SaschaSalamander
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Vier rabenschwarze bitterböse Kultfilme

Filme rezensiere ich nicht so gerne, irgendwie nicht mein Gebiet. Aber es gibt vier Titel, die ich hier einfach vorstellen möchte. Auch, wenn ich nicht wirklich weiß, wie ich sie beschreiben soll. Ich könnte auch keine Rezi zu "Pulp Fiction" schreiben, weil es ein Film ist, den man nicht beschreiben kann, sondern den man erleben muss.

Drei davon sind dänische Komödien, der vierte ist irisch-belgisch. Alle vier sind verbunden durch einen rabenschwarzen, bitterbösen Humor, wie man ihn schwer nur beschreiben kann. Da jeder einzelne nur schwer zu beschreiben ist, hier also vier Kurzbeschreibungen. Vier Filme, welche die Zuschauer vermutlich spalten. Entweder, man findet sie grandios und einzigartig, oder man fragt sich, wie soviel Schwachsinn auf einem Haufen lustig sein kann?


BRÜGGE SEHEN UND STERBEN

Zwei Auftragskiller, Ray und Ken, müssen nach Brügge für den nächsten Job. Doch dort erfährt Ken, dass es seine Aufgabe ist, Ray zu töten. Dieser hatte einen unverzeihlichen Fehler begangen und muss nun dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Damit er wenigstens einen schönen Tod hat, soll er die wunderschöne Stadt Brügge sehen. Zu dumm nur, dass er Brügge nicht ausstehen kann und in dieser Stadt sosehr in die Depression rutscht, dass er sich töten will. Ken geht dazwischen und verhindert den Selbstmord. Nun hat er ein Problem, denn er hätte ihn ja töten sollen. In Brügge erleben die beiden Partner verrückte Abenteuer mit einer Drogendealerin, einem kleinwüchsigen Schauspieler und anderen seltsamen Leuten.

Der Übergang zwischen Komödie, Drama und Action ist fließend. Ein Film, den ich nicht beschreiben kann, den man einfach gesehen haben muss. Bitterböse Kommentare, absolut verrückte Situationskomik, schwarzer Humor der untersten Kategorie bis an den Rand des guten Geschmacks und darüber hinaus. Und trotzdem Tiefgang und Niveau.


ADAMS ÄPFEL

Der Pfarrer einer kleinen Gemeinde schart Kriminelle um sich, um sie zu rehabilitieren. Ein irakischer Tankstellenräuber und ein alkoholkranker Kleptomane. Zu ihnen gesellt sich der Neonazi Adam. Der Pfarrer verlangt, dass Adam sich ein Ziel setzt für die Zeit des Aufenthaltes bei ihm. Adam will ihn veralbern und meint, er wolle einen Apfelkuchen aus den Äpfeln des Baumes im Garten backen. Im Laufe des Filmes wird immer klarer, dass der Pfarrer ein gewaltiges Problem mit der Realität hat, und jegliche Art von Problemen verkennt, und Adam reizt ihn immer weiter, um dessen Grenzen zu testen. Auch Adam wird getestet, denn dem Baum passiert ein Unfall nach dem anderen, von Vögeln über Würmer über Blitzschlag, sogar als der Baum nicht mehr steht, scheint das Schicksal mit Gewalt verhindern zu wollen, dass Adam den Kuchen backt. Die Situation eskaliert (wie in diesem Filmgenre üblich), es artet in ein unvorstellbares Chaos, doch Adam hat einen festen Willen und erkennt, dass Gewalt nicht immer eine Lösung ist.

Auch hier: sorry für den Ausdruck, aber der Film ist absolut abgefuckt. Ich kann ihn kaum beschreiben. Ruhig und still, diesmal keine Actionkomödie, sondern dafür den Humor noch ein bisschen subtiler, bissiger. Zwar hier und da auch mal ein wenig Gewalt oder Schießerei, jedoch eher marginal, hier geht es eher um die absolut verrückten Hauptdarsteller, vor allem den realitätsfernen Pfarrer. Ich habe den Film inzwischen dreimal gesehen, und auch beim dritten Mal noch war er so irre komisch ...


DÄNISCHE DELIKATESSEN

Zwei Metzger, die sich von ihrem Chef lösen und eine eigene Metzgerei eröffnen. Als versehentlich der Makler im Kühlraum eingeschlossen wird, muss die Leiche verschwinden. Klar, wie man in einer Metzgerei die Beweise verschwinden lässt. Zu dumm nur, dass einer der Kunden sich im Geschmack ein wenig "an seine alte Grete" erinnert fühlt und etwas ahnt. Bald glaubt man den beiden auf die Schliche zu kommen, denn immer mehr Menschen verschwinden. Wie kommt es, dass sie so wenig Hühner bestellen und doch so viel Hühnerfleisch verkaufen?

Von den vier hier genannten eher etwas schwächer, aber für sich gesehen immer noch absolute Spitze. Schräger Humor, auch wenn das Thema in verschiedenen Varianten bekannt ist, ob nun Delicatessen, Sweeny Todd oder andere. Egal, Genuss pur, wenn man schwarzen Humor mag ...


IN CHINA ESSEN SIE HUNDE

Arvid ist langweilig, und deswegen verlässt ihn seine Freundin. Doch just an diesem Tag wird er zum Held, als er einen Bankräuber niederschlägt und dieser durch ihn festgenommen werden kann. Nur leider ist es zu spät, die Freundin ist weg. Und dann kommt auch noch die Lebensgefährtin des Bankräubers und sagt, sie hätten das Geld so dringend für eine künstliche Befruchtung gebraucht, und jetzt sei ihr Leben zerstört. Arvid ist ein Gutmensch, und er will seinen Schaden sühnen. Sucht seinen Bruder Harald auf, den einzigen Kriminellen, den er kennt, und will nun selbst einen Banküberfall planen, um der jungen Frau das Geld zu besorgen. Doch dann geht nacheinander so ziemlich alles schief, was eben in einer dänischen, rabenschwarzen, bitterbösen Komödie schiefgehen kann, und wie häufig üblich endet es in einem Blutbad allerfeinster Güte.

Oh mann, was habe ich gelacht! Anfangs ja noch sehr schräg, man fragt sich die ersten zwanzig Minuten, was DAS bitteschön noch werden soll, und wirklich lustig fand ich es nicht. Aber als es dann endlich losgeht und sie den Überfall starten, kommt Leben in den Film, und es wird von Minute zu Minute kaputter und dämlicher. Ein armer Kerl, der alles abkriegt und alles ausbaden muss. Ein völlig verqueres Ende, mit dem man nicht wirklich gerechnet hatte. Ein plötzlich völlig anderer Arvid. Dazu noch die serbische Mafia, kiloweise C4 und weit mehr Tote und kaputte Autos, als dies vom so sanftmütigen Arvid anfangs vorgesehen war. Herrlich strange und nicht wirklich zu beschreiben. Muss man gesehen haben :-)

SaschaSalamander 29.12.2010, 19.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film

Veränderungen im Leseverhalten

Wie hat sich Euer Leseverhalten über die Jahre geändert? Ihr seid ja bestimmt auch schon seit vielen Jahren begeisterte Leseratten, und wenn man dann Jahrzehnte gelesen, gelesen, gelesen hat, dann ändert sich etwas. Zum Beispiel entdeckt man neue Autoren, kann sich auf einmal für bisher ungeliebte Genres begeistert oder findet Dinge, die man früher gerne las, auf einmal uninteressant. Das Leben verändert sich, und damit die Bedürfnisse an den Lesestoff, das Begreifen des Inhaltes und das Interesse an Themen.

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Ich habe früher extrem viel Fantasy gelesen. Lese ich noch immer, aber es ist deutlich geringer geworden. Schon immer fand ich Vampire faszinierend, kannte jeden Autor, jeden Titel, z.B. Rice, Harris u.a. Doch seit einigen Jahren beginnt es mich zu nerven. Inzwischen gibt es so viele Autoren, dass ich auch keine Lust mehr habe, jeden kennenzulernen. Davidson, Harris, Smith, Ward, Sands, MacAlister, Schweikert, Meyer, Moore, Cast, Bardsley, um nur einige zu nennen, was aber nur einen minimalen Bruchteil darstellt. Ich fühle mich über den Tisch gezogen und meiner geliebten Vampire beraubt, inzwischen verkommen zu Weicheiern und romantische Schnulzen oder zu erotischer Trivialunterhaltung  :(

Dann habe ich bis 2005 ungefähr nicht wirklich viele Krimis gehört oder gelesen, dieses Genre hat mich weniger interessiert. Doch Val McDermid brachte mich mit dem ECHO EINER WINTERNACHT auf den Geschmack. Seitdem habe ich sehr viel gehört. Lernte Fitzek und Franz kennen, McFadyen, Brown, Hofmann, Higgins-Clark, Highsmith, Reichs, Beckett und viele, viele andere. War anfangs absolut begeistert. Habe, wenn mir ein Autor gefiel, soviele Bücher als möglich von ihm besorgt. Und irgendwann vor ein paar Monaten festgestellt, dass Krimis mich nun auch wieder nerven, weil es irgendwie doch immer das gleiche ist, wenn ich anfange, kann ich meist schon sehr bald sagen, wie es enden wird (weil ich die Vorgehensweise des Autors kenne und auch neue Autoren sich meist an alte Muster halten). Nicht, dass die Bücher schlecht wären. Sondern dass ich einfach zuviele davon gelesen habe. Nur hier und da ragt mal eines aus der Masse heraus und kann mich begeistern. Lese inzwischen meistens nur noch ein oder zwei Werke eines Autoren und schnappe mir dann den nächsten Schreiberling. Wie soll ich bitteschön eine Rezension schreiben über ein Buch, das ich gefühlte 20 Mal bereits zuvor gelesen habe?

Liebesromane lese ich sehr selten. Habe für drei oder vier Jahre mal ein paar Sachen von Sparks, Levy und Konsorten gelesen, war nett, aber auch das war sehr schnell vorbei.

Kinder- und Jugendbücher noch immer sehr gerne. Davon kann ich erstaunlicherweise nicht genug kriegen. Ich habe manchmal den Eindruck, dass Autoren bei Kinderbüchern oft noch kreativer sind in ihren Ideen als die Verfasser von Erwachsenenliteratur. Aber das ist subjektiv, denke ich ...

Momentan genieße ich es, Werke zwischen den mir üblichen Genres zu lesen, die dann mal ganz anders sind. Immer möchte ich solche Titel nicht lesen, aber zwischendurch sind Titel wie DIE EINSAMKEIT DER PRIMZAHLEN oder ELEGANZ DES IGELS wirklich wunderschön. Wer weiß, vielleicht werde ich hier bald einen Hype haben und eines nach dem anderen verschlingen, bis auch das mir zuviel wird?

Was habe ich vor ein paar Jahren Shonen Ai und Shojo gelesen, die mich jetzt meistens langweilen! Ab und zu gibt es ein paar Ausnahmetitel, aber in der Regel lese ich den Manga und stelle ihn danach wieder zu Tauschticket.

Von Erotik habe ich mich sehr lange ferngehalten. Das ist wohl mein neuestes Genre seit rund zwei Jahren. Anfangs die soften Titel aus den klassischen Bahnhofs-Buchhandlungs-Verlagen, die mir recht schnell zu abgedroschen wurden, und bei denen ich die Frauen einfach nur als hirnlose schmachtende Püppchen empfand. Dann hin zur härteren Erotik aus Marterpfahl-, Seitenblick-, Anais-Nin- und ähnlichem Verlag. Noch habe ich nicht alle Spielarten und Genreklischees durch, aber bald wird es wohl soweit sein, dass auch diese Titel mich nicht mehr ansprechen, weil ich das Gefühl habe, jedes Buch schon gelesen zu haben.

Na, eines ist gewiss: die bunte Welt der Literatur ist groß und weit. Es gibt noch viele Genres und Autoren, die ich noch nicht entdeckt habe. Beim Surfen, Arbeiten und Unterhalten stoße ich noch immer auf viele Titel, die aufregend neu klingen. Wer weiß, wohin die Welt der Bücher mich tragen wird?

SaschaSalamander 28.12.2010, 10.01| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Allwissend

deaver_allwissend_150_1.jpgMein erster Jeffery Deaver. Eigentlich ein bekannter Autor, aber man kann einfach nicht alles lesen, nicht einmal ich schaffe das (obwohl ich mich redlich bemühe *g*). Hier also mein Eindruck über den Roman "Allwissend".

Die Kinesiologin Kathryn Dance hat die Aufgabe, anhand kleiner Gesten, anhand Mimik und winzigster verräterischer Eigenheiten das Gespräch ihres Gegenüber zu analysieren. Auf diese Weise verraten sich Täter, geben schweigende Mitwisser Informationen preis. Diesmal geht es um einen Serientäter, der ein Kreuz an den Straßenrand stellt, welches das morgige Datum trägt. Am nächsten Tag soll dort ein Mord geschehen. Recht bald findet man die Spur zu einem Weblog, in welchem dessen Autor anprangert, dass die Straßenverhältnisse zu einem tödlichen Unfall geführt hätten. Doch im Laufe des Threads wird der überlebende Fahrer des Wagens immer bösartiger gemobbt. Ein Freak, ein Perverser, ein Onlinegamer, ein Noob, sogar rituelle Praktiken und andere verrückte Dinge werden ihm nachgesagt. Die angekündigten Morde betrafen stets einen der Trolle, welche ihn beschimpften. Dann verschwindet der Fahrer / Jugendliche mit der Waffe seines Vaters, und der nächste Mord wird angekündigt. Eine wilde Jagd in der realen und "synthetischen" Welt beginnt.

Soweit so gut. Prima Thema. Ich war angetan von dem Roman, allerdings kann ich auch sehr viele Schwächen benennen, die mich persönlich sehr störten. Meine Meinung ist recht zwiespältig.

Zuerst einmal hat mich der Roman sehr gut unterhalten, ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht. Ein absoluter Pageturner. Interessant auch, die "synthetische" Welt (wie der Autor es nennt) einmal aus Sicht eines Außenstehenden zu erfahren, Begriffe wie RSS, NSC, MMORPG, Thread, Flamewar und ähnliche erklärt zu bekommen. Es war sehr spannend, wie Dance vor allem auch aus dem Verhalten des Avatars im Onlinespiel versuchte, Rückschlüsse auf den realen Charakter der Täters zu ziehen.

Weniger gut dagegen fand ich, dass die Erklärung der Begriffe irgendwann lästig wurde. Immer stärker kam mir der Eindruck, dass Blogger, Gamer und sonstige im Web aktiven Leute irgendwelche Freaks sein müssen. Der Blogger dargestellt als arroganter, egozentrischer Pseudojournalist mit zwielichtiger Ehre, der Täter ein jugendlicher Gamer, welcher sich zusehr in der "synthetischen" Welt verloren hat und diese für real hält, und natürlich sind das alles Leute, die den Kopf nicht vor die Tür kriegen, um die Personen, mit denen sie im Web Kontakt haben, auch einmal real zu treffen. Pubertierende Teenager mit Pickeln, die metzeln und morden. Dermaßen klischeebeladen, dass ich manchmal schmerzhaft das Gesicht verzog. Oft hatte ich das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen: ich bin nicht krank! Ich habe reale Kontakte! Und nur, weil ich gerne Killerspiele spiele, bin ich noch lange kein Amokläufer!

Was mich anfangs sehr verwirrte, war die rasche Aufklärung des Falles schon zu Beginn, und ich fragte mich, womit das restliche Buch gefüllt sein würde? Aber bei Rezensionen über andere Bücher von Deaver konnte ich erfahren, dass der Autor wohl die Eigenheit hat, eine völlig unerwartete Wendung einzubringen (durch das häufige Anwenden bei ihm jedoch von Stammlesern bereits erwartet), die alles Bisherige über den Haufen wirft. Ah, okay, dann wusste ich also, was passieren würde, denn das allzu Offensichtliche würde sich also verkehren. Und tatsächlich, nachdem ich dies ahnte, war es mir während des Lesens absolut klar.

Die Charaktere fand ich nicht allzu interessant, für mich blieben sie eher farblos, und ich konnte mich nicht hineinversetzen. Nicht, dass sie nicht ausreichend beschrieben worden wären in ihrem Verhalten, ihren Eigenheiten, trotzdem fehlt mir irgendwie die Seele. Aber gut, man kann nicht mit jedem, das ist mit fiktiven Figuren wie mit realen Menschen. Kathryn Dance wird wohl trotzdem ihre Fans in der Lesergemeinde haben, ich gehöre allerdings nicht dazu.

Ebenfalls störend fand ich den ständigen Begriff der "synthetischen" Welt. Ich weiß leider nicht, ob es ein Übersetzungsproblem war oder der Autor sich so ungewohnt ausdrückt, oder ob man es im Englischsprachigen so nennt. Hier jedoch redet man von virtueller Realität. Dadurch, dass es immer wieder hieß, der Junge wäre zu tief in die synthetische Welt abgetaucht, entstand ständig der Eindruck, es sei etwas Krankes und Absonderliches, online zu zocken oder sich in Blogs und Communities aufzuhalten.

Zugute halten muss ich dem Autor jedoch, dass er auch die positiven Seiten gezeigt hat. Am Ende wird klar, dass es auch "gute" Arten von Onlinespielen gibt, dass nicht alle Zocker böse sind und Menschen durch das Netz auch reale Kontakte knüpfen können.

Außerdem wird in diesem Roman recht nett aufgezeigt, welche Gefahren das Netz birgt. Wie schnell ein unbedachter Beitrag etwas auslösen kann, wie wenig man seine tatsächliche Identität hinter Nicknames verbergen kann, wie schnell man durch das Internet zum gläsernen Menschen wird. Auch die Darstellung der Netzkultur, das Reagieren der einzelnen Mitglieder untereinander, wurde sehr bildlich dargestellt, und die Nachteile des Web sowie die daraus eskalierende Situation waren sehr realistisch dargestellt.

Alles in allem sehr unterhaltsam, stellenweise ungewollt witzig wegen der Erklärungen und der scheinbar extremen Unkenntnis der Protagonistin (hat sie wirklich SO wenig Ahnung vom Internet?), die Handlung ohne große Längen und mit vielen Cliffhangern. In meiner Favoritenliste wird "Allwissend" nicht landen, aber für zwischendurch war es mal wieder prima Futter. Ich kenne keine anderen Romane von Deaver bisher, aber zum Einstieg sollte man vielleicht doch eines der anderen Bücher bevorzugen.

