SaschaSalamander
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Statistik KW 30

Gelesen / Gehört
1 - Grimms Manga (Anthologie)
1 - Bad Fucking (K Palm)
1 - Fetzer (M Heitz)
1 - Die Lustsklavin (L Palmer)
1 - Ordensschwester Amelie 05 - Vergebung
1 -  Christoph Schwarz 04 - D Richtschwert d Henkers
1 - Christoph Schwarz 05 - Horror am Teufelstisch
2 - Ascheherz (N Blazon)
2 - Die Eindringlinge (M Marshall)
3 - Verlockende Versuchungen (I L Minden)
3 - Payback (F Schirrmacher)
3 - Mach mich geil (I L Minden)
5 - Adekan 01 (T Nao)



Gesehen
Green Lantern


Geschenkt
/


Gekauft
Bad Fucking (K Palm)
Doubt 04 (Y Tonogai)
Angel Sanctuary Deluxe 04 (K Yuki)
Spieler für immer (C Jönsson)
Crimson Spell 01 (A Yamane)


Getauscht
/


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - beendet
3 - weitergeführt
4 - abgebrochen
5 - begonnen

SaschaSalamander 31.07.2011, 19.40| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Green Lantern

greenlantern_1.jpgGestern war ich im Kino. GREEN LANTERN wollte mein Freund gerne sehen, und völlig unvoreingenommen habe ich ihn begleitet. Die DC-Comics dazu kenne ich nicht, daher kann ich die Umsetzung von Comic zu Actionfilm natürlich nicht beurteilen. Trotzdem möchte ich ein paar Gedanken zum Film loswerden. Heute ohne Inhaltsangabe. Dafür aber vorab schon einmal zwei super Links, die meine Meinung eigentlich sehr gut widergeben und auch die Handlung sehr ausführlich beschreiben.

>Filmstarts<
>Serienjunkies<

Ich sah den Film in 3D, und die Technik wird immer besser. Man merkt fast gar nicht mehr, dass man eine große Brille über den Augen hat. Wo man früher noch überall OOOOH und AAAAH rief, ist es inzwischen fast schon normal. Einerseits toll, diese neue Technik, andererseits fehlt inzwischen der Reiz des Besonderen. Aber gut, sagt natürlich nichts über den Film aus.

Der Film selbst hatte eine hervorragende Story. Ich wurde neugierig auf die Comics. Ich mag die Idee hinter GREEN LANTERN, mag die Sache mit der Möglichkeit, Kraft der Gedanken zu kämpfen. Auch die weit über 3000 Charaktere sind super und bieten sehr viel Potential. Ein Erdling zwischen so vielen anderen Leuten, wow, und dann noch ein fremder Planet, dazu eine Bedrohung für die Erde und ein mächtiger mutiger Held, der unsere kleine blaue Kugel rettet. Stoff, aus dem die Heldensagas sind!

Die Umsetzung leider hielt nicht, was die Story versprach. Bei weit über 3000 Charas fand ich es schade, dass man nur ganz wenig davon zu sehen bekam, und noch dazu sahen bis auf ein paar Insekten oder Mollusken fast alle humanoid aus. Warum muss alles immer menschliche Formen haben, sind die Macher des Films so unkreativ?

Auch der fremde Planet war zwar spannend, aber es spielte fast alles auf der Erde. Man bekam von Oa fast nichts mit, ich kann mir den Planeten, seine Besonderheiten überhaupt nicht vorstellen. Dabei wäre es toll gewesen, und gerade in 3D macht es irre Spaß, über eine fremde Landschaft zu reisen, wie AVATAR damals bewiesen hatte. Schade, dass es nur eine Versammlungsplattform zu sehen gab, die nicht wirklich viel hergab.

Über die Dialoge musste ich sehr oft lachen. Einerseits hat der Ring ihm alles Wissen übermittelt, andererseits muss sein Tutor ihm scheinbar immer noch alles erklären. Gut, das ist ein "Kniff", damit auch der Schauspieler versteht, aber ich fand es ungeschickt und unpassend. Die Gespräche mit dem Bösewicht, mit seiner großen Liebe, die Szenen zwischen dem Bösewicht und dessen Vater, das war alles ziemlich platt und lieblos für meinen Geschmack.

Es gab eine Menge Komik, die mir unfreiwillig erschien. Da ich allerdings das Original nicht kenne, weiß ich nicht, ob dieses ähnlich trashig ist, oder ob der Film hier einfach ganz oft gepatzt hat. Ob er sich und das Genre selbst auf die Schippe nehmen wollte oder ungewollt oft danebengriff in der Darstellung einzelner Szenen. Ein paarmal langte ich mir einfach an den Kopf oder seufzte genervt auf und hoffte, dass gleich eine neue Szene kommen möge.

Mir fielen unzählige Parallelen zu anderen Scifi-Sachen auf, ganz besonders Star Wars. Aber gut, das Original zu GREEN LANTERN ist meines Wissens recht alt, da möchte ich das also mal nicht vorwerfen. Trotzdem schon witzig, wie sich einige Motive stets wiederholen.

Wirklich sympathisch war mir auch keiner der Charaktere, und ich konnte mich in keinen so recht hineinversetzen. Sehr viele Figuren wurden angeschnitten aber nicht zu Ende ausgebaut. Und das, was ausgebaut wurde, war eher oberflächlich und klischeehaft. Teilweise hatte ich auch das Gefühl, dass die Schauspieler nicht zusammenpassen, es wirkte insgesamt nicht stimmig für mich. Die Handlungsweisen der Charas konnte ich teils auch nicht nachvollziehen. Da wird die menschliche Rasse also so klein, jung und unbedeutend dargestellt im Universum, aber die anderen Rassen scheinen dafür nicht wirklich intelligenter, weiser oder erfahrener, sondern stellenweise sehr kindisch. Der Bösewicht war IQ-mäßig intelligent aber ansonsten ziemlich dumm, die Angebetete wirkte auf mich sehr künstlich, die Aliens zu menschlich, die bösartige Planetenbedrohung recht tumb.

Wie gesagt: ich habe mich gut unterhalten, die Effekte waren teils recht nett, und die Story an sich gefiel mir sehr gut. Aber die Umsetzung ließ zu wünschen übrig, und sollte ein zweiter Teil in die Kinos kommen, werde ich einfach die DVD abwarten ...

SaschaSalamander 30.07.2011, 18.24| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Action, Sci-Fi, Fantasy,

Gewinnspiel - bitte lächeln :-)

Heute war ich in der Stadt bummeln. Ich war im Nici-Shop, Schreibwarenladen, Süßwarenhandel, Bastelladen, einer Buchhandlung, auf dem Hauptmarkt etc. Dabei habe ich eine Menge Dinge gesehen, die ich sehr gerne verschenkt hätte. Ich liebe es, fremden Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Sowas machen wir im Alltag viel zu selten: Kleine Worte, Gesten, Geschenke einfach so. Und deswegen habe ich jetzt Lust auf ein Gewinnspiel.

Um teilzunehmen schreibt bitte im Kommentar, wie ihr im Alltag fremden Menschen eine kleine Freude bereitet. Nichts Großes, nichts Besonderes. Ein Lächeln braucht keine große Show sondern geschieht im Stillen. Der Gewinner wird per Zufall unter allen Teilnehmern ausgelost.

Was es zu gewinnen gibt, weiß ich noch nicht, denn ich möchte das Geschenk gerne auf die Person abstimmen. Es wird ein Din A 4 oder 5 Luftpolsterumschlag sein, den ich mit ein paar Aufmerksamkeiten füllen möchte :-)

Die Anzahl der Gewinne richtet sich nach der Teilnehmerzahl:
01-10 Teilnehmer - 1 Gewinn
11-20 Teilnehmer - 2 Gewinne
21-30 Teilnehmer - 3 Gewinne usw

Je mehr mitmachen, desto mehr gibt es zu gewinnen ;-)

Die Teilnahme läuft bis Samstag 06.08.2011 um 23.59. Den oder die Gewinner werde ich am Sonntag bekanntgeben :-)

Anmerkung: ich verwalte meine Kommentare redaktionell. Wenn Ihr also kommentiert, wird das Kommentar noch nicht erscheinen, ist das normal. In der Regel schalte ich frei, sobald ich dann wieder online bin.

                       

SaschaSalamander 30.07.2011, 16.54| (21/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Grimms Manga

grimms_manga_1.jpgMit GRIMMS MANGA schaffte Mangaka Kei Ishiyama ein Werk von Bedeutung. Sie bewies, dass die Grimms Märchen noch immer modern sind und dass die Kluft zwischen den so unterschiedlichen Kulturen Ost und West, Japan und Deutschland, gar nicht so groß sein müssen. In hervorragend umgesetzten Nacherzählungen (mit teils sehr eigenem ungewöhnlichen Stil und einigen gelungenen Abweichungen) interpretierte sie bekannte deutsche Märchen neu und schuf sich eine große Fangemeinde.

Nun machen deutsche Mangaka es ihr nach: der Tokyopo - Verlag hat mit dem Sonderband "Grimms Manga" ein Nachfolgewerk geschaffen, dass es ohne Probleme mit dem Original aus Japan aufnehmen kann. Namhafte Zeichner wie Anike Hage (Gothic Sports, die Wolke), Nina Werner (Jibun-Jishin), Anna Hollmann (Stupid Story) und weitere präsentieren jeweils eine Kurzgeschichte.

Die Märchen sind keine langweiligen Nacherzählungen der Originale sondern entpuppen sich vielmehr als sympathische Neudichtungen. So werden die Tauben aus Aschenputtel zu Ratten, Frau Holle ist in Urlaub und wird durch den attraktiven Cornelius vertreten, und Dornröschen war als Kind gar nicht so hübsch, wie alle behaupteten. Ich kann nicht einmal sagen, welche Geschichte mir am besten gefiel, sie überzeugten mich ausnahmslos alle, was bei einer Anthologie wirklich eine seltene Ausnahme darstellt.

Die Zeichnungen sind allesamt gelungen. Zwar unterscheiden sich die Stile teils sehr deutlich voneinander, aber alle waren saubere Arbeit. Man merkt, dass die Zeichner - obwohl teils noch immer Jungtalente - bereits viel Erfahrung gesammelt haben und sich teils inzwischen mit den japanischen Mangaka messen können. Hierbei möchte ich vor allem Anike Hage und Nina Werner erwähnen, die mich bereits in ihren vorherigen Werken von ihrem Können überzeugten und auch hier wieder hervorragende Arbeit abgeliefert haben.

Empfehlung - ganz sicher! Für wen? Für Leser von Fantasymangas. Für Fans von Kei Ishiyama. Für Fans von Anike, Anna, Misaho, Mikiko, Inga, Luisa, Nina und Reyhan. Für alle die Märchen mögen. Für jeden, der gerne Mangas liest :-)

SaschaSalamander 29.07.2011, 08.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga

TTT Gründe für das Bücherbloggen



Bei >Alice< gibt es heute die TTT zum Thema "10 Gründe, warum Ihr über Bücher bloggt". Bevor ich lese, was die anderen schreiben, möchte ich mir selbst Gedanken machen. Aber 10 Gründe sind es nicht. Nur wenige, aber diese umso intensiver:

1) Ich MUSS über Bücher schreiben. Es ist mir ein Bedürfnis. Ich platze, wenn ich nicht schreibe.

2) Ich liebe Bücher und den Austausch darüber. Im Internet gibt es mehr Leute, die so bücherverrückt sind wie ich, real kenne ich nur zwei Leute, und da kann ich schlecht direkt nach jedem Buch anrufen und sagen "hey, ich muss jetzt was loswerden". Also blogge ich (siehe 1: sonst platze ich)

3) Dieser Blog gehört mir und folgt meinen Regeln. Ich könnte bei Magazinen, Plattformen, Zeitschriften schreiben, habe es teilweise auch getan. Aber ich brauche meine Freiheit, daher dieser Blog.

4) Es ist mir ein Bedürfnis, Leute an Bücher heranzuführen. Ich liebe das gierige Leuchten in den Augen der Leute, wenn ich von einem Buch erzähle und sie es unbedingt haben wollen, das ist fast besser als Sex. Beim Bloggen sehe ich das leider nicht, live aber immerhin freue ich mich über Feedback und Kommentare. Ich liebe es, Leute mit Büchern anzufixen. Büchereiarbeit, Buchhandel, Lektorat, Rezensionen, Hauptsache im Hintergrund den Menschen das Medium Buch näherbringen!

5) Ich unterstütze gerne Autoren, deren Bücher es wert sind.


