SaschaSalamander
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Statistik KW 9

Gelesen / Gehört
Ich bin kein Serienkiller (D Wells)
Das Buch der Namen (Gregory u Tintory)
Das große Katzen-Lesebuch der Fantasy (Anthologie)
Offenbarung 23 - 30 bis 31


Gesehen
Verblendung
Hancock
??? und die Geisterinsel
??? und das verfluchte Schloss


Getauscht
Munchkin Ctulhu Memo (Brettspiel)
Gestatten Bestatter (P Wilhelm)



Gekauft

Vampire Masquerade - Bloodlines (Game)
Black and White II (Game)
Vampyre Story (Game)
Diablo II + Expansion (Game)
Der Schwarm (F Schätzing)
Munchkin beißt Memo (Brettspiel)


Events
Frank Schätzing - Limit Live

SaschaSalamander 07.03.2010, 18.22| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Zwei aktuelle Romane

Noch immer bin ich dazu verdammt, Kisten zu räumen und Klamotten zu sortieren, anstatt in aller Ruhe Rezensionen zu tippen. Ich hoffe, dass ich heute wenigstens mal ein paar Minuten finde, über Frank Schätzing zu plaudern, denn ich fand es einen extrem unterhaltsamen Abend. Ich möchte ihn nicht in "gut" oder "schlecht" stecken, dann an den Maßstäben einer regulären Lesung kann man ihn nicht messen. Ich möchte einfach Eindrücke schildern nachher ...

aber ich muss jetzt wenigstens ein paar Gedanken loswerden über die beiden Bücher, welche ich aktuell lese bzw höre.

Ich lese gerade "das Buch der Namen" ovn Gregory und Tintory und bin recht enttäuscht. Es zieht und zieht sich. Eigentlich eine sehr spannende Story (die ich noch recherchieren werde) über einen jungen Mann, der seit seinem Unfall Namen in einem Notizbuch sammelt. Es stellt sich heraus, dass all diese Menschen bereits getötet wurden, bzw noch getöte werden sollen, denn sie sind die "36 Gerechten" Lamedwowniks, welche das Gefüge der Welt zusammenhalten. Ein Wettlauf gegen die Zeit und eine böse Geheimorganisation beginnt, in welcher mal wieder die Zukunft der Welt auf dem Spiel steht.

Super Sache eigentlich, prima Stoff für ein tolles Buch. Aber ich kann mich mit dem Schreibstil nicht wirklich anfreunden, bereits die Hälfte habe ich gelesen, und ich fiebere mit keinem der Charaktere mit, keiner liegt mir am Herzen, eigentlich sind sie alle mir egal. Ich lese, weil ich die Handlung wissen will, und diese ist zwar turbulent, aber das war es dann auch. Mir fehlt ein wenig Hintergrund, es wird zuviel angerissen, zu wenig erklärt und dann einfach drauflosgeballert. Es gibt zwar viele Erklärungen, doch für diese fehlt die Basis, die widerum nur angerissen wird, und daher scheint mir alles sehr an den Haaren herbeigezogen. Schade :(

Und auf den Ohren habe ich momentan "Ich bin kein Serienkiller" von Dan Wells. Sagte mir gar nichts, der Titel, aber Kaminski als Sprecher KANN nur gut sein. Ich ließ mich völlig offen auf das Buch ein und war dann sehr erstaunt. Doch erst kurz zur Handlung:

der 15jährige Ich-Erzähler John spürt, dass in ihm eine Bestie schlummert, ein grausamer Serienkiller, der nur darauf wartet, dass John die Kontrolle verliert. Also schafft er sich Regeln, mit denen er seinen Dämon im Zaum halten kann. Nach außen wirkt er für die meisten wie ein normaler Junge. Wenn man davon absieht, dass er seiner Mutter im Bestattungsinstitut bei den Leichen hilft, und wenn man mal außer Acht lässt, dass er eigentlich ein Sonderling ist und sich zudem auch noch für Serienkiller interessiert, unter Enuresis leidet, Feuer faszinierend findet, das Sezieren von toten Tieren als spannend empfindet und manchmal andere Leute einfach umlegen will. Dann geschehen eines Tages grauenvolle Morder in der kleinen Stadt, in der John lebt, und John findet mit seinem Fachwissen über Serienmörder heraus, wer der wahre Täter ist. Wie soll es nun weitergehen?

Ich ließ mich wie gesagt völlig offen auf das Buch ein und war erstaunt. Ich hatte anfangs einen Thriller erwartet, den als solcher ist er ausgeschrieben, auch das Cover sieht entsprechend aus. Dann ist der Protagonist auf einmal ein 15jähriger. Und dann wird es auf einmal auch noch mystisch. Ist dieser Dämon eine Metapher? Oder driftet das Buch nun in eine völlig andere Richtung ab? Ich kann verstehen, dass einige der Leser enttäuscht und verärgert sind, wenn sie einen Krimi erwarten und Fantasy bekommen. Mich dagegen freut das natürlich, denn es wird gerade richtig spannend, und ich finde es meisterhaft erzählt, wie John mit seinem Konflikt umgeht. Dazu die stete Frage, ob er wirklich ein Psychopath ist, oder ob er einfach ein ganz normaler 15jähriger Junge ist, der einfach ein paar seltsame Hobbies und Interessen hat und das Interesse an Mädchen aus erweckenden männlichen Gefühlen heraus vielleicht mit Stalking und krankhaftem Zwang verwechselt? ;-)

SaschaSalamander 04.03.2010, 15.51| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Thriller, Verschwörung, Fantasy, Tip,

Millenium - Trilogie 1 und 2

Bevor ich vier einzelne Rezensionen schreibe: ich wollte unbedingt ins Kino für "Verdammnis", und dafür musste ich natürlich erst mal die Bücher lesen und dann den ersten Teil ansehen. Aber, wie gesagt, bevor ich nun vier einzelne Beiträge tippe, eine kurze Zusammenfassung über die ersten beiden Teile der "Millennium-Trilogie" als Buch und Film. Ich habe wenig Zeit, also bemühe ich mich um eine Kurzfassung. Was mir schwerfällt, denn diese Bücher gehen mir schon ordentlich durch den Kopf, weniger wegen des Inhalts sondern wegen des Aufbaus und der Machart! Hier also eine grobe Zusammenfassung:

Teil 1 - Verblendung (Buch)

Ein Journalist wird von einem reichen Geschäftsmann angeheuert, die Familienchronik zu schreiben. Dies jedoch nur die Cover-Story, in Wirklichkeit soll Blomquist nämlich recherchieren, was der Polizei in den letzten 40 Jahren nicht gelang: wer hat damals die junge Harriet umgebracht, Augenstern und Nichte des reichen Konzernmanns Vanger? Blomquist beginnt mit den Nachforschungen, tut sich mit Lisbeth Salander zusammen, und sie geraten immer tiefer in die dunkle Vergangenheit der Familie. Welchem Geheimnis war Harriet auf der Spur? Musste sie sterben, weil sie zuviel wusste? Und was hat eine Reihe unzusammenhängender Morde seit über 60 Jahren mit der Familie Vanger zu tun?

Das Buch braucht zu lange, um in Gang zu kommen, etwa ein Viertel ist Vorarbeit und Einführung der Charaktere. Aber dann, wenn es soweit ist, ist es wirklich spannend und sehr flüssig, lies sich wie von selbst. Es gibt einige wenige Längen, aber die verzeiht man dem Gesamtwerk. Das Ende allerdings ist ungewöhnlich. Man sollte anfangs meinen, die grausamen Ritualmorde seien das zentrale Thema, doch im Grunde ist es nur Beiwerk für die Charaktere und den ersten Teil einer langen Buchreihe (erschienen sind hier drei, geplant waren jedoch mehr, was durch das Dahinscheiden des Autors leider, ... *seufz*). Nachdem also alle Morde und das Schicksal der jungen Harriet geklärt sind, ist es nicht wie erwartet mit einem Mega Showdown beendet, sondern es folgt noch eine lange Nachlese, wie es im Verlag weitergeht.

Irreführend: "Millennium-Trilogie" klingt, als sei es DIE Trilogie des Jahrtausends. Dabei leitet sich der Titel lediglich von dem Namen des Magazines ab, für welches der Protagonist arbeitet. Netter Marketinggag, aber er setzt die Erwartungen einfach zu hoch, ich persönlich hätte mir von einer "Millennium-Trilogie" mehr erwartet.

Was an diesem Werk anders ist als bei den meisten: nicht die Handlung ist es, die zählt, sondern die Charaktere. Die Morde, das Magazin, das ist nur Beiwerk. Eigentlich sind Blomquist aber vor allem Salander das, was das Buch ausmacht. Sehr eigenwillige Menschen, Blomquist erscheint mir persönlich etwas fahl, aber Salander ist umso farbiger. Gothic-Lady, hyperintelligent, Superhackerin, ganz grauenvolle Kindheit, Psychiatrie-Erfahrung, Inselbegabungen, schwere Traumata, bisexuell, Opfer von Missbrauch, Freundin von SM, prima Boxerin, ein bisschen Psychopathin, klein und schmächtig wie ein 14jähriger Teenager und doch schon eine erwachsene Frau, und im Herzen nur ein hilfloses kleines Mädchen, das wir lieben müssen, weil es doch nur in Ruhe gelassen werden möchte und sich für das Gute einsetzt, wenn auch auf ihre ganz eigene stachelige Weise.

Stellenweise ist mir Salander extrem sympathisch (wem nicht), andererseits wirkt sie mir sehr überzogen. Sie ist sowas von Antiheld, dass es schon übertrieben ist. In einem schlechten Blockbuster würde ich das akzeptieren, aber in einem hochgelobten Thriller mit Bestsellerqualität, der sosehr angepriesen wird, hätte ich mir doch etwas weniger Klischee gewünscht.

Insagesamt fand ich das Buch sehr spannend, einer der besseren Krimis. Aber nicht, wie viele behaupten, DER Hype, DIE Buchreihe, DAS Krimiwerk schlechthin. E war nett. Empfehlenswert. Auch, wenn ich von nordischen Sachen sonst die Finger lasse, hat mir dieses Buch recht gefallen, das will etwas heißen ;-)


Teil 1 - Verblendung (Film)

Der Film dagegen hat mich sehr enttäuscht. Er hat das gesamte Buch eigentlich nur auf die Suche nach dem Mörder beschränkt. Die Charaktere wurden sehr flach gezeichnet, das Magazin "Millennium" fiel völlig unter den Tisch, die Handlung wurde stellenweise sehr stark abgewandelt oder extrem verknappt und dadurch verzerrt dargestellt. Es war ein reißerischer Krimi mit blutigen Bildern und ein bisschen Sex sowie einer dramatischen Vergewaltigungsszene.

Mir ist bewusst, dass eine Literaturverfilmung stets Abstriche zum Buch hat. Man kann kein so extrem dickes Buch in zwei Stunden packen, ohne etwas zu verändern oder wegzulassen. Doch wichtig ist mir persönlich, dass die Aussage des Werkes erhalten bleibt und Dinge, die herausgelassen werden, keine Lücken beim Nichtleser hinterlassen. Dies ist bei "Verblendung" leider nicht geschehen, und es war in meinen Augen reiner Kommerz, dass dieser Film produziert wurde. Schade, er hätte wirklich sehr viel Potential gehabt :(


Teil 2 - Verdammnis (Buch)

Das zweite Buch gefiel mir weit besser als das erste, da gehe ich definitiv mit den Fans dieser Reihe konform. Die Handlung kam sehr schnell in Gang, da die Charaktere nicht mehr so langatmig vorgestellt werden mussten sondern bereits bekannt waren. Man fieberte sofort mit ihnen mit und folgte gespannt, was geschehen war:

Im Magazin arbeiten zwei freie Mitarbeiter, die eine Arbeit über Mädchenhandel schreiben, doch vor der Fertigstellung ihres Werkes werden sie brutal ermordet. Auf der Waffe die Fingerabdrücke eines berühmten Anwalts sowie die Abdrücke von Lisbeth Salander, welche nach dem Tod des Anwalts nun als Mörderin von der Polizei und den Medien gejagt wird. Blomquist und einige wenige andere Menschen glauben an Lisbeths Unschuld, doch alle Indizien sprechen gegen sie. Eine vielschichtige Jagd nach dem Mörder der Journalisten sowie nach der geheimnisvollen Figur "Zala" beginnt.

Wie gesagt: weit besser als das erste. Immer mehr Zusammenhänge erschließen sich dem Leser, die Story aus dem ersten Teil wird nahtlos fortgesetzt, und je besser man die Charaktere kennenlernt, desto komplexer wird der Gesamtzusammenhang. Ich liebe komplexe Inhalte, die sich nicht in ein, zwei Sätzen beschreiben lassen. Oben wollte ich knapp versuchen, etwas über den genannten "berühmten Anwalt" (Bjurman) schreiben, doch es wäre zu kompliziert geworden, es würde nicht genügen zu sagen, dass er Lisbeths Betreuer war, zu verwoben die einzelnen Handlungsstränge, in denen die Figure verknüpft sind. Wirklich großartig, ganz ganz große Klasse. Die Bücher sollen sich steigern, und ich bin gespannt auf den dritten Teil, wenn der zweite schon so toll war! An oberster Stelle steht er für mich zwar noch nicht, aber recht weit oben, alle Achtung!


Teil 2 - Verdammnis (Film)

Nachdem ich vom ersten Film so enttäuscht war, werde ich mir den Kinobesuch wohl sparen und auf die DVD warten, sonst würde ich mich vermutlich ärgern. Denn wenn schon der erste Film, der an sich noch überschaubar war, so übel verhunzt wurde, dann graut es mir davor, was im zweiten Teil alles verloren gehen könnte.

Wie gesagt: nichts gegen Literaturverfilmungen, im Gegenteil: ich freue mich, wenn Bücher auch Nichtlesern nahegebracht werden. Aber hier wollte wohl auf den Zug aufsteigen und Geld schaffeln, statt sich intensiv mit dem Werk zu befassen. Ich hoffe und wünsche, dass der zweite Teil besser sein wird als der erste, aber wenn ich mir erste Meinungen im Internet durchlese, scheint es auch hier wieder sehr lieblos umgesetzt zu sein ...

SaschaSalamander 01.03.2010, 21.47| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Krimi, Reihe, Tip,

Statistik KW 7 bis 8

Gelesen / Gehört
Verblendung (S Larsson)
Verdammnis (S Larsson)
Das Buch der Namen (Gregory und Tintory)

Gesehen
/

Geschenkt
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Getauscht
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Gekauft

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SaschaSalamander 01.03.2010, 20.47| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 6

Gelesen / Gehört
Glück kommt selten allein (E v Hirschhausen)
Die drei ??? 136 - das versunkene Dorf
Anleitung zur sexuellen Unzufriedenheit (B Ludwig)
Blind (J Hill)
Neun Wochen und drei Tage (E McNeill)
Lady Bedfort 29 - der seltsame Mieter
Lady Bedfort 30 - Feuer in der Nacht
Verblendung (L Stiegsson)



Gesehen


 Getauscht
Whitney Houston - Greatest Hits (DVD)
Flubber (DVD)


Gekauft

My favourite obsession (I und S Finz)
Das Kochbuch des Kannibalen (C Balmaceda)
Weltküche Türkei
Der Wolf (S Ellis, M Sloan)

SaschaSalamander 14.02.2010, 20.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Statistik KW 5

Gelesen
Der eine ist stumm, der andere ein Blinder (A Pirincci)
Ein Hauch von Moschus (M Aeck)
Sex mal Tango (S Michelle)
Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder (C Frieser)
Blind (J Hill)
The Royal Doll Orchestra (K Yuki)


Gehört
Die drei ??? 136 - das versunkene Dorf



Gesehen
Radio Rock Revolution



Geschenkt




Getauscht
Yin (A Pirincci)
Der Schattendieb (R Isau)


Gekauft
Friedo und Hermine (H Kruppa / C Ducioux)

SaschaSalamander 07.02.2010, 20.26| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Sohn des King

hill_blind_150_1.jpgGestern habe ich mit "Blind" begonnen. Lag neben ein paar anderen Mängelexemplaren auf dem Wühltisch und sprach mich vom Inhalt her sehr an. Erst beim späteren Recherchieren im Web fand ich heraus, dass Hill wohl der Sohn von Stephen King sein soll. Er macht damit jedoch keine Werbung, möchte auf eigenen Beinen stehen. Und ich bin schon sehr gespannt, ob ihm dies in meinen Augen gelingt. Bisher jedenfalls finde ich das Buch sehr fesselnd. Bisher kein aus der Masse herausragendes Buch, aber für sich betrachtet ziemlich spannend zu lesen, und die Handlung hat ihren Reiz. Knapp 100 Seiten habe ich bereits geschafft, und ich kann es nicht erwarten, auch den Rest zu mir zu nehmen!

