SaschaSalamander
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Rosalie will ein Haustier

Den ersten Band >WIR LIEBEN DIE FREIHEIT< der Reihe habe ich bereits vorgestellt und dabei etwas mehr über ROCKY UND SEINE FREUNDE sowie den Autor Stephen Valentin und den Illustrator Jean-Claude Gibert erzählt. 

Der zweite Band ROSALIE WILL EIN HAUSTIER erzählt nun von Tieren im Tierheim und den Überlegungen, die man sich vor der Anschaffung eines Haustieres machen sollte: Rosalie und ihre Freunde besuchen für ein Referat das örtliche Tierheim. Das Mädchen entdeckt den Hasen Fred, und für beide ist es Liebe auf den ersten Blick, Rosalie MUSS diesen niedlichen Fratz haben! Sie überredet ihre Eltern, und schon kommt Fred zu ihnen nach Hause. Doch dann fangen die Probleme an, und bald steht die Familie vor der Frage, ob man Fred behalten kann oder wieder wegeben muss. Rosalie ist verzweifelt, was soll sie nur tun?

Und ich kann wieder alles bestätigen, was ich bereits im ersten Band erzählt habe. Die Themen sind sehr liebevoll aufgearbeitet, die Zeichnungen sind mit ihrem einfachen Strich allerliebst, und die Charaktere werden auf den wenigen Seiten sehr schön dargestellt. 

Es ist wirklich erstaunlich, wie ein kleiner Hase auf so wenigen Seiten so viel Unsinn anstellen kann. Hier wird anschaulich herausgearbitet, dass ein Haustier nicht nur Freude bereitet sondern vor allem auch viel Verantwortung mit sich bringt und welche Fragen man sich vorab stellen muss. Natürlich geschieht dies kindgerecht, und Erwachsene sollten in manchen Punkten etwas weiter denken. Aber hier geht es vor allem darum, Kindern zu zeigen, warum die Eltern nicht sofort in das nächste Tierheim flitzen, um eine Katze oder einen Hund zu holen, sondern warum sie es sich sehr genau überlegen. Das Kind wird in die Verantwortung genommen, gemeinsam mit der Familie darüber nachzudenken: wie teuer sind Futter und Tierarzt? Gibt es jemanden, der vielleicht allergisch ist? Wieviel Zeit braucht man für die Pflege und Betreuung? Was benötigt das Tier alles? Hat man genügend Platz in der Wohnung? Wie alt wird so ein Tier? Wohin damit im Urlaub? 

Für Eltern, deren Kinder nach einem Tier fragen, ein wirklich hilfreiches Büchlein, um angeregt durch die Geschichte sinnvoll und zielführend eine Anschaffung zu planen. Aber auch auch, wenn ich keine Kinder habe, und auch, wenn ich mir der Probleme der Anschaffung eines Tieres bewusst bin - ich fand den kleinen Comic trotzdem klasse. Rocky und seine Freunde sind mir auf den wenigen Seiten, die ich in beiden Büchlein gelesen habe, sofort ans Herz gewachsen. Ich freue mich auf weitere Abenteuer :-)

SaschaSalamander 30.09.2013, 09.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezension Comic | Tags: Kinder, Deutsch, Tip, Tiere,

Statistik KW 39

GELESEN / GEHÖRT
1- Der Geschichtenkater (U Scheffler)
1 - Alles für Bergkamen (S Fitzek)
2 - Einer flog übers Ordnungsamt (W Koczwara)


GESEHEN
Shaun das Schaf Staffel 1
Dr Who Staffel 4
Twin Peaks Staffel 2


NEUZUGÄNGE
Ein Job ist ein Job (C v Harb)
Märchenspiel (J Schreiner)
Sonntagstod (C Berling)
Adam (R Weber)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 29.09.2013, 20.24| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Was wir tun, wenn es an der Haustür klingelt

Kein Buch, sondern eine Sammlung von Diagrammen und Grafiken, die unser Alltagsleben perfekt aufs Korn nehmen. Es zeigt uns eigene Macken liebenswert vor, zeigt neue Anwendungsbeispiele von Murphys Gesetz und lässt den Leser immer wieder aufs Neue nicken, lachen, schmunzeln und verzweifelt aufjaulen. Viele der Bilder dürften den Bildern bekannt sein, weil das Buch eine Zusammenfassung der Best Of des >Graphitti-Blog< darstellt.

