SaschaSalamander
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Statistik KW 39

GELESEN / GEHÖRT
1 - Wie m d Ratschläge seiner Eltern ignoriert (P Johnson)
1 - Mindnapping 10 - Der Traumtänzer (Audionarchie)
2 - Schwarz wie Schnee (J Wilke)
2 - The Casual Vacancy (J K Rowling)


GESEHEN
/


NEUZUGÄNGE
D unwahrsch Pilgerreise d Harold Fry (R Joyce)
Ihr unschuldiges Herz (R Hagen)
The Casual Vacancy (J K Rowling)
Licht und Liebe (G v Delden)
Die Mechanik des Herzens (M Malzieu)
Evies Garten (K L Going)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 30.09.2012, 20.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Die Arwinger 1-4

INHALT

Die Handlung beginnt im Verlies. Der Pirat Johannes Torn soll gefoltert und verhört werden, man will durch ihn mehr über die geheime Organisation der ARWINGER erfahren. Wenn nicht gerade der Richter anwesend ist, unterhalten sich der Kerkermeister und Johann. In Rückblicken erzählt er, wie er als Henkerssohn den Beruf des Vaters übernehmen sollte, sich weigerte und statt dessen als Matrose anheuerte. Seine Mannschaft wurde von der Pest dahingerafft, kurz darauf wurde das Boot von Piraten gekapert, Leif rettete ihn und brachte ihn auf das Piratenschiff. Dort verdiente er sich das Vertrauen des Kapitäns und wurde zu Johann Schleicher, dem Boten. Was er auf diesem Weg erlebt hat und wie es nun zu seiner Einkerkerung kam, das soll der Hörer nun erfahren.

arwinger02_1.jpg 


ASGARD

Die Asgard Produktionsgesellschaft sagte mir nichts, aber plötzlich waren sie da, und sie präsentieren nun also DIE ARWINGER. Bei all dem Medienrummel, den Piraten in der letzten Zeit verursachen, ist es verwunderlich, warum nicht schon längst ein entsprechendes Hörspiel auf dem Markt ist. Nun, Asgard hat dafür gesorgt, dass auch diese Lücke gefüllt wird. Eine kleine Firma, bisher unbekannt, und dann gleich die große Ankündigung eines Fünfteilers? Ganz schön gewagt, dazu auf der >Homepage< ein "Kinotrailer". Ob sie da nicht etwas zu hoch gepokert hatten? Wenngleich Piraten nicht unbedingt mein Lieblingsgenre sind, meine Neugier hat gesiegt, ich habe mir die ersten vier Teile angehört. Und kann den Abschluss in der nächsten Folge kaum erwarten!


THEMA

Es geht also um Johannes Torn. Sein Leben, seine Entwicklung, seine Zweifel als christlicher Mann den Piraten anzugehören, seine Erfahrungen in der Organisation der ARWINGER. Doch dies ist nur der Aufhänger für die abenteuerliche Geschichte, welche das friesische Piratenleben um 1420 darstellt: die großen Tage der >Vitalienbrüder< (Störtebecker und Co) waren gezählt, und die >Deutsche Hanse< befand sich im Aufschwung. Johannes Torn ist nur ein kleines Rädchen im Getriebe, die Strukturen der Hanse und der Piraten sind weit verzweigt, und schrittweise wird nach und nach enthüllt, in was Johannes eigentlich geraten ist.

Zugegeben - was davon nun Fiktion ist und was Realität, damit habe ich mich nicht befasst, Piraten sind nicht gerade mein Wissensgebiet. Doch realistisch hin oder her, dem Hörer wird es vor allem darum gehen, wie unterhaltsam das Piratenleben dargestellt wurde, wie gut die Atmosphäre spürbar ist. Ob sich all das nun tatsächlich ereignet hat, oder ob es einfach nur eine spannende Geschichte ist, das ist erst einmal nachrangig. Mich jedenfalls hat das Hörspiel neugierig gemacht, mich derzeit etwas genauer mit der Hanse und den deutschen Piraten vertraut zu machen und mehr über diese spannende Zeit zu erfahren. Und die Idee der Umsetzung eines solchen Themas finde ich sehr gut. Endlich einmal Piraten, die auch wirklich Piraten sind, und keine niedlichen Disney-Figuren, die über ihre eigenen Füße stolpern. Hier bekommt man das raue Leben zu hören, hier geht es um Folter, um Brandzeichen, um Saufgelage, Glücksspiel und geheime Intrigen, um die Pest und andere Dinge, die den Menschen der damaligen Zeit das Leben schwer machten.