SaschaSalamander 06.02.2010, 20.31| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Blind

Erster Satz:
Jude besaß eine Privatsammlung.

Letzter Satz:
"Stimmt", sagte Jude, allerdings wusste er nicht recht, ob er das überhaupt gemeint hatte.

aus:
Joe Hill: Blind; Heyne 2008

SaschaSalamander 06.02.2010, 20.23| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Eifrig beschäftigt

Zum Rezensieren komme ich kaum, ich hoffe auf ein paar Minütchen heute, um all meine gelesenen Bücher zu verarbeiten. Denn zum Lesen komme ich derzeit umso mehr. Dadurch, dass so viel los ist, muss ich recht viel abschalten. Haushalt mache ich nicht mehr, wozu auch aufräumen und putzen, wenn ich in zwei Wochen dann eh wegbin? Und die gesamte Zeit, die vom Haushalt wegfällt, nutze ich zum Lesen, damit ich wenigstens ein klein wenig abschalten kann in all dem Chaos. Und so habe ich in der letzten Woche mehrere Titel gelesen.

Mal ein kurzer Mini-Überblick:

"Saftig" von Luna:
sehr ansprechende Kurzgeschichten, einige schwächer, andere dafür top. Fast immer eine witzige Pointe, und der Schreibstil recht anregend, nicht pervers, aber keinesfalls prüde. Ein empfehlenswertes Büchlein ;-)

"Der eine ist stumm, der andere ein Blinder" von Pirincci:
wirklich klasse, wenngleich ich mir mehr von Pirincci versprochen hatte. Aber an sich sehr gut geschrieben, hatte ihn in zwei Tagen durch und konnte ihn kaum beiseite legen. Starker Roman, wenn auch mit einigen Schwächen. Aber durch und durch lesenswert.

"Oskar u d Geheimnis d verschw Kinder" von Frieser:
spitze, wirklich spitze! Kinderbuch, aber auch für Erwachsene sehr lesenswert. Vermittelt einen sehr detaillierten Blick in das mittelalterliche Leben um 1485. Kinderkrimi mit jeder Menge Lerneffekt, und auch für Erwachsene wirklich prima zu lesen. Und wenn man die Schauplätze kennt und täglich dort entlangläuft, dann bekommt man plötzlich einen völlig neuen Blick für seine Stadt ...

"Sex mal Tango" von Michelle:
Fehlgriff, absoluter Fehlgriff. Vermute ich zumindest. Denn nach der ersten von sieben Geschichten habe ich das Buch weggelegt. Der Schreibstil hat mich sowas von "abgetörnt", es war einfach nur vulgär. Von der Erotik des Tanzens keine Spur, statt dessen wildes Gerammel mit dämlichen Sprüchen und phantasielosen Praktiken, als würde ich einen "Warum liegt hier eigentlich Stroh?" - Porno ansehen. Ich hoffe, dass jemand bei Tauschticket trotzdem Gefallen daran findet ...

"Ein Hauch von Moschus" von Aeck:
Naja. Hm. Okay. Gibt bessere. Gibt schlechtere. Nette Handlung, die leider aber recht dürftig geschrieben ist. Der Titel klingt zart, der Inhalt ist "jaaaa, jaaa, jaaa, komm komm komm jaaaa nein aaaaah". Schade, die Autorin hat das Potential einer tollen Geschichte recht verspielt. Ich habe es in einer halben Stunde überflogen, zu mehr reichte es nicht.

"Limit" von Schätzing:
Puh, was soll ich schreiben? Ich war begeistert. Ich habe es mehrere Wochen lang gehört und konnte nicht mehr enden. Muss aber zugeben, dass ich vermutlich nicht intelligent genug für diese Buch bin. Wirtschaft und Politik sind einfach nicht meine Themen, und hier geht es um Intrigen und Ränke, die sehr spannend sind, sich mir aber nicht komplett erschließen. Das Drumrum aber ist klasse, und vor allem die nahe Zukunft ist auf sehr gute Weise beschrieben, ein sehr realistisches Bild, wie ich finde, und die wissenschaftlichenm, technischen Ausführungen haben mich begeistert. Ich freue mich schon sehr auf seine Lesung!

SaschaSalamander 05.02.2010, 08.07| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Pulp

Der eine ist stumm, der andere ein Blinder

Erster Satz:
Das Computerspiel "Die Siedler von Uris" war im Netz innerhalb von wenigen Wochen zu einer Sensation geworden.

Letzter Satz:
"Frag doch nicht so blöd. Dann gehen wir endlich heim, Vater."

aus: A Pirincci: Der eine ist stumm, der andere ein Blinder; Heyne 2008

SaschaSalamander 02.02.2010, 16.50| (4/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz | Tags: Thriller, Deutsch,

Statistik KW 3 bis 4

Gelesen
Weltenträumer (S Lukianenko)
Saftig (Luna)
Der eine ist stumm, der andere ein Blinder (A Pirincci)


Gehört
Limit (F Schätzing)


Gesehen

Geschenkt


Getauscht
Neuneinhalb Wochen (E McNeill)
Garp und wie er die Welt sah (DVD)


Gekauft

Ein Hauch von Moschus (M Aeck)
Black Dagger 6 - Dunkles Erwachen (J R Ward)
Sinnliche Skandale (J Lucas)
Lust for Life (R Mundi)
Gerissen (P Abrahams)
Das Gedicht des Pornographen (M Turner)
Sex mal Tango (S Michelle)
Russendisko (W Kaminer)
Blind (J Hill)

SaschaSalamander 31.01.2010, 20.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Lesereis Markus Heitz

Gerade habe ich in einem Newsletter meines Lieblingsveranstaltungsortes (nirgends gibt es so klasse Konzerte wie dort, und es ist so richtig schön urig) erfahren, dass Markus Heitz aktuell durch die Lande tourt.

Kurz davor bin ich ja schon auf einer anderen Lesung. Und zeitlich wird es auch extrem eng bei mir. Kosten wird es natürlich auch. Ich werde die Entscheidung diesmal dem Zufall überlassen und mich spontan entschließen, hinzugehen oder daheim zu bleiben. Ich bin mal gespannt, was daraus wird ;-)

(muss ich ihn vorstellen? Kennt Ihr ihn? Er ist ein deutscher Autor, bekannt geworden durch "die Zwerge", schrieb er viele moderne Fantasyromane. Mächte des Feuers, Judassohn, Sanktum, Blutportale und andere)

SaschaSalamander 27.01.2010, 19.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Events

Weltengänger und Weltenträumer

lukanjenko_weltengaenger_150_1.jpgVor einigen Monaten las ich "Weltengänger" von Sergej Lukianenko, und heute habe ich den zweiten und abschließenden Band "Weltenträumer" beendet. Und ich möchte gerne ein paar Worte darüber verlieren, weil die Werke dieses Autors mich jedes Mal sehr berühren.

Die beiden Bücher handeln von Kyrill, einem jungen Moskauer. Er lebt sein kleines, bescheidenes Leben bei einer Computerfirma, er hat seine eigene kleine Wohnung und einen kleinen Hund. Doch als er eines Tages nach Hause kommt, befindet sich eine fremde Frau in seiner Wohnung (welche plötzlich komplett anders aussieht) und behauptet, diese Wohnung gehöre ihr. Sein (?) Hund verbellt ihn, die Eltern kennen ihn nicht mehr, die Nachbarn wissen nicht, wer er ist, sein Ausweis, sein Handy, seine Akten, die Dinge verblassen, verschwinden. Sein Leben zerrint vor seinen Augen zu einem Nichts, er existiert und doch gibt es keinen Beweis für seine Existenz.

Er bekommt eine Nachricht, dass er sich an einen bestimmten Ort begeben soll, und nun beginnt der eigentliche Roman. Denn Kyrill wird zu einem Funktional. Einem Menschen mit Sonderfunktionen, dem auf dieser Erde eine bestimmte Aufgabe zuteil ist. In seinem Fall die Kontrolle der Zollstelle zwischen verschiedenen Welten. Doch Kyrill gibt sich nicht so schnell mit seinem Schicksal zufrieden, er will wissen, was dahinter steht. Welche Welten gibt es? Wer ist schuld, dass Menschen einfach so aus dem Leben gerissen und zu Funktionalen erhoben werden? Was muss er tun, wenn er einfach wieder ein kleiner, bedeutungsloser Mensch sein möchte?

Es geht weiter im zweiten Teil: Kyrill begehrt auf, muss dafür sogar andere Funktionale töten. Er ist nun ein Geächteter und flieht durch verschiedene Welten, erfährt mehr über die Hintergründe der verschiedenen Welten. Doch kann er tatsächlich etwas gegen die großen Verschwörungen ausrichten, die schon seit Jahrhunderten die Welt veränderten?

Das Buch hat mich begeistert und fasziniert. Dabei ist es nicht einmal der Schreibstil oder der Inhalt. Ich kann das, was Lukianenko für mich bedeutet, nur sehr schwer in Worte fassen. Er zeichnet eine trostlose, graue Welt. Und zeigt zugleich, wie wertvoll dieses alltägliche Miteinander ist. Wie unermesslich reich der normale Erdenbürger doch ist, und wie bedeutungsvoll die kleinen Freuden. Ein Mensch bekommt ewiges Leben geschenkt, übermenschliche Fähigkeiten und den Zugang in verschiedene Welten. Doch er will nur zurück in sein altes Leben.

Die Idee des Buches ist hervorragend. Anfangs hatte ich keinerlei Vorstellung, worum es gehen könnte und worauf dieses seltsame Erlöschen seiner Identität hinführen könnte. Besonders witzig finde ich, wie der Autor sich selbst als Schriftsteller in das Buch einbaut, und wie er hin und wieder Spitzen oder Anspielungen auf sich als Autor bringt. Eines muss man ihm lassen: er hat pfiffige Ideen und ein gutes Händchen für spannende Plots.

Ich möchte nicht behaupten, dass Lukianenko ein Meister sei oder sein Werk literarisch wertvoll. Dies auf keinen Fall. Dazu sind die Figuren stellenweise ein wenig zu unausgereift. Dazu ist sein Stil zu direkt. Seine Realität zu real, seine Fiktion fast schon zu abgehoben. Doch gerade DAS macht für mich den Reiz seiner Werke aus: ich fühle mich den Protagonisten sehr nahe, sie agieren menschlich, sie sind nicht gut oder böse, sondern sie sind. Einfach nur sind. Menschen. Es sind keine Helden, auch keine Antihelden, sondern einfach ganz normale Menschen. Mit Hobbies, Freuden, Leiden, wie jeder von uns sie mit ihm teilt. Er hört unsere Musik, er lebt unser Leben. Nur, dass er ein Abenteuer erlebt, das wir nur zu gerne verfolgen, weil es ein wenig Farbe und Abwechslung bringt und uns zeigt, dass es uns eigentlich so, wie wir leben, es ganz gut erwischt haben.

Besonders mag ich die Gedanken zu Beginn eines jeden Kapitels. Bevor Lukianenko am Cliffhanger des letzten Kapitels anknüpft, beginnt er mit laienphilosophischen Betrachtungen. Über Traditionen, Erziehung, Bahnhöfe, was immer ihm gerade in den Sinn kommt. Er sinniert und erzählt, man erfährt sehr viel über sein (des Progatonisten) Weltbild (oder auch ein wenig das des Autors?), und meist muss man nicken und sagen "ja, so ist es". Das Buch ist wie ein gemütlicher Treff mit Freunden, mit einer Flasche Bier und ein paar Stammtischgesprächen, in denen man sich aufregt, freut und vor allem ereifert.

Einen einzigen Nachteil allerdings haben die beiden Bücher: es zog sich lange hin, Kyrill durchreiste viele Welten, immer mehr hat man über die Funktionale und die einzelnen Erden erfahren. Dann naht eine Stelle, ich hielt sie für den Showdown, episch und gigantisch wie Frodo in den Schicksalsbergen, doch plötzlich endet die Szene, und aus dem vermeintlichen Showdown wurde ein kurzer Peak, bevor es dann lässig zurück in die andere Welt geht. Eher nebenbei erfährt Kyrill nun, dass es Fragen gibt, auf die man keine Antwort bekommt, er muss eine Entscheidung fällen, und dann wird der Leser mit all seinen Fragen hängengelassen.

Wie konnte er uns das antun? Hatte er keine Idee mehr für das Ende? War dieser schwache Abschluss von Anfang an sein Ziel? Ein Ende ist sehr entscheidend für den Erfolg eines Buches, und dieses Ende war leider völlig verkorkst. Ich werde das Buch im Regal stehenlassen, ich werde es irgendwann auch wieder lesen, und ich werde auch wieder begeistert sein. Doch leider bleibt der schale Nachgeschmack des viel zu flachen Endes.

Wer also spannende Urban-Fantasy liebt, wird begeistert sein, und ich werde Weltengänger auch weiterhin guten Gewissens empfehlen. Doch ich warne den Leser vor: sei am Ende bitte nicht enttäuscht, sondern freu Dich über die prima Unterhaltung, die Du bisher hattest ...

SaschaSalamander 27.01.2010, 18.03| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch

Sortierung von Büchern im Regal

Ich werde demnächst umziehen. Und wenn ich dann in der neuen Wohnung die Regale aufbaue, stehe ich wieder einmal vor der Frage: WIE sortiere ich meine Bücher? Inzwischen habe ich für mich mein System gefunden und habe eine recht gute Vorstellung davon, wie es dann aussehen wird.

Wie sortiert Ihr Eure Bücher? Alphabetisch? Hard- und Softcover getrennt? Nach Größe? Nach Inhalt? Nach Farbe?

Ich finde es hochspannend, in fremde Bücherregale zu schnuppern und zu sehen, wie andere sich organisieren ;-)

SaschaSalamander 26.01.2010, 20.02| (5/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Totengleich

french_totengleich_150_1.jpgDer Roman >Grabesgrün<, Erstlingswerk, der jungen Autorin Tana French, war auf Anhieb ein Erfolg, und auch mir hatte das Buch recht gefallen. Den Hype konnte ich nicht ganz nachvollziehen, doch es war recht nett und ließ mich auf die Fortsetzung freuen. Wobei, Fortsetzung? Ich möchte anmerken, dass die beiden Romane zwar eine Protagonistin teilen, ein Roman ohne den anderen jedoch problemlos verständlich ist. Zwar gibt es Querverweise, aber die Lektüre des ersten Bandes ist nicht erforderlich, weil es zwei eigenständige Bücher sind.

In "Totengleich" geht es nun um die Polizistin Cassie Maddox, welche im ersten Band die zweite Protagonistin neben dem Hauptcharakter darstellte. Man erfährt mehr über ihre frühere Arbeit als Undercover. Und nun holt die Vergangenheit sie ein: eine Tote wird gefunden, ihr Aussehen gleicht der Frau, die sie als Undercover  unter dem Namen Lexie spielte. Sogar die Ausweispapiere lauten auf den alten Namen, und es gibt zu viele Parallelen, als dass all dies nur ein seltsamer Zufall sein könnte. Also beschließt man, Cassie erneut in ihre alte Rolle schlüpfen zu lassen und auf diese Weise den Mörder der Frau ausfindig zu machen. Als Lexie begibt sie sich nun in die WG einiger Studenten. Anfangs nur ein Job, wird es für sie immer mehr zu einem zweiten Leben, welches sie genießt. Die Studenten werden ihre Freunde, und immer mehr zieht deren Lebensweise sie in ihren Bann. Freund oder Feind? Job oder doch Lebenseinstellung? Cassie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Aufgabe und ihren neuen Freunden. Doch dadurch begibt sie sich in große Gefahr, denn noch ist der Mörder nicht gefasst ...

Das Buch hat mich beim Lesen recht begeistert, und nachdem ich die Rezension einige Wochen nach dem Lesen schreibe, habe ich einiges bereits wieder vergessen. Dies zeugt davon, dass die Handlung fast nebensächlich war. Aber zurückgeblieben ist ein angenehmes Gefühl, und das hat das Hören von "Totengleich" für mich zu etwas Besonderem gemacht, zwar kein Meisterwerk, aber doch ein herausragendes Stück Literatur, das sich in seiner atmosphärischen Dichte von vielen anderen des Genres abhebt.

Eigentlich ist dieses Buch ja ein Krimi bzw Thriller, doch es war keine haarsträubende Spannung, es gab keinen Grusel oder einen Knalleffekt getreu dem Motto "und der Mörder ist ... tadaaaaaa". Eher ein unterschwelliges Gefühl von Bedrohung, ein banges Gefühl im Magen, das man ebenso wie die Protagonistin ignorierte, weil man als Leser / Hörer selbst die Freunde zu mögen beginnt und nicht will, dass einer von ihnen etwas Böses getan haben könnte. Alle Charaktere mit ihren schrulligen Eigenschaften wuchsen mir ans Herz, und fast wünschte ich mir, ich könnte ein Teil dieser WG (ja fast schon Kommune) sein, in einer solchen Harmonie und Freiheit leben wie diese Jugendlichen. Vor allem der lässige Erzählstil in der Ich-Form ermöglicht ein Eintauchen in das Geschehen. Tana French hat die Möglichkeiten dieses Stilmittels gekonnt genutzt.