Auf jeder Seite findet sich eine Darstellung. Mal als Torten- oder Balkendiagramm, mal als Linie im Graphen, dann einfach als witzige Zeichnung. 

Manche Dinge sind einfach nur witzig, weil sie den Alltag gekonnt darstellen: So sieht man etwa, wie die Aufmerksamkeit des Publikums immer weiter sinkt, bis sie beim Satz "das Buffet ist eröffnet" schlagartig an ihrem höchsten Punkt ist. Und klar, dass der Shuffle-Modus bei der Wahl der Lieder, die man mag und die man hasst garantiert zu 80 Prozent die wählt, die .. naaaa, welche wohl? Wie hoch ist die statistische und die reale Wahrscheinlichkeit, einen USB Stick auf Anhieb richtig herum anzustecken?

Manches ist auf den ersten Blick zwar witzig, regt aber auch zum Nachdenken an und stimmt fast ein wenig traurig. Etwa die Gegenüberstellung, wie oft man wehmütig an früher denkt, wieviel man von der Zukunft träumt und wie oft man tatsächlich den Moment genießt. Oder die Gegenüberstellung, aus welchen Gründen junge Menschen damals ins Ausland gefahren sind und warum sie es heute tun. Die Überlegung, was Freunde bei geselligen Treffen damals taten und wie ein solches Treffen heute abläuft. Das, was man im Studium lernt und was man statt dessen im Berufsleben anwenden muss. 

Auch völlig schwachsinnige Verhaltensweisen werden uns vor Augen geführt, bei denen sich jeder ertappt fühlen dürfte. So ist es zum Beispiel seeehr sinnvoll, lauter zu reden, wenn der Gegenüber die eigene Sprache nicht versteht. Oder das Verhältnis der Zeit, in der man sich über die Steuererklärung aufregt und die Zeit, die man dann tatsächlich dafür aufwendet, sie auszufüllen ...

Und natürlich erhalten auch Hund und Katz´ ihre ganz eigenen Statistiken, etwa über bevorzugte Streichelzonen, Lieblingsfutter, Kuschelverhalten und andere Macken, mit denen sie uns in den Wahnsinn treiben ;-)

Köstlich, am liebsten wollte ich das Buch sofort am Stück herunterlesen, denn so eine Grafik ist schnell überflogen. Aber ich habe mich bemüht, immer nur ein paar anzusehen, zum Beispiel fünf oder zehn Stück, um es dann so richtig auszukosten und länger etwas davon zu haben. Naja, das wäre wohl eine neue Grafik: "Ausreden, warum ich dann doch noch eine und noch eine zusätzliche Grafik angesehen habe" ... 


SaschaSalamander 26.09.2013, 08.33| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Humor

Labyrinth der Spiegel

Leonid ist ein "Diver", er kann sich nicht nur mit Hilfe der Maschine in der virtuellen Welt bewegen, sondern er kann sogar ohne fremde Hilfe wieder auftauchen und in die Realität zurückkehren. Das ist etwas Besonderes, und seine Fähigkeiten sind gefragt. Als in der virtuellen Welt ein Mensch nicht zurück kann und selbst die fähigsten Diver daran verzweifeln, in zurückzuholen, wird Leonid um Hilfe gebeten. Doch es ist nicht so, wie es scheint, und seine Kräfte alleine genügen nicht. Er muss herausfinden, was wirklich geschehen ist  und warum die anderen Diver den Mann nicht aus der virtuellen Welt befreien konnten ... 

Es ist nicht leicht, dieses Buch zu beschreiben. Denn es erzählt von etwas, das existiert (Internet, virtuelle Realität, Second Life, Onlinegames und MMORPG). Und doch erzählt es von Dingen, die es nicht gibt. Denn es wurde 1996 in Russland veröffentlicht, wenn man die Vorlaufzeit des Autors dazu berechnet also Anfang oder Mitte 1990 geschrieben. Zu einem Zeitpunkt, als in Russland von Internet und FidoNet die Rede war, aber noch lange nicht von dem, was wir heute kennen. 