SPRECHER, DIALOGE

>Martin Sabel< ist als Stimme in unzähligen Hörspielen und Hörbüchern bekannt, auch im Fernsehen oder in Computerspielen hört man ihn. Er trägt als Erzähler und Protagonist das Hörspiel und macht seine Sache sehr gut, eben ein Profi. Die anderen Sprecher waren mir bisher nicht wirklich ein Begriff (eine Liste der Mitwirkenden findet man auf der oben verlinkten Homepage des Labels).

Einigen der Sprecher merkt man an, dass sie Laien sind, nicht alles klingt perfekt eingespielt. Manches klingt etwas zu bemüht betont, anderes recht steif und unsicher. Bei anderen Hörspielen stoße ich mich oft an schlechter Betonung oder unpassendem Dialekt, hier jedoch passt es dennoch sehr gut. Es sind Piraten, Hafenarbeiter und andere raubeinigen Kerle, da stört das nicht so massiv wie bei anderen Produktionen. Außerdem kommt dazu, dass man hier wirklich auf eine authentische Umetzung des Dialektes geachtet hat, das kommt hier sehr schön zur Geltung und verleiht dem Hörspiel eine besondere Note.

Die Dialoge sind noch nicht so ganz ausgefeilt, da sollte der Autor noch ein wenig üben, manches klingt etwas zu gestellt und künstlich. Doch im Kontext der (nicht perfekten aber dafür) sympathischen Sprecher und der spannenden Handlung empfand ich das jetzt nicht als allzu großen Makel und konnte gut darüber hinwegsehen, war meist viel zusehr gebannt von der mitreißenden Atmosphäre. Hervorheben möchte ich die Gespräche zwischen Johannes und dem Kerkermeister, die trotz der Gefahr der Folter manchmal fast schon absurd witzig anmuten. Mir ist unklar, ob das ungewollt komisch ist oder Absicht darstellt, aber ich fand es fast schon lustig, wie der Kerkermeister sich immer wieder vor Johannes rechtfertigt und seine Arbeit in ein positives Licht rücken möchte. Gerade in diesen Szenen gibt es einiges zu schmunzeln ;-)


HANDLUNGSAUFBAU

Die Geschichte beginnt, wie gesagt, im Kerker, und Johannes erzählt seine Lebensgeschichte. Dabei werden bereits in der ersten Folge verschiedene Themen angesprochen, und der Hörer wird mit einigen Zeitsprüngen konfrontiert. Es ist alles nachvollziehbar geschildert, trotzdem ist es ein wenig umständlich, immer wieder zwischen den verschiedenen Schauplätzen zu springen und die einzelnen Szenen in Zusammenhang zu bringen. Nun gut, in einem realen Gespräch würde man wohl auch springen. Doch ein Hörspiel ist eben kein echtes Gespräch, sondern eine eigene Erzählform.

Stellenweise gibt es einige Längen, die für mich jedoch nicht groß ins Gewicht fielen, da immerhin die Atmosphäre und die Musik währenddessen für gute Unterhaltung sorgten.


EFFEKTE, MUSIK, ATMOSPHÄRE

Die Atmosphäre ist das größte Plus dieser Serie. Wow! Ich konnte wunderbar in dem Hörspiel versinken, meinte mich auf einem knarzenden Schiff zu befinden, glaubte den Dreck und Gestank des Kerkers zu riechen, fühlte mich inmitten des Hafens zwischen Seeleuten und Hafenarbeitern, besonders die Wirtshausszenen sind wirklich gelungen. Manchmal sind Geräusche, Musik und Sprache nicht ideal abgestimmt, könnte es etwas lauter oder leiser sein im Verhältnis, aber für eine Erstproduktion ist das okay, ich habe schon professionelle Hörspiele in schlechterer Umsetzung gehört.