Die einzelnen Figuren des Buches werden sehr schön beschrieben, die Autorin nimmt sich ausreichend Zeit, die Stimmung auf dem Anwesen von Whitethorn House sowie die Besonderheiten jedes Einzelnen der vier Freunde zu beschreiben. Nach und nach lernt "Lexie" zusammen mit dem Leser die Details des Hauses und der Personen kennen, und mit der Zeit entsteht ein immer deutlicheres Bild von dem, was der toten Frau wohl zugestoßen sein könnte.

Während der erste Roman lediglich "nett" und "solide" war, ist der zweite für mich schon etwas Besonderes gewesen. Er erschaffte eine subtile Spannung, die vor allem den Freunden psychologischer Krimis Freude bereiten wird. Liebhaber von actionreichen Szenen und dramatischen Effekten werden sich mit "Totengleich" wohl eher langweilen. Aber Liebhaber der stilleren Töne werden voll auf ihre Kosten kommen und finden in Tana French eine weitere Lieblingsautorin ...

SaschaSalamander 18.01.2010, 17.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Krimi, Tip,

KW 02

Gelesen
New York, New York 04 (M. Ragawa)
Weltenträumer (S. Lukianenko)



Gehört
Limit (F. Schätzing)



Gesehen
Nightmare before Christmas



Geschenkt
Weichgekocht (Anthologie)



Getauscht
Bartimäus I - Das Amulett von Samarkand (J. Stroud)
Der Herr der Unruhe (R. Isau)
Die Prüfung (P. Wilson)
Die Dunklen (R. Isau)
Galerie der Lügen (R. Isau)



Gekauft

Saftig (Luna)
Der eine ist stumm, der andere ein Blinder (A. Pirincci)
Liebe auf den ersten Biss (C. Moore)
Dämonen zum Frühstück (J. Kenner)
Was ist ein Troll-Striptease? (D. Langford)
World of the S&M (C. Saitou und Be-PaPas)
Was würde Sokrates sagen? (Hrsg. A George)
Bartimäus II - Das Auge des Golem (J. Stroud)
Bartimäus III - Die Pforte des Magiers (J. Stroud)
Wächter der Ewigkeit (S. Lukianenko)
Das Testbuch (A & B Pease)
Anleitung z sexuellen Unzufriedenh. (B. Ludwig) (Comic)

SaschaSalamander 17.01.2010, 15.21| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Black Stories

blackstories_150_1.jpg"Black Stories" beruht auf einem sehr simplen Spielprinzip. Kurz gesagt, einer liest eine kurze Geschichte vor. Und die anderen Mitspieler müssen dann erfragen, was geschehen ist. Z.B. "Romeo und Julia liegen tot im Zimmer, der Teppich ist nass, überall liegen Glasscherben" oder "ein Mann liegt tot auf dem Feld, neben ihm ein ungeöffnetes Packet" oder "ein Mann fällt von einer FeuerwehrLeiter, die 30 m hoch ist, ohne dass er sich verletzt" oder "eine Frau kommt in eine Bar, bestellt ein Glas Wasser. Der Barkeeper bedroht sie mit dem Gewehr, sie bedankt sich und geht".

Die Mitspieler stellen Fragen, etwa "waren andere Personen beteiligt" oder "handelt es sich bei Tim um einen Menschen" oder "war es ein Unfall" oder "hat das Packet überhaupt etwas mit dem Tod des Mannes zu tun". Immer näher kommt man mit den Fragen dann dem eigentlichen Tatgeschehen, bis man die Lösung hat. Mal lustig, mal dramatisch, mal makaber oder gar tödlich. Ein super Gehirntraining, das die Kunst des Fragens prima schult. Denn die Fragen dürfen nur so gestellt sein, dass sie mit "Ja" oder "Nein" beantwortet werden können (oder "ist für diesen Fall egal"), und das ist manchmal gar nicht so einfach. Nur zu schnell stellt man Doppelfragen oder formuliert unklar.

Manche mögen so etwas langweilig finden, andere fliegen total drauf. Ich gehöre zu denen, die diese Spiele lieben. Besitze auch ein paar Bücher, die voll mit dieser Art Rätseln ist. Das Ärgerliche ist leider, dass man das alleine nicht spielen kann, denn man braucht einen Gegenüber, der die Lösung kennt und die Fragen beantwortet. Aber mit einem guten Freund oder auch in geselliger Runde sind diese Ratespiele einfach spitze.

Es bereitet mir sehr große Freude, meine Logik auf diese Weise ein wenig zu schulen. Das detektivische Erfragen der Sachverhalte gefällt mir sehr, und ich kann gar nicht genug davon kriegen! Ich will nicht, dass mir jemand die Lösung verrät, sondern ich möchte, egal wie konstruiert und abstrus die Geschichte ist, selbst draufkommen. Es muss doch Fragen geben, die zum Ziel führen! Und ich merke deutlich, wie ich nach vielen Spielen dieser Art auch kreativer in meiner Fragestellung geworden bin und immer besser in der Lage bin, mit immer weniger Fragen eine immer deutlichere Auskunft zu erhalten. Zwischendurch zusammenfassen, die vorhandenen Informationen sortieren, es ist einfach großartig!

Bemängelt wird häufig, dass man das Spiel kaum mehrfach spielen kann. Nun, das ist Ansichtssache. Klar, die Antworten der Rätsel kennt man nach dem ersten Mal. Aber ich finde es sehr interessant, die Fragetechniken zu vergleichen und mich dadurch zu verbessern. Es ist Gehirnjogging, und das liebe ich. Wirklich interessant zu sehen, wie man mit anderer Fragetechnik möglicherweise schneller zum Ziel kommen kann. Wie löst die nächste Gruppe das Rätsel? Man kann dadurch sehr viel lernen und sein kreativ - logisches Denken verbessern. Und Spaß macht es auch noch ...

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Von den "Black Stories" gibt es mehrere Ausgaben, z.B. auch eine Movie- , Mystery- oder Köln-Edition. Und dann gibt es noch die Blue (rund um das Meer), White (Geister), Pink (Mädchen), Green (Wald) und andere. Weil mein Schatz und ich so große Horror, Grusel, Psi, Mystik-Fans sind, haben wir uns die White Stories gekauft. Und waren maßlos enttäuscht!

Schon die erste Karte musste man nicht erfragen, sondern konnte die Lösung sofort erraten. Bei der zweiten genau dasselbe. Und die nächste auch wieder. Und die Geschichten, die man nicht wissen konnte, die waren so albern konstruiert, dass es wirklich haarsträubend war (etwa zwei Gespenster, die an einem Ghost-Contest teilnehmen, oder ein Gespenst, das aus Angst vor Gewitter heult und mit den Ketten rasselt oder ein Gespenst in der Gespensterschule, das sein Bettlaken vergessen hat und derlei Dinge).

In der Box selbst lag ein Werbezettel auch für die anderen Farben dieser Edition, und da waren sie als JUNIOR betitelt. Prima, das hätte man auf die Box schreiben müssen. Zwar steht das Alter "ab 8 Jahre" drauf, aber darauf achte ich nicht. Denn erst kürzlich hatte ich ein erwachsenes Spiel in den Händen, das ab angeblich 12 Jahren geeignet sei, und auch Kinderspiele können Spaß machen. Aber nirgendwo stand, dass es eine Spielvariante für Kinder sei. Das Cover war niedlich, aber auch dies ist für uns kein Kaufhindernis, denn das Cover sagt nicht zwangsläufig etwas über den Inhalt. Man hätte wirklich irgendwo einen großen Vermerk machen müssen "Junior-Spiel" oder "Kinder-Ausgabe". Wir waren wirklich stinksauer. Es sind rund 9 Euro, das ist nicht wenig Geld für ein paar einfache Spielkarten, die man einmal durchliest und dann fertig ist. In meinen Augen Kundennepp, der nicht sein muss!

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Die BlackStories bekommen von mir Note 1+++++, für mich gibt es kaum ein schöneres Spiel als über seltsame Fälle zu knobeln, und dieses Kartenspiel hat das verdammt gut umgesetzt, was Menschen schon seit Jahrhunderten praktizieren und spielen. Eine uralte Idee, neu aufgelegt und prima gelöst. Drei Ausgaben davon haben wir bereits, die restlichen sechs oder sieben werde ich mir nach und nach kaufen.

Aber die Kinderausgaben ... das ist eine fiese Vermarktung. Für Kinder mögen sie klasse sein, das kann ich nicht beurteilen. Aber als Erwachsener fühle ich mich über den Tisch gezogen ...

SaschaSalamander 13.01.2010, 19.36| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezension Spiele

Neue Kategorie SPIELE

Bisher ließ ich Spiele in meinem Blog komplett außen vor. Am Computer daddel ich sie ganz gerne. Mal ein bisschen Metzelei in im Q3, im unrealen Tournament oder bei dem bösen Killerspiel, das ständig durch die Medien geistert als Amoklaufgrund. Oder bisschen harmloser Monster killen bei Diablo, Sacred oder Hellgate London. Meine Sehnscheidenentzündung holte ich mir damals auf einer mehrtätigen Larp. Kurz, ich spiele also recht gerne. Allerdings stehen Computerspiele für mich weit, weit, weit hinter Büchern und Filmen. Wenngleich es ab und zu Spaß macht.

Und Brettspiele? Die liebe ich ja sehr, nur war es mir bis vor einiger Zeit mangels Spielpartner und Gelegenheit nur selten möglich. Dass mein Freund gerne spielt, wusste ich, und wir haben ab und zu mal Blue Moon, AD&D (gibts auch als Brettspiel) und andere Sachen in Richtung Taktik, Fantasy, Abenteuer gespielt. Oder mit ein paar Freunden eine Partie im verrückten Labyrinth. Kürzlich kaufte ich "Kabale und Hiebe", das einige Wochen ungenutzt lag, bis wir letzte Woche endlich dazu kamen. Und wir waren so angetan, dass wir dann beschlossen, uns endlich wieder mehr Zeit für Karten- und Brettspiele zu nehmen. Die letzten Wochen waren so stressig, dass es einfach nur guttut, mal gemeinsam am Tisch zu sitzen und einfach nur Spaß zu haben. Carcassonne, Alhambra, das Labyrinth, BlueMoon, Scrabble, Backgammon, Mühle, Shogun, Malawi, Kalaha, Abalone und viele andere, die seit Jahren ungenutzt in meinem Schrank liegen.

Tja, und dann bekam mein Schatz zu seinem Geburtstag dieses Wochenende "Munchkin" geschenkt. Das hat uns ja schon länger gereizt, aber gekauft haben wir es uns nie, stand immer nur auf der Wunschliste. Und da kam es also. Und hat uns in den Wahnsinn gestürzt. Es hat uns dermaßen begeistert, dass wir nach zwei Runden nicht anders konnten als in den Laden zu gehen und uns ein paar Erweiterungen zu kaufen (meine siehe Statistik, er holte sich noch Ctulhu, was uns beide am meisten interessiert, ihn wegen Horror, mich wegen der Hommage an den großen Phantasten Lovecraft). Wir haben die letzten zwei Tage kaum etwas anderes gemacht als Munchkin gezockt. Und nun habe ich bei Tauschticket fleißig meine Suchaufträge abgeändert, um alle neuen Munchkin-Zugänge zu überwachen, um unser Spiel zu ergänzen.

Ich muss das hier unbedingt rezensieren! Und wenn ich schon dabei bin, warum dann nicht auch "Kabale und Hiebe"? Und wenn nicht Brett- und Karten, warum nicht alle paar Monate mal was am Computer? Die Spielerezensionen hier sind dann nichts für Freaks, mit denen kann ich nicht mithalten. Aber für Gelegenheitsspieler, die mal reinschnuppern wollen, sind sie vielleicht trotzdem eine Anregung. Und ich kann meine Gedanken loswerden ;-)

SaschaSalamander 11.01.2010, 09.54| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Blog

KW 53 und KW 01

Gelesen
+Anima 01 + 02 (N. Mukai)
Weltenträumer (S. Lukianenko)
12 Days (J. Kim)
Die Eleganz des Igels (M. Barbery)


Gehört
Limit (F. Schätzing)
Die Eleganz des Igels (M. Barbery)



Gesehen
Nightmare on Elmstreet 05 - 07
Freddy vs Jason
Das zehnte Königreich 01 - 05
Interview mit einem Vampir


Getauscht
Interview mit einem Vampir (DVD)
Bobby Mc Ferrin - Lady Fair (CD)



Gekauft

Chez Goth (Kartenspiel)
Munchkin beißt 01 und 02 (Kartenspiel)
Star Munchkin 02 (Clown Wars) (Kartenspiel)
Munchkin Fu 01 (Kartenspiel)
Das Buch der Namen (Gregory & Tintori)
Zwei Karten für "Limit Live" mit Frank Schätzing

SaschaSalamander 10.01.2010, 20.57| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Zwei größere Werke

Ein Feiertag. Ideal, das Hören, Lesen und Schreiben zu zelebrieren. Ich habe gerade die Wochenstatistik für die letzten zwei Wochen vorbereitet und festgestellt, dass für mein Verhältnisse sehr wenig drinsteht. Allerdings liegt das daran, dass ich mich gerade mit zwei Monstertiteln herumschlage. "Weltenträumer" ist super, aber recht unhandlich in der Größe, sodass ich es nicht einfach in der Handtasche mit mir tragen oder es mal nebenbei auf den Frühstückstisch legen kann. Also lese ich es nur, wenn ich mich direkt hinsetze. Und "Limit" besteht es 22 oder 26 (irgendsowas, auf jeden Fall irre viel) CDs, und egal wieviel ich höre, habe ich das Gefühl, nicht voranzukommen von der Menge her (was ich aber schön finde. Ein spannendes Buch, das nicht enden will, gibt es etwas Schöneres?).

Lukianenko fällt mir im Moment schwer. Er ist ein grandioser Autor, ich will seine Werke besitzen und mehrfach lesen. Allerdings muss man ihn in einem Rutsch verschlingen, ansonsten werden sie zäh. Er liegt jetzt schon zwei, drei Wochen bei mir herum, und ich muss mich jetzt anstrengen. Ich sollte mich bemühen, schneller zu lesen, sonst geht es mir wie mit dem zweiten Band der Wächter-Reihe, und ich verliere die Lust, obwohl das Buch großartig ist.

Und Limit überrascht mich. Oder auch wieder nicht, wie man es nimmt. Das Thema reizte mich überhaupt nicht. Der Mond, Politik, Ressourcen, Shanghai, alles nicht so prickelnd. Aber überraschenderweise doch sehr spannend. Wie ich eben bei Schätzing vermutete, er kann das. Ich brauchte ein paar Tracks, um mich hineinzufinden, und seitdem suche ich ständig einen Vorwand, die Bude zu putzen, alleine einkaufen oder spazieren zu gehen. Gedankenspiele um die Zukunft in wenigen Jahren, was geschieht mit China, Amerika, anderen großen Ländern. Ein Geschäftsmann, der Kinder verkauft und dem nun das Handwerk gelegt werden soll. Und ein Privatschnüffler, der nach einer verschwundenen jungen Dissidentin sucht Wie praktiziert man Sex im Weltraum? Stanley Kubrick als Auslöser für ein grandioses Projekt der Zukunft. Wie mag Schätzing all diese scheinbar absolut unzusammenhängenden und völlig voneinander fremden Themen zusammenbringen?

Das Geniale an diesem Buch bisher finde ich, auch wie Schätzing Fiktion und Fakten vermischt, Namen und Hintergründe. Wäre ich etwas bewanderter in Geschichte, wüsste ich, welche Personen tatsächlich existieren, welche Orte und Ereignisse tatsächlich stattgefunden haben, und was davon nur von ihm erdacht ist (das Buch dauerte ja auch einige Zeit zu erstellen, sodass ich mir sicher bin, dass manche seiner Gedanken anders umgesetzt wurden oder sich sogar bewahrheitet haben in dieser Zeit. Aber das werde ich bei seiner Lesung erfahren *hibbel*). Es ist einfach klasse, wenn er ein paar bekannte Namen und Events einstreut und man dann sagen kann "ja, das habe ich auch erlebt, daran erinnere ich mich". Interessant, welche Bedeutung er diesen Dingen für die Zukunft beimisst. Schätzing eben. Vermag es, alle zu begeistern ...

