SaschaSalamander
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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Rezensionen Film

Die Abenteuer von Mr Peabody und Sherman

Ein Film, den ich unbedingt kurz vorstellen möchte, ist DIE ABENTEUER VON MR PEABODY UND SHERMAN. Ein Animationsfilm für die ganze Familie. Davon gibt es inzwischen dank Computertechnik ja mehr als genug. Nicht alle gefallen mir, aber dieser hier hat mich gestern restlos überzeugt. Dieser Film hat es einfach verdient, erwähnt zu werden!
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SaschaSalamander 02.02.2015, 09.14 | (0/0) Kommentare | PL

Oculus

Früher begeisterte Horrorfans, sehen wir inzwischen nur noch sehr selektiv. Einer, der mal wieder in unser Raster fiel, war OCULUS. Unter anderem wegen Karen Gillian, die als Amy Pond aus Dr Who bekannt ist.
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SaschaSalamander 15.01.2015, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL

Jack und das Kuckucksuhrherz

>Hier< habe ich Euch bereits meine Eindrücke über das Buch geschildert. Im Kino habe ich mir den Film nicht angesehen, aber zu Hause auf Leinwand in HD wirkt es dennoch atemberaubend. Ich ging mit dem Film an sehr hohe Erwartungen heran und rechnete damit, bitterlich enttäuscht zu werden, da ich mir eine angemessene Umsetzung nicht vorstellen konnte. Doch meine an sich schon sehr hohen Erwartungen wurden sogar noch weit übertroffen!
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SaschaSalamander 07.01.2015, 09.46 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Shallow Ground

Ein blutüberströmter Junge steht vor der Tür der Polizei. Wer er ist und woher er kommt, gilt es herauszufinden, aber das stellt sich als eine ziemlich große Herausforderung dar. 

Einerseits möchte ich nicht spoilern, andererseits müsste es, damit ich spoilern kann, auch eine Handlung geben. Gibt es aber nicht. Oder, irgendwie, ja, doch, schon. Sogar mehrere. Wie die jetzt aber zusammenhängen, und was das eigentlich zu bedeuten hat, das erschließt sich nicht so wirklich, und wie es dazu kam oder was genau der Sinn dahinter ist, das bleibt dem Zuschauer verborgen. 

Nun gut. Slasher, Blut, Mysterium, der Film ist aufgrund des Genres prädestiniert dafür, keinen Sinn zu ergeben. Plotholes, Logikfehler, schlechte Maske, unfreiwillige Komik, genau diese Dinge machen solche Filme doch erst sehenswert, deswegen lieben wir sie doch. Aber SHALLOW GROUND hat da wirklich die Messlate extrem tief angesetzt und nahezu alles, was ich kenne, deutlich unterboten.  

Obwohl das Blut literweise fließt, obwohl der Protagonist sich Mühe gibt möglichst böse zu gucken, obwohl einige Kameraeinstellungen wirklich gruslig sein könnten, obwohl wasweißichnichtalles kommt einfach keine Spannung auf. Ich bin ein Schisser, aber diesen Film könnte ich nachts alleine ansehen und dann ohne Licht ins Bad und anschließend ins Bett und sofort einschlafen. Die Filmemacher schaffen es einfach nicht, Spannung zu erzeugen oder das Gefühl der Bedrohung zu vermitteln. 

Wirklich schade. Denn die Effekte mit dem ganzen Blut sind okay, könnten herrlich eklig sein und haben selbst mich hartgesottenen Filmfan ein, zwei Mal zum Würgen gebracht. Die Grundidee hinter der Story ist an sich auch klasse und hätte das Zeug zu einem richtig genialen Schocker. Serienkiller, übernatürliche Kräfte, ein kleines verschlafenes Örtchen mitten im Wald, dazu ein paar Mordopfer die sich blutig rächen wollen, das ist doch die perfekte Mischung. Es gibt in diesem Film sogar ein paar Ideen, die ich so in anderen Filmen noch nicht gesehen habe, wäre also wirklich innovativ. Doch durch die Machart ist es leider trotz seiner Neuheit vorhersehbar und langweilig. 

