SaschaSalamander
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Statistik KW 40

GELESEN / GEHÖRT
1 - Dark Mysteries 03 - Hotel der verlorenen Zeit (WinterZeit)
1 - Dark Mysteries 04 - Schließe nicht die Augen (WinterZeit)
1 - Lady Bedfort 21 - Der schreckliche Nachbar (Hörplanet)
1 - Lady Bedfort 22 - Der Tod auf der Landstraße (Hörplanet)
1 - Baby an Bord (Katsuragi)
1 - Das Fenster (N Rabengut)
1 - Heiße Beute (N Rabengut)
2 - Nachtblauer Tod (K-P Wolf)
2 - Ihr unschuldiges Herz (R Hagen)
3 - The Casual Vacancy (J K Rowling)


GESEHEN
Tomboy


NEUZUGÄNGE
Getrieben (A Altmann)
Vier Seiten für ein Hallelujah (H-P Roentgen)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 07.10.2012, 21.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

The Casual Vacancy

rowling_vacancy_1.jpgSo leid es mir tut, aber ich habe das Buch abgebrochen. Es liegt jetzt schon eine halbe Woche hier auf dem Tisch. Ich fang nix Neues an, weil ich denke "baah, muss das erst fertig lesen", aber weiterlesen juckt mich auch nicht wirklich.

Die Charaktere sind toll beschrieben. Es ist eine große Kunst, in nur zwei oder drei Sätzen eine Beschreibung abzuliefern, die so eindringlich und direkt ist. Show don´t tell, das beherrscht Rowling hier in diesem Buch wirklich ganz, ganz toll. Es gibt sehr viele Sätze, die sich mir regelrecht eingeprägt haben aufgrund ihrer Aussagekraft. Sie zeichnet die Figuren ziemlich schamlos und freimütig, im Grunde so wie Menschen denken aber nicht wagen es auszusprechen. Und dazu ein bitterböser, sehr zynischer Humor. Hat was, absolut.

Wobei, Humor - viele Leser sagen, das Buch sei bitter und in keinster Weise lustig. Vielleicht bin ich etwas abgestumpft und habe ein arg dickes Fell bekommen, aber ich konnte über manche Absurdität lachen, weil die bittere Wahrheit einfach so schräg und schmerzhaft ist, dass Lachen einfacher ist als Weinen. Von daher, ich fand einige Stellen in der Tat lustig.

Es war vielleicht nicht so gut, das Buch so extrem geheimzuhalten, wie Rowling es getan hat. Dadurch wurden viele Erwartungen enttäuscht. Die Leute, für die das Buch geeignet wäre, sind nun womöglich abgeschreckt, nachdem es einige recht negative Kritiken gibt. Schlechte Propaganda, zwar ein riesiger Ansturm in der ersten Woche nach Veröffentlichung, aber ziemlich schnell verebbt. Besser wäre es gewesen, das Buch regulär zu veröffentlichen, sodass ein paar Leute sich vorab ein Bild machen können, dann hätte man es auch zielgruppengerecht vermarkten können und die Leute, die sich nicht dafür interessieren, aussortieren, sodass es anfangs vielleicht weit weniger aber dafür umso begeistertere Kunden sind. Aber was rede ich, ich habe keine Ahnung vom Verlagswesen, just my five cent ...

Ich ging weitgehend ohne Erwartungen heran, trotzdem hatte ich gewisse Vorstellungen. Aufgrund des Covers, das ein bisschen an die alten Hardboiled erinnert und an Edgar Wallace und alte britische Krimis, schön deftig und ein bisschen Noir, rechnete ich eher mit einer Art altmodischem Krimi. Glaube auch irgendwo was von Krimi gelesen zu haben vorab, zumal "Todesfall" und "Kleinstadt im Krieg" ja auch nach Krimi oder Thriller klingt.

Statt dessen scheint es (was ich bisher selbst gelesen habe und anderen Rezensionen und Meinungen entnehme) eher eine Milieustudie zu sein. Ehrlich gesagt, das brauche ich nicht. Ich lese, um nach der Arbeit abzuschalten und im Urlaub einfach mal zu entspannen. Was sie schreibt, erlebe ich auf Arbeit, und das ist für mich keine Erholung sondern teilweise Alltag. Genau der Alltag, von dem ich abschalten will.

Damit will ich nicht sagen, dass das Buch schlecht ist. Es legt den Finger auf die Wunden der Gesellschaft, und es zeichnet mit klarem, ungeschönten Strich ein Bild von dem, was hinter der Fassade des Kleinbürgertums schlummert. Solche Bücher mögen wichtig sein. Und in diesem Fall ist es auch gut geschrieben.

Aber trotzdem - was mir fehlt, ist eine gewisse Handlung (statt ein und dieselbe Szene aus rund 20 verschiedenen Perspektiven. Was seinen Reiz hat, durchaus, aber nicht dazu verleitet, schnell noch ein paar weitere Seiten zu lesen, obwohl man schon längst aufhören wollte). Das Buch zu lesen ist harte Arbeit, ich habe mir während des Lesens alle Charaktere und deren Zusammenhänge notiert, um den Überblick zu behalten, und es waren verdammt viele. Ich hatte keine Lust, weiterzulesen, weil selbst mir, die ich ja sogut wie immer mit dem Stift in der Hand lese, es einfach zuviele Notizen und Namen waren, die ich hätte notieren müssen. Overflow. Gekonnt, wie sie es miteinander verwoben hat und alle so geschickt auf dem Spielfeld angeordnet hat, das muss ich ihr lassen. Aber eindeutig Overflow. Nicht nur für mich, sondern auch für viele andere, deren Meinungen ich hier im Internet gelesen habe und mit denen ich mich privat ausgetauscht habe.