Mir fallen ehrlich gesagt in letzter Zeit auch sehr viele Gründe ein, deretwegen ich nicht blogge:

- um Rezensionsexemplare zu ergattern
- um einer Community anzugehören
- um Bücher zu lesen, die gerade in sind
- um mitreden zu können
- um auf mich aufmerksam zu machen
- um einem Modetrend zu folgen

Das Thema nächste Woche sind 10 Namen aus Büchern, die wir unseren Kindern geben würden. Kein Thema für mich ;-)

SaschaSalamander 28.07.2011, 21.06| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Gedächtnis

In der Regel kann ich mir Autoren, Cover, den groben Buchinhalt sehr gut merken. Nicht nur von Titeln, die ich gelesen habe, sondern auch von Büchern, die ich noch nicht kenne. Manchmal genügt dann ein kleines Stichwort, und ich kann mich, falls gelesen, wieder sehr gut daran erinnern.

Und manchmal stolpere ich beim Stöbern in meinem Blog in der Statistik Titel, die mir absolut nichts sagen, weder vom Autor noch vom Titel her. Wenn ich dann recherchiere, was das war, bin ich völlig baff. Weil ich mich absolut nicht daran erinnern kann, diesen Titel jemals gelesen zu haben. Diesmal geschehen bei Wolfsfährte von Russell.

Eine Rezension dazu habe ich nicht geschrieben. Aber auch so bin ich mir sicher: wenn es mir gefallen hätte, wüsste ich wenigstens noch in kleinen Bröckchen, worum es ging und wie es mir gefiel. Schien also wohl nichts Besonderes gewesen zu sein ...

SaschaSalamander 28.07.2011, 16.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Die Eindringlinge

marshall_eindringlinge_1.jpgAusnahmsweise zitiere ich einmal den Klappentext, da ich mir hier nicht viel Mühe machen möchte: "Jack Whalen hat seinen Job als Polizist in SEattle hingeschmissen und versucht einen Neuanfang. Als ihn ein alter Freund um Hilfe bei einem mysteriösen Mordfall bittet und gleichzeitig seine Frau Amy mehrere Tage verschwindet, beginnt sein Leben aus dem Ruder zu laufen. Jack ist versunsichert. Manchmal überkommt ihn das unerklärliche Gefühl, nicht immer er selbst zu sein. Und warum benimmt sich Amy nach ihrer Rückkehr so eigenartig? Als Jack beginnt, Nachforschungen anzustellen, stößt er auf ein Geheimnis, das schwärzer ist als jeder Albtraum" ...

Ich bin zufällig über dieses Buch gestoßen, kannte weder den Autor noch hatte ich mehr über das Buch gehört, aber es sprach mich mit dem Cover und Klappentext sofort an. Tja, meist habe ich ein gutes Händchen in der Wahl meiner Lektüre, aber manchmal trügt mich mein Bauchgefühl. So wie dieses Mal, als ich sehr enttäuscht war.

Das Buch beginnt sehr spannend mit einem Mord, der Protagonist erzählt in der Ich-Form aus der Vergangenheit, und prompt holt diese ihn wieder ein, als ein ehemaliger Klassenkamerad ihn um Hilfe bittet. Jack war früher Polizist, inzwischen hat er den Dienst quittiert und ist Autor eines Bestsellers. Seine Frau ist geschäftlich sehr viel unterwegs, doch Jack beginnt zu zweifeln, ob ihre Geschichten wahr sind oder sie ihn inzwischen regelmässig betrügt.

Doch das Buch verliert leider sehr schnell an Tempo und zieht sich über den Mittelteil sehr lange hin. Meist wird aus Sicht von Jack geschildert, manchmal wird in dritter Person der Weg des 9jährigen Mädchens Madison geschildert. Madison begegnet einem Fremden, und plötzlich tut sie Dinge, an die sie sich nicht erinnert, verhält sich nicht mehr wie ein kleines Mädchen, flieht von zu Hause und zieht eine blutige Spur durch das Land. Gelegentlich wird aus Sicht von Todd Crane, Shepherd, Ozzy oder anderen Personen erzählt, was vermutlich Abwechslung in das Buch bringen soll aber den Erzählfluss leider unterbricht und stört.

Es werden zu lange sehr viele Hinweise gestreut, der Leser tappt zu lange im Dunkeln. Erst nach der Hälfte gibt es erste Gedanken, in welche Richtung das Buch sich entwickeln könnte, und die Fans realistischer Thriller werden enttäuscht sein, sobald sie erkennen, dass es in den mystischen Bereich abdriftet und übernatürliche Elemente enthält. Ich finde diese Wendung unpassend zum Stil, der bis dahin wie ein klassischer Thriller aufgemacht war. Es wirkt auf mich, als hätte der Autor ein Buch begonnen, ohne ein Ende geplant zu haben und dann gegen Ende versucht, alle Handlungsfäden mit Gewalt zusammenzufügen und etwas Besonderes zu erschaffen. Leider ging dies für meinen Geschmack recht daneben.

Das Ende macht an Tempo wett, was das Buch bis zu diesem Punkt versäumte. Es gewinnt rasant an Fahrt, bis es dem Leser schwerfällt zu folgen. Plötzlich sind alle Handlungsstränge und Personen (in teils mehrfachen Identitäten) vor Ort, die Situation überschlägt sich. Das Ende samt Auflösung kommt sehr abrupt und hinterließ bei mir ein schales, unbefriedigendes Gefühl. Zu viele Fragen blieben offen.

Als Zeitverschwendung würde ich das Buch noch nicht bezeichnen, sonst hätte ich es abgebrochen. Es gab spannende Momente, und die Motivation zum Weiterlesen war vorhanden. Allerdings hätte man sehr viel mehr aus dem Thema machen können, das Buch hätte etwas gerafft werden können, das Hauptthema besser ausgebaut. Eine Empfehlung kann ich nicht unbedingt aussprechen, man hat nichts verpasst, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Aber ich kann mir vorstellen, dass der Autor durchaus seine Fans haben könnte. Ich allerdings gehöre nicht dazu ...

SaschaSalamander 28.07.2011, 08.48| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Thriller

Ascheherz

blazon_ascheherz_1.jpgNina Blazon kenne ich von einigen anderen Büchern, und ich mag ihre abwechslungsreichen Ideen sehr. Daher war ASCHEHERZ quasi Pflichtlektüre für mich. FAUNBLUT spielt in der gleichen Welt, ist jedoch kein direkter vorgänger, sodass es nicht weiter störend war, dass ich dieses Buch zuvor nicht gelesen hatte.

Summer ist Künstlerin in einem kleinen Theater, sie erinnert sich nicht an ihren Namen, ihre Vergangenheit. Sie weiß nur, dass der "Blutmann" sie verfolgt, und auch hier hat er sie aufgespürt, sie muss fliehen. Dabei begegnet sie dem geheimnisvollen Anzej, mit dem sie in das Nordland reist. Nach und nach kehren ihre Erinnerungen wieder, und sie erfährt, wer sie ist und warum sie ihr Gedächtnis verlor. Sie hatte eine wichtige Rolle, stand zwischen mehreren Männern, hat ihre damalige Aufgabe nicht erfüllt und soll nun möglicherweise zur Rechenschaft gezogen werden. Kann sie dem Tod entfliehen? Welcher der Männer steht wirklich auf ihrer Seite, und welcher will ihren Untergang?

Eine Inhaltsangabe für das Buch ist sehr schwer. Denn die erste Hälfte passiert quasi nichts Nennenswertes, und ich möchte nicht bis in die zweite Hälfte hineinspoilern. Daher zumindest eine Richtung: Summer ist natürlich ein übernatürliches Wesen. Nina Blazon war sehr kreativ und hebt sich deutlich von den Vampiren, Gestaltwandlern, Elfen, Lichtwesen und Konsorten ab und hat etwas völlig Neues, Eigenes erschaffen, das ich in dieser Form noch nie zuvor gelesen habe. Es ist also ein Fantasyroman mit romantischen Elementen.

Trotzdem mag ich die Begeisterung der anderen Fans nicht teilen. Denn ein Buch, das die Hälfte der Zeit braucht, um überhaupt erst in Gang zu kommen, würde ich unter normalen Umständen wieder beiseite legen. Das Buch habe ich  nach einigen Kapiteln bereits beiseite gelegt, zum Hörbuch habe ich mich regelrecht gezwungen, und erst zu Beginn der vierten von sechs CDs wurde die Handlung interessant und konkret, davor waren es nur vage Gedanken, Reiseabschnitte und nette Worte ohne große Bedeutung. Blazon hat einen hervorragenden Schreibstil, ich liebe vor allem ihre Metaphern, aber Metaphern alleine machen kein spannendes Buch. Ich habe das Buch gelesen, weil ich verstehen wollte, warum am Ende alle so begeistert waren.

Die zweite Hälfte dann entschädigte tatsächlich sehr gut für den ersten Teil. Die Welt, die die Autorin geschaffen hat, ist sehr interessant und ungewöhnlich, ich konnte mich sehr gut hineinversetzen, sah die Landschaft und Leute regelrecht vor mir. Sah die Schneefalter, die Winterbäume, die Tierläufer, die Zorya und deren Geheimnis. Auch die Personifikation des Todes (eines der Hauptthemen des Buches) ist ausgesprochen originell und fast schon erotisch, es muss nicht immer ein schwarzer Sensenmann sein. Allein für ihre Ideen gebührt Nina Blazon Ehre, in Kombination mit ihrem Schreibstil ist sie für mich eine der besten aktuellen Autorinnen.

Die Vierecksgeschichte um Loved, Indigo, Anzej und Summer ist ebenfalls sehr schön erzählt. Anfangs verwirrt es den Leser, wie die junge Frau sosehr hin und hergerissen sein kann, doch bald wird klar, was dahintersteckt und welche Rolle die einzelnen Figuren in ihrem Leben einnahmen. Lange Zeit wissen Summer und der Leser nicht, wem man trauen kann, das ist sehr gut gelungen.

Trotzdem sehe ich das Buch sehr zwiegespalten. Tolle Sprache, grandiose Idee, eine wundervolle Welt, eine romantische Liebesgeschichte. Aber abgesehen von der ersten Hälfte störte mich auch das Problem mit den Namen. Da Summer ihren Namen nicht kennt und ständig auf der Flucht ist, muss sie ihren Namen häufig wechseln. Sie bleibt dem Leser als "Summer" erhalten, trägt jedoch viele weitere Namen, während sie untertaucht oder wenn sie Personen begegnet, die sie früher unter anderem Namen kannten. Als sie dann ihre Erinnerung wiederfindet, kommen ihre neuen Namen dazu. Das war mir doch etwas zuviel des Guten, selbst wenn die Handlugn dieses Wirrwarr rechtfertigt.

Eine radikale Kürzung um mindestens ein Drittel hätte dem Buch gut getan. Mir tut es leid, dies sagen zu müssen, denn ich mag Blazon sehr, und ich bin von der Idee hinter Ascheherz regelrecht begeistert. Trotzdem ...

absoluten Fantasyfans sowie Anhängern von Blazon empfehle ich das Buch gerne. Wer aber eine konkrete Handlung braucht, wer eher selten liest und dafür aber top Titel will, sollte zu anderen Büchern greifen. Wer sich an ASCHEHERZ wagt, sollte ordentlich Kämpfergeist mitbringen, um die erste Hälfte zu bewältigen.

SaschaSalamander 27.07.2011, 15.58| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Fantasy, Jugend,

Die Eindringlinge

Erster Satz:
Bumm, bumm, bumm. Man konnte es die halbe Straße rauf hören.

Letzter Satz:
Das habe ich nie gewusst.

aus: Michael Marshall: Die Eindringlinge; Knaur 2011

SaschaSalamander 26.07.2011, 18.38| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Die Eindringlinge

marshall_eindringlinge_1.jpgEin paar gute Rezis gelesen und von einigen Bloggern davon geholt, also war ich neugierig. Am Samstag kam das Buch bei mir an, und noch am gleichen Tag musste ich das Lesen beginnen.

Jetzt bin ich inzwischen bei der Hälfte angelangt und habe langsam Probleme, weiterzulesen. Ich möchte wissen, was los ist und was dahintersteckt, aber es beginnt mich zu langweilen.

Der Großteil ist aus Sicht des Protagonisten in Ich-Form  geschrieben, dazwischen sind Einblendungen anderer Personen in der dritten Person. Nun ist das kleine Mädchen Madison zum zigsten Male an einem Ort und kann sich nicht erklären, wie sie dorthin kommt. Ich habe das Gefühl, der Autor will das künstlich in die Länge strecken. Das kann er jetzt noch 100 Mal machen, dass sie irgendwo steht und sich fragt, wie sie dahin kommt und was sie dort will, und trotzdem geht die Handlung nicht voran.

