzählige Male gesehen, mehrfach das Buch gelesen und mir später auch als Erwachsener die DVD gekauft. Aber wie das so ist mit den DVDs: man kauft sie, weil man den Film liebt, aber man lässt es jahrelang im Schrank stehen, weil es so viele neue Filme gibt und man etwas Neues sehen möchte.

Gestern habe ich also zum ersten Mal die DVD gesehen, die seit mehreren Jahren in meinem Schrank steht. Ein toller Silvesterabend im kleinenn gemütlichen Kreis, dazu Willow, ein sehr schöner Anlass für diesen besonderen Film.

Und als der Film vorbei war, war ich gefrustet: es fehlten wichtige Schlüsselszenen! Willow bekommt 3 Eicheln ausgehändigt, und in dieser "Special Edition" wirft er erst am Ende eine dritte Eichel gegen die Zauberin. In der Version, die ich kenne, bekämft er ZWEI Mal (bzw versucht es zwei Mal) andere Wesen, sodass er wirklich alle drei Eicheln aufbraucht. Warum hat man das geschnitten? Ich habe keine zusätzliche Szene entdecken können, es wurde also nicht ergänzt, nur geschnitten. Und das hatte ganz sicher nichts mit der Jugendfreigabe zu tun, also was sollte das?!?

Vielleicht gibt es ja eine DVD mit diesen Szenen. Eine "Director´s Cut" oder eine "WideScreenEdition" oder eine "Extended" oder sonstwie genannte Ausgabe. Nein, das ist etwas, das mich ärgert. Und mich daran zweifeln lässt, ob ich überhaupt Filme kaufen soll, die mir am Herzen liegen, wenn diese unter dem Messer nur verschlimmbessert werden :(

SaschaSalamander 02.01.2012, 09.16| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 52


GELESEN / GEHÖRT
1 - Wolfen (W Strieber)
1 - Mindnapping 06 - Dopamin
2 - Der geheime Zoo (B Chick)
2 - Detektiv Conan 70 (G Aoyama)
4 - Geisterseher (K Meyer)
4 - Die Känguru-Chroniken (M-U Kling)
4 - Die Brautprinzessin (W Goldman)


GESEHEN
Repo-Man
Mary & Max
Willow
Ronal der Barbar


NEUZUGÄNGE
Supernovae (I L Minden)
Mary & Max (DVD)
Vertraute Gefahr (M Raven)
Das Känguru-Manifest (M-U Kling)
Die Flüsse von London (B Aaronovitch)
Süßer die Glocken (Anthologie)
Toyboy (B Conci)
Die Welt summt in B-Moll (M Strachan)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - begonnen
5 - abgebrochen

SaschaSalamander 01.01.2012, 20.30| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik



 






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