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Blogeinträge (themensortiert)
Thema: Zerlegt
Sie weiß, was sie will
vor einiger Zeit habe ich viel in der Bibliothek und von Freunden geliehen, nahm eben was da war, und da habe ich oft danebengegriffen. Irgendwann wurde das Bloggen intensiver, habe ich auch selbst mehr Geld investieren können durch den Job, habe ich bewusster auf Titel, Verlage und Autoren geachtet. Da ich viel mit Texten arbeite, blättere ich im Buchladen auch mal flink durch einen Titel und erkenne recht schnell, ob ich damit warm werde oder nicht.
Inzwischen habe ich ein recht gutes Gespür für meinen persönlichen Geschmack. Es gibt Leseproben. Und ich kenne die Autoren und weiß, ob mir ein Schreibstil zusagt. Ich kenne den Verlag und weiß, ob die Titel in mein Beuteschema passen oder nicht. Auch erkenne ich an der Inhaltsangabe, ob das Thema mich reizt, ob ich es schon zu oft gelesen habe oder ob es nicht mein Ding ist.
Wenn ich dann von 20 Büchern trotzdem mal eines dazwischen habe, das mir wider Erwarten nicht gefällt, dann lese ich es nicht zu Ende. Dazu ist mir meine Zeit zu schade. Und wenn ich es nicht zu Ende gelesen habe, dann rezensiere ich es auch nicht. Erzähle unter "Aktuelles" vielleicht kurz davon, aber ich halte mich nicht länger damit auf.
Und deswegen gibt es hier eigentlich fast nur noch begeisterte Rezensionen: weil ich genau weiß, was ich will :-)
SaraSalamander 23.12.2011, 21.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Alice und Coraline
Diesmal habe ich wieder nicht aufgepasst. ALICE IM WUNDERLAND sowie ALICE IM SPIEGELLAND lese und höre ich aktuell (vergleiche verschiedene Übersetzungen sowie das Original), und als Roman zwischendurch lese ich CORALINE.
Zwei grundverschiedene Bücher, aber auch gewisse Ähnlichkeiten. Ein Mädchen geht in eine andere Welt, in der die Dinge sich in manchen Dingen sehr von unserer Realität unterscheiden. In beiden Büchern habe ich parallel gerade die Diskussion um Namen.
Ein Insekt diskutiert mit Alice über Sinn und Unsinn von Namen. Und die Katze erklärt Coraline, wie unsinnig doch der Einsatz eines Namens sei. Ich dachte mir eben "na, sogar Shakespeare wird hier zitiert" (what´s in a name usw", dieses Zitat fiel wörtlich). In dem Moment wusste ich schon gar nicht mehr, wer das gesagt hatte. War das das Insekt gewesen? Oder sagte das eine der beiden alten Damen in Coralines Haus?
Mannmann, lästig sowas!
Dabei will ich nicht mal behaupten, dass Gaiman abgekupfert hat, sonst dürfte man ja gar nichts mehr schreiben, was irgendwie mit einer fremden Welt zu tun hat, dann dürfte man ja kein Fantasy mehr schreiben. Gaiman ist was ganz anderes. Trotzdem lassen sich so manche Parallelen nicht leugnen, nicht nur in Hinblick auf die Namen ...
SaraSalamander 16.07.2011, 18.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Stiefel mit Pelzkragen
"In Stiefeln mit hochgezogenem Pelzkragen stapfte er durch den Garten".
LOL! Nicht nur im geschriebenen Text, auch beim Vorlesen sollte man die Kommata streng einhalten! :-) Ich habe einen Moment gebraucht, bis ich diese Passage des Hörbuches verstanden hatte.
(aus: Zoran Drvenkar, Du bist zu schnell)
SaraSalamander 04.07.2011, 21.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Tabubruch
*******************************
Diesmal möchte ich über ein Thema schreiben, das mich sehr bewegt. Es ist eine Diskussion, in der es keine einstimmige Antwort geben wird. Und auch ich selbst schwanke, denn es gibt viele Teilaspekte. Es geht um das Thema "Tabu". Inwieweit darf ein Buch an einem Tabu rütteln? Immer nur vom Alltag mag man nicht lesen, und die Autoren überschlagen sich mit immer extremeren Dingen. Aber wo ist die Grenze? Klar hat jeder Mensch andere Grenzen, aber wo sollte die Gesellschaft eine Grenze ziehen? Sollte sie überhaupt? Und auch: welche Intention hat ein Buch? Solles nur unterhalten? Soll es die Realität widerspiegeln? Und wenn es die Realität widerspiegelt, darf es dann so real sein, dass es von Dingen erzählt, die aus gutem Grund nicht erzählt werden?
Anlass dafür sind zwei Bücher. Das eine ist DER MÄRCHENERZÄHLER von A Michaelis. Doch da möchte ich nur kurz darauf eingehen, denn in >Tempted by books< und der >Libromanie< wird bereits sehr ausführlich darüber diskutiert. Vorsicht, aufgrund der Diskussion gibt es dort Spoiler (es ist eher eine Diskussion, falls man das Buch bereits gelesen hat).