Ich finde, Dystopien / Sci-Fi, die von der Gegenwart eingeholt wurden, sollten einen eigenen Namen bekommen. 1984, LABYRINTH DER SPIEGEL, JONAS DER LETZTE DETEKTIV und ähnliche. Es ist erstaunlich, wie nah die Autoren der Realität oft kommen, ja manchmal sogar erschreckend!

Lukianenko hat eine Vision der Zukunft geschaffen, die bis auf einzelne Aspekte sehr realistisch ist. Daher liest sich das Buch recht ungewöhnlich. Es liest sich futuristisch, denn natürlich ist viel Visionäres dabei. Es liest sich aber auch sehr altmodisch, etwa wenn von FidoNet, Pentium II als HighEnd Rechner, Internet via Modem, einer Maus mit Kugelsteuerung etc die Rede ist.

Sehr schön sind auch all die vielen Anspielungen. Ich habe das Buch gelesen, weil mein Schatz zeitgleich das Hörbuch hörte. Na, warum nicht ein wenig darüber plaudern und sich austauschen? Und der Austausch war sehr interessant: er konnte mir einige der computertechnischen Anspielungen erklären, da er sich da um Längen besser auskennt. Dafür habe ich ihn hier und da auf literarische Anspielungen hingewiesen, denn Lukianenko verknüpft seine Bücher gerne mit den Werken anderer Autoren und streut viele Hinweise für Leser seiner eigenen oder auch fremder Werke ein. 

Aus heutiger Sicht ist das Buch vielleicht gelegentlich etwas träge. Es fehlt ein wenig der Reiz, da es nicht mehr unbedingt etwas Besonderes ist und man die Dinge, die er beschreibt, so bereits kennt. Dazu kommt, dass der Autor sich gerne über die Grenzen der Genres hinwegsetzt und auf gängige Konventionen pfeift. Daher vermischt er philosophische Ansätze mit fantastischen Elementen, und bei Sci-Fi trennt er nicht zwangsläufig in weltliche wissenschaftliche Fiktion und Weltraumepos. Wer zu seinen Büchern greift, sollte einfach Spaß an abgedrehten Geschichten haben und sich ganz auf das einlassen, was Lukianenko wieder einmal zaubert, egal ob es nun um parallele oder virtuelle Welten, Aliens, Vampire, Gestaltwandler, Zauberlehrlinge im Orient, russische Popkultur oder drachenreitende Jungs geht.

Lukianenko, der russische Phantast. Er liebt seine Heimat, er kritisiert sie auch, und er singt seine ganz eigene Lobeshymne auf sie. Er steht für Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt. Er begeistert sich für das Fantastische, er spinnt seine gedanklichen Netze in die Zukunft, und er liebt traurige Antihelden. Und ich liebe seine Bücher ... 

SaschaSalamander 24.09.2013, 08.36| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Fantasy, Sci-Fi,

Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte

Wieder ein Buch, das ich abgebrochen habe. Nicht, weil es mir nicht gefiel oder weil es gar schlecht wäre. Sondern weil ich es momentan einfach nicht lesen kann, es trägt zwar Hoffnung in sich, ist aber ein ganz schöner Downer. Nein, Leser mit Hang zur Herbstdepression sollten momentan etwas anderes lesen als Big Hig. Etwa ein Drittel habe ich gelesen, bis über die Hälfte habe ich überflogen, dann habe ich aufgehört. Daher wäre eine Rezension ziemlich vermessen. Aber ein paar stichpunktartige Gedanken möchte ich mir gerne machen, um das Buch für mich abzuschließen :-)

ZUM INHALT

Big Hig hat überlebt, während die meisten anderen Menschen dahingerafft wurden. Und so schlägt er sich durchs (Über)Leben. Nachdem er alles verloren hat, macht er sich auf den Weg, um einem alten Funkspruch nachzugehen, den er vor über drei Jahren aufnahm ...


