SaschaSalamander
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My Müsli in Nürnberg

Vor einiger Zeit hat in Nürnberg ein >My-Müsli< Laden eröffnet, >hier< der Link dazu. Bekannt wurde die Firma ja über den Internetversand von Müsliprodukten. >Die Geschichte< der Firma liest sich wie ein Traum, den die Gründer selbst kaum glauben konnten.

Viel kann ich dazu gar nicht erzählen, habe mich noch nie näher mit dem Laden und der Philosophie befasst, eben zum ersten Mal. Das liegt vor allem daran, dass ich selbst kein Freund von Müsli bin. Ich bevorzuge Porridge oder Brei, Müsli ist mir irgendwie zu krümelig. Vielleicht habe ich ja auch noch nicht "mein" Müsli gefunden und es wir sich demnächst ändern? ;-)

Trotzdem will ich den Laden vorstellen. Denn ich mag das schlichte Design und die übersichtliche Einrichtung. Obwohl ich kein Müsli mag, bekomme ich beim Betreten der Ladenfläche richtig Appetit, die haben also alles richtig gemacht. Und Schatz, absoluter Frühstücksflocken-Junkie, schwebte im siebten Müsli-Himmel, als ich ihn in den Shop nahe des Hauptmarktes entführte. Er flitzte von einer Dose zur anderen, studierte Zutaten, verglich Preise, hätte am liebsten von jeder Packung eines mitgenommen. 

Was mir persönlich sehr sympathisch war: ich fragte die Verkäuferin, ob es vielleicht eine Liste gäbe mit den veganen Sorten? Sie grinste und hielt mir einen dicken Metallring hin, an dem ganz viele Kärtchen baumelten: jedes Müsli hat eine Art Visitenkarte, und an den einzelnen Ringen sind sie nach Themen sortiert, zB >vegan<, fructosefrei, lactosefrei, glutenfrei, ohne Zucker. Ich hatte also die Auswahl zwischen dermaßen vielen Sorten, dass ich völlig den Überblick verlor und mich gar nicht hätte entscheiden können an diesem Vormittag. Wie gesagt: Müsli-Paradies. 

Im Internet kann man sein Müsli auch selbst zusammenstellen, das ist eine tolle Idee. Warum sich jemand das nach Hause schicken lässt, verstehe ich als Müsli-Atheist nicht, da würde ich lieber selbst mixen, aber  ich habe von Freunden, die dort bestellt haben, nur Gutes gehört. Im Laden kann man nicht selbst mixen. Aber sie bieten an, dass man sich online etwas bastelt und dann an den Laden schicken lässt und dort versandkostenfrei abholt. Nette Idee :-)

Neben Müslis gibt es auch Müslidrinks, Müsli to Go, Tee, Kaffee und Saft. Ooooooh, und während ich beim Schreiben gerade auf der Homepage stöbere, sehe ich - die haben tonnenweise >Porridge<! Aaaaargh, ein Glück sehe ich das erst jetzt, sonst hätte ich den Laden leergekauft! An dem Tag, als ich dort war, war es einfach zu voll, ein Samstag in der Stadt, da hatte ich nicht die Muse, mich intensiv umzusehen *sich rechtfertigt*


Naja, ich habe noch nichts gekostet. Das wird sich bald ändern. Denn Schatz willwillwill Müsli. Und mein kritischer Gaumen wird mal vergleichen, ob die Kreationen von MyMüslie dem Vergleich mit meinen Lieblingsprodukten von Rosengarten, Govinda, Allos und Co gewachsen sind ;-)

Und hier ein paar Eindrücke vom Laden. Schon etwas länger geöffnet, trotzdem noch die Eröffnungsfeier zu erkennen ...