Manche Effekte sind so gut, dass ich sie fast schon zu intensiv fand, gerade die Folterszenen oder das Setzen eines Brandzeichens waren regelrecht unangenehm, ich hoffte, dass sie Szene schnell vorbei war. In einem Horror-Titel wie Sinclair, >MANALTAK< oder >DARK MYSTERIES< erwarte ich solch eine Detailtreue in den Ekelszenen, hier jedoch war es zuviel. Hut ab vor der realistischen Umsetzung, aber nächstes Mal bitte etwas weniger Gewicht auf den Ekelfaktor ;-)

Die Musik muss in diesem Fall gesondert erwähnt werden, denn sie ist wirklich großartig. Sie untermalt die Handlung, ist passend eingespielt und macht Lust auf Mehr, ich hätte gerne einen eigenen Soundtrack, um ihn zur Gestaltung von Rollenspielabenden (z.b. Piratenabenteuer in DSA) oder einfach als Unterhaltung zu hören. Der Chor, der sich in der Kneipe erhebt, lässt dem Hörer eine Gänsehaut über den Rücken laufen, die Musik geht unter die Haut und veranlasst dazu, die Augen zu schließen und sich einfach nur noch von der Musik treiben zu lassen, mitzuwiegen, mitzusingen, und dann den Track von vorne und in Dauerschleife zu hören.


COVER

Die Cover sind auffällig gestaltet, die gezeichneten Bilder heben sich in ihrer Machart und Gestaltung von anderen Hörspielen ab, springen sofort positiv ins Auge. Und sie vermitteln ein gutes Bild von der Stimmung, die hier transportiert wird. Abenteuer, aber auch Kälte und Dunkelheit, keine Serie für Kinder (wie man bei Piraten im ersten Moment denken könnte) sondern vor allem für Erwachsene.


FAZIT

Ein gelungenes Erstlingswerk der Firma Asgard, das auf weitere Titel hoffen lässt. Kleine Schwächen in der Sprecherwahl, den Dialogen und dem Handlungsaufbau, im Großen und Ganzen aber gelungen und äußerst unterhaltsam. Einen kleinen Bonus möchte ich geben, weil es ein Erstlingswerk ist und die Macher es tatsächlich geschafft haben, ein für mich eher uninteressantes Thema wie Piraten so spannend umzusetzen. Außerdem hat die Serie für mich einen Mehrfach - Hörwert, weil sie im Hörspielgenre etwas Neues geschaffen hat und dabei vor allem die Musik dazu einlädt, die CD gleich noch einmal einzulegen :-)

Wertung: 8 von 10 geheime Brandzeichen

arwinger04_1.jpg 

SaschaSalamander 28.09.2012, 09.01| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Abenteuer, Historisch, Serie, Tip,

Statistik KW 38

GELESEN / GEHÖRT
1 - Jack Slaughter 17 - Gedankenspione
1 - Sigmund Freud 03 - Versehrung
1 - Sigmund Freud 04 - Stimulus
1 - Sigmund Freud 05 - Friedhof der Namenlosen
1 - Sigmund Freud 06 - Sein und Haben
1 - Sigmund Freud 07 - Hassliebe
1 - Amadeus 03 - Schofar (Hörplanet)
1 - Tripods - Ankunft der dreibeinigen Monster (J Christopher)
- Schwarz wie Schnee (J Wilke)
2 - Das Känguru-Manifest (M-U Kling)
2 - Treue ist auch keine Lösung (H Lend, L Fischbach)


GESEHEN
Rango


NEUZUGÄNGE
Nana und Kaoru - Black Label 01 (R Amazume)
Der Wolkenatlas (D Mitchell)
In the Groove (Game)
Wie man die Ratschläge seiner Eltern ignoriert (P Johnson)
Nachtblauer Tod (K-P Wolf)
Schwarz wie Schnee (J Wilke)
Wie ich einmal fast berühmt wurde (T Elsäßer)
Verteufelte Lust (M Hanke)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 23.09.2012, 20.50| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Die drei ??? 156 - Im Netz des Drachen

fragezeichen156_1.jpgDas Anwesen "Dragoncourt" soll verkauft werden, sein Besitzer ist schwer erkrankt. Da es einige seltsamen Vorfälle gab, bittet der Makler die ??? um Hilfe. Die drei erkennen Verbindungen zum Computerspiel "Im Land der Drachen", welches der Besitzer programmiert hatte. Also erstellen sie sich einen Account und beginnen das Spiel. Was sich nach außen als harmloses MMORPG tarnt ist weit intensiver mit der Realität verknüpft, als die meisten Spieler ahnen, und so begeben sich unsere Freunde wieder einmal in große Gefahr.