In diesem Buch wird die Realität geschildert. Ich habe das, was ich dort lese, auf Arbeit in verschiedener Form immer wieder erfahren müssen. Ja, junge Frauen tun dies. Und ich habe beim Lesen kein Problem damit gehabt. Denn ich bin eine Person mit eigenem Willen, lasse mich von dem Buch nicht beeinflussen und sehe es als eine Beschreibung der Realität, verbunden mit einer wundervollen Erzählung. Dennoch bereitet es mir ein wenig Bauchschmerzen, wenn ich sehe, für welche Zielgruppe das Buch gedacht ist. Gerade in einem Alter, das von Selbstfindung, Identitätsproblemen und erster Liebe geprägt ist, sind die Leser offen für Anregungen und Vorbilder. Was die Autorin schildert ist real, aber definitiv kein Vorbild.
Andererseits will ich auch nicht, dass der Autor mich entmündigt. Ich möchte nicht, dass der Verlag oder ein Lektor darüber bestimmen, was für mich gut ist. In Filmen ärgere ich mich, wenn zensiert wird und etwas fehlt. Der Autor hatte eine andere Intention, und genau DIE will ich lesen. Wird ein Film zensiert, schreit die Schar der Zuschauer empört auf. Wird ein Buch nicht zensiert, schreien die Leser ebenfalls auf, denn so etwas darf man Jugendlichen nicht zu lesen geben. Ich stehe im Zwiespalt. Nein, ich möchte nicht, dass ein Jugendlicher auf der Suche nach sich selbst diese Passage liest. Aber ich möchte auch nicht eingeengt werden, sondern ich möchte ein Buch, wie die Autorin es sich gedacht hat.
Dann das Buch DER PROFESSOR von J Katzenbach. Ein kleiner Spoiler, den ich aber für notwendig halte. Denn zum einen erfährt der Leser sehr früh im Laufe des Buches, worum es geht. Und zum anderen halte ich es für wichtig, dass man weiß, worauf man sich einlässt. Viele haben das Buch weggelegt und sich geärgert, weil sie das nicht lesen wollten. Ich habe die Vermutung, dass der Verlag einen wichtigen Aspekt des Buches nicht auf dem Klappentext erwähnte, weil er sonst Einbußen im Verkauf erwartet.
In diesem Buch geht es um Kinderpornografie in Form eines Snuff - Videos. Nun ist das die Realität. Ob es Snuff gibt, sei mal dahingestellt, ich stimme dem, was einer der Protagonisten sagt, zu: offiziell gibt es das nicht. Aber wie nennt man es denn, wenn Jugendliche auf dem Schulhof ein Opfer verprügeln und das Video ins Netz stellen? Wenn Soldaten erschossen werden und die Bilder um die Welt gehen? Und wer weiß, was unter der Hand grassiert und nicht öffentlich gemacht wird?
Kinderpornographie allerdings ist eindeutig real. Es gibt Fotos davon im Netz, es gibt ganze Ringe dazu, und es ist schrecklich. Es ist ein Tabu, an dem darf nicht gerüttelt werden. Es gibt eine klare Grenze, die ist das Alter. Aber wie sieht es aus, darüber zu reden? Darf man bei einem Buch wie diesem sagen "es gefiel mir"? Würde ich damit automatisch sagen, dass mir das gefiel, was ich gelesen habe, nämlich die Pornografie und die Spannung, die sich aufbaute, während das Mädchen misshandelt und vergewaltigt wurde?
Das Mädchen wird entführt und in eine Art Verließ gesperrt, die Entführer filmen sie rund um die Uhr und führen recht subtile, grausame Folter an ihr durch. Sie verwirren sie, spielen mit ihren Ängsten, vergewaltigen sie sogar. Alles auf Geheiß der Zuschauer, die im Chat der entsprechenden Internetseite schreiben, was sie gerne sehen würden. Alles ein Geschäft, Angebot und Nachfrage.
Der Professor möchte gerne den Fall lösen und weiß, dass er selbst keine Chance hat. Also wendet er sich an einen Menschen, der ihm helfen kann: ein verurteilter Pädophiler, der ihn die dunklen Seiten des Internets vorführen soll. Dies geschieht ohne das Wissen der Polizei, und immer tiefer rutschen die beiden ins Netz, der Professor angeekelt, der Straftäter immer faszinierter. Aber während die beiden zusammenarbeiten erfährt man auch, dass auch dieser "Kinderfreund" ein fürsorglicher Mensch ist, der seine kranke Mutter pflegt, der einen regulären Beruf erfüllt, der Angst hat, der eigentlich nur sein Leben leben möchte. An einigen wenigen Stellen wird er sympathisch. Am Ende ist er der Held des Buches, doch seine Heldentat wird wieder zerrissen, als seine Intention dahinter deutlich wird und ihn das, was andere erschüttern würde plötzlich erregt.