SaschaSalamander 31.07.2014, 08.41| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: V-Nürnberg

Statistik KW 30

GELESEN / GEHÖRT
Die drei Fragezeichen 169 - Die Spur des Spielers
Gruselkabinett 07 - Die Totenbraut
Lady Bedfort 53 - Die Burgess-Tragödie
Lady Bedfort 54 - Die chinesische Uhr
Lady Bedfort 55 - Der verlorene Tag
Lady Bedfort 56 - Die Stimme des Zweifels
Lady Bedfort 75 - Die blutigen Klippen
Sei lieb und büße (J Clark)


GESEHEN
The Hills have eyes 2
Modern Family Staffel 3
Queer as Folk Staffel 1


NEUZUGÄNGE
Peace Food (R Dahlke)
Fundort Natur (H M Auer)
Fauré Mélodies (B Hendricks, M Dalberto)
The Cat and the Fiddle (U Maske)
Das wilde Määäh (V Walder)
Mord am Leuchtturm (K-P Wolf)
Nicht Chicago, nicht hier (K Boie)
Die Vernichteten (U Poznanski)
Märchen von einem, der auszog, d Fürchten zu lernen
Der Puppenspieler (F Schätzing)
Eine unberührte Welt (A Eschbach)
Tindalos: Jäger a d Jenseits (A J Lindqvist)
Angriff d Killerkekse (Ebook) (W R Frieling)
Lady Bedfort 75 - Die blutigen Klippen 

SaschaSalamander 27.07.2014, 18.06| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Äthiopien mitten in Nürnberg - Shashamane

Urlaub bedeutet Abenteuer! Und wenn ich schon "dank" des Wetters nicht meine geplanten Touren fahren kann, dann will ich wenigstens abenteuerlich speisen und in kulinarisch ferne Länder reisen. Da kann ich dann überall hin, egal wie weit es entfernt sein mag ... zum Beispiel bis nach Äthiopien :-)

Als ich im Internet nach einem anderen Lokal suchte, stolperte ich zufällig auf das >Shashamane<. Davon hatte ich ja noch nie gehört. Und das, obwohl man in Äthiopien traditionell sehr viel vegane Speisen verzehrt und das Essen ein richtiges Erlebnis verspricht. >Hier< die Homepage inclusive eines Videos sowie der Speisekarten und Fotos, die Lust auf einen Besuch  machen.

Das Shashamane liegt hinter dem ZOB auf dem Willy-Brandt-Platz. Für die Nerds unter uns: beim K+M Computershop. Also völlig entspannt mit Fahrrad, U-Bahn, Bus, Zug oder Vespa zu erreichen (Parken mit dem Auto würde ich dort nicht empfehlen, die Gebühr kommt recht teuer). 



Neben den üblichen Softdrinks und einigen Cocktails gibt es auch Dju-Djua-Bier. Schatz war neugierig auf Palm-Bier, und ich probierte das mit Passionsfrucht (Maracuja). Das Bier wird traditionell in einer >Kalebasse< serviert, einer Schale aus Flaschenkürbis. 

Das Palm-Bier fanden wir beide zwar lecker aber nicht wirklich neuartig. Sehr kräftig im Geschmack (und der Drehzahl), gut süffig, aber gar nicht so ungewohnt wie wir gehofft hatten. Dafür war das Maracuja-Bier genial, sehr fruchtig, süß und leicht, ein bisschen wie ein Alkopop. Normalerweise würde ich das im Restaurant nicht bestellen, aber hier passte es sehr gut als Ergänzung zu den würzigen, kräftigen Speisen.





Die Speisekarte sieht vielversprechend aus. Es gibt neben Lamm und Ziege eine Menge vegetarischer Gerichte. Wenn man darauf hinweist den Frischkäse wegzulassen, sind sie gleichzeitig auch vegan. Die Auswahl ist ziemlich groß, und für Unentschlossene gibt es auch Mischplatten, die von allem etwas anbieten. 