SaschaSalamander 27.12.2010, 18.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Krimi, Serie,

Statistik KW 51

Gelesen / Gehört
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Der Übergang (J Cronin)
Sex on the Beach (Anthologie)
Sokora Refugees 1 (M DeJesus)
Schneewittchen muss sterben (N Neuhaus)
Shaolin (B Moestl)
Nah bei Dir 01 (K Shiina)
Sterbenskalt (T French)


Gesehen
/


Geschenkt
Die Zeit der Wölfe (DVD)
Katzen-Magie


Getauscht
/


 Gekauft
Der Fönig (W Moers; CD)
Angel Sanctuary Deluxe (K Yuki)
Zelda - the minish cap (A Himekawa)
Dein und mein Geheimnis 1-2 (A Morinaga)

SaschaSalamander 26.12.2010, 20.56| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

DU

drvenkar_du_1.jpgInzwischen habe ich DU beendet und bin schlauer als zuvor. Weiß jetzt endlich, worum es geht, was es damit auf sich hat. Die Zeit vom ersten Satz bis hin zum letzten Moment war sehr kurzweilig, wenn auch stellenweise sehr anstrengend. Die Handlung ist nicht wirklich zu beschreiben ohne Spoiler. Ich werde also nicht den Inhalt wiedergeben, sondern versuchen, das Buch zu beschreiben:

der Autor Zoran Drvenkar schreibt in der 2. Person. Allerdings ist unklar, ob er den Leser direkt anspricht, denn "Du" sind viele verschiedene Personen. Jedes Kapitel ist einer Person gewidmet. So bist Du einmal "der Reisende", welcher kalt und gnadenlos unzählige Menschen tötet. Ein andermal bist Du ein junges Mädchen in einer Clique, nennst Dich "Stinke", "Talia", "Nessie". Ein andermal bist Du ein Junge, der Stinke begegnet und sich sofort verliebt und bereit ist, alles für sie zu tun. Du bist ein anderes Mädchen aus dieser Clique. Bist der Logist. Bist ein mittendrin in der Handlung auftauchender Junge, der nur für kurze Zeit den Weg kreuzt. Bist der Freund des Jungen, der Stinke kennenlernt und bist der Sohn des Mannes, welcher wiederum der Onkel des Vaters des anderen Mädchens, und manchmal bist Du mehrere Funktionen und Rollen mit einer Person (denn es gibt Bindeglieder, welche Kontakt zu mehreren Akteuren aufweisen).

Ach jeh, versteht Ihr, was ich meine? Es ist ein sehr komplexer Zusammenhang. Anfangs ist es sehr verwirrend, man kann sich nicht alle Personen merken, bringt sehr viel durcheinander, versteht auch nicht, was es mit dem "Du" auf sich hat. Und dann ist es auch extrem seltsam, wenn man aus mehreren Perspektiven das gleiche Geschehen liest und dann plötzlich die Person, die man selbst war im vorherigen Kapitel als dritte Person von außen beschrieben wird. Sehr konfus, und man darf wirklich nicht abgelenkt werden, muss sich sehr genau konzentrieren, was nun aktuell passiert. Vor allem, weil es auch eine Menge Zeitsprünge gibt. Und innerhalb dieser Zeitsprünge gibt es weitere Rückblicke, während der allwissende Erzähler jedoch bereits in die Zukunft vorausgreift. Also, Lektor dieses Werkes wollte ich garantiert nicht sein!

Während anfangs alle Figuren für sich stehen und kein Zusammenhang ersichtlich ist, wird nach einigen Kapiteln bereits ersichtlich, dass sie etwas gemeinsam haben, dass sie sich kennen oder aber bald aufeinandertreffen werden. Alles zielt ab auf einen großen, finalen, gigantischen Showdown aus allen Beteiligten. Bis dahin jedoch braucht man sehr viel Geduld und Durchhaltevermögen. Doch dann wird die Story immer rasanter. Eine Mischung aus Drama, Roadmovie, Coming-of-Age, Thriller, Gangster, Teenie, ein Experimentalwerk fernab jeglichen Genres.

Gefallen? Auf jeden Fall! Es ist mal komplett anders, und ich könnte es auch nicht mit einem anderen Werk vergleichen. Auf jeden Fall sehr kurzweilig und unterhaltsam, man musste sofort wissen, wie es weitergeht! Anfangs aufgrund der vielen komplexen Zusammenhänge sehr anstrengend, aber doch äußerst spannend. Schon der Gedanke "was soll das alles werden" hält einen gefesselt.

Das Ende fand ich sehr faszinierend, ich dachte mir, dass es darauf hinauslaufen würde (nicht die Gesamtsituation an sich, sondern gerade diese beiden Charaktere und ihre Verbindung zueinander). Allerdings wird - da kann man jetzt interpretieren - auch das "DU" erklärt, und diese Erklärung fand ich (so es eine war) eher mau. Es rechtfertigt nicht, den gesamten Roman in dieser Form zu schreiben. Aber, wie gesagt, vielleicht ist es keine Erklärung, sondern nur ein letzter roter Faden am Ende, ein "Schlussgag". Egal, trotzdem ein prima Finale, das mir sehr gefiel.

Manche meinen, dass das Buch durch das "Du" intensiver würde. Ging mir nicht so, denn als ich merkte, dass es nur ein Stilmittel ist und ich nicht jede der Personen verkörpere, habe ich gedanklich das Du immer sehr schnell durch Er / Sie ersetzt, was mir leichter fiel und mir half, die Handlung zu begreifen. Ich lese Inhalte, keine Feinheiten (außer ich konzentriere mich bewusst darauf oder genieße die Worte, aber das ist eher bei Wilde, Hugo, Kafka, Rilke etc der Fall, nicht bei moderner Belletristik), und es kann vorkommen, dass ich während des Lesens eines normalen Romanes nicht einmal sagen kann, ob es in der ersten oder dritten Person geschrieben ist, weil ich über so etwas hinweglese ...

Nur das Hörbuch hat sehr viele Mängel in meinen Augen. Ich wünschte, ich hätte statt dessen das Buch gelesen. Denn der Sprecher liest recht eintönig, variiert seine Stimme kaum, es ist mir nicht leichtgefallen, ihm stetig zu folgen. Es hängt sehr stark vom Sprecher ab, ob ich einer Geschichte folgen kann oder ständig abdrifte in Gedanken, und bei ihm ist mir dies recht oft passiert. Einige Tracks musste ich mehrfach hören, weil ich einfach nicht mitkam und in komplexen Momenten, die er eintönig herunterleierte, völlig den Faden verlor. Eine Minute nicht aufgepasst, und schon war die komplette Story verlustig, bei diesem Buch zählt jeder Moment. Bei dem Sprecher bekam man stellenweise nicht einmal Kapitelwechsel mit, und ich fragte mich, warum ich gerade noch das Mädchen, jetzt auf einmal der Logist und plötzlich wieder der Sohn war, ohne es mitbekommen zu haben? Und wer liegt da gerade auf dem Boden und wird bedroht, und wer hält mir da auf einmal eine Knarre an den Kopf? Sollte ich nicht in diesem Kapitel die Person sein, die jetzt auf einmal von außen als dritte Person beschrieben wird?

Sinnvoll wäre es gewesen, das Hörbuch mit mindestens zwei Sprechern zu gestalten (ein männlicher, ein weiblicher), noch besser mit drei Sprechern (ein Mann, ein Junge, ein Mädchen), idealst mit einem Sprecher pro Charakter.

Es ist einfach lästig, wenn ein kaltblütiger Killer mit dem gleichen Tonfall spricht wie ein junges unerfahrenes Mädel. Gut, man kann argumentieren, dass es ja nicht der Charakter ist, der spricht, sondern immer der Erzähler, welcher den Leser anspricht. Trotzdem, fürs Hörbuch sehr ungünstig. Oder wenigstens jemanden wie Beck, Kaminski, Jäger, Nathan, Steck, Pigulla, die dem Text Leben einhauchen statt ihn nur vorzulesen.

Nein, das Hörbuch werde ich niemandem empfehlen. Eigentor des Verlages. Aber das Buch, von dem schwärme ich begeistert! Es ist ein Genuss für jeden Leser, der mal etwas völlig Neues möchte und sich gerne auf ein spannendes Lese-Experiment einlässt. Naja, und er / sie sollte Thriller und schräge Inhalte mögen und offen für alle möglichen Genres sein. Das ideale Buch für den Leser, der von Einheitsbrei auf den Bestsellerlisten gelangweilt ist und endlich mal etwas Abwechslung wünscht ;-)

SaschaSalamander 24.12.2010, 08.22| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch

Sterbenskalt

Erster Satz Prolog:
Im gesamten Leben zählen nur einige wenige Augenblicke.

Erster Satz:
Mein Vater hat mir mal gesagt, jeder Mann sollte wissen, wofür er bereit wäre zu sterben, das wäre das Wichtigste.

Letzter Satz:
Ich stützte die Arme auf das Geländer der Ha´penny Bridge, wo man früher einen halben Penny bezahlen musste, um die Liffey zu überqueren, ich sah das Zollhaus und den sich unaufhörlich bewegenden Lichterstrom un dden stetigen dunklen Wellenschlag des Flusses unter dem fallenden Schnee, und ich hoffte bei Gott, dass wir alle auf die ein oder andere Art unseren Weg zurück nach Hause finden würden, ehe es zu spät war.

aus: Tana French: Sterbenskalt; Scherz (Fischer), 2010

SaschaSalamander 23.12.2010, 10.22| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Angel Sanctuary Deluxe

ANGEL SANCTUARY. Ein Thema für sich. Habe ich hier noch nicht rezensiert. Aber ich glaube, das werde ich auch nicht tun. Denn ich würde auch nicht DIE UNENDLICHE GESCHICHTE oder DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM oder etwas dieser Art  rezensieren. Kennt eh jeder, der sich für diese entsprechenden Genres interessiert. Und wer es nicht kennt, hat zumindest schon davon gehört und weiß, ob er es lesen will oder nicht. Wer ANGEL SANCTUARY nicht kennt, hat vermutlich wenig Ahnung von Mangas, und dann würde ich, um ihn / sie zu überzeugen eh anders herangehen statt gleich mit einer mordsmäßigen Rezi über dieses Ausnahmewerk. Außerdem, wenn ich erstmal loslegen würde, dann wäre ich nicht mehr zu stoppen. Das kann ich mir und Euch nicht antun ;-)

Mir geht es gerade eher um Marketing. Denn diese Mangaserie ist seit 2000 im Abstand von zwei Monaten in 20 Bänden erschienen (40 Monate, das ging *grübel* knapp über drei Jahre). Oh mann, 2000 war es? Ich fühle mich gerade so alt, da war ich noch zarte 23, jung und unschuldig, noch ganz in der Anfangsphase meiner Mangasucht, da glaubte ich noch an das Gute im ...

ach, egal, zurück zum Marketing. Die Serie wird vermarktet ohne Ende. Soundtracks gibt es in Japan zu kaufen (super Musik, hab ich mir geholt, absolut gelungen, rein instrumental, episch, monumental, grandios!), es gibt ein Hörspiel (leider nur auf japanisch *grml*), einen Anime (auch auf Deutsch, leider Abschreckung für jeden, der auf die Serie neugierig wird, absolut misslungen. Die Stimmen eine Qual, die Umsetzung der Handlung schlecht, und die weibliche Protagonistin möchte man am liebsten erschießen). Unzählige Artbooks sowieso, Poster, Sticker, Postkarten, Taschenkalender, Abreißkalender, Lesezeichenkalender, Schlüsselanhänger, Kartenspiele, Merchandise bis zum Erbrechen.

Und weil nach 10 Jahren die alten Mangas bestimmt zerfleddert sind vom ständigen Lesen (und so fetischlastig, wie der Manga unterschwellig ist, bei manchen vielleicht auch vom ... Themawechsel!!! Die Japaner schaffen es wirklich, solche Sachen ohne Altersbeschränkung auf den Markt zu bringen, man muss es nur tarnen, und mit meinen damals zarten 23 war ich noch jung und unschuldig, wusste nichts davon, erwähnte ich das schon?).

Also, wie gesagt, die Bände der meisten Fans dürften nach 10 Jahren recht zerfleddert aussehen. Und außerdem haben die Fans inzwischen alle Poster, Sticker, Soundtracks, Hörspiele (auch wenn sie kein Wort verstehen), Tassen, Artbooks etc gekauft. Mist, kein Geld mehr damit zu machen!

Kein Problem, also bringt man das Ganze als Hardcover raus. Zwei farbige Bildchen dazugemacht auf glänzendem Papier (Bilder aus dem Artbook, die es als Poster, Kalender etc schon vor Jahren gab, aber eben noch nicht im Manga als Beigabe), und zwei Bände zwischen einen Deckel gepresst. Verlangen wir das Gleiche wie für zwei Bände, denn auch wenn es alt ist, ist es immerhin hübscher als damals.

In Frankreich gab es das auch schon mal, die dortigen Bände fand ich allerdings etwas hübscher, grau und altertümlich gemacht, hier eher in Grün gehalten, was mich sehr wundert. Denn mit Angel Sanctuary verbinde ich immer die Farbe blau auf allen colorierten Bildern.

Was den Manga also unterscheidet: zwei Bände zusammengefasst zu einem. Außerdem Hardcover statt Taschenbuch. Ein Blatt, beidseitig mit buntem Bildchen bedruckt. Ein wunderhübscher Schriftzug mit dem Namen der Autorin sowie dem Wort "Deluxe". 5 Schwarz-Weiß-Seiten mit zusätzlichen Infos z.B. über die Engel, die Namensgebungen, die Figuren, den Manga an sich. Was gleich geblieben ist ist der Preis für zwei Mangas. Außerdem auch die Werbung am Ende.

Ich hätte es schöner gefunden, wenn man es ein wenig günstiger gemacht hätte. 10 Jahre nach Erscheinen dürfte man schon mal etwas reduzieren, so als kleines Dankeschön für die Fans. Auch die Werbung stört mich. In normalen Mangas ist das so üblich, das ist mir klar. Aber wenn ich schon eine super sonder teuer extra special Deluxe kaufe, dann fände ich es schön, wenn ich von Werbung verschont bleibe und einfach nur das kriege, was ich mir gekauft habe.

Muss man diese Ausgabe jetzt kaufen?
Ich wünschte, ich könnte sagen nein. Und im Grunde rate ich davon ab. Denn es ist Kommerz. Geldschneiderei. Eigentlich eine Unverschämtheit. Wer die normalen Mangas im Schrank stehen hat, braucht diesen Sonderband nicht.

Dass ich ihn mir zu Weihnachten selbst geschenkt habe (und damit natürlich auch die Fortsetzungen) tut nichts zur Sache. Das ist was anderes. Ich würde es auch niemals zugeben. Denn ich brauche diese Bände nicht. Aber sie sehen halt so toll aus im Regal *seufz*. Jaja, ich schäme mich, stelle mich in die Ecke. Trotzdem, empfehlen würde ich es nicht. Außer für all diejenigen, die wie ich zu den absoluten Fans gehören.

Warum ich so ein großer Fan dieser Serie bin? Nun ja, schon davor gab es Mangas, aber das waren meist eher Sachen wie Sailor Moon oder DragonBall. Mangafreund der allerersten Stunde darf ich mich also leider nicht nennen, aber das macht nichts. Denn erst später wurden die Werke erwachsener, gingen über Magical Girl und kämpfende Boys hinaus.

Aber Angel Sanctuary war dann mal interessant. Spannende Story, Dark-Fantasy, Engel und Dämonen. Ein Haufen schwarzer Mäntel, Lack und Leder, Peitschen und Hüte, oberschenkelhohe Stiefel, androgyne Figuren, die irgendwo zwischen den Geschlechtern zu finden sind und auch keine Lust haben, sich festzulegen. Nebenbei ein wenig Bondage, jede Menge D/S, ein bisschen Blut und Splatter, qualvolle Folter, unerfüllte verbotene Liebe über die Jahrtausende mit immer neuer tragischer Wiedergeburt, in Schwerter gebannte Seelen, reine weiße Unschuld neben blutverkrusteter dunkler Sünde, ein paar zombieartige Wesen, ein Krieg zwischen Engeln und Dämonen, haufenweise Tentakel, Schläuche und Engelsfedern, Aufhebung von Gut / Böse, dazu ein verrückter Hutmacher, Anspielungen auf unterschiedlichste Mythologien wie Christentum, Islam, Kabbala, Esoterik, Edda, asiat. Mythos und noch mehr.

Von der unglaublichen Komplexität und Tiefgründigkeit der Geschichte (und dies sage ich ohne Ironie) ganz zu schweigen. Als Roman würde es hier bei uns wohl jede Fantasysaga weit, weit in den Schatten stellen, gleich Tolkien oder Rowling wäre sie Maßstab und Wegbereiter. Doch leider haben Mangas bei uns im Westen noch nicht diesen Stellenwert und werden noch zu wenig ernst genommen ...

Und so wurden wir Mangafans dann geschaffen. Seitdem sind wir gezwungen, jeden Monat neue Shonen Ai, Yaoi, Magical Girl, Love-Comedy, Shonen, Shojo, Josei, Seinen und sonstigen Sachen zu kaufen. Angefixt und danach niemals wieder die gleiche Erfüllung gefunden, aber doch ausreichend, um uns bei der Stange zu halten.

Sind wir Mangafans ein wenig krank oder pervers? Sind wir. Na und, wir stehen dazu und sind es gern ;-)


SaschaSalamander 22.12.2010, 15.07| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Tip, Fantasy, Erotik, Märchen, Serie, Dark,

Das giftige Herz

doyle_herz_1.jpgPassend zur Weihnachtszeit möchte ich "das giftige Herz" von Virginia Doyle vorstellen. Mein erster Roman der Autorin, die sonst historische Kriminalromane eher aus dem Bereich Hamburg schreibt. Ich habe von ihr noch nichts gelesen, aber "das giftige Herz" ist ein historischer Weihnachtskrimi aus Nürnberg, also konnte ich gar nicht anders als ihn zu lesen ;-)

Jaques Pistoux, gelernter Koch, arbeitet vorübergehend in Nürnberg als Zuckerbäcker bei Herrn Dunkel, welcher als angesehener Händler Lebkuchen sogar ins Ausland verkauft, trotzdem nur eine kleine Bäckerei betreibt. Ein Komissar wurde nach Nürnberg versetzt und fristet hier nun sein Dasein, macht eher unwillig seinen Job. Plötzlich zwei Todesfälle: ein Straßenjunge, gestorben an einem vergifteten Lebkuchen. Und ein reicher Geschäftsmann, um den Hals ein vergiftetes Lebkuchenherz. Wie hängen die beiden Fälle zusammen?

Wirklich ein sehr schöner Roman. Leicht und entspannend zu lesen, ohne großartige komplexen Zusammenhänge, ohne hunderttausende unnötigen Charaktere oder Voraberzählungen, ohne sinnlose Ausschweifung oder besonderen Eigenheiten im Schreibstil. Einfach ganz schlicht, ohne etwas Herausragendes sein zu wollen. Gerade diese Einfachheit hat mir sehr gefallen, sie passte wunderbar zur Handlung mit den pfiffigen Straßenkids, dem gutmütigen Koch und den mürrischen Franken in der kleinen, engen Weihnachtsstadt mit ihren verwinkelten Gässchen. Klar, eine kleine Verschwörung gab es dann doch, aber dies war gut durchschaubar, leicht verständlich.

Die Charaktere mag man schon nach wenigen Zeilen, allesamt sind sie mir sympathisch (natürlich bis auf die "Bösen", die man sehr schnell erkennt. Und sogar als ungeübter Leser mit wenig Krimierfahrung ist schon beim ersten Auftreten der Person klar, wer der Täter sein muss. Na und? Manchmal tut es gut, wenn nicht alles so kompliziert ist *smile*).