Was ich anderen Kritiken ebenfalls entnehme und mich wenig motiviert, das Buch zu beenden: die Klischees scheinen sich zu häufen. Schon jetzt sind die Charaktere sehr gut beschrieben aber doch recht offensichtlich, wenig überraschend. Macht nichts, dafür herrlich bissig. Aber wenn sie sich nicht weiterentwickeln und so bleiben, wenn sich dieser Stil dann tatsächlich durch das Buch zieht, dann ist das traurig. Ein Buch lebt für mich auch von der Entwicklung, 500 Seiten Stagnation sind nichts, das mich am Ende bereichert. Wenn ich ein Buch gelesen habe, will ich sagen können, dass es mich entweder unterhalten hat oder mein Leben bereichert. Unterhaltung ist Rowling in diesem Fall nicht. Und Bereicherung - naja, sie erzählt mir nichts Neues, bietet mir keine neuen Aspekte oder Denkweisen.

Vielleicht, wenn mein Arbeitsvertrag mal endet und ich viel, viel Zeit habe. Oder wenn ich sechs Wochen Urlaub am Stück habe. Oder wenn ich wieder Teilzeit arbeite. Wenn ich irgendwann mal den Nerv habe, mich ausgiebig mit einem Werk zu befassen und mir ein Buch zu erarbeiten statt es gemütlich zu lesen. Aber Milieustudien gehören nicht zu meinen favorisierten Genres, ich würde es nicht aufgrund des Inhalts lesen, sondern aufgrund der wirklich guten Sprache (die, wie ich an einigen deutschen Übersetzungen im Web sehen konnte, bei uns ja ziemlich verunstaltet wurde. Bitte, wer kann, möge es auf Englisch lesen! Das Deutsche wurde verweichlicht und verhunzt).

Falls jemand Interesse hat - fünf Tickets bei Tauschticket, ich stelle es erst nächste Woche ein (bin noch ein paar Tage unterwegs) und kann es gerne schonmal für jemanden reservieren. Und irgendwann, wenn es dann mal für 10 Euro als Taschenbuch erhältlich ist, dann werde ich es mir vielleicht holen, falls mir danach ist. Aber momentan - reizt mich nichts daran, es weiterzulesen ...

SaschaSalamander 06.10.2012, 21.12| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Ein ewiger Kampf

Gnarf, ich hasse dieses Thema ... jetzt habe ich eine knappe Viertelstunde Zeit vertrödelt. Habe das Buch gelesen und rezensiert und wollte es bei Tauschticket einstellen. Aber im Hinterkopf ständig dieses "neeeee, das musst Du behalten, das war gut, da kannst Du immer mal wieder was nachschlagen". Aber ich will Tickets für neue Bü-hüüücher! Und außerdem nimmt es doch eh nur Platz weg im Regal. Sollte ich es irgendwann mal wieder lesen wollen, dann kaufe ich es halt noch einmal, besser als wenn es ungenutzt im Regal verstaubt, weil ich lieber Neuzugänge lese als alte Schinken! Behalten? Tauschen? Habe es eingestellt und wieder gelöscht, bin rüber zum Regal und dann zurück an den Rechner, das Buch in der Hand zum erneuten Einstellen bei Tauschticket, hin und her, ich konnte mich nicht entscheiden.

Herrjeh, manchmal ist das echt kompliziert. Ich habe vier Regale (wenn man CDs und DVDs dazunimmt fünf, aber die Scheiben machen mir weniger Probleme). Zwei mit ungelesenen Titeln und zwei mit gelesenen Titeln. Ich habe mir eines zum Ziel gesetzt: niemals mehr als je zwei Regale. Ich werde weder anbauen noch in Kartons umschlichten noch irgendwas in den Keller stellen. Bücher werden zum Lesen gedruckt, nicht zum Rumstehen.

Aber beide Regale sind gerade kurz vor dem Überquellen. Auf der "to do" Liste finden sich rund 330 Titel, ich hatte bei Tauschticket einfach zuviel Glück, und "dank" der vielen Neuerscheinungen werden ältere Titel sträflich vernachlässigt. Aber jetzt wird es eng, vielleicht noch 10, maximal 20 passen ins Regal, danach ist Sense, dann passt nix mehr rein, nicht mal doppelt gestapelt oder horizontal draufgelegt. Ich sollte also wieder etwas mehr lesen und weniger horten.

Die gelesenen Titel sind inzwischen auch am Limit. Da passen noch 50 bis 100 Titel rein (was bei meinem momentanen Tempo recht schnell gehen dürfte. Seit einigen Wochen habe ich fast nur Titel gelesen, die ins Regal gewandert sind statt zu Tauschticket, diese Tendenz ist zwar schön in Hinblick auf die vielen guten Titel aber schlecht für mein Tauschkonto). Wenn ich die Bücher auf die aufgestellten Titel lege, wenn ich die Romane staple statt sie nebeneinander zu stellen, dann ist noch gut Platz. Aber es soll schließlich auch hübsch aussehen. Und mal ehrlich, wann lese ich denn die ganzen Bücher erneut? Ich glaube, es wird Zeit, in den nächsten Tagen mal wieder ordentlich auszumisten. Aber das könnte verdammt hart werden. Mal sehen, ob ich es schaffe ...

*******************

Edit am 07.10.2012

Habe ich vorgestern gejammert? Ach, was solls. Ich habe einen riesigen Stapel Sachen aus dem Regal geholt und bei Tauschticket eingestellt. Seitdem habe ich 20 Tickets bekommen. Einziges Problem: die Bücher werden nicht weniger, weil ich ja wieder tausche.

Aber ich habe schonmal was gegen die Buchregalfüllung getan: habe Briefpapier angefordert und Stanzer (für die Noriblätter beim Bento), die stelle ich nicht ins Bücherregal ;-)

SaschaSalamander 06.10.2012, 08.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

The Casual Vacancy

Erster Satz:
Barry Fairbrother did not want to go out to dinner.