Na, mal abwarten, vielleicht wird das Buch noch besser. Der Anfang war klasse, es ist einiges passiert, ich wollte weiterlesen. Aber inzwischen hängt es ganz gewaltig durch, und ich überfliege die Seiten solange, bis wieder etwas passiert, das tatsächlich von Belang ist. Mal sehen, wie meine Endmeinung ausfallen wird ...

SaschaSalamander 25.07.2011, 14.34| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Thriller

Gewohnheiten

Schon interessant, wie sich Gewohnheiten manifestieren. Unterwegs lese ich Kindle, daheim lese ich Bücher. Wenn ich unterwegs etwas auf dem Kindle beginne und daheim weiterlesen möchte, dann nervt mich das, weil ich gerne was Richtiges in den Händen halte.

Gestern nun war ich unterwegs, es eine sehr lange Autofahrt, ich als Beifahrer auf dem Rücksitz. Da wir mit dem Auto flink bei der Packstation hielten, hatte ich ausnahmsweise also doch ein Buch bei mir statt des Kindles. Und weil ich es nicht erwarten konnte, fing ich sofort an, das neue Buch zu lesen. Ich kam nicht wirklich weit, weil mich das Medium Buch ziemlich störte. Irgendwann habe ich das Buch einfach weggelegt und den Kindle geholt, der in meiner Handtasche lag, schon fühlte ich mich besser. Es las sich einfach angenehmer, eingeklemmt hinter dem zurückgeschobenen Fahrersitz, wo ich wenig Platz hatte und ein Buch einfach im Weg war ...

früher hätte mich das nie gestört. Aber der Mensch ist eben ein Gewohnheitstier ...

SaschaSalamander 25.07.2011, 09.39| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Statistik KW 29

Gelesen / Gehört
Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran (E E Schmitt)
Lady Bedfort 42 - sein letzter Fall
Young Bride´s Story (K Mori)
Verlockende Versuchungen (I L Minden)
Payback (F Schirrmacher)
Mach mich geil (I L Minden)
Pu der Bär (A A Milne)
Ascheherz (N Blazon)
Die Eindringlinge (M Marshall)


Gesehen
/


Geschenkt
/


Gekauft
Grimms Manga (Anthologie)
Gothic Love (M Momono)
Young Bride´s story (K Mori)
Yokan (M Tateno)
Bone - Rose (J Smith)
Bone - Legenden (J Smith)


Getauscht
Shantaram (G D Roberts)
Die Eindringlinge (M Marshall)
Ein Tag ohne Zufall (M E Pearson)

SaschaSalamander 24.07.2011, 20.16| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Statistik

Frühreifes Bürschlein

Heute ein erster Satz. Aber ohne Info, sondern als Rätsel. Aus welchem Buch stammt folgender erster Satz?

Als ich elf war, habe ich mein Schwein geschlachtet und bin zu den Dirnen gegangen.

SaschaSalamander 24.07.2011, 12.13| (5/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rätsel

Young Bride´s Story

Amira ist 20 Jahre alt, als sie mit dem 12jährigen Karluk verheiratet wird. Sie stammt aus einem Volk von Kriegern und Kämpfern, wohingegen die Familie des Bräutigams vor allem von Tierzucht und Ackerbau lebt. Amira ist eigentlich schon recht alt, normalerweise heiraten junge Frauen etwa im Alter von 16. Doch die Ehe ist glücklich, und die neue Familie nimmt Amira sofort in ihre Reihen auf. Sie sind freundlich zu ihr, lehren sie neue Rezepte, Traditionen, Künste. Auch Amira kann die Menschen ihres neuen Umfeldes viel lehren: sie jagd mit dem Bogen Hasen und bereitet ein köstliches Mahl, aus den Pelzen näht sie wundervolle Kleidung für ihren Ehemann. Doch Amiras Herkunftsfamilie schmiedet andere Pläne und will die Tochter zurückholen, um sie an einen anderen Mann zu verheiraten.

Ein Manga, wie man ihn nur selten in die Finger bekommt. Ich habe mich sofort in die Zeichnungen verliebt und würde am liebsten sofort alle weiteren Bände in der Hand halten! Ein Ausnahmemanga, den ich ohne Zögern sofort als Meisterwerk bezeichne.

Über die Handlung kann man nicht wirklich viel erzählen. Es gibt fünf Kapitel, die jedoch blitzschnell beschrieben sind: erstes Kennenlernen, ein Junge beobachtet einen Schnitzer bei der Arbeit, das Brautpaar reitet aus und trifft den anderen Teil der Nomadenfamilie, die Brautfamilie verlangt die Tochter zurück und wird abgewiesen, der Bräutigam erkrankt und wird rasch wieder gesund. Nein, wirklich von "Handlung" im klassischen Sinne kann man nicht sprechen. Aber das ist auch nicht notwendig. Es geht weniger um einen typischen Konflikt oder eine fortwährende Erzählung, vielmehr werden einzelne kleine Episoden aus dem Zusammenleben der beiden unterschiedlichen Charaktere erzählt.

Mir ging das Herz auf beim Lesen dieses Mangas. Die Herzlichkeit der neuen Familie ist wunderbar, und ich hatte oft ein Strahlen in den Augen, ebenso wie die Protagonistin, wenn sie von der neuen Familie so liebevoll aufgenommen wird. Auch der Umgang der Eheleute miteinander ist einfach herzerwärmend. Mir fallen keine anderen Worte ein als immer wieder im Kontext mit "Herz". Ja, dieser Manga strotzt nur so vor Herz. Ohne Action, Konflikt, Gewalt oder Handlung. Es ist ein Manga voller liebevoller Gesten. Eine Mutter, die ihr Kind bestrafen muss (Konsequenz in der Erziehung muss sein) und am liebsten sofort die Strafe wieder rückgängig machen würde. Eine Ehefrau, die sich über den schlafenden Gatten beugt und ihn besorgt ansieht, ob es ihm auch gutgeht. Ein Schnitzer, der sich den neugierigen Fragen eines kleinen Jungen stellt und ihm einen extra für ihn gefertigten Talisman schenkt. Die Offenheit der Personen untereinander. Ach, einfach nur schön, am liebsten würde ich sofort Teil dieser Familie!

Die Charaktere sind mir schon nach wenigen Seiten sofort ans Herz gewachsen. Ihr Handeln ist menschlich, herzlich, manchmal auch humorvoll. Man lacht, weint, leidet, feiert mit der Familie. Es fällt von Beginn an leicht, die Personen auseinanderzuhalten, da sie sehr individuell gezeichnet sind und ihre typischen Eigenheiten aufweisen.

Zum Abschluss erzählt die Autorin Kaoru Mori, was sie zu diesem Manga bewegte: sie war schon immer begeistert von der Kultur in Zentralasien und der Kaukasusregion. Pferde (Turkmenische Achal-Tekkiner), Schafe, Zelte, Teppiche, das karge Leben des Volkes. Und diese Leidenschaft sieht man in jedem Bild. YOUNG BRIDE´s STORY ist ein bildgewaltiges Werk, opulent und detailverliebt. Manchmal sieht man auf zwei Bildern nur Landschaften, doch das ist nicht langweilig, sondern einfach nur umwerfend. Eine Landschaft, dann rückt das Bild etwas näher, man sieht einen Hasen, der Hase flitzt aus dem Bild, man sieht nur noch seine Hinterläufe. Unberührte Natur, die Fernweh in mir weckt, und ich fühlte mich direkt in die Erzählung hineinversetzt, meinte den Wind auf meiner Haut zu spüren, das frische Gras und die klare Luft zu riechen.

Die Details machen den Manga zu einem Kunstwerk. Verzierte Kleidung, Nahrungsmittel, Geschirr, Schnitzereien, Schmuck und Accessoires der Tiere und Menschen, gewebte Teppiche, es gibt keinen Zentimeter, der nicht gefüllt ist mit winzigen Details. Die Charaktere werden ebenfalls sehr genau gezeichnet: Augen, Gestik und Mimik wirken so lebendig, als hätte sie diese von lebenden Menschen abgezeichnet. Die Gesichter strahlen eine Wärme aus, dass ich in dem Manga versinken möchte.

Wo andere Zeichner oft im Klischee versinken und immer wieder die gleichen Bilder abliefern, die gleichen Rasterfolien verwenden, die immer gleichen Stilmittel einsetzen, sticht YOUNG BRIDE´s STORY durch seinen individuellen Stil positiv hervor.

Ein großartiger Manga, den ich jedem Leser ans Herz lege, der Wert auf Zeichnung und emotionale Tiefe legt. Jüngere Leser werden sich mit einzelnen Figuren identifizieren und ihre Freude an den Abenteuern der kleinen Geschwister haben. Ältere Leser haben ihre Freude an den wundervollen Zeichnungen und der intensiven Darstellung des Familienlebens in diesem historischen Rahmen. Einer der besten Mangas, die ich seit vielen Monaten gelesen habe!

Eine sehr gute Review mit gut gewählten Bildern kann man bei >Animey< lesen. Seht Euch die Bilder an, und Ihr versteht meine Begeisterung ;-)

mori_youngbride_1.jpg

SaschaSalamander 22.07.2011, 14.35| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Tip, Historisch,

TTT die coolsten Bösewichte



Das heutige TTT beinhaltet die Frage nach den >10 "coolsten" Bösewichten< aus Büchern. Wie üblich weite ich das Thema für mich auch aus auf Filme, Mangas, Comics etc. Was das Wort "cool" nun bedeutet, mag jeder für sich beurteilen. Ich für meinen Teil nehme einfach die Bösewichte, die ich eben besonders mag. Natürlich wieder ohne Reihenfolge bunt durcheinander.

Was mir an einem Bösewicht wichtig ist, das ist sein Stil. Ein "richtiger" Bösewicht hat Klasse, Stil, ist elegant und intelligent. Er verfolgt seine Ziele und weiß, dass er auf der richtigen Seite steht. Jaa, er ist ichbezogen und kümmert sich nicht um die Gefühle der "Guten", aber wo kämen wir hin, wenn jeder immer nur auf die anderen sehen würde? Es gibt eh schon viel zuviele Gutmenschen auf dieser Welt! (Aber bitte bleibt mir fern mit dummen Bauerntölpeln, die böse sind. Das sind keine Bösewichte sondern einfach nur Deppen, die auf Ärger aus sind.



Muraki
Aus dem Manga >YAMI NO MATSUEI<, er ist mein liebster Bösewicht. Er ist sadistisch, er ist böse, er ist intelligent, er ist sexy *sabber*. Ein asiatischer Bösewicht, die haben ganz besondere Klasse. Muraki ist Arzt und genießt es, mit seinen Opfern zu "spielen"
und deren hübsche Haut ein wenig zu "verzieren", und auch Psychospiele liegen ihm ...

Jean Valjean
Der Antagonist aus "Die Elenden" von Victor Hugo. Er verkörpert das Recht, und doch ist er der "Böse". Ich finde ihn eine großartige Figur und könte stundenlang über seinen Charakter referieren!

Saruman
Top im Buch, aber im Film einfach der Hammer, Christopher Lee ist einfach genial in jeder seiner Rollen!

Snape
Ich mochte ihn vom ersten Moment, auch wenn er ein Ekel ist. Aber es war klar, dass er seine Gründe hatte. Und er hat Klasse!

Kingdok
Ein Rattenmonster aus dem Comic-Epos >BONE< von Jeff Smith. Ich mag die Rattenmonster, die sind herrlich schräg :-)

Magneto
Leider kenne ich nur den Film, nicht die Comics. Magneto mochte ich vom ersten Moment, er ist elegant und hat Stil. Und eigentlich ist er gar nicht "böse", er hat nur andere Methoden als die "Guten", aber sein Ziel kann ich ihm nicht verübeln.

Dracula
Ganz klassisch, er darf in dieser Liste nicht fehlen.
Sexy und düster, schon lange bevor es den ganzen Vampirhype gab ...

Nathanael
Der junge Zauberlehrling aus BARTIMÄUS. Ein Ekelpaket, wirklich mögen tu ich ihn nicht, aber ich finde ihn wirklich cool, er hat was drauf.

König Haggard
Der König aus dem LETZTEN EINHORN, eine traurige, tragische Gestalt ...