Wir bestellten uns eine Mischplatte mit Salat, Wirsing, Kartoffeln, Kohl, Dips und Saucen aus Kichererbsen und Linsen. Serviert wurde es auf vier großen Injera-Fladen. Dazu gab es einen weiteren Teller mit mehreren gerollten Injeras. 



>Injera< (sprich Indschera) ist ein traditionelles Fladenbrot aus Teff-Mehl. Ich habe mal nach Rezepten gegoogelt und stelle fest, dass es zwar vereinfachte Rezepte gibt, die traditionelle Herstellung aber wohl recht aufwändig ist. Man muss den Teig anrühren, einige Tage ziehen lassen bis er säuerlich wird und Blasen wirft und dann daraus die Fladen backen. Dadurch wird er wunderbar weich und schwammig in der Konsistenz, saugt sehr gut Flüssigkeiten auf und ist sehr biegsam. 

Muss es auch sein, denn man verwendet es anstelle von Besteck. Das Brot wird gerollt serviert, man entrollt ein kleines Stück, reißt es ab und nimmt es zwischen die Finger. Damit greift man in die Speisen hinein. Ich hatte ja mit einer riesigen Sauerei gerechnet, aber es blieb sehr sauber, nur die drei verwendeten Fingerspitzen bekamen hier und da ein wenig ab, wenn der Brei an der Seite herausquoll. Aber das lag auch nur daran, weil ich zu gierig war (wie nicht, so köstlich wie es schmeckte) und zu viel in das Brot füllte ;-)



Es gab weißes und braunes Injera. Schatz war begeistert vom weißen Brot, es schmeckte sehr dezent aber doch ungewöhnlich. Ich dagegen mag lieber das braune, es ist sehr kräftig im Geschmack, recht säuerlich und herb. Im Internet habe ich nun gelesen, dass das helle eher dem westlichen Geschmack angepasst wurde und das braune original mit Teffmehl gebacken wurde. Vielleicht mochte ich es so gerne, weil ich Teff schon aus einigen meiner Frühstücksbreie aus dem Reformhaus kannte? Anfangs fand ich das nämlich recht gewöhnungsbedürftig, inzwischen fahre ich richtig drauf ab!

Die Dips schmeckten abenteuerlich und exotisch. So gerne ich auch selbst mit Linsen, Hummus und orientalischen Gewürzen arbeite, man merkt, dass hier eine Landsmännin am Werk war und vor allem originale Zutaten verwendet, das würden wir so niemals hinbekommen. Die Schärfe war für deutsche Verhältnisse sehr angenehm, gut spürbar aber nicht dominant, für mich hätte es aber gerne etwas mehr sein dürfen. Auf Nachfrage gibt es Pulver zum Nachwürzen, davon werde ich nächstes Mal Gebrauch machen, denn ich liebe es so richtig scharf, da darf auch mal die Tischdecke brennen ;-) 



Wenn alles verzehrt ist, liegen noch die letzten Injeras auf dem Teller. Das ist das Highlight zum Abschluss! Sie haben den Geschmack der Saucen intensiv angenommen, sind saftig vollgesaugt. Man kann damit den Teller abwischen, um kein Krümelchen mehr übrigzulassen. Als Kind wurde ich im Restaurant für sowas gerügt, heute durfte ich das richtig ausleben!

Klar ist es okay, wenn jeder am Tisch sitzt, vor sich einen Teller. Aber Essen ist etwas sehr Soziales. Ich finde es gemütlich, wenn sich alle von einem Teller, aus einer Schale bedienen. Noch dazu mit den Fingern (man langt ja nicht direkt in die Speisen, greift nur sein eigenes Brot. Das verbindet, schafft ein Gefühl von Gemeinschaft, es überwindet eine Distanz, man lacht zusammen, hat Spaß, lässt es sich gutgehen und genießt nicht nur die Speisen sondern auch das Zusammentreffen. 