Straftäter gleich welcher Art sind Menschen. Das weiß ich aus Erfahrung selbst. Oft schon habe ich mich geärgert, dass die Medien die Taten so verzerrt in ein anderes Licht rücken. Andererseits ist mir sehr deutlich bewusst geworden, dass die Gesellschaft diese Abstufungen braucht. Regeln und Normen inhaliert man nicht mit der Muttermilch, sondern sie werden im Laufe der Erziehung erworben. Im Fernsehen, in der Literatur, in Gesprächen, überall erfährt man quasi, was gut ist und was böse ist. Die Hexe war gemein, der Wolf wil die Kinder fressen, der Kinderschänder tut etwas Böses. Mutter Theresa ist gut, Captain Picard steht für das Gute, und Anakin Skywalker muss sich für eine Seite entscheiden.
Darf man einfach so das Böse plötzlich als etwas Gutes darstellen? Gut, ein Kind liest diese Bücher nicht. Aber auch Erwachsene verspüren das Bedürfnis nach diesen Grenzen. Es erschüttert sie in ihren Grundfesten, wenn sie plötzlich Sympathie mit einem Pädophilen empfinden. Es zerstört ihr Weltbild, wenn sie auf einmal erkennen müssen, dass auch Mörder ganz normale Menschen sind wie Du und ich. Es ist wichtig, dass sie darüber nachdenken. Aber ist es dazu notwendig, ihre eigentlich notwendigen Grenzen aufzuweichen? Beginnt nicht irgendwann die Gewöhnung? Werden die Filme nicht aus diesem Grund immer brutaler, übertreffen sich an Perversion und Gewalt? Weil wir immer abgestumpfter werden?
Und dann die andere Frage: darf man darüber schreiben, wie ein junges Mädchen misshandelt wird? Denn ganz sicher wird in vielen Foren hinter vorgehaltener Hand kursieren "hey, wenn Du auf sowas stehst, ich hab da ein tolles Buch, das musst Du unbedingt lesen, das ist richtig heiß, was die mit der Kleinen anstellen".
Aber darf man dann überhaupt noch irgend etwas schreiben? Kann ein perverser, kranker Mensch nicht aus allem seine Befriedigung ziehen? Müssten wir dann nicht die Kindergärten schließen, nur damit sie nicht mehr dort zur Mittagszeit vorbeilaufen können? Darf ich als gesunder Mensch mich in dem, was ich lese und ansehe beschneiden lassen, nur weil irgend ein anderer Mensch etwas Böses dahinter vermuten könnte? Sollte Hannibal Lector verboten werden, nur weil es wirklich einen Kannibalen von Rothenburg gab?
Ich weiß nicht, was ich darüber denken soll. Denn ich sehe sowohl das Für als auch das Wider. Ich sehe mich als erwachsenen, gesunden Menschen, der die Realität von der Fiktion trennen kann. Wäre dieses Buch ein Tatsachenbericht, hätte ich es weggelegt. Die Berichterstattung über Fritzl habe ich nicht verfolgt. Und auch Natascha Kampusch habe ich nicht angesehen, als die Medien voll davon waren (erst ihr eigenes Buch habe ich gelesen, denn das war das, was sie uns erzählen wollte, nicht das, was die Medien vorgaben). Ich verschließe nicht die Augen vor der Realität, doch ich muss sie mir nicht mit Gewalt ins Hirn hämmern, auch ohne Bilder und Berichte kann ich mir vorstellen, was die Kinder von Fritzl erleiden mussten. Als Roman dagegen im PROFESSOR fand ich es spannend und kann sagen, dass mir das Buch und die Umsetzung gefiel. Allerdings sehe ich die Gefahr, dass sich Leute daraus ihre Lust holen.
Wie seht Ihr das? Wie weit darf ein Autor gehen? Darf man über absolute Tabuthemen (z.B. Inzest, Kindesmissbrauch, Vergewaltigung, Folter etc) schreiben? Sind wir alle erwachsen genug, die volle Wahrheit zu lesen? Oder ist es gut, wenn Verlage uns Grenzen setzen?
(Wäre ein Buch wie DER PROFESSOR veröffentlicht worden, wenn es ein Erstlingswerk wäre und der Autor nicht wie J Katzenbach ein Verkaufsmagnet wäre?)
Ich freue mich auf einen regen Austausch! :-)
SaraSalamander 23.06.2011, 09.52 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL
Irgendwie traurig
Ich finde es schade, dass so viele Leser und Zuschauer nur Action und Abenteuer suchen und dies scheinbar von allen Filmen erwarten. Tiefgründige Thriller und Dramen werden als Flop gehandelt, sind lediglich Insidertipps und nur schwer zu erhalten in Videotheken, weil sie aufgrund ihres ruhigen Plots nicht massentauglich sind *snief*.