Letzter Satz:
Her family carried ::::: back down the royal-blue carpet, and the congregtion averted its eyes.

aus: J K Rowling: The Casual Vacancy; Little, Brown Book Group 2012

SaschaSalamander 05.10.2012, 16.10| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Days off

Die letzten Tage war ich also wieder einmal unterwegs. Da man zu Hause nicht so wirklich abschalten kann, waren wir unterwegs. Nach Berlin hat es uns wieder einmal gezogen. Abgesehen von Familienangelegenheiten und einem Treffen mit einer lieben Freundin wollten wir vor allem ein paar Dinge erleben. So lange waren wir nicht, also haben wir schonmal geplant, was wir alles erleben möchten. Und das hat dann auch alles gut geklappt:

Als erstes besuchten wir die >Zitadelle Spandau<. Burgen und ähnliche Bauten sind immer spannend, und mein Berliner hatte mir schon so viel davon vorgeschwärmt, dass wir uns das also einmal ansehen mussten. Es war schön über das Gelände zu bummeln, wir sind auch auf den Turm geklettert und haben den militärischen Teil der Ausstellung angesehen. Einige Areale waren leider nicht zugänglich (worauf man aber nirgends hingewiesen wurde und dann wie ein begossener Pudel vor verschlossener Tür stand. Beim Zahlen des Eintritts erhielt man einen Flyer und bekam darin den Mund mit all diesen gesperrten Bereichen wässrig gemacht ohne Vermerk auf die Sperre). Und das Museum, auf das wir uns am meisten gefreut hatten, war ebenfalls gesperrt. Dass man uns dies am Eingang nicht gesagt hatte und dass wir dennoch den vollen Preis zahlen mussten, hat uns ziemlich verärgert. Bin ja kein Nörgler und Beschwerdeführer, im Gegenteil, aber das hat mich schon recht geärgert. Das, weswegen wir also eigentlich gekommen waren und worauf ich mich am meisten gefreut hatte, wurde uns kommentarlos vorenthalten. Ist irgendwie nicht fair, nope. Aber ansonsten war es nett, ich habe die Zitadelle jetzt zumindest einmal gesehen und kann mir etwas darunter vorstellen, wenn er davon erzählt.

Danach waren wir in den >Babelsberger Filmstudios<. Es war nett. Ich wünschte, ich könnte sagen "es war toll", aber es war eben einfach nett. Ein schöner, unterhaltsamer Tag, ich habe viel gesehen und erlebt. Aber ich gebe zu, dass ich mir etwas mehr davon versprochen habe. Vielleicht lag das an der hohen Erwartung, die von außen vorab in mir geschürt wurde. An vielen Figuren hatte der Zahn der Zeit genagt, sie sahen recht oll aus, von der Kulisse des kleinen Muck blätterte die Farbe ab, Fuchur ist inzwischen gelb (und leider nur noch als Kopf zu sehen, den Rest hat man ihm genommen, gerade auf ihn hatte ich mich am meisten gefreut).

Die Attraktionen waren recht interessant, aber man hätte hier und da etwas mehr draus machen können. Wie ich gehört habe, wurde z.B. das U-Boot entschärft und war früher deutlich heftiger, eher eine spannende Show, während es inzwischen eine sachlich bezogene Führung mit kurzem Actionmoment ist. In der Schänke wurde einmal kurz das Licht gedimmt und ein paar Rülpser und Fürze  eingespielt als Soundkulisse, das war dann das mittelalterliche Ambiente (hier ist es vielleicht meine Heimat, die mich da zusehr verwöhnt mit originalem Mittelalter - Flair auch ohne Flatulenzen aber dafür mit originaler Kulisse).

Beim Sandmännchen hat man die Nostalgie fast komplett entfernt und nur noch das Neue gezeigt (toll für Kids, aber für Oldies wie mich wäre es nett gewesen, Schnatterinchen, Pitti und Co nicht nur bei den Souvenirs, sondern auch in der Ausstellung zu sehen).  Dafür war die Vulkanshow super, es wurden viele Actionstunts gezeigt, etwa mit dem Motorrad durch eine "Glastür" fahren, eine Tankstelle "in Brand setzen", Sprung kopfüber von 20 m Höhe, Prügeleien und Co, ziemlich beeindruckend. Wie gesagt, ich habe mich gut amüsiert und hatte einen schönen Tag, und für Kinder ist es bestimmt ein grandioses Erlebnis.

Das >Gruselkabinett< zum Abschluss war toll! Ein Berliner Luftschutzbunker in drei Stockwerken. Im obersten Geschoss gibt es eine Art Geisterbahn, durch die man läuft. Großes Areal, abgedunkelt, viele Räume. Dort stehen dann schaurige Puppen, sieht man schaurige Schatten, es werden künstliche Schreie eingebaut (was nicht nötig wäre, die Leute haben auch von sich aus geschrien). Man läuft also auf einem beliebigen Weg durch die Räume und sieht sich die Puppen an. Hier und da sind Effekte eingebaut, etwa geht beim Betreten eines Raumes das Licht aus und hört man plötzlich gruslige Geräusche, steht völlig hilflos im Dunkel. Oder Figuren, die einem plötzlich entgegenschnellen oder sich aufrichten. Das Übliche eben, aber sehr schön inszeniert. Dazu gibt es ein paar Mitarbeiter, die in schwarze Kutten gewandet sich in besonders dunklen Ecken oder hinter Mauervorsprüngen verstecken und einem entgegenspringen oder einen verfolgen. Wie gesagt, die Gäste haben viel geschrien, wurden oft erschreckt. Manchmal haben sich die Besucher versehentlich auch gegenseitig erschreckt, etwa wenn man sich im Dunkeln nicht sah und plötzlich fast zusammenprallte. Es waren recht einfache Mittel, mit denen gearbeitet wurde, aber es hat gewirkt und hat richtig Spaß gemacht.

Ein Stockwerk tiefer gab es eine Ausstellung von medizinischen Szenen unterschiedlicher Epochen und auch Darstellung verschiedener Kulte. So gibt es Räume mit Kannibalen, mittelalterliche Beinamputationen, asiatische lebend eingemauerte Mumien, Scheintote, ein Pestzimmer und derlei Dinge mehr. Ich fand das sehr spannend, denn auch wenn es natürlich um den Grusel ging, stand doch die Realität dahinter. Ohne den Besucher mit Input zu überfordern wurden auf kleinen Texttafeln weiterführende Informationen gegeben. Während man bei einem Museumsbesuch das meiste wieder vergisst ob der Fülle, war die Dosis hier klein, dafür aber umso einprägsamer. Und die Figuren wirklich schön. Man sieht, dass hier in den letzten Jahren auch gearbeitet, verändert und erweitert wurde, sodass sich ein Besuch lohnt, obwohl man früher schon einmal dort war.