Der Lokalkolorit gefällt mir sehr. Er erschlägt nicht, ist nicht überzogen, trotzdem könnte die Geschichte in dieser Form in keiner anderen Stadt spielen als nur in Nürnberg, dazu sind zuviele Verquickungen vorhanden. Und wenn man natürlich weiß, wo sie gerade entlanglaufen (ohne dass es wie in manchen überladenen Regionalgeschichten in jedem Satz exakt erwähnt wird) und wie es dort aussieht, und wenn man dann ein andermal spazierengeht und sich denkt "ah ja, hier war es, wo", dann macht es gleich umso mehr Spaß. Aber auch für Nichtfranken ist das Buch ein wirklich nettes Stück Unterhaltung zur Weihnachtszeit.

Wie ich anderen Inhaltsbeschreibungen entnommen habe, gibt es wohl mehrere Romane um den Koch Jacques Pistoux (der nur hier vorübergehend als Bäcker arbeitete, als er auf der Durchreise war, und wenn schon Nürnberg, dann bitte Lebküchner). Auf jeden Fall hat mir dieser Roman sehr gut gefallen, und ich werde wohl noch weitere Romane der Autorin lesen. Nicht unbedingt Hamburg, das ist dann eher was für die Leute im Norden, aber Jacques habe ich inzwischen doch ins Herz geschlossen.

Wer es schlicht, herzlich, ein wenig schrullig mag, der ist mit diesem ungewöhnlichen Weihnachtskrimi jedenfalls hervorragend bedient :-)

SaschaSalamander 22.12.2010, 10.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Nürnberg, Krimi, Historisch, Tip, Jugend,

Schneewittchen muss sterben

neuhaus_schneewittchen_1.jpgVon diesem Buch habe ich seit Erscheinen schon sehr viel gehört, sah es überall in den Auslagen und durfte mir von begeisterten Freunden und Bekannten eine Menge anhören. Also gut, breitgeschlagen, deutscher Krimi, bin ja nicht so, bin dafür neugierig.

Doch, macht sich sehr gut an bisher, liest sich flüssig, ist spannend. Thema Knastentlassung interessiert mich eh, und falls dieser Entlassene nach einem reinen Indizienprozess auch noch möglicherweise unschuldig ist, schon hat man das Grundrezept für einen packenden Krimi.

Der Dialekt lässt mich schmunzeln, der Lokalkolorit (Frankfurter Raum) ist nicht zu aufgesetzt und stört nicht. Ich bin noch eher am Anfang (knappes Fünftel) und freue mich auf jede Minute, in der ich es wieder zur Hand nehmen kann!

SaschaSalamander 21.12.2010, 20.54| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Das giftige Herz

Erster Satz:
Gregor Wanner griff nach dem Messer und fragte sich, ob es nicht wirklich an der Zeit wäre, sich die Kehle durchzuschneiden.

Letzter Satz:
"Ich nenne sie Jacques Leckermäulchen", sagte die kleine Maria, und alle lachten.

aus: V. Doyle: das giftige Herz; Rowohlt 2003

SaschaSalamander 21.12.2010, 10.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Sterbenskalt

Seit Freitag ist nun STERBENSKALT von Tana French im Handel erhältlich. Nachdem bereits GRABESGRÜN und TOTENGLEICH mir so gut gefielen, komme ich an diesem Titel natürlich nicht vorbei. Und ich persönlich habe das Gefühl, dass die Autorin sich von Buch zu Buch steigert. Normalerweise lässt die Begeisterung nach den ersten Titeln nach (ich denke an Franz oder Fitzek), weil der Autor von sich selbst kopiert und sich Schemata immer wiederholen, oder weil der Autor unter Erfolgsdruck etwas Neues hinrotzt und nicht mehr die Liebe und Energie wie zu Beginn investiert. Doch STERBENSKALT hat mich sofort begeistert, und ich nutze jede freie Minute, um wenigstens ein paar kurze Seiten zu lesen und zu erfahren, wie es weitergeht.

Ganz kurz zum Inhalt: diesmal geht es um Frank, Vorgesetzter der Undercoveragentin aus dem Vorgängerband. Auch die Idee ist schön, ein gemeinsames Universum, und doch jedes Mal eigenständige Romane, unabhängig voneinander. Nun, Frank wird von der Vergangenheit eingeholt. Dachte er frühr noch, seine große Jugendliebe hätte ihn sitzenlassen und wäre ohne von zu Hause ausgerissen, findet sich nun auf einmal ihr Koffer in einem heruntergekommenen Haus. Was ist damals wirklich geschehen? Frank muss nun die Probleme der Gegenwart lösen (seine Tochter), während er in der Vergangenheit nach Antworten für das Verschwinden von Rosie sucht und gleichzeitig auch lernen muss, sich wieder mit seiner Familie zu arrangieren, mit der er sich überworfen hatte.

Bisher absolut zu empfehlen. Und wieder: abwarten, ob das Ende hält, was das Buch bisher begonnen hat. Bei Tana French gehe ich jedoch davon aus!

SaschaSalamander 20.12.2010, 16.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Tip, Serie, Krimi,

House of Night

Ach ja, noch ein Vampirbuch. Ich kann sie nicht mehr zählen. Und wie immer war ich neugierig, ob Top oder Flop. Hier also meine Zusammenfassung:

ein ganz normaler Schultag, als Zoey von einem Vampir gezeichnet wird. Einfach so, aus heiterem Himmel. Dies bedeutet, dass sie nun in das House of Night muss, quasi ein Internat für Vampire. Sie überwirft sich mit ihren Eltern (die bisher eh nur Probleme bereiteten, seit ihre Mutter mit dem neuen Typen zusammen ist) und holt sich Trost bei ihrer Großmutter, welche sie weiterhin unterstützen wird. Dann zieht sie um in das House of Night. Lernt neue Leute kennen, besucht spannende Schulfächer (natürlich ein komplett anderer Unterricht als für Menschen), ist aufgrund ihres ungewöhnlich starken Males etwas Besonderes, hat Bewunderer und natürlich auch gleich eine böse Gegnerin. Sie muss sich gegen die Feindin behaupten, erhält den besonderen Segen der Göttin und ist auch sonst eine sehr ungewöhnliche junge Vampirdame.

Top oder Flop? Schwer zu sagen. Der Schreibstil ist simpel, die Story ist fesselnd, die Idee keinesfalls neu aber eben ein altbewährtes Rezept. Vampirstory, Internatsgeschichte (Hanni und Nanni ziehen nicht mehr, also müssen sie aktuell eben mit Sonderbegabten, Zauberlehrlingen, Vampiren, Lykanern gefüllt werden, wie aktuelle Bestseller überall beweisen), Romantik und ein bisschen jugendgerechte Erotik.

Für mich nicht sonderlich reizvoll. Die Serie ist ellenlang, und ich habe nicht das Bedürfnis, sie weiterzuverfolgen. Ich habe mal reingechnuppert, das war interessant. Denn nun kann ich zumindest verstehen, was viele Jugendliche daran begeistert. Ich muss es nicht groß wiederholen, denn wie gesagt: altbewährtes Rezept und netter Mix (die Story erdacht von der Mutter, mit Hand und Fuß. Von der Tochter korrekturgelesen, mit Jugendslang aufgefrischt (was mich manchmal ganz schön stört, wenn in wirklich erhabenen Momenten wie einer Beschwörung dann ein richtig blöder Spruch folgt, aber so sind die Jugendlichen wohl angeblich?) und schön trendy gehalten mit vielen Bezügen zu aktuellen Modeerscheinungen).

Mich erinnerten die Vampire ehrlich gesagt vielmehr an Hexen in ihrer Magie, ihrem Wirken, ihrem Verhalten. Gut, Blut kommt in dem Buch vor, aber alles andere (magische Zirkel, Rituale, Messen, Frauencliquen, Elementarbeschwörungen in einem Kreis in alle vier Himmelsrichtungen etc) lässt mich sehr viel mehr an Hexenkulte denken (zumindest so, wie man meist davon liest in anderen Romanen, die statt Vampiren eben Hexen behandeln).

Für Jugendliche, die spannende Unterhaltung mögen, sehr zu empfehlen. Für Erwachsene, die schon unzählige Bücher dieser Art gelesen haben und ihre Zeit lieber mit etwas Neuem verbringen, eher weniger geeignet. Aber warum es fesselt, ist auf jeden Fall nachvollziehbar. Und zumindest mal reinlesen, damit man mitreden kann, lohnt sich auf jeden Fall, es ist sehr kurzweilig :-)

SaschaSalamander 20.12.2010, 08.38| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Serie, Vampire, Jugend,

Statistik KW 50

Gelesen / Gehört
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Der Übergang (J Cronin)
Sex on the Beach (Anthologie)
Du (Z Drvenkar)
Sokora Refugees 1 (M DeJesus)
Das giftige Herz (V Doyle)
Schneewittchen muss sterben (N Neuhaus)
Shaolin (B Moestl)
Nah bei Dir 01 (K Shiina)
Sterbenskalt (T French)


Gesehen
/


Geschenkt
/


Getauscht
Hinter den Horizonten (Plüss, CD)
Repo - the genetic opera (DVD)
Der letzte Weltuntergang (A Pirincci)


 Gekauft
Shaolin (B Moestl)

SaschaSalamander 19.12.2010, 20.13| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Mockingjay

collins_mockingjay_1.jpgWer ab und zu meine Statistik verfolgt, der wird feststellen, dass ich seit Wochen an Mockingjay III lese. Eigentlich war ich ja so begeistert von dem Buch, warum nun also brauche ich so lange?

Naja, zum einen ist es englisch, und während ich andere Bücher nebenbei lese, kann ich das bei diesem nicht. Ich lese gerne und viel auf Englisch, habe keine Probleme damit, aber ich muss mich dennoch anders konzentrieren als bei deutschen Titeln. Und momentan habe ich recht wenig Muse dafür, nutze die Zeit dann doch gerne anders.

Zum anderen weicht der dritte Band im Stil von den ersten beiden ab. Er ist nicht schlecht, aber meinen Geschmack trifft er nicht so gut wie die beiden vorherigen Bände. Ich bin knapp über der Hälfte angelangt inzwischen, und meiner Ansicht nach zieht sich das Buch sehr in die Länge, kommt nicht über einen gewissen Punkt hinaus. Ich habe wenig Motivation weiterzulesen, seit 200 Seiten habe ich das Gefühl, immer nur das gleiche zu lesen.

Bei einem deutschen Titel würde ich querlesen und dort weitermachen, wo das Ausharren am aktuellen Punkt endet und die Handlung wieder ansetzt, und ich übe mich also gerade im Querlesen. Ich stelle fest, dass es bei diesem Buch (vielleicht auch bei anderen? Muss ich bei Gelegenheit testen) hilfreich ist, den ersten Satz eines Absatzes zu lesen, daran erkenne ich ob er handlungsrelevant ist oder nicht, und wenn nicht, springe ich zum nächsten. Aber, wie gesagt, das geht noch nicht so flüssig.

mal sehen, wann ich das Buch fertig habe. Und ob der dritte Band für mich die Reihe dann kippte, oder halten konnte ...

SaschaSalamander 18.12.2010, 17.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Schneewittchen muss sterben

Prolog:
Die rostige Eisentreppe war schmal und führte steil nach unten.

Erster Satz:
Er sagte nicht "Auf Wiedersehen". Niemand, der aus dem Knast entlassen wird, sagt "auf Widersehen".

Letzter Satz:
Nach links. Richtung Autobahn.

Aus:
N. Neuhaus: Schneewittchen muss sterben; List Tb, 2010

SaschaSalamander 18.12.2010, 09.48| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Die Wolke

hage_wolke_1.jpg"Die Wolke" ist ein aktueller Manga von Anike Hage, deren Serie "Gothic Sports" bereits 2006 im Tokyopop-Verlag erschien. Schon damals war ich von ihren Zeichnungen und dem Storyaufbau sehr angetan, und ich muss sagen, sie hat sich noch ordentlich gesteigert, alle Achtung. Und mit der Wolke hat sie sich an ein sehr großes Projekt gewagt, das ich mir aufgrund seiner Komplexität kaum als einbändigen Manga vorstellen konnte.

Muss ich noch etwas über den Inhalt erzählen? Nachdem sich 1986 das schlimme Unglück von Tschernobyl ereignete, erschien 1987 das Jugendbuch "die Wolke" von Gudrun Pausewang. Ein Buch, welches manche Schüler lesen mussten, andere freiwillig verschlangen. Ein Buch, das fast jedes Kind damals kannte, zum Teil auch heute noch kennt. Das Thema ist zu wichtig, als dass es vergessen werden sollte, und so erschien 2006, 20 Jahre nach dem GAU, eine Verfilmung des Buches. Und dieses Jahr wagte sich also die junge deutsche Mangazeichnerin an dieses Werk.

Auch wenn ich davon ausgehe, dass der Inhalt meinen Lesern bekannt ist, hier ein kurzer Überblick: Alarm in der Schule, es gab einen SuperGAU, die Stadt muss evakuiert werden. Janas Eltern sind verreist, und so fährt sie sofort nach Hause zu ihrem kleinen Bruder Uli, mit dem Rad machen sie sich gemeinsam auf in die nächstgrößere Stadt, von wo aus sie mit dem Zug zu ihrer Tante nach Hamburg wollen. Doch es wäre kein Drama, wenn nicht einige schlimmen Unglücke geschähen, und wenn Jana nicht als eine der Überlebenden mit den Nachwirkung der Strahlung zu kämpfen hätte. Auf sich alleine gestellt kämpft sie weiter, ...

Eigentlich wollte ich mir den Manga gar nicht kaufen, war sehr skeptisch. Seit Oktober liegt er nun im Laden, und immer ging ich daran vorbei, aber dann war ich einfach ZU neugierig und musste doch zugreifen. Ich habe es nicht bereut. Anike hat es geschafft, die Geschichte auf das Wesentliche zu reduzieren, hier und da einiges auszulassen und zu kürzen, den Grundtenor und die wesentlichen Komponenten aber sehr gut einzuhalten (weit besser als manch eine Literaturverfilmung. Ich bin bei der Adaption bekannter Werke wirklich sehr pingelig). Ich hatte einen gewaltigen Kloß im Hals, denn trotz der Straffung des Inhalts wurde dem Werk nichts an seiner Wichtigkeit genommen. Im Gegenteil, die Bilder ergänzen den Roman um eindringliche Momente, die den Leser sehr berühren.

Wie auch das Original richtet sich der Manga eindeutig an Jugendliche. Trotzdem ist er auch für Erwachsene zu empfehlen. Ich bin schon länger Fan von Anike Hage, und mit der Wolke hat sie bewiesen, dass ihre Mangas langsam den Kinderschuhen entwachsen und nicht nur zeichnerisch reifer werden. Man kann gespannt sein, was sie als nächstes plant ...

(und eine kleine Anekdote am Rande: als ich den Manga im Laden kaufte, stand mein Freund neben mir und meinte begeistert "hey, das ist doch der Manga zum Film, hast Du den gesehen?". Den Bücherfans hier muss ich nicht erzählen, dass ich mir ein Lachen verkneifen musste in dem Moment, oder?)

SaschaSalamander 17.12.2010, 10.20| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Drama, Jugend, Tip,

Das Tal

kuhn_tal_1.jpegZufällig stieß ich vor einiger Zeit auf Krystyna Kuhn. Die Autorin schreibt bisher Kriminalromane für Erwachsene, 2007 erschien mit "Schneewittchenfalle" ihr erstes Jugendbuch. Und seit 2010 steht nun "das Tal" in den Buchhandlungen. Bereits die ungewöhnliche Namensgebung "das Tal 1.1" für den ersten, "das Tal 1.2" für den zweiten Band usw lassen viel Spielraum offen, ob es auch noch eine zweite Reihe geben wird? Ich wüsste gerne, wieviele Bände für den ersten Teil geplant sind, konnte jedoch leider keine Information darüber finden. Es frustriert mich ein wenig, eine Serie zu beginnen ohne Näheres über die geplante Länge zu wissen (die Mangageschädigten unter meinen Lesern wissen, wovon ich rede *seufz*). Trotzdem schnupperte ich kurz in den ersten Band und wurde sofort in das Tal gesogen. Ich habe mit der Rezension extra gewartet, bis ein paar mehr Bände erschienen sind, sodass ich nun ausführlich über 1.1 bis 1.3 erzählen kann :-)

Der Ort des Geschehens ist das Grace-College in den Kanadischen Rockies. Es ranken sich Gerüchte und Geheimnisse um das Tal, in welchem das College liegt. Google Earth zeigt den Ort nicht an, es gibt keine zuverlässigen Landkarten, und immer wieder erleben die Studenten, dass es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugeht.

Rahmenhandlung bildet das Verschwinden von acht Studenten. Das Ereignis wird totgeschwiegen, doch nach und nach erfährt man, dass jeder der Protagonisten aus der Clique mehr über die Vermissten weiß, als sie den Kameraden gegenüber vorgeben. In jedem Band finden sich einzelne Hinweise auf die Beteiligten, den Ort, mögliche Hintergründe des Verschwindens. Und natürlich gibt es auch hier wieder vereinzelte Andeutungen auf Übersinnliches. Noch ist es absolut unklar, ob tatsächlich düstere Kräfte am Werk sind, oder ob jemand mit allen Mitteln der Trickkiste versucht, die Vergangenheit zu verbergen. Gänsehautgarantie für die Leser!

Die Hauptfiguren wechseln. Im Gesamten jedoch ist es eine Clique von jungen Studenten, die jeder sein eigenes dunkles Geheimnis mit sich tragen. Denn keiner von ihnen ist ohne Grund auf dem Grace Colloge. Der erste Band ist geschildert aus der Sicht von Julia und ihrem Bruder Robert. Robert beobachtet den Tod eines jungen Mädchens, doch er leidet an Alpträumen und schrecklichen Visionen, daher glaubt ihm niemand, alle halten es für einen seiner schlimmen Träume, und die Geschwister versuchen dieses Rätsel zu lösen. Der zweite Band ist geschrieben aus Sicht der Koreanerin Kathie, welche den Berg bezwingen will und sich gemeinsam mit ihren Freunden auf die beschwerliche Klettertour begibt, um die Verschwundenen zu suchen. Natürlich hat auch sie Motive, welche den Komilitonen verborgen sind und welche in ihrer tragischen Vergangenheit liegen. Im dritten Teil schlüpft der Leser dann in die Rolle von Chris und Debbie, eher Unsympathen der ersten beiden Bände, nun auf einmal in völlig neuem Licht. Das College ist eingeschneit, ein Sturm zieht auf, alle Personen haben das Gebäude verlassen, nur diese Gruppe befindet sich noch im Haus. Und der Rest erinnert in seiner beängstigenden Atmosphäre und Handlung sehr an Shining ;-)

Die Story klingt ausgelutscht und schon zigmal dagewesen. Und, ganz ehrlich? Ist sie auch. Aber egal, bewährte Rezepte funktionieren immer, solange sie gut umgesetzt sind. Und so vermag die Autorin es, die Leser absolut zu fesseln. Man kann sich sehr gut in die Studenten hineinversetzen und fiebert mit ihnen mit, sosehr, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Immer wieder wirft sie den Lesern kleine Bröckchen vor die Nase, nur um dann wieder zurückzuweichen und alles im Unklaren zu lassen, und man MUSS einfach weiterlesen, denn vielleicht erfährt man ja ein paar Seiten danach mehr?