Meerhexe Ursula / Gargamel
wirklich "cool" für meine Verhältnisse finde ich die beiden nicht. Aber ich mag sie, alle beiden haben richtigen Kultcharakter!

Graf Olaf ist nicht dabei, sosehr ich das Buch an sich auch liebe, denn er ist eine wichtige Rolle des Buches, aber ich mochte ihn nicht. Er ist nicht intelligent. Verschlagen, bauernschlau, das gewiss, aber ihm fehlt die Klasse.

Nächste Woche geht es um die Frage, warum wir Buchbloggern wurden. Na, ob ich da 10 Gründe hinbekomme? Mir fällt auf Anhieb nur ein Grund ein, aber dieser Gedanke ist so brennend in mir, dass er genügt ...

SaschaSalamander 21.07.2011, 18.57| (4/4) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Mist gebaut

Na prima! Sorry, beim Archivieren habe ich Mist gebaut und kann das nicht rückgängig machen ... die aktuellen Beiträge finden sich >HIER<

SaschaSalamander 20.07.2011, 22.23| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Blog

TTT 10 Hasscharaktere



Das heutige Theme bei >Alice im Bücherland< lautet "Eure 10 Hasscharaktere".

Das Problem ist, dass man Bösewichte oft nicht mag. Aber das ist auch Absicht. Klar mag ich z.B. Graf Olaf nicht, den Bettler Thenardier nicht, aber das soll wohl auch so sein :-)

Mir fallen zwei ein, die ich jedoch überhaupt nicht mag:

1) DOBBY
Ich kriege die Krise, wenn ich Rufus Beck die Rolle von Dobby sprechen höre. Ich kann mich nicht halten, wenn er im Film zu sehen ist. Und im Buch habe ich immer laut aufgeseufzt, sobald der dumme Hauself wieder mit von der Partie war. Ich mag ihn einfach nicht. Steinigt mich, ist mir egal, ich kann Dobby nicht ab, ...

2) EOWYN
Von der Story her müsste ich Eowyn mögen. Aber die Umsetzung gefällt mir nicht, weder im Buch noch im Film. Die Figur hat Potential, aber es gelingt meiner Ansicht nach nicht, das darzustellen. Obwohl sie stark sein will, empfinde ich sie immer als das Heimchen am Herd, das sie nie sein will. Sie ist zu schwach, sehnt sich nach Geborgenheit. Eine Frau wie sie hat nichts auf dem Schlachtfeld verloren, egal was ihre Rolle im Buch vorschreibt. Ich fand ihr Verhalten und ihren Charakter sehr widersprüchlich und mochte sie daher nicht.

Das Thema nächste Woche sind die 10 coolsten Bösewichte. Na, da ist bestimmt wieder einiges für mich dabei :-)

SaschaSalamander 14.07.2011, 18.00| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Die Totenbraut

blazon_totenbraut_1.jpgVORGESCHICHTE

Auf das Buch wurde ich aufmerksam, weil mir Nina Blazon als eine besondere Autorin schon häufiger auffiel. Sie schreibt ebenso erfolgreich Thriller für Jugendliche wie auch Fantasy oder historische Romane. Ich mag es, wenn Autoren ihr Können auf verschiedene Genres ausweiten und dadurch ihre Kreativität beweisen. Der Erfolg der Autorin zeigt, dass sie dies auch sehr gut beherrscht.


INHALT

Jasna ist gerade einmal 14 Jahre alt, als sie von ihrem Vater als Braut an den Hof des Händlers Jovan Vukovic verkauft wird. Sie muss ihre Schwestern verlassen und sieht sich mit einem Bräutigam konfrontiert, der ebenso wie sie mit der Situation überfordert ist. Die Beziehung ist konfliktreich, und Jasna erfährt nach und nach, dass die Familie wohl ein Geheimnis hüten muss. Denn ihr wird der Zutritt zur Kirche verwehrt, die Dorfbewohner wollen nichts mit ihr zu tun haben. Gerüchte von Vampiren dringen ihr zu Ohren. Doch was ist dran an dem alten Fluch, der über den Vukovics lastet? Woran starb Jovans Ehefrau in Wirklichkeit? Was hat es mit dem riesigen Wolf auf sich? Wer steht nachts an Jasnas Fenster?


CHARAKTERE

Ein wundervolles Buch, ich habe die Stunden mit Nina Petri (Sprecherin) sehr genossen! Es fiel mir nicht schwer, mich sofort in die Charaktere hineinzuversetzen. Jasna ist noch sehr jung, aber sie ist aufgrund ihrer familären Situation bereits sehr selbständig, und auch als Hausherrin am Hofe Vukovic trägt sie eine große Verantwortung. Das Buch ist aus ihrer Sicht geschildert, und ihre Gedankengänge sind sehr gut nachvollziehbar. Sie gefällt mir als ein starker Charakter, wie ich ihn in Büchern mag. Angst vor der neuen Situation, oft auch eine falsche Entscheidung oder Handlungen, die ich nicht gutheißen konnte. Aber immer nachvollziehbar beschrieben und sehr lebendig geschildert. Ich fühlte ihren Trennungsschmerz, als sie sich von den Schwestern verabschiedete, ihre hilflose Wut über den Ausschluss aus der Kirche. Sie lernt Duschan vom fahrenden Volk kennen und ist hin- und hergerissen zwischer der Pflicht als Ehefrau eines ihr gegenüber kalten Gatten und der Liebe des fremden Mannes.

Es wird niemals kitschig, auch Romantik wäre zuviel gesagt. Es ist einfach ein Teil der Geschichte, der sich wunderbar in die Handlung einfügt und die tragische Situation des jungen Mädchens sehr gut beschreibt.

Auch die anderen Figuren mochte ich in ihren Eigenheiten. Da man nicht wusste, was hinter den Gerüchten steckt, gab es zu Beginn kein klassisches Gut und Böse, und es ist dem Leser auch nicht möglich, die Beweggründe der anderen zu erfahren, sodass man sich nur auf sein Gefühl verlassen kann. Und das Gefühl erweist sich oft trügerisch, wenn immer neue Geheimnisse sich offenbaren ...


HISTORISCHER ASPEKT

Da ich kein Historiker bin, kann ich herzlich wenig darüber sagen, wie realistisch dieser Roman ist. Die Geschichte spielt im Serbien des 18ten Jahrhunderts, der Hof befindet sich an der Grenze zum Osmanischen Reich und behandelt unter anderem die Konflikte zwischen den beiden Kulturen.

Jovan als reisender Händler ist Serbe, pflegt jedoch auch gute Kontakte zu den Türken, was dem christlichen Dorf natürlich ein Dorn im Auge ist. Es wird sehr realistisch geschildert, und oft sah ich die Pracht der ausgeschmückten Räume, des Tulpengartens regelrecht vor mir, fühlte mich mittendrin.


VAMPIRE

Damals gab es den Glauben an Vampire. Nicht zu vergleichen mit den Wesen, die heutzutage auch bei Licht am Tage existieren. Kein Vergleich zu den erotisch - animalischen Wesen, die sich in eine normale Menschenfrau verlieben, welche sich dann plötzlich als Auserwählte entpuppt. Keine Vampirclans, die sich bekriegen. Sondern das, was das Volk damals fürchtete: ein Widergänger, welcher sich aus dem Grab erhebt und nachts die Bewohner des Dorfes tötet, Schafe reist und mit dem Teufel im Bunde ist. Jasna kennt viele Aberglauben und Hilfsmittel gegen Vampire. So muss man beim Beerdigen beispielsweise eine Sichel über den Hals legen, damit der Wiedergänger, so er sich erhebt, sich selbst die Kehle durchschneidet. Das Grab wird mit Steinen beschwert, und bei der Beerdigung muss der Sarg über einen Umweg vom Dorf zum Grab hin getragen werden, um den Toten zu verwirren und ihm den Weg zurück zu erschweren.

Wer die modernen Vampirromane liest, wird hier sehr enttäuscht sein. Wer sich für den alten Vampirmythos interessiert und gerne historische Romane liest, der kommt dagegen voll auf seine Kosten. Es wird ein sehr detailreiches, lebendiges Bild des damaligen Lebens vermittelt, indem die Geschichte der Außenseiterin Jasna erzählt wird. Kein Vampirroman, kein Fantasy. Mir gefiel dieses "Back to the roots" sehr gut. Ich hoffe, dass es keine Modeerscheinung wird sondern eine Ausnahme bleibt ;-)


HÖRBUCH

Nana Spier kenne und mag ich als Sprecherin sehr gerne. Ihr einzige Schwäche sind die ganz großen Emotionen, in diesem Buch hätte ich mir manchmal ein wenig mehr Power in der Stimme gewünscht, um den Zorn der Dorfbewohner oder die Hilflosigkeit Jasnas besser zu spüren. Die Stimme blieb oft sehr ruhig, wo sie eigentlich hätte laut werden sollen meiner Ansicht nach. Aber das was das einzige Manko, ansonsten wie immer hervorragende Arbeit. Nanas Stimme klingt angenehm, sie spricht abwechslungsreich, sodass man gut folgen kann.


FAZIT / EMPFEHLUNG

Wer historische Romane liebt und sich für Vampire in der ursprünglichen Form interessiert, dem lege ich die TOTENBRAUT unbedingt ans Herz. Die Betonung liegt jedoch auf "historische Romane", und das ist Nina Blazon hervorragend gelungen. Leider wird der Roman in Cover und Vermarktung falsch beworben, daher die ausdrückliche Betonung des Zielpublikums. Dieser Roman ist etwas Besonderes!

SaschaSalamander 14.07.2011, 15.52| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch

Die alte Morla

Manchmal finde ich es schade, dass ich außerhalb der anderen Bücherblogs stehe und eher ein Randdasein friste.

Und manchmal, wenn ich sehe, wo wieder aus welchem Grund warum irgendwo Wellen hochschlagen, dann bin ich auf der anderen Seite ganz froh drüber. Warum mische ich da überhaupt noch mit, die Bloggerwelt dreht sich auch ohne mich :-)

Ich blogge, wie es mir gefällt. Und freue mich über meine Leser. Manchmal rege ich mich von jetzt auf plötzlich kurz auf über irgend etwas, das ich woanders lese, und dann ist das aber ein paar Stunden später auch schon wieder vorbei. Und ärgere mich, dass ich irgendwo kommentiert habe, wo ich eigentlich besser still geblieben wäre, weil meine Meinung doch eh nur Öl im Feuer ist ...

Hey, mal ehrlich: ich wurde gelobt, wurde angefeindet. Leute fanden meinen Blog schrecklich und mich arrogant, andere Leute lesen seit 7 Jahren bei mir und mögen meine Texte. Ich wurde von mehreren Seiten betrollt (jeder gute Blog sollte einen eigenen Troll haben), ich wurde fast nicht besucht und bloggte einige Monate für mich ganz alleine. Meine Stöckchen wurden fast nicht genutzt, und Jahre später finde ich sie ohne Urheber wieder im Netz.

Statt mich zu ärgern freue ich mich. Irgendwie habe ich die Jahre überdauert und schon so manche Bloggerkrise und manchen Wirbelsturm überlebt. Fühl mich grade ein bisschen wie die alte Morla ...

SaschaSalamander 12.07.2011, 16.25| (5/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Blog

Ottoline und das Schulgespenst

riddell_ottolinegespenst_1.jpgHeute gibt es zwei Rezensionen. Ich hatte überlegt, beide Bücher gemeinsam vorzustellen, aber das würde doch zu lang werden. Hier also der zweite Teil aus der OTTOLINE - Reihe von Chris Riddell. Es gibt noch einen dritten Band, den habe ich jedoch noch nicht gelesen. Aber ich bin sicher, dass er ebenso genial ist und werde ihn mir bald holen ;-)

Im zweiten Teil lernt Ottoline im Park das Mädchen Cäcilia und deren Pony Murmel kennen. Eine Woche lang haben sie zusammen Spaß, und dann muss Cäcilia zurück in die Schule, die Ferien sind zu Ende. Ottoline möchte auch gerne auf diese Schule und bittet ihre Eltern um Erlaubnis. Diese wird prompt erteilt, und schon darf die Kleine in der kommenden Woche mit ihrer Freundin in die Alice B. Sanders Schule gehen, ein Internat für Schüler mit speziellen Begabungen. Etwa der unsichtbare Udo, der Teller jonglieren kann. Die Lilienthal-Zwillinge mit ihrer Luftfloristik oder die Tochter des Sultans von Pahang und ihre Künste im Vorhang-Origami. Ottoline versucht nun auch ihre besondere Begabung zu finden. Und während die Schüler sich im So-tun-als-ob, im Teetrinken, Kicherkurs, Rülpsclub oder Tagträumen üben, macht ein geheimnisvoller Geist die Schule unsicher.