ZUR FORM

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, Kapitel selbst gibt es keine. Sprachlich ist es sehr ungewöhnlich: keine Anführungszeichen für die Dialoge, und die Interpunktion ist sehr eigenwillig. Manchmal nur halbe Sätze oder ein Punkt mitten im Satz, um ihn danach weiterzuführen. Die Sprache soll Big Higs Gedanken simulieren, der Leser begleitet den Protagonisten, macht viele Streifzüge durch die Landschaft, teilt Higs Gedanken und Eindrücke. 


STICHPUNKTE

- es ist zwar etwas anders gemacht, aber auf den ersten Blick sieht es genauso aus wie John Greens DAS SCHICKSAL IST EIN MIESER VERRÄTER. Welches zuerst da war, weiß ich nicht, vielleicht hatten einfach zwei Leute die gleiche Idee. Trotzdem ungünstig, weil es da flink zu Verwechslungen kommen kann. Es gibt oft Leute, die in den Buchladen gehen und sagen "und er hat sich das Buch gewünscht, ich weiß es nicht mehr, aber das war ein blaues Cover mit so weißer Schrift drauf und ´ner Stadt oder so", ...

- Querlesen oder Überfliegen ist kaum möglich, zumal Vergangenheit und Gegenwart nicht immer grammatikalisch zu unterscheiden sind, Higs Gedanken eben. Stört mich aber nicht, ich mag es, wenn Bücher den Leser fordern und mehr sind als simple aneinandergereihte Sätze, die eine Handlung vorantreiben.

- Den Gedanken zu folgen, ist teilweise anstrengend. Manche Szenen ziehen sich doch sehr in die Länge. Ich benötige nicht zwangsläufig eine konsequente Handlung, um ein Buch zu mögen. Doch hier ist das Verhältnis etwas unausgewogen, irgendwann habe ich angefangen immer weiter vorzublättern, weil manche Momente zu lange ausgedehnt werden und ich das Interesse verlor.

- Das Buch ist sprachlich interessant und bemerkenswert. Ich überlege nur, ist es ernsthafte, gekonnte "Literatur", oder ist es zuviel und zu gewollt? Stellenweise wirkt es auf mich nicht "im Fluss" und nach gekonntem Schreiben, sondern nach zuviel davon, so als hätte der Autor sich bemüht, diesen Stil zu halten und wäre manchmal etwas daran vorbeigeschliddert, gestolpert. Sollen andere das entscheiden, die sich aufgrund Studium oder höheren Wissens berufen fühlen ;-)

- DAS ist es, was ich unter Dystopie verstehe. Nicht die Fantasy, die in der Zukunft spielt und ein paar Jugendliche in Wüsten oder Arenen packt. Sondern eine realistische Variante von dem, was eines Tages sein könnte. Allerdings ist diese Variante sehr, sehr düster, trotz gelegentlicher Hoffungsschimmer sehr entmutigend, deprimierend. Kann ziemlich runterziehen. Macht mir Angst.

- Das Buch gefällt mir, weil es voller Widersprüche ist. Etwa Higs warmes Herz, sein menschliches Verhalten, seine weiche Seite, sein Mitgefühl. Dagegen die kalte Welt, der brutale Bangley, die unzähligen Tode, ja auch Morde und Kämpfe. Es liest sich sehr schön, wie Hig versucht, in dieser Härte um ihn herum selbst menschlich zu bleiben, auch wenn er für das Überleben grausame und brutale Dinge tun muss.

- Ein sehr schönes Gedankenspiel. Der Leser wird oft animiert sich zu fragen "was hätte ich reagiert". Ich mag es, wenn Bücher nicht konsumiert werden sondern das Innere rühren und eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Thematik erfordern.

- Ärgere mich ein wenig, dass ich es nicht beendet habe. Aber ich weiß nicht, ob es jemals einen Zeitpunkt gibt, wo ich es lesen werde. Horror, das ist für andere Blut, Spinnen, Monster, Aliens. Horror, das ist für mich Mensch gegen Mensch. Krieg, Gewalt, das gegenseitige Ausrotten und das Sich-Nicht-Mehr-Vertrauen. Andere kriegen Albträume bei Stephen Kings ES oder FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE. Ich kriege Albträume von THE LAST STAND und BIG HIG. 

Zwei schöne Rezensionen:
>Popkulturschock<
>Katze mit Buch<

SaschaSalamander 23.09.2013, 08.38| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Dystopie



 






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