Ich dachte ja anfangs, dass es an mir läge und ich einfach nicht aufgepasst habe. Denn da der Film gerade zu Beginn ziemlich langsam nur in Fahrt kommt, war ich abgelenkt und habe ein paar Szenen verpasst. Etwa zur Mitte hin zieht er gewaltig an, ich war für zehn Minuten richtig gefesselt. Tja, und dann geht es nur noch abwärts und wird immer abstruser, langweiliger und unzusammenhängender. Bis hin zum Finale, das einen zweiten Teil verspricht, den aber sicher niemand sehen möchte. Dass das aber nicht alleine mein Problem ist, zeigen mir unzählige Rezensionen, die teilweise sehr vernichtend über den Film schreiben. 

Der >Filmschatzsucher< beschreibt es recht gut. Und >IneinemSatzHorror< hat es - eben in genau einem Satz - treffend auf den Punkt gebracht. Übrigens, "in einem Satz Horror" ist ein klasse Konzept, die Seite gefällt mir, seht sie Euch mal an ;-)

Mein Fazit: egal, welcher Film an diesem Abend für Euch noch zur Auswahl steht - nehmt den anderen ;-)

Cover gibt es nicht zu sehen, weil ich mich selbst ärgere, wenn mir ungefragt Fratzen, blutüberströmte Körper oder Schauerdinge entgegenspringen im Internet. Zu sehen ist ein blutiger Fuß, der über einen Fußboden läuft, eine Blutspur hinter sich herziehend. Passt sehr gut zum Film, ist ein toller Catcher.

SaschaSalamander 21.07.2014, 08.38 | (0/0) Kommentare | PL

Willkommen in Wellville

Eine Rezi aus dem Fundus der gespeicherten Beiträge. Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass ich den Film gesehen habe. Macht nix, erinnere mich noch immer gerne daran. Und damit der Blog nicht verwaist, wenn ich aktuell mal weniger tippe, hier ein Oldie:

Dr. Kellog ist Arzt und leitet das BattleCreek Sanatorium in WellVille. Eleanor und William Lightbody wollen sich dort gemeinsam kurieren lassen. Während sie absolut begeistert ist von dem Arzt und seinen Methoden, ist er eher skeptisch. Die beiden beginnen sich zu entfremden. Als plötzlich mehrere Menschen sterben, bekommt William es mit der Angst zu tun. Und gleichzeitig, abseits des Sanatoriums, versucht jemand sich eine neue Firma aufzubauen, nachdem sein Geschäftspartner die Gelder veruntreute und sie nun vor dem Nichts stehen. Sie planen das Rezept der Gesundheitsflocken des Dr Kellog zu imitieren und damit erfolgreich zu werden.

Dieser Film ist inhaltlich sehr schwer zu beschreiben und noch schwerer zu rezensieren. Der schräge Humor, der ungewöhnliche Soundtrack und die mit unorthodoxen Methoden erzählte Handlung lassen sich nur schwer beschreiben. Eigentlich müsste ich sagen "seht es Euch einfach selbst an", damit wäre alles gesagt. Aber Ihr kennt mich, ich versuche trotzdem, es irgendwie zu beschreiben ;-)

Die Handlung läuft zwar linear (bis auf einige Rückblicke), dennoch gibt es mehrere Handlungsstränge. Und es gibt zwar einen roten Faden und einen Handlungsverlauf, dennoch sind es eher episodenhafte Bruchstücke, die sich zu einem Gesamtbild fügen und deren Reihenfolge man gelegentlich auch abändern könnte. Diese Bruchstücke zeigen dem Zuschauer einfach auf, was in BattleCreek los ist, und diese Episoden machen für mich einen großen Reiz des Filmes aus, da sie auf herrlich böse Weise den Körperkult und Gesundheitswahn aufs Korn nehmen.