Dieses Buch ist wieder urkomisch und voller melancholischer Untertöne. Es gibt einige Dinge, die anders sind als im ersten Teil:

wo im ersten Teil die Farbe Rot dominierte, ist es hier ein sattes Blau, das die Seiten schmückt. Auch hatte ich das Gefühl, dass es mehr Text gab und weniger Bilder. Die vorhandenen Bilder waren genial wie von Riddell gewohnt, aber der erste Band gab doch etwas mehr her.

Auch auf die Schuhe muss man hier wieder achten. Und wer genau hinsieht, wird in den Zeichnungen gelegentlich einen Geist spuken sehen. Ein nettes Suchspiel, bei dem es gilt, alle vorhandenen Schulgeister zu finden. Sie sind natürlich harmlos, wie Riddell am Ende verspricht ;-)

Während mir Mr. Munroe im ersten Band schon leid tat, standen mir hier ja fast die Tränchen im Auge. Er wird hier komplett vernachlässigt. Aber am Ende wird er belohnt, auch seine besondere Begabung wird erkannt, und ich war so froh, dass ihm dies nun auch endlich "offiziell" bescheinigt wurde ...

Insgesamt ist der zweite Band wieder hervorragend und eine Top Empfehlung für Jung und Alt, zum Vorlesen und Selberlesen. Auch ohne den ersten Teil ist das Buch zu verstehen. Chris Riddell ist ein Autor und Zeichner, dessen Werke meiner Ansicht nach in keinem Kinderzimmer fehlen dürfen!

SaschaSalamander 11.07.2011, 15.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch

Ottoline und die gelbe Katze

riddell_ottolinekatze_1.jpgCHRIS RIDDELL

Ich liebe die Zeichnungen von Chris Riddell. Er ist bekannt vor allem durch die KLIPPENLANDCHRONIKEN von Paul Stewart sowie den mit ihm gemeinsam veröffentlichten ABERWITZIGEN ABENTEUERN und den HELDEN VON MUDDELERDE. Riddell veröffentlicht jedoch auch im Alleingang: OTTOLINE UND DIE GELBE KATZE sowie einige Folgebände.


INHALT

Zum Inhalt muss ich nicht viel sagen, es ist ein Kinderbuch mit sehr vielen Zeichnungen und wenig Text, die Geschichten werden vor allem durch Bilder erzählt. Im ersten Band OTTOLINE UND DIE GELBE KATZE löst die pfiffige Ottoline das Rätsel um die verschwundenen Hunde der Nachbarschaft sowie einige Einbrüche. Das Mädchen lebt alleine in einem riesigen Haus voller Dienstboten, während die Eltern über den Globus reisen und überall neue sonderbare Trophäen sammeln. Ihr einziger Freund ist Mr. Munroe, ein pelziges Wesen aus dem norwegischen Sumpf, das die Eltern von einer ihrer Reisen mitbrachten.


ZEICHNUNGEN

Wo soll ich nur anfangen? Dieses Buch kann nicht nach normalen Vorgaben rezensiert werden, da es kein Roman ist (zu wenig Text), aber auch kein Bilderbuch (zuviel Text, zu komplexe Bilder), ebensowenig ein Comic (keine Panels).

Die Bilder überwiegen, oft sogar doppelseitig ohne Text oder mit nur einem einzigen Satz. Manchmal ist eine Seite zur Hälfte mit Text gefüllt, und auf der nächsten Seite sieht man einige vereinzelten Zeichnungen mit beschreibenden Hinweistexten.

Im Gegensatz zu einem Kinderbuch sind die Zeichnungen auch nicht bunt, sondern schwarz weiß, einzelne Elemente werden manchmal in rot hervorgehoben. Es sind auch keine Bilder, die für die Jüngsten geeignet wären, sondern eher ab Grundschulalter. Riddell zeichnet sehr komplex und ideenreich. So sieht man auf einer Doppelseite etwa komplett eingerichtete Wohnung und kann so viele Details entdecken, dass man alleine zehn Minuten nur mit dem Bild beschäftigt ist, ohne den zugehörigen Text zu lesen.

Da gibt es Teekannen mit mehreren Ausgießern, kaputte Schmetterlingsnetze, ungewöhnliche Hüte, Einzelschuhsammlungen, Masken, Lampenschirme, Papageienuhren (statt Kuckuck) und derlei Dinge mehr. Es macht auch Spaß zu kontrollieren, ob sich auf einem späteren Bild die Dinge verändert haben oder noch an gleicher Stelle stehen, ob etwas hinzukam.

Ich habe sehr oft zurückgeblättert, denn manche Dinge habe ich übersehen, obwohl sie später noch eine große Rolle spielen sollten. Manchmal wird darauf hingewiesen (ein Pfeil und die Information "dies ist der Schal von Seite 47), ein andermal kann der Leser kleine Querverbindungen erkennen, die nicht zum Verständnis der Handlung wichtig sind aber spaßig zu wissen. So wunderte ich mich anfangs zum Beispiel über den zerbrochenen Stil des Schmetterlingsnetzes und erfuhr einige Seiten später auf einer Postkarte der Eltern den Grund, weshalb sie kaputte Gegenstände in ihrer sonst wertvollen Sammlung aufbewahren.


HUMOR

Ich mag diesen Humor. Er ist geeignet für Kinder, die sich über die Scherze und witzigen Zeichnungen freuen, er ist auch ideal für Große, die gerne mit einem tieferen Sinn lachen. In einfachsten Worten werden komplexe Zusammenhänge dargestellt und kleine Geschichten innerhalb der Geschichten geschaffen.

Da sitzt plötzlich ein Bär in der Waschküche, der sich später auch noch als Frau Schmidt verkleidet. Da wird nicht diskutiert, das ist einfach so. Es gibt Dinge, die gibt es sonst nirgends. Ich würde dieses Buch nicht wirklich als Fantasy einstufen, dennoch gibt es viel zu sehen und erleben, das nicht real ist. Pokerspielende Hunde etwa oder Mr. Munroe.

Und zwischen dem feinsinnigen Witz verbirgt sich eine Portion Ernst. Mr. Munroe hasst es, gekämmt zu werden, und doch erlaubt er es Ottoline immer wieder, weil er weiß, wie beruhigend dies für sie ist. Es ist rührend, wie er sich so oft für die Kleine aufopfert, und umso trauriger, wenn er plötzlich nicht beachtet wird, obwohl er alles daran setzt, Aufmerksamkeit zu erhalten. Auch Ottolines Familiensituaion ist ein solches Thema: die Eltern schreiben ständig Postkarten und sorgen durch all die Dienstboten für sie, und doch ist Ottoline allein, fügt sich in ihr Schicksal und freut sich über die riesige Postkartensammlung, tut brav wie ihr auf den Karten geheißen wird (kleckere den mongolischen Morgenmantel nicht mit Marmelade voll, stell den Schirm zurück in den Ständer, etc).


AUFBAU

Obwohl es nur sehr wenig Text ist, wird doch eine komplexe Geschichte erzählt, deren Botschaft durch eine Kombination aus Wort und Bild getragen wird. Vor allem der Aufbau der Geschichte gefällt mir sehr gut. Man wird kurz in die Geschichte eingeführt, ist dann bereits mitten im Geschehen, es kommt umgehend zur Sache, ein Plan wird gefasst, ausgeführt, Ende. Kurz und kompakt, voller Witz und mit ausreichend Tiefgang, um auch Erwachsenen zu gefallen.

Riddell genießt es, den Leser zappeln zu lassen. So zeichnet er ein riesiges Bild, nur klein ist Ottoline zu sehen, sie laufen und laufen, stehen vor einem verlassen Lagerhaus. Sie sehen durchs Fenster und - ja, und was sie sehen, dafür muss man umblättern. Man ist gespannt, atmet tief ein, fährt mit dem Daumen über das Papier, hält die Luft an, blättert um und ... muss laut lachen!


EMPFEHLUNG

Die Bücher rund um OTTOLINE sind ideale Bücher zum Vorlesen und gemeinsamen Erarbeiten für ältere Kinder. Aber auch für Lesemuffel kann ich mir das sehr gut vorstellen, da es nur wenig zu Lesen gibt und die Lust auf Bücher ganz sicher geweckt wird. Und wir Erwachsenen haben auch unseren Spaß dran und freuen uns über den hintersinnigen Witz und die detailreichen Zeichnungen. Chris Riddell ist mein persönlicher Tip für alle, die Fantasy im Stil von Pratchett mögen und auch für Kinderbücher offen sind :-)

SaschaSalamander 11.07.2011, 09.38| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch

Statistik KW 27

Gelesen / Gehört
Du bist zu schnell (Z Drvenkar)
Sehnsuchtssplitter (A Shimaki)
Theo - Nachrichten a d Kinderzimmer (D Glattauer)
Ottoline und die gelbe Katze (C Riddell)
Ottoline und das Schulgespenst (C Riddell)
Detective Ritual (R Seiryoin, E Otsuka)
Detektiv Conan 67 (G Aoyama)
Spieltrieb (A de Bruin)
Schreibstilratgeber (S Strecker)
Die Totenbraut (N Blazon)
Verlockende Versuchungen (I L Minden)
Payback (F Schirrmacher)


Gesehen
Matrix III - Revolution


Geschenkt
/


Gekauft
/


Getauscht
Mach mich gierig (L Palmer)
Zweiunddieselbe (M E Pearson)

SaschaSalamander 10.07.2011, 20.40| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Cleverer Kater

Es gibt einen Kater, der allerlei pfiffige Dinge anstellt. Unter anderem versucht er, einen Fuchs aus dem Hühnerstall zu vertreiben. Wie und womit?

Bisher noch keine Reaktion? Zu schwer? Dann gibt es einen ersten Tip:
- es handelt sich um eine bekannte Kinderbuchreihe ...

SaschaSalamander 09.07.2011, 14.52| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rätsel

Sozialstress

Als man noch Briefe bekam, konnte man sie zur Not nach Tagen beantworten, manchmal gingen sie auch hilfreicherweise verloren. Mittlerweise aber versteckt sich hinter fast jedem akustischen Informationssignal in unserem Alltag ein tatsächlicher, uns jederzeit umgebener menschlicher Kontakt und erzeugt einen Sozialstress, wie man ihn vorher nur von beleidigenden Tanten und Onkeln kannte, für deren Ansichtskarte vom Bodensee man sich nicht bedankt hatte. Jeder weiß, dass E-Mails, auf die man nicht innerhalb von 48 Stunden reagiert hat, niemals beantwortet werden. Selbst, wenn man sich entschließt, den Alarm zu ignorieren, ist die Galgenfrist nur kurz, bei SMS beträgt sie wenige Stunden, bei Instant Messaging Services Minuten.

(aus: Frank Schirrmacher: Payback; Blessing 2009; S. 32 f)

SaschaSalamander 09.07.2011, 09.47| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Eure Beiträge

Ottoline und die gelbe Katze

riddell_ottolinekatze_1.jpgNoch gar nicht richtig angefangen, und schon bin ich begeistert. Keine Ahnung, worum es geht. Ist mir auch egal. Allein die witzigen, kreativen Bilder von Chris Riddell lösen Jubelstürme bei mir aus. Ich kann mir nicht vorstellen, warum das Buch mir nicht gefallen sollte.

Chris Riddell ist der Zeichner, den ich durch die KLIPPENLANDCHRONIKEN von Paul Stewart kennenlernte.  Er schuf auch einige Cover für Terry Pratchett. Schwarz-Weiß, skurrill und mit viel Humor führt Riddell bei Ottoline die Zeichenfeder. Es ist eigentlich mehr Zeichnung als Buch. Kein Comic, sondern eine Anzahl Grafiken. Manchmal ohne Text über beide Seiten, dann nur ein kleines Bild mitten im Text, um den Text herum, neben dem Text.

Ich weiß im Moment gar nicht, wie ich Riddell beschreiben soll. Mal sehen, ob ich ein paar Bilder von ihm verwenden darf oder copyrightfrei etwas finde, womit ich das zeigen kann, ein paar Links oder Grafiken. Riddell kann man nicht beschreiben, den muss man sehen.

Aber jetzt genug getippt, ich muss mich um OTTOLINE kümmern!

