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Tag: Thriller

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Berlin Gothic

winner_gothic_1.jpgImmer wieder stieß ich auf BERLIN GOTHIC von Jonas Winner. Kindle-Produkt für 99 Cent, für zwischendurch finde ich das immer eine prima Sache. Ein mehrteiliges Projekt, die Teile erscheinen in regelmässigen Abständen. Etwa die Hälfte des ersten Bandes habe ich gelesen, und ich kann verstehen, was andere daran finden: der Inhalt ist klar und direkt, sprachlich wie inhaltlich provokant, hebt sich deutlich ab vom Mainstream.

Aber sprachlich kam ich selbst weniger gut damit zurecht: Umgangssprache und Hochsprache mischten sich (z.B. "wumpern" und "touchieren" in kurzer Folge hintereinander), Satzbau und -konstruktion, Wortwiederholungen, zuviele Metaphern, sehr actionlastig und maximal. Das ist eben einfach Geschmackssache.

An diejenigen, die es bereits kennen: ich bin neugierig, hat es Euch gefallen? Was reizt Euch daran? Oder was nicht?

SaraSalamander 04.02.2012, 14.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Blutsvermächtnis

felsing_blutsvermaechtnis_1.jpgINHALT

Klappentext: Man nennt Menschen wie sie Dream Shaper, doch Nevaeh Morrison, eine Paläopathologin aus LA, verdrängt ihre paranormale Gabe. Sie begegnet dem ältesten denkenden Wesen der Welt: Elasippos, eine geheimnisumwobene Persönlichkeit von ganz besonderem Blut. Dem seit Jahrhunderten zurückgezogen lebenden Elia drohen seine unbedacht gelegten Spuren der Vergangenheit zum Verhängnis zu werden. Sie lassen Nevaeh in das Fadenkreuz eines blutrünstigen Vampirs auf der Suche nach dem Blutsvermächtnis rücken. Ein persönlicher Feind hat zudem eine Rechnung mit ihr zu begleichen und zusätzlich steht die erste Begegnung von Nevaeh und Elia unter keinem guten Stern: sie sieht in ihm den Entführer ihres Vaters.


STORY, AUFBAU, GENRE

Die Geschichte ist sehr schwer widerzugeben, da sie viele unterschiedliche Handlungsstränge der Vergangenheit und Gegenwart hat. Außerdem sind einige Menschen nicht die, welche sie vorgeben zu sein. Dazu kommt, dass jemand für tot erklärt wird und dennoch lebt. Außerdem wird von Vampiren geredet, obwohl außer dem langen Leben und dem Ernähren von Blut wenig Gemeinsamkeit besteht, allerdings gibt es für Wesen wie ihn keinen festen eigenen Begriff. Es wäre zu kompliziert, all diese Dinge in wenigen verständlichen Sätzen zu erklären. Dies ist die große Stärke, aber auch eine gewisse Schwäche des Buches: das Buch ist sehr komplex und spannend, bis zum Ende bleiben viele Elemente unklar, auch das Verhältnis der einzelnen Charaktere zueinander wird erst nach und nach entwirrt. Der Stammbaum auf der letzten Seite kann noch nicht alle Zusammenhänge erfassen und offenbart sich dem Leser erst schrittweise. Stellenweise schon etwas zu kompliziert für das eigentliche Genre; abschalten und einfach nur treiben lassen sollte man sich nicht vom Text, dazu muss man ihn stellenweise zu aufmerksam lesen.

Das erste Drittel kommt nahezu ohne romantische Anteile aus. Zwar sehen sich die beiden Protagonisten aus der Ferne, kennen sich jedoch noch nicht. In diesem Drittel ist vieles recht kompliziert zu verstehen, da Dinge angedeutet werden, der Protagonistin selbst noch unklar sind und sich erst nach und nach entwirren. Es erfordert etwas Geduld, am Ball zu bleiben, doch diese Geduld wird belohnt: nach ziemlich genau dem ersten Drittel trifft das Paar aufeinander, dann funkt es gewaltig. Eine Liebe, vom Schicksal vorbestimmt schon seit über 12 000 Jahren, so mächtig und intensiv wie keine andere. Ab diesem Moment verweben sich Action, Thrill, Abenteuer, Romantik, Phantastik und mythologische Inhalte zu einer Geschichte, die ihren eigenen Weg geht, etwas ganz Neues kreiert, frei von den Zwängen anderer Geschichten und Klischees. Das hat den Vorteil, dass man hier etwas ganz Besonderes zu lesen bekommt. Aber, wie gesagt: man muss recht aufmerksam lesen, sich gut konzentrieren.


CHARAS

Die Charaktere sind sehr genau erdacht und beschrieben, das erste Drittel befasst sich vor allem mit Charakterentwicklung und Entwicklung der einzelnen Figuren. Außer den zwei Hauptfiguren gibt es viele weitere Personen, die tragende Rollen innehaben und regelmässig auftreten. Auch wenn man selbst oft anders gehandelt hätte, kann man verstehen, warum Nevaeh und Elasippos auf diese Weise gehandelt haben, ihre Motivation ist sehr gut dargestellt. Jeder Leser wird wohl recht bald seine Lieblingsfigur gefunden haben. Mir selbst gefiel Crichton, Elasippos Butler sehr gut, er verkörpert einen alten Adligen, der treu im Dienst seines Herren steht und dabei doch seinen eigenen Kopf hat.