SaschaSalamander 06.01.2010, 11.16| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Closer

cortez_closer_150.gifIch schwanke sehr, was dieses Buch betrifft. Einerseits riss es mich sehr mit, andererseits hat es auch einige gravierenden Schwächen, die nicht einfach ignoriert werden können. Doch erst einmal brav der Reihe nach, ...

Jack verlor seine Familie durch einen grausamen Serienkiller (blutrünstig, brutal, blutig, bestialisch, und so weiter). Nun ist er getrieben von einem einzigen Ziel: Rache. Und so beginnt er seinen Feldzug, indem er gemeinsam mit der Prostituierten Nicci auf die Jagd nach Serientätern geht. Sie lockt für ihn die Beute, und er "verhört" sie. Entlockt den Tätern Informationen über die Opfer und deren Tod, die er den trauernden Angehörigen zukommen lässt, wie auch er selbst noch viele offene Fragen an den Mörder seiner Familie hatte. Bald gerät er über das Internet auf die Spur des Mörders, den er so lange schon sucht, und er schleust sich in die  geschlossene  Community von irren Serientätern ein, um seinem Ziel wieder ein Stück näherzukommen. Doch sein Vorhaben ist riskant, sein zukünftiges Opfer scheint von ihm zu wissen und spielt mit ihm Katz und Maus. Wer wird am Ende siegen - Jack oder das Ungeheuer? Oder wird Jack gar selbst zu einem Monster?

Um diesen eher profanen Roman ein wenig mit Nietzsches Philosophie anzureichern: "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, daß er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Dies ist das Kernthema des "Closer" (so genannt, weil er Fälle abschließt (to close), an welchen die Polizei bis dato erfolglos arbeitete): die Frage, ob Jack wirklich "nur" auf Rache aus ist und dann seinen Feldzug beenden wird, wenn er hat, was er wollte, oder ob er nun selbst zum Tier wird, welches einen Mord nach dem anderen begeht, süchtig nach dem Rausch des Adrenalin. Dies ist für ihn eine drängende Frage, mit diesem Thema spielt auch sein Gegner, und wegen dieser Problematik kommt es zu einem Konflikt mit Nicci. Will Jack überhaupt noch den Mörder finden, oder wurde der Weg zum Ziel?

Nun, im Grunde ist diese kurze Betrachtung eigentlich schon zuviel Ehre für diesen unterhaltsamen, aber doch eher oberflächlichen Roman. Er versucht sich stellenweise an etwas Tiefe und Inhalt, doch im Grunde geht es lediglich um das Anlocken und Töten, welches recht genüsslich zelebriert wird. Der Closer ist blutig, seine Foltermethoden sind grausam, er hat sie schließlich aus Fachliteratur über den Nationalsozialismus, moderne Kriegsführung und Folterpraktiken übernommen und wurde bald selbst kreativ. Schließlich wird der vergleichende Aspekt zwischen Kunst und Folter im Buch immer wieder hervorgehoben.

Was mir an dem Buch gefällt ist ... hm, was gefiel mir? *grübel*. Es war sehr unterhaltsam. Mal was Nettes für zwischendurch, bisschen grausam und blutig, es kann ja nicht immer nur niveauvoll und hintergründig sein. Ich hatte sehr klare Bilder vor Augen, fast als hätte ich einen Film gesehen. Und ich kann mir sogar vorstellen, dass dieses Buch sich perfekt als Drehbuch für einen recht guten Hardcore-Thriller eignet zur abendfüllenden Unterhaltung.

Hier liegt die Stärke des Buches, aber zugleich auch die größte Schwäche. Ich weiß nicht, wie die Kapitel im Roman abgetrennt sind, im Hörbuch jedoch weder durch einen Absatz noch durch eine Pause oder einen Vermerk auf das nächste Kapitel. Aus diversen Rezensionen im Web konnte ich allerdings entnehmen, dass auch im Buch selbst die Sprünge teilweise zu heftig für die Leser waren.

Ohne Punkt und Komma geht es von einer Szene zur nächsten, eben wie in einem Filmdrehbuch. Im Film jedoch sieht man die Personen und den Schausplatz, im Buch dagegen wird einfach ein neuer Dialog begonnen, und man weiß nicht so recht, wer sich gerade wo befindet, und worüber gerade diskutiert wird. Zu abrupt die Sprünge, zu schnell verliert man den Anschluss und muss höllisch aufpassen, nichts von der Handlung zu verpassen.

Dazu kommt, dass das Verwirrspiel um die Namen nach einiger Zeit fast schon zu kompliziert wird. Der Täter schleust sich in die Gemeinschaft ein, tötet einen von ihnen und übernimmt dessen Identität. So heißt er nun also in der Realität Jack, trägt den Spitznamen Closer und nimmt nun einen dritten Namen an. Tötet den nächsten und übernimmt nun auch dessen Identität im Netz. Es ist dem Leser / Hörer nicht immer klar, ob es sich nun um einen Rückblick auf einen Dialog des echten Namensträgers oder um eine neue Szene mit Jack in der neuen Identität handelt.  Und auch die anderen Serienkiller spielen teilweise doppeltes Spiel. Wie gesagt: wäre es ein Film, er wäre grandios. Für ein Buch jedoch ist das ein Stilmittel, das den Leser in einem Maß verwirrt, das irgendwann lästig wird statt für Spannung zu sorgen.

Mein Fazit? Super Unterhaltung mit großen Schwächen. Als Zwischenmahlzeit extrem lecker, als Hauptgang ungeeignet. Man muss sich auf viel Gewalt einstellen, die weniger der Handlung dient, sondern eher Selbstzweck ist. Wenn man keine großen Erwartungen an "Closer" hegt, actionreiche Blockbuster im Buchformat liebt und einen guten Magen hat, dann ist das Buch durchaus zu empfehlen.

SaschaSalamander 04.01.2010, 09.49| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Thriller

Jahresstatistik 2009

Das Jahr ist fast zu Ende, und ich möchte wieder einmal einen Rückblick für mich verfassen. Erst einmal ein paar Fakten und Zahlen, bevor ich mir meine Gedanken hierzu machen werde ...

Roman, Kurzgeschichten, Sachbücher
40
Manga, Manhwa, Comic
27
Hörbuch
35
Hörspiel
65
Film
161
Gesamt
328


Januar
11
Februar
30
März
15
April
26
Mai
41
Juni
26
Juli
27
August
23
September
44
Oktober
21
November
31
Dezember
28


Wie üblich gilt es für mich die Anmerkung zu machen, dass die Zahl der Bücher pro Monat eigentlich überhaupt nichts aussagt. Denn zehn dicke Wälzer benötigen einfach mehr Zeit als 30 kurze Einzelhörspiele und ein paar flotte Mangas. Auch ist ein spannendes dickes Buch schneller gelesen als ein öder Titel trotz weniger Seiten. Erkennbar ist allerdings für mich, dass ich in meinen freien Urlaubswochen mehr Literatur genießen durfte als in der restlichen Zeit. Heißt, ich habe meine Zeit redlich genutzt ;-)

Was sich dieses Mal sehr extrem von den Jahren zuvor unterscheidet ist die Anzahl der Filme. Das liegt daran, dass ich selbst eigentlich kein großer Cineast bin. Ich sehe sehr gerne, aber ausgewählt und sehr selten. Mit meinem Ex zuvor habe ich am Ende eigentlich eher selten einen Film angesehen. Seit ich mit meinem Freund zusammen bin, machen wir es uns allerdings häufig bei einem Film bequem oder treffen uns mit anderen Freunden auf einen Filmeabend oder gehen gemeinsam ins Kino. Es ist weniger ein Konsumieren denn vielmehr ein Stück Gemeinschaft, das ich in dieser Form sehr genieße. Nicht immer steht der Film im Vordergrund, sondern das Zusammensein mit Freunden oder der kuschlige Abend zu zweit.

Gerne beleuchte ich rückblickend die Genres, welche ich zu mir genommen habe. In Sachen Film waren dies weit mehr Horror als in den letzten Jahren üblich. Auch hier wieder mein Freund die treibende Kraft. Ich habe sie früher gerne gesehen, aber dazu war ich eben ungern alleine ;-)

Mangas habe ich dieses Jahr nicht so viele wie sonst gelesen. Vor allem deswegen, weil ich die Verlagspolitik in letzter Zeit nicht mehr so mag. Einige der Hefte, in welchen die Vorankündigungen standen, wurden eingestellt. Ich mag es nicht, mich im Internet durch das Angebot zu wühlen oder im Laden auf gut Glück etwas zu kaufen. Die kostenlosen Leseproben von Ema und Tokyopop fehlen mir doch sehr. Außerdem habe ich früher durch meine Arbeit im Magazin sehr viele Rezensionsexemplare erhalten, was natürlich auch weggefallen ist. Dafür ist die von mir empfundene Qualität der Werke allerdings sehr gestiegen, und ich lese größtenteils nur noch meine bekannten fortlaufenden Serien sowie einige wirklich gute Neuerscheinungen auf dem Markt.

Hörbücher haben mir zwar Spaß gemacht, aber es war dieses Jahr eigentlich keines dabei, das ich wirklich als absolutes Top-Werk nennen könnte. Dafür waren es sehr viele gute Bücher, die ich in den Händen halten durfte. Die Empfehlungen von Freunden, die Bestsellerlisten und ein glückliches Händchen bei der Wahl der Titel ließen mich einige wirklich tollen Werke genießen, die ich unbedingt meinem Regal hinzufügen musste.

Was ich anfangs gerne gelesen habe, mir inzwischen aber fast schon aus den Ohren und Augen wieder herauskommt, das sind Bücher über Vampire, Gestaltwandler und sonstige mystischen Wesen. Ein paar habe ich noch hier liegen, aber dort liegen sie vermutlich nun auch für einige Monate. Langsam wird es zuviel.

Ein neues Genre, das ich letztes Jahr langsam kennenlernte und inzwischen so richtig für mich auskoste ist der Bereich der erotischen Literatur. Allerdings ist mir da sehr viel Schund in die Finger gekommen, und es ist im Vorneherein nicht immer leicht zu erkennen, ob ein Buch auch das hält, was es zu versprechen scheint. Es ist in diesem Genre sehr schwer, das passende Buch für den passenden Leser zu finden, denn gerade hier sind Wortwahl und Inhalt so eng miteinander verknüpft, dass eines ohne das andere nur unschön zu genießen wäre, und die Meinungen über das, was ein gutes erotisches Buch ausmacht, gesehen sehr weit auseinander. Ich lege Wert darauf, dass die Geschichte sich von platten Klischees abhebt und mich angenehm unterhält, während die Sprache mir ein lustvolles Prickeln bereitet (und mich bitte nicht durch wiederkehrende alberne Beschreibungen zum Lachen bringt), und bereits hier fallen die meisten Bücher für mich unter den Tisch ... aber ein paar kleine Schätze durfte ich dann doch finden ;-)


TOP Hörbücher
waren einige nett,
aber absolute Top-Titel
würde ich an dieser Stelle nicht nennen.


TOP Hörspiel-Serien
Die ???
Lady Bedfort
Die Hexerin
Sacred 2 - Der Schattenkrieger
Gedichtezeit - Gestatten Goethe / Heine
Poe Goth Drama
Jack Slaughter


TOP Bücher
Luna (J A Peters)
Zähme mich (E Maguire)
Weltengänger (S Lukianenko)
Weichgekocht (Anthologie)
Sexarbeit - eine Welt für sich (Anthologie)
Der siebte Tod (P Cleave)
Die Eleganz des Igels (M Barbery)
Ein bisschen härter ist viel besser (S W Denan)
Die Hütte (W P Young)
Zimtfeuer (Anthologie)
Das Buch der verrückten Experimente
Intelligente Rätselspiele (V Birkenbihl)


TOP Manga
Maid Boy (C Michalski)
New York, New York (M Ragawa)
Detektiv Conan (G Aoyama)
After School Nightmare (S Mizushira)
Kirihito (O Tezuka)


Top Filme
Adams Äpfel
Avatar
Brügge sehen und sterben
Coraline
The Dark Knight
Preaching the Perverted
Borat
Oben
Die Girls von St. Trinian


Flop Hörbücher
Splitter (S. Fitzek)
Das verlorene Symbol (D. Brown)


Flop Hörspiele
Don Harris


Flop Bücher
Feuermohn (A. Martini)
Schlechter Sex 1 - 3 (M. Ming)


Flop Filme
Kann ich nicht nennen,
denn bei Filmen sehe ich wirklich nur,
was mir gefällt. Anderes hat keine Chance
und wird sofort nach kurzer Zeit abgeschaltet ...
bei Filmen bin ich noch rigoroser als bei Büchern, ...

SaschaSalamander 31.12.2009, 19.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Abschluß des Jahres 2009

barbery_eleganzbuch_150.jpgUnd bevor ich nachher den Blog beschließe, bevor ich 2009 für mich selbst literarisch beende und mich dann in Partyvorbereitungen ergehe und kein Buch mehr für den Rest des Jahres berühren werde, bin ich glücklich. Darüber, dass das Ende dieses Jahres mit einem solch schönen Gedanken, einem solch schönen Buch enden durfte. Wenn ich ein Buch beginne, weiß ich selten, was mich erwarten wird. Und so ist es ein unglaubliches Glück, mit einem solch wunderbaren Werk das Jahr beenden zu dürfen. Zeit für eine Rezension habe ich heute nicht. Und die werde ich mir nehmen müssen, denn alleine meine Notizen und Gedanken, die ich zu diesem Buch gemacht habe, sind länger als mehrere Rezensionen zusammen. Wie soll ich dies nur in Kürze fassen?

"Die Eleganz des Igels". Es ist mir normalerweise erst nach vielen Wochen oder oft auch Monaten möglich zu sagen, ob ein Buch mich bereichert hat. Denn ob ein Buch für mich wertvoll ist, erkenne ich erst daran, wenn ich nach langer Zeit noch immer daran zurückdenke, wenn mich Gedanken des Buches im Alltag begleiten. Ich denke an bestimmte Momente der Handlung und fühle mich mit Einzelfiguren der Handlung verbunden.

Bücher, die mir sofort nach dem Lesen sosehr ins Bewusstsein gehen, gibt es nur selten. Ein solches Beispiel war "Die Stadt der träumenden Bücher" von Moers, "Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" von Claudel, "Seide" von Baricco oder "11 Minuten" von Coelho, "Briefe in die chinesische Vergangenheit" von Rosendorfer oder die Snicket-Reihe. Doch diese Bücher sind selten. Pro Jahr ist es vielleicht ein Buch, mit sehr viel Glück sogar zwei. Und ich bin dankbar für den Genuss eines jeden einzelnen. Und unbeschreiblich dankbar und glücklich bin ich, das Jahr nun mit einem Solchen Roman abschließen zu dürfen. Mit der "Eleganz des Igels".

Warum ich weiß, dass dieses Buch sich in mich gegraben hat, dass es nicht morgen vergessen sein wird, sondern in mir ist und mich begleiten wird? Weil ich vorhin etwas feststellen durfte, das eine so große Seltenheit ist, dass es in diesem Fall erwähnenswert ist. Denn ich habe ja schon darüber geschrieben, dass ich ohne Lesezeichen hoffnungslos verloren wäre. Ich finde nicht mehr die Stelle, wo ich war, zumindest nicht ohne Aufwand. Ich überfliege die Texte, und der Inhalt ist klar, doch die Worte sind vergänglich. Anhand eines Absatzes kann ich nicht sagen, wie weit zurück ich mich befinde und worum es gerade geht und wieviel weiter ich schon gelesen habe. Manchmal nicht einmal, ob ich es überhaupt schon gelesen habe.

Doch dieses Werk ist für mich eindeutig. Ich schlug eine beliebige Seite im Buch auf. Las nur einen einzigen Satz. Und ich wusste sofort, um welchen Gedanken es ging, welche Handlung damit verknüpft war, wo im Buch ich mich gerade befand. Dachte daran zurück, erfreute mich daran. Ich werde es ganz vorne in mein Regal stellen. Damit ich genauso wie in einige der anderen Werke, die ich oben nannte, immer wieder einmal ins Regal greifen kann, ein beliebiges dieser Bücher an einer beliebigen Stelle aufschlagen und mich dann lächelnd zu erinnern ...

SaschaSalamander 31.12.2009, 15.12| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Tip, Philosophie, BewusstSein, Drama, Romantik,

Die Toten schweigen nicht

cleave_toten_150_1.jpgLohnt es sich noch, nach all meinen Beiträgen in der Rubrik "Aktuell" noch eine Rezension zu "die Toten schweigen nicht" zu schreiben? Ich denke eher nicht. Aber vielleicht der Fairness halber noch eine kurze Endmeinung über das Buch, eine Art Abschluss.