Die vermeintlichen Hinweise auf den Verbleib und das Schicksal der Studenten entpuppen sich als leere Hülsen, die nicht wirklich eine Antwort geben aber trotzdem gierig auf mehr machen. Ich hoffe von Herzen, dass die Reihe sich nicht endlos hinziehen wird sondern recht bald abgeschlossen ist, denn ich mag es als Leser / Zuschauer nicht, endlos hingehalten zu werden und irgendwann den Eindruck zu gewinnen, dass Kommerz wichtiger ist als die Handlung. Aber noch ist alles in Ordnung, noch ist die Geschichte spannend, und ein oder zwei weitere Teile wären durchaus noch verträglich.

Für Jugendliche bietet diese Reihe auf jeden Fall Gänsehaut, Grusel, ansatzweise Horrorelemente und packende Spannung. Für Erwachsene sehe ich es gemischt. Wer wie ich gerne Jugendliteratur liest, wird begeistert sein und von den Geheimnissen um das College mitgerissen werden. Wer eher adulte Literatur bevorzugt, wird damit wohl eher wenig anfangen können, da es eben doch ein klassischer Teenie-Mystery ist, grandios geschrieben, packend und süchtigmachend, aber eben doch für eher Jugendliche und junge Erwachsene.

Ich selbst war auf jeden Fall begeistert und kann die Reihe unbedingt empfehlen! Aber Vorsicht - alleine im Dunkeln könnte es ganz schön unheimlich werden ;-)

SaschaSalamander 15.12.2010, 10.12| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Jugend, Fantasy, Drama, Serie, Thriller,

Breite statt Tiefe

Ein paar Gedanken zwischendurch. Über dicke Bücher. Ich liebe dicke Bücher. Aber ich frage mich manchmal, ob der Stil sich geändert hat, ob ich die Bücher heutzutage anders wahrnehme, oder ob sich mein Leseverhalten geändert hat hinsichtlich der Genres und der Intention des Lesens. Vermutlich wohl von allem ein bisschen.

Ich finde es gut, wenn Bücher neben der Handlung auch Atmosphäre vermitteln. Wenn ich die Charaktere kennenlerne. Wenn auch Nebencharaktere gut und ausführlich beschrieben werden. Wenn es nicht nur stur um die Handlung geht, sondern das Drumrum beschrieben wird. Doch auf der anderen Seite stelle ich fest, dass es immer häufiger vorzukommen scheint, dass die Autoren sich in Belanglosigkeiten verlieren.

Besonders früh fiel mir das auf bei Stephen King und Wolfgang Hohlbein. Die Bücher wurden immer dicker, aber der Inhalt wuchs nicht mit. Zum allerersten Mal wirklich geärgert habe ich mich dann bei Hohlbein, als eine Szene von wenigen Sekunden auf fast 10 Seiten ausgedehnt wurde. Detailgetreu schön, aber muss man so übertreiben?

Und aktuell bei dem Übergang bin ich wieder extrem gefrustet. Schon von sehr vielen Seiten habe ich gehört "durchhalten, es wird besser". Aber ich denke mir, dass ich jetzt ein knappes Viertel gelesen habe, und der Autor kam noch immer nicht in die Pötte. 250 Seiten, und noch immer geht es nicht um das, worum es eigentlich gehen soll, noch immer wird die Vorgeschichte erzählt.

Ist ja schön, wenn ich soviel über die Wachleute erfahre, die in den Zellen putzen müssen. Und wenn die Vorgeschichte des Detektives erzählt wird. Wenn ich erfahre, wie ihre Mutter gelebt hat und welch tragische Geschichte die Nonne in ihrer Vergangenheit erlebte und wer Fannigan ist und wer die Forscher im Dschungel sind und was weiß ich nicht alles. Aber nach 250 Seiten will ich nicht über hundert verschiedene unwichtige Personen lesen (falls sie wichtig sein sollten, habe ich bis dahin ihre NAmen eh wieder vergessen), sondern ich will wissen, was mit Amy los ist.

Wie empfindet Ihr das? Habt Ihr den Eindruck, dass die Bücher immer dicker werden, ohne jedoch an Inhalt zu gewinnen? Oder findet Ihr es toll, dass die Autoren sich so viel Zeit nehmen, alles genau zu beschreiben, damit der Leser richtig abtauchen kann? Fandet Ihr das früher (was ist früher? Vor einigen Jahren, bevor der große Fantasy - Serien - Hype ausbrach) auch schon so auffällig?

Vielleicht liegt es auch daran, dass ich inzwischen nicht mehr nur lese des Vergnügens willens, sondern auch der Rezensionen und des Mitredens wegen. Vielleicht habe ich mir früher mehr Zeit für Bücher gelassen und konnte sie in Ruhe genießen, während Umwege mich heute nerven?

Wie gesagt, ich habe prinzipiell nichts gegen dicke Bücher. Ich denke etwa an die Elenden, wo es ebenfalls sehr viele Nebenfiguren gibt. Noch bevor die Handlung startet gibt es ja bald 100 Seiten nur über den Bischof von Digne, doch diese habe ich verschlungen, da hatte ich das Gefühl, etwas Bedeutendes zu lesen (nicht weil es ein Klassiker ist, sondern weil die Literatur inhaltlich mir so viel geben konnte, wie es die Erzählung von kotzenden Leuten und Hamburger und fettigen Haaren und Sex im Hinterzimmer in modernen Büchern eben nicht geben können, weil es nun modern ist, so zu schreiben). Oder der Herr der Ringe besteht ja auch massig aus Landschaftsbeschreibung. Aber die konnte man weglassen, da wusste man wenigstens, woran man war, bei den neueren Büchern weiß ich oft nicht, ob die Person noch wichtig sein wird und ich nun überfliegen kann oder genau aufpassen muss.

Lest Ihr gerne Bücher, die man um die Hälfte hätte kürzen können? Mögt Ihr es lieber kurz und knackig, oder lieber ausschweifend und auf Umwegen? Wie wichtig ist Euch beim Lesen das Verhältnis von Inhalt im Vergleich zur Menge des Geschriebenen?

SaschaSalamander 13.12.2010, 15.33| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Nürnberg für Neugierige

wilkes_nuernberg.jpgZum Geburtstag vor einiger Zeit bekam ich einen Gutschein für Bücher. Nichts, was ich mir lieber wünsche, damit kann man nichts falsch machen bei mir. Ich kaufte mir dann auch flink am gleichen Tag noch mein Geschenk: "Nürnberg für Neugierige" von J Wilkes. Ideal als Geschenk, denn ohne Gutschein hätte ich die 15 Euro für das kleine Büchlein wohl eher ungern gezahlt, aber dafür sind Geschenke ja da: Dinge, die man sich sonst nicht gönnt ;-)

Ich kann das Buch schwer einordnen. Kein Reiseführer, keine Kurzgeschichten, sondern einfach ... ja, was? Kleine, kurze Plaudereien rund um Nürnberg. Der Autor erzählt dem Leser ein paar Dinge über die Stadt, die man sonst in den klassischen Führern nicht findet und die spannend zu wissen sind. Manches davon sehr nützlich und hilfreich, anderes belanglos aber witzig verpackt. Ein nettes Sammelsurium an Facts und Infotainment, dargebracht mit sympathischem Humor.

So erzählt er beispielesweise über den Johannisfriedhof, indem er beschreibt, wie man mit seinen Kindern einen spannenden Nachmittag dort verbringen kann und welche Gräber vor allem für die Kleinen aufregend sein könnten. Er beschreibt, wie man einen Kumpel auf die Ehe vorbereitet, indem man mit ihm schrittweise das Ehekarussell besichtigt. Erzählt, was man bei einer Hausschlachtung beachten sollte (keine Ahnung, wozu man das braucht, aber war mal interessant zu lesen). Besonders gelungen fand ich das Kapitel, in welchem er das Flirtverhalten der Nürnberger unter die Lupe nimmt. Habe es meinem Freund ("Zugereister") vorgetragen, der hat sich köstlich amüsiert und nur genickt bei jedem Satz. Witzig auch die Beschreibung des Männleinlaufens, erklärt für einen japanischen Touristen, der am Ende der ausschweifenden Erzählung aber garantiert schon längst wieder im Bus sitzt und gar nicht mehr zuhört.

"Nürnberg für Neugierige" ist für mich kein Buch, das man von vorne bis hinten durchliest. Sondern ich habe je nach Laune mal ein Kapitel herausgepickt, quer durcheinander gelesen, wessen Überschrift mich besonders reizte, sodass ich für viele Wochen Lesespaß daran hatte. Ein gemütlicher Genuss zwischendurch, eben so wie wir Franken sind: nur nichts überstürzen. Und, manche Kapitel sind sogar besonders schön zu lesen, wenn man sich vor Ort befindet. Auf den Johannisfriedhof und an den Ehebrunnen werde ich das Buch auf jeden Fall mitnehmen, um das Erzählte dann direkt vor Augen zu haben.

Der Preis ist ganz schön happig, aber trotzdem kann ich es empfehlen. Für Alteingesessene, die mal einen humorvollen Blick auf ihre Stadt möchten. Für Zugereiste, die ihre neue Heimat ein wenig genauer betrachten wollen. Für Touristen, die mal andere Dinge erfahren wollen als nur Jahreszahlen und trockene Fakten. Und für Leute wie mich, die schon ein paar Jahre dort leben und sich freuen, wenn sie immer wieder neue Details ihrer Lieblingsstadt entdecken.

SaschaSalamander 13.12.2010, 10.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Nürnberg, Tip, Humor,

Statistik KW 49

Gelesen / Gehört
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Der Übergang (J Cronin)
Sex on the Beach (Anthologie)
Furcht (B Little)
Seven Days (V Tachibana)
Du (Z Drvenkar)
Sokora Refugees 1 (M DeJesus)
Das giftige Herz (V Doyle)


Gesehen
/


Geschenkt
/


Getauscht
Subjektiv (A Bunt)


 Gekauft
Detektiv Conan 68 (G Aoyama)

SaschaSalamander 12.12.2010, 20.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Personen und Orte

Wer von Euch schreibt sich Notizen zu den Büchern? Zum Beispiel kleine Memos, welche Personen mitspielen, wie sie heißen und welche Rolle sie innehaben? Oder an welchen Orten die Handlung spielt?

Ich finde es praktisch, wenn dies in den Büchern angegeben ist. Wenn der Ort am Kapitelanfang steht, und wenn zu Beginn oder am Ende ein Register mit allen Personen vorhanden ist, die für die Handlung wichtig sind. Fehlt dies, dann fehlt mir was (also in nahezu jedem Buch), weil ich mit Namen leider ein sehr großes Problem habe und mir diese sogut wie nie merken kann. Es passiert, dass ich am Ende eines Buches nicht sagen kann, welchen Namen die Hauptfigur trug. Handlungen prägen sich ein, Namen nicht. Kann problematisch sein, wenn zuviele Figuren durcheinandertanzen, aktuell etwa beim "Übergang" oder bei "Du". Oder wenn in manchen Büchern die Zeitformen stark überschneiden (wieder aktuell "Du", wo es ständig Sprünge zwischen der Gegenwart und Vergangenheit gibt, noch dazu von verschiedenen Personen durcheinander, aber alles erzählt in der zweiten Person im Präsens).

Oft schon habe ich angefangen, so einen Zettel zu schreiben, habe aber wieder abgebrochen, gerade weil man bei Büchern wie "der Übergang" mit unzähligen Personen konfrontiert wird, die dann aber später niemals wieder auftauchen. Ist mir zuviel Arbeit, bei allen 200 Leuten etwas zu notieren, wenn davon womöglich nur 10 für die Handlung relevant sind und der Rest Statisten. Aber wenn ein vermeintlicher Statist dann ein paar hundert Seiten später wieder auftaucht, habe ich ein Problem, ihn wiederzuerkennen.

Wie geht Ihr mit so etwas um? Habt Ihr schon solche Notizen geschrieben? Haltet Ihr das durch? Macht Ihr das immer? Oder nehmt Ihr es Euch vor und tut es dann doch nicht? Lest Ihr die Personenregister, wenn sie in Büchern verzeichnet sind? Oder könnt Ihr Euch das alles im Kopf merken?

SaschaSalamander 11.12.2010, 18.07| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Love Revolution 1

fujinari_revo_1.jpgIn letzter Zeit stelle ich nur noch extrem selten Mangas vor (>Lollypop or Bullet< der allererste seit langem). Ich werde mich aber bemühen, zukünftig wieder etwas öfter über dieses Genre zu schreiben. Wäre schade, wenn es hier zwischen all der Belletristik und den Hörbüchern untergeht, dazu liegen mir diese Hefte doch zusehr am Herzen ;-)

Und ich starte gleich einmal mit "Love Revolution", bereits abgeschlossen in vier Bänden. Der Klappentext klingt toll und verspricht gute Unterhaltung und einen Manga des Genres "Comedy": Hitomi war früher einmal Gewinnerin vieler Schönheitswettbewerbe. Als Kind. Inzwischen ist sie eine Jugendliche, die gut 100 Kilo auf die Waage bringt. Vergeblich müht sie sich abzunehmen, doch die Verlockungen sind zu stark. Aber ihr Bruder und seine vier Freunde sind einfach zu sexy, und mit dieser Motivation im Rücken muss es doch irgendwann klappen, nicht nur durch Herz und Verstand, sondern auch einen attraktiven Körper zu gefallen!

Vielversprechend, ich war richtig begeistert und dachte, den muss ich haben. Beim Lesen allerdings war ich anfangs irritiert, dann etwas gefrustet, und am Ende enttäuscht: Es werden erst mal alle fünf Jungs vorgestellt, und erst nach einem knappen Kapitel trifft man auf Hitomi. Klar, sie ist klein und pummelig, aber selbst SD-Zeichnungen wirken gegen sie detailliert. Ihre Figur ist so stark karikiert, dass es stellenweise schon fast unangenehm ist. Von ihren Bemühungen, abzunehmen erfährt man erst gegen Ende in einem kurzen Kapitel. Bis dahin sind es eigentlich nur sechs Freunde, die gemeinsam etwas unternehmen, Spaß haben oder untereinander versuchen sich eine Freude zu machen. Mittendrin ab und zu ein paar Teenies auf der Schule, die schmachtend danebenstehen.

Den versprochenen Humor habe ich vermisst. Hier und da mal ein kurzes Schmunzeln, dabei bleibt es. Es gibt keine stringente Handlung, nur einzelne Episoden. Am Ende des Mangas im Nachwort der Autorin erfährt man, dass es sich um den Manga zu einem Computerspiel handelt. Worum auch immer es im Spiel gehen mag, es scheint wohl zu schwierig gewesen zu sein, es als Manga umzusetzen. Leider in meinen Augen ein Reinfall. War anfangs nett zu lesen, aber gegen Ende las ich eigentlich nur noch weiter, weil ich hoffte, dass es endlich einmal einen Einstieg in die Handlung gäbe oder es endlich witzig würde.

Schade, ein Mange mit extrem viel Potential, das leider verschenkt wurde. Gelesen und wieder beiseite gelegt. Bei diesem großen Angebot an Love-Comedy inzwischen rate ich, doch lieber zu anderne Titeln zu greifen.

SaschaSalamander 10.12.2010, 10.36| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Romantik, Jugend, Komödie,

Nebenjob Buchhandlung

Da ich von hochoffizieller Chefinnenenseite nun also die Erlaubnis habe, werde ich hier schreiben. Anonymisiert geht zwar auch, aber frei von der Leber ist dann doch angenehmer als jedes Wort fünfmal zu überlegen. Weil ich allerdings keine Ahnung habe, wo ich anfangen soll, fange ich ganz von vorne an:

über eine Freundin lernte ich jemanden kennen. Sie war bei einem unserer Treffen dabei, und als das Gespräch auf Bücher kam, war der Rest des Abends gelaufen, und auch die Themen der nächsten Abende standen fest. Solche Gespräche hatte ich ja schon seit Ewigkeiten nicht mehr! Klar reden die Leute gerne über Bücher. Aber nicht auf die Weise, wie ich das tue, ich habe mir angewöhnt den Mund zu halten, weil ich die Leute meistens nerve, wenn ich zusehr ins Detail gehe und mich in Autoren, Inhalten und "hast Du das schon gelesen" und "wie fandest Du" und "Dir gefällt bestimmt auch" und "musst-Du-unbedingt-mal-lesen" verliere. Und all dies waren nun Themen der kommenden Treffen.

Sie arbeitet in einer Buchhandlung und riet mir, mich dort zu bewerben. Ach ja, wie oft hatte ich es schon probiert, bevor ich 2008 meinen Traumjob hinter Gittern fand? Die Kleinen, wo ich gerne gearbeitet hätte, hatten schon genügend Mitarbeiter. Die Mittleren nahmen nur Studenten oder aber Fachleute. Und die Großen - ach ja, über die verliere ich hier kein Wort, meine Stammleser kennen meine Vorliebe für Großketten (Beispiel gefällig? Zitat einer Verkäuferin auf meine Frage: "tut mir leid, ich kann ihnen nicht helfen. Aber ich habe einen Kollegen, der hat mal ein Buch gelesen, der kann ihnen bestimmt mehr dazu sagen". Ein Versprecher wohl, aber sehr bezeichnend für das, was ich damit ausdrücken möchte).

Ich hätte es nicht für möglich gehalten. Doch nachdem ich aufgehört habe zu suchen, hat der Job also mich gefunden. Und so stehe ich nun für mehrere Stunden in der Woche zusätzlich in einer Buchhandlung und darf all die oben genannten Sätze an Kunden verteilen, die im Gegensatz zu Kollegen, Freunden und Bekannten nicht genervt sind, sondern genau das hören wollen ;-)

Also habe ich seit dieser Woche noch mehr Zugriff auf Bücher und lerne noch mehr Titel kennen. Habe dafür aber weniger Zeit zum Lesen. Welch tragische Ironie des Schicksals! Und weil ich eine Bloggerseele bin, werde ich Euch natürlich auch daran teilhaben lassen. Gelegentlich. Wenn sich etwas ergibt. Werde zum Beispiel kurz den Laden vorstellen. Kundengespräche wiedergeben. Ungewöhnliche Buchanfragen und Wünsche beschreiben.

In Zukunft könnt Ihr also gespannt sein auf die Ansichten eines Bücherjunkies, der die Welt auf einmal von der anderen Seite des Kassentisches betrachtet ;-)

SaschaSalamander 09.12.2010, 21.28| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Buchhandlung

Der Übergang

cronin_uebergang_1.jpgNoch immer lese ich den Übergang. Das Buch ist hochspannend. Einziges Manko ist, dass das nichts ist, was ich nebenbei zu mir nehmen kann. Ich kann es nicht während meines Schaumbades in der Hand halten. Wenn ich lese, habe ich gerne "leichte" (rein vom Gewicht her) Lektüre in der Hand, ob nun im Bett, in der Badewanne oder zwischendurch.