SPRACHE, ROMANTIK

Die Sprache ist für einen Romance gehoben, der Satzbau und die Wortwahl sind angenehm, manchmal etwas ungewohnt. Man hat sich jedoch flink eingelesen.

In den romantischen Momenten wird es ziemlich heiß. Wer auf inhaltliche Superlative steht, wird hier voll auf seine Kosten kommen: die Liebe zwischen Elasippos und Nevaeh ist etwas ganz Besonderes, mehr als die Liebe zweier normaler Sterblicher. Und entsprechend intensiv sind die Gefühle beschrieben. Der Situation und den Figuren ist dies absolut angemessen und passend. Was ich sehr schön finde: das Buch basiert nicht auf Sex. Bis auf den Schluss muss der Leser sich mit Küssen, Berührungen und Blicken genügen, doch diese sind feuriger und erregender als mancher Akt in anderen Büchern. Eliasippos ist uralt, und entsprechend stehen ihm finanziell, räumlich und emotional eine Menge Kniffe zur Verfügung, um seine Angebetete nach allen Regeln der Kunst zu verführen, ihren Geist für sich einzunehmen und ihr seine Liebe zu zeigen. Doch so alt er auch sein mag - perfekt ist er nicht, und natürlich gibt es auch die obligatorischen Verwicklungen und Missverständnisse, bevor man BLUTSVERMÄCHTNIS mit einem Happy End abschließen kann ;-)


FAZIT

Ein ungewöhnlicher Titel, der die Grenzen der Genres hinter sich lässt. Hauptsächlich geschrieben für Fans von Paranormal Romance und Romantic Thrill, bietet dieses Buch inhaltlich und sprachlich weit mehr als erwartet. Nichts für nebenbei, sondern genau richtig, um sich auf hohem Niveau angenehm zu unterhalten. 

SaraSalamander 16.01.2012, 09.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

The Unsaid

CoverWeil ich heute grad nix Aktuelles habe, mal eine Rezi, die ich Ende 2005 geschrieben habe. Normalerweise habe ich ein sehr gutes Gedächtnis für genossene Bücher und Filme, in diesem Fall kann ich mich an garnix mehr erinnern. Ist leider kein sehr gutes Zeichen, wenn man einen Film so schnell vergisst ... obwohl die Rezi recht begeistert klang *staun*

**********************

Michael Hunter ist Psychologe. Nach dem Selbstmord seines Sohnes Kyle schreibt er Fachbücher und hält Seminare, nimmt jedoch keine Patienten mehr an. Eine ehemalige Studentin bittet ihn um Mithilfe in einem besonders kniffligen Fall: der fast 18jährige Tommy lebt in einem Jugendheim, seit er den Mord an seiner Mutter durch seinen Vater mitansah. Sobald er 18 ist, kann er aus dem Heim entlassen werden, falls Dr. Hunter dem zustimmt. Der Junge erinnert ihn an seinen eigenen Sohn, und Tommy weiß die Situation zu seinem Vorteil zu nutzen.

So weit, so bekannt. Psychologen, die sich nach dem Tod eines Verwandten aus dem Berufsleben zurückziehen und dabei ebenso mit ihrer eigenen Vergangenheit wie dem neuen Klienten zu kämpfen haben, sind beliebte Hauptcharaktere. Gegen Ende wird es spannend, sobald sich zeigt, dass entweder der Klient oder sein Psychologe eine potentielle Gefahr darstellen. Showdown, Rettung in letzter Sekunde, zufriedene Gesichter.

Das Thema ist nichts wirklich Neues. Was in solchen Fällen zählt, ist also die Umsetzung. Der Film ist recht ruhig erzählt, ohne Effekthascherei oder aufgesetzte Dramatik. Die Geschichte selbst ist sehr gut durchdacht und vom ersten bis zum letzten Moment nachvollziehbar. Was mir besonders gefiel: es scheint seit einigen Jahren Mode, dass Thriller blutig sein müssen oder Mysery-Elemente beinhalten. "The Unsaid" dagegen kommt alleine mit den Vermutungen über das, was hinter der freundlichen Fassade des Jungen lauern mag, aus, und das hat weder mit Toten, noch mit unsichtbaren Geistern oder sonstigen Wesen zu tun.

Schade allerdings, dass der Film in manchen der Andeutungen zu deutlich war. Auch, wenn das Ende an sich wirklich äußerst ungewöhnlich war, konnte man vom ersten Moment an die Richtung erahnen und die Handlung jeweils um einiges voraussagen. Es wurden leider sehr viele Klischees eingebaut, wodurch der Anspruch um einiges sinkt. Mit nur geringen Veränderungen hätte dieser Film ein großartiges Werk sein können, so jedoch bleibt es beim interessanten Filmabend.