Da ich die Buchvorlage nicht kenne, beziehe ich mich alleine auf das Hörspiel. Die Grundidee fand ich nett, sie passt gut zur Serie. Wenn ich allerdings auch finde, dass es etwas spät dafür ist, inzwischen wurde das Thema recht oft umgesetzt, ob nun von Autoren wie Isau, Hohlbein, Poznanski (>EREBOS<, übrigens mit Wawrczeck als Sprecher als Hörbuch umgesetzt) oder weiteren Thrillern und Jugendromanen (und auch innerhalb der ??? selbst). Ich habe es inzwischen bereits sehr oft gelesen, etwas Neuartiges stellt es also nicht mehr dar, umso mehr hoffte ich auf eine originelle Umsetzung.

Es klang jedenfalls interessant, ich habe mich sehr auf die Folge gefreut, und es ging auch gleich recht vielversprechend los. Aber die anfängliche Spannung verflog bald, da es stellenweise an der Umsetzung krankt. Z.B. störte ich mich häufig daran, wenn Justus wieder einmal erklärte, wie das Internet funktioniert. Es will mir nicht in den Kopf, dass drei Jugendliche / junge Erwachsene Begriffe wie "Internettelefonieren" oder "Avatar" erklärt bekommen müssen. Und es für die Hörer zur Erklärung einzubauen unterschätzt deren gewaltig, ist fast schon eine Beleidigung für die Fans.

Auch hier und da ein paar Dinge, die ich als eher unlogisch empfand. So wundere ich mich immer wieder, wenn jahrelang die Polizei etwas nicht sieht, das man ihnen quasi auf dem Präsentierteller serviert, Justus aber mit einem Blick sofort erkennt. Aber gut, das gehört fast schon zum guten Ton des Genres: die Protagonisten haben es drauf, die Polizei ist ziemlich dusselig. Sonst wäre eine Reihe wie die ??? kaum möglich. Allerdings finde ich, allzu offensichtlich sollten manche Dinge nicht sein, sonst wird es unglaubwürdig und fühlt sich der Hörer verschaukelt.

Die Handlung ist im Grunde sehr geradlinig, durch Computerspiel und Realität spielt sie sich allerdings auf zwei Ebenen ab. Man behält den Überblick, wo sich die Jungs gerade befinden, trotzdem wirken die Sprünge manchmal etwas "wacklig", so wirklich mitgerissen hat mich das nicht, zu offensichtlich waren manche Dinge im Spiel bzw der Realität, und die Auflösung dafür dann recht weit hergeholt.

Die Sprecher waren wie immer prima, die Musik war okay (nicht herausragend aber recht abwechslungsreich und passend), die Effekte fand ich diesmal etwas weniger gelungen, vor allem einer der Piepmätze hatte einen recht aufdringlichen Ton, bei dem der Hintergrund (Landschaft, Vögel) ziemlich unangenehm in den Vordergrund rückte und von den Dialogen ablenkte.

Mit BOTSCHAFT AUS DER UNTERWELT und >MEISTER DES TODES< brachte EUROPA zwei Folgen heraus, die das Level wieder ordentlich anhoben, NETZ DES DRACHEN konnte dieses Niveau leider nicht halten. Wirklich schlecht war die Folge nicht, ich habe mich insgesamt schon recht gut unterhalten. Trotzdem hatte das Thema mehr versprochen, und die Umsetzung hätte man etwas besser machen können.

Wertung: 6 von 10 absolut unauffällige Siegelringe

SaschaSalamander 21.09.2012, 09.02| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel

Lady Bedfort 57 - Die letzte Wette

bedfort57_wette_1.jpgKlappentext:
Paul Hubbard, der Geschäftsführer der "Ill Bones Foundation", stürzt aus dem obersten Stockwerk eines Büro-Hochhauses und ist sofort tot. Allem Anschein nach ein Selbstmord. Nur Sir Alfred Langdon, der Stiftungsgründer, ist anderer Ansicht. Er wettet, dass er schneller einen Beweis für einen Mord findet als die Polizei ein Motiv für einen Selbstmord. Er gewinnt - doch der Einsatz ist sein eigener Tod! Und nun hat Lady Bedfort gleich zwei Morde aufzuklären ...