Im Kellergeschoss dann gibt es historische Belege aus der Zeit, wo das Gebäude als Luftschutzbunker diente. Dokumente, Zeitungen, Gegenstände, Unterlagen, Fotos. Filme und Bücher zum Thema 2. WK interessieren mich nicht so, aber vor Ort sich Dinge ansehen, das finde ich sehr einprägsam. Es war ein beklemmendes Gefühl, man konnte es gut nachempfinden, und die Informationen waren wieder perfekt dosiert, die Ausstellungsstücke eindrucksvoll dargeboten. Man wurde an keinem Punkt von der Info erschlagen und hatte dadurch auch den Wunsch, alles zu lesen, alles genau anzusehen. In diesem Teil hielten wir uns am längsten auf, und ich werde diesen Besuch nicht vergessen.

Alles in alleim ein sehr schöner Besuch mit kleinen Ecken und Kanten, ansonsten aber erlebnisreich und eindrucksvoll. Ich habe in dieser Zeit wenig Gelegenheit gefunden, etwas zu lesen. Auch habe ich nicht am Blog gearbeitet und fast nicht gemailt. Einfach mal ein paar Tage Auszeit, das tat gut. Und genauso gut tut es nun, zu Hause wieder selbst das Zepter im Haushalt führen zu dürfen und mich direkt auf den Blog zu stürzen. Was die Bücher betrifft, die aktuell auf mich warten - auweia, da reicht der Urlaub nicht! Geplant sind für die nächsten Wochen zehn aktuelle Titel. Von den älteren habe ich derzeit rund 15 liegen, die ich am liebsten sofort lesen würde (klar, SuB hat man immer, aber einige liegen halt ganz oben, und Tauschticket war in der letzten Zeit für mich wie eine sprudelnde Ölquelle, soviele Suchaufträge am Stück habe ich schon lange nicht mehr ergattern dürfen).

Also, Schluss mit Tippen, ran ans Lesen! :-)

SaschaSalamander 05.10.2012, 14.26| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Events

"Das Fenster" und "Heiße Beute"

Gestern habe ich mir DAS FENSTER und HEIßE BEUTE von Natalie Rabengut gegönnt. Erotik genieße ich gerne in Kurzgeschichten, ideal für zwischendurch, und da kamen diese beiden Titel gerade recht.

DAS FENSTER erzählt von zwei Freundinnen. Sie beobachten gerne den Nachbarn gegenüber, denn er gewährt ihnen durch sein offenes Fenster regelmässig Einblicke in sein recht aktives Sexualleben. Als Mona nun gelangweilt und mit gebrochenem Bein frustriert am Fenster sitzt, sieht sie plötzlich Mandy, die mitten in die Kartenrunde des Nachbarn und seiner Kumpel platzt. Bald fallen Hüllen und Hemmungen, und es scheint, Mandy inszeniert das alles nur für ihre Freundin ...

In HEIßE BEUTE ist Sarah recht enttäuscht von ihrem Freund. Der gemeinsame Urlaub wurde kein Liebeswochenende, sondern einfach nur eine Sauftour mit seinen Kumpels. Sie ist kurz davor, sich von ihm zu trennen. Bei einer gemeinsamen Bootstour plötzlich werden sie von Piraten überfallen, und sie wird entführt. Aber natürlich ahnt Sarah schnell, dass mehr dahinter steckt, die Situation wirkt doch sehr aufgesetzt. Es wird ein "Urlaub", den sie wohl nicht so schnell vergessen wird ...

Beide geschickten lassen sich angenehm lesen, kurz und ziemlich direkt zur Sache in angenehmen Formulierungen. Kein Drumrumgerede, sobald es zur Sache kommt, aber auch kein Obszönitäten. Einfach zielstrebig und lustvoll. Das Setting beider Geschichten ist gelungen. Einmal das voyeuristische Element, der Leser fühlt sich selbst fast schuldig, all das so schamlos zu beobachten. Und in der anderen Story die Idee mit den modernen Piraten, das hat was, eine Entführung ist ein spannendes Szenario. Aber keine Sorge, hier ist dennoch alles einvernehmlich ;-)

Schade finde ich insbesondere bei der Piratenstory, dass man die Geschichte noch ein wenig hätte ausbauen können, sie bot einiges Potential an Charakteren und Setting, die Rahmenhandlung war ziemlich anregend, leider wurde das Augenmerk nur auf die erotischen Momente gelegt. Aber gut, das ist klar Geschmackssache, der eine mag Erotik pur, der andere braucht die Story dazu ...

Sprachlich merkt man, dass die Autorin noch am Anfang steht. Es lässt sich flüssig und angenehm lesen, und wer gerne komplett in der Handlung versinkt, wird auch nicht viel zu bemängeln haben. Wer allerdings wie ich gerne genauer hinsieht, der entdeckt doch hier und da Grammatik- und Tippfehler oder mal ein Wort zuviel. Der Stil zeigt, dass sie um gute Sprache bemüht ist, meist gelingt es auch, doch hier und da rutschen Umgangssprache oder künstliche Elemente dazwischen. Auch an der Perspektive muss zukünftig noch etwas gefeilt werden, im Eifer des Gefechts gibt es da in beiden Geschichten einige Verwechslungen.

rabengut_fenster_1.jpg 

SaschaSalamander 05.10.2012, 08.51| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Kurzgeschichten, Erotik, Deutsch,

The Casual Vacancy

rowling_vacancy_1.jpgWährend der letzten Tage hatte ich wenig Zeit zum Lesen. Ja, klar, Urlaub, aber wir waren viel unterwegs, haben viel gesehen. Und abends ... ich gestehe: da ich keinen Fernseher habe, zappe ich im Urlaub bei anderen Leuten gerne mal durch die Programme. Sinnloser Zeitvertreib, der mir auch immer wieder sehr deutlich zeigt, WARUM ich keinen TV habe, aber irgendwie auch witzig.