SaraSalamander 04.01.2012, 10.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Lazarus-Formel

pala_lazarus_1.jpgDafür, dass ich mal "kurz reinschnuppern" und "dann gemütlich in Ruhe nach Weihnachten lesen" wollte, bin ich jetzt ziemlich schnell fertig geworden. Denn ich konnte es nach dem ersten Blättern nicht mehr aus der Hand legen und war am Ende erstaunt, dass das Buch nun etwa schon so schnell zu Ende war? Aber bevor ich begeistert erzähle, lieber erst einmal der Reihe nach ;-)


INHALT

Eve Sinclair forscht nach einem Mittel gegen Krebs und stößt dabei auf die Möglichkeit, den Menschen ewiges Leben zu bringen. Was für sie so faszinierend klingt, ist anderen ein Dorn im Auge, und schon bald trachtet man ihr von mehreren Seiten nach dem Leben. Der geheimnisvolle Ben rettet sie und will mit ihr gemeinsam forschen, doch seine Ziele sind unklar. Auf einer wilden Schnitzeljagd rund um den Globus versuchen sie das Geheimnis um die Unsterblichkeit zu lösen, und je näher sie dem Rätsel kommen, desto gefährlicher wird es für Eve ...


GENRE

Das Buch beginnt wie ein Wissenschaftsthriller, doch im Laufe der Handlung erhält der Roman auch vereinzelt phantastische Elemente. Bei einem Thema wie der Unsterblichkeit ist dies, denke ich, absolut in Ordnung, und komplett rational wäre dieses Thema kaum möglich. Das Buch ist weitgehend wissenschaftlich, doch dem Genre Fantasy sollte man dennoch ein wenig aufgeschlossen gegenüberstehen, da man am Ende sonst enttäuscht werden könnte.


CHARAKTERE

Die Protagonistin ist eine sympathische Figur, in die man sich sofort hineinversetzen kann. Wenngleich sie mir manchmal ein wenig naiv erscheint. Sie geht alles absolut rational und wissenschaftlich an, dabei übersieht sie häufig die Konsequenzen und glaubt blauäugig, dass Unsterblichkeit wohl die Patentlösung für alles Leiden auf dieser Erde sei, und manchmal möchte ich sie schütteln und ihr klarmachen, dass das ewige Leben kein Spielzeug ist, keine Kinderparty und ein Fun-Event. Aber es stimmt mich versöhnlich, dass sie in einigen Momenten selbst erkennt, wie trotzig und verbohrt sie manchmal agiert.

Ein schönes Gegengewicht zur überrationalen Eve ist eine Frau, die etwa zur Hälfte des Buches die Gruppe begleiten wird und deren Leichtigkeit und kindliche Lebensfreude mich begeisterte. War das Buch bis dahin nett zu lesen, wurde es nach dieser Begegnung für mich zum Pageturner. Ab diesem Moment gab es auch einige witzigen Szenen, lustige eingeschobene Sätze, die mich auflachen ließen und das ansonsten eher ernste Buch ein wenig auflockerten.

Ben, der männliche Held, ist ... na, eben ein männlicher Held. Cool, kann alles, weiß alles, sieht toll aus und ist einfach umwerfend. Wobei aber dem Leser sehr schnell klar ist, woran das liegt. Seine Identität ist bis zum Ende des Buches ein Geheimnis, auch wenn man es recht schnell erahnt (die exakte Lösung allerdings, darauf wird kaum ein Leser kommen, das ist dann doch sehr ungewöhnlich aber durchaus interessant).

Auch die Nebencharaktere sind sehr gut dargestellt, bekommen einen kleineren aber nicht minder wichtigen Part im Buch eingeräumt, in welchem ihre Hintergrundgeschichten knapp aber ausreichend dargestellt werden.


SPRACHE

Das Buch liest sich sehr angenehm: einfache Worte, klarer Satzbau, ideal zum Lesen und Entspannen. Perfekte Unterhaltung für zwischendurch, die aber aufgrund des Themas trotzdem eine gewisse Tiefe vermittelt und den Leser manchmal zu recht genauem Lesen auffordert, wenn man die Rätsel erfassen möchte.


AUFBAU

Ein klassischer Aufbau: die Heldin entdeckt ein Geheimnis, sie gerät in eine bedrohliche Situation, wird gerettet, gemeinsam flieht man und sucht nach dem "Schatz", ein neuer Mitstreiter kommt hinzu, und zwischendurch weiß man nicht mehr, wer zu wem gehört, wer Gut und wer Böse ist und wem man vertrauen kann. Atemlose Spannung wechselt sich ab mit ruhigeren Momenten, knifflige Rätsel gibt es ebenso wie actionreiche Kampfszenen. Eine sehr gute Mischung, die Ivo Pala uns in seinem neuen Roman vorsetzt. Am Ende ein ausgedehnter Showdown, der den Leser noch einmal richtig mitreißt, bevor sich am Ende alles in Wohlgefallen auflöst.


DAN BROWN

Ich denke, einen Vergleich mit Dan Brown muss der Autor sich gefallen lassen. Denn er bringt hier Elemente, die inhaltlich hier und da an IllUMINATI, SAKRILEG, DAS VERLORENE SYMBOL und andere Bestseller erinnern: ein Mann und eine Frau bei einer Schnitzeljagd. Religion, Mystik, Geheimbünde. Ein Geheimnis, in welches die Mächtigsten der Erde verwickelt sind. Und eine Erkenntnis von bahnbrechender Bedeutung, für welche die Menschheit möglicherweise noch nicht reif ist. Inhaltlich auf jeden Fall gibt es Parallelen (wobei Ivo Pala ein komplett neues Thema wählte und einen eigenständigen Roman schrieb, sodass der Vergleich lediglich auf Genre und Aufbau bezogen ist).