In dieser Folge ist es nicht unsere Heldin, die auf ein Verbrechen stößt und ihre Nase in fremde Angelegenheiten steckt. Dieses Mal ist der Auslöser für die Ermittlungen Sir Langdon. Seine Neugier endet tödlich, und natürlich sollte dies eine Warnung für Clara Bedfort sein. Doch zur Freude der Hörer schlägt sie die Warnung Millers in den Wind und geht der Sache nun selbst auf den Grund.

Die Folge ist recht klassisch aufgebaut: ein Mord geschieht, der Protagonist ermittelt, es gibt mehrere Verdächtige, nach und nach wird der ausgeklügelte Mordplan mit all seinen Motiven und technischen Hilfsmitteln aufgedeckt. Man gebe einem Krimiautor ein eingerichtetes Zimmer mit Regal, Schreibtisch, Fenster und Tür, dazu einige harmlose Gegenstände, die sich in jedem Büro finden, und schwupps zaubert er daraus 100 verschiedene Szenarien, wie man den beinahe perfekten Mord inszenieren könnte, wenn da nicht ein titelgebender Schnüffler plötzlich den entscheidenden Hinweis finden würde ;-)

Frau Rothweiler ist noch immer ungewohnt, macht ihre Sache aber professionell und passt gut zu den anderen Sprechern. Zu den bekannten Stimmen muss nicht mehr viel gesagt werden. Neu sind diesmal Frau Victoria Sturm und Sabine Jäger, und auch an ihnen gibt es nichts auszusetzen. Besonders Sabine Jäger spielte ihren Part sehr überzeugend, überdramatisiert und affektiert, genau wie es für die dramatische Diva vorgesehen war, sie erzeugt beim Hörer genau die Abneigung, die wohl für ihre Figur gedacht ist, bleibt dabei aber geheimnisvoll und macht es nicht leicht, ihre Rolle in dem Fall einzuschätzen, ein gelungenes Verwirrspiel.

Zugegeben, mehr fällt mir dieses Mal nicht ein. Es ist eine solide Folge, sehr schön aufgebaut und klassisch inszeniert. Die Charaktere wissen zu überzeugen, Musik und Effekte passen sich gut in die Story ein, rundum gelungen. Trotzdem konnte ich selbst nicht so wirklich den Zugang dazu finden, hatte das Gefühl nicht "dabeizusein" sondern eher als Beobachter am Rand zu stehen. Woher dieses Gefühl kommt, kann ich nicht benennen, und ich könnte aktuell auch keine konkrete Kritik üben, die Punktabzug rechtfertigen würde. Ich bin schon sehr gespannt auf andere Meinungen zu dieser Folge und hoffe auf viele aussagekräftige Rezensionen von anderen Bloggern, Hörern und Fans :-)

13,5  von 15 Türklinken

SaschaSalamander 19.09.2012, 08.41| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Deutsch, Serie, Krimi,

Vakuum

wagner_vakuum_1.jpgINHALT

Kora ist im Gefängnis und erhält eine seltsame Botschaft. Hannes geht regelmässig auf den Golfplatz und kann nach einem schrecklichen Vorfall seiner besten Freundin nicht mehr in die Augen sehen. Tamara ist adoptiert und will etwas über ihre leibliche Mutter erfahren. Alissa und Leon sind Geschwister, verbunden durch ein tragisches Ereignis, doch dieses Wochenende wollen sie nichts als mit ihren Freunden ein gemütliches Picknick zu veranstalten. Doch um 15.07 geschieht etwas, mit dem keiner von ihnen gerechnet hätte, und plötzlich sind sie alle auf sich allein gestellt. Sie begeben sich auf die Suche, finden einander und versuchen gemeinsam herauszufinden, was geschehen ist und warum das Schicksal gerade sie zusammengeführt hat. Dabei müssen sie sich ihren größten Ängsten stellen und lernen, dass sie nur gemeinsam etwas erreichen werden.