Der Humor ist ebenso schwer zu beschreiben: im Grunde ist der Film gar nicht komisch, er ist sehr ernst gedreht und zeigt eigentlich nur, was den Protagonisten widerfährt. Er ist auch nicht unfreiwillig komisch, da alles sehr durchdacht und perfekt platziert und in Szene gesetzt ist, von der Musik über die Kostüme, Masken etc. Was macht es jetzt aber auch? Ich finde, es ist das Überbetonen kleiner körperlicher Merkmale (Zähne, Nase, Augen usw), das minimale Überspitzen eines alltäglichen Rituals, die unerwarteten Reaktionen auf normale Verhaltensweisen, die Dramatisierung undramatischer Momente. Und vor allem die grandiosen Dialoge, deren Witz hinter den Worten liegt und sich erst aus der Kombination von Wort, Handlung und Bild ergibt. Der Humor hat den Charme der alten amerikanischen Filme (den ich sehr mochte im Gegensatz zu den neuen, plumpen Scherzen von heute) und die Offenheit (hinsichtlich sexueller und körperlicher Belange) der Briten. Alles zusammen ist eine Kombination, die wie gesagt nur schwer zu beschreiben ist und einfach selbst erlebt werden muss. Und ich denke, sie ist recht eigenwillig und dürfte die Zuschauer spalten in "was für ein Meisterwerk" und "so ein Schrott". 

Absurd und bizarr, nichts Menschliches ist diesem Film fremd, seien es Körperfunktionen, Gelüste, Ängste, niedere Instinkte und weitere ansonsten tabuisierte Themen. Weidlich ergötzen die Macher sich daran, ihre Protagonisten zu entblößen und allerlei schambehafteten Situationen auszusetzen, ohne dass man dabei vulgär würde oder zeigt. Nein, gezeigt wird hier nicht, aber sehr viel angedeutet und besprochen. Warum auch nicht, immerhin ist hier ein Sanatorium, da redet man nicht über Torten und Blümchen, sondern über das, was man täglich erleidet und das, worauf man verzichten muss. 

Eine Karikatur des ZAUBERBERGs, ein absurder Vater-Sohn-Konflikt wie bei CHARLIE UND DIE SCHOKOLADENFABRIK, Charaktere wie in EINE REIHE BETRÜBLICHER EREIGNISSE, britische Offenheit wie bei MONTY PYTHON und LITTLE BRITAIN. Wer sich für Roald Dahl, Lemony Snicket, Monty Python, A S Neill und ähnliche Titel begeistern kann, dürfte WILLKOMMEN IN WELLVILLE als Meisterwerk feiern. Alle anderen werden sowieso nach fünf Minuten wieder ausschalten ;-)


SaschaSalamander 12.05.2014, 09.06 | (0/0) Kommentare | PL

Food Fight

Das Cover dieses Filmes erinnert sehr an >FOOD INC<, vermutlich ist das Absicht, um Zuschauer zu locken. Dennoch haben die beiden Film wenig miteinander zu tun in meinen Augen. Während FOOD INC vor allem die Zustände der Betriebe und Großunternehmen zeigt, stellt FOOD FIGHT eher einzelne Personen und Restaurants vor, um durch deren Konzept auf die Wichtigkeit von regionalem und ethischem Konsum hinzuweisen. 

Es geht auch weniger um Tiere (entgegen der Aussage des Covers), eher um regional angebautes Gemüse. Es ist schon interessant zu sehen, wie sich der Anbau einzelner Produkte im Laufe der Jahre verändert hat, wie der Blick der Gesellschaft sich gewandelt hat und wie Fertiggerichte damals immer mehr die Küchen eroberten. Aber es ist eben nicht das, was der Film an sich impliziert, da hätte man ihn besser "eine kurze Geschichte der Fastfood-Industrie" nennen sollen. 

Auch wird ein Restaurant vorgestellt, was zwar im ersten Moment recht interessant ist, sich dann aber zu lange zieht. Die Persönlichkeit des Kochs, die Gestaltung der ersten Rezepte, der Einkauf der Inhaberin auf dem lokalen Markt, das wird einfach sehr schnell langweilig und hat wenig mit dem zu tun, was der Zuschauer eigentlich sehen wollte. Der Zuschauer will keine Werbung für ein Restaurant, in das er eh niemals gehen wird, sondern harte Fakten über Ernährung.

Zwischendurch werden kleine Cartoons im Stil der amerikanischen Lehrfilme eingeblendet, um verschiedene Dinge zu verdeutlichen. Nun ja, das mag gefallen wem will, ich selbst empfand das als sehr unpassend und störend und vor allem auch dem Thema nicht gerecht. 

Nein, Food Fight kann ich nicht wirklich empfehlen. Wer Zeit hat und ihn sehen mag, kann es gerne tun, es gibt schlechtere Filme, und das Thema an sich ist recht interessant. Aber wer sich tatsächlich darüber informieren will, wo unsere Nahrung herkommt und was sie beinhaltet, für den gibt es bessere Dokumentationen.