SaschaSalamander 08.07.2011, 15.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Theo - Antworten aus dem Kinderzimmer

glattauer_theo_1.jpgTheo ist der Neffe von Daniel Glattauer. Als Theo geboren wurde, kam Glattauer die Idee, er könnte ihn einige Jahre begleiten und dem Leser beschreiben, wie und wohin sich der neue, noch ungeformte Mensch entwickeln wird. Und so begann er, Theos Leben aufzuzeichnen. Jedes Jahr ein paar Gedanken über das, was der Junge bereits gelernt hat, was ihn bewegt, wie er sich verhält, was er mag, was er nicht mag. Zum Ende des Buches ist Theo 14 Jahre alt und revanchiert sich bei seinem Onkel nun ebenfalls mit einem Interview.

Die Idee finde ich hervorragend. Das Buch habe ich nicht gelesen, daher weiß ich nicht, ob bzw an welchen Stellen es gekürzt wurde. Das Hörbuch selbst wird gesprochen von Peter Jordan, der sehr gut zum Stil des Buches passt. Es ist angenehm, ihm zuzuhören.

Was mir weniger gefällt: manchmal wird sehr viel erfunden. Eine reine äußere Beobachtung hätte mir persönlich besser gefallen als ein dramaturgisches Hineininterpretieren der Hintergründe seines Verhaltens. Dies macht es zwar amüsanter zu lesen / hören, aber für mich ist es ein wenig am Thema vorbei. Auch gab es einige Stellen, die sich für meinen Geschmack etwas zu lang zogen, etwa Theo im Urlaub, mit anderen Kindern oder beim Einkaufen.

Richtig spannend wird es für mich ab da, wo der Junge in die Schule geht. Doch dies ist leider der Punkt, an dem das Buch abflacht, da natürlich auch Theos Privatsphäre gewahrt werden soll und man nicht mehr so unbefangen einfach alles niederschreiben kann. Auch die ständige Frage nach dem "was machen die Mädchen" nervte mich nach einiger Zeit. Das konnte ich selbst damals nicht leiden, und es gibt Fragen, die sind einfach lästig: "Hast Du schon einen Freund?" habe ich damals gehasst und mag es heute noch immer nicht. Warum ist den Leuten das so wichtig? Ist das nicht Privatsache?

Was mir trotzdem gefällt: ich mag Glattauers Stil. Nicht nur in GUT GEGEN NORDWIND, auch im WEIHNACHTSHUND oder DARUM mochte ich seine Sprache. Unkompliziert, flüssig, gelegentlich gespickt mit kleinen Wortwitzen. Erfrischend und unterhaltsam. Ich würde von ihm wohl alles lesen, einfach weil ich seine Sprache mag und freue mich immer, wenn mir ein weiterer Titel von ihm in die Hände fällt. Wo andere von Gewalt, Blut, Unrecht und Komplikationen schreiben, sind seine Titel eine Auszeit im Alltag. Die Idee für Theo gefällt mir sehr gut, und ich hoffe, dass es vielleicht eines Tages eine Fortsetzung geben wird. Theo wird älter, und vielleicht schreiben die beiden zusammen ein Buch?

Theo ist locker-leichte Kost für zwischendurch. Allzu hohen Anspruch sollte man nicht an den Titel legen, aber dazu ist er auch nicht gedacht. Wer Kindermund liebt und sich an Kinderstreichen erfreuen kann, ist hier genau richtig.

SaschaSalamander 08.07.2011, 09.47| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch

Die Totenbraut

blazon_totenbraut_1.jpgEin paar Zeilen zur Totenbraut möchte ich loswerden, bevor ich das Buch hier vorstelle. Ich bin gerade sehr angetan. Habe mich völlig offen darauf eingelassen, zwar ein paar Rezensionen überflogen aber mich nicht wirklich intensiv damit befasst. Und ich bin gerade im Bann der Autorin, wow!

Nina Petri als Sprecherin, dazu die angenehme Wortwahl (die Metaphern gefallen mir, sind ideal passend zur Zeit und Geschichte), die Geschichte an sich. Ich weiß ja aus Rezis und dem Infotext, was kommen wird, aber das ist mir momentan egal. Es gefällt mir einfach, wie sie den Leser in ihre Welt zieht. Das Bild des Orients, zugleich auch des düsteren Serbiens, die rauen Leute, das zarte Mädchen, ... am liebsten würde ich gerade nichts anderes tun als nur zu hören, hören, hören, ...

SaschaSalamander 07.07.2011, 18.20| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

TTT Die 10 besten Buchreihen



Bei Alice gibt es heute wieder die >Top Ten Thursday<. Ein Thema, zu dem ich wieder sehr viel schreiben kann: die 10 besten Buchreihen.

Obwohl ich gestehen muss, dass ich als Listenfanatiker Probleme habe. Gilt es als Reihe, wenn die Bücher im gleichen Universum spielen aber nicht zusammenhängen? Oder muss es eine Trilogie, Tetralogie, Pentausw sein? Und die übliche Frage bei mir: gelten Mangas auch? Gelten auch Hörbücher? Hörspiele? Comics? Es gibt doch nicht nur Bücher! Aber das ist alles egal, denn es soll ja Spaß machen. Also schreibe ich, was mir einfällt und für mich wichtig ist :-)

Die Reihenfolge wie üblich bei mir nur eine Nummerierung, keine Bedeutung. Ich kann ein Kinderbuch nicht mit einem düsteren Fantasy vergleichen und dann sagen, was besser ist!

Top 10 der besten Buchreihen:

01. A series of unfortunate events (L Snicket / D Handler)
02. The edge chronicles (P Stewart / C Riddell)
03. Eddie Dickens Trilogy (P Ardagh)
04. Der Kreis der Dämmerung (R Isau)
05. Die Wächter (S Lukianenko)
06. Bartimäus (J Stroud)
07. Edgar Allan Poe Goth Drama (Hörspiel)
08. Jonas der letzte Detektiv (M Koser)
09. Angel Sanctuary (K Yuki)
10. Detektiv Conan (G Aoyama)


Einige Titel fielen in die engere Auswahl, wurden von mir aber nicht berücksichtigt:


Kinderbücher. Begeisterten mich damals.
Sind heute für mich weniger relevant inzwischen.
- Dolly (E Blyton)
- Geheimnis um (E Blyton)
- Blitz (W Farley)
- Pitje Puck (H Arnoldus)


Es gefiel nicht die Reihe, nur Einzeltitel:
- Tribute von Panem (S Collins)
- Harry Potter (J K Rowling)
- His Dark Materials (P Pullman)
- Neschan-Trilogie (R Isau)
- Das Tal (K Kuhn)
- Charlie Bone (J Nimmo)
- Artemis Fowl (E Colfer)
- Lady Bedfort (Hörspiel)
- John Sinclair (Hörspiel)
- Point Whitmark (Hörspiel)
- Erdkinder / Ayla (J M Auel)


Weil Mangas bei mir einen Sonderplatz erhalten:
- Kirihito (O Tezuka)
- Adolf (O Tezuka)
- Barfuss durch Hiroshima (K Nakasawa)
- 20th Century Boys (N Urasawa)
- Monster (N Urasawa)
- Tramps like us (Y Ogawa)
- Mars (F Soryu)
- Ayashi no Ceres (Y Watase)


Nächste Woche gibt es die 10 nervigsten Charaktere. Puh, ein Hasscharakter fällt mir sofort ein. Vermutlich werde ich dafür gesteinigt, weil alle ihn lieben, aber ich kriege Pickel, wenn ich nur daran denke. Mal sehen, ob mir noch andere einfallen, oder ob ich durch ihn so abgelenkt bin, dass mir keiner mehr einfällt ;-)

SaschaSalamander 07.07.2011, 16.48| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: MachMit

Zwei Varianten für Rezensionen

Gestern habe ich meine Rezension in verschiedene Einheiten geteilt: Vorgeschichte, Inhalt, Charaktere, Aufbau, Sprache, Gesamteindruck.

Eigentlich ist die Rezension genauso wie immer. Wenn ich schreibe, habe ich diese Reihenfolge und Inhalte im Kopf und mache das auch ohne Überschriften.

Jetzt weiß ich aber, dass lange Texte oft schwieriger zu lesen sind im Web. Mir selbst geht es bei Rezensionen so, dass ich bei Büchern, die ich kenne, gerne gezielt lese. Bei einem bestimmten Titel wüsste ich gerne "fanden andere die Sprache ebenso anstrengend wie ich?" oder "wurden die Leute mit den Charakteren warm?" oder "ich fand den Anfang arg träge, ging es anderen genauso?"

Nicht immer wird sich das so umsetzen lassen, aber für einen Großteil der Bücher wäre das möglich. Und nun bin ich am Überlegen und wüsste gerne Eure Meinung:

Lest Ihr lieber fortlaufende Rezenseionen?
Oder bevorzugt ihr eine Art Gliederung?
Wie würdet Ihr es Euch für diesen Blog in Zukunft wünschen?

SaschaSalamander 07.07.2011, 09.02| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Blog

Du bist zu schnell

drvenkar_schnell_1.jpgVORGESCHICHTE

Vor etwa einem halben Jahr sah ich überall das Cover von Zoran Drvenkars Roman DU und musste ihn unbedingt lesen. Ich musste wissen, was sich dahinter verbarg. Und ich war begeistert davon, beschloss mir mehr von ihm zu holen. Nun las ich also DU BIST ZU SCHNELL, und auch hier hat Drvenkar mich wieder in allen Punkten überzeugt.


INHALT

Val hat seltsame Erlebnisse, in denen sie sich auf einmal schneller bewegt, die Welt um sie herum verlangsamt. Dabei begegnen ihr andere Menschen, ebenso flink wie sie, und Val nennt sie "die Schnellen". Sie sind Wächter und wollen nicht, dass die junge Frau ihr Reich betritt. Gibt es die Schnellen wirklich, sind sie eine Folge des ausschweifenden Drogenkonsums? Oder gehört dies zu Vals Psychose, deretwegen sie schon seit langer Zeit Medikamente schlucken muss?

Mit ihrer Freundin Jenni versucht Val dem Geheimnis der Schnellen auf die Spur zu kommen, doch Jenni wird dabei getötet. Auf dem Spiegel steht in blutigen Buchstaben "Wo bist Du gewesen".


CHARAKTERE

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von drei Charakteren geschildert. Zuerst natürlich Val, die Protagonistin. Anschließend ihr Freund Marek, der nichts von ihrer Krankheit weiß und erst nach und nach von den Schnellen erfährt. Einige Zeit später ist auch Theo Teil der Geschichte, Jennis Lebensgefährte. Wirklich warm wurde ich mit keinem der drei, alle verhielten sich der Geschichte entsprechend passend, jedoch nicht so, dass ich mich in einen davon hineinversetzen geschweige denn mich damit identifizieren konnte.

Immer wieder fragt sich der Leser, was es mit den Schnellen auf sich hat. Drei Personen beleuchten das Problem auf unterschiedliche Weise und rücken das Geschehen in ein jeweils neues Licht. Eine spannende Erzählweise, die mir sehr gefiel.


AUFBAU

Zu Beginn zieht sich die Handlung ein wenig für meinen Geschmack, aber alles kommt so richtig in Fahrt, als Jenni getötet wird. Ab da habe ich versucht, soviel als möglich am Stück zu hören, um endlich die Wahrheit zu erfahren. Bis zum Ende hin bleibt unklar, ob es sich nun um einen Fantasyroman oder ein Drama handelt.


SPRACHE

Die Sprache ist schlicht und einfach. In vielen Rezensionen lese ich, dass das Buch rasant sei, atemlos. So empfand ich es eigentlich nicht, für mich war der Erzählstil eher ruhig, von einigen Momenten wie Jennis Tod oder der Angriff auf Val in der Welt der Schnellen. DU BIST ZU SCHNELL kommt mit erstaunlich wenig Action aus, dennoch ist es spannender als so mancher Thriller. Val fühlt sich verfolgt, gehetzt, dies schlägt sich auch auf den Leser nieder, der von Seite zu Seite hetzten möchte, um endlich mehr zu erfahren.


HÖRBUCH

Die drei Sprecher Felix Knopp, Hans Löw und susanne Wolf machen ihre Sache gut. Stellenweise ein bisschen träge, vielleicht auch daher mein Eindruck, dass das Buch nicht so schnell sei wie andere behaupten. Vielleicht ist der Leseeindruck anders, die Sprecher scheinen einiges an Fahrt zu nehmen, was mich jedoch nicht stört, sondern im Gegenteil einen angenehmen Kontrast zur hektischen Val bildet.