GENRE, THEMEN


Die Autorin verwendet archetypische Symbole, um ihre Geschichte auf einer sehr intimen Ebene zu erzählen. Daher fallen mir sofort einige Filme ein, etwa LANGOLIERS, FLATLINERS, THE FOG, DIE WAND, THE STAND und andere, die mit ähnlichen Elementen spielen und die Urängste der Menschen aufgreifen. Doch statt einen Horrorroman für Erwachsene zu schreiben, richtet sie sich hier an Jugendliche: Identitätsfindung, Ängste und der Umgang mit inneren und äußeren Konflikten. Leser der Zielgruppe werden sich sehr gut in einem oder mehreren der Protagonisten wiederfinden, ja vielleicht sogar mit dem gleichen Problem zu kämpfen haben. Um nicht zu spoilern, kann ich leider die Themen nicht aufgreifen, doch soviel kann ich sagen: die Gesellschaft tabuisiert, und die Menschen glauben daher "stark" sein zu müssen, statt um Hilfe zu bitten, zu weinen, zu trauern oder einfach nur darüber zu reden. Hier wird Jugendlichen Mut gemacht, offen zu sein und die Probleme zu teilen statt mit ihnen alleine zu bleiben. Spannung, Drama, Unterhaltung und eine wichtige Botschaft.

Und was mich schmunzeln lässt: in jedem ihrer Bücher ist versteckt oder direkt ein Genderthema eingebaut, in diesem Fall die beiden Mütter eines Nebencharakters. Ich mag das, dadurch halten diese Themen immer mehr Einzug im Bewusstsein, werden als etwas Alltägliches dargestellt, das gesondert zu benennen gar nicht erforderlich ist und daher nur als Erwähnung am Rande einen Platz erhält. Sehr schön. Danke :-)


SPRACHE

Wie bereits gesagt, greift Wagner besonders auf Symbole (Farben, Objekte, Geräusche, Musik, etc) zurück, die tief im menschlichen Bewusstsein verwurzelt sind. Auch ohne die Gefahr zu benennen, zaubert sie eine Gänsehaut und sorgt für ein Gefühl der Beklemmung, Enge und Angst. Die Orte, an denen sich die Protagonisten befinden, werden greifbar, der Leser fühlt sich inmitten des Geschehens, kann umso intensiver mitfühlen und sich vor allem fragen, wie er selbst in dieser Situation gehandelt hätte.

Ein weiteres Stilmittel neben den Symbolen sind sehr viele Metaphern und Vergleiche. "Die Stille war eine Faust. Sie kam aus der leeren Kantine geschossen und schlug ihr mitten ins Gesicht" (S. 201). Die Sprache ist malerisch und detailreich. Während die Autorin in >UNLAND< und >SCHATTENGESICHT< manchmal etwas versteckt und in >MOTTENLICH< äußerst subtil vorging, ist VAKUUM dagegen sehr direkt, der Leser weiß, woran er ist. Dadurch fehlt ein bisschen von der Leichtigkeit und Interpretationsfreiheit. Andererseits ist das Buch dadurch sehr viel leichter verständlich, was bei einem solch komplexen Thema, wie Wagner es hier aufgreift, kein Nachteil ist. Im Gegenteil werden auf diesem Weg mehr Jugendliche erreicht, eignet sich das Buch sogar als anspruchsvolle aber doch verständliche Schullektüre und stellt die Grundlage für lebhafte Diskussionen.


CHARAKTERE

Die Beschreibung der Charaktere ist eines der wichtigsten Elemente in diesem Buch. Zu Beginn erfährt der Leser kaum einen Hintergrund, wird direkt in die Ist-Situation geworfen und bekommt erst nach und nach eröffnet, was die einzelnen Personen antreibt. Die Frage "was ist es, das ihm / ihr solche Angst macht" bzw "was hat er / sie getan" ist das, worauf ein großer Teil der Spannung aufbaut.

Jeder einzelne von Ihnen hat Schlimmes erlebt. Es stehen viele Schicksale und Lebenswege nebeneinander, sie werden nicht gegeneinander gewertet, keiner hebt sich als besser oder schlechter aus der Masse hervor. Sie alle haben etwas erlebt, mit dem sie nun lernen müssen umzugehen, und da ist es ganz gleich, ob man für seine schreckliche Tat sogar ins Gefägnis musste, oder ob man "nur" nagende Zweifel in sich spürt. Das ist etwas, das ich an den Büchern dieser Autorin sehr mag: man spürt beim Lesen regelrecht, wie sie sich auf ihre Figuren einlässt, ihnen Leben einhaucht, sie liebt, auch wenn sie soviel erleiden mussten. Sie behandelt die Charaktere wie eine Mutter ihr Kind: egal, was es getan hat, es wird geliebt und ist gut, so wie es ist. Der Leser spürt diese Wärme, fühlt sich, wenn er sich mit dieser Figur identifiziert, angenommen und geborgen, soll ebenso wie die Helden dieses Buches lernen sich anzunehmen und selbst zu lieben.
   