Jedenfalls bin ich noch nicht wirklich sehr weit gekommen. Und ich stelle fest: es ist sehr witzig, ich mag den subtilen Humor, er geht mir nach und wirkt, ich habe hier und da Szenen vor dem inneren Auge. Auf der anderen Seite reißt es mich aber nicht so extrem mit, dass ich denke "boah, ich MUSS jetzt SOFORT weiterlesen". Habe jetzt zwei Tage nicht an dem Buch gelesen, weil ich anderes zu tun hatte. Und "anderes zu tun" ist ja meist eine Sache von Prioritäten, ein anderes Buch hätte ich vielleicht bereits dennoch verschlungen.

Die Charaktere, die geschildert werden, sind sehr platisch, das gefällt mir. Eine wirkliche Handlung gibt es bisher noch nicht. Ich brauche keine Handlung, dennoch sind Charakterstudien etwas, das nicht so ganz meine Wellenlänge ist. Zwischendurch mal nett, auf Dauer aber zuviel. Ich warte mal ab. Heute werde ich wohl noch etwas weiterlesen, und dann mal sehen, ob es mich packt und ich weiterlesen muss, oder ob ich es immer wieder liegenlasse für andere Titel ...

SaschaSalamander 04.10.2012, 16.16| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Bento mit Granatapfel und Green Tea Cake



Dieses war mein erstes Bento in der neuen Forest Colour Box. Es ist immer ungewohnt, jede Box hat eine andere Form, eine andere Höhe, und ich muss dann immer experimentieren, was hineinpasst und was nicht. Ich denke, fürs erste Mal war es jedenfalls ganz okay :-)

Oben habe ich Krabbennudeln (asiatische Nudeln mit Krabbengeschmack). In dem Döschen ist eine süße Chilisauce. Garniert ist alles mit ausgestochenen Wurstblümchen. Rechts davon sind Kerne eines Granatapfels. Mmh, ich liebe Granatäpfel, und auf Arbeit sind die Kerne einfach praktischer als so eine dicke Kugel, die ich erst pulen muss.

Unten ein Salatblatt zum Trennen und zur Deko. Obendrauf liegt ein Green-Tea-Cake, eine asiatische Süßspeise, perfekt nachmittags zum Tee *g*. Ein Babybel und ein paar Scheiben saftige Putenbrustwurst. Mit einem ausgestochenen Wurst-Stern ...

SaschaSalamander 04.10.2012, 14.06| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Bento Galerie

Dark Mysteries 03 - Hotel der verlorenen Zeit

darkmysteries_03hotel_1.jpgINHALT

Ein junges Pärchen wartet weitab von zu Hause auf eine Verabredung, doch ihr Freund erscheint nicht. Also suchen sie das nächstgelegene Hotel und wollen dort übernachten. Das Hotel ist seltsam, gehalten im amerikanischen Stil der Nachkriegszeit um 1950. Sie halten es für ein Spiel, eine Abenteuer-Location, es wird sehr viel Wert auf Authenzität gelegt, und auf Fragen bezüglich W-Lan und anderen Dingen reagiert der Portier sehr irritiert. Plötzlich werden die beiden Zeugen eines Mordes, er wird verhaftet. Als der Geist der Leiche der Ermordeten nun neben ihr steht und um Hilfe bittet, ahnt die junge Frau, dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugeht ...


REIHE "DARK MYSTERIES"

Die erste Folge >FUCHSJAGD< war leider nicht das erhoffte Highlight aber immerhin ganz unterhaltsam zu hören. Die zweite Folge DAS LOCH habe ich nicht näher rezensiert, da sie in Machart und Stil der ersten recht ähnlich war. Ehrlich gesagt habe ich inzwischen sogar fast wieder vergessen, worum es in der zweiten Folge überhaupt ging, sie hatte wenig Wiedererkennungswert, war im Hörspielbereich quasi eine von vielen. Trotzdem war ich neugierig auf weitere Veröffentlichungen, und so habe ich nun auch den dritten Teil HOTEL DER VERLORENEN ZEIT gehört. Und ich muss sagen, klasse gemacht, ich bin begeistert!


GENRE

Was mir nicht ganz klar ist, ist allerdings das Konzept der Reihe. Dachte ich in den ersten beiden Folgen, es ginge um junge Erwachsene abgeschottet von der Umwelt, dazu jede Menge Splatter, trifft dies auf den dritten Teil nicht zu. Gut, die beiden Protagonisten sind abgeschottet von der realen Welt, doch sie treffen auf weitere Charaktere, die erst später im Laufe der Handlung dazukommen. Auch der Splatter- und Ekelfaktor wurde dieses Mal deutlich heruntergeschraubt, sodass ich als Genre eher Mindfuck und Mystery-Thriller nennen würde als Splatter. Aber gut, ich bin aufgeschlossen und freue mich, wenn die einzelnen Titel sich deutlich voneinander unterscheiden.


SPRECHER

Was mir hier wieder sehr gut gefällt ist die Sprecherwahl. Marie Bierstedt, Kirstin Hesse, Leon Boden, Peter Flechtner, Jens Wendland, Frank Röth. Professionelle Sprecher, die eine sehr gute Leistung abliefern, deren Präsenz in Hörspielen aber noch nicht durch zu häufige Auftritte verbraucht ist.


AUFBAU

Ich finde es spannend, dass auf dem Klappentext der Reihe keine Inhaltsangabe zu finden ist sondern ein kurzer Textausschnitt. Dadurch ist der Inhalt eine Überraschung, man muss sich ganz auf die Handlung einlassen und weiß nicht, was nun als nächstes geschehen wird. Deswegen möchte ich auch nicht vorwegnehmen, was das Pärchen in dem Hotel erleben wird. Dieser Teil hat tatsächlich eine Handlung, die im Grunde zwar recht simpel aufgebaut, durch die verschiedenen Ebenen (welcher Art möchte ich nicht verraten) aber recht clever verstrickt ist. Man muss stellenweise schon recht genau hinhören und sich konzentrieren, um der Handlung zu folgen. Das hat mich gereizt und ist eine deutliche Steigerung zu den anderen beiden Titeln, die dem Hörer eigentlich keinerlei Mitarbeit abverlangten.