Hiermit bekenne ich mich:
ich sehe bevorzugt actionlose Filme mit Handlung und Inhalt!
Und ich finde sie sogar zu allem Überfluss auch noch spannend!
SaraSalamander 13.05.2008, 15.17 | (4/4) Kommentare (RSS) | TB | PL
Serienwahn
Julia Durant (A. Franz)
Kurt Wallander (H. Mankell)
Kai Scarpetta (P. Cornwell)
Tempe Brennan (K. Reichs)
John Cardinal (G. Blunt)
Tony Hill (B. McDermid)
Kate Brannigan (V. McDermid)
Lindsay Gordon (V. McDermid)
David Hunter (S. Beckett)
Guido Brunetti (D. Leon)
Van Veeteren (H. Nesser)
Nicholas Fandorin (B. Akunin)
Martin Beck (Sjöwall / Wahlöö)
Alex Cross (J. Patterson)
Linsay Boxer (J. Patterson)
Roy Grace (P. James)
Inspector Jury (M. Grimes)
Und es lässt sich noch sehr, sehr lange fortsetzen, ich denke da an etwas gediegenere Helden wie Miss Marple, Hercule Poirot, August Dupin, Sherlock Holmes. Sogar tierische Spürnasen wie Francis oder Sneaky Pie Brown tummeln sich unter den Detektiven in Serie. Von anderen oder ähnlichen Genres ganz zu schweigen, berühmtes Beispiel Sergej Lukanjenko (Wächter-Romane) oder Anne Rice (Chronik der Vampire).
Eigentlich schon klasse, wenn etwas gefällt und man dann noch mehr davon bekommt. Andererseits muss ich ehrlich sein: mir geht dieser Serienwahn langsam gewaltig auf die Nerven! Ich habe keine Lust, irgendein Buch in die Hand zu bekommen, es begeistert zu lesen und dann feststellen zu müssen, dass es eigentlich der x-te Teil aus einer Reihe ist. Letztens las ich "Eisiges Herz" von Giles Blunt. Seine Frau stirbt. Und weil mir das Buch gefiel, las ich auch die anderen. Und da lebte seine Frau noch. Toll, wirklich toll. In sich geschlossen, aber dennoch aufeinander aufbauend, pah! Wie soll man da als Ottilie Normalleserin da nicht durcheinanderkommen? *motz*.
Ach ja, nochwass: Ganz besonders lästig finde ich es, wenn Autoren Prequels schreiben. Also Romane, die vor denen spielen, die bisher geschrieben wurden. Typisches Beispiel ist im Filmbereich etwa StarWars Episode 1 bis 3. Nö, ich les gerne der Reihe nach, auch, wenn das spießig ist, ...
Es ist selten, dass man wie bei "Chemie des Todes" das Glück hat, an einen Bestseller zu geraten und dann im Anschluss die jeweiligen Neuerscheinungen lesen zu können, immer schön der Reihe nach. Meistens muss man entweder querbeet lesen, oder sich umständlich informieren und dann sehen, dass man sich die Bücher in passender Reihenfolge besorgt. Wenn man sie nicht neu im Laden kauft, sondern bei Ebay oder Tauschticket günstig ergattern möchte oder sie immer in der Bücherei reservieren muss, ganz schön lästig und jede Menge Wartezeit zwischen den einzelnen Bänden!
Ich gebe zu, ich lobe mir die Autoren, die Bücher schreiben, welche unabhängig voneinander sind. Es macht natürlich eine Menge Arbeit, jedes Mal neue Helden zu konstruieren. Und es ist auch reizvoll, wenn ein Held die Möglichkeit hat, sich über fünf, zehn oder zwanzig Bände hin zu entwickeln. Aber John Grisham, Mary Higgins Clark, Ken Follett, Sandra Brown, Joy Fielding. Das gefällt mir, einfach blind in den Stapel greifen und lesen. Wird schon gefallen, Reihenfolge egal.
Wenn ich in Gedanken die Qualität der Werke vergleiche ... nicht immer sagt die Länge einer Serie etwas über die Tiefe der Charakterentwicklung aus. Es gibt Serienautoren, die von Mal zu Mal schlechter werden, aber auch solche, bei denen man von Roman zu Roman mehr in ihren Bann verfällt.