Was mich persönlich bei Dan Brown immer stört: es ist zu gewaltig, als dass ich es für real halten könnte, auch wenn er es realistisch darstellen mag, mir ist das einfach "too much". Ivo Pala dagegen lässt eine Prise Phantastik einklingen, sodass er dem Thema ein wenig an Schärfe nimmt und die Unterhaltung in den Vordergrund stellt, ohne dadurch die Spannung und Brisanz zu nehmen. Ich denke, wer Dan Brown mag, wird dieses Buch hier bestimmt auch mögen. Und wer den Hype um Dan Brown nicht mag, der könnte hier das finden, was er bei Brown vermisst hat ...


FAZIT

Sehr gute Unterhaltung, die ich in nur zwei Nachmittagen verschlungen habe. Sympathische Charaktere, eine spannende Handlung. Ich habe von der ersten bis zur letzten Seite mitgefiebert. Ich kann das Buch allen empfehlen, die Religions- und Wissenschaftsthriller lieben und aufgeschlossen sind für ein wenig Mystik. 

SaraSalamander 22.12.2011, 09.35 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Eisfeuer

felsing_eisfeuer_1_1.jpgVORABGEDANKEN

Normalerweise ist das Romance Genre (ob nun Paranormal, Mystic oder anderes) weniger mein Ding, weil sich zuviel wiederholt, weil die Sprache mir selten zusagt, weil ich das Gefühl habe nach einem bereits alle zu kennen. Trotzdem lasse ich mich ab und zu überzeugen, dass es Ausnahmen gibt. In diesem Fall wurde mir EISFEUER empfohlen, und ich bin wirklich froh, dass ich es dann tatsächlich gelesen habe. Denn auch, wenn der Inhalt bekannt ist (treffen sich, verlieben sich, er hat raue Schale weichen Kern, sie ist selbstbewusst aber schutzbedürftig, am Ende riesige Verwicklungen, und am Ende haben sich alle lieb), hat mich dieses Buch wirklich gefesselt, sodass ich nicht ins Bett konnte, bis ich endlich die letzte Seite aufgeschlagen hatte!


INHALT

Seit ihre Eltern starben, kümmert sich Jamie nun um ihre kleine Schwester Cindy. Eines Tages offenbart Cindy, dass sie seit drei Jahren von einem Stalker verfolgt wird, es wird immer schlimmer. Was sie anfangs für harmlos hielt, wird nun beängstigend. Da sie keine Hilfe von Seiten der Polizei erhalten, entschließt sich Jamie zu einem drastischen Schritt: die beiden Schwestern ziehen um, aus Jamie und Cindy werden Megan und Kristy, sie hoffen alle Spuren verwischt zu haben.

Dixon arbeitet zusammen mit seinen Freunden bei den G.E.N. Blood. Eine Gruppe sonderbegabter junger Männer. Dixon zum Beispiel kann Frequenzen filtern, sodass er ohne technische Hilfe Fernseher, Radio, Funkgeräte abhören kann. Ein anderer verfügt über spezielle Kampftechniken, der nächste kann sich unsichtbar machen und derlei nette Fähigkeiten mehr. Natürlich arbeiten sie im Geheimen und dürfen nichts davon nach außen dringen lassen.

Um die Tarnung perfekt zu machen, will Megan heiraten und Kristy als Untermieterin einziehen lassen. Dixon fiel ihr bereits auf dem Flughafen auf, und als sie ihm nun erneut begegnet, hält sie um seine Hand an. 100 000 Dollar, keine Fragen, kein Vollzug der Ehe, nur der äußere Schein. Dixon sagt wider Erwarten zu, und nun lügen sich die beiden fleißig an, denn Megan verschweigt ihre Vergangenheit, und Dixon darf nicht über sein Team erzählen. Verwicklungen vorprogrammiert. Erst recht, als der Stalker die Schwestern ausfindig macht und nun endlich sein Werk vollenden will ...


AUFBAU, GENRE

Schon an der Inhaltsangabe merkt man, dass dieses Buch sich abhebt. Die Handlung ist nicht in drei, vier Sätzen erklärt, ich muss dafür schon ein wenig ausholen. Es gibt mehrere Handlungsstränge, und die einzelnen Parts sind sehr gut miteinander verknüpft, bis sie am Ende zu einem werden und alle aufeinandertreffen. Der Erzählstil wechselt zwischen dem des Stalkers, der älteren Schwester und Dixon hin und her, denn jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Beweggründe. Auch Megan und Dixon können sich gegenseitig nicht die volle Wahrheit anvertrauen, sodass der Leser jeden von ihnen begleiten muss, um die Geschichte im Ganzen zu begreifen.