Andere Bücher kann ich locker mal mit mir durch die Gegend tragen, in die Tasche packen, mal flink unter den Arm klemmen und ständig von einem ins andere Zimmer legen. Dieses hier ist aber ein rechter Kawenzmann, den ich eigentlich nur lesen mag, wenn ich die Zeit habe, mich aufs Sofa zu legen oder in den Lesesessel zu setzen und dann mindestens eine Stunde oder länger am Stück zu lesen. Nebenbei geht immer, wie man an meinem Konsum sehen kann, viel Arbeit und wenig Freizeit hin oder her. Aber Muse habe ich leider wenig.

Schade, denn ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Die Versuchung, zum Hörbuch zu wechseln stattdessen, ist sehr groß, aber ich werde mich bemühen, trotzdem weiterzulesen, denn was ich bisher las, gefiel mir sehr, und nur ungern nähme ich die im Hörbuch notwendigen Kürzungen in Kauf, wenn ich auch auf das Buch zurückgreifen kann.

SaschaSalamander 09.12.2010, 10.19| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Du

drvenkar_du_1.jpgEs frustriert mich, dass man auf manchen Klappentexten nicht erkennen kann, worum es in einem Buch geht. Immer nur Kommentare von anderen Autoren oder Zeitschriften. Oder ein zusammenhangloser Text, der nicht weiterhilft. So ging es mir auch bei DU von Zoran Drvenkar, und etwas verärgert begann ich zu surfen, wer dieser Herr ist, was er geschrieben hat und worum es in DU gehen könnte.

Inzwischen weiß ich, warum der Klappentext so nichtssagend ist. Ich habe gestern etwa ein Fünftel bereits gehört und bin nicht schlauer als zuvor. Mir ist klar, dass es wohl alles auf irgend etwas hinauslaufen wird, aber auf WAS, das ist mir unklar. Und ich schätze, dass es ein gewaltiger Spoiler wäre, wenn ich mehr wüsste. Also muss ich mich durchbeißen und abwarten, und ich bin extrem gespannt.

Die Idee mit der direkten Anrede an den Leser finde ich ungewöhnlich und sehr gelungen (bei seinem Vorgänger SORRY muss der Autor dies wohl schon in Ansätzen versucht haben). Aber das macht es leider auch extrem kompliziert. Stelle ich es mir als Buch schon schwer vor, ist es als Hörbuch wirklich heavy. Verschiedene Sprecher hätten es dem Zuhörer erleichtert. Und dass der Sprecher sehr emotions- und farblos liest, ist ebenfalls kein Bonus bisher. Vielleicht hat alles einen Sinn, den ich am Ende begreifen werde, aber aktuell sieht es für mich so aus, als hätte der Verlag sich mit der Art, dieses Buch zu vertonen, keinen Gefallen getan. Ich gehe stark davon aus, dass das Buch mir besser gefallen würde, denn der Inhalt an sich ist wirklich mitreißend. Das Hörbuch bisher jedoch nicht.

Ach ja: worum es geht? Kann ich leider nicht sagen. Zum einen weiß ich momentan selbst nicht mehr als den ungewöhnlichen Klappentext, und zum anderen werde ich mich bemühen, später in einer ausführlichen Rezension darauf einzugehen. Doch vorerst: Geduld ;-)

SaschaSalamander 08.12.2010, 15.14| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Panik - Eine Pandemie wird gemacht

marvol_pandemie_1.jpgSchon längere Zeit habe ich keine Erotik mehr vorgestellt. Das möchte ich nun ändern und auch in Zukunft daran arbeiten, hier etwas mehr Themenauswahl in den Blog zu bringen. Und um meine Leser zu schocken, wird es hier gleich mal richtig Hardcore ;-)

"Panik - eine Pandemie wird gemacht" ist ein SM-Thriller. Ein Wissenschaftler stirbt bei den Arbeiten an der Erforschung einer Erkrankung an Korallen. Ein Pharmaproduzent nimmt dies als perfekten Anlass, eine neue Pandemie auszurufen, nämlich die Korallenpest. Dadurch soll der Umsatz eines neuen Grippemittels erhöht werden. Auch die Medien sind in dieses Komplott eingespannt. Zahlungsmittel in dieser Konspiration ist nicht nur Geld, sondern auch sexuelle Dienstleistungen, die die Angestellte des Pharmakonzerns an dem Medienchef ausführt. Doch bald hat sie genug von diesem Spiel und will aussteigen. Dass es nicht nur um ein wenig Dominanz und Erotik ging, wird ihr jedoch schnell klar, als ihr Arbeitgeber Killer auf sie hetzt. Eine wilde Jagd durch Deutschland, Schweiz und Amerika beginnt, die eine riesige Palette an Abwechslung aus Erotik und Spannung für den Leser bereithält.

Als ich den Titel las, das Cover sah und dann auch noch den Klappentext mit dem Inhalt überflog, war ich extrem skeptisch. Das klang zu komplex, als diese beiden Themen zu verknüpfen. Entweder ein Thriller um Medizin und Verschwörung, oder aber ein BDSM-Roman. Was denn nun? Aber die Mischung ist wirklich hervorragend gelungen. Der erotische Teil überwiegt, und der Autor beweist, dass er nicht nur einen Stil beherrscht, sondern gekonnt verschiedene Möglichkeiten ausreizt. Rollenspiel (Wärter-Gefangener, Mechaniker-Kundin, Magd-Knecht, Kinderfrau-Zögling etc), bezahlte Session, Liebesspiel, heimliches Stelldichein, wilde Verführung, sanftes Locken. Die Orte könnten unterschiedlicher nicht sein von der Garage übers Hotelzimmer, einem Pool, im Club, in einem privaten Studio, einem Büro usw.  Es werden recht viele Fetische bedient, sodass für jeden etwas dabei sein dürfte.

Und weil die Szenen so stark variieren, muss die Sprache natürlich auch abwechseln. Es wäre seltsam, wenn die bezahlte Domina denselben Tonfall anschlägt wie eine verliebte Ehefrau oder eine prüde Geschäftsfrau. So kommt es, dass es wirklich niemals langweilig wird und man sich auf jeder Seite fragt, welches ungewöhnliche Szenario wohl als nächstes kommen mag.

Gegen Ende dann zeigt sich, dass nicht nur der Sex abwechslungsreich und bunt ist, sondern auch die Handlung es ganz schön in sich hat. Denn auf einmal ist nichts mehr, wie es schien, und es stellt sich heraus, dass die Verschwörung größere Ausmaße hatte als angenommen. Kann man den vermeintlich Guten trauen? Sind die Opfer nun Täter und umgekehrt? Mit einem gelungenen Showdown wird der Roman beendet, und zurück bleibt der Gedanke, mit "Panik" wirklich einen sehr ungewöhnlichen Thriller gelesen zu haben, wie man ihn so schnell nicht wieder in die Finger bekommen wird.

SaschaSalamander 08.12.2010, 09.40| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Erotik, Thriller, Tip, BDSM,

Von Beruf Autor

Der häufigste Beruf männlicher Protagonisten in Horrorromanen? Eindeutig Autor! Ich weiß nicht warum, aber in Horrorromanen sind unglaublich viele Schriftsteller zu finden. Und nicht in allen, aber in vielen davon, spielt auch ein neubezogenes Haus eine Rolle (oder wie in Shining ein Hotel).

Bentley Little - Furcht (Haus)
Marco Callari - Geister (Haus)
Stephen King - Stark
Stephen King - Sie (Misery)
Stephen King - ES
Stephen King - Tommyknockers
Stephen King - Shining (Hotel)
Akif Pirincci - Die Damalstür (Haus)

das sind Titel, die mir auf Anhieb einfallen. Natürlich gibt es noch sehr viel mehr. Ich habe noch zwei Filme im Hinterkopf, deren Titel mir aber gerade nicht einfallen will, ...

sind Autoren spannendere Protagonisten? Fällt einem Schriftsteller nur wenig ein, was man außer Schreiben noch arbeiten könnte? Legen die Schreiberlinge soviel von sich selbst in die Hauptfiguren, dass sie sogar ihren Beruf einfließen lassen in die ihnen nächste Figur?

Ebenfalls interessant: mir fällt nur ein einziger Film ein, in welchem eine Frau als Schriftstellerin arbeitet, nämlich "Stranger than Fiction".

Kennt Ihr noch mehr Bücher, in denen Autoren eine Hauptrolle spielen? Ja vielleicht sogar eine Frau? Muss auch nicht dem Horrorgenre entspringen

SaschaSalamander 07.12.2010, 09.49| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rund um Bücher

Noch viel vor dieses Jahr

Ich bin momentan einfach nur begeistert! Und offen gesagt, ich weiß gar nicht, was ich als erstes lesen soll. Habe sehr viel geliehen bekommen, habe einen ordentlichen Stapel Rezensionsexemplare vor mir liegen und bei Tauschticket ein paar super Schnäppchen sogar an Neuheiten machen können. Und gekauft habe ich mir auch ein paar aktuelle Titel. Auch das, was ich lese, fesselt mich gerade sehr. Hier eine kleine Übersicht, was Euch in den nächsten Wochen (ich hoffe noch im alten Jahr) alles hier erwarten wird. Und wenn jemand fragt, woher ich die Zeit nehme, ständig so viel zu lesen - ich weiß es selbst nicht. Manchmal frage ich mich, ob ich Bücher nachts heimlich inhaliere?

Kennt Ihr das Gefühl? Wenn Ihr so viele Bücher vor Euch habt und jedes einzelne davon sofort lesen wollt, ... aber dann müsst Ihr Euch doch für eines entscheiden und grübelt einen halben Tag, was als nächstes drankommen soll ;-)


HABE ICH MIR FEST VORGENOMMEN
- Das Handbuch der Detektive
- Faithful place (Sterbenskalt)
- The weed that strings usw (Mord ist kein Kinderspiel)
- Mockingjay (Tribute von Panem 3)
- Der Monstrumologe
- Die Prophezeiung der Schwestern
- Der Übergang
- Die Gauklerin von Kaltenberg
- Das Einsteinmädchen
- SM-Abitur
- Sklavenjagd
- Schwarz auf Weiß


FALLS NOCH LUFT BLEIBT FÜR WEITERE
- Das Buch der toten Tage
- Giftiges Herz
- Schneewittchen muss sterben
- Kühlraum 4
- Das Fest der Zwerge
- Du
- Der Professor
- Das Ende der Geduld
- Bartimäus 4
- Sixteen Moons
- Tiere essen

SaschaSalamander 06.12.2010, 16.31| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Die Landkarte der Zeit

palma_landkarte_1.jpg"Die Landkarte der Zeit" ist ein Buch, das mich aus vielen Gründen sofort angesprochen hat, als ich nur Cover und Klappentext zur Hand hatte: Zeitreisen sind immer ein spannendes Thema. Das viktorianische London ist eine wunderbare Kulisse für unheimliche Geschichten.Ein ungewöhnlicher Bibliothekar soll auch darin vorkommen. Und passend zum Zeitalter Ende 19tes Anfang 20tes Jahrhundert bestimmt auch viel Dampfmaschinen und Steampunk-Elemente. Ein Roman wie für mich gemacht!

Die Handlung lässt sich am besten in den drei Abschnitten beschreiben, in welche das Buch auch gegliedert ist: im ersten Teil erfährt der Leser von einem jungen Adligen, der sich in eine Prostituierte verliebt. Doch leider befinden wir uns im Zeitalter von Jack the Ripper. Nach dem Verlust seiner großen Liebe will er nun seinem Leben ein Ende setzen, doch sein Cousin hat eine grandiose Idee: mittels einer Zeitreise zurück an den Tag des Geschehens und die grausige Tat verhindern!

Danach erfährt man, wie ein junges Mädchen ihres Lebens in diesem Jahrhundert leid ist. Sie will nicht nur braves Mädchen sein müssen, heiraten, Kinder kriegen, sie will Abenteuer. Da bietet es sich an, die neue Zeitreise zu testen, welche nun endlich möglich wurde dank der Firma "Zeitreisen Murray", und sie beschließt niemals in ihr Jahrhundert wiederzukehren.

Der dritte Teil ist der komplexeste, in welchem alle Handlungsfäden zusammenlaufen. Grob lässt er sich damit umreißen, dass ein Polizist ein Verbrechen klären will, welches mit Waffen aus der Zukunft verübt wurde. Dieser Teil beinhaltet vor allem ethische, philosophische, futuristische Inhalte und sprengt die Grenzen jeglichen Genres: Sci-Fi? Fantasy? Krimi? Viktorianischer Grusel? Abenteuer? Drama?

Soviel bereits zur Handlung, und im Grunde habe ich gar nichts gesagt. Denn obige Beschreibung ist lediglich ein Versuch, es zu umschreiben. Das, was tatsächlich geschieht, darf ich nicht schreiben, sonst würde ich nur spoilern. Nur soviel: in diesem Buch ist nichts, wie es scheint, und der Leser wird bis zur letzten Seit im Unklaren gelassen. Der olympische Ich-Erzähler dirigiert uns mal hierhin, mal dahin, dann plaudert er wieder über Belangloses, nur um im nächsten Moment eine unerwartete Wende zu bringen und uns so richtig aus dem Sessel zu reißen vor Überraschung. Jedesmal, wenn ich dachte "aaaah, endlich habe ich verstanden, was das alles soll", passiert wieder etwas anderes, das alles über den Haufen wirft! Und wenn man dann am Ende alles begriffen hat, sind die letzten Absätze erneut eine Wende, die man erstmal verdauen muss und die man auch im ersten Moment nicht wirklich begreift. Man muss darüber nachdenken. Und dann muss man sich eingestehen, dass es eigentlich nicht immer notwendig ist, alles zu begreifen und es manchmal mehrere Möglichkeiten gibt. Wer sagt denn, dass alles immer eindeutig sein muss?

Dieses Buch habe ich nur sehr ungern aus der Hand gelegt (naja, die Kopfhörer aus den Ohren genommen). Egal, an welcher Stelle ich pausieren musste, es war gerade so spannend, dass ich den nächsten Moment kaum abwarten konnte und in der Zwischenzeit kaum an etwas anderes dachte als daran, wie es wohl weitergehen könnte und ob diese neue Information eben etwa bedeuten könnte, dass ... (nur, um dann beim Weiterhören erkennen zu müssen, dass ich wieder einmal an der Nase herumgeführt wurde).

Ich selbst war absolut begeistert von dem Buch, und ich zähle es schon jetzt zu den Highlights 2010 für meine persönliche Leseliste. Allerdings kann ich verstehen, wenn nicht jeder sich mit diesem Titel anfreunden kann. Es ist ein wilder Genremix, und gerade für Leute, die gerne im Klaren sind, was sie eigentlich lesen, ist es eher ungeeignet (manch einer mag zum Beispiel Fantasy, liest aber nicht gerne historisch. Mag Scifi aber nur die moderne Variante). Die Sprache gefällt mir sehr gut, sie wirkt ein wenig altbacken, die Sätze sind stellenweise recht verschachtelt. Sie passt eben in die Zeit, und das alte London wurde vor meinen Augen lebendig. Aber man muss sich darauf einlesen, kann es schwer nebenbei konsumieren. Außerdem braucht man recht viel Geduld. Denn die Haupthandlung entwickelt sich sehr langsam, kommt erst im dritten Teil ins Rollen, die ersten beiden sind lediglich nette Geschichten zur Vorbereitung des Hauptspektakels am Ende.

"Die Landkarte der Zeit" ist ein unglaubliches Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte, der gerne kreative Romane liest und aufgeschlossen ist für eine bunte Mischung. Für jeden, der sich gerne zurücklehnt und gespannt einem ruhigen, flüssigen Erzähler lauscht und der auch kein eindeutiges Ende erwartet. Dieses Buch ist die literarische "Katze im Sack", und man sollte sich darauf einlassen können, einfach nur abzuwarten, was passieren wird. Geduld, liebe leser, dieses Buch ist es wert!

SaschaSalamander 06.12.2010, 11.39| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Historisch, Krimi, Fantasy, Drama, Schräg, Tip,

Statistik KW 48

Gelesen / Gehört
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Der Übergang (J Cronin)
Das Tal 1.2 - Die Katastrophe (K Kuhn)
Das Tal 1.3 - der Sturm (K Kuhn)
Sex on the Beach (Anthologie)
Furcht (B Little)
SnowFlake (C Bäumerich)
Love Revolution 1 (Y Fujinari)
Die Wolke (A Hage)
Zeichnen für verkannte Künstler (Q Blake)
Seven Days 1 (V Tachibana)


Gesehen
/


Geschenkt
/


Getauscht
Handbuch für Detektive (J Berry)


 Gekauft
SnowFlake (C Bäumerich)
Love Revolution 1 (Y Fujinari)
Die Wolke (A Hage)
Sokora Refugees 1-2 (M DeJesus)
Seven Days 1 (V Tachibana)
Nah bei Dir 1-2 (K Shiina)
Zeichnen für verkannte Künstler (Q Blake)

SaschaSalamander 05.12.2010, 19.14| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Lehrbuch für Künstler wie mich

blake_verkannt_1.jpegIch habe endlich DAS perfekte Buch für mich gefunden. Denn ich liebe Zeichnen. Nur leider kann ich es nicht. Nein, ich sage nicht, wieviele Bücher über Anatomie, Portraitzeichnen, Mangazeichnen, Menschen, Tiere in meinem Regal stehen. Ich würde gerne, aber der selbstauferlegte Druck der Perfektion ist zu groß. Und da habe ich im Regal doch tatsächlich ein Buch gesehen, das für Leute wie mich gemacht wurde: "Zeichnen für Verkannte".

Fernab jeglichen künstlerischen Anspruchs, ja größtenteils sogar mit sehr viel Mut zur Hässlichkeit. Es geht nicht darum, Kunstwerke zu erschaffen, sondern das Wesen der Dinge zu begreifen. Ein Buch, das für Grundschüler ebenso geeignet ist wie für Senioren. Ein Buch, das alleine beim Blättern gnadenlos Lust aufs Zeichnen macht.  Ein Buch, das endlich mal lehrt, worauf es beim Zeichnen wirklich ankommt: nicht auf das gut Aussehen, sondern auf das, was das Bild aussagen soll. Egal, was am Ende dabei rauskommt, es soll Spaß machen! Ich bin auf dem Heimweg vom Buchladen direkt in den nächsten Bastelladen, um Aquarellstifte zu kaufen.