GESAMT

Das Hörbuch gefiel mir sehr gut, ich würde dem Leser allerdings zum Roman raten, um sein eigenes Gefühl für Tempo und Sprache zu bekommen. Sicher ist, dass ich mir weitere Titel von Drvenkar holen werde und mich schon auf das nächste Buch freue. Wer sich gerne mitreißen lässt und aufgeschlossen ist für die Möglichkeit, dass es eine Welt innerhalb der unseren geben könnte, der wird an diesem Roman auf jeden Fall seine Freude haben.

SaschaSalamander 06.07.2011, 20.56| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Thriller, Deutsch, Tip,

Wenn Veggis Schnitzel essen wollen

Ich stelle mir vor, ein Kunde kommt in meine Lieblingsbuchhandlung. Ein privater Laden, der fast von den großen Ketten verschluckt worden wäre und im letzten Moment gerettet wurde. Liebevoll sortiert, die Mitarbeiter Buchhändler mit Leib und Seele. Nun kommt ein Kunde und sagt "ich will TOTENBRAUT von Nina Blazon, denn ich fand FAUNBLUT toll". Dann antwortet die Mitarbeiterin "FAUNBLUT ist romantische Fantasy, die Totenbraut ist aber ein düsterer Roman. Ja, es soll angeblich um Vampire gehen, doch nur am Rande. Eigentlich ist es historisch, nicht romantisch und keine Fantasy. Ich könnte Ihnen ASCHEHERZ empfehlen, das ist ähnlich wie FAUNBLUT und gefällt Ihnen bestimmt besser".

Statt dessen kaufen die Leute bei Onlinehändlern oder Ketten, ohne Beratung, ohne Ahnung. Und dann landen Rezensionen im Web wie "boah, TOTENBRAUT war ja so schlecht, es war überhaupt nicht romantisch und schön, dabei fand ich FAUNBLUT superl". Wenn ich sowas lese, dann möchte ich manchmal die Leute packen und schütteln. Das ist, als würde ich mir im Restaurant ein Schnitzel vom selben Koch bestellen, der gestern so einen guten Gemüseauflauf gemacht hat und den Koch dann tadeln, weil ich als Vegetarierin kein Schnitzel esse.

Es gibt Autoren, die haben einen festen Stil. Böse gesagt: kennt man ein Buch, kennt man alle. Besonders fällt mir das in der dt. Kriminalliteratur auf, ebenfalls im Bereich der Romantik. Ich mag diese Bücher, aber in der Regel lese ich zwei oder drei von einem Autor, das reicht mir.

Und dann gibt es andere Autoren. Keine Massenwareproduzenten, sondern kreative Köpfe, die jedes Buch neu gestalten. Ich ziehe meinen Hut vor Drvenkar, Isau, Eschbach und Konsorten. Kinderbücher, Jugendromane, Fantasy, Science-Fiction, Horror, Wissenschaftsthriller, Religionsthriller, Dystopien, Mindfuck allererster Güte aus einer einzigen Feder. Man kann das JESUSVIDEO keinesfalls mit EINE TRILLION EURO vergleichen. Und die NESCHAN-TRILOGIE hat nicht allzu viel gemeinsam mit DER MESSIAS.

Es kann vorkommen, dass mir ein Buch meines Lieblingsautoren nicht gefällt, weil es inhaltlich nicht mein Stil ist. Na und? Mir kann nicht alles gefallen, soll es auch gar nicht. Aber dann werte ich das Buch nicht ab, weil ich etwas anderes erwartet hatte sondern sage ganz ehrlich "hab ich mich vergriffen, war nicht mein Ding".

Ich sollte mich nicht aufregen. Denn auch in Zukunft werden immer wieder Vegetarier ihr Schnitzel bestellen und sich beschweren. Ich werde die Menschen nicht ändern.

SaschaSalamander 05.07.2011, 20.10| (6/6) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Stiefel mit Pelzkragen

"In Stiefeln mit hochgezogenem Pelzkragen stapfte er durch den Garten".

LOL! Nicht nur im geschriebenen Text, auch beim Vorlesen sollte man die Kommata streng einhalten! :-) Ich habe einen Moment gebraucht, bis ich diese Passage des Hörbuches verstanden hatte.

(aus: Zoran Drvenkar, Du bist zu schnell)

SaschaSalamander 04.07.2011, 21.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Zerlegt

Schreibstilratgeber

strecker_schreibstil_1.jpgÜber Fachbücher schreibe ich ja eigentlich keine Rezensionen. Aber in diesem Fall muss ich einfach! Denn der SCHREIBSTILRATGEBER ist genau das, was ich schon lange gesucht habe. Wofür? Für meine Arbeit mit Texten. Ich korrigiere im Rahmen der Nachhilfe, lektoriere privat für Freunde und Bekannte. Außerdem schreibe ich selbst sehr viele Texte unterschiedlicher Art und möchte an mir arbeiten. Für Autoren wird der Markt regelrecht überschwemmt. Aber aussagekräftige Bücher für Lektoren suche ich wie die Nadel im Heuhaufen. Ein Lektor hat Duden und Grammatik schließlich auswendig gelernt, der braucht keinen Ratgeber mehr.

Der SCHREIBSTILRATGEBER von Susanne Strecker also ist das Buch, das ich so lange gesucht hatte: es beschreibt all die Verlockungen, denen selbst geübte Autoren erliegen. Unnötige Füllwörter, zu häufiger Gebrauch von Adjektiven, entstellter Sinn durch unpassende Bindewörter oder falschen Satzbau, Verwendung innerer und äußerer Perspektive. Die Autorin erklärt anhand von Beispielen, worauf man achten muss, wie man diese Fehler erkennt und wie man sie vermeidet.

Zu Beginn des Buches gibt es hilfreiche Tipps zu Schreibprogrammen (die Welt besteht nicht nur aus Word), Normseiten und anderen wichtigen Hilfsmitteln. Die Links ergänzen das Buch perfekt, ich habe mir viele davon bereits abgespeichert. Am Ende stellen vier Autoren ihre Texte zur erklärenden Bearbeitung zur Verfügung. Der Anhang bietet einige Tabellen mit Füllwörtern, Präpositionen samt zugehörigem Kasus, Vergleiche zwischen alter und neuer Rechtschreibung und einige Helferlein mehr. Eben genau das, was immer wieder schiefgeht. Ein ideales Nachschlagewerk.

Die Textbeispiele sind deutlich hervorgehoben und leicht lesbar. Erst folgt der "kranke" Text, dann die Änderungen, darunter die neu entstandene Fassung. Ich nutze dies dazu, den unteren Teil abzudecken und mir Gedanken zu machen, was falsch sein könnte, was ich daran ändern würde. Dann vergleiche ich und kann so meinen eigenen Fortschritt überprüfen und freue mich, wenn meine Korrekturen mit denen der Autorin übereinstimmen.

Und damit es sich nicht so trocken liest, werden die Themen nicht nur grammatikalisch (zur Erläuterung), sondern auch "medizinisch" (zur Auflockerung und besseren Verständnis) behandelt: adjektivische Textadipositas, Adjektivitis, Dysfunktion der textischen Empathie, Tellitis / inkohärente Logorrhoe, Verlust der mäandrierenden Kontinuität. Die Beispieltexte erzählen meist von Josef und Maria und sind witzig zu lesen. Ich habe die beiden inzwischen richtig liebgewonnen und freue mich, sobald ich sehe, dass auf der nächsten Seite wieder ein Text über sie zu lesen ist.

Besonders möchte ich anmerken, dass die Autorin sich auch an das hält, was sie empfiehlt. Im Gegensatz zu anderen Büchern predigt sie nicht Wasser und trinkt Wein, sondern man kann an ihren Texten klar erkennen, dass sie weiß, wovon sie spricht. Sie hat Erfahrung im Korrigieren, und auch das Schreiben liegt ihr. Der Text liest sich so flüssig, wie sie es ihren Lesern beibringen möchte.

Was mir gefällt ist, dass hier etwas angesprochen wir, das selten den Weg in Fachbücher findet. Man geht einfach davon aus, dass ein Schreiberling so etwas kann. In der Schule lehrt man die Kids das Schreiben, aber diese Art Fehler streicht ihnen niemand an. Kein Lehrer hat mir damals erzählt, wie ich einen Text effektiver schreiben kann, wie ich ihn um sinnlose Worte kürze und Pep in meinen Aufsatz bringe. Kleinigkeiten wie herauf, hernieder, herab, hinab, hinunter - sowas lernt man nicht, sowas soll man angeblich können. Außerdem wird hier endlich einmal erklärt, warum die Rechtschreibprüfung nicht das Nonplusultra ist. Und wenn wieder einmal jemand zu mir sagt "ich hab es doch schon korrigieren lassen von Word" (seit Jahren ein Satz, bei dem ich Rot sehe!) halte ich ihm dieses Buch unter die Nase, dort sind sehr gute Gegenbeispiele!

Nun habe ich das Glück, zu den Leuten zu gehören, die ein gutes Sprachgefühl haben. Dennoch ist es für mich immer frustrierend, wenn ich zwar sage "das ist falsch" aber nicht begründen kann weshalb. Die von mir korrigierten Opfer wollen ja schließlich ein fachliches Urteil, kein Bauchgefühl. Und ich hatte beim Lesen sehr viele AHA-Erlebnisse. Endlich kann ich begründen, warum die Perspektive wechselt, obwohl der Protagonist noch immer die Hauptperson zu sein scheint. Endlich weiß ich, ab wann die Adjektive nicht nur für mich sondern auch für den Text zuviel sind.

Band 2 ist bereits erschienen, Band 3 ist in Arbeit und ist für November angedacht. Für mich steht es außer Frage, dass ich die Reihe vervollständigen werde. Den Ratgeber empfehle ich jedem, der mit Texten jongliert, egal ob Facharbeit, Bewerbung, Roman, Kurzgeschichte oder Rezension. Egal ob Autor oder Lektor. Der SCHREIBRATGEBER gehört auf den Schreibtisch, wo man ihn jederzeit beim Arbeiten parat hat. Kaufen! Lesen! Verinnerlichen!

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Und als weitere Empfehlung möchte ich >das Schreiblabor< nennen: dort gibt es hervorragende Tipps. Man kann auch online seinen Text auf Füllwörter oder allgemein überprüfen lassen.

SaschaSalamander 04.07.2011, 16.43| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch

Möchte gerne einmal

Es gibt Bücher, die ich schon immer lesen wollte. Aber meistens halte ich mich dann an Novitäten oder an Titel, die mir von Freunden aktuell empfohlen werden. Außerdem kenne ich manche Sachen indirekt ja schon. Mal ehrlich, jeder von uns kennt Moby Dick, 1984, Oliver Twist und ähnliche Schinken. Aber kennen heißt nicht gelesen. Alles kann man nicht gelesen haben, das wäre zuviel.

Dann gibt es noch die Bestseller von vor X Jahren, die ich damals unbedingt lesen wollte aber immer etwas dazwischen kam und von denen heute alle schwärmen. Ohne mich.

Außerdem die Titel, die ich für mich persönlich wollte. Weil ich den Autor genial finde und alles von ihm gelesen haben will. Wenn ich doch nur die Zeit dafür hätte!

Und so habe ich mir mal Gedanken gemacht, welche Titel mir wichtig sind. Was will ich unbedingt lesen? Oder was war so gut, dass ich es noch einmal lesen möchte? Wenn ich mich doch nur aufraffen könnte. Aber da ich sie bereits kenne oder auch ohne es gelesen zu haben sehr viel davon weiß - schiebe ich es immer auf morgen.