Auch, wenn das Buch als Romance verkauft wird, habe ich es als Thriller empfunden. Es kommt Romantik vor, es gibt natürlich auch (recht spät erst) eine Sexszene, und es kribbelt ganz gewaltig, sogar Romantikmuffel wie ich spüren die Funken zwischen den beiden Protagonisten knistern. Trotzdem wäre die Handlung auch sehr gut ohne den romantischen bzw erotischen Teil zu lesen, ich hätte es nicht vermisst. Im Gegenteil, mal anders betrachtet: gibt es eigentlich Thriller ohne wenigstens ein paar sexuelle Komponenten? Gibt es fast nicht, das gehört einfach dazu.

Die Geschichte ist sehr intensiv ausgearbeitet, und während der Beginn sich eher wie eine nette Einleitung liest, beginnt ab etwa Seite 40 eine kontinuierliche Steigerung bis hin zum absoluten Höhepunkt im letzten Kapitel, als sich endlich alles auflöst und der Leser aufatmen kann. Doch bis dahin wird der Puls von Seite zu Seite schneller. Erst ahnt man die Konflikte, dann zeichnen sich erste Probleme ab, sie werden immer mehr, eine beständige Spannungskurve von 0 auf 100 ohne Leerlauf, ohne Pause hin zum absoluten Showdown.


SPRACHE

Was diesen Roman für mich von den meisten anderen abhebt ist die Sprache. Ich muss sagen, dass sie dem Genre entsprechend etwas ungewohnt ist, anfangs habe ich ein paar Seiten gebraucht, mich daran zu gewöhnen, bin hier und da über einen Satz gestolpert. Aber nicht im negativen Sinne, sondern einfach weil die Autorin auf besondere Worte und Satzkonstruktionen Wert legt und dadurch einen ganz eigenen Stil präsentiert. Was eher selten vorkommt: ich habe tatsächlich einige Male im Duden nachgeschlagen, um einige Dinge zu überprüfen. Es ist korrekt, es klingt gut, aber es ist einfach stellenweise ungewöhnlich (z.B. "wehtuend", "aphrodisisch", ein grammatikalisch korrektes "als wie"). Für sich betrachtet klänge mancher Satz vermutlich seltsam, im gesamten Kontext allerdings ergibt sich ein sehr schönes Sprachbild, das bei mir für eine wirklich angenehme Abwechslung gesorgt hat. Ich denke, auf diese Weise wird Kathy schnell dafür sorgen, dass man ihren Stil aus der Masse herauspickt und wiedererkennt!


CHARAKTERE

Was das Buch ebenfalls ausmacht, sind vor allem die Charaktere. Im Grunde genauso wie in den anderen Büchern auch, nämlich er nach außen cool und in Wirklichkeit doch absolut vernarrt in seine große Liebe und eigentlich der weiche Knuddelbär. Sie ist stark, selbstbewusst, hat alles im Griff, aber sie sehnt sich nach einem Beschützer und kann sich ihm dennoch nicht anvertrauen, als er vor ihr steht. Bekannt, nichts Neues. Was es dennoch zu etwas Besonderem werden lässt: der Leser erhält sehr guten Einblick in die Beweggründe und das Vorleben der Protagonisten. Dadurch erklärt sich das Verhalten, kann man sich hervorragend hineinversetzen. Megan verhält sich auch nicht anders als die anderen Mädels, aber ich habe dennoch mit ihr mitgefiebert wie sonst kaum mit einer weiblichen Heldin. Ihre Sorge um die Schwester, das verletzte Vertrauen in Männer, die Angst vor dem Stalker, die Liebe zu Dixon und die Furcht sich ihm zu offenbaren, ihre Verzweiflung über die neue Wendung, all das habe ich nicht gelesen sondern gespürt.

Da es sich um einen Teamroman handelt, gibt es außer Dixon natürlich noch andere attraktive Jungs. Im zweiten Teil der Reihe (das Buch heißt "Verhängnisvoll" und ist für April 2012 geplant) geht es um Narsimha, eine Anspielung hierzu gab es bereits am Ende des letzten Kapitels. Und ich freue mich endlich, wenn mein persönlicher Favorit an der Reihe sein wird!


FAZIT

Eine neue Serie, die für Romance Fans sowieso ein absolutes Muss ist: Romantik, Thrill und jede Menge Verwicklungen vom Feinsten. Und für Leute, die es eher selten in die romantische Ecke verschlägt, ist dieser Band eine ganz besondere Empfehlung. Es lohnt sich reinzuschnuppern, Ihr kommt nicht mehr davon los! EISFEUER ist erfrischend anders und sorgt für eine lange, schlaflose Nacht ;-)