Im Internet steht, dass wohl Reggaemusik gespielt werden soll. War nicht der Fall heute Abend, da hatte man etwas eher orientalisches aufgelegt. Aber das störte mich nicht. Vielleicht gilt das ja auch nur für die Abende, wenn eine Band da ist. Gelegentlich gibt es nämlich auch Live-Musik dort, dann verwandelt sich der kleine Saal in eine Bühne, und die Leute feiern. Täglich ab 18 Uhr gibt es eine äthiopische Kaffeezeremonie. Dafür sind wir leider zu früh gekommen, das würde ich gerne auch einmal erleben. Aber ich war ja nicht das letzte Mal dort ... 

Obwohl es gegen Ende unseres Besuches gut voll wurde, war es nicht zu laut oder eng. Etwas, worauf ich immer sehr kritisch achte, zuviel aufgedrängte Nähe muss nicht sein. Überall herrschte eine entspannte Stimmung, wir konnten so richtig "chillen", es war hier alles entschleunigt. Die Bedienung war flink, immer in Aktion aber niemals hektisch, ihre Gelassenheit übertrug sich auf die Gäste, es tat gut den Alltag einfach hinter sich zu lassen ... 

Zum Abschied noch ein paar Eindrücke:








SaschaSalamander 25.07.2014, 09.12| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: V-Nürnberg

Und dann kauf ich mir eine Vespa

Wenn schon mein eigener Traum wortwörtlich ins Wasser gefallen ist (vorerst), will ich wenigstens beim Lesen weiterträumen. UND DANN KAUFE ICH MIR EINE VESPA UND FAHRE DAMIT NACH ITALIEN. Ein Buch mit diesem Titel hat gar keine andere Wahl als in meinem Regal zu landen. Erst recht, wenn der Autor das mit einer 125er LX bewältigt hat. Also habe ich zwischen einigen kleineren Touren während meines Urlaubs das Buch von der großen Tour gesen ... 

Der Autor Pivo Deinert ist Musiker. Allerdings steht in seiner Biographie des Buches nicht bei welcher Band, auch konnte ich im Web nichts Konkretes finden. Mit Schriftstellerei selbst hat er wenig am Hut, die Veröffentlichung des Buches war wohl für ihn eher ein Traum, ähnlich der Tour nach Italien. 

Dem Titel nach erwartete ich, dass das Buch ausschließlich seine Planung und Durchführung der Tour beinhaltet, auch das Cover lässt daran schließen. An der Biographie eines Musikers, den ich nicht kenne, hatte ich wenig Interesse. Leider war das jedoch ein großer Teil des Buches. So schreibt der Autor etwa, wie er eben das Stifler Joch erklommen hat, die Landschaft ist atemberaubend. Zack, Break, und dann erzählt er von seiner Arbeit mit Take That. Nichts gegen Take That und die Tatsache, dass der Autor Musiker ist, aber welchen Zusammenhang haben Take That und der unter Mühen erfolgreich erklommene Pass? Solche Momente gibt es sehr viele, sie reißen den Leser immer wieder aus dem Urlaubsfeeling, zerstören die Stimmung. 

Die Schilderung der Planung und der Tour selbst, hm. Ich bewerte ungern Bücher, welche die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen einer Person schildern. Es ist eben immer eine Schilderung aus Sicht der Person, die es verfasst hat. Kritik am Werk ist somit Kritik an der Sichtweise und dem Empfinden des Autors, und das liegt mir fern. Dennoch möchte ich erklären, warum mich persönlich das Buch leider überhaupt nicht berührte und ich meinen Traum mit Pivo nicht teilen konnte:

Er geht stellenweise sehr naiv an die Sache heran, das finde ich sympathisch, weil es mir zeigt, dass auch Leute wie ich, ohne Schrauberkenntnis, ohne langjährige Tourenerfahrung, ohne große Maschine und ohne einen Funken von Fachkenntnis dennoch in der Lage sind, ihre Träume zu verwirklichen. Trotzdem fand ich diese extreme Naivität teilweise dann doch sehr anstrengend (was bei mir als Noob wirklich etwas heißen will) ... 