SaschaSalamander 24.03.2014, 08.44 | (0/0) Kommentare | PL

Pacific Rim

Action ist nicht mein favorisiertes Genre. Aber abends nach der Arbeit oder wenn ich am Wochenende einfach mal Lust auf ´nen Popcornabend zu Hause habe, dann brauch ich das manchmal. Allerdings habe ich da ganz spezielle Kriterien, und nur die wenigsten Actionfilme erfüllen diese. Denn bei zuviel Krachwumm kann ich nicht mehr folgen, verliere die Lust daran. Und bei zu wenig ist es ja kein Action mehr. Ich bin schon ein undankbarer Zuschauer ;-)

Als Schatz sich PACIFIC RIM holte, war mir klar, dass er den alleine gucken kann. Klingt ja schon wie ne billige Kopie von Neon Genesis Evangelion (an das kommt eh kein Film aus der Blockbuster-Schmiede heran, einfach aus Prinzip, jawoll), dazu noch ein bisschen Godzilla und Transformers. Neeeee, zuviel für meinen Geschmack. Also guckte er den Film alleine. 

Außerirdische kommen aus einem Riss tief unten im Meer. Um sie zu bekämpfen, bauen die Menschen kolossale Mechas, die nur von zwei Piloten gemeinsam gesteuert werden können. Einer von ihnen hatte nach dem Verlust seines Bruders / Kampfpartners geschworen, niemals wieder zu kämpfen. Doch wieder einmal wird die Erde bedroht, und er ist der einzige, der noch helfen kann ... 

Und während es da so über die Leinwand krachte, hat der Film mich wider Erwarten immer mehr gefesselt. Vorab: der Film ist billig, es ist simple Unterhaltung, Tiefgang hat er nicht aufzuweisen, und er ist tatsächlich eine simple Kopie, die vor Klischees nur so strotzt. Wirklich als "guten Film" empfehlen kann ich ihn nicht, da würde mein Gewissen aufjaulen.

Aber: wenn ich Action will, will ich Unterhaltung. Und die gibt es hier so gut wie meiner Ansicht nach schon lange nicht mehr. Hab dann irgendwann doch mitgeguckt, weil es einfach zu gut gemacht war. 

Hirn und Verstand hat die Handlung nicht zu bieten. Dafür aber Herz und Humor. Der Film nimmt sich selbst nicht so ernst. Die Macher sind sich bewusst, dass sie mit Klischees spielen und nehmen das selbst gerne mal aufs Korn. Sätze wie "entweder wir versuchen die Stellung zu halten und dabei draufzugehen, oder wir tun was richtig Dummes und greifen sie jetzt an" persiflieren einfach ganz hervorragend alles, was man aus diesen Filmen schon kennt, und natürlich tun die Protas genau das, was so richtig dämlich ist, aber während ich sonst genervt aufstöhne konnte ich hier herzlich deswegen lachen. 

Oder eine andere Szene, ein mächtiger Kampf, der gewaltige Mecha rammt seine Faust in ein Gebäude, es splittert und splattert, das Metall kracht durch die Stockwerke, wird langsamer, kommt zum Stehen, stupst mit der Fingerspitze ein Kugelspiel auf dem Tisch, das nun fröhlich zu pendeln beginnt. Selten dämlich und deswegen einfach wieder gut. Der Film ist nicht von der Kategorie "grottig und unfreiwillig gut", sondern er spielt bewusst mit solchen Elementen. 

Die Action ist knallhart und extrem bildgewaltig. Einer der Filme, für die man dankbar ist Beamer und Leinwand sein eigen zu nennen und dann im Großformat alle Details der HD-Blu-Ray genießen zu dürfen. Und trotzdem ist es keine Art der überladenen Action, der man nicht mehr folgen kann (mein schaurigstes Negativbeispiel ist Transformers, welches Hirn und Auge derart überreizt, dass kaum ein normaler Zuschauer noch irgend etwas mitbekommt). Sondern die Handlung (sosehr ich auch unke, ein bisschen Handlung hat der Film schon, das kann man ihm nicht abstreiten, auch wenn sie so platt ist wie ein Wohnhaus nach ´ner Alien-Attacke) lässt sich gut nachvollziehen. Die Bilder sind geballt und mächtig, bleiben aber überschaubar. 