Kurz noch einmal zum Inhalt: der Privatdetektiv Tate war früher Polizist, doch das ist lange her. Sein Leben nahm eine dramatische Wende, als er seine Frau und Tochter bei einem schlimmen Unfall verlor. Nun also fristet er sein Dasein als erfolgloser Detektiv. Ein neuer Fall rührt an der Vergangenheit, lässt alte Wunden aufbrechen und birgt viele Geheimnisse in sich. Bei der Exhumierung eines Mannes, dessen Körper man nun auf Spuren von Giftmord untersuchen will, findet man nicht den Mann im Sarg, sondern ein fremdes Mädchen. Und Tate findet noch weitere verschwundene Mädchen, weitere Leichen. Er ermittelt entgegen den Weisungen der Polizei auf eigene Faust, und sein früheres Privatleben kommt immer mehr in Konflikt mit dem, was er nun erfahren muss. Die Presse rüttelt an den alten Geschehnissen, und immer mehr wird Tate selbst - wirklich zu Unrecht? - zum Verdächtigen. Doch hinter den Morden steckt mehr, als es im ersten Moment den Anschein hatte ...

Ja nun, was soll ich noch sagen? Ich war am Ende recht enttäuscht. Das Buch habe ich bis zur Hälfte gelesen, danach ging ich über zum Hörbuch, welches mich ebensowenig fesselte. Ich war froh, als ich die Story hinter mir hatte. Der Gedanke war ganz nett, und die Hintergründe, die sich am Ende abzeichneten, waren recht clever gedacht. Doch trotzdem gab es mir zuviele Ungereimtheiten, zu viele Unklarheiten. Leider war der Antiheld des Buches auch tatsächlich sehr unsympathisch, und es kam nicht einen einzigen Moment das Gefühl auf, dass ich mitgefiebert hätte, im Gegenteil. Ich wünschte, ich hätte Tate eine dicke Ohrfeige geben und ihn endlich mal zur Vernunft bringen können. Doch mehr nicht. Nicht einmal Antipathie ließ mein Blut in Wallung geraten, im Grunde waren mir Tate und all die anderen egal. Sollten sie doch tun, was sie glaubten tun zu müssen, ich wollte nur wissen, wer die Frauen umgebracht hatte und warum.

Der Ladezustand des Handys ging nach wenigen Seiten bereits auf den Keks und zog sich bis zur letzten Seite durch. Spannung baute sich erst ab der Hälfte des Buches auf (meiner Meinung nach. Viele Leser waren sehr begeistert von diesem Buch, und ich möchte es auch nicht absprechen. Aber mein Geschmack war es eben absolut nicht), und selbst dort konnte sie sich nicht halten, sondern dümpelte dröge wie die Wasserleichen zu Beginn des Buches vor sich hin: aufgebläht, faul und reizlos. Man hätte das Buch auf gut ein Drittel oder Viertel kürzen können, ohne dass es ihm geschadet hätte (es hätten eh nur Sätze wie "leck mich" und "scheiße, ich habe damals alles falsch gemacht" oder "ich steckte mein Handy ins Ladegerät und hoffte, dass es nicht kaputt war" gefehlt, allein durch deren Entfernung hätte man das Buch stark raffen können).

Empfehlenswert? Nun ja, es gibt Leser, denen es sehr gefiel. Aber ich werde es nicht empfehlen. Ich denke, es gibt bessere Bücher, mit denen man seine Zeit vertreiben kann ...

SaschaSalamander 30.12.2009, 09.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch

Die Eleganz des Igels

barbery_eleganzbuch_150.jpgEigentlich hatte ich ja andere Titel auf meiner Liste der demnächst zu Hörenden Bücher. Aber beim Einkaufen stand ich im Regal vor "die Eleganz des Igels", und während ich das Buch bisher zwar wahrgenommen, aber niemals beachtet hatte, sprang es mir nun regelrecht ins Auge. Ich las den Klappentext und wusste auf Anhieb, das MUSS ich haben! (Eigentlich war es nur der Vergleich mit Harold und Maude, der mir bisher noch nicht untergekommen war. Mir ist bewusst, dass dieses Buch etwas völlig anderes sein würde, aber trotzdem fachte es mein Interesse an. Wie billig! Wie schändlich! Wie töricht von mir! Aber auch ich reagiere manchmal auf einfache Schlüsselreize, so peinlich mir das auch sein mag *schäm*)

Also gut, ab zu Tauschticket, et voila. Ich liebe es: heute bestellt, morgen schon im Briefkasten. Vorab ein wenig im Web recherchiert. Bei diesem Buch scheiden sich ja wirklich die Geister. Die einen lieben es, schwelgen, schwärmen, schmachten. Die anderen finden es elitär, handlungsarm und langweilig, pfeffern es nach wenigen Seiten in die Ecke und ärgern sich, dass sie zu viele Fremdwörter nicht verstehen und es nicht einsehen, warum eine Autorin so arrogant sein muss, ihre pseudophilosophischen Ergüsse ohne jeglichen Zusammenhang auch noch auf ZWEI Charaktere zu verteilen, weil einer wohl nicht für ihr Ego ausreicht (dies war eigentlich der Tenor, den ich in sehr vielen Rezensionen heraushörte).

Ich gehöre zu denen, die das Buch lieben. Es ist so still, so sanft. Ich kann mich sehr gut in die beiden Hauptcharaktere hineinversetzen. Mag sein ich teile nicht alle Gedanken, aber eine Sympathie ist vorhanden, und manchmal finde ich mich sogar in ihnen wieder. Und über mangelnde Handlung kann ich nicht klagen, die Texte gehen fließend ineinander über, die Inhalte ziehen sich wie ein hauchdünner Faden (ich muss oft an Altweibersommer denken, wenn die hauchzarten Spinnweben vom Wind getragen werden) durch die einzelnen Kapitel, und ich möchte in das Buch eingreifen, möchte die beiden bekannt machen und ihnen zeigen, dass ihre Schwester im Geiste nur wenige Wohnungen entfernt lebt. Ich kann es nicht erwarten, bis sie sich endlich begegnen, sich treffen, angeregt durch einen neuen Nachbarn (der die Verkörperung dessen darstellt, was beide auf ihre eigene Weise bereits verehren, nämlich die japanische Kultur).

Das ist ein Buch, das ich nicht nur lesen will, sondern das ich besitzen muss. Ich will es in meinem Regal sehen. Auch, wenn ich (noch, aber das kommt vielleicht später) nicht begreife, was eine Katze auf dem Cover zu suchen hat? Ich kann es kaum erwarten, es zu Ende gelesen zu haben und Euch hier etwas ausführlicher vorzustellen!

SaschaSalamander 29.12.2009, 16.09| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

Is nothing sacred any more

Lästig, einfach nur lästig! Ich surfe ohne mir etwas Böses zu denken nach meinen Emails, und da prangt mir zwischen den News etwas von einem tragischen Filmtod ins Auge. Das Auge bleibt kurz haften, wer denn da gestorben sein könnte, und voila lese ich den Spoiler, dassd eine wichtige Hauptperson im xten Teil eines Filmes (den ich unbedingt sehen will, vermutlich sogar im Kino) am Ende sterben wird.

Ja, HALLO??? Geht es noch? Einfach so dutzende Monate vor dem Erscheinen eines Filmes bereits in den Medien öffentlich dessen Ende herausposaunen? Wo leben wir denn? Ist den Leuten denn gar nichts mehr heilig? *motz* *heul*

SaschaSalamander 29.12.2009, 10.00| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rund um Filme

Limit Live

Heute habe ich mir etwas gegönnt, auf das ich mich schon sehr freue. Zufällig stieß ich darauf, dass Frank Schätzing demnächst mit seinem neuen Buch durch Deutschland tourt. Ich muss nun ganz offen gestehen, dass der Schwarm mich zwar begeistert hat, aber nicht alle seine Bücher dies bei mir hervorriefen. Das neue Buch, "Limit", ist ein Scifi (oder eher eine Dystopie?) in dem Stil, der mich eher weniger anspricht. Dennoch werde ich das Buch lesen und begeistert sein. Denn es ist von Schätzing. Mal abgesehen von den kleinen Werken gelingt es ihm, ein Thema wirklich jedem nahezubringen. Ich bewundere diesen Mann. Er könnte sogar das Telefonbuch als haarsträubenden Thriller vermarkten und seine Leser begeistern. Und ich bin sicher, dass "Limit" mir gefallen wird, einfach weil es von einem Mann kommt, der weiß, wie man etwas in Szene setzt. Bei den Büchern literarisch und im Handlungsbogen, aber auch sich selbst. Er weiß sich zu vermarkten, und schon oft musste ich schmunzeln, weil dieser Mann mich in seiner Art und seiner Methode fasziniert (so macht er zum Beispiel auch Werbung für eine Firma, die Unterwäsche produziert und verschiedene Stars für sich engagierte. Ja, das Bild hat Geschmack, und wieder war der Autor im Gespräch. Er versteht es eben, sich in jeder Hinsicht von seiner besten Seite zu zeigen *g*)

Also war ich heute beim Kartenvorverkauf und habe mir zwei Karten reserviert. Im März erst wird es stattfinden, aber es sind schon recht viele Karten ausverkauft. Ich habe recht weit vorne mittig noch etwas ergattern können und freue mich wie eine Schneekönigin darüber! So lange noch hin, ich kann es kaum erwarten. Und welches Buch ich als nächstes genießen werde, dürfte außer Frage stehen, oder? ;-)

Die Lesung wird bestimmt klasse. Denn noch bevor ich Infos darüber im Web las, war mir klar, dass Schätzing ein Event daraus machen wird und ich dieses sehen will. Und als ich mich dann informierte, sah ich mich bestätigt. Untermalt mit einem eigenen Soundtrack, Bilder auf riesiger Leinwand, kabarettistische Einlagen, zusätzliches Material von ESA und DLR, und ich hoffe natürlich auch auf einiges Hintergrundmaterial zum Buch. Man muss das Buch dafür angeblich nicht kennen, aber ich möchte es gerne zweimal genießen: das Buch selbst, und dann die Erinnerung, während er daraus vorträgt. Und ein drittes und viertes Mal, wenn ich das Buch hier vorstellen und später von der Tournee erzählen werde ;-)

Als kleiner Vorgeschmack seine Homepage, die derzeit voll und ganz dem Buch "Limit" gewidmet ist und schon eine kleinen Eindruck davon vermittelt, dass es sich nicht "nur" um einen einfachen Roman handelt: >Frank Schätzing<

SaschaSalamander 28.12.2009, 16.28| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Events

Weichgekocht und Zimtfeuer

weichgekocht.jpgEin erotisches Lesebüchlein, das mich vor einigen Wochen wider Erwarten sehr begeistert hatte, war "Weichgekocht", eine Anthologie aus dem Dienstwerk-Verlag. Wieder einmal eine Sammlung von Geschichten, wie ich sie auch schon aus anderen Heften und Büchern kenne, mein Interesse an diesem Buch war sehr gering. Doch ein Freund bekam es geschenkt, war begeistert und lieh es mir sofort aus. Eher genervt begann ich die erste Geschichte zu lesen und musste plötzlich laut lachen. Clever, humorvoll, mit einer witzigen Pointe und doch recht anregend beschrieben. Ob die zweite Geschichte genauso spannend sein würde? Sie war es. Und so fraß ich mich gierig von einer Geschichte zur nächsten, enttäuscht, wie rasch ich das Buch beendet hatte.

Und nun erschien vor ein paar Tagen ein zweiter Band: "Zimtfeuer". Nennt sich wie auch der Vorgänger bereits "ein SM-Lesebuch", doch im Grunde eigentlich eine Sammlung erotischer Geschichten, die auch für Freunde normaler Erotik ein Genuss sein wird. Denn im Grunde sind es prickelnde Geschichten voller Leidenschaft und Erotik, gewürzt mit jeder Menge Humor und Selbstironie. Und sehr, sehr viel Kreativität.

Was mich an anderen Büchern dieses Genres oft stört, sind die Sprache und der Inhalt. Die Sprache in "Weichgekocht" und "Zimtfeuer" jedoch ist allein schon aufgrund der vielen Autoren sehr abwechslungsreich. Fernab von platten Phrasen, wie man sie sonst häufig liest (Luststab, Lustgrotte, Lustsaft, praller Stab, mächtiges Glied und ähnlich dämliche Bezeichnungen, bei denen ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll) gelingt es den AutorInnen, beim Leser das Lustzentrum DORT anzusprechen, wo es eigentlich sitzt: nicht irgendwo zwischen den Beinen, sondern direkt im Gehirn.

Und der Inhalt - in vielen Büchern fehlt er oder ist klischeebeladen ohne Ende. Graues Mäuschen trifft reichen Schönling, sie dürfen einander nicht besitzen, es funkt gewaltig, es gibt ein paar Hindernisse, et voila erst sexelt es, und dann sind sie zusammen. Hier dagegen war ich oftmals von dem Einfallsreichtum der AutorInnen begeistert. Witzige Wendungen, clevere Varianten und spannende Handlungsabläufe, deren Ende nicht unbedingt vorhersehbar ist. Selbst, wenn manche der Geschichten nur eine oder zwei Seiten lang sind, bauen sie in sich selbst eine Spannung auf und ziehen den Leser in ihren Bann.

Und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Gut, wer die reine Blümchenvariante unter der Bettdecke ohne Licht bevorzugt, sollte vielleicht doch die Finger davonlassen. Doch für jeden, der es gerne abwechslungsreich liebt, ist etwas dabei. Teilweise etwas heftigere Varianten mit Dominanz und Unterwerfung, aber auch sinnlich-verliebte Abenteuer. Sogar der Bereich Fetisch kommt nicht zu kurz: welcher Mann mag es denn nicht, wenn eine Frau ihre Beine in glänzendes Nylon verpackt und hübsche Schuhe trägt? Und welche Frau liebt es nicht, mit dem Reiz, welchen sie auf die Männer darin ausübt, zu spielen? Auch geheimnisvolle Kurzgeschichten gibt es, die fast schon in den Bereich Dark Fantasy passen könnten. Traurige und nachdenkliche Erzählungen, die von Tod oder Behinderung handeln und den Leser bewegen, das Thema Sexualität von einer völlig neuen Seite zu betrachten.

Manchmal gehen die AutorInnen auch noch einen kleinen Tick weiter: es gibt Geschichten, von denen sich manche tatsächlich so abspielen könnten. Doch es gibt auch prickelnde Phantasien, die man gerne nachwirken lässt, wohlwissend, dass sie reines Kopfkino bleiben werden.

Und was ebenfalls gefällt: diese Geschichten sind realistisch gehalten. Während man in diesen klassischen Liebesromanen sich in eine allzu unrealistische Heldin hineinversetzen muss und von einem Prinzen träumt, wie man ihn eh niemals haben wird, sind diese Erzählungen aus dem Leben gegriffen. Sie malen keine unerreichbaren Luftschlösser, sondern sie zeigen, dass Pannen kein Drama sind und Fehler dazugehören. Dass Liebe und Sex nicht perfekt sein müssen. Sie zeigen den LeserInnen: auch Du kannst Lust daran haben, wenn Du es nur zulässt. Und wenn Du bereit bist, zu lernen und manchmal auch über Dich selbst zu lachen ...

****************

Zu gerne würde ich einzelne Geschichten hier erzählen. Doch ich begnüge mich damit, Euch ein wenig den Mund wässrig zu machen. Ihr sollt schließlich selbst einmal hineinlesen. Deswegen zum Abschluss anstelle des Fazit einfach ein paar Anreize zu einigen Geschichten, die mir besondesr gefielen ;-)

zimtfeuer.jpgDa gibt es zum Beispiel den Dom, der sich wohl etwas überschätzt hat und dann vor einer völlig unerwarteten Situation steht. Oder den Mann, der seine Traumfrau gefunden hat und feststellen muss, dass Perfektion gar nicht so erstrebenswert ist. Eine Frau, die bei einem Blind Date von ihrem Partner versetzt wird und dann eine überraschende Begegnung mit dessen Nachbar verlebt. Die Schriftstellerin, in deren neuem Anwesen es nicht mit rechten Dingen zugeht. Das Callgirl, das zum Rollenspiel gerufen wird und dort einem recht widerwilligen Kunden gegenübersteht.