Ach, Serie hin oder her ... hat wohl beides seine Berechtigung. Aber ich musste meinen Frust hier einfach einmal loswerden ;-)
SaraSalamander 01.03.2008, 10.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Verwirrende komplizierte Genres
Herrlich ... ein Traum, die Bücherei ... vor einiger Zeit - schon etwas her, Sommer 2005 las ich die ersten 9 Bände von ">20th Century Boy<" und war absolut begeistert. Leider ist es eine der Serien, die man am Stück lesen muss, hier mal ein Heft und ein paar Monate später die nächsten zwei, das ist frustrierend. Also habe ich mich bemüht und bis vor ein paar Wochen gewartet. Dann in der Bib die restlichen Bände reservieren lassen, jetzt habe ich sie hier bis Band 18 liegen. 22 Bände hat die Serie insgesamt, aber so lange wollte ich nicht warten *winsel* ... musste einfach wieder einmal zuschlagen ...Ich habe bei Wikipedia gelesen, dass die Serie ins "Seinen" - Genre gehört, das kannte ich noch gar nicht, auch "Josei" war mir bis dato unbekannt. Gut zu wissen, denn damit bekommen viele Mangas, die ich zu meinen Favoriten zähle, endlich eine Schublade, wenn ich sie weiterempfehlen möchte ... Mangas für junge Männer, Seinen, da fallen mir doch sofort Monster, Heads, Hiroki Endo, Eagle, Vagabond, Homunculus, Bus Gamer und viele andere ein, die ich gerne lese ... bei Josei denke ich sofort an Sakurazawa und Soryu sowie ein paar andere Mangaka ... mensch, wenn Mangas in Dtland noch nicht einmal so gut integriert sind, dass man um die Genres weiß ... so ganz klar wie im Deutschen ist das nämlich nicht immer geregelt. Während es im Deutschen eher um die Darstellungsweise geht (Action, Romantik, Komödie, Drama, etc), ist man in Japan eher an der Zielgruppe orientiert (Mädchen, Frauen, Männer, Jungs) und vermischt häufig schon einmal das, was bei uns klar zu trennen ist.
SaraSalamander 14.12.2007, 16.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL
Ein paar Tipps zum Vorlesen
Gestaltung des Vorlesens
(vor allem mit Kindern)
- Das Vorlesen mit einem Ritual beginnen, Ruhe einkehren lassen
(z.B. Klangschale, Regenmacher, Glöckchen, Spieluhr, etc)
- Die Kinder nicht überfordern oder unterschätzen
- Die Kinder ernst nehmen
- Keine Moral oder Pädagogik in den Vortrag einbinden
(durchgehend vorlesen, keine Zwischenfragen wie "hast Du das
auch schon einmal erlebt, wie war das jetzt für das Mädchen, etc")
- Mit einem Ritual beenden
Vorbereitung auf das Sprechen
- Räuspern ist ungesund für die Stimmbänder
- statt Räuspern bei trockenem Hals: Wasser trinken u.a.
- Lockerungsübungen für den Körper (z.B. etwas Gymnastik; vor
allem Schultern u Kopf beweglich halten, Kiefer massieren, etc)
- Körper muss entspannt sein (aufrecht sitzen oder stehen,
bequeme Körperhaltung, freie Atmung, Kiefer und Sprechmuskeln
gelockert)
- bewusstes Atmen (Zwerchfell, Bauchatmung, Schultern nicht
dabei anheben)
Vorlesen
- klare Aussprache (g am Ende von König, Honig etc z.B. wie "ch",
ohne Dialekt, keine Silben verschlucken, etc)
- Am Ende eines Satzes nicht die Stimme nach oben ziehen,
auch nicht bei Fragesätzen
- Der Text steht im Vordergrund, nicht der Sprecher
(Text soll in Klang und Inhalt wirken, Sprecher kann sich
zurücknehmen)
- Lautstärke beachten
- Tempo beachten
- Pausen einlegen, auch wenn kein Punkt oder Komma im Satz
steht, Pausen sind sehr wichtig (nicht zu lang, nicht zu kurz)
Emotion im Vortrag
- Körperhaltung und Gesichtsmimik dem Vortrag anpassen
(bei Freudigem lächeln, bei Ekel das Gesicht verziehen etc,
dies wirkt sich auch auf Betonung und Klang der Stimme aus)
- sich die Situation vorstellen, den Text mit "Subtext" versehen
Gute Übung, die wir hierzu machten:
Jeder Teilnehmer bekam einen einzigen Satz auf einem kleinen Stück Papier, und zu diesem Satz sollten wir uns eine Geschichte überlegen. Wir hatten ein wenig Zeit, darüber nachzudenken, dann sollte jeder seinen Satz vortragen. Es geht in diesem Fall nicht darum, einzelne Worte zu betonen, um einen Fakt hervorzuheben (ICH gehe heute Angeln ... ich GEHE heute Angeln ... ich gehe HEUTE Angeln), sondern darum, den Hörer die Intention des Sprechers verstehen zu lassen.