Plenus venter usw, deswegen werde ich jetzt erst einmal Abendessen zubereiten, aber danach werde ich mich sofort auf das Buch stürzen! Ich werde es in einer ruhigen Minute ausführlich hier vorstellen. Und ich bin sicher, dass es viele begeisterte Fans finden wird! Vorsicht, denn dieses Buch ist ein MUST-HAVE für alle, die lieber kreativ statt perfekt sein wollen ;-)

SaschaSalamander 04.12.2010, 19.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Furcht

little_furcht_1.jpgEs hat unterschiedliche Gründe, warum ich zu einem Buch greife. Häufig wähle ich etwas, das ich in den Auslagen der Buchhandlungen sah und ansprechend fand (muss nicht unbedingt aktuell sein, ergibt sich meistens jedoch aus der Präsentation). Bücher, deren Autoren mir Garant für gute Unterhaltung sind. Oder mir völlig unbekannte Titel, weil ich gerade Lust darauf habe.

Ein solcher Fall ist derzeit "Furcht" von Bentley Little. Mag sein, dass er bekannt ist, aber es gibt zuviele Autoren, als dass man alle kennen könnte. Und während Bartimäus, Sixteen Moons, der Professor und andere brandheiße Titel auf mich warten, war mir plötzlich danach, einfach mal aufs Geratewohl irgendwas zu greifen.

Ich warte noch ab, wie sich das Buch entwickelt. Bisher ist außer einer toten Katze, einem unheimlichen Brief, ein wenig Vandalismus und einem eher skurillen Besuch noch nichts passiert. Umso mehr kann ich kaum erwarten, was da noch alles kommen wird! Das Buch scheidet die Geister, und ich bin gespannt, zu welcher Fraktion ich mich am Ende zählen werde? Bisher macht es zumindest neugierig. und der sanften Stimme Simon Jägers lausche ich sowieso gerne, egal was er vorträgt, ...

SaschaSalamander 01.12.2010, 14.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Horror

Das Tal

kuhn_tal_1.jpegMomentan höre ich "das Tal 1.3 - der Sturm". Den ersten Teil habe ich schon vor einigen Wochen gehört, den zweiten nun letzte Woche, und den dritten direkt im Anschluss begonnen. Auf den ersten Blick nur eine klassische Teenie - Highschool - Mystery - Story, wie es viel zu viele davon schon gibt. Bei genauerem Hinhören allerdings kann man sich nicht mehr davon lösen und kann es nicht erwarten, bis es endlich weitergeht. Der vierte Teil wird erst im Februar erscheinen, und ich kaue jetzt schon an den Nägeln. Denn ich bin sicher, man wird auch im dritten nichts über das Geheimnis erfahren, welches den Leser seit dem ersten Teil in den Bann zieht ...

Eine Highschool-Story, jedoch mit Gruselelementen, die nicht ohne sind! In jedem Band ist eine andere Person der Clique als Protagonist geschildert, und mit jeder Person erfährt man mehr über das Geheimnis um die verschwundenen Studenten, ...

ich kann es nicht erwarten, nach dem Ende des dritten Bandes endlich zu rezensieren! Aber die Veröffentlichung meines Textes kann noch etwas warten, schließlich ist die Serie noch lange nicht vorbei, und je mehr Teile der Leser bereits hat, desto weniger muss er auf Veröffentlichung des nächsten Bandes warten ;-)

(und noch ist es auch unklar, worauf alles hinauslaufen wird. Ich ordne die Tags auch einmal der Kategorie Fantasy zu. Ob es eine paranormale Erklärung gibt? Ob uns eine bodenständige, reale Lösung erwarten wird? Ich bin gespannt! Und hoffe, dass die Serie irgendwann auch beendet wird und nicht zu einer Endlosreihe wird)

SaschaSalamander 30.11.2010, 10.16| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Jugend, Fantasy, Drama, Serie, Thriller,

A Lollypop or a Bullet

sakuraba_lollypop_1.jpgSchon lange habe ich keinen Manga mehr rezensiert. Ich lese sie sehr gerne, aber meist ist einer doch wie der andere. Klar, manche tun sich durch besonders hübsche Zeichnungen oder eine ungewöhnliche Story hervor. Aber meist ist es eben doch nur Manga, was ich sehr gerne lese aber danach einfach wieder beiseite lege. In diesem Fall allerdings würde ich fast eher von einer "Graphic Novel" sprechen. Zu schade, dass dieser Begriff nicht so recht definiert ist. Für mich selbst ist eine Graphic Novel eine Geschichte, welche durch Zeichnungen erzählt wird, ob nun Manga oder Comic, die sich von diesen beiden Genres jedoch in ihrer Komplexität und ihrem Erzählstil abhebt, für mein Empfinden sind meist Dramas in diesem Genre angesiedelt, und während ich Mangas oder Comics nur Fans empfehle, lege ich Graphic Novels auch Neulingen ans Herz, die mit gezeichneten Stories normalerweise wenig anfangen können. Und nun habe ich wieder einmal einen Manga gelesen, der mich sosehr berührt hat, dass ich ihn Euch hier vorstellen möchte.

Nagisa ist schon recht früher erwachsen geworden. Ihre Mutter ist arm, und der Bruder lebt als >Hikkomori< in den Tag hinein (Menschen, die sich komplett zurückziehen ohne Kontakt zur Außenwelt, in Japan mit einem eigenen Begriff belegt und wohl besonders extrem). Sie möchte nach der Schule sofort zum Militär, um Geld verdienen, für sie das einzig Wahre, wenn sie ihre Familie unterstützen will.

Eines Tages kommt eine neue Mitschülerin, Mokuzu. Sie ist die Tochter eines berühmten Stars, und Nagisa hält sich von ihr fern, sie mag dieses verwöhnte Gör nicht, das sich so seltsam benimmt. Doch Mokuzu möchte gerne ihre Freundin werden und lässt nicht locker. Außerdem erzählt sie seltsame Dinge. Sie sei eine Nixe, bald würde ein Sturm kommen und sie müsste, wenn sie keine Freundin fände bis zu diesem Sturm, zu einer Schaumblase auf dem Meer werden. Auch sonst ist Mokuzu sehr seltsam, und doch freundet sich Nagisa nach und nach mit ihr an. In leisen, kaum merklichen Schritten geht der Manga voran und beschreibt die Freundschaft der zwei anfangs scheinbar so ungleichen Mädchen, bis tragische Zwischenfälle die Freundschaft überschatten und Einblick in Mokuzus Schicksal gewähren.

Es ist dem Leser sehr lange unklar, ob es ein Drama ist, ob es ein ungewöhnliches Fantasy-Märchen ist und in welchem Genre die Geschichte anzusiedeln ist. So gerne möchte man Mokuzu glauben, zu wunderschön klingt ihre Geschichte. Und doch gibt es Dinge, die an ihren Erzählungen zweifeln lassen. Wollen wir Menschen nicht an Wunder glauben und müssen alles logisch erklären können? Oder ist Mokuzu nur ein kleines Kind, das der grausamen Realität entfliehen möchte? Kann sie sich wirklich in eine Schaumblase verwandeln, oder war das nur ein einfacher Trick, mit dem sie ihre Klassenkameraden täuschte?

Aber nicht nur dieser Zwiespalt geleitet den Leser voller Spannung von Seite zu Seite. Es sind die sanften Zwischentöne, die es mir besonders angetan haben. Man spürt sehr viel über die Ängste und Wünsche der Protagonistin, die so gerne ein normales Kind wäre und doch schon für ihre Familie sorgen muss. Auf gewisse Weise klagt der Manga an, und doch wird niemals mit dem Finger gezeigt, niemals ein Schuldiger gesucht, sondern immer nur dargestellt und erzählt. Allein was der Leser für sich daraus macht ist entscheidend. Und ein mitfühlender Leser wird sich dem Bann der Erzählung kaum entziehen können, bis er endlich ergründet hat, welches Geheimnis Mokuzu wirklich mit sich trägt.

Ungern möchte ich den Manga hier tiefer analysieren, Charakterstudien betreiben oder näher auf Details der Erzählung eingehen, das würde den Rahmen sprengen, doch die Versuchung ist groß. Nur zwei Taschenbücher voller Zeichnungen, und doch so viel Inhalt, wie es ein Roman gleicher Länge nur schwer vermitteln könnte. Ein modernes Märchen / Drama, das weit mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, als nur zwischen "normalen" Mangas in Fanshops zu verkümmern. Ein Manga, den ich jedem feinfühligen Erwachsenen gerne ans Herz legen möchte. Eine Erzählung, die man so schnell nicht wieder vergisst und gerne mit etwas Abstand und dem Wissen über das Ende ein zweites Mal mit neuen Augen lesen wird.

SaschaSalamander 29.11.2010, 20.06| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Manga | Tags: Tip, Drama, Frauen, Fantasy, Fremde Kultur,

Statistik KW 47

Gelesen / Gehört
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Der Übergang (J Cronin)
Nürnberger Morde (Anthologiel)
Die Landkarte der Zeit (F J Palma)
Das Tal 1.2 - Die Katastrophe (K Kuhn)
Das Tal 1.3 - der Sturm (K Kuhn)
Sex on the Beach (Anthologie)


Gesehen
Kung Fu Panda


Geschenkt
/


Getauscht
2012 - das Ende aller Zeiten (B D´Amato)
Das Buch der toten Tage (M Sedgwick)
Halloween (R Bradbury)
Die siebte Geißel (A Benson)


 Gekauft
/

SaschaSalamander 28.11.2010, 20.11| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Biss zum ersten Sonnenstrahl

meyer_bissspinoff_1.jpg"Spin Off" nennt man es, wenn aus einem Buch oder Film bestimmte Elemente oder Figuren herausgenommen werden und einen eigenen Auftritt in Roman, Film oder Serie bekommen. So ist "Beedle der Barde" eigentlich eine kleine Randerscheinung in Harry Potter. Der "King of Queens" tauchte erstmals in der Serie "Hör mal, wer da hämmert" auf. Und viele Beispiele mehr, aber um die soll es nicht gehen.

Diesmal geht es um die Bestseller von Stephenie Meyer. Bella und Edward dürften inzwischen fast jedem Fan des Genres bekannt sein, und sie spalten fleißig die Gemüter in Liebhaber des Genres und diejenigen, die es nicht mehr sehen können.

Ungeachtet dessen sind die Bücher ein riesiger Erfolg. Mit sinnlosen Fortsetzungen kann man Geld verdienen, kommt aber nicht so gut beim Publikum an. Besser also Spin-Offs, die zusätzliche Geschichten erzählen. Bree Tanner ist ein neugeborener Vampir, welcher im dritten Band gegen die Cullens kämpfen soll, sich jedoch ergibt und bei ihnen leben möchte. Ihr tragisches Ende ist den Fans der Reihe leider bekannt und stellt kein großes Geheimnis mehr dar.

Im Buch "Biss zum ersten Sonnenstrahl" wird nun das kurze Leben dieser Jungvampirin geschildert. Sie lernt Diego kennen, der ihr von einer faszinierenden Beobachtung erzählt. Außerdem überlegen sie beide, warum wohl so viele neue Vampire geschaffen werden, ob sie vielleicht eine neue Armee werden sollen. Doch gegen wen? Und warum? Diego beschließt mit dem Anführer zu reden und verschwindet plötzlich. Bree steht nun alleine und muss sich den kämpfenden Vampiren anschließen.

Es ist überaus spannend, weitere Hintergründe zu den Biss-Romanen zu erfahren. Denn im Hintergrund verliefen wohl einige Fäden, die sich dem Leser bisher nicht erschlossen, und obwohl der dritte Band auch ohne dieses Werk komplett wäre, ist es doch eine packende Ergänzung. Ein kleiner Bonus, den man als Fan auf keinen Fall verpassen sollte und der die Geschichte richtig schön abrundet. Traurig, tragisch, aber doch romantisch. Eben so, wie die anderen Bücher auch sind.

Mag sein, dass Stephenie Meyer damit den Verkauf ihrer Bücher ankurbeln wollte. Mag sein, dass sie einfach nur ein eigenes Buch mit Hintergrundinfos herausbrachte, die sie schon hatte und nicht im Hauptwerk unterbringen wollte. Egal, wem die anderen Bücher gefielen, der wird an diesem Titel auf jeden Fall seine Freude haben. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, mir persönlich gefiel dieses Buch sogar etwas besser als die anderen. Während mich in den anderen vier Bänden die ganzen Verstrickungen irgendwann nerven (Jakob oder Edward, Vampirwerden oder Menschsein, Sex vor der Ehe oder doch lieber warten, eben das übliche Gerangel endloser Lovestories), ist hier die Geschichte kurz, prägnant und knackig ohne Umschweife.

(Soll nichts gegen lange Erzählungen in mehreren Bänden sein. Allerdings ist das Mode geworden, und ich bin der Ansicht, dass weniger manchmal mehr ist. Aber das ist Geschmackssache)

Also, kurz gesagt: ein wirklich lohnenswertes Büchlein, das jede Bella- und Edward-Sammlung endlich vervollständigt.

SaschaSalamander 24.11.2010, 18.27| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Vampire, Romantik, Fantasy, Dark, Jugend,

Der Augensammler

fitzek_augensammler_150.jpgUnd wieder ein neuer Fitzek, und wieder kann ich die Finger nicht davon lassen. "Die Therapie" damals hatte mich so begeistert, dass ich seitdem jedes neue Buch von ihm lesen muss. Aber wie bei vielen begabten Autoren folgen nach einem Meisterwerk ein paar nette Romane, und danach scheint es einen Veröffentlichungsdruck zu geben, den die Autoren erfüllen müssen.

Diesmal geht es um den Reporter Alexander Zorbach. Früher Polizist, nach einem tragischen Ereignis vor vielen Jahren jedoch aus dem Dienst ausgeschieden und zur Presse gewechselt. Er ist an einem heißen Fall dran: der "Augensammler" tötet die Mutter, drückt ihr eine Stoppuhr in die Hand, entführt das Kind und lässt dem Vater knapp zwei Tage zum Suchen des Kindes, bevor dieses stirbt. Dem Kind entfernt der Sammler ein Auge. Eines Tages trifft Zorbach auf die blinde Physiotherapeutin Alina, welche den Augensammler in ihrer Praxis hatte. Sie kann bei Berührung mit einem Menschen in dessen Vergangenheit sehen und wusste nun, wer bei ihr war. Doch natürlich glaubt ihr keiner. Auch Zorbach hält es für ein irres Hirngespinst, dennoch scheinen Alinas Worte wahr, und er beginnt auf eigene Faust mir ihrer Hilfe zu ermitteln. Die Hinweise zeigen immer deutlicher auf ihn selbst, aber das kann doch nicht sein? Und warum sind Alinas Visionen so klar und korrekt, zugleich aber fehlerhaft und irreführend?

Nun ja, was soll ich sagen? Es war ein netter Roman, packend, mit ein paar Längen, aber im Großen und Ganzen okay. Das einzige, was es zu einem Problem macht ist, dass man eben leider immer bestimmte Autorennamen an eine Erwartung koppelt. Bei Fitzek erwartet man ein Ende mit grandiosem Story-Twist. Ist hier auch gegeben. Aber es ist eben schwierig, ständig sich etwas Neues aus den Fingern zu saugen, und so wird es irgendwann immer unrealistischer. Bei "Splitter" zuletzt war es völlig an den Haaren herbeigezogen, bei diesem hier ist es realistisch aber irgendwie ... hm, andere Leser waren begeistert und erstaunt, mich hat es offen gesagt nicht vom Hocker gefegt. Für mich war es irgendwie abzusehen, und während des gesamten Buches dachte ich mir, dass Zorbach aufpassen muss was er tut, denn sonst ... spätestens, als Zorbach persönlich auf den Vater der verschwundenen Kinder traf, war es mir absolut klar, wie die Story enden würde.

Der Täter dagegen war überraschend, das stimmt, aber das ist etwas, worauf ich häufig nicht mehr achte. Denn ich habe oft das Gefühl, dass die Autoren das willkürlich machen. Während es früher häufig Hinweise gab, an denen die Leser es erkennen konnten, so scheint es mir, als würden in den letzten Jahren vermehrt irgendwelche Personen genommen, die eben eine gewisse Rolle im Roman innehätten (scheint ein Hinweis, anhand dessen man es erkennen könnte, und ich hatte es tatsächlich geahnt. Nicht aufgrund der Story, sondern aufgrund der Personenkonstellationen untereinander). Es bleibt ein schales Gefühl, denn es kommt mir sehr konstruiert vor. Schade darum ...

Was noch dazu kommt: der Horror spielte sich anfangs bei ihm im Kopf ab, es ging weniger um die grauenvollen Beschreibungen nach außen hin als vielmehr die schrecklichen Gefühle, Erlebnisse. Hier war es jedoch mal ein völlig "normaler" Thriller, und als typisch Fitzek hätte ich ihn nicht wirklich erkannt. Vom Schreibstil her ja, vom Inhalt her eher nicht, dazu wirkte er zu "normal". Verwesende Leichen, erstickte Menschen, herausgeschnittene Augen, ertrunkene Kinder, sowas schreibt jeder Autor. Wenn er besonders hoch in der Bestsellerliste klettern will, möglichst ausführlich und eklig-detailliert.

Die Kapitelzahlen laufen rückwärts. Fand ich anfangs verwirrend, aber man hat sich schnel daran gewöhnt, zumal die Handlung stringent vorwärts gerichtet ist. Neu ist diese Idee nicht, aber sie wird selten umgesetzt, und im allerletzten Kapitel dann ist endlich klar, was er damit bezweckte. Infosern eine sehr gute Idee. Und meiner Ansicht nach sogar eine Idee, die nach einer Fortsetzung schreit!

Was diesen Roman allerdings hervorhebt, ist die Darstellung der blinden Alina. Ich habe durch eine Freundin erfahren, dass Blindheit nichts mit den üblichen Klischees zu tun hat, die man Betroffenen andichtet. Habe erlebt, wie sie ihren Alltag meistert, welche Hilsmittel es überall gibt und woran sie sich orientiert und wie sie Dinge erkennt. Daher fand ich den Roman insofern sehr spannend und informativ, zeigte er doch tatsächlich nicht die "Behinderung", sondern vor allem dem ganz normalen Alltag. Ich fand es so faszinierend geschrieben und (nach dem, was ich erlebt habe) auch sehr realistisch, von mir aus hätte das Buch in dieser Hinsicht dreifach so lang sein können oder er hätte ein Buch nur über dieses Thema schreiben können. Farbsortierung in der Waschmaschine, Schminke, Tattoos, Spiegel und Bilder an den Wänden, am Handgelenk einen Menschen einschätzen, Tempo der Autos beim Straßenüberqueren wahrnehmen, Internet, Malen, Gestik und Mimik erlernen, Menschen im Gespräch ansehen. Stellenweise hatte ich das Gefühl, er würde von meiner Freundin schreiben, die auch nicht zu den hilflosen Blinden gehören möchte, sondern alles tut, ganz normal aufzutreten, und der das auch hervorragend gelingt. Ich denke, da hat Fitzek einen super Einblick gebracht, der manche vielleicht störend vom Krimi ablenkt, für andere aber eine super Abwechslung in den Roman bringt, die ihn auf diese Weise doch wieder zu etwas Besonderem macht.