Albom - 5 Menschen, die Dir im Himmel begegnen
Alghieri - Die göttliche Komödie
Austen - div
Bradbury - Fahrenheit 451(nochmal)
Brecht - Der Gute Mensch von Sezuan)
Bronté - Sturmhöhe
Carroll - Gesamtwerk
Cervantes - Don Quixote (nochmal)
Coelho - Hexe von Portobello
Dickens - Pickwicker, Große Erwartungen, Nickleby, Gesch 2 Städte
Doyle - Sherlock Holmes gesamt
Ende - div (nochmal)
Eschbach - Billion, Wiederentdeckung
Fallada - Wer einmal aus dem Blechnapf frisst (nochmal)
Gaiman - div
Gogol - die toten Seelen
Golden - Die Geisha
Goldmann - Brautprinzessin
Gontscharow - Oblomow
Grimmelshausen - Simplicissimus
Heart - Clan der Otori
Hesse - Steppenwolf, Siddharta, Narziss
Hobbes - Leviathan
Hofmann - Sandmann
Hosseini - Drachenläufer
Huxley - Schöne neue Welt (nochmal)
Isau - Kreis d Dämmerung (nochmal)
Isau - Mirad, D verbotene Schlüssel, Herr d Unruhe
Janosch - Colonech
Inks - Cadel Teufel Genie
Kerkeling - Jakobsweg
Kinski - div
Lassak - Mumienherz
Lelord - Hector
Lovecraft - div (nochmal)
Mankell - Afrika-Bücher, Joel, Kater
Mann - Mario u d Zauberer (nochmal)
Meister - Das Licht, das tötet
Moers - Rumo, Schrecksenmeister u.a.
Murakami - Mr. Aufziehvogel, Hardboiled Wonderland
Nabokov - Lolita
Norman - Gegenerde
Orwell - 1984 (nochmal)
Palahniuk - div
Pirincci - Der Rumpf (nochmal), Yin
Pullman - Tödl Missverst, Sally Lockhart
Rushdie - Harun u d Meer d Geschichten (nochmal)
Schneider - Eiersalat, Aprikose Banane Erdbeer
Schneider - Schlafes Bruder (nochmal)
Sedaris - Nackt, hübsch
Silverstein - Raufgefallen, Lafcadio
Somoza - Das Einstein-Projekt
Tagore Rabindranath - div
Tolstoi - Karenina
Weber - Ameisen-Trilogie (nochmal)
Wilde - Gesamtwerk
Voltaire - Candide (nochmal)
Yoshikawa - Musashi
Yoshimoto - div
Zweig - Schachnovelle (nochmal), Amoklauf
Zusak - Die Bücherdiebin (nochmal)
? - 1001 Nacht gesamt
? - Die Edda
? - Gilgamesch Epos

Welche Titel wollt Ihr endlich lesen, so ihr Euch aufrafft? ;-)

SaschaSalamander 04.07.2011, 09.13| (4/4) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Statistik KW 26

Gelesen / Gehört
Die drei ??? 147 - Grusel auf Campbell Castle
Lady Bedfort 39 - der Teufel von Marbles Cove
John Sinclair 65 - das Vampirnest
John Sinclair 66 - Hexenwahn
Kirihito 1 - 3 (O Tezuka)
Kubu und der Tote in der Wüste (M Stanley)
Numbers 2 (R Ward)
Just around the corner (T Kawai)
Psychic Detective Yakumo 1 (M Kaminaga)
Schreibstilratgeber (S Strecker)
Du bist zu schnell (Z Drvenkar)


Gesehen
/


Geschenkt
/


Getauscht
/


 Gekauft
Wie Du mir (I L Minden)
Praktikum d Lüste (I L Minden)
Franken Fran 2 (K Kigitsu)
Spice and Wolf 3 (K Koume)
Detektiv Conan 69 (G Aoyama)
Angel Sanctuary Deluxe 3 (K Yuki)
Sehnsuchtssplitter (A Shimaki)
Psychic Detective Yakumo 1 (M Kaminaga)
Detective Ritual 1 (R Seiryoin)
Just around the Corner (T Kawai)

SaschaSalamander 03.07.2011, 20.18| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

TTT Bücher, in denen ich leben möchte



Das aktuelle TTT vom letzten Donnerstag lautet >"10 Bücher, in denen Du gerne eine Hauptrolle spielen würdest"<. Ich hatte diese Woche wenig Zeit. Außerdem gibt es nur sehr wenige Bücher, in denen ich real beteiligt sein möchte. Ich lese sehr gerne Thriller, Horror, Krimis, da möchte ich nicht wirklich dabeisein! Und auch bei der Fantasy geht es mir oft zu blutig oder gefährlich her. In der Welt Victor Hugos will ich ganz sicher nicht leben!

Ich mag es, dass mein Leben ungefährlich ist. Es gibt schon genügend Probleme, auch ohne dass ich mich einem Risiko aussetze, ich bin nicht der Abenteurer, nur in meinem Kopf kämpfe ich gegen Drachen, die gefährlichen Bücher fallen also schon weg. Und die realistischen Bücher interessieren mich nicht, da kann ich auch gleich in meiner Welt bleiben.

Aber ein paar Bücher reizen mich dennoch, die möchte ich nun loswerden:

Ronja Räubertochter
Ich bin ein Kind des Waldes. Berge, Strand, das brauche ich nicht. Ich liebe den Wald. Ich liebe Burgen, Ruinen, das einfache Leben. In Ronja würde ich gerne mitspielen, habe mich als Kind sehr mit Ronja identifiziert. Klar gibt es Gefahren, aber denen fühle ich mich gewachsen. Und ich würde so gerne Lovis, Glatzenpeer real gegenüberstehen. Möchte mit dem Pony durch den Wald reiten und mich ins Moos legen, dem Flußlauf folgen ...

Die Brüder Löwenherz
Das Kirschblütental. Und natürlich Nangilima. Ach ja, ich würde gerne mit den Jungs durch das Kirschblütental reiten. Auch hier gibt es das Böse, klar. Aber trotzdem wäre ich gerne dort. Ich mag Jonathan und Krümel, gerne wäre ich "in Eurem Bunde der Dritte".

Oh wie schön ist Panama
Ich bin der kleine Tiger! :-)

Winnieh Pooh
Vielleicht wäre ich I-Ah oder Eule. Und je mehr ich davon lese, desto mehr stelle ich fest, dass ich auch ein wenig Ferkel bin. Aber auch ein bisschen von Pooh, Ruh und Tigger. Das ist das Schöne: man findet sich in allen ein bisschen wieder. Ich mag den Hundertmorgenwald und würde gerne dort leben :-)

Alice im Wunderland
Aber ich bin mir nicht sicher. Ein bisschen zuviel Wahnsinn für meinen Geschmack. Andererseits, ich wäre ja ein Teil davon. Gerne wäre ich Teil dieser Welt, aber bitte mit meinem gesunden Verstand (mal sehen, wie lange ich ihn mir erhalten könnte)

Don Quixote
Ich würde gerne als Sancho an der Seite des Ritters der traurigen Gestalt reiten. Würde ihm immer wieder helfen, wenn er stürzt. Würde seine Wunden versorgen und der Mittler zwischen ihm und der Außenwelt sein. Ich würde ihm helfen, die Welt ein bisschen lebenswerter zu machen. Würde seine Träume bewahren.

Detektiv Conan
Ganz schön brutal, aber immerhin kommen sie ja alle unversehrt aus den Fällen heraus. Schon oft habe ich mir vorgestellt, an Shinichis Seite zu ermitteln oder mit Ran befreundet zu sein :-)

Die drei ???
Auch hier: die Jungs kommen immer wieder aus der Gefahr heraus, am Ende sind alle glücklich, die Bösen sind besiegt, die Welt ist wieder in Ordnung. Ich mag Justus, würde mich gerne mit ihm unterhalten und über Gott und die Welt diskutieren!

SaschaSalamander 02.07.2011, 16.37| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Numbers 2 - Den Tod vor Augen

ward_numbers2_1.jpgÜber den ersten Teil >NUMBERS - DEN TOD IM BLICK< habe ich bereits vor einigen Monaten erzählt und fleißig geschwärmt. Ein tolles Buch, das mich auch noch viele Wochen danach noch bewegt hat gedanklich. Ich konnte es kaum erwarten, bis ich endlich den zweiten Teil in der Hand hielt: NUMBERS - DEN TOD VOR AUGEN. Ich hatte die Befürchtung, dass es ein billiger Abklatsch werden könnte, aber dies war nicht der Fall. Die Handlung ist komplett eigenständig, und gemeinsam ist den Büchern lediglich die Thematik der Todeszahlen.

Adam ist nun ein junger Mann, er lebt bei seiner Großmutter. Von seiner inzwischen verstorbenen Mutter Jem erbte er die Gabe / den Fluch, das Todesdatum eines Menschen zu sehen. Als er umziehen muss nach Londen, ist er schockiert: ein Großteil der Bevölkerung tragen alle ein gemeinsames nahes Datum, den 1. Januar 2028. Er will fliehen, doch seine Oma überzeugt ihn, dass er die Welt verändern kann, er muss die Menschen warnen!

Sarah hat Nacht für Nacht den gleichen schrecklichen Albtraum und spürt, dass etwas Schreckliches geschehen wird. In der Schule steht sie plötzlich Adam gegenüber, dem "Teufel", der ihr Kind an sich nimmt und in ein Meer aus Flammen geht. Sarah flüchtet von zu Hause, trägt das Kind ihres Vaters in sich und hat Angst vor der zukunft. Sie möchte doch nur für ihre Tochter sorgen. Aber wie soll das gehen in einer Welt, in der Menschen gechippt sind und man sie überall aufspüren kann und zurück zu den Eltern bringen würde?

Anfangs hatte ich meine Schwierigkeiten. Die Sprecher (Philip Schepmann und Sascha Icks) waren einfach anders, und als Fan von Laura Maire musste ich mich umstellen. Vor allem die Großmutter, die ich im ersten Teil kennen und lieben lernte, bekam durch die Stimme von Philip einen komplett neuen Charakter. Aber bald hatte ich mich daran gewöhnt. Beide machen ihre Sache hervorragend. Das Buch ist abwechselnd aus Sicht von Adam (Philip) und Sarah (Sascha) geschrieben, und ich finde es eine sehr gute Idee, es auf zwei Stimmen zu verteilen (was leider keine Selbstverständlichkeit ist).

Die Geschichte hat mit der ersten nichts zu tun und ist komplett eigenständig. Kein Abklatsch, sondern eine gute Idee in neuem Gewand, auch ohne Kenntnis des ersten Buches verständlich. Band 1 spielt in der Gegenwart, Band 2 spielt im Jahr 2027. Die Gesellschaft ist in vielen Dingen gleich, aber es gibt auch einige gravierenden Veränderungen. Das von der Autorin aufgezeichnete Bilder der Zukunft finde ich ziemlich realistisch und von daher auch sehr beängstigend.

In den ersten Kapiteln hatte ich einige Probleme, es zog sich für meinen Geschmack etwas zu lange hin. Adams ständigen Versuche, Sarah zu kontaktieren, Sarahs ständige Flucht vor ihm, das hätte ein wenig verkürzt werden können für meinen Geschmack. Doch nachdem die beiden endlich zusammenkamen, wurde es so richtig spannend, sodass ich jeden nur erdenklichen Vorwand nutze, die Kopfhörer ins Ohr zu stecken. Wie würde es weitergehen? Sind Sarahs Visionen das Ergebnis ihrer Versuche, genau dies zu verhindern? Kann man die Zukunft überhaupt ändern? Was geschieht, wenn man in das Schicksal eines Menschen eingreift?

All die Steine, die den beiden Jugendlichen in den Weg gelegt wurden durch Behörden, Schule, Polizei, Mitschüler, Familie. Aber auch die Freunde, die ihnen Unterschlupf bieten, beim Hacken ins Computersystem helfen, von ihren Gaben wissen. Ein ständiges Auf und Ab der Gefühle, ich habe mit den beiden mitgefühlt, habe die Fäuste geballt und mich erleichtert zurückgelehnt. Die Handlung ist so packend geschildert, dass man das Gefühl hat, den Rauch des Feuers auf der Zunge zu schmecken.

Der Stil ist lässig, locker, den Protagonisten angepasst. Adams Stil ist etwas direkter, nicht vulgär aber eben der eines männlichen Jugendlichen aus der Unterschicht. Sarah aus feinem Haus spricht etwas gehobener, drückt sich ein wenig gewählter aus. Diese kleinen aber doch markanten Unterschiede gefielen mir sehr. Es ist Rachel Ward sehr gut gelungen, sowohl den Jungen wie auch das Mädchen aus jeweils der Ich - Perspektive glaubhaft zu schildern.

Die Themen sind bunt gemischt, mir gefällt, dass man das Buch kaum in eine Schublade passen kann. Dystopie, Thriller, Jugend, Romantik, Action, Verschwörungstheorie. Gerade diesen Band kann ich mir unglaublich gut im Kino vorstellen, ein bombastischer Film, der den Zuschauer bis hin zum knappen aber gewaltigen Showdown nicht mehr ruhig atmen lässt.

Großartiges Buch, großartiger Schreibstil, tolle Sprecher. Thematisch für fast alle Interessen zu empfehlen: Jugendliche wie Erwachsene, Realisten wie Fantasyfreunde, es hat ebenso Tiefgang wie auch einfach nur mitreißende Unterhaltung. NUMBERS ist eine Buchreihe, die noch lange nach der Lektüre im Leser wirkt und arbeitet.

SaschaSalamander 01.07.2011, 09.46| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Thriller, Dystopie, Jugend, Tip,



 






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