SaschaSalamander 28.12.2009, 14.27| (2/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: BDSM, Erotik, Tip, Deutsch, Romantik, Kurzgeschichten,

Statistik KW 52

Gelesen
Zimtfeuer (Anthologie)
Weltenträumer (S. Lukianenko)
Detektiv Conan 65 (G. Aoyama)



Gehört
Die Eleganz des Igels (M. Barbery)
Die Toten schweigen nicht (P. Cleave)
Die Lebe wächst mit ihren Aufgaben (E. v. Hirschhausen)



Gesehen
S. Darko
The Crow
Von allen Geistern besessen
Nightmare on Elmstreet 02 - 04



Geschenkt
Zimtfeuer (Anthologie)



Getauscht
Jakob, der Lügner (Film)
Extrem 1 (C. Brandhurst)
Die Eleganz des Igels (M. Barbery)



Gekauft

12 Days (J. Kim)
Anima 01 + 02 (N. Mukai)
Fairy Cube 02 + 03 (K. Yuki)
Ludwig Revolution 04 (K. Yuki)
Detektiv Conan 65 (G. Aoyama)
Royal Doll Orchestra 01 (K. Yuki)
After School Nightmare 06 (S. Mitsushiro)

SaschaSalamander 27.12.2009, 16.08| (2/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Statistik

Feiertage Olé

Endlich stehen die Feiertage an. Und klar, dass ich sie neben Filmen und Computer und Spaziergängen hauptsächlich mit Lesen verbringen werde! Lukianenko habe ich gestern schon recht weit gelesen, seine Texte lesen sich fast wie von selbst.

Dann liegt hier bereits das neueste Werk "Zimtfeuer", eine Anthologie erotischer Geschichten. Der Vorgänger hat mich bereits sehr begeistert, obwohl ich erotische Literatur zwar gerne aber doch mit sehr großem Vorbehalt lese. Ich kann die Fortsetzung nicht erwarten!

Wenn das alles erledigt ist, habe ich hier noch zwei Regalreihen Mangas, eine Reihe Erotik, eine Reihe kunterbunten etwas anpruchsvolleren Mix und eine weitere Reihe bis dato ungelesener Terry Pratchtett.

Meine Favoriten für die nächste Zeit?
- Kushiel (J. Carey)
- Metro 2033 (D. Glukhovski)
- Machtwechsel auf der Erde (A. Risi)
- Maia (R. Adams)
- Blind Date mit einem Vampir (K. MacAlister)
- Die Geisha (A. Golden)
- Div. von Kaori Yuki
- Oskar (C. Frieser)
- New York, New York (R. Magimo)
- Hummeln fallen waagrecht (Cagliostro)
- Clara (J. C. Somoza)
- Wolfskuss (L. Handeland)

SaschaSalamander 23.12.2009, 11.16| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Die Toten schweigen, Kaminski spricht

Knapp die Hälfte des Buches "Die Toten schweigen nicht" habe ich bereits gelesen. Das Hörbuch umfasst sechs CDs. Ich begann also bei der Hälfte, aber das kannte ich noch nicht, und so ging ich immer weiter zurück, bis ich irgendwo am Ende der zweiten CD landete. Mir ist klar, dass Hörbücher dramaturgisch so verändert werden, dass man sie an den richtigen Stellen kürzt. Aber dass man am Anfang SO viel kürzen musste, macht mir klar, warum es mich bisher nicht wirklich gefesselt hat.

Und Stefan Kaminski macht seine Sache wirklich klasse. Allerdings kann ich die Worte "leck mich" nicht mehr hören, mir tut sowas in den Ohren weh, und so oft wie in diesem Buch habe ich es schon sehr lange nicht mehr gehört. Nä, das mögen meine verwöhnten Lauscher gar nicht. Erstaunlich, beim Lesen habe ich sowas immer überflogen, beim Speedreading fallen manche Sachen für mich einfach unter den Tisch, weil sie nicht zur Handlung beitragen. Doch beim Hören kann ich mich davon nicht distanzieren.

Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Wahrnehmung ist, wenn man ein Medium liest oder im Gegensatz dazu hört ...

SaschaSalamander 22.12.2009, 18.03| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Thriller

Das Problem mit den Fortsetzungen

Ein Problem, das ich häufig habe. Derzeit trifft es mich mit dem Weltengänger von Sergej Lukianenko, es könnte allerdings auch ein beliebiger Harry Potter, Septimus Heap, Mumienherz, eine Serie rund um einen Vampir oder Werwolf oder sonst ein Fortsetzungsroman sein ...

es ist ja in Mode gekommen, dass die Bücher immer dicker werden (früher las ich gerne "fette Wälzer", heute neigen moderne Autoren dazu, gerne unnötig auszumehren. Hohlbein fing damit an, andere zogen nach, nicht immer spricht dies für Qualität). Ich lese sie trotzdem und in manchen Fällen auch deswegen gerne. A-haaber hat dies den Nachteil, dass ich dazwischen auch einmal etwas anderes lesen möchte. Ich möchte nicht vier Bücher von den Wächtern des Tags, der Nacht, des Zwielichts und der Ewigkeit lesen. Ich möchte zwischen dem Biss am Morgengrauen, in der Mittagsstunde und sonstigen Tageszeiten gerne auch ein anderes Buch lesen. Möchte zwischen die sieben Schuljahre von Harry Potter oder die 13 betrüblichen Ereignisse der Beaudelaire-Waisen zwischendurch auch ein anderes Buch schieben.

Und so passiert, was leider häufig passiert: wer war nochmal Fräulein Etepeschlumpf? Und hatte der Held nun den Gegner umgebracht, ausgeschaltet, oder war dieser nur kurz verschwunden? War er jetzt gerade auf der Flucht vor etwas, oder auf der Suche nach etwas?

Ich sitze also hier und lese "Weltenträumer", die Fortsetzung von Lukianenkos "Weltengänger". Der erste Band war grandios, und der zweite fängt genauso toll an. Aber wer war noch mal bitte Wassilia? Und war der alte Turm nun in Flammen aufgegangen, verschüttet, zerbombt oder doch einfach nur verlassen worden? Die Namen der einzelnen Welten dürfte ich noch zusammenbekommen, aber welche stand wofür? Das wäre mir für die Fortsetzung schon recht wichtig *seufz* ...

wie geht Ihr mit einem solchen Problem um?
Überfliegt Ihr das alte Buch noch einmal?
Holt Ihr Euch im Internet eine komplette Inhaltsangabe des Vorgängers?
Lest Ihr Bücher in Serie prinzipiell am Stück?
Lasst Ihr lieber ein wenig Pause zwischen einzelnen Teilen?
Was macht Ihr, wenn Ihr die Hälfte wieder vergessen habt?

SaschaSalamander 21.12.2009, 17.00| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: MachMit

Statistik KW 51

 Gelesen
Feuermohn (A. Martini)
Weltenträumer (S. Lukianenko)
Die Toten schweigen nicht (P. Cleave)


Gehört
Die ??? - 133 - 135
Peter Lundt 11 - Rivalinnen der Rennbahn
Die Leber wächst mit ihren Aufgaben (E.v. Hirschhausen)


Gesehen
Avatar
Adams Äpfel
Man´s best friend
Mord im Pfarrhaus


Tauschticket
/


Gekauft
Saikano (Film)
The Crow (Film)
Gwendoline (Film)
Man´s best friend (Film)
Der mit dem Wolf tanzt (Film)

SaschaSalamander 20.12.2009, 14.46| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Die Toten schweigen noch immer

cleave_toten_150_1.jpgHeute Abend bekommt "die Toten schweigen nicht" seine letzte Chance. Bisher kann es mich absolut nicht überzeugen. Die Sprache war in "der siebte Tod" zwar auch nicht gerade ein Hit, aber der Sarkasmus und der inhaltliche Witz ließen mich darüber hinwegsehen. Hier aber werde ich einfach nicht warm mit dem Buch.

Der Held ist mir unsympathisch, sein Handel begreife ich nicht, sein Vorgehen erscheint mir seltsam. Auf die Handlung bezogen habe ich bereits das halbe Buch geschafft, und noch immer habe ich das Gefühl, dass nichts passiert ist. Es trieben ein paar Leichen an die Wasseroberfläche, ein Verdächtiger hat sich ermordet, und die Presse will nun den Protagonisten zum Täter machen. Die Tochter des Helden wird exhumiert, und dieser sinnt auf Rache. Okay, so weit, so gut. Aber ich warte noch immer auf den Kick. Denn laut Cover gerät auch der Held selbst ins Visier der Polizei, und auch der Mörder habe es auf ihn abgesehen. Und bisher ist noch nichts dergleichen passiert. Ob es später dann endlich spannend wird?

Bisher habe ich vor allem erfahren, dass sein Handy den Sturz in den Teich nicht so recht überlebt hat. Dass er sein Handy auflädt. Dass er sich ein neues Handy besorgen muss wegen des Wasserschadens. Dass er das Handy aus hatte und viele Anrufe erhielt in der Zwischenzeit. Dass er sein Handy laden muss. Und dass der Vater des toten Verdächtigen auf seinem Handy anruft und ihn bedroht. Toll *gähn*.

Heute Abend gebe ich dem Buch die letzte Chance. Ich werde im Speedreading-Verfahren alles überfliegen, was noch so auf mich zukommt, soweit ich es schaffe, bevor mir die Augen zufallen und ich schlafen werde. Und sollte es mich dann nicht begeistert haben, werde ich mir von meiner Freundin das Hörbuch holen. Das ist nämlich vorgetragen von Stefan Kaminski, und der macht sogar ein Buch wie das Telefonbuch zum haarsträubenden, packenden Bestseller!

Mag sein, dass andere dieses Buch mögen, die Rezensionen gehen da auseinander. Aber ich selbst kann nichts damit anfangen ...

SaschaSalamander 19.12.2009, 21.28| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Thriller

Darkle dreaming dunkle Dämonen Dexter

Die Serie "Dexter" ist ja inzwischen bekannt. Meiner Ansicht nach einer DER Serien im TV. Für mich eigentlich DIE Serie überhaupt. Ich mag diesen kleinen Psychopathen, der so süß und schüchtern im Alltag daherkommt. Ich mag auch schon den Vorspann.

Und es gibt ja Bücher dazu. Schande über mich, aber ich habe bisher nur die Serie gesehen, niemals die Bücher gelesen.

Kennt jemand von Euch die Bücher? Und wenn ja, lohnen sie sich? Sind sie besser als die Serie, kann man die Serie wirklich toppen? Sind die Hörbücher gekürzt? Die Romane haben nur sehr wenige Seiten, wie kann man daraus nur eine so lange Serie machen? Sind die Sprecher der Hörbücher gut? Sollte man es auf Englisch lesen, oder sind die Übersetzungen der einzelnen Romane gut geworden?

Ich will die Bücher schon seit Monaten lesen, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob ich deutsch, englisch, Roman oder Hörbuch zu mir nehmen soll! Ich verzweifle daran ... bitte erlöst mich mit einem guten Rat ;-)

SaschaSalamander 19.12.2009, 20.04| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rund um Bücher | Tags: Thriller, Krimi,

Avatar - Aufbruch nach Pandora



Gestern Abend war ich in "Avatar". Hatte das Plakat überall gesehen, einen Trailer gesehen, mich aber nie sonderlich dafür interessiert. Halt wieder mal ein weiterer opulenter Sci-Fi mit bisschen Action und Romantik, kennen wir alles schon. Aber meinem Schatz zuliebe bin ich eben mit. Und dann hatte ich irgendwas gelesen von "teuerster Kinofilm ever" und "30 000 nochwas Computer berechneten den Film", das machte mich dann doch neugierig. Also auf ins 3D-Kino!

Anfangs recht gleichgültig, bald recht angetan und nach einer knappen halben Stunde nur noch atemlos und gefesselt, habe ich den Film gesehen. Ich kann es nur schwer in Worte fassen, wiesehr mich dieses Meisterwerk bewegte, aber ich werde es versuchen. Vorab ein paar Worte zur Handlung:

Jake Sully, Marine und gelähmt. Sein Zwillingsbruder stirbt, er arbeitete an einem Projekt "AVTR" (Avatar), welches Giest und Körper des Menschen mit dem künstlich geschaffenen Körper eines Ureinwohners des Planeten Pandora verbindet. Jake soll nun die Rolle seines Bruders einnehmen und in den Avatar schlüpfen, um den Planeten auf diese Weise zu erforschen und Kontakt zu den Aliens aufzunehmen.

Natürlich hat Jake keine Ahnung von Biologie oder Wissenschaft, und seine Kollegen sehen seinen Einsatz sehr skeptisch, doch er ist sofort begeistert: in dem neuen Körper kann er wieder laufen, und die neue Welt ist fantastisch! Bei einem Einsatz wird er von seinen Kameraden getrennt, fast von wilden Tieren geötet und von einer jungen Eingeborenen gerettet.

Und nun ist er in der Zwickmühle: er soll für die Wissenschaftler die Menschen, Pflanzen und Tiere erforschen. Für das Militär soll er die Schwachpunkte herausfiltern und das Vertrauen gewinnen, um sie später tiefer zu verwunden. Und er selbst verliebt sich in seine Retterin und wünscht sich nichts mehr, als ein Teil dieses wunderbaren Volkes auf diesem einzigartigen Planeten zu werden.

Als allererstes erinnert die Geschichte natürlich an "Pocahontas". Dann entdeckt man Anleihen aus "Der mit dem Wolf tanzt" oder "1492". Außerdem entdeckt man uralte Mythologien darin, japanische Mechas und japanische Mythologie, alte Märchen, bekannte Sci-Fi-Elemte. Es ist ein grandioser Mix unterschiedlicher Kulturen, Legenden, Mythologien verschiedenster Länder, und die Geschichte ist so alt, dass man sie sich in unzähligen Variationen wohl schon seit Urzeiten erzählt. Und auch die Genres verschwimmen jenseits aller Grenzen zwischen Dramatik, Action, Abenteuer, Science-Fiction, Fantasy, Ethno, Dystopie, Utopie, Romanze und vielem mehr. Es wird geschossen, geliebt, die Natur bewundert, über Tote geweint und fleißig Krieg geführt.

Nein, die Geschichte ist es wirklich nicht, welche die Zuschauer begeistert. Sondern das, was Cameron (Titanic, Terminator, Alien, Abyss usw) daraus gemacht hat. Er hat eine solch fantastische Mischung geschaffen, die in sich so stimmig ist, als wäre es eine schon lange bestehende bekannte Legende. Er schuf eine neue Welt, in der die unterschiedlichen Kulturen und Mythen sich zu einer neuen Kultur, einem neuen Mythos erheben. Und schmückte sie mit den elemtaren Grundbedürfnissen der Menschen nach Liebe und Freiheit im Einklang mit der Natur. Der Film berührt das Innerste und weckt eine tiefe Sehnsucht, die fast schon schmerzt, und all das ganz ohne Kitsch oder überzogene Dramatik.

Und die Bilder, noch dazu in 3D, sind kaum zu beschreiben. Man sieht jeden Euro, der investiert wurde. Man meint förmlich die Pflanzen zu riechen, als stünde man selbst auf diesem Planeten. Ich habe schon einige 3D-Filme im Kino gesehen, doch dieser war kein Vergleich. Andere hatten manchmal Focusprobleme und waren stellenweise etwas unscharf, oder sie wirkten zu aufgesetzt und viel zu bewusst auf 3D konstruiert, doch in diesem Film vergaß man es irgendwann. Denn alles war gestochen scharf, nichts lenkte den Blick ab, und es war irgendwann kein 3D mehr, sondern ein "ich bin mittenddrin". Dazu die Lautsprecher des Kinos von verschiedenen Seiten, ich war manchmal beinahe geneigt, die Hand auszustrecken und eines dieser schwebenden hauchzarten Wesen zu berühren, als wären sie real um mich.

Knapp 60 Prozent des Filmes entstanden am Computer, nur 40 Prozent waren real. Hatten vor einigen Jahren noch Filme wie "Final Fantasy - The Spirits within" das Publikum begeistert, setzt Cameron mit Avatar heute neue Maßstäbe. Alles wirkt so real und echt, als wäre es tatsächlich existenz. Als gäbe es diesen Planeten wirklich, als hätte man vor Ort real gefilmt. Und zusätzlich zu den so real aussehenden Wesen und Pflanzen kommt die Kreativität der Macher. Sie hatten herrliche Ideen, wie die uns fremden Pflanzen und Wesen aussehen sollten. Selbstverständlich haben sie nicht das Rad neu erfunden, Menschen hängen eben an bekannten Dingen, und Beine, Augen, Nasen sind natürlich vorhanden. Doch es gelang ihnen, alles ein wenig abzuwandeln, dass es fremdartig und dennoch faszinierend und wunderschön aussieht. Apart. Fremd. Und sehr, sehr ästhetisch. Auch ohne Liebesszene oder Romantik-Kitsch ist dieser Film erstaunlich erotisch, alleine aufgrund seiner Bilder. Anfangs ungewohnt und fast ein wenig beängstigend, gewöhnt man ich bald an die blauen Wesen, und es bleibt nichts als Bewunderung für die anmutigen Bewegungen. Besonders die Flugsequenzen ließen mich atemlos den Bildern folgen.

Zweieinhalb Stunden dauerte dieses Vergügen. Anfangs dachte ich noch, dass da gefälligst eine Pause notwendig sei, doch mitten im Film vergaß ich alles um mich herum. Kein Popcorn, keine Pause, kein Kinosaal mehr, ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ein Film jemals so schnell zu Ende war.