Als Thriller reihe ich ihn in meiner Empfehlung mal neben die anderen momentan aktuellen Bestseller, ob nun Jilliane Hoffmann, Andreas Franz, Tana French, Kathy Reichs, Simon Beckett und andere. Eine Empfehlung, um mitreden zu können und sich nett zu unterhalten.

Als Fitzek stecke ich ihn mal in die Mitte. Er hatte definitiv besser (aber mir ist klar, dass man nicht zehn verschiedene Meisterwerke schreiben kann, er hat mit seinem Erstling die Messlatte bereits extrem hoch gelegt), aber auch einige schlechtere (ich denke da an Splitter, der für mich die größte Enttäuschung in der Reihe war).

Insgesamt ein Roman, der sehr gut unterhält und für den man auch gerne mal ein Stündchen Lesegenuss länger aufbleibt oder freiwillig das Bad putzt, während man Simon Jägers Stimme im Ohr hat :-)

SaschaSalamander 22.11.2010, 15.18| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch

Landkarte der Zeit

Puh, ich habe "die Landkarte der Zeit" fast beendet, und ich kann es kaum abwarten! Normalerweise habe ich inzwischen gelernt, ein Buch oder Hörbuch mittendrin wegzulegen. Denn wenn das Telefon klingelt, wenn Besuch kommt, wenn ich mit der U-bahn die Zielstation erreiche, wenn mein Schatz was anderes mit mir vorhat, wenn ich den Haushalt beendet habe (Hörbuch), dann ist eben Break bis zum nächsten Mal. Ich kann fast jedes Buch an jeder Stelle abbrechen. Die Zeiten, dass ich die Nächte durchmache, sind lange her, einfach weil ich weiß, dass ich morgen jederzeit weiterlesen kann.

Aber bei "die Landkarte der Zeit" fällt mir das momentan wirklich verdammt schwer! Jeder einzelne Satz ist ein Cliffhanger. Egal, wann und warum ich abbrechen muss, ich raufe mir die Haare und kann es nicht erwarten, bis es endlich weitergeht! Und immer, wenn ich glaube, endlich langsam begriffen zu haben, was dahintersteckt, gibt es eine überraschende Wende.

Ach, das ist mal ein Buch nach meinem Geschmack. Steampunk, viktorianisch, Zeitreise, Verschwörung, Romantik, alles in perfekter Mischung. Ich hoffe nur, dass das Ende mich nicht enttäuscht sondern dem Rest des Buches gerecht wird ...

SaschaSalamander 22.11.2010, 09.17| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 46

Gelesen / Gehört
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Der Übergang (J Cronin)
Nürnberger Morde (U Schmid-Spreer, A Hassel)
Die Landkarte der Zeit (F J Palma)
Doubt 01 (Y Tonogai)


Gesehen
Die Wanderhure
Triff die Robinsons
Die Säulen der Erde


Geschenkt
/

Getauscht
/

 Gekauft
The Sparks - Beat the Clock (DVD)
Roberta Flack - Killing me softly (DVD)

SaschaSalamander 21.11.2010, 20.14| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Landkarte der Zeit

palma_landkarte_1.jpgAktuell höre ich "die Landkarte der Zeit" von Felix J Palma. War sehr neugierig, in letzter Zeit bin ich schon häufiger mit Bestsellern reingefallen (zuletzt war es "Julia", das in ähnlich großem Stil beworben wurde und mich dann leider sehr enttäuschte): die Handlung klingt klasse, der Sprecher ist prima, und das Thema Zeitreise ist immer wieder interessant. Umso größer meine Erwartungen.

Mal sehen, wie es weitergehen wird, aber aktuell höre ich die dritte CD und war von der ersten Minute an gefesselt. Jack the Ripper, Zeitreisen, eine unerlaubte Liebe zwischen Adel und niederstem Stand, das sind allerbeste Zutaten, und Palma hat sie wirklich prima verquickt. Zumindest soweit ich das bisher beurteilen kann ;-)


SaschaSalamander 16.11.2010, 10.44| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 45

Gelesen / Gehört
Nürnberg für Neugierige (J Wilkes)
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Panik - eine Pandemie wird gemacht (MarVol)
Der Übergang (J Cronin)
Nana und Kaoru 02 (R Azume)
Biss zum ersten Sonnenstrahl (S Meyer)
Abara 01 (T Nihei)
Die Landkarte der Zeit (F J Palma)


Gesehen
Meatball Machine


 Gekauft
Royal Doll Orchestra 03 (K Yuki)
Cantarella 11 (Y Higuri)
Abara 01 (T Nihei)
Doubt 01 (Y Tonogai)

SaschaSalamander 14.11.2010, 20.05| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Repo - the Genetic Opera

repo_1.jpgRepo bedeutet Reposession, Rückkaufvereinbarung. In diesem Fall von in Menschen implantierten Organen. Im Jahr 2056 leiden Menschen an einer Krankheit, welche die Organe versagen lässt. Und schon ist ein Retter in Sicht: GeneCo, eine skrupellose Firma, geführt von Rotti Largo. Sie verkauft Organe. Eingepflanzt bekommt sie auf Wunsch jeder, doch wer später nicht zahlen kann, der erhält bald darauf Besuch vom Repo-Man, welcher die fremde Ware zurückholt. Auf äußerst unangenehme Weise.

Rotti Largo erfährt, dass er bald sterben muss. Seine drei Kinder sind allesamt ungeeignet, die Firma zu übernehmen. Rotti hatte eine große Liebe, Marni, doch diese verließ ihn für Nathan Wallace. Marnie hinterließ nach ihrem Tod Töchterchen Shilo. Rotti gedenkt sie als Erbin seines Imperiums zu benennen.

Shilo ist süße 17 und schwer krank, ihr Vater hält sie gefangen, bis er ein Gegenmittel gegen die Blutkrankheit gefunden hat, doch Shilo will mehr in ihrem Leben also nur das kleine enge Zimmerchen, und so schleicht sie sich häufig nach draußen.

Nathan Wallace führt ein Doppelleben: als liebender Vater Shilos und Witwer der bei der Geburt des Kindes verstorbenen Marni gibt er sich die Schuld am Tod seiner Frau. Als Repo-Man arbeitet er im Auftrag von GeneCo, verbirgt diesen Teil seines Lebens, indem er sich vor seiner Tochter als Arzt ausgibt.

Dies die drei Hauptcharaktere um die Handlung, von welcher ich ungern zuviel vorwegnehmen möchte. Kurz gesagt, es geht um den Zwist zwischen den drei Largo-Kindern, Shilos Wunsch nach Erfüllung, das Werken des Repo-Man, das große Abschiedskonzert der Sängern Blind Mag und besonders um die Geschichte, welche Rotti, Shilo, Nathan, Blind Mag, Marni und den Erzähler (ein Grabräuber) miteinander verbindet. Viele Intrigen werden aufgedeckt, einzelne spannende Nebenschauplätze wie etwa das Drogenkartell um das aus Leichen hergestellte Produkt Zydrate beleben die Szene. Alles gipfelt in einem gigantischen Showdown aus Korruption, Lügen und Blut.

Der Film ist ein ungewöhnliches, vollgestopftes Spektakel, eine Rockoper ohne Vergleich. Kein gesprochener Text, rein basierend auf Musik. 38 Songs werden gespielt, mal düster, mal fetzig. Die Bilder und Eindrücke erdrücken den Zuschauer fast, man muss sich wirklich sehr auf die Details und den Inhalt konzentrieren, um beim ersten Ansehen folgen zu können. Doch ich sehe dies nicht als Mangel, sondern als großes Plus des Films. Es ist kaum zu beschreiben, wie genial so viele verschiedenen Themen, Elemente, Bilder in gerade einmal 90 Minuten gepresst wurden!

Vor allem die Bilderflut ist überwältigend. Offen gesagt handelt es sich neben einer Rockoper im Grunde auch um einen Fetischfilm: Gasmasken, Latex, Samt, Seide, Stiefel, Stockings, lange Mäntel, Netzröcke, Waffen, viel Schwarz und Dunkelrot, opulente Kostüme, für nahezu jeden Geschmack müsste etwas dabei sein, eben der typische Look einer Dystopie, hier jedoch geballt und weit intensiver. Bleiche Gesichter, lange schwarze Haare, bunte Kontaktlinsen, schaurige Holos, dunkle Gassen, Berge von verwesenden Leichen, sich vom blutigen Fleisch lösende Gesichtsmasken nach einer misslungenen Schönheitsoperation. Das Herz eines jeden Horrorfans, Fetischisten, Goths, Hardcore-Rockers dürfte höher schlagen, wenn er diesen Film sieht.

Absolute Empfehlung! Ich bin sicher, dass dieser Film die Gemüter spaltet, man liebt ihn oder findet ihn grässlich. Doch allein aus der Inhaltsbeschreibung und nach ein paar Screenshots dürfte jedem Zuschauer klar sein, zu welcher Kategorie er sich zählt. Ich jedenfalls gehöre zu den Fans und werde mir die DVD demnächst in mein Regal stellen!

SaschaSalamander 08.11.2010, 17.51| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip, Schräg, Horror, Dystopie,

Biss zum ersten Sonnenstrahl

meyer_bissspinoff_1.jpgFür die Ohren habe ich aktuell das neueste Buch von Stephenie Meyer. Ich fand die Serie nett, kann den Hype verstehen, zähle mich aber nicht zu den Fans. Dennoch, ich will ja informiert sein und mitreden können, und auch das neue Buch verspricht gute Unterhaltung.

"Biss zum ersten Sonnenstrahl" ist ein Spin-Off zur Biss Reihe Teil 3, ich habe bereits das erste Drittel rasch hinter mich gebracht und bin sicher, dass das Buch schneller zu Ende ist als ich "Vampir" sagen kann. Es ist auch nur eine kurze Geschichte, das gefällt mir. Schön, wenn Autoren nicht mit ihren kompletten gesammelten Hintergrundinformationen das Buch überladen und unnötig in die Länge ziehen (ich denke spontan an Schätzing), sondern diesen gesondert verkaufen. So etwa Rowling mit ihren Büchern über die magischen Kreaturen oder die Spielregeln über Quidditch. Manche nennen es Kommerz (was es ja auch irgendwie ist, aber das stört mich nicht), sondern ich finde es eine nette Zugabe für Fans und freue mich darüber.

Wie gesagt: ein Drittel habe ich bereits gehört, und mein erster Eindruck ist prima. Momentan habe ich Lust auf einfache, unkomplizierte Unterhaltung. Und da ist die Biss-Reihe einfach perfekt :-)

SaschaSalamander 08.11.2010, 14.59| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Vampire, Jugend, Romantik, Fantasy,

Statistik KW 44

Gelesen / Gehört
Nürnberg für Neugierige (J Wilkes)
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Panik - eine Pandemie wird gemacht (MarVol)
Point Whitmark 29-30
Gate 1 (H Kisaragi)
Achtung Gutmenschen (D Bittrich)
Der Übergang (J Cronin)
Nana und Kaoru 02 (R Azume)


Gesehen
Severance
Repo - Genetic Opera


Geschenkt
/


Getauscht
Queer Crime (Anthologie)
Sweeney Todd (Film)


Gekauft
/

SaschaSalamander 07.11.2010, 20.52| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Ein paar Gedanken zum aktuellen Leseverhalten

Manchmal ist das eine seltsame Sache mit dem Lesen. Ich habe tierisch Lust, etwas zu lesen. Und ich habe zwei volle Regale. Aber DAS, was ich lesen will, ist nicht dabei. Entweder, ich kaufe mir dann etwas, fange es an, lege es weg und stelle fest, dass es doch nicht das ist, was ich will. Oder ich nehme mir etwas aus dem Regal, fange es an, lege es weg und habe auf diese Weise aktuell sieben Bücher parallel. Alle gefallen mir sehr gut, aber irgendwie habe ich gerade keine Lust drauf. Bei dem einen lese ich mal zwischendurch eine Kurzgeschichte, beim anderen lese ich mal ein einzelnes Kapitel, das andere lese ich dann zur Hälfte und breche es für ein paar Tage ab um es durch etwas anderes zu ersetzen.

Und viele Bücher habe ich auch komplett abgebrochen, etwa Felipolis (hatte mich so darauf gefreut. Aber irgendwie kann der Kater mich nicht mehr so fesseln wie damals), Achtung Gutmenschen (nach einem Drittel war es immer nur eine Wiederholung derselben Lästereien), Reckless (irgendwann ein andermal vielleicht, momentan reizt es mich so gar nicht), das Buch in dem die Welt verschwand (weiß nicht, ob es am Sprecher lag oder am Inhalt, es vermochte mich nicht zu fesseln), Hellboy (geniales Hörspiel, wirklich genial. Aber momentan nicht das, was ich hören will, in ein paar Wochen dann wieder vielleicht).

Und andere Bücher, die ich seit Wochen mit mir herumschleppe. So etwa Mockingjay, es ist genial! Aber mir fehlt einfach die Muse, ein englisches Buch kann ich nicht wie andere Bücher schnell mal zwischendurch überfliegen. Oder Pandemie, wirklich toll, nur dass ich die letzten Tage irgendwie keine Lust auf dieses spezielle Genre habe. Oder Nürnberg für Neugierige, das wirklich klasse geschrieben ist, aber eben alle paar Tage mal eine Geschichte, weil für mich nicht geeignet zum Durchlesen, nur zum Genießen ab und zu.

Manchmal ist es schon schräg. Ich hatte vor ein paar Tagen "der Übergang" als Hörbuch begonnen, das habe ich nach wenigen Tracks abgebrochen, weil es mich so überhaupt nicht reizte. Und das, obwohl ich den Sprecher sehr mag und auch passend finde. Nun habe ich es vorhin als Buch bekommen und gierig die ersten 30 Seiten verschlungen und wünschte, ich könnte das Wochenende nur lesen lesen lesen (naja, auf den Besuch nachher freue ich mich auch sehr). Mal sehen, ob das hält oder in zwei, drei Tagen vorbei ist und mich wieder die Lustlosigkeit packt?

Ich habe mir heute die englische Leseprobe vom Handbuch für Detektive geholt (als Ebook für den Kindle sind die Leseproben kostenlos. Einfach genial, wenn man da mal reinschnuppern kann!). Kam noch nicht dazu, mehr als den ersten Absatz zu lesen (der schon mal gefiel), ich bin sehr gespannt auf die weiteren Seiten. Wenn es gefällt, wird es ein Kampf "HABENWILL" gegen "SPARENMUSS", das Hardcover kostet 20 Euro, das Ebook 7 Euro umgerechnet, aber Ebook ist nichts Materielles, ich habe Bücher gerne in der Hand, wenn ich schon dafür bezahlen muss, und gebe sie dann auch gerne weiter im Tausch gegen andere Bücher, falls es mir nicht gefiel (was beim Ebook nicht möglich ist).

Deswegen kommt momentan jedenfalls auch eher selten eine Rezension oder etwas Aktuelles: weil ich zwar viel lese, aber nicht so richtig wie sonst, dass ich ein Buch anfange, beende und dann rezensiere.

Eigentlich bin ich in Sachen Büchern sehr berechenbar und weiß, was ich mag und wann es zu mir passt, was ich kaufe, was ich lesen will und was mir gerade gut tut. Umso mehr stört es mich, dass ich aktuell selbst nicht so recht weiß, was eigentlich los ist mit mir. Aber ich denke, dieses Problem kennt jeder Vielleser ab und zu ;-)

SaschaSalamander 06.11.2010, 17.07| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Erster letzter Satz der Übergang

Erster Satz:
Bevor sie Das Mädchen Von Nirgendwo wurde - das Mädchen, das plötzlich auftauchte, Die Erste Und Letzte Und Einzige, die tausend Jahre lebte -, war sie nur ein kleines Mädchen aus Iowa und hieß Amy. Amy Harper Bellafonte.

Letzter Satz:
Katalognummer BL 1894.01

aus: Justin Cronin: Der Übergang; Goldmann 2010


SaschaSalamander 06.11.2010, 16.54| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Statistik KW 43

Gelesen / Gehört
Nürnberg für Neugierige (J Wilkes)
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Panik - eine Pandemie wird gemacht (MarVol)
Das Buch, in dem die Welt verschwand (W Fleischhauer)
Evil (J Ketchum)
Hellboy 01
John Sinclair 59-60 (J Dark)
??? 141 und Sonderfolge


Gesehen
/


Geschenkt
/


Getauscht
/


Gekauft
Nana und Kaoru (R Azume)

SaschaSalamander 31.10.2010, 20.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 42

Gelesen / Gehört
Nürnberg für Neugierige (J Wilkes)
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins)
Panik - eine Pandemie wird gemacht (MarVol)
Das Buch, in dem die Welt verschwand (W Fleischhauer)
Evil (J Ketchum)


Gesehen
Dr. Who Xmas Special


Geschenkt
Kindle :-)


Getauscht
/


Gekauft
Zelda four Swords (A Himekawa)
Gate 1 (H Kisaragi)
Allerley Speis und Trank

SaschaSalamander 24.10.2010, 20.39| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 41

Gelesen / Gehört
Nürnberg für Neugierige (J Wilkes)
Hunger Games II - Catching Fire (S Collins)
Hunger Games III - Mockingjay (S Collins
Don Osman on Tour (O Engin)
Charlie Bone 08 (J Nimmo)
Changeling (S Feasey)
Moloch der Angst (C Barker)
Amore und so´n Quatsch (H Kerkeling)ofield)
Panik - eine Pandemie wird gemacht (MarVol)
Das Buch, in dem die Welt verschwand (W Fleischhauer)


Gesehen
/


Getauscht
/


Gekauft
Simons Katze - der Zaunkönig (S Tofield)
Fessle mich (J Winter)
Beherrsche mich (M Belle)
Was sie will (J Strassburg)
Bestrafe mich (N Jansen)
Unterworfen (L Morell)
Der Monstrumologe (R Yancey)

SaschaSalamander 17.10.2010, 21.28| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Tribute von Panem Hunger Games

collins_hungergames02_1.jpgIch habe den zweiten Teil der "Hunger Games" (Tribute von Panem) fast beendet. Den dritten Teil werde ich direkt im Anschluss verschlingen. Als ich das in die Finger bekam, ahnte ich nicht, welcher Hype um diese Bücher gemacht wird. Inzwischen lese ich, dass  sogar eine Verfilmung geplant ist. Es gibt Schlüsselanhänger, Broschen, Schmuckstücke etc mit dem Symbol des Widerstands. Ich will nicht wissen, was später noch alles folgen wird.

Ja, ich bin sehr begeistert. Aber ich hoffe, dass es nicht zusehr kommerzialisiert werden wird. Wenn ich an die Bücher um Bella und Edward denke, graust es mich. Ich mochte die Bücher sehr, doch die Verfilmung fand ich dann arg daneben, und der Hype wurde immer schlimmer. Besonders schlimm finde ich, dass unzählige Jugendbücher mit auch nur minimaler Ähnlichkeit (z.B. eine Liebesgeschichte irgendwo am Rande oder ein klitzeklein wenig Mystik oder Fantasy) ein ähnliches Cover bekommen, nämlich ein Frauengesicht und Pflanzen, möglichst in sanften Farben, die Schrift hübsch geschwungen. Das sehe ich ständig auf neuen Covern, und es ärgert mich. Weil es aussieht, als hätten die Leute keine eigenen kreativen Ideen mehr. Da ist es auch egal, ob das Cover etwas mit dem Buch zu tun hat, Hauptsache die richtige Zielgruppe wird angesprochen.