Die Schauspieler sind prima, spielen die schrägen und schrulligen Charaktere sehr überzeugend, man sieht dass sie irre viel Spaß beim Dreh und miteinander hatten, das kommt sehr gut beim Zuschauer an. Vor allem "Hannibal" und die beiden verrückten Wissenschaftler sind die Stars dieses Streifens und sorgen immer wieder für herausragende Momente.

Alles in allem: eine Glanzstunde des modernen Films ist PACIFIC RIM sicher nicht. Muss es auch nicht. Es ist einfach witzige Unterhaltung für einen Abend mit ordentlich Wumms und Krach und Humor. Schade, im Nachhinein ärgere ich mich, das nicht im Kino erlebt zu haben ... 


SaschaSalamander 19.03.2014, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL

I sell the Dead

Ich mag britischen Humor, und groteske Themen wie Zombies, Vampire und Grabräuber sind genau meine Welt. Nachdem ich von mehreren Seiten auf I SELL THE DEAD aufmerksam wurde, musste ich mir diesen Film ansehen. 

Ein Grabräuber offenbart sich vor seiner Hinrichtung dem Geistlichen. In einzelnen Episoden erzählt er, wie er als Kind an diesen Job geriet, wie er und sein Partner immer neue Wege fanden, sich Leichen zu besorgen. Und sie treffen nicht nur auf Tote, sondern auf allerlei Untote und geheimnisvollen Wesen. 

Als Horrorfilm ist es nicht bezeichnen, eher als Trash-Komödie im Stil der alten Schinken aus den Hammer-Studios, gedreht mit der Tricktechnik und Optik von heute. Eine tolle Kombination. Die Schilderungen sind schon sehr morbide und bizarr, und Freunde des Grotesken kommen hier voll auf ihre Kosten, Grusel und Albernheiten Hand in Hand.

Trotzdem konnte uns der Film nicht wirklich überzeugen. Die Episoden sind mir zu zusammenhanglos aneinandergereiht, Spannung im Handlungsverlauf kam nicht wirklich auf. Die Mischung aus Ich-Erzähler, "normaler" Filmhandlung und gelegentlichen Comic-Elementen ist zwar ungewöhnlich und einfallsreich, aber es fehlt einfach der Pep. Ich kam nie so wirklich in den Film hinein, und viele Gags purzelten einfach über mich hinweg, ich verzog gelegentlich mal kurz den Mund, aber wirklich lachen konnte ich an keiner Stelle, dafür war es mir dann an vielen Stellen einfach zu flach.

In der ersten Hälfte dachte ich immer "wann gehts denn los, wann kommt was". Aber dann habe ich irgendwann verstanden, dass das keine Einleitung war sondern tatsächlich die Erzählweise des gesamten Films. 82 Minuten Geplauder in schicker Optik.

Nun ja, die Friedhofsstimmung, die stinkende alte Stadt, der Nebel über den Gräbern, das hat eine ganz eigene Atmosphäre, und die Charaktere sind herrlich dreckig, eklig (viele Filme wollen zwar die damalige Zeit imitieren, scheitern aber an zu sauberen Kostümen und Frisuren). Und in der zweiten Hälfte wird der Film dann auch etwas spannender, sobald mehr Akteure und Wesen auf der Bildfläche erscheinen. 

Dominic Monaghan (HERR DER RINGE, LOST) und Ron Perlan (NAME DER ROSE, HELLBOY) sowie auch die anderen Schauspieler machen ihre Sache wirklich hervorragend. sie können die schrägen Charaktere mit all ihren Macken glaubhaft verkörpern. Wenn ich mal schmunzelte, lag es weniger am Humor als vielmehr an den Künsten der Darsteller. Der niedliche, etwas naiv-trottelige Monaghan, der düstere Perlman mit seinem durchdringenden Blick, sie passen so gut, als wären die Rollen auf sie zugeschnitten worden. 

Alles in allem hat I SELL THE DEAD mich also nicht in allen Punkten überzeugt, in mein Regal wird er es nicht schaffen, und zwischendurch hatte er etliche Längen. Humor und Erzählweise sind einfach nicht zu mir durchgedrungen. Aber die Optik, das Setting und die Schauspieler haben eine Menge davon wieder herausgeholt, sodass es insgesamt ein doch recht unterhaltsamer Film ist. 