Heute auf Arbeit erzählte ich von meinem Kinoerlebnis. Eine Kollegin meinte, dass ihr zu dieser Art Film der Zugang fehle. Wir unterhielten uns dann über verschiedene Filmgeschmäcker, sie hatte gestern Sissy gesehen und mag gerne die etwas realistischeren Filme, historisch, romantisch. Nun gut, jedem kann ich Avatar also nicht empfehlen, ein gewisses Interesse für Fantasy und Scifi sollte wohl dennoch vorhanden sein, Genremix hin oder her. Aber ich vermute, dass dieser Film nur sehr wenige Menschen unberührt lassen wird. Cameron hat mit diesem Film ein Werk geschaffen, das neue Maßstäbe setzt und sehr lange Zeit wohl unerreicht bleiben wird ...

Wer ihn sehen möchte, der soll bitte nicht auf die DVD warten. Der soll auch nicht ins normale Kino gehen. Sondern wenn möglich in 3D. Es wäre schade um jede kleine Pflanze, um jedes winzige Lebewesen, welches dem Zuschauer durch die einfache 2D-Technik entginge ...

SaschaSalamander 18.12.2009, 18.26| (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip, Drama, Sci-Fi, Fantasy, Animation, Fremde Kultur, Romantik,

Erster letzter Satz die Toten schweigen nicht

Erster Satz:
"Blaue Fingernägel"

Letzter Satz:
"Seit drei Tagen nüchtern und überzeugter denn je, genau zu wissen, wer ich bin".

aus: Paul Cleave; Die Toten schweigen nicht: Heyne 2009

SaschaSalamander 16.12.2009, 15.35| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Schweigende Tote

cleave_toten_150_1.jpg>Der siebte Tod< hat mir recht gut gefallen, und da wollte ich einen weiteren Roman lesen. Am liebsten natürlich den aktuellsten. Und "die Toten schweigen nicht" kommt scheinbar recht gut beim Publikum an (wenn man mal die Leute absieht, die das obligatorische "aber so gut wie sein erster Erfolgsroman ist es nicht" von sich geben).

Ein paar Kapitel habe ich schon geschafft, und so langsam scheint die Handlung in Gang zu kommen. Der Anfang hat mich nicht wirklich mitgerissen, und ich musste mich einige Male hart am Riemen reißen, weiterzulesen. Ich kann ja ein Buch nicht nach einer oder zwei Seiten schon weglegen. Also las ich ein, zwei Seiten, es sprach mich nicht an, ich las ein paar Tage etwas anderes, las dann die nächsten zwei, drei Seiten. So ging es etwa zwei oder drei Kapitel lang, bis ich gestern Abend zum ersten Mal den Einstieg gefunden und dafür schon ein ordentliches Stück weitergelesen habe.

Mal sehen, wie es weitergeht. In diesem Buch ist alles offen, und ich habe noch keine Vorstellung, was mich erwartet und was der Autor daraus machen wird. Ich hoffe, dass es die Zeit für das Lesen lohnt ...

SaschaSalamander 16.12.2009, 08.34| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Statistik KW 49 und 50

Gelesen
Feuermohn (A. Martini)
Die Hütte (W.P. Young)
Maid Boy 2 (CJ Michalski)
Die Moorhexe (W. Hohlbein)


Gehört
Die drei ??? 132
Closer (D. Cortez)
Lady Bedfort 27 - 29
Ein König für Deutschland (A. Eschbach)
Gedichtezeit - Gestatten H Heine (U. Türk)
Gedichtezeit - Gestatten J W Goethe (U. Türk)


Tauschticket

2 Romane
(muss ja nicht jeden Titel posten *vg*)


Filme
Noel

SaschaSalamander 13.12.2009, 16.29| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Ein König für Deutschland

eschbach_koenig_150_1.jpgUnd wieder ist Andreas Eschbach ein Geniestreich gelungen. "Das Jesus-Video" dürfte fast jedem bekannt sein, es ist sein Meisterwerk, an dem er nun immer wieder gemessen wird. Und bei jedem Buch, das seitdem erscheint, darf er sich anhören, dass das aktuelle Buch niemals daran heranreiche. Das Los jeden Autors, der mal einen solchen Bestseller landete ;-)

Nun, Eschbach hat auch viele andere Werke. Er ist variabel, und ich liebe seine Vielfalt. Er schreibt brandaktuelle Thriller, er begibt sich auf die Pfade der Religion, er erfindet futuristische Welten, er spinnt Dystopien einer nur sehr wenige von unserer Zeit entfernten Zukunft, er bastelt aus aktuellem Tagesgeschen in der Zeitung eine unvorhersehbare Fortsetzungsgeschichte. Er bot Schreibkurse an (zu gerne hätte ich daran teilgenommen), und er setzt sich für den schreibenden Nachwuchs ein. In meinen Augen ist Eschbach ein Genie. Diese Ansicht mögen wohl nicht alle Leser hier teilen, aber ich selbst kann immer nur wieder begeistert von ihm berichten! Seine Werke haben hier und da kleine Schwächen, aber das liegt daran, dass Fiktion und Realität sich niemals perfekt vereinen lassen und entweder die Fantasyfreunde es gerne etwas actionreicher und abgedrehter hätten, die Realisten auf etwas mehr Ernst und Fakten pochen. Für das Kunstwerk, beides dennoch immer wieder erneut auf faszinierende Weise miteinander zu vereinen, gebührt Eschbach wirklich Ehre!

Simon König ist Lehrer in Stuttgart. Ein eher ruhiger, zurückgezogener Mensch. Der damals einen großen Fehler beging, aus diesem ging ein unehelicher Sohn, Vincent, in Amerika hervor, und seine Frau verließ ihn. Eines Tages, sehr viele Jahre später, der Sohn ist inzwischen erwachsen, landet eine CD in seinem Briefkasten, mit der dringenden Aufforderung Vincents, diese verschwinden zu lassen und niemandem davon zu erzählen. Doch bevor Simon wirklich begreift, was vor sich geht und wie wichtig diese CD tatsächlich ist, wurde sie ihm bereits entwendet.

Die junge Frau Sirona tritt an Simon heran, welche zuvor von Vincent kontaktiert wurde. Und so erfährt der Leser langsam, worum es überhaupt in dieser Geschichte geht: Vincent hat ein Computerprogramm entwickelt, mit welchem Wahlcomputer manipuliert werden können. Dies solle bei der nächsten Landtagswahl in Hessen eingesetzt werden. Und so verrückt das für Simon alles klingt, die nächsten Wahlergebnisse sehen tatsächlich nach einem Betrug aus. Gemeinsam mit Sirona und deren Freunden schmiedet Simon einen Plan, die Manipulation der Rechner mittels einer von Vincent eingebauten Hintertür aufzudecken: sie gründen eine Partei namens VWM, die Volksbewegung zur Wiedereinführung der Monarchie.

Es beginnt als kleines Projekt, sie wollen nicht auf sich aufmerksam machen und unauffällig bleiben, um durch spätere hohe Wahlergebnisse zu beweisen, dass die Wahl gefälscht wurde. Doch die Situation entwickelt sich immer mehr zum Selbstläufer. Simon ist anfangs abgeneigt, gewöhnt sich jedoch immer mehr an seine Rolle als angehender König. Und Sironas Freunde, begeisterte Rollenspieler und LARPer, sehen in dieser Aktion ein Spiel, welches in dieser realistischen und spannenden Form noch niemals möglich war. Auch die Mitspieler beginnen, ihre Rollen sehr ernst zu nehmen, und die Presse hat ein gefundenes Fressen. Warum nur neidvoll auf fremde Königshäuser blicken, wenn man den König im eigenen Lande haben kann? Bald werden die Bundestagswahlen anstehen ... was ist inzwischen Spiel? Und wo beginnt die Realität? Und was geschieht, falls das Volk tatsächlich von einem Monarchen regiert werden will?

Die Handlung an sich klang für mich eher wenig interessant, muss ich gestehen. Doch Eschbach versteht es hervorragend, Fakt und Fiktion so zu vermischen, dass es richtig Spaß macht. Ich fühle mich nicht in der Lage zu beurteilen, wie gut oder schlecht die Fakten hiervon recherchiert sind, aber dies ist mir offen gesagt auch egal. Er ist ein Autor, den ich zur reinen Unterhaltung lese, und die ist mir jedes Mal gewiss. Selbstverständlich mag die Handlung Schwächen haben, doch all seinen Büchern ist eines gewiss: der Leser muss bereit sein, sich auf eine völlig schräge Denkweise einzulassen und die Realität zwar immer im Auge zu behalten, sie aber dennoch hinter sich zu lassen.

Es gibt auch Dinge, die eher beiseite gelassen wurden. Ich fragte mich oft, wie wohl die anderen Parteien auf diese plötzlich erschienene vermeintliche Spaßpartei reagieren würden? Was andere Zeitungen als die speziellen Frauenblättchen auf sein Erscheinen sagen würden? Was das Ausland dazu sagen würde? Andererseits denke ich, dass der Roman in dieser Form nicht möglich gewesen wäre, wenn all solche Feinheiten beschrieben worden wären, es wäre zusehr ausgeufert und hätt ein politischen Diskussionen geendet, welche das Buch dann eher zerstört als bereichert hätten.

Ich weiß definitiv nicht, in welches Genre ich dieses neue Werk einordnen soll. Wie üblich gelingt es Eschbach, sich über alle Grenzen hinweg eine völlig neue Schublade zu erschaffen. Es ist stellenweise dramatisch. Oft lustig. Manchmal schon nervenzerfetzend spannend. Eine Verschwörung taucht darin auf. Sci-Fi kann man es aufgrund der Aktualität nicht nennen, Dystopien liegen in zu weiter Ferne. Gibt es einen Begriff für eine Dystopie oder einen Sci-Fi, welches in der Gegenwart liegt? Aber selbst Phantastik trifft es nicht, denn es gibt weder Übernatürliches noch Futuristisches. Es ist lediglich eine Aneinanderreihung von Gedanken und Ideen, die in dieser Form vielleicht niemals geschehen werden, theoretisch - rein theoretisch - aber vielleicht sogar möglich wären, wer weiß?

Der Gedanke an eine Monarchie in Deutschland lässt sofort negative Assoziationen aufkommen, und man fragt sie, wie dieses Thema bitte positiv verkauft werden soll. Und es gelingt Eschbach tatsächlich, den Leser für seinen König zu gewinnen. Ich bin sicher, auch andere Leser haben sich am Ende gewünscht, dass es vielleicht doch wahrwerden möge, und dass Herr König vielleicht tatsächlich DIE Änderungen bewirken könnte, die in all den letzten Jahren versäumt wurden. Es mag sein, dass es nur Gedankenfetzen sind, Stammtischphrasen, aber so geschickt verpackt, dass es wirklich Spaß macht, ihnen zu folgen. Man wird ja noch träumen dürfen von einer Bildungsreform, einem fairen Steuersystem und anderen Vorzügen, die Herr König seinem Volk verspricht ;-)

Das Ende hat mich ein wenig enttäuscht. In den anderen Büchern ist es ihm oft gelungen, mit einem Paukenschlag alles über den Haufen zu werfen oder aber eine völlig neue Wende einzubringen. Dieses Mal hatte ich eher das Gefühl, er wusste nicht so recht, wie er am Ende noch einmal einen solchen Punkt einführen könnte. Andererseits muss ich gestehen, dass ich keine Ahnung habe, wie man dieses Buch anders hätte enden lassen sollen. Von daher ist es okay. Nicht grandios, aber okay.

Das Buch an sich auf jeden Fall kann ich nur sehr empfehlen: jedem Leser, der bereit ist, sich von Eschbach für eine Weile entführen zu lassen in eine Welt gleich der unseren, in welcher es jedoch einem Lehrer und einer Gruppe rollenspielender Twens auf einmal möglich ist, Dinge zu bewegen, die jeder von uns schon einmal bewegen wollte. "Das alles, und noch viel mehr, würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär". Was würden wir an Simons Stelle tun? Um diese Frage zu beantworten, sollte jeder dieses Buch einmal in die Hand nehmen ;-)

SaschaSalamander 11.12.2009, 10.41| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Schräg, Deutsch, Verschwörung,

Neue Stimme für Lady Bedfort

Barbara Ratthey wurde 1940 geboren, ihr Name dürfte vermutlich niemandem etwas sagen. Aber ihre Stimme, die kennt jeder! Sie spricht Estelle Getty (die uralte Oma aus "Golden Girls"), sie ist die Dino-Oma aus "die Dinos", die Oma Winslow aus "alle unter einem Dach", die Dame Molly aus dem letzten Einhorn, Ronja Räubertochters Mutter Lovis, die Ducktales-Oma und viele, viele mehr. Ich denke, neben Regina Lemnitz (Roseanne, Whoopie Goldberg) und Franziska Pigulla (Scully aus Akte X) ist sie DIE deutsche weibliche Stimme, die jeder kennt und liebt. Barbara gelang es, ihre Stimme zu wandeln. Sie war weich und sanft wie Lovis oder Molly, sie war spitzzüngig wie Estelle Getty oder Oma Dino, sie war überlegt und gewieft wie Lady Bedfort. Ihre Stimme berührte die Herzen der Zuschauer und Hörer.

Mit 69 Jahren ist sie gestorben, nachdem sie lange Jahre krank war. Es ist ein sehr großer Verlust für ihre Freunde und Verwandten, da bin ich mir sicher, denn sie war sehr sympathisch (vermute ich, zumindest das, was in ihrer Stimme mitschwang). Ich senden Ihnen mein herzliches Beileid.

Und auch für die Hörspielszene (und die Synchronisation, aber das ist mir eher egal) ist sie ein sehr großer Verlust. 2008 erhielt sie einen Preis für ihre Arbeit in Lady Bedfort, und 2009 einen Preis für ihr Gesamtwerk. Kaum jemand hat es sosehr verdient wie sie!

Und Lady Bedfort? Es ist ein sehr seltsames Gefühl, wenn eine Serie mittendrin plötzlich die Hauptsprecherin verliert. Sie hatte eine solch markante Stimme, dass ich es für unmöglich hielt, einen passenden Ersatz zu finden. Egal, wer die neue spricht, ich wollte ihr eine Chance geben, auch wenn ich mir wenig davon versprach. Doch dann war ich sehr, sehr erstaunt!

Waltraud Habicht ist "die Neue", und sie hat mich verblüfft. Es wurde bewusst eine Stimme gewählt, welche sich von Barbara unterscheidet. Man wollte und konnte sie nicht kopieren. Es sollte eine Stimme sein, mit der man auch nicht so viele Gesichter oder Rollen verband, sondern eine neue, unverbrauchte Stimme, die das Publikum überzeugt. Und Waltraut Habicht hat es tatsächlich geschafft! WOW!

Natürlich ändert die Serie dadurch etwas ihre Dynamik, denn jeder Sprecher legt etwas Eigenes hinein, das nicht im Drehbuch verzeichnet ist, und Barbara hatte Persönlichkeit, SEHR viel davon. Doch Waltraut Habicht nicht minder, sie spricht gekonnt die Lady, als hätte sie noch nie etwas anderes getan, und ihre Stimme klingt angenehm, sympathisch und genauso gewieft wie die alte Lady.

Der Verlag hat etwas geleistet, was viele für unmöglich hielten. Waltraud Habicht hat ein sehr, sehr großes Erbe angetreten, aber sie ist tatsächlich in der Lage, dieses auch zu erfüllen. Sie ist anders. Aber mindestens genauso gut. Und ich hoffe, dass die Rollen, welche ansonsten Barbary bekommen hätte, nun an sie übergehen werden, denn ich kann sie mir in allen oben genannten Positionen sehr gut vorstellen.

Wer sie nicht kennt, dem empfehle ich die neue Folge 26 von Lady Bedfort: "der Weihnachtserpresser". Die Folgen sind auch unabhängig voneinander zu hören, und man sollte Waltraut Habicht auf keinen Fall verpassen! Ich bin sicher, wir werden noch sehr viel und oft von ihr hören!

SaschaSalamander 10.12.2009, 22.00| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Schlechter Sex

ming_sex_150_1.jpgIn meinem Buchforum, in den Buchhandlungen, im Internet, bei Tauschticket, überall bin ich ständig auf die Buchreihe schlechter Sex" gestoßen. Weil ich sowas wohl noch nicht hatte *vg*, wollte ich doch mal wissen, was andere so darunter verstehen. Will ja schließlich mitreden können, wie sowas ist ;-)

in dem ersten Band der Reihe schildern 33 Frauen ihre (so der Titel) lustigsten, peinlichsten und absurdesten Erlebnisse. Im zweiten Buch dürfen dann die Männer ablästern, im dritten Teil wetzen erneut die Frauen ihre Messer.