Die Handlung ist abgeschlossen und erfordert keine Fortsetzung oder weitere Erklärung. Das Ende war es für mich allerdings nicht ganz zufriedenstellend, ein paar wichtige Fragen bezüglich des Hotels an sich hätte ich schon noch gehabt. Trotzdem, es ist in sich stimmig und hat mir insgesamt sehr gut gefallen.


MUSIK

Ein großer Kritikpunkt der ersten beiden Teile war die überfrachtete Musik, die unangenehm im Ohr dröhnte. Hier dagegen hat man passend zum Stil des Hotels einen gemütlichen Swing der Golden Fifites eingespielt, der den Hintergrund perfekt untermalt, für eine dichte Atmosphäre sorgt und der gut ins Ohr geht. Die an manchen Stellen dennoch brutale und actionreiche Handlung wird durch den harmlos klingenden Soundtrack umso mehr verstärkt, der Widerspruch bildet einen interessanten Kontrast. Effekte und Geräuschkulisse waren wieder sehr gelungen, und auch hier hat man sich etwas zurückgenommen, sodass die einzelnen Momente umso besser wirken. Insgesamt ist die Menge der verwendeten Mittel in allen Bereichen dieses Mal sehr gut dosiert.


FAZIT

DAS HOTEL DER VERLORENEN ZEIT bietet dem Hörer die optimale Mischung aus Mystery, Horror und komplexer Handlung. Effekte, Musik und Sprecher bilden eine gelungene Einheit. Der dritte Teil hat mir außerordentlich gut gefallen und ist ein echter Tip für Hörspielfreunde. Hier und da noch etwas feilen, dann ist die volle Punktzahl nicht mehr weit ;-)

Wertung: 8,3 von 10 Einzelzimmer

SaschaSalamander 04.10.2012, 08.20| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Thriller, Mindf*ck, Dark, Horror, ,

Three Wolves Mountain

naono_3wolves_1.jpgINHALT

Jirou und sein älterer Bruder Tarou sind Werwölfe. Sie wurden von ihren Eltern aus dem Haus geworfen und müssen nun auf eigenen Beinen stehen. Da treffen sie den Café-Inhaber (und außerdem Friedhofswächter) Kaya. Nachdem sie seinen Kühlschrank leergefuttert haben, arbeiten sie ihre Schuld ab, indem sie ihm im Café zur Hand gehen. Schnell verliebt sich Jirou in Kaya, doch dieser hat anderes im Sinn: er muss das Grab seines verstorbenen Bruders bewachen. Außerdem stehen plötzlich die Eltern vor der Tür und wollen, dass die beiden Brüder nach Hause kommen. Und dann wäre da noch Tarous Verlobte, die ebenfalls für einigen Wirbel sorgt.


AUFBAU, GENRE

Hier vergibt die Zeichnerin leider einiges Potential. Wie schon aus der Inhaltsangabe ersichtlich, werden mehrere Handlungsstränge angerissen und aufgebaut, keiner davon wird allerdings so richtig vertieft. Eine klare Handlung im eigentlichen Sinne ist nicht geboten. Vielmehr bekommt der Leser einzelne kleine Episoden präsentiert, die sich einem neuen Thema widmen und zudem gelegentlich Elemente der vorherigen Episoden enthalten.

Das finde ich sehr schade, denn das Thema Werwolf ist zwar nicht gerade die Erfindung des Rades, aber Bohra Naono zeigt, dass sie es auf witzige und ansprechende Weise umzusetzen vermag. Mit viel Witz und hübschen Zeichnungen ist der Leser vom ersten Moment an gefesselt, ich konnte den Manga nicht mehr aus der Hand legen. Dennoch hätte ich mir gewünscht, dass man mindestens eine dreiteilige Serie, vielleicht sogar noch mehr Bände daraus macht. Und dafür dann intensiv auf die einzelnen Aspekte eingeht. So wird der Hintergrund des Werwolf-Clans sogut wie überhaupt nicht beleuchtet, auch der tote Bruder bekommt nur eine Nebenrolle. Allein die Idee rund um den Friedhof und die Grabräuber würde ebenfalls Stoff für einen eigenen Manga bieten. Von den Yaoi-Elementen zwischen Jirou und Kaya ganz zu schweigen.

Durch die verschiedenen Handlungsebenen ist es auch schwer, das Genre einzusortieren. Klar, es ist ein Yaoi. Aber es ist zugleich auch eine Komödie, enthält außerdem Mystery und Horror-Elemente. Eine faszinierende Mischung, und einige Male musste ich an meinen Lieblingsmanga YAMI NO MATSUEI denken, der auf ähnliche Weise bei mir punktet. Doch leider bleibt es hier beim Yaoi, und leider ist die "Handlung" mehr als dünn.


ZEICHNUNGEN, YAOI

Die Zeichnungen gefallen mir ausgesprochen gut. Gelungen finde ich die Szenen, in denen Jirou teilweise als Wolf zu sehen ist. Er kann sich im Gegensatz zu seinem Bruder nicht komplett verwandeln, mal sind es nur Ohren und Schweif, ein andermal geht er auf zwei Beinen und hat den Oberkörper eines Wolfes. Gerade in den erotischen Momenten gibt das einiges an Spielart her, etwa wenn der buschige Schweif geschickt eingesetzt wurde, um dadurch nicht allzu explizit werden zu müssen. Die Körperproportionen wurden hier sehr gut dargestellt, ich finde die Körper realistisch und teilweise auch ziemlich lecker.

Meistens begnügt sich die Zeichnerin mit Rasterfolie und einfachen Mustern zur Gestaltung des Backgrounds. Wenn jedoch einmal die Wohnungseinrichtung oder eine Landschaft zu sehen ist, dann ist diese sehr schön gezeichnet. Nicht so detailliert, dass ich lange darin versinken würde, aber dennoch ausreichend, um für eine dichte Atmosphäre zu sorgen und die jeweilige Szene zu intensivieren.