Beispiel: "Gehst Du etwa schon?", Gedanken dahinter:
- eine alte Frau im Krankenhaus, alleine, ihre Tochter nach vielen
Wochen zum ersten Mal zu Besuch
- ein frecher Lausbub, der nur darauf wartet, dass der Babysitter
geht und er nun seinen Streich ausführen kann
- eine Frau, deren Freund im Kino plötzlich aufsteht und den
Saal während des laufenden Filmes verlässt
Jeder dieser Menschen wird natürlich andere Gefühle in diesen Text legen, die alte Frau wird traurig, einsam, verlassen, kränkelnd klingen, aber auch zufrieden nach dem angenehmen Besuch, voller Vorfreude auf nächste Mal, schicksalsergeben ... der kleine Junge natürlich frech, lauernd, vorfreudig, man hört ihn richtig grinsen, wenn er scheinbar unschuldig sein "gehst Du schon" sagt.
Hinter jedem Satz steht mehr als nur ein paar einfache Wörter, die man vorliest, dessen muss man sich bewusst sein. Deswegen ist es auch wichtig, einen Text vorzubereiten und sich vorab. Gedanken darüber zu machen, wie solche Sätze nun klingen, was damit ausgesagt werden soll. Nur so ist es möglich, den Leser direkt zu erreichen und ihm den Text zu vermitteln ...
Charaktere, Dialoge
Nur wenige Menschen sind gesegnet mit einer volltönenden Stimme wie Christopher Lee, einer sanften Stimme wie Hans Paetsch oder einem Paar Stimmbänder mit solcher Flexibilität wie Rufus Beck (ich bekomme schon alleine von der Vorstellung, solche Kapriolen in alle möglichen Höhen und Tiefen auszuführen, Halsschmerzen!). Stimmakrobaten wie Elmar Brand (berühmter Imitator) lassen mich vor Neid erblassen. Trotzdem muss niemand verzweifeln, der das nicht kann. Es gibt eine sehr gute Möglichkeit, dennoch Leben in den Vortrag zu bringen:
Tonfall, Mimik, Sprechweise. Frau Wiedemann erklärte es uns anhand von Zwerg Nase (>siehe letzter Beitrag<), wo Samuel Weiss auch ohne Verstellen der Stimme die Hexe vor den Zuhörern entstehen ließ. Man konnte die Spinnenfinger, die lange Nase, den krummen Buckel, die wackligen Beine der Alten regelrecht vor sich sehen! Man kann natürlich ein wenig die Stimme heben oder senken, ohne jedoch zu übertreiben. Dann die Atmung variieren, schneller oder langsamer Sprechen, die Pausen abändern, kleine Sprachfehler einbauen, die Mimik und Gestik dem Vortrag anpassen.
Für die Alte zum Beispiel: eine alte Frau, bestimmt kurzatmig, also häufiger Atmen, langsamer sprechen, die Stimme ein klein wenig höher, aber dafür eher leise und dünn, vielleicht beim Vortrag auch die Lippen etwas zusammenpressen (sie ist alt, sie muss sich nicht mehr klar artikulieren, sie erwartet, dass man ihr zuhört. Sie ist verbissen, vergrämt), vielleicht auch ein wenig mit dem Kopf dabei wackeln, wie alte Leutchen dies klischeehaft tun, die Augen etwas verengen.
Dann erklärte sie auch recht gut anhand von "Sophiechen und der Riese", wie man den Riesen darstellen könnte. Groooooß, riesig, sich das schon vorstellen, allein beim Lesen, wie er aussieht, verzieht der Sprecher das Gesicht, so eklig ist dieser wurstlippige Riese mit den Blumenkohlohren und dem schütteren Haar. Und wenn der Riese spricht, dann spricht er aus vollem Bauch heraus, er hat Volumen, Größe, er ist tumb, langsam. Der Sprecher spricht tief aus dem Bauch heraus (Atmung!), lange Atemzüge, er genießt die Schimpfworte aus dem Mund des Riesen, kostet jedes einzelne davon so richtig aus, spielt damit.
Was nicht angesprochen wurde, mir aber sehr gefiel, das war der Vortrag einer Teilnehmerin aus "Es ist alles wahr" von Andersen. Die Hühner, sie plapperten schnell, abgehackt, hektisch, etwas höher als normal, hinter vorgehaltener Hand, die Dame wackelte ihre Arme, als würde sich das Huhn wichtigtuerisch aufplustern (tat sie unbewusst beim Lesen, es wirkte absolut klasse und wirkte sich auch auf ihre Sprache aus).
Allein durch Tempo, Atmung, Pausen, Stimmlage ist es möglich, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen und die Worte auf dem Papier dreidimensional werden zu lassen. Schade, dass es nun jetzt viel leichter klingt, als es tatsächlich ist. Aber ihr könnt ja für Euch üben, Euch am PC aufnehmen, es anhören, selbst überlegen, was Euch auffällt, Euch mit Freunden austauschen und nach und nach am Vortrag feilen.