SaraSalamander 12.11.2011, 14.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ich darf nicht schlafen

watson_schlafen_1.jpgJeden Morgen erwacht die 47jährige Christine und kann sich an nichts erinnern. Meist fühlt sie sich als Jugendliche oder junge Erwachsene, der Mann neben ihr im Bett ist ihr fremd. Ihr Ehemann erklärt ihr täglich, dass sie an Amnesie leidet und gibt ihr weitere Anweisungen für den Tag, bevor er das Haus verlässt. Später klingelt das Telefon, am Apparat ein Arzt, mit dem sich Christine heimlich ohne Wissen ihres Mannes trifft. Der Arzt möchte ihr helfen, das Gedächtnis zurückzuerlangen, und so beginnt sie Tagebuch zu schreiben. Jeden Morgen erinnert der Arzt sie an das Tagebuch, und sie beginnt zu lesen und sich dadurch an immer mehr zu erinnern. Und sie begreift, dass ihr Mann ein Geheimnis vor ihr versteckt, denn seine Aussagen decken sich nicht mit der Wahrheit, er verschweigt ihr Dinge oder erfindet sie neu, und auch ihre zeitweise aufblitzenden Erinnerungen passen nicht zusammen mit dem, was sie täglich um sich herum erlebt. Welches tragische Ereignis will Christine mit dem Gedächtnisverlust verdrängen? Und was wird Christine erwarten, wenn sie ihr Gedächtnis eines Tages wiedererlangt?

Das Buch wird angepriesen als ein Thriller, was ich jedoch nicht als solchen empfand. Es war vielmehr ein Drama um eine Frau, die auf der steten Suche nach sich selbst ist. Ähnliche Situationen kennt man aus verschiedenen Filmen und Büchern, Amnesie ist ein beliebtes Thema in den Medien, weil es sehr gut Spannung erzeugen kann, wenn der Leser immer ein klein wenig mehr weiß als der Protagonist.

Auch hier ist dies sehr gut gelungen. Allerdings wirkt es wie gesagt nicht wie ein Thriller, dazu wirkt die Situation nicht bedrohlich genug. Ich hatte eine Ahnung, die sich gegen Ende auch bestätigte, doch die daraus resultierende Gefahr wirkte im Verlauf des Buches nicht wirklich so groß, vielmehr war ich verwundert und fragte mich, wie und warum es dazu gekommen sein könnte. Es ist ein Pageturner, auf jeden Fall, die Erfahrungen und Erinnerungen werden geschickt so aufgebaut, dass man im nächsten Moment immer ein kleines weiteres Puzzleteil in die Finger gespielt bekommt, und immer glaubt man das Bild nun besser zu erkennen und möchte noch flink das nächste Teil einfügen, schnell noch ein Kapitel lesen, schnell noch einen Track hören.

Ein kleines Manko, das ich nicht als Punktabzug gelten lassen möchte, das mich aber beständig ein wenig wurmte: die Tagebucheinträge sind keine Tagebucheinträge sondern geschrieben in Romanform. Christine sitzt oben in ihrem Zimmer und schreibt, sie muss sich beeilen, hat kaum Zeit und fürchtet entdeckt zu werden. Und dann schreibt sie in detailierter Romanform ausführliche Handlungsbeschreibungen? Mir ist klar, dass man nicht das komplette Buch als Tagebuch schreiben kann, das wäre zu anstrengend für den Leser. Aber ich hätte es gut gefunden, wenn wenigstens die Ich-Erzählerin einen Vermerk gemacht hätte, dass sie ihr Tagebuch nachträglich überarbeitet hat, um dem Leser nun diese Geschichte zu erzählen. So dagegen musste ich mir einige Male an den Kopf langen, wie unrealistisch der entsprechende Text in einem Tagebuch wäre.

Was mir am Hörbuch besonders gefällt ist Andrea Sawatzki. Ich mag ihre Stimme, höre sie sehr gerne, und sie verleiht den Charakteren auf eine Weise Leben, dass man sie vor sich zu sehen glaubt. Ich konnte mir Christine sehr gut vorstellen und in sie hineinversetzen.

Das Ende war wie gesagt zu erwarten, jedoch kam auch im Showdown für mich nicht wirklich eine Bedrohung auf, nur für einen kurzen Moment, der dann jedoch auch sehr schnell wieder verflog, bis sich alles in Wohlgefallen auflöste. Vielleicht bin ich zu abgebrüht, vielleicht wurde das Buch ja auch einfach ungünstig vermarktet. Oder günstig, denn ein Thriller mit diesem Thema dürfte wohl höhere Verkaufszahlen erreichen als ein Drama mit gleichem Inhalt

Insgesamt jedenfalls ein spannendes und unterhaltsames Buch. Kein Novum, kein herausragender Bestseller, den momentanen Hype nicht wert. Aber durchaus zu empfehlen und sehr gut geschrieben, ich freue mich auf weitere Titel aus gleicher Feder :-)

SaraSalamander 25.10.2011, 09.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ich darf nicht schlafen

watson_schlafen_1.jpgZwei CDs habe ich bereits gehört, und es ist nett. Reißt mich nicht vom Hocker, wie ich anhand mancher begeisterten Rezensionen erwartet hätte, aber ich finde es sehr spannend. Erwartet hatte ich den Beschreibungen und der Vermarktung nach einen Thriller, bisher mutet es eher an wie ein Drama.

Eine 47jährige Frau wacht täglich aufs Neue auf und hält sich für ein jüngeres Selbst, begreift nicht wie ihr auf einmal eine gereifte Frau gegenüberstehen kann. Täglich erfährt sie von ihrem Ehemann, der ihr völlig fremd ist, dass sie an Amnesie leidet. Und dann ist da noch der Psychiater, der ihr ohne das Wissen des Mannes täglich zu helfen versucht, ihr Gedächtnis wiederzufinden.