Seine Sprache erzeugt in mir keinerlei Bilder im Kopf. Er beschreibt grandiose, erhabene Momente. Das klingt etwa so: "Es war atemberaubend. Die Landschaft war toll. Ich war ergriffen". Kurze Sätze ohne jegliches sprachliche Feingefühl, die leider beim Leser nicht das Gefühl erwecken können, er wäre selbst dabei gewesen. Dazu streut er weltmännisch immer wieder kleine italienische Sätze und Worte ein, was möglicherweise Urlaubsflair vermitteln soll, aber eigentlich nur wirkt wie ein Tourist, der stolz seine mühsam erworbenen Sprachkenntnisse vor Ort präsentieren möchte. 

Von 140 Seiten kann man etwa 60 Seiten für Musik, Biografie, Grafik, Fotos abziehen, bleiben rund 80 Seiten, von denen ein Großteil dann Vorbereitung, Familienurlaub und Nachwort beinhalten. Macht 15 Euro für das sowieso schön dünne Büchlein ... 

Er schreibt zudem von sehr vielen Belanglosigkeiten, während der eigentliche Tourbericht ziemlich auf der Strecke bleibt. So beschreibt er wörtlich einen Dialog an der Tankstelle, aber was eine Tour (meiner Ansicht nach) ausmacht, ist ihm jeweils nur eine Randnotiz. Die Landschaft, das Gefühl auf der Straße, die Pausen, der Genuss. Mehrere Male erwähnt er "ich bin ein schlechter Langstreckenfahrer". Ich definiere das für mich aus dem, was ich von ihm gelesen habe so: er schrubbt zuviele Kilometer, isst zu wenig (was für mich heißt, dass er auch zu wenige Rastpausen eingelegt hat, sonst hätte er wenigstens eine Kleinigkeit gegessen). Und wie er auf der Tour seine Kilometer geschrubbt hat, so hat er auch das Buch verfasst: voller Begeisterung, aber sehr knapp, ohne große Umwege, mit wenig Vorbereitung, ohne fremde Hilfe und mit einer ordentlichen Portion Naivität. 

Er selbst wirkt sehr sympathisch, und den Menschen hinter dem Buch hätte ich gerne kennengelernt. Nicht als Autor, sondern als Kumpel. Mir gefällt, wie er seinen Plan umgesetzt hat, sich selbst motivierte, gegen die Unkenrufe der anderen trotzdem sein Ding durchzog, und wie er nach Erfüllung des Traumes bereits das nächste Ziel steckt. Seine Lässigkeit ist ansteckend, tut gut. 

Gerne wäre ich mit ihm gefahren, hätte ihn auf seiner Tour begleitet. Ich liebe Reiseberichte, und von Tourenberichten auf der Vespa kann ich nicht genug kriegen! Aber er hat mich immer wieder vom Sattel geworfen, wollte mich nicht als Sozius bei sich haben. Er hat sein Buch eindeutig als Erinnerung geschrieben. für seine Familie, Freunde und Fans ist es ein tolles Werk voller Urlaubsfeeling, Einblicke in seine Denkweise. Für Fremde, die einen spannenden Reisebericht mit der Vespa in deren Heimatland erwarten, ist es leider eine Enttäuschung, denn auf die Bedürfnisse fremder Leser geht der Autor nicht ein. 

Sehr, sehr schade :(




SaschaSalamander 23.07.2014, 09.07| (3/3) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Biographie, Abenteuer, Erfahrungen, Deutsch ,

Shallow Ground

Ein blutüberströmter Junge steht vor der Tür der Polizei. Wer er ist und woher er kommt, gilt es herauszufinden, aber das stellt sich als eine ziemlich große Herausforderung dar. 