Zum Abschluss
Ein kleiner Tipp von meiner Seite: ich höre sehr gerne Hörbücher, und sehr oft, wenn es mir möglich ist, höre ich nicht einfach nur, sondern ich analysiere. Woran liegt es, dass die Männer alle so auf Franzsika Pigulla abfahren? Was hat Rufus Beck, was die anderen nicht haben? Wie gelingt es Friedrich Schönfelder, dass ein erwachsener Hörer sich bei ihm geborgen fühlt? Was macht Joachim Kerzel, dass seine Worte dem Zuhörer eine schaurige Gänsehaut über den Körper jagen? Ich versuche natürlich nicht, einzelne Sprecher zu imitieren, gebe mir aber Mühe, mir hier und da Techniken und Tricks abzugucken und selbst anzuwenden.
Wie geht es Euch, wenn Ihr Eure Stimme auf dem Anrufbeantworter, auf Tonband, in einem Videofilm hört? Vermutlich geht es Euch genauso wie mir und sonst jedem anderen Menschen auch: schrecklich. Und DAS sollen die anderen normal finden? Mit SO einer Stimme soll man vorlesen? Das kann sich doch keiner anhören. Ich habe keine Ahnung, woher dieses Phänomen kommt, aber fast jeder kennt es. Einen Tipp dagegen habe ich leider nicht. Das Einzige, was mir geholfen hat: einfach ignorieren, wie grauenvoll ich meinen eigenen Vortrag noch immer finde, Mikro her, und losgelegt. Immer und immer wieder. Irgendwann werde ich mich vielleicht dran gewöhnen. Oder auch nicht ... egal ... zumindest macht das Vorlesen Spaß. Ich muss mich ja nicht anhören, das überlasse ich Euch ;-p
SaraSalamander 03.07.2007, 15.37 | (7/3) Kommentare (RSS) | TB | PL
Und immer das dämliche Ende
Das ärgert mich ... und wieder ein weiteres Buch aus der Kategorie "hätte ein wundervolles Buch sein können und ist es eigentlich noch immer, wenn nur das Ende nicht wäre" ... die Versuchung, es noch einmal zu lesen, ist sehr groß, es war wirklich witzig. Aber das Ende ist frustrierend. Ich sollte endlich einmal wirklich anfangen, schriftstellerisch aktiv zu werden. Meine erste Aufgabe wird es sein, den wenigen Liebesromanen und -filmen, die mir gefallen (Message in a bottle, Pferdeflüsterer, Stadt der Engel, Always, Wie ein einziger Tag, Das Lächeln der Sterne u.a.) weitgehend ein neues Ende zu verpassen ... vielleicht bin ich DANN zufrieden ...
*grummel*
*motz*
*vorsichhinbrabbelndgrummelt*
Mir ist schon klar, dass es rein technisch für den Autor schon recht schwer ist. Würde es weitergehen mit "wir bleiben Freunde", dann wäre es kompliziert, das Buch zu beenden, denn an welcher Stelle sollte er dies tun? Wenn ein Liebesroman oder -film glücklich endet, dann meist vor dem Traualtar. Oder mit dem glückseligen Tod (Philemon u Baucis, wie ein einziger Tag (was in dieser Hinsicht offen blieb). Es ist nicht leicht. Aber schade, dass die meisten Autoren sich deswegen davor drücken *grummel* ...

Wie findet Ihr, dass Liebesgeschichten enden müssen? Kann eine Liebesgeschichte schön enden? Muss sie wirklich immer tragisch oder zumindest abrupt enden? Kann es nicht einmal ein normales, menschliches Ende geben? Wenn Ihr eine Liebesgeschichte schreiben würdet - wie würde diese enden?
SaraSalamander 04.06.2007, 19.18 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL
Mit Worten malen
An einem Tag im November erreicht das Schiff endlich den Hafen, aber der alte Mann will nicht von Bord gehen. Das Schiff zu verlassen hieße endgültig alles zu verlassen, was ihn noch mit seinem Heimatland verbindet. Deshalb führen zwei Frauen ihn auf den Kai, behutsam, als wäre er krank. Es ist bitterkalt. Der Himmel ist bedeckt. Monsieur Linh will den Geruch des neuen Landes einatmen. Er riecht nichts. Da ist kein Geruch. Dieses Land ist geruchlos. Er drüctk das Kind fester an sich und singt ihm ein Lied ins Ohr. Er singt es auch für sich selbst, um seine Stimme und die Melodie seiner Muttersprache zu hören.
(P. Claudel: M Linh u d Gabe d Hoffnung; Kindler, 2006; S. 09)
Mutterseelenallein. Traurig. Verlassen. Einsam. Heimweh.