Doch, hat was. Ist kein Novum, kennt man aus MEMENTO, und auch sonst gibt es hier und da mal wieder Bücher, in denen jemand seine Identität sucht. Meist tatsächlich ein Thriller, hier aber wie gesagt bisher zumindest ein Drama. Wirkt weniger bedrohlich als vielmehr traurig und mit einem melancholischen Unterton für mich. Aber auf jeden Fall packend, ich bin enorm gespannt auf den Rest des Hörbuches.

Und Andrea Sawatzki könnte mir ja eh die Gebrauchsanleitung meiner Waschmaschine vorlesen, ich würde ihr dennoch lauschen ;-)

SaraSalamander 14.10.2011, 18.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Auserwählten

kazinski_auserwaehlten_1.jpgEine Rezension zu dem Buch DIE AUSERWÄHLTEN kann und möchte ich nicht schreiben, dazu hat es mich zu wenig berührt, und dazu könnte ich nicht einmal sagen weshalb. Deshalb nur ein paar Gedanken zu diesem Titel:

Das Thema klingt sehr interessant, es handelt von den >"36 Gerechten"<. Bisher stieß ich in der Literatur nur ein einziges Mal auf dieses Thema, nämlich in dem Roman >DAS BUCH DER NAMEN<. Leider hat auch dieses mich nicht wirklich fesseln können, obwohl ich die Idee dahinter mich brennend interessiert. Ein Thema, das noch lange nicht erschöpft ist und in der zeitgenössischen Literatur bisher viel zu selten behandelt wurde, obwohl es extrem viel Stoff bietet.

Hier bei den AUSERWÄHLTEN sterben also mehrere Menschen, die alle eines verbindet: ein seltesames Muster auf dem Rücken. Ein junger Kommissar übernimmt gemeinsam mit einer Physikerin den Fall, und sie finden heraus, dass die Opfer wohl zu den 36 Gerechten gehören. Die Physikerin findet das Muster und berechnet, wo und wann der nächste Tote zu finden sein wird, natürlich versuchen die beiden nun den Tod des nächsten Gerechten zu verhinden, ahnen jedoch nicht, wie eng sie mit ihnen verknüpft sind.

Hmja, wie gesagt, superspannendes Thema, zumal der Roman vor allem in Kopenhagen spielt und ein netter Mix aus Kirchenthriller, Actionthriller und nordischer Kühle ist, das ist ungewöhnlich und gefällt. Was weniger gefällt ist der Stil. Ich könnte nicht beschreiben warum, aber das Buch hat mich wenig gefesselt und fast keinen Eindruck bei mir hinterlassen. Es ist knapp eine Woche her, dass ich es hörte, und schon habe ich das meiste davon vergessen, weil einfach keine Bilder in meinem Kopf entstehen wollten.

Die Charaktere waren nett, aber eben nur das: "nett", hin zu "sympathisch" hat noch einiges gefehlt. Die Story war interessant, aber sie hat mich nicht gepackt. Es gab einige üble Längen, an denen ich im Buch wahrscheinlich vorgeblättert hätte (bei einem Hörbuch leider nicht möglich). Es gab eine Szene am Ende, die man nicht wirklich begreift, und selbst die Protagonisten fragen sich, was nun wohl geschehen sein mag. Der Autor (oder besser gesagt: das Autorenteam, es sind zwei) klärt dies nicht auf.

Ich habe nichts gegen offene Enden, aber ein solch brisantes Thema aufzugreifen und dann alles komplett offen zu lassen (war das nun Gott? Zufall? Dummheit? Ein bisschen von allem?), zerstört das Buch. Denn genau DAS war es, worauf das Buch abzielte: ist hier ein Mensch am Werk? Ist dahinter ein göttlicher Plan? Wie ist all diese Präzision möglich, und wer oder was steckt dahinter? Da nichts erklärt wird, tippe ich auf göttliches Walten, aber dies hätte man dann doch etwas gewaltiger sein lassen können als nur die Frage "häh? Was war los?". Potential verschenkt.

Sollte jemand einen wirklich spannenden Roman kennen, der sich mit den 36 Gerechten befasst und im Stil eines Kirchenthriller geschrieben ist, der soll sich bitte bei mir melden, ich würde ihn gerne lesen :-)

SaraSalamander 03.10.2011, 09.43 | (2/2) Kommentare (RSS) | TB | PL

Die Eindringlinge

marshall_eindringlinge_1.jpgAusnahmsweise zitiere ich einmal den Klappentext, da ich mir hier nicht viel Mühe machen möchte: "Jack Whalen hat seinen Job als Polizist in SEattle hingeschmissen und versucht einen Neuanfang. Als ihn ein alter Freund um Hilfe bei einem mysteriösen Mordfall bittet und gleichzeitig seine Frau Amy mehrere Tage verschwindet, beginnt sein Leben aus dem Ruder zu laufen. Jack ist versunsichert. Manchmal überkommt ihn das unerklärliche Gefühl, nicht immer er selbst zu sein. Und warum benimmt sich Amy nach ihrer Rückkehr so eigenartig? Als Jack beginnt, Nachforschungen anzustellen, stößt er auf ein Geheimnis, das schwärzer ist als jeder Albtraum" ...