AUFBAU

Der Klappentext verrät bereits sehr viel vom Inhalt des Buches, was erst recht spät klar wird. Denn der Aufbau von VAKUUM ist recht ungewöhnlich: die Autorin nimmt sich extrem viel Zeit, ihre Protagonisten einzuführen, widmet jedem zwei bis drei Kapitel. Erst nach ziemlich genau zwei Dritteln werden alle Fäden zusammengeführt. Dadurch ist es kaum möglich, eine Beschreibung vom Kern des Buches zu geben, ohne nicht schon einen großen Teil vorwegzunehmen.

Ich hatte mit einem langen RoadTrip gerechnet, auf dem sie viele Abenteuer erleben, doch das ist nicht der Fall. Statt dessen gibt es ein klares Ziel, eine gemeinsame Richtung, und bis auf einen kurzen Zwischenhalt ist dieses Ziel auch bald erreicht. Das Ende ... nun, das Ende wird einigen Lesern gefallen, die anderen eher enttäuschen. Es ist sehr gut inszeniert und klärt die offenen Fragen, lässt aber dennoch einen Interpretationsspielraum für das, was danach kommt. Wer jedoch Handfestes erwartet, dem wird etwas fehlen, der wird sich etwas abgespeist fühlen. Es geht alles recht schnell, der geübte Leser konnte das Ende bereits erahnen und lehnt sich nun zufrieden zurück. Der Gelegenheitsleser könnte sich fragen, ob das nun etwa alles war. Ja, das war alles.

Dennoch muss ich zugeben, dass der Aufbau das ist, warum ich dem Buch nur fast die volle Punktzahl gebe. Obwohl es von Beginn an sehr spannend ist und man schon nach der ersten Seite gar nicht anders kann als atemlos weiterzulesen, finde ich den Aufbau etwas eigenwillig. Das Verhältnis von Einleitung zu Hauptteil und Schluss fand ich unausgewogen. Zugegeben, mir fiele aber auch keine bessere Lösung ein, denn die Charaktere müssen vorgestellt werden, schließlich ist es genau das, worum es in diesem Buch geht. Man könnte vielleicht einen oder zwei Personen entfernen, das Buch dadurch straffen und den Hauptteil etwas strecken. Doch vielleicht ist die Figur, die für mich am wenigsten interessant war, gerade die Lieblingsrolle eines anderen Lesers?


NOCH ETWAS

Noch etwas, das ich gerne aufgreifen möchte: es ist unglaublich, wie gut die Autorin die Situation Koras im Gefängnis geschildert hat. Ich habe schon viele Bücher zu diesem Thema gelesen, ob nun Fachliteratur, Erfahrungsberichte oder seichte Unterhaltung. Jeder beschreibt auf seine Weise das Leben hinter Gittern, und dabei stechen natürlich die Erfahrungsberichte hervor. Doch was Antje Wagner in VAKUUM gelungen ist, finde ich herausragend. Während Erfahrungsberichte meist die Äußerlichkeiten beschreiben und selten so tief ins Innere gehen (da die Autoren sonst zu viel von sich preisgeben würden) und Romane das Innere nur selten realistisch beschreiben können, dringt dieses Buch bis ins Mark. Schildert das Leben in dieser Parallelwelt auf beeindruckende Weise, geht auf Kleinigkeiten ein, benennt Trigger und malt ein Bild, wie ich es in noch keinem anderen Buch gefunden habe. Ein ganz großes Plus für diese außerordentliche Leistung!


FAZIT

VAKUUM ist ein Buch, das die Probleme Jugendlicher aufgreift und geschickt mit den Ängsten, Sorgen und Befindlichkeiten zu spielen vermag. Die Handlung wird unmittelbar dargestellt, sodass man sich sehr schnell mit den verschiedenen Personen identifizieren kann. Einmal angefangen, konnte ich den Titel nicht mehr aus der Hand legen. Und so kann ich ihn uneingeschränkt allen Jugendlichen als ernsthafte und gleichzeitig spannende Lektüre empfehlen :-)

Wertung: 4,5 von 5 W-förmige Zacken

SaschaSalamander 17.09.2012, 09.10| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Jugend, Deutsch, Tip, Queer, Fantasy,



 






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