Wertung: 5 von 10 aufgeregt im Käfig hüpfende Ghule

SaschaSalamander 14.03.2014, 08.37 | (0/0) Kommentare | PL

Paulette

Paulette ist Rentnerin. Nach dem Tod ihres Mannes hat ein "Schlitzauge" das Restaurant übernommen. Sie selbst hat nicht genug zum Leben, ihre Tochter ist mit einem Schwarzen verheiratet, und überhaupt geht es ihr ziemlich dreckig. Sie schimpft sie wettert, sie ist ausländerfeindlich und eigentlich auch sonst homophob. Als dann auch noch der Gerichtsvollzieher alles pfändet, hat sie genug. Sie erfährt zufällig, dass in ihrer Nachbarschaft ein Dealer mit Drogen handelt und damit scheinbar ziemlich gut Geld macht. Na, wenn sie nicht mal mehr Geld für die Telefonrechnung hat, warum nicht? Also geht sie zu Vitto und steigt ins Geschäft ein. Weit erfolgreicher, als sie und die anderen Dealer sich das hätten träumen lassen. Natürlich führt das zu Verwicklungen, etwa weil der Schwiegersohn Polizist ist, weil sie Ärger mit den anderen Dealern im Revier bekommt und auch ihre Freundinnen langsam merken, dass etwas nicht stimmt. Paulette wird nicht nur reicher, sie verändert sich auch, und diese Veränderungen machen ihr Angst ... 

aaaah, ein köstlicher Film! Eine ausführliche Rezi möcht ich nicht tippen. Aber ein paar Gedanken dazu loswerden :-)

Ich habe mich köstlich amüsiert. Ein paarmal blieb mir das Lachen im Hals stecken, denn die Franzosen nehmen kein Blatt vor den Mund. Wenn der Enkel fragt "Warum magst Du mich nicht, Omi", dann sagt sie mit kaltem Blick "weil Du schwarz bist". Dies nur ein Beispiel von vielen, wo man sich regelrecht verschluckt und erst einmal nicht weiß, wie man reagieren soll. Bitte nicht trinken oder essen während dieses Films!

Trotzdem ist der Film selbst in keinster Weise fremdenfeinlich oder bösartig. Er zeigt vielmehr die hilflosen Versuche einer verzweifelten, verbitterten Frau, im Leben wenigstens ein bisschen Freude und Anerkennung zu verdienen. Und ohne Hollywood-Kitsch gelingt es den Machern, so etwas wie eine Botschaft zu transportieren und auch ein Happy End zu schaffen. Die Veränderungen Paulettes sind nachvollziehbar, und es macht Spaß, die Entwicklungen der Situation und der beteiligten Personen zu verfolgen. 

Schön ist auch, dass hier die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Ja klar, es geht um illegale Geschäfte. Dennoch hat Paulette ihre ethischen Grenzen, die man so auch vertreten kann. Und obwohl sie illegale Dinge tut, obwohl sie eine auf den ersten Blick absolut böse Frau ist, so kann man sie doch verstehen, wenngleich man ihr Verhalten und ihre Taten nicht gutheißt. Der Spagat ist den Machern unglaublich gut gelungen. 

Altersarmut und Drogen sind ein ziemlich ernstes Thema, und die Dramatik hinter der Komödie ist zwischendurch spürbar. Die Grenze zwischen Klamotte, Drama und Komödie verschwimmt manchmal ein wenig. Manchmal ist der Film etwas zu albern für das eigentlich ernste Thema. Manchmal zu ernst für den Humor und die bissigen Sprüche. Auch gibt es gelegentlich ziemlich heftige Logikfehler und Dinge, die so einfach nicht glaubwürdig  sind und in der Realität wohl deutlich anders funktionieren würden.

Aber diese kleinen Macken ignoriere ich gerne. Denn es ist ein gelungener Film, ich habe viel gelacht, die Schauspieler machen ihre Sache wirklich gut, die Charakterentwicklung ist nachvollziehbar und die Story ziemlich unterhaltsam. Ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten, und der Humor ist schon ziemlich ... speziell. Aber das Bild, wie die alte Paulette einfach nur den Mittelfinger rausstreckt und ihr fiesestes "Killerface" aufsetzt ... oder der Anblick der vier alten Damen, die einen Drogendealer umkreisen und mit Waffen einschüchtern, das hat einfach was! 