Ich bin zufällig über dieses Buch gestoßen, kannte weder den Autor noch hatte ich mehr über das Buch gehört, aber es sprach mich mit dem Cover und Klappentext sofort an. Tja, meist habe ich ein gutes Händchen in der Wahl meiner Lektüre, aber manchmal trügt mich mein Bauchgefühl. So wie dieses Mal, als ich sehr enttäuscht war.

Das Buch beginnt sehr spannend mit einem Mord, der Protagonist erzählt in der Ich-Form aus der Vergangenheit, und prompt holt diese ihn wieder ein, als ein ehemaliger Klassenkamerad ihn um Hilfe bittet. Jack war früher Polizist, inzwischen hat er den Dienst quittiert und ist Autor eines Bestsellers. Seine Frau ist geschäftlich sehr viel unterwegs, doch Jack beginnt zu zweifeln, ob ihre Geschichten wahr sind oder sie ihn inzwischen regelmässig betrügt.

Doch das Buch verliert leider sehr schnell an Tempo und zieht sich über den Mittelteil sehr lange hin. Meist wird aus Sicht von Jack geschildert, manchmal wird in dritter Person der Weg des 9jährigen Mädchens Madison geschildert. Madison begegnet einem Fremden, und plötzlich tut sie Dinge, an die sie sich nicht erinnert, verhält sich nicht mehr wie ein kleines Mädchen, flieht von zu Hause und zieht eine blutige Spur durch das Land. Gelegentlich wird aus Sicht von Todd Crane, Shepherd, Ozzy oder anderen Personen erzählt, was vermutlich Abwechslung in das Buch bringen soll aber den Erzählfluss leider unterbricht und stört.

Es werden zu lange sehr viele Hinweise gestreut, der Leser tappt zu lange im Dunkeln. Erst nach der Hälfte gibt es erste Gedanken, in welche Richtung das Buch sich entwickeln könnte, und die Fans realistischer Thriller werden enttäuscht sein, sobald sie erkennen, dass es in den mystischen Bereich abdriftet und übernatürliche Elemente enthält. Ich finde diese Wendung unpassend zum Stil, der bis dahin wie ein klassischer Thriller aufgemacht war. Es wirkt auf mich, als hätte der Autor ein Buch begonnen, ohne ein Ende geplant zu haben und dann gegen Ende versucht, alle Handlungsfäden mit Gewalt zusammenzufügen und etwas Besonderes zu erschaffen. Leider ging dies für meinen Geschmack recht daneben.

Das Ende macht an Tempo wett, was das Buch bis zu diesem Punkt versäumte. Es gewinnt rasant an Fahrt, bis es dem Leser schwerfällt zu folgen. Plötzlich sind alle Handlungsstränge und Personen (in teils mehrfachen Identitäten) vor Ort, die Situation überschlägt sich. Das Ende samt Auflösung kommt sehr abrupt und hinterließ bei mir ein schales, unbefriedigendes Gefühl. Zu viele Fragen blieben offen.

Als Zeitverschwendung würde ich das Buch noch nicht bezeichnen, sonst hätte ich es abgebrochen. Es gab spannende Momente, und die Motivation zum Weiterlesen war vorhanden. Allerdings hätte man sehr viel mehr aus dem Thema machen können, das Buch hätte etwas gerafft werden können, das Hauptthema besser ausgebaut. Eine Empfehlung kann ich nicht unbedingt aussprechen, man hat nichts verpasst, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Aber ich kann mir vorstellen, dass der Autor durchaus seine Fans haben könnte. Ich allerdings gehöre nicht dazu ...

SaraSalamander 28.07.2011, 08.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Eindringlinge

marshall_eindringlinge_1.jpgEin paar gute Rezis gelesen und von einigen Bloggern davon geholt, also war ich neugierig. Am Samstag kam das Buch bei mir an, und noch am gleichen Tag musste ich das Lesen beginnen.

Jetzt bin ich inzwischen bei der Hälfte angelangt und habe langsam Probleme, weiterzulesen. Ich möchte wissen, was los ist und was dahintersteckt, aber es beginnt mich zu langweilen.

Der Großteil ist aus Sicht des Protagonisten in Ich-Form  geschrieben, dazwischen sind Einblendungen anderer Personen in der dritten Person. Nun ist das kleine Mädchen Madison zum zigsten Male an einem Ort und kann sich nicht erklären, wie sie dorthin kommt. Ich habe das Gefühl, der Autor will das künstlich in die Länge strecken. Das kann er jetzt noch 100 Mal machen, dass sie irgendwo steht und sich fragt, wie sie dahin kommt und was sie dort will, und trotzdem geht die Handlung nicht voran.

Na, mal abwarten, vielleicht wird das Buch noch besser. Der Anfang war klasse, es ist einiges passiert, ich wollte weiterlesen. Aber inzwischen hängt es ganz gewaltig durch, und ich überfliege die Seiten solange, bis wieder etwas passiert, das tatsächlich von Belang ist. Mal sehen, wie meine Endmeinung ausfallen wird ...

SaraSalamander 25.07.2011, 14.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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