Was mich sehr stark stört sind ein, zwei Artworks, auf denen Jirou als Kind dargestellt wird (nicht im expliziten Kontext, sondern neutral). Das geht in den Bereich Sh*ta-Con, was mir zutiefst zuwider ist, und ich frage mich immer noch, weshalb solche Zeichnungen in Deutschland in Yaoi-Mangas veröffentlicht werden.


FAZIT

Der Manga hat mich sehr gut unterhalten, die Zeichnungen waren sehr schön, und ich hätte zu gerne mehr davon gelesen, liebend gerne würde ich sechs oder gar sieben Punkte vergeben. Da die Handlung allerdings trotz der schönen Vorlagen sehr vernachlässigt wurde und wegen des angedeuteten Sh*ta-Aspektes muss ich auf jeden Fall einen Punkt abziehen. Schade, denn eigentlich ein wirklich toller Manga, der bei mir nun auch im Regal steht und den ich sehr gerne ein weiteres Mal lesen werde.

Wertung: 3,6 von 5 Grabräuber

SaschaSalamander 02.10.2012, 09.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Queer, Erotik, Humor, Fantasy,

Ein plötzlicher Todesfall

rowling_vacancy_1.jpgDie momentanen Rezensionen sind vorgebloggt. Habe Urlaub und sitze nur sporadisch am Laptop in einer Gartenlaube, abhängig vom Handyempfang des Onlinesticks. Weil ich mal richtig entspannen will, bin ich auch nur sehr wenig am Computer. Aber ein paar lose Gedankensammlungen machen ja keine Arbeit, die tippe ich trotzdem, kann es nicht lassen ;-)

Weil ich mir vorgenommen habe, die nächsten Tage mal hobby-frei zu nehmen, lese ich keine Bücher, die ich rezensieren mag. Ein solches ist zum Beispiel die Rowling, da gibt es schon jetzt mehr als genug Meinungen im Netz. Falls ich später tippe, dann rein für mich. Aber ein paar Gedanken zwischendurch mag ich mir nicht verkneifen, und ich kann mir vorstellen, dass einige von Euch recht neugierig sind auf dieses Buch ...

Ich lese es auf Englisch, THE CASUAL VACANCY. Habe momentan den Luxus, dass ich mir diese Zeit nehmen kann und genieße es auch. Englisch liest sich für mich flüssig, aber ich kann natürlich nicht wie sonst über die Seiten rauschen. Und in diesem Fall ist es auch hilfreich, die Texte sehr bewusst zu lesen. Es mag zwar Unterhaltung sein, aber Rowling baut ihre Inhalte gut aufeinander auf, gerade so wie ich es mag.

Es beginnt damit, dass jemand stirbt. Dafür braucht es lediglich zweieinhalb Seiten (in denen er und seine Familie in groben Zügen bereits sehr gut charakterisiert werden). Und dann breitet sich die Nachricht langsam über die Stadt aus. Ein Mann, der es miterlebte, ruft seinen Vater an und erzählt ihm davon. Eine Schwester aus der Notaufnahme erzählt es wieder jemandem. Und so erzählen es verschiedene Personen ihren Freunden und werden auf wenigen Seiten vorgestellt und recht tiefgehen mit wenigen Sätzen beschrieben, sodass man ein sehr gutes Bild von den Figuren bekommt. Auch werden in den Kapitel z.B. Freunde oder Familienangehörige oder Bekannte der jeweils beschriebenen Personen benannt, die dann in anderen Kapiteln als Protagonisten auftreten (der Erzählstil ist bisher aus der personalen Sicht verschiedener Akteure) oder wieder am Rande erwähnt werden. Ich überlege fast, ob ich nicht eventuell eine Dramatis Personae anlegen sollte, um den Überblick zu wahren, wer mit wem verheiratet ist, wer Vater / Sohn ist, wer mit wem befreundet ist und wie alles zusammenwirkt. Ich weiß noch nicht, wie es weitergeht (vorab gab es ja keine Info, und Rezis möchte ich noch nicht lesen, will mich ganz überraschen lassen), aber ich vermute, dass die Zusammenhänge der einzelnen Personen sehr wichtig werden könnten.

Was den Stil betrifft - VERY British: bissig, hintergründig und teilweise auch unter der Gürtellinie. Einige Sätze las ich meinen Mann vor, wir haben viel gelacht. Rowling ist eine Autorin, die es wirklich schafft, Personen nicht mit Adjektiven sondern alleine durch die Schilderung ihres Verhaltens sehr subtil und aussagekräftig zu porträtieren, und sie hebt die Absurditäten des Alltags hervor, spielt mit den Macken der Menschen und ist dabei nicht gerade zimperlich. Worte wie masturbate, pink vagina, balls und ähnliche sind keine Seltenheit, der Leser sollte nicht unbedingt prüde veranlagt sein.

Gesellschaftskritisch, bissig und gleichzeitig humorvoll, das ist mein erster Eindruck, und ich bin gespannt, wie es weitergeht :-)

Und nur eine kurze Sache zu Harry Potter: es regt mich ziemlich auf, wenn Leute es ständig vergleichen. Sorry, aber ich mag es nicht, wenn ein Autor immer im gleichen Fahrwasser bleibt. Mag sein, dass das ihr persönliches Meisterwerk ist und sie Großes geschaffen hat, aber ich finde es toll, dass sie nun einen anderen Weg einschlägt und etwas anderes probiert. Es beeindruckt mich, wenn Autoren von Kinderliteratur über Thriller oder Erotik viele Dinge ausprobieren anstatt zehnmal das gleiche Buch mit leichter Variation zu veröffentlich. Mit Potter hat dieser Titel nichts gemeinsam, auch wenn Leute über den Vornamen des Verstorbenen Barry lästern und behaupten, dass das Buch nur ein lauwarmer Aufguss sei (vermutlich haben sie es nicht gelesen und wollten sich einfach wichtigmachen). Was mich betrifft - ich habe hiermit erwähnt, dass ich das nicht vergleichen möchte. Und mehr werde ich dazu nicht sagen. Wäre Zeitverschwendung ...