Wenn man gerne mal bissige Komödien sieht, die sich abseits von Hollywood und deutschen Klamotten bewegen, sollte man Paulette auf keinen Fall verpassen. 

SaschaSalamander 07.03.2014, 08.40 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Food Inc

FOOD INC erzählt, was hinter den Versprechungen der Lebensmittelindustrie steckt und wie die Dinge "hinter den Kulissen" aussehen. Zeigt die Qual der Tiere in den übervollen Ställen, die Machenschaften des Genmais-Riesen Monsanto, zeigt welche Giftstoffe in den Produkten enthalten sind. Der Bürger glaubt häufig, selbst entscheiden zu können, was er zu sich nimmt, doch die Realität ist leider eine andere. 

Der Film ist interessant und abwechslungsreich gestaltet, zeigt einige erschütternden Bilder, aufrüttelnden Interviews und bringt so manchen Zuschauer zum Nachdenken. Ausgezeichnet mit zwei Emmys, für den Oscar nominiert als beste Doku und empfohlen von diversen veganen, vegetarischen und bio-affinen Seiten. 

Allerdings ist er ziemlich auf amerikanische Verhältnisse zurechtgeschnitten, sodass man zum Beispiel bei der Schilderung der amerikanischen Familie über im Supermarkt angebotene Lebensmittel und deren Preise einfach umdenken muss. Während in den mir bekannten Büchern in solchen Fällen in einer Fußnote die deutschen Verhältnisse hierzu geschildert werden, wird dies im Film leider nicht getan. Trotzdem ist all das, was in dem Film erzählt wird, auch sehr gut für deutsche Verhältnisse zu "übersetzen". Es ist erschreckend, wiesehr der Tod von Tieren inzwischen institutionalisiert ist. Die nette Bergbauernkuh ist lediglich das, was dem Verbraucher auf Verpackungen und in der Werbung vorgegaukelt wird.

Der Film richtet sich eher an Neulinge, die sich noch nicht mit dem Thema "woher kommt unsere Nahrung" befasst haben. Für diese jedoch ist der Film ein Augenöffner und zeigt drastisch und ungeschönt, warum man vor dem Konsum erst einmal nachdenken sollte. 

Ich möchte den Film hier kurz vorstellen, weil ich es doch wichtig finde, auf solche Dokumentationen hinzuweisen. Und vielleicht ist der ein oder andere ja neugierig, was so schlimm daran sein soll, wenn es ein Patent auf Lebensmittel gibt, und warum man den Genuss von Eiern nicht so leicht mit "die legen die doch sowieso" rechtfertigen kann. Dem kann ich FOOD INC nur empfehlen :-)

Ergänzung, nachdem einige Kommentare und PNs via Facebook erfolgten: Food Inc ist stellenweise ziemlich brutal, und die Bilder sind sehr eindringlich. Hier wird nichts geschönt, und das Leid wird so gezeigt, wie es tatsächlich ist. Keine glücklichen Kühe auf saftigen Wiesen, statt dessen schreiende, gequälte, blutende Tiere. Ich finde es wichtig, dass der Film solche Bilder zeigt um klarzumachen, dass ein überzüchtetes Huhn qualvoll verenden kann aufgrund Haltungsbedingungen und körperlicher Entkräftung, selbst wenn der Verbraucher denkt "sie legen ja sowieso Eier". Hier wird gnadenlos mit vielen Mythen aufgeräumt.

Ich selbst kann das Leid nachempfinden, muss solche Bilder nicht sehen. Daher hatte ich das auch nicht in meiner Beschreibung erwähnt, denn an diesen Passagen habe ich den Blick abgewendet und nur dem Ton gelauscht, nebenher am PC andere Dinge erledigt. Schon als Kind bekam ich Albträume, selbst wenn nur im Märchen oder Kinderfilm ein Hund geschlagen wurde oder ein Tier in der Falle verendete. Nein, ich muss das nicht sehen. Aber es ist wichtig, dass Menschen, die das nicht wissen, hinsehen und es sich bewusst machen. Dieser Film ist da einen recht mutigen Schritt gegangen!


SaschaSalamander 04.03.2014, 08.39 | (0/0) Kommentare | PL



 






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