So sind der originale Titel (Hungerspiele) und das originale Cover hervorragend. Auf dem ersten Titelbild sieht man die Brosche mit dem Vogel, ein Geschenk für die Protagonistin, ein Glücksbringer. Im zweiten Band wird dieser Vogel für Rebellen zum Symbol des Widerstandes, und der Vogel ist nicht mehr im Kreis (der Brosche) sondern davor. Im dritten Band geht es drunter und drüber, wird der Widerstand nicht mehr im Untergrund praktiziert sondern richtig, da ist der Kreis gesprengt und der Vogel fliegt frei davor. Wow, so simpel dargestellt und doch so symbolisch, hübsch, bedeutsam. Im Deutschen einfach nur im ersten Band ein Frauengesicht hinter grünen Blättern, im zweiten Band ein Frauengesicht hinter roten Blättern. Mag ja sein, dass die Protagonistin durch den Wald hüpft, aber der Widerstand ist das eigentliche Thema des Buches, nicht das niedliche Gesichtchen und der Wald.

Oh mann, wie gesagt, ich mag keinen Hype. Aber dieses Buch ist es wert. Ich ahnte beim ersten Lesen nichts davon, und völlig unvoreingenommen las ich es, wusste im Grunde nicht einmal, worum es geht (das mach ich ja gerne: völlig ohne Vorahnung einen Titel in die Hand nehmen und mich überraschen lassen). Es bewegt mich, es reißt mich mit, ich kann es nicht weglegen, noch Tage danach hat das Buch mich beschäftigt. Und der zweite Teil umso mehr!

Besonders großartig finde ich, wie komplex die Geschichte angelegt ist. Es ist keine Fortsetzungsreihe, die einfach nur kommerziell weitergeführt wird (wie ich anfangs dachte), sondern es ist eine Geschichte, die tatsächlich so weit angelegt ist. Die Welt ist faszinierend, die politischen Hintergründe sind extrem komplex und doch so simpel geschildert, dass es tatsächlich für Jugendliche gerecht ist. Eine Szene hat mich besonders geschockt (die Präsentation des Brautkleides am Vorabend der Spiele), ich wollte meinem Schatz davon erzählen. Und brach wieder ab. Denn dazu hätte ich so viele Dinge erklären müssen, und um diese verständlich zu machen, hätte ich weiter erklären müssen, ich hätte die halbe bestehende Welt schildern müssen, um zu erklären, warum ich die Szene so grausam fand. Dieses Buch ist so voll von Emotionen, dass es nicht wirklich in ein paar Sätze passt. Dieses Buch schildert eine Welt und eine Situation, die nur als Ganzes wirkt. Der erste Teil war nur ein Auftakt für das, was noch folgen wird (vermute ich, denn es liegt noch viel vor mir), so wie bei Harry Potter die ersten zwei, drei Bände eben nettes Geplänkel waren, bevor es dann richtig ernst wurde.

Ich lese viel. Und ergo passiert es oft, dass ein Buch mich bewegt oder aufwühlt. Aber so intensiv wie dieses schon lange nicht mehr. Hut ab vor der Autorin, die wirklich einen Ausnahmetitel geschaffen hat!

Nun, ich bin gespannt, wie es weitergeht. Sowohl mit dem Buch (bald hab ich es beendet *snief*) als auch mit der Vermarktung ...

SaschaSalamander 11.10.2010, 09.02| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rund um Bücher

Statistik KW 40

Gelesen / Gehört
Wish u were dead (T Strasser)
Reckless (C Funke)
Nürnberg für Neugierige (J Wilkes)
Hunger Games II - Catching Fire (S Collins)
Charlie Bone 08 (J Nimmo)


Gesehen
The Stand


Getauscht
Abitur (Vandal)
Sex on the beach (Waters u.a.)
Sklavenjagd (Torres)
Schwarz auf Weiß (Len´ssi)
The Call (DVD)

Gekauft
/

SaschaSalamander 10.10.2010, 20.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Mehr Zeit zum Lesen als mir lieb ist

Hier sitze ich nun, windpockengebeutelt, und bin dazu verdonnert, tagelang nichts anderes zu tun als nur zu Hause zu sitzen. Ein Schelm, wer denkt ich würde es genießen und mich über die viele Lesefreizeit freuen. Das Jucken und die Tatsache, dass ich quasi nicht nach draußen darf wegen Ansteckungsgefahr wiegen dann doch größer. Aber ich versuche eben das Beste aus der Situation zu machen und bin recht froh, dass ich mich in der Woche zuvor ausreichend mit Krimis aus der Region, englischer Dystopie und ein paar brandneuen Leihgaben eingedeckt habe.

So habe ich heute ein kurzes aber wirklich ungewöhnliches erotisches Büchlein beendet. Zugegeben, mein Ding war es nicht. Aber wirklich faszinierend zu lesen, worauf so manche Leute stehen *staun*. Während der Hausarbeit begleitet mich Charlie Bone (ich liebe diese Buchreihe, aber ich hoffe, dass acht nun endgültig der letzte Band ist, langsam wird es zuviel). Und in der restlichen Zeit lese ich den zweiten Teil der Hungerspiele (Tribute von Panem). Es frustriert mich, dass ich englsiche Bücher nicht ebenso im Speedreading lesen kann. Seit gestern früh habe ich grade mal rund 100 Seiten gelesen, das ist gar nichts. Wenn ich in diesem Tempo weiterlese, brauche ich fast eine Woche für ein Buch, das ich auf Deutsch locker an einem Tag geschafft hätte! Naja, mehr englische Titel lesen, dann klappt es irgendwann auch mit dem Querlesen.

Mein Schatz gehört eher zu den Weniglesern. Er hat sich aber nun aufgerafft und ein Buch gekauft, passend zum Computerspiel, neu erschienen. Seit Tagen hat er Panik, dass es nun bald zu Ende ist und er nicht weiß, was er danach lesen soll! Ich hätte viele supergute Tipps für ihn, aber das ist wohl nicht dasselbe, vermute ich. Sowenig er mich für seine Games begeistern kann, so wenig wird er sich meine Bücher schnappen. Ich installiere mir alle paar Monate mal ein Spiel und bleibe sogar ein paar Stunden dran, und er beteuert ab und zu, dass er das von mir neu gekaufte Buch lesen will, das aber kurz darauf bei Tauschticket verschwindet, bis er schon wieder den nächsten tollen Titel entdeckt hat, den er nie lesen wird aber gerne lesen würde. So unterschiedlich unser Leseverhalten ...

nun denn, ich werde die Tage zu nutzen wissen. Und wenn ich fertig bin mit den Hungerspielen, dann werde ich ein paar Krimis lesen. Mal sehen, welche Mordfälle Paul Flemming, Frank Beaufort, Albach und Müller, Marlene Gruber, Jeannette Dürer und andere Kommissare hier aus der Region so alles aufdecken werden!

Noch jemand mit zu wenig Zeit zum Lesen? Kommt mich besuchen! Ich verteile meine Viren gerne gratis ;-) (den höllischen Juckreiz gibts gratis dazu)

SaschaSalamander 08.10.2010, 17.05| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Reckless - Nicht meine Welt

funke_reckless_1.jpgReckless habe ich am Wochenende nun als Buch begonnen. Es hat mich anfangs mehr gefesselt als das Hörbuch, doch irgendwann fiel es mir immer schwerer weiterzulesen. Ich habe nun aufgehört. Ziemlich genau an der Stelle, wo ich auch das Hörbuch beendet hatte. Nein, Reckless ist nicht meine Welt.

Eine Rezension möchte ich nicht schreiben, denn ich kann den Reiz des Buches nachempfinden. Die Autorin hat eine spannende Handlung in eine faszinierende Welt gebettet. Aber ich komme mit dem Schreibstil absolut nicht klar. Zu leblos wirkt es mir. Die Sätze zu kurz, fast nur Hauptsätze, Kommas nur ganz selten und in sehr einfachen Satzstrukturen. Für mich wirkt es oft abgehackt. Und so geht es mir auch mit der Handlung. Entweder, sie rafft die Geschichte ganz extrem (als Film wäre das okay) und lässt viele Sachen aus, die sich aus der späteren Handlung dann wohl erschließen sollen. Oder ich komme mit dem Stil nicht klar und überlese einige Dinge. Sie schreibt wichtige Fakten manchmal in ganz kurze Sätze, oft nur Ellipsen oder einzelne Worte, aus denen der "Satz" besteht. Ständig habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Sie deutet sehr viel an, doch der Hintergrund bleibt dem Leser fern. Ich mag es, wenn eine Geschichte offen ist und Spielraum bietet. Aber im Grunde liest sich dieses Buch für mich wie eine Art Stichpunktsammlung für das eigentliche Werk, welches mindestens fünfmal so dick sein müsste. Es ist nicht offen, es ist nur skizziert.

Was mich auch irgendwie stört, sind die vielen freien Seiten, die ich fast schon für Papierverschwendung halte. Ich muss zugute halten: ich liebe kurze Kapitel, denn sie sind ideal für zwischendurch. Diese Kapitel hier sind sehr, sehr kurz, oft nur drei oder vier Seiten, so etwas mag ich. Was ich weniger mag ist, dass dann immer sehr viel freier Platz dazwischen ist, und das nächste Kapitel beginnt auf der nächsten Seite, die Bilder drumherum sind wunderschön und machen das Lesen auch zu einem optischen Genuss. Aber trotzdem hätte man das komplette Buch mit all seinen 352 Seiten vom fetten Hardcover in eine kurze Erzählung von rund 150 Seiten bringen können. Aber so ein dicker Hardcover macht eben mehr her. Und das Titelbild sieht wirklich sehr schön aus, ich habe das Bild sehr lange einfach nur betrachtet, weil es mir so gut gefällt. Aber ein Buch darf man eben leider nicht nach dem Einband beurteilen ...

Jedenfalls hat es mich nicht gepackt. Es interessiert mich nicht wirklich, wie es weitergeht mit den Figuren. Ob Jacob das Heilmittel für seinen Bruder findet. Ob er der Roten Fee ein zweites Mal entkommen wird. Was Will eventuell noch alles anrichten wird auf dem Wege seiner Wandlung. Ich fiebere nicht mit. Es ist, als wären es Fremde für mich (normalerweise werden die Figuren in einem Buch für mich zu Gefährten, Freunden, Gegnern, sie werden persönlich).

Es ist alles zu knapp. Ein Kampf mit einer grausamen, blutigen Figur, auf zwei oder drei Seiten abgehandelt, in welcher die Figur, der Kampf und die spontane Hilfe aufgelistet werden. Davor und danach keine Erwähnung der Figur. Ähnlich im Dornröschenschloss und bei anderen Figuren. Hingeworfen und fertig, weiter ab zum nächsten Märchen. Manchmal auch nur ein kurzer, liebloser Satz, und schwupps geht es weiter zum nächsten Actionpunkt. Blockbuster-TV, aber kein Roman zum Eintauchen in fremde Welten.

Vielleicht ist meine Lesetechnik einfach ungeeignet. Vielleicht ist es einfach nur nicht mein Geschmack. Oder vielleicht wollte sie schnell etwas produzieren und hat die Handlung den Worten vorangestellt. Ich weiß es nicht. Irgendwann werde ich es vielleicht noch einmal versuchen, aber jetzt erstmal was anderes ...

(nein, es ist keine Rezension. Für eine solche hätte ich den Inhalt beleuchtet und wäre etwas genauer auf den Handlungsbogen und die Charaktere eingegangen. Aber da ich das Buch nicht gelesen habe, möchte ich all dies ungern beurteilen. Trotzdem geht mir sehr viel durch den Kopf, wenn ich an dieses Buch denke)

SaschaSalamander 06.10.2010, 10.15| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Serie, Deutsch, Jugend, Fantasy,

Vögelfrei

andresky_voegelfrei_150_1.jpgSchon sehr viel habe ich seit Erscheinen von diesem Buch gehört. Weniger von Leuten, die es gelesen haben, als vielmehr durch die Vermarktung (wieder einmal). Es gibt Titel, an denen kommt man nicht vorbei, wenn man sich viel in Buchhandlungen und Bücherseiten im Web aufhält ...

Vögelfrei handelt von der Ich-Erzählerin Marei, die von ihrem Mann betrogen wurde. Sie darf die Sühne wählen und verlangt ein Jahr völlige Freiheit, sexuell und finanziell. Flieht von zu Hause und stürzt auch sofort in ihr erstes Abenteuer. Und so zieht es sie von einem zur nächsten, mal Männlein, mal Weiblein, mal extremer Hardcore-Sex (wird als SM bezeichnet im Buch, aber davon möchte ich bitte Abstand nehmen), dann kuschliges Blümchen mit sanften Verzauberungen und Liebesschwüren, ein andermal witzig-pornographisch mit Ernie + Bert, Tiffy, Pinocchio, Hanni und Nanni, Clowns und Pipi Langstrumpf. Am Ende des Jahres versammelt sie all ihre Freunde, Beziehungen um sich, die sie im Laufe der Zeit kennenlernte zu einem gemeinsamen Abschlussessen. Hier beginnt das Buch, und rückblickend erfährt der Leser in einzelnen Geschichten passend zum jeweiligen Gang des Menüs Mareis Geschichte, in der sich die Erlebnisse erst scheinbar unzusammenhängend, dann immer klarer verstricken bis hin zum tragischen Showdown.

Meine Meinung zu diesem Buch? Puh, ich könnte seitenweise schreiben, was mir aufgestoßen ist oder mir gefiel oder ich bemerkte, aber das ist es mir nicht wert. Das Thema gibt sehr viel her, und die Autorin hat versucht, so viel als möglich reinzupacken an kuriosen Eskapaden, eine extremer und schräger als die andere. Ein sexueller Höhepunkt jagd den nächsten, und dennoch ist das Buch in meinen Augen nicht wirklich erotisch, zumindest nicht nach meinem Geschmack. Wildes Rumgef*cke, ONS auf der Flugzeugtoilette oder beim Catering, mitten im Café, dazu völlig abgefahrene Situationen. Ein völlig irrer Lover, der irgendwann aggressiv wird, eine besitzergreifende Lesbe mit spiritueller Sinnsuche, ein ganz in Latex gehüllter Unbekannter, ein Vampirfreak will lebendig begraben werden, ein Mann mit implantierten Schnurrhaaren, ein Zeichentrickfreak mit allen möglichen verrückten Ideen zur Umsetzung als gebührenpflichtige Streamcam und derlei verrückte Dinge mehr.

Ich mag die Hauptfigur nicht wirklich. Ihr Verhalten ist unreif, naiv und unüberlegt, und ihre allerletzte Aktion am Ende hat mich in allem bestätigt, was mich schon das Buch über störte: ihr Verhalten dem Ehemann gegenüber. Sich zu rächen ist eine Sache. Ihn ein Jahr lang bluten zu lassen, finanziell komplett auszubeuten und ihn auch noch zu zwingen, bei allen Sessions zusehen zu müssen, teilweise nicht mal wirklich Spaß an der Sache haben, es aber trotzdem zu tun, nur um ihm eines auszuwischen ... herrje, die Frau hat noch einen langen Weg vor sich ...

Die Sprache ist zwar sehr direkt, sehr vulgär, aber doch irgendwie verharmlosend. Ich finde es witzig, wenn Autoren von sich behaupten, völlig schonungslos offen zu schreiben, dann aber von F*tzchen, T*ttchen, M*schen und ähnlichen niedlichen Dingen zu reden. Ich habe irgendwie das Schw*nzchen vermisst in ihren Beschreibungen, da war sie dann doch etwas deutlicher. Sind wir nun erwachsen, oder müssen wir drumrumreden? (meine Punkte zum Unkenntlichmachen nicht, weil ich drumrumrede, oder es nicht wage auszusprechen, sondern wegen Suchmaschinen)

Wie alle Personen zusammenhängen, hat mir einerseits sehr gefallen, so bekam das Buch am Ende eine vermeintlich komplexe Handlung. Auf der anderen Seite wirkt es zuletzt dann doch SEHR konstruiert, zwar von Anfang an geplant, aber doch sehr simpel. Ich habe das Buch vor allem deswegen bis zum Schluss durchgezogen, weil ich wissen wollte, was es mit der Schaufel auf sich hatte, und wie die Figuren nun zusammenhängen.

Was ich dem Buch zugute halten muss: ich habe sehr oft herzlich gelacht. Manchmal unfreiwillig von der Autorin, manchmal auch gewollt. Sie hat sehr gute Vergleiche, und wenn sie nicht gerade irgendeine saftige, klebrige, schmatzende, heiße usw Kopulation beschreibt, ist ihr Stil recht nett. Die Sexszenen wirken mir sehr maschinell, wirklich Lust kam da bei mir nicht auf, ich genoss dann eher die Interaktion mit den Personen, wenn man sich dann mal von Angesicht zu Angesicht gegenübersaß. Auch die Beschreibungen während des Dinners zwischendurch sind sehr gelungen.

Alles in allem ist es ein Buch, das man nicht wirklich gelesen haben muss. Man verpasst nichts. Auf der anderen Seite: es ist witzig, man kann mitreden. Und da es nur sehr kurz ist, ist es auch kein großer Zeitverlust. Also, andererseits, warum nicht, ...

SaschaSalamander 05.10.2010, 15.17| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Schräg, Erotik,

Steinernes Fleisch

Erster Satz:
Die Nacht atmete in der Wohnung wie ein dunkles Tier.

Letzter Satz:
Er musste sie nur finden.

Aus: Cornelia Funke: Reckless - Steinernes Fleisch; Dressler 2010

SaschaSalamander 04.10.2010, 09.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Statistik KW 39

Gelesen / Gehört
Scary Lessons 03 (E Ishikawa)
Galerie der Lügen (R Isau)
House of Night 01 (K und P C Cast)
Reckless (C Funke)
Nürnberg für Neugierige (J Wilkes)


Gesehen
Mr Magoriums Wunderladen
Ich - einfach unverbesserlich


Getauscht
Seraphim (K Lange)
Tod im Augustinerhof (D Kruse)
Tatort Franken (Div)
Dürers Mätresse (J Beinßen)
Stadtgrenze (V Bronnenmeyer)
Russische Seelen (V Bronnenmeyer)
Zerfall (V Bronnenmeyer)
Teurer Spaß (T Korber)
Falsche Engel (T Korber)
Toter Winkel (T Korber)
Triste Töne (T Korber)


Gekauft
HungerGames 1-3 Box-Set (S Collins)
Nürnberg für Neugierige (J Wilkes)
Der Henker von Nürnberg (A Hassel, U Schmid-Spreer)
Nürnberger Morde (A Hassel, U Schmid-Spreer)
Rosen in Sankt Johannis (L Bloom)
Ezd schlächds dreize (div)

SaschaSalamander 03.10.2010, 20.14| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik



 






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