SaschaSalamander 01.10.2012, 16.31| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Fast nur ein Spiel

gruen_spiel_150_1.jpg2008 las ich FAST NUR EIN SPIEL von Nele Grün. Hatte damals noch nicht den Überblick über erotische Literatur und war quasi auf der Suche nach Autoren und Verlagen, die meinem Geschmack entsprechen. Dabei bin ich über viele Bücher gestolpert, mit denen ich wirklich so gar nichts anfangen konnte. Dies hier ist eines davon gewesen ;-)

(Die Rezension ist also von damals. Wie immer bitte beachten: Zeiten ändern sich, bitte diesen vermeintlich aktuellen Beitrag also bitte dennoch als das sehen, was es ist, nämlich ein fast fünf Jahre alter Text)

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Klappentext:

Eines Nachts wird Andrea auf der Straße von einem Mann angesprochen, der ihr ein eindeutiges Angebot macht. Zu ihrer eigenen Überraschung nimmt sie den Unbekannten gegen Bezahlung mit in ihre Wohnung. Es beginnt eine heftige erotische Liaison, deren unwiderstehlichem Sog sich keiner von ihnen entziehen kann. Bald stellt sich jedoch heraus, dass die beiden weit mehr verbindet als ihr aufregendes Spiel. Denn beide hüten ein düsteres Geheimnis aus ihrer Vergangenheit ...


"Fast nur ein Spiel" ist das faszinierende Psychogramm einer jungen Frau, die den Mut hat, die Fesseln der Konvention zu sprengen und ihren ganz eigenen Weg zu gehen - und eine mitreißende erotische Geschichte über die Verstrickungen von Liebe, Sex und Lust an der macht, prickelnd und abgründig.


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Wie üblich bei Goldmann: jede Menge Rechtschreib- und Grammatikfehler, die mir vor die Flinte kamen. Ansonsten dachte ich mir ein paarmal "oh Gott, ist das Buch scheiße übersetzt". Bis ich später dann mal nachschlug und feststellte, dass die Autorin Nele Grün in Tübingen lebt und das Buch in Deutsch verfasst wurde. Wie peinlich (für Autorin, Lektorat, Verlag) ...

Handlung, well, da könnte man was draus machen, der Klappentext klingt wirklich vielversprechend, oder? Und die beiden Protagonisten sind nicht ohne, aus ihnen könnte man prima Antihelden machen, mit denen man so richtig mitfiebert. Die eiskalte Femme Fatal, der knallharte Geschäftsmann. Klischee, aber wir lassen uns ja gerne unterhalten, muss ja nicht immer hochwertige Literatur sein.

Die Charaktere gewinnen für mich einfach keine Tiefe, zwar ist einiges aus dem Gedankenspiel von Andrea dargestellt, aber es ist seit langem das erste Mal, dass ich eine Hauptperson vor mir habe, mit der mich ab-so-lut nichts verbindet. Es gibt zuviel Gerede Drumherum, welches weder zur Handlung beiträgt noch die Charaktere vertiefen noch die Spannung erhöhen würde. Frauen, die zusammensitzen und über ihre Lover klönen, ohne dass die Leserin sich davon angesprochen fühlt.

Sodom und Gomorrha, Andrea betrügt Frau Schmidt mit deren Mann Cord, Frau Schmidt betrügt ihren Mann mit Andreas Freund Steffen, Deborah hat was mit Chris, und der alte Geliebte von Andrea wurde über den Jordan gegangen, Cord hat einmal etwas sehr Schlimmes getan, Andrea natürlich auch, und während Cord weiß, dass er Andrea eigentlich hassen müsste, will er sie am liebsten von hinten vor dem Schlafzimmer vögeln. Sorry für die Wortwahl, aber diese entspricht dem Niveau des Buches ...

ich hatte wirklich gehofft, dass das Buch wenigstens offenbaren würde, was die beiden Schlimmes getan haben. Aber Cords Tat wird am Anfang schon nebenbei und banal abgehandelt, und ihr Vergehen erst auf den letzten zwei oder drei Seiten mal kurz angerissen, auch wenn der Leser es eh schon von Beginn an wusste. Was für ein Glück, dass ich das Buch nur überflogen habe, sonst hätte ich noch mehr Rechtschreib- und Logikfehler gefunden und mich womöglich richtig gelangweilt ...

Was den "erotischen" Teil des Buches betrifft: naja, es wird halt beschrieben, wie er sie mal hart rannimmt und ihr dann 1000 Euronen auf den Tisch blättert ... oder ihr die Augen verbindet und durchknallt (wie gesagt: wer die Rezi nicht verkraftet, sollte das Buch dringend meiden, und ich habe wenig Lust, extra für diesen Roman irgend etwas zu umschreiben) und sie darüber gar nicht amused ist und ihm ihre hochhackigen Stiefel an die Schläfe donnert, was ihn widerum nicht sonderlich amused. Einmal treiben sie es sogar so, dass beide zufrieden sind, nämlich nachdem sie seine Frau aus dem Rennen haben und ... ach, neeeee, hör auch, von Erotik ist nicht wirklich die Rede. Ich finde, Erotik ist in der Literatur SEHR von der Sprache abhängig, und in diesem Fall musste ich während der Sexszenen einige Male lachen. Und die Vergleiche, einfach zum Brüllen. "Ich fühlte mich wie eine Wüstenblume, eine Rose aus Jericho, und meine vertrockneten Stängel rollten sich ihm entgegen" und ähnlich schwachsinniger Wulst ... jede Menge "will und kann nicht" ...

nein, mir fällt niemand ein, dem ich das Buch empfehlen könnte. Wirklich, Sinn und Zweck meines Blogs soll ja eigentlich sein, Euch zum Lesen zu animieren, und ich kann wirklich fast jedem Werk etwas Gutes abgewinnen, zumindest sagen "diese oder jene Zielgruppe wird es bestimmt ansprechen", aber in diesem Fall: Finger weg, nutzt Eure Zeit besser ...

SaschaSalamander 01.10.2012, 09.03| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Erotik



 






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