Ich versprach mir von dem Buch eine Sammlung von Anekdoten. Denn Sex ist lustig, und manchmal läuft eben auch etwas schief, harmlos aber witzig. Vielleicht Erwischtwerden beim Outdoor, oder wie im Buch geschildert eine vermeintliche Tube Massageöl mit ungewöhnlichem Inhalt, ein zusammengekrachtes Bett mitten im Rollenspiel. Ähnliche Dinge wie diese eben, ein wenig peinlich, aber gutartig und witzig.

Aber die Geschichten haben mich eher erschreckt als amüsiert. Irgendwie taten mir die dort angefeindeten Männer sogar in den meisten Fällen sehr leid. Mit sehr wenigen Ausnahmen ist allen Kurzgeschichten etwas gemeinsam: eine Frau, die sich mit einem Typen abgibt, dessen Namen sie nicht einmal kennt, der ihr unsympathisch ist, sie trinkt dann eine Menge Alkohol, und weil sie einfach mal nicht alleine auf ihr Zimmer gehen  und dort poppen will, nimmt sie diesen Unsympathen eben mal mit.

Dass dieser Mann ihr schon zuvor zuwider war (was nicht negativ für den Mann sein muss, manchmal passen zwei Menschen eben einfach nicht zusammen), spielt keine Rolle, sie hat trotzdem Sex mit ihm. Und ist dann auch noch schockiert, wenn das  billige Kondom reißt (oder er es mittendrin abzieht) und sie in der Broschüre einer Apotheke erfahren muss, dass nicht nur das fehlende Gummi eine Gefahr war, sondern sogar Oralsex Krankheiten übertragen kann! Wenn der Mann zu früh kommt, kann man auch nicht reden und sagen "möchtest Du mich nicht noch anders verwöhnen", sondern dann ist man sofort beleidigt, macht entweder gute Mine zum bösen Spiel oder rennt wutentbrannt aus der Wohnung und bezichtigt ihn anschließend in einem öffentlichen Printmedium als den schlechtesten Liebhaber ever.

Die "Todsünden", die dargestellt werden, sind keine Todsünden, sondern mangelnde Kommunikation. Eine Frau sucht einen Fick für die Nacht (so der Sprachstil des Buches) und gerät an einen Mann, der sich in sie verliebt. Sie serviert ihn eiskalt und gnadenlos vor den Augen der anwesenden Arbeitskollegen ab. Armer Mann, dass er nicht nur das Eine von ihr wollte, sondern tatsächlich Gefühle für sie empfand! In einem anderen Fall wird eine unterschiedliche sexuelle Neigung als Todsünde bezeichnet.

Witzig auch die Doppelmoral der Geschichten. Eine Frau erzählt von ihrem Prollurlaub und davon, wie sich die Männer einen nach dem anderen schnippisch abweist, ärgert sich aber eine halbe Seite später darüber, dass keiner der dort anwesenden Männer sie begehrte und mit ihr etwas anfangen wollte. Später nimmt sie an einer Misswahl des Badeortes teil und ist wütend, als Titten der Gewinnerin mehr wert sind als ihr gesamtes Aussehen und ihre Persönlichkeit. Wie können die Männer es wagen, alle nur "ausziehen" zu rufen! Und dann gewinnt auch noch diese widerwärtige Schlampe, die tatsächlich ihr Oberteil auszog! Als eine Seite später der Mister gewählt wird, steht sie in erster Reihe, um "ausziehen, ausziehen" zu rufen.

Ich wünschte, ich könnte sagen, die Geschichten sind alle erfunden. Aber leider, leider kann ich aus eigener Erfahrung in meiner Tätigkeit als Sozialarbeiter sagen, dass es solche Menschen und Meinungen tatsächlich gibt. Dieses Buch ließ mich immer wieder an "Deutschlands sexuelle Tragödie" denken. Mit dem Unterschied, dass dieses ein Buch ist, welches die traurigen Verhältnisse aufzeigen soll, in welchen Jugendliche heutzutage ihre Vorstellung von Sex entwickeln, "schlechter Sex" dagegen als Normalität dargestellt wird und sich über andere lustig machen soll.

Nennt mich altmodisch, aber - ich bin der Ansicht, guter Sex beginnt im Kopf (jaja, Mund auf, der Spruch ist alt). Man redet, man verführt sich, man lernt sich kennen. Jeder in seinem eigenen Tempo und jeder so, wie er es sich seinen Neigungen entsprechend wünscht. Wer ohne zu fragen mit dem Erstbesten ins Bett steigt (teilweise sind es in diesem Buch ja eher Toiletten, billige Hotelzimmer, Swimmingpools, Swingerclubs und ähnliche Klischees) und davor eine Menge Alkohol konsumiert, der sollte sich nicht wundern, wenn es nicht nach Plan läuft. Ich will dieses Vorgehen nicht verurteilen, jedem wie gesagt sein eigener Stil, aber dann bitte nicht wundern, ...

ich habe alle drei Bücher hier, einzelne Geschichten werde ich wohl überfliegen (sind einfach optimal für eine kurze Sitzung im Bad oder ein paar Seiten vor dem Schlafengehen, ohne Anspruch einfach zum Hirnabschalten). Aber ein weiteres Rezensieren der anderen Bände lohnt sich nicht, denn bereits beim Überfliegen sah ich, dass die Reihe nicht wirklich an Niveau zugelegt hat.  Nur soviel: Das Männerbuch habe ich bereits gelesen, und eines stelle ich fest: Frauen lästern und schimpfen wie der Teufel, obwohl sie eigentlich in den meisten Fällen selbst Schuld tragen. Männer dagegen schneiden für mich in dem zweiten Buch erstaunlich gut ab, geben oft zu verstehen, dass es eben "einfach nicht zusammen gepasst hat" oder dass es an ihrem eigenen Verhalten lag, statt nur bösartig über die Frauen herzuziehen.

Meine Empfehlung? Nun ja, wie gesagt: für jeden, der ab und zu mal etwas braucht, um ein paar Minuten abzuschalten. Keine fortlaufende Handlung, die man sich merken müsste. Heute im Bad mal eine vierseitige Story. Nächste Woche mal zwei Seiten, wenn man nicht einschlafen kann. Aber lehrreiche Erfahrungen, wirkliche Hilfestellungen über "gut" oder "schlecht", das sucht man vergeblich. Doch seichte Unterhaltung, die findet man. Und manchmal sucht man sie ja auch ... es kann nicht immer nur anspruchsvolles Hirnfutter sein. Doch wie gesagt: danach bitte nicht wundern ...

SaschaSalamander 09.12.2009, 10.31| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Erfahrungen, Kurzgeschichten, Erotik,

Zwischendurch

Ich hänge schon recht lange an den immer gleichen Titeln. Die Moorhexe habe ich nun endlich beendet. Und während ich das Buch selbst immer spannender fand, war ich dann vom Showdown und Ende leider absolut enttäuscht. Schade, es hätte ein guter alter Hohlbein werden können wie damals.

Die Hütte habe ich fast zu Ende, es ist einfach kein Buch für zwischendurch, sondern ich muss mir ein wenig Zeit dafür nehmen.

Feuermohn lese ich zwischen Tür und Angel, habe erst zwei oder drei Kapitel davon, ich lese halt untern in der U-Bahn oder in der Öffentlichkeit Bücher, bei denen mir keine Kinder über die Schulter gucken dürfen, und zu Hause habe ich einfach zu wenig Zeit.

Wäre ich etwas fitter, würde ich statt mich auszukurieren mehr im Haushalt machen, um endlich mit dem Eschbach voranzukommen. Es wird wirklich spannend, Herr König wird doch nicht etwa ...

SaschaSalamander 08.12.2009, 19.42| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Aktuelles

True Blood

Die Rubrik passt nicht ganz, es ist kein Film, sondern eine Serie. Allerdings eine, die ich mal erwähnenswert finde: "True Blood". Es ist in meinen Augen nämlich recht ungewöhnlich, dass ein erfolgreiches Buch eine eigene TV-Serie bekommt (mir fällt gerade "Dexter" ein, ansonsten müsste ich jetzt etwas länger nachdenken, ob ich etwas finde).

Vampire, Werwölfe und Gestaltwandler sind ja gerade groß in Mode. Anfangs fand ich es ganz nett, aber irgendwann wurde es lästig. Jeder noch so unbedeutende Autor meint, nun unbedingt ein billiges Buch über mysteriöse Wesen schreiben zu müssen. Hexen, Werwölfe, Gestaltwandler jedweder Art, Vampire, Wassernixen und sonstiges Getier. Es ist inzwischen nicht mehr leicht, zwischen guter Literatur und billigem Schund zu unterscheiden, und während ich anfangs noch jedes neue Buch dieses Genres verschlinge, muss ich inzwischen nur noch gähnen, wenn ich einen neuen Titel entdecke.

Eines der wirklich guten Bücher, die schon lange vor der Welle bekannt waren, sind die Romane um die junge Frau Sookie Stackhouse. Die Autorin Charlaine Harris schuf eine Protagonistin, welche bei den Lesern super ankam. Sookie ist ein junge Frau, hat ihre Stärken und Schwächen, sie ist so normal wie jeder Leser. Abgesehen davon, dass sie Gedanken lesen kann. Dies allerdings ist eine Belastung für sie, nur schwer kann sie abschalten, und selten will sie hören, was anderen durch den Kopf geht. Der Job als Kellnerin macht es ihr umso schwerer. Da taucht eines Tages ein Mann in der Bar auf, der sie fasziniert: er ist attraktiv, und auch er ist ein Außenseiter. Sookie kann seine Gedanken nicht lesen. Denn er ist ein Vampir ...

Vampire sind in Sookies Welt eine Gruppe, die seit der Erschaffung von "True Blood", künstlichem Blut, offiziell anerkannt ist. Die Autorin hat eine neue Version des Vampirgenres geschaffen, in welchem Mensch und Untoter nebeneinanderleben. Während spätere Autoren sich gerne langweiliger Klischees bedienen, gelingt es ihr, das Thema so anzugehen, dass sie alte Traditionen und neue Ansätze perfekt miteinander verbindet. Außerdem sind die Hauptfiguren sehr sympathisch, und die Story lässt einen nicht zu Atem kommen, ohne jedoch zu überreizen oder mit ständigen Actionmomenten zu spielen. Es ist perfekt ausgewogen in jeder Hinsicht, von den Charas über den Handlungsaufbau, der Hintergrundgeschichte, einfach in allem.

Einziges Manko für mich: ich mag den Schreibstil der Autorin nicht besonders. Macht nichts, denn sie ist sehr erfolgreich, und ich weiß, dass andere ihre Bücher regelrecht verschlingen. Charlaine Harris ist ebenso erfolgreich wie Laurell K Hamilton, beides alte Autorinnen des Genres, beide finde ich inhaltlich hervorragend, schreiberisch weniger gut. Von Hamilton habe ich ein Hörbuch auftreiben können, sodass ich nun trotzdem in den Genuss der Geschichte komme. Als ich dann nun erfuhr, dass Sookie ihre eigene Serie bekommen hat, war ich absolut begeistert.

Und Tatsache - die Fernsehserie gefällt mir richtig gut! Der Soundtrack ist klasse (erinnert mich ein wenig an Dexter, auch wenn der Komponist und der Sender ein anderer sind *grübel*), die Machart hervorragend. Die Settings sind klasse, und die Schauspieler entsprechen genau dem Bild, welches ich von den Protagonisten hatte (zwei Bände von Sookie habe ich gelesen). Doch, ausnahmsweise bin ich mal richtig froh, dass ein gutes Buch verfilmt wurde.

Eine ausführliche Rezension möchte ich ungern schreiben, ich will die Serie nicht analysieren oder bewerten. Irgendwie gibt es mir schon zu viele Vampirsachen, als dass ich da noch groß drüber schreiben wollte. Ich lasse mich einfach von "True Blood" unterhalten. Und deswegen möchte ich es Euch vorstellen, denn wer Vampire mag, sollte sich diese Serie auf jeden Fall einmal antesten ;-)


SaschaSalamander 08.12.2009, 10.43| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rund um Filme

Eschbach for President ;-)

eschbach_koenig_150_1.jpgDas Thema interessierte mich eigentlich weniger. Wahlbetrug, aktuelle Landtagswahlen in Hessen und dergleichen. Aber gut, auch Ölkrise, militärische Aktionen oder Nobelpreis interessieren mich wenig, und doch hat der gleiche Autor es geschafft, mich jedes Mal aufs Neue zu begeistern: Andreas Eschbach. Das Jesus-Video, der Nobelpreis, eine Billion Dollar, Ausgebrannt, um nur ein paar eher aktuelle Titel von ihm zu nennen (gelesen habe ich weit mehr).

Ich war wirklich wieder sehr, sehr skeptisch, "König für Deutschland", sogar der Titel klang öde. Aber der Trailer bei Amazon gefiel mir (sonst finde ich Trailer für Bücher langweilig), und außerdem stand Eschbach drauf. Eigentlich einer der ganz, ganz wenigen, bei denen ich lese nur aufgrund eines Namens. Und bisher bin ich überhaupt nicht enttäuscht. Anfangs extrem verwundert, was die beiden völlig verschiedenen Themen Wahlcomputer und auf der anderen Seite MMORPG / LARP miteinander zu tun haben sollen, warum er sie in diesem Buch verknüpft?!?!? Doch ziemlich bald wurde mir jetzt klar, worauf er hinauswollte, und ich hielt es ja nicht für möglich! Er würde doch nicht etwa ...

Tatsache, er hat doch! Er hat getan, was Eschbach immer tut. Neue Wege beschritten und völlig geniale Gedankengänge gesponnen. Klar, es ist Fiktion, aber eine von der Sorte, die so abwegig gar nicht einmal erscheint. Die meisten erzählen alte Geschichten auf neue Weise, aber Eschbach gelingt etwas, das nur sehr wenige Autoren schaffen: er kreirt komplett neue Gedanken und Möglichkeiten. Er kommt auf Ideen, die manchmal so naheliegend sind, dass sie keiner beachtet. Er erschafft Welten in der Sci-Fi, und er spricht aktuelle Themen in seinen Thrillern (sind es Thriller? Dramen? Dystopien? Ich kann es schwer einordnen) an, bereitet sie neu auf und schafft es, die Menschen damit zu begeistern.

Er ist tatsächlich mal ein Autor, von dem ich gerne schreiben lernen würde *seufz* ...

SaschaSalamander 07.12.2009, 20.42| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles

Grandios und doch ein Graus

cortez_closer_150.gifAktuell höre ich "Closer" von Donn Cortez. Und ich schwanke wirklich sehr, ob ich es nun grandios finde oder völlig daneben. Leider ist diesmal auch das Hörbuch zum Teil daran schuld, denn die Kapitel sind sehr kurz, in Buchform tippe ich auf eine knappe halbe Seite, maximal eine Seite, und der Sprecher macht nicht mal eine Pause, sondern liest weiter, als wäre es der gleiche Absatz. Außerdem ist alles extrem verwirrend, denn es ist ein Katz- und Maus - Spiel zwischen verschiedenen Serienkillern. Einer von ihnen, der Closer, macht Jagd auf die anderen, denn als ehemaliger Angehöriger eines Opfers quälen ihn offene Fragen über Tathgergang, Motiv und Verbleib der Leichen. Er arbeitet sich von einem Killer zum nächsten, quält und foltert und verhört ihn, um Antworten auch für andere Angehörige zu erhalten. r trifft die Täter auf einer Seite im Internet, er  macht ihre Identität ausfindig, tötet sie und gibt sich dann als seine Opfer aus. Doch auch die von ihm Gejagten sind clever, und nicht jeder ist der, der er vorgibt zu sein. Dies führt dazu, dass ein Name im Laufe des Buches mehrere Identitäten durchläuft, mal wird eine Person unter ihrem echten, mal unter ihrem falschen Nick, mal unter ihrem realen Namen genannt. Die schnellen Wechsel, die häufigen Namensänderungen, da kommt man kaum mit, wenn man nicht einmal begreift, wann nun ein neues Kapitel begonnen hat. Denn mal ist der Name verwendet für die Rückblick und die ursprüngliche Person dieses Namens, und einen Satz später gibt sich eine Person als der ursprüngliche Namensträger aus.

Mensch, wenn der Autor DIESES Problem gelöst hätte, wäre das Buch grandios. Ach, bevor ich rezensiere, eigentlich wollte ich nur kurz schreiben, warum mich dieses Buch zugleich begeistert und verärgert ;-)

Auf jeden Fall bin ich absolut gespannt, wie es endet, wer nun tatsächlich wer ist, und ob der Closer seine Ruhe in dem Abschluss des letzten Falles finden wird ...

SaschaSalamander 01.12.2009, 10.31| (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Aktuelles | Tags: Tip, Thriller,



 






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