Das sind Worte, die ein anderer Autor vielleicht verwendet hätte. Auch ich habe mich schon einsam, verlassen und traurig gefühlt. Wer nicht? Und so assoziiere ich mit solchen Worten, wie sie meist verwendet werden, ein Gefühl, das mit dieser Situation in keinster Weise zu vergleichen ist. Denn mein Heimweh im Schulandheim, das kann man nicht vergleichen mit dem Heimweh eines Menschen, der nach dem Krieg seine Heimat verlassen musste, dessen gesamtes Dorf ausgelöscht wurde, der weiß, dass es "Heimat" nicht mehr gibt und nie wieder geben wird. Aber Claudel schafft es, dem Leser dieses Gefühl zu vermitteln. Es ist bitterkalt, Monsieur Linh kauert sich wohl nun in seinen Mantel, drückt die Kleine fest an sich, schützt sich gegen die Kälte der Welt. Sogar der Himmel ist bedeckt, nicht einmal von oben scheint ein Licht. Ob er, Gott, ihn wohl vergessen hat? Er muss gestützt werden, ist zu schwach, er will diese letzte Brücke nicht überschreiten, würde am liebsten wieder nach Hause fahren. Und nicht einmal einen Geruch verströmt das neue Land. Natürlich riecht es nach irgend etwas, aber für Monsieur Linh riecht es leer. Er kennt nichts davon. Alles ist neu. Keine bekannten Assoziationen, keine vertrauten Düfte, er kann das Schiffsöl, die Abgase, das Parfum noch nicht einordnen, es ist, als wäre die Luft leer ... und niemand, mit dem er reden kann, nur er selbst und die Kleine, niemand, der seine Sprache versteht ...
Nein, ich war noch nie in dieser Situation. Aber ich kann es mir nun besser vorstellen als bisher. Oft schweiften meine Gedanken beim Lesen in die Ferne. Vor allem, wenn man liest, wie Monsieur Linh verwaltet wird, wie Behörden und Mitmenschen mit ihm umgehen ... Asyl ... ein Wort, das mit diesem Buch für manchen Leser vielleicht eine neue Bedeutung bekommt, wenn er Monsieur Linh auf dessen Weg begleitet.
Das Geschenk
Vorsichtig entfernt der alte Mann das Geschenkpapier. Das dauert ziemlich lange, weil er sehr vorsichtig ist und seine Finger nicht sehr geschickt sind. Schließlich hält er eine hübsche Schachtel in den Händen.
"Worauf warten Sie noch?" Der dicke Mann sieht ihn an und lacht.
Monsieur Linh hebt den Deckel. Sein herz pocht heftig. Er stößt einen leisen Schrei aus. In der Schachtel liegt, in dünnes hellrosa Seidenpapier eingeschlagen, ein feines, herrliches Prinzessinnenkleid! Ein wunderschönes Kleid. Ein Kleid für Fang diû!
[...]
Monsieur Linh wagt es kaum, das Kleid zu berühren. Er fürchtet, es zu beschmutzen. Noch nie hat er ein so schönes Kleid gesehen. Und dieses Kleid hat der dicke Mann seinem Kind geschenkt. Monieur Linh kann nicht verhindern, dass seine Lippen ein wenig zittern. Er legt das Kleid wieder in die Schachtel, schlägt es in das Seidenpapier ein und schließt den Deckel. Er umfasst Monsieur Barks Hände und drückt sie fest, sehr fest und lange. Er nimmt Sang diû in den Arm. Monsieur Linhs Augen glänzen, er sieht seinen Freund an und die Kleine, und dann singt er leise mit seiner zarten, ein wenig rauen, zittrigen Stimme: [...]*
(P. Claudel: M Linh u d Gabe d Hoffnung; Kindler, 2006; S. 71 f)
Ach, schön ... mein Grinsen ging beim Lesen über das ganze Gesicht. Wie das Kleid aussieht, ist mir egal. Andere hätten vielleicht den Glanz und die Pracht geschildert und beschrieben, dass Monsieur Linh sich freute wie ein Schneekönig oder dass er eben einfach glücklich war. Aber diese Freude hier geht soviel tiefer. Es ist nicht nur eine Freude. Es ist eine tiefe Dankbarkeit, die dem Leser bewusst wird, wenn er die beiden Männer beobachtet. Das Lachen des dicken Herrn Bark lässt auch den Leser lachen, voller Vorfreude, was wohl in Packet sein mag. Und dann - ein kleiner Schrei. Ein Kleid! Und weil Monsieur Linh es kaum fassen kann, muss das Wort Kleid sogar mehrfach wiederholt werden, als könne er es gar nicht fassen, als würde er es immer wieder vor sich hinsagen. Er ist so glücklich, dass er fest die Hand seines Freundes drückt. Wieviel mehr steckt in einem Händedruck als in wenigen Worten, und auch die Augen des Lesers glänzen mit den beiden Freunden über diesen besonderen Moment.
Ich liebe diesen Schreibstil, aber nur bei einigen sehr wenigen Großen habe ich ihn finden können. Rilke (Panther), Cervantes (La Mancha), Hugo (Die Elenden), Adams (Watership Down), Baricco (Seide), Coelho (Alchemist, 11 Minuten), um einige zu nennen. Wie schön, dass ich diese kleine Liste für mich nun um Philippe Claudel ergänzen kann ...
SaraSalamander 23.05.2007, 20.43 | (2/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

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