Einerseits möchte ich nicht spoilern, andererseits müsste es, damit ich spoilern kann, auch eine Handlung geben. Gibt es aber nicht. Oder, irgendwie, ja, doch, schon. Sogar mehrere. Wie die jetzt aber zusammenhängen, und was das eigentlich zu bedeuten hat, das erschließt sich nicht so wirklich, und wie es dazu kam oder was genau der Sinn dahinter ist, das bleibt dem Zuschauer verborgen. 

Nun gut. Slasher, Blut, Mysterium, der Film ist aufgrund des Genres prädestiniert dafür, keinen Sinn zu ergeben. Plotholes, Logikfehler, schlechte Maske, unfreiwillige Komik, genau diese Dinge machen solche Filme doch erst sehenswert, deswegen lieben wir sie doch. Aber SHALLOW GROUND hat da wirklich die Messlate extrem tief angesetzt und nahezu alles, was ich kenne, deutlich unterboten.  

Obwohl das Blut literweise fließt, obwohl der Protagonist sich Mühe gibt möglichst böse zu gucken, obwohl einige Kameraeinstellungen wirklich gruslig sein könnten, obwohl wasweißichnichtalles kommt einfach keine Spannung auf. Ich bin ein Schisser, aber diesen Film könnte ich nachts alleine ansehen und dann ohne Licht ins Bad und anschließend ins Bett und sofort einschlafen. Die Filmemacher schaffen es einfach nicht, Spannung zu erzeugen oder das Gefühl der Bedrohung zu vermitteln. 

Wirklich schade. Denn die Effekte mit dem ganzen Blut sind okay, könnten herrlich eklig sein und haben selbst mich hartgesottenen Filmfan ein, zwei Mal zum Würgen gebracht. Die Grundidee hinter der Story ist an sich auch klasse und hätte das Zeug zu einem richtig genialen Schocker. Serienkiller, übernatürliche Kräfte, ein kleines verschlafenes Örtchen mitten im Wald, dazu ein paar Mordopfer die sich blutig rächen wollen, das ist doch die perfekte Mischung. Es gibt in diesem Film sogar ein paar Ideen, die ich so in anderen Filmen noch nicht gesehen habe, wäre also wirklich innovativ. Doch durch die Machart ist es leider trotz seiner Neuheit vorhersehbar und langweilig. 

Ich dachte ja anfangs, dass es an mir läge und ich einfach nicht aufgepasst habe. Denn da der Film gerade zu Beginn ziemlich langsam nur in Fahrt kommt, war ich abgelenkt und habe ein paar Szenen verpasst. Etwa zur Mitte hin zieht er gewaltig an, ich war für zehn Minuten richtig gefesselt. Tja, und dann geht es nur noch abwärts und wird immer abstruser, langweiliger und unzusammenhängender. Bis hin zum Finale, das einen zweiten Teil verspricht, den aber sicher niemand sehen möchte. Dass das aber nicht alleine mein Problem ist, zeigen mir unzählige Rezensionen, die teilweise sehr vernichtend über den Film schreiben. 

Der >Filmschatzsucher< beschreibt es recht gut. Und >IneinemSatzHorror< hat es - eben in genau einem Satz - treffend auf den Punkt gebracht. Übrigens, "in einem Satz Horror" ist ein klasse Konzept, die Seite gefällt mir, seht sie Euch mal an ;-)

Mein Fazit: egal, welcher Film an diesem Abend für Euch noch zur Auswahl steht - nehmt den anderen ;-)

Cover gibt es nicht zu sehen, weil ich mich selbst ärgere, wenn mir ungefragt Fratzen, blutüberströmte Körper oder Schauerdinge entgegenspringen im Internet. Zu sehen ist ein blutiger Fuß, der über einen Fußboden läuft, eine Blutspur hinter sich herziehend. Passt sehr gut zum Film, ist ein toller Catcher.

SaschaSalamander 21.07.2014, 08.38| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Horror



 






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