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Das verlorene Symbol
Der neue Dan Brown, und ich konnte es nicht mehr erwarten. Die ersten beiden Romane Sakrileg und Illuminati waren erstklassige Unterhaltung. Literarisch hatte ich ein paar Dinge zu bemängeln, aber die Idee war neu, die Umsetzung klasse, man konnte es nicht aus der Hand legen, und es hat mich in seinen Bann gezogen. Auch Meteor gefiel mir sehr, von Diabolus ganz zu schweigen. Ein bisschen arg reißerisch alle, aber wie gesagt perfekte Unterhaltung und ein paar nette Infos über verschiedene Verschwörungstheorien, der Autor verfügte über eine Menge Background, und der Leser hing gebannt an seinen Lippen. Genialer Mix für einen abendfüllenden Kinofilm, was ja auch sehr schnell umgesetzt wurde.Dieses Mal dagegen war ich bereits zu Beginn ... ach, bevor ich erzähle, kurz einmal die Handlung. Falls jemand noch nicht weiß, worum es geht ;-)
Robert Langdon wird gebeten, in Washington einen Vortrag zu halten. Und schwupps tappst er in die erste Falle und darf einem wortwörtlichen Fingerzeig folgen, den die abgetrennte Hand seines Freundes als Beginn einer langen Schnitzeljagd darstellt. Der Rest ist schnell erzählt, falls man die anderen Romane bereits kennt: eine wilde Hatz über viele berühmte Schauplätze der Stadt beginnt, in der es um mehr als nur ein kleines Menschleben geht. Es geht nämlich und die Apotheose, die Gottwerdung des Menschen und um das verlorene Wort, welches eine ungeahnte Macht in sich birgt.
Und nun könnte ich die Rezension ganz lange ausdehnen mit allem, was mich störte. Ich könnte es auch kurz fassen unter "dritter Aufguss". Was im ersten Roman begeisterte, gefiel im zweiten und ist im dritten nur noch ermüdend. Natürlich wird dieses Buch als Fortsetzung der ersten beiden gehandelt, es hat den gleichen Protagonisten, also sollte der Leser auch wieder etwas Ähnliches erwarten. Dass er allerdings exakt das gleiche bekommt, war dann doch enttäuschend für mich.
Die Handlung ist im Grunde exakt die selbe, nur dass Namen und Schauplätze vertauscht wurden. Außerdem geht es diesmal nicht um die katholische Kirche (naja, irgendwie schon am Ende) oder die Illuminaten, sondern die Freimaurer. Es wird eine recht ungewöhnliche Wissenschaft eingebracht, die "Neoetik". Und dazu ein paar interessante Fakten aus dem Web recherchiert, die man dann als neue Puzzleteile an die alten Stellen des vorherigen Buches setzt. Am Ende eines Kapitels ein Cliffhanger, damit es immer spannend bleibt. Zwischendrin unzählige Fachbegriffe und extrem intelligent klingende "Weisheiten", die bei genauer Betrachtung allerdings recht flach wirken und teilweise auch recht unangebracht sind.
In den ersten beiden Büchern habe ich noch mit den Helden mitgebangt, sie hatten für mich Leben, und ich konnte mich sehr gut hineinversetzen. Dieses Mal muss ich leider sagen, dass ich vom ersten Moment immer wieder darauf wartete, dass mich die Handlung endlich mitreißen würde. Ich habe bald mehr nebenbei gehört und war dann froh, als es sich dem Ende zuneigte, auf das ich so lange gehofft hatte. Leider wurde ich enttäuscht, und statt eines grandiosen Finales wie in den ersten beiden Büchern erwartete mich ein endloser Monolog, der dem Aufwand des Buches in meinen Augen nicht wirklich gerecht wurde. Auch, als Langdon in eine wirklich schlimme Situation gerät und alles verloren ist, berührte mich dieser Moment sogut wie gar nicht, er als Hauptheld interessierte mich nicht einmal.
Eigentlich würde ich das ganze jetzt gerne an Beispielen begründen und den Roman so richtig zerlegen, aber offen gesagt ist mir das zuviel Aufwand, ich wende mich lieber dem nächsten Buch zu. Ich weiß auch, dass ich mit meiner Meinung viele Gleichgesinnte habe, bei eingefleischten Fans nun aber womöglich Empörung hervorrufen werde. Aber gut, es muss nicht jedem alles gefallen, und ich werde auch das nächste Buch von Brown wieder lesen, vielleicht ist das nächste (welches bereits angekündigt wurde) dann wieder besser?
Und jetzt bin ich so richtig gespannt auf wilde Diskussionen! Wie fandet Ihr das Buch? Wart Ihr ebenso enttäuscht wie ich, oder könnt Ihr meine Meinung so gar nicht nachvollziehen, hat es Euch richtig gut gefallen? Sollte man ein gutes Erfolgskonzept so richtig durchziehen, weil man das Rad nicht ständig neu erfinden kann? Oder wollt Ihr lieber aber dafür einzigartigere Bücher? Werdet Ihr den nächsten Brown lesen?
Feuer frei! ;-)
SaschaSalamander 11.11.2009, 19.37 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL
Spannender als erwartet
Weil ich so viel davon gehört habe, habe ich nun mit Tannöd begonnen. Als Hörbuch, denn ich wollte nur mitreden, Lesen war nicht so mein Ding in diesem Fall. Und ich bin äußerst überrascht. Die Sprecherin bringt es wirklich perfekt rüber, und die Zeit vergeht unglaublich schnell beim Hören. Das Genre an sich ist überhaupt nicht mein Ding, aber die Machart aus Erzählung und Zeugenbefragung ist sehr gut gelungen, und ich bin schon sehr gespannt, wie es endet und ob das Bild, welches sich nun langsam zusammenfügt, auch so weitergesponnen wird oder es eine plötzliche Wende geben wird?
SaschaSalamander 11.11.2009, 17.30 | (0/0) Kommentare | PL
Eine Weihnachtsgeschichte
Weihnachten mag ich nicht, und Weihnachtsgeschichten erst recht nicht. Von der Musik ganz zu schweigen. Alles Humbug. Ich gehöre zu denen, die sich wünschen, dieses olle Fest wäre schnell vorüber. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die ich widerwillig gestehen muss dennoch zu mögen. So unter anderem die Weihnachtsgeschichte von Dickens. Klar, im Original gelesen immer noch am besten, aber die aberdutzenden Verfilmungen sind auch nicht ohne. Meine bisherigen Favoriten waren die mit den Muppets und die mit Patrick "Jean Luc Picard" Stewart. Nun kam noch eine dritte hinzu: die animierte Version von Disney.Disney? Die mit den kitischigen Sachen, die früher mal gut waren (vom hausbacken und albern mal abgesehen) und irgendwann keinen Spaß mehr machten, weil sie nur noch Schrott produzierten? Genau die! Denn in den letzten Monaten war ich einige Male sehr irritiert, zuletzt war es >"Oben"<, was mich sehr erstaunt hatte über den Beitrag von Disney.
Ich denke, über den Inhalt muss ich nichts mehr erzählen. Oder doch? Nagut, hier die Kurzform: der böse, hartherzige, kalte, geizige, verbitterte usw Ebenezer Scrooge ist so böse, hartherzig, kalt usw, dass er sogar an Weihnachten böse, hartherzig usw ist. Kein freier Tag für die Mitarbeiter, böse Worte an Spendensammler, keine Kohle zum Heizen, nichts. In der Weihnachtsnacht erscheint ihm der Geist des verstorbenen Kollegen Marley, welcher ihm drei Geister ankündigt. Der erste zeigt Scrooge, wie er Weihnachten damals erlebte, bevor er einsam war. Der zweite zeigt ihm, wie gegenwärtig die Menschen in seiner näheren Umgebung Weihnachten feiern und über ihn denken. Und der dritte zeigt, was passieren könnte, wenn sein böses, hartzherziges usw Herz sich nicht erweichen lässt. Scrooge bekommt Angst, und schwupps wird er ein guter Mensch.
Albern, Humbug, mir ist das zu kitschig. Trotzdem mag ich die Geschichte, weil ich die Idee dahinter klasse finde. Der Weihnachtskram nervt mich, vor allem der zweite Geist ist schrecklich mit seinem Lachen, in jeder Verfilmung, auch im Original nervt er mich. Aber egal, gehört dazu. Was ich mag, sind die Geister, der Gedanke dahinter. Es ist zwar in eine kitschige Weihnachtsstory verpackt, doch die Idee ist grandios, und es ist spannend zu sehen, wie aus dem kleinen Jungen ein solch harter Mann werden konnte, und wie er nun seine Zukunft selbst in die Hand nimmt. Und wenn Patrick Stewart oder die Muppets mitwirken, erst recht.
Und nun eben auch Disney. Animiert in 3D. Ich konnte es nicht fassen, als ich den Vorspann sah, er war grandios, und ich musste an manchen Stellen schon sehr genau hinsehen, ob es nicht ein realer Film war. Er wird beworben mit Jim Carrey, Bob Hoskins, Colin Firth und anderen Schauspielern, und man erkennt im Film sehr deutlich, wer von ihnen wer ist, die animierten Figuren gleichen den Menschen aufs Haar. Jede noch so kleine Geste, jedes Stirnrunzeln oder Fingerzeigen, alles ist perfekt animiert.
Die Bilder sind unglaublich gestaltet, sowohl in ihrer Animation wie auch in ihrer Symbolkraft. Noch nie hat mich diese Geschichte so enorm beeindruckt wie gestern! Es gibt einige sehr kleine Abweichungen zum Original, die ich sofort verzeihe, weil sie hervorragend umgesetzt sind. Und eine grandiose Verfolgungsjagd, die im Buch in dieser Form keinesfalls vorhanden ist, aber auch hier drücke ich alle Augen zu, denn es war perfekt passend in den Film! Ich möchte keines der Bilder missen, die ich im Kino sah, und ich werde mir diese Version auf jeden Fall auf DVD holen.
Pechschwarze Pferde, welche der Hölle entsprungen scheinen, mit feuerglühenden Augen, die sogar mir abgebrühtem Cineasten einen grausigen Schauer über den Rücken jagten. Ein turmhohes Uhrwerk, welches im Hintergrund tickt und die Zeit vorantreibt, die Vergänglichkeit der nahen Zukunft bewusst macht. Ein in Ketten gelegter Geist, eine von Geistern gesäumte Straße, der dritte Geist so unheimlich wie noch nie zuvor. Unwissen und Not verschreckend und beängstigend in ihren ausgemergelten Körperchen und verhärmten Gesichtern.
Es ist zudem ein Film, für den man Popcorn und alles Störende weglassen sollte, ich habe es später bereut. Denn abgesehen von einer actionreichen Szene ist es sehr still, die Musik gering dosiert, die Sprache ruhig, alles wirkt alleine durch die Bilder und knappen Dialoge. Ich halte ihn in seiner Gesamtheit für ein wirklich einzigartiges Meisterwerk, wie es in dieser Form nur sehr wenige gibt.
Allerdings, Disney hin oder her, für junge Kids würde ich ihn keinesfalls empfehlen. Ab 12 etwa, denn es gibt einige schon recht schaurigen Bilder. Wie gesagt, auch wir Erwachsenen saßen im Kinosessel und waren recht erschrocken darüber, wie düster Disney geworden ist. Früher kannte ich dies nur (in abgeschwächter Form, nicht so extrem wie hier) von Don Bluth (Anastasia, Nimh, Feivel, Littlefoot, Titan A.E. etc), doch so langsam beeindruckt Disney mich. Und dass sie noch immer niedliche abendfüllende Kinderfilme machen, zeigen sie ja zusätzlich dieses Jahr mit "Küss den Frosch".
Einziges Fazit: unbedingt ansehen. Und zwar im Kino in 3D!
SaschaSalamander 07.11.2009, 12.59 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL
Der siebte Tod
Viel erzählt und in den Kommentaren ausgetauscht wurde bereits über dieses Buch, aber noch kam ich nicht zu einer Rezi, es war recht viel los. Hier ist sie endlich! :-)*****************
Krimis gehören zu dem Genre, das ich lieber auf Hörbuch genieße statt zu lesen. Irgendwie mag ich gerne die gekürzte Version, weil es da sehr viel Beschreibung der Romanhelden (meist Detective, Inspector oder sonstige Mitarbeiter in irgendeinem Bereich der Polizei und Justiz) gibt, die mich nicht sonderlich interessiert. Nicht, dass sie schlecht wären, aber Hunter, Wallander, (Reichs), (Cornwell), (McDermid) und all die anderen bedeuten mir einfach nicht wirklich etwas, ich interessiere mich mehr für die Fälle und Vorgehensweisen. In diesem Fall jedoch bin ich enorm froh, dass ich zufällig via Tauschticket dieses Buch in die Finger bekam und als kompletten Roman genießen konnte. Ich hätte jedes gekürzte Kapitel vermisst!
Joe beschreibt sich selbst als netten Kerl. Der manchmal Frauen umbringt. Nach einem seiner Morde begann er sich zu fragen, wie es um die polizeilichen Ermittlungen steht, und durch einen geschickten Schachzug (und das „zufälige“ Verschwinden des bisherigen Hausmeisters) bekam er einen Posten bei der Polizei. Er spielt einen leicht behinderten Mann von schlichtem Gemüt, und jeder kauft ihm seine Rolle ab. So kommt er regelmässig an brandaktuelle Informationen aus erster Hand. Und dann geschieht ein Mord, welcher in seine Serie eingereiht wird, der aber ganz sicher nicht von ihm stammt, denn das wüsste er! Also beginnt Joe auf eigene Faust zu ermitteln und findet auch recht bald den Mörder. Nun gilt es, diesem die restlichen seiner eigenen Morde in die Schuhe zu schieben. Was gar nicht so schwer wäre, wenn es da nicht die Frau gäbe, die er sich ursprünglich als Opfer ausgesucht hätte, die sich dann aber als Femme Fatal entpuppt. Und wenn es nicht Sally gäbe, seine nette Kollegin von schlichtem Gemüt, die an ihm Gefallen gefunden hat und ihm gerne Gutes tun möchte. Immer enger zieht sich das Netz, und immer weniger kann der Leser das Buch aus der Hand legen …
Ich habe viele Rezensionen gelesen, begeisterte wie verärgerte. Die negativen Stimmen meinen, dass es langweilig sei und die Idee, einen Serienkiller aus der eigenen Perspektive erzählen zu lassen, nicht neu sei. Ist es auch nicht. Aber ich mag einfach den Stil. Ich mag Joe. Und ich mag seine Sicht der Dinge. Es kommen regelmässig Sprüche, die nur so von Sarkasmus bis hin zum Zynismus triefen, und ich musste unzählige Male lachen.
„Wenn ich vorhin sagte, meine Mutter ruhe in Frieden, dann heißt das nicht, dass sie tot ist. Aber jeder Mensch stirbt einmal, das ist eben eine unweigerliche Tatsache. Der eine früher, der andere später. In den meisten Fällen leider letzteres“. Oder „es ist nicht so, dass ich etwas gegen Schwule hätte. Das sind auch nur Menschen. Aber ich hasse Menschen eben einfach“.
Es macht einfach bitterböse Freude, Joes Gedankenwelt zu verfolgen. Auch seine Versuche, der herrischen Mutter entgegenzukommen. Die täglichen Anrufe, immer wieder das gleiche Lamento, die stetig gleichen Vorwürfe, die gleichen Tiraden. Und Joes Art, mit all diesem umzugehen, ist einfach köstlich zu beobachten. Er ist ihr verbunden durch eine Art Hassliebe, die manchmal sehr seltsame Formen annimmt: er stellt ihr kleine Fallen, an denen sie ihr Leben eher früher als später beenden könnte, und immer wieder hat er panische Angst, dass ihr etwas passiert sein könnte. Allzu komisch die Formen, welche dies annimmt und die Verquickungen, zu denen seine Aktionen führen.
Zudem überbieten sich Krimis ja alle an Ekelfaktor. Einem geneigten Krimileser dürften inzwischen alle Stadien der Verwesung, der Fäulnis, die Möglichkeiten einer Wasserleiche, eines verbrannte Korpus und so weiter bekannt sein. Ich überlese diese Dinge meist, weil ich manchmal denke, es dient einfach dem Effekt. In diesem Roman hält sich alles die Waage, was die Leichen betrifft. Sie sind eben da, weil Joe sie mal nebenbei ermordet hat. Eine Szene gibt es allerdings, die sich über viele Kapitel hin erstreckt, die wirklich hammerhart ist. Sogar mir als Frau drehte sich der Magen um, und ich litt mit den Höllenqualen, die der arme Joe über sich ergehen lassen musste. Klar, er ist ein Mörder, er ist ein Vergewaltiger, eigentlich müsste man ja sagen „recht so, Schw*nz ab, damit er nie wieder solche Straftaten begehen kann“, aber irgendwie ist er ja doch der sympathische Held des Buches, und was ihm dann angetan wird, ist hier nicht zu beschreiben. Nur so viel: ich mag es mir nicht vorstellen, und ich frage mich, wie der Autor diese Szene nur so detailliert und exakt niederschreiben konnte, ohne sich mehrfach immer wieder zu übergeben? Uärgs, ich bin echt viel gewohnt, und ich liebe Splatter, Horror und Killerspiele, aber in diesem Buch bin ich wieder einmal auf eine neue Grenze gestoßen (ich gebe zu, so etwas freut mich immer. Es zeigt mir, dass ich nicht gänzlich abgestumpft bin).
Ich könnte dieses Buch noch immer weiter loben, noch länger und mehr erzählen, was mich daran so begeisterte. Doch ich denke, der Beitrag ist inzwischen schon mehr als ausführlich genug, und ich dürfte hoffentlich schon einige von diesem Buch überzeugt haben. Und für wen es nichts ist – den kann ich auch verstehen. Denn dieses Buch ist schon sehr extrem ;-)
SaschaSalamander 31.10.2009, 14.23 | (0/0) Kommentare | PL
SO EKLIG
Ich bin hart im Nehmen. Wirklich! Und wenn ich all die Beschreibungen der Opfer lese, die brutale Ausführung der Morde und die Zerfallsstadien von Leichen, das lässt mich kalt. Ich blende sowas aus, mein Hirn macht das für mich automatisch. Ich lese gerne Krimis, auf diese Darstellungen könnte ich verzichten, aber es ist eben dabei, also was solls. Ich bin hart. So hart, dass ich sogar "Hard Candy" ansehe und lache. Aber ich bin ja auch kein Mann, denn ich weiß, dass Männer die Panik kriegen, wenn das Mädel über ihm steht und ihm mit ein wenig Eis als Narkosemittel dann mit Hilfe eines Skalpelles ... aber lassen wir das, ich will keine alten Traumata bei meinen männlichen Lesern wecken ... wie gesagt, sogar bei diesem Film blieb ich cool.Aber DAS toppt alles bisher! UARGH, ich geh gleich kotzen!
Das Buch ist klasse bisher, und auch jetzt finde ich es noch klasse. Die Szene an sich hat was, ich saß da und dachte mir "yeah, STRIKE!!!", der böse Killer wird selbst zum Opfer eines wirklich sadistischen bösen Weibs, ich habe gelesen und konnte nicht weglesen. Und habe gelesen und wurde bleich. Wurde langsam grün. Spürte, wie sich langsam das Abendessen von gestern in meiner Kehle sammelte ...
ARGH, Empfehlung an alle Männer, die wirklich ernst gemeint ist: Bitte Kapitel 23 bis 25 weglassen, wenn Ihr nachts keine Albträume haben wollt! Und bitte diese Warnung etwas ernster nehmen als ein "ich guck mal, ob das wirklich frisch gestrichen ist" oder "oh, ein roter Knopf, ich drück mal drauf" ... bah, wie kann der Autor sowas nur schreiben, er ist doch selbst ein Mann?!?!?!?
SaschaSalamander 15.10.2009, 09.43 | (3/1) Kommentare (RSS) | PL
Ghetto Kidz
Von Morton Rhue habe ich bisher eigentlich alles gelesen. "Die Welle", "Boot Camp", "Asphalt Tribe", "ich knall Euch ab". Es gibt ein paar andere Werke, die ich so als Buch jedoch noch nicht gefunden habe, die hier und da aber verzeichnet sind. Ich war von allen seinen Büchern begeistert, ausnahmslos. Habe diese Bücher auch als Lektüre für meine Schüler verwendet in Englisch. Und einige Bücher habe ich sogar mehrfach zu mir genommen, die Welle etwa habe ich als Jugendliche gelesen, als junge Erwachsene noch einmal, und nun letztens als Film. Ich mag seine Art zu schreiben, er versteht es, sogar diejenigen Kids zum Lesen zu animieren, die sonst schwer dazu zu bewegen sind.
Nur mit "Ghetto Kidz" kann ich mich nicht anfreunden. Ich habe es als Buch versucht. Ich habe es zweimal als Hörbuch versucht. Und nie komme ich über die ersten Kapitel hinaus. Eigentlich wäre das für mich das derzeit wichtigste Buch, weil ich mit ihm die Jungs auf Arbeit besonders erreichen könnte. Gang, Ghetto, Gewalt, Realität, Kriminalität, das ist genau das, womit ich bei ihnen durchdringe, und da ließen sich herrliche Diskussionen anbahnen, da könnte ich sie für ein Buch begeistern. Aber ich schaffe es nicht.
Kann nicht einmal wirklich sagen, weshalb. Irgendwie scheint es mir mehr in Episoden aufgebaut zu sein, weniger als Handlung. Dies war bei "Asphalt Tribe" jedoch auch der Fall, der fehlende Handlungsfaden kann es also nicht sein. Die Gewalt ist es auch nicht, die mich stört, das bin ich gewohnt. Der Erzählstil könnte es sein, ich finde ihn anders als in den anderen Büchern. Er reißt mich nicht mit. Allerdings habe ich ihn noch nicht näher analysiert. Ich kann es nicht anders beschreiben als dass das Buch mich einfach nicht packt. Das Thema wäre höchinteressant, aber was er daraus gemacht hat, schaffe ich einfach nicht zu lesen.
Ich habe mich nun im Internet informiert, wie das Buch enden wird. Und ich finde es realistisch und prima, dass er nichts beschönt, sondern den Kreislauf der Gewalt so zeigt, wie er draußen auf den Straßen tatsächlich stattfindet. Vielleicht werde ich es in ein paar Monaten noch einmal versuchen. Aber vorerst nach zig Anläufen brauch ich erst mal eine Pause von diesem Buch ...
Nur mit "Ghetto Kidz" kann ich mich nicht anfreunden. Ich habe es als Buch versucht. Ich habe es zweimal als Hörbuch versucht. Und nie komme ich über die ersten Kapitel hinaus. Eigentlich wäre das für mich das derzeit wichtigste Buch, weil ich mit ihm die Jungs auf Arbeit besonders erreichen könnte. Gang, Ghetto, Gewalt, Realität, Kriminalität, das ist genau das, womit ich bei ihnen durchdringe, und da ließen sich herrliche Diskussionen anbahnen, da könnte ich sie für ein Buch begeistern. Aber ich schaffe es nicht.
Kann nicht einmal wirklich sagen, weshalb. Irgendwie scheint es mir mehr in Episoden aufgebaut zu sein, weniger als Handlung. Dies war bei "Asphalt Tribe" jedoch auch der Fall, der fehlende Handlungsfaden kann es also nicht sein. Die Gewalt ist es auch nicht, die mich stört, das bin ich gewohnt. Der Erzählstil könnte es sein, ich finde ihn anders als in den anderen Büchern. Er reißt mich nicht mit. Allerdings habe ich ihn noch nicht näher analysiert. Ich kann es nicht anders beschreiben als dass das Buch mich einfach nicht packt. Das Thema wäre höchinteressant, aber was er daraus gemacht hat, schaffe ich einfach nicht zu lesen.
Ich habe mich nun im Internet informiert, wie das Buch enden wird. Und ich finde es realistisch und prima, dass er nichts beschönt, sondern den Kreislauf der Gewalt so zeigt, wie er draußen auf den Straßen tatsächlich stattfindet. Vielleicht werde ich es in ein paar Monaten noch einmal versuchen. Aber vorerst nach zig Anläufen brauch ich erst mal eine Pause von diesem Buch ...
SaschaSalamander 10.10.2009, 08.17 | (0/0) Kommentare | PL
Alles streng geheim und tödlich
Ich habe keinen Plan, worum es geht. Ich habe keinerlei Erwartungen. Ich weiß absolut nichts. Nicht einmal den Titel oder den Autor. Denn der Autor nennt sich "Anonymous", und auf dem Buch steht "das Hörbuch ohne Namen". Und eigentlich würde ich ja gar nicht erzählen, was ich hier höre, denn es ist streeeeeeng geheim! Aber ich kann es mal wieder nicht lassen ;-)Das erste Mal sah ich es bei Tauschticket und dachte, da hätte einer eine Reservierung abgegeben oder ein Buch für einen Rücktausch benennen wollen, aber dann fand ich, dass es ein Buch diesen Titels tatsächlich gibt. Logisch, dass ich da neugierig bin!
Vorerst weiß ich nur, dass ein paar herrlich schräge Charaktere vorkommen. Ein moderner Westernmix, der mich an den Revolverhelden Roland denken lässt, nur eben abgedrehter. Und es ist klar, dass es witzig ist, ein wenig überdreht, und ich traue dem Buch alles zu. Es geht bisher um einen Stein, der mehr als nur materiellen Wert zu bieten hat, und um die Jagd nach diesem. Ich bin unglaublich gespannt, was das alles noch werden soll ... irgendwo las ich den Werbetitel "wer dieses Buch liest, wird sterben ... und nur wer es liest, weiß warum" oder so ähnlich. Na, dann lasse ich mich überraschen ;-)
Eines jedoch ist bisher sicher: der Sprecher Stefan Kaminski ist wirklich hervorragend! Aber mehr später in der Rezension. Selbst, wenn das Buch mich später enttäuschen sollte (was ich nicht vermute), alleine Kaminskis Vortrag wäre es dann wert gewesen!
SaschaSalamander 30.09.2009, 18.09 | (0/0) Kommentare | PL
Hansel und Gretel
Die Märchen der Gebrüder Grimm sind weit über den deutschen Kulturschatz hinaus bekannt und beliebt. Immer wieder sind sie Grundlage für Varianten an Märchen, Fantasy, Horror. Mal leicht abgewandelt, mal dicht an der Vorlage. Mal kindgerecht, ein andermal bluig oder sexuell für Erwachsene. Neben Rotkäpchen zählt Hänsel und Gretel zu den Märchen, die am häufigsten hierfür verwendet werden. Ich kann gar nicht zählen, wie viele ausländische Filme und vor allem Mangas ich bereits über Variationen der Gebrüder Grimm gelesen habe!Eine besonders gelunge Version, die ich heute vorstellen möchte, ist "Hänsel und Gretel". Das Grundmotiv bleibt erhalten: Kinder im Wald, ein böser Mensch, die Kinder begehen Rache.
Eun-Soo fährt gerade zu seiner kranken Mutter, als er im Wald einen Unfall hat. Hilflos irrt er durch das Gehölz, als ihm ein hübsches Mädchen begegnet und ihn zu ihrem nahegelegenen Elternhaus führen will, wo sie mit Vater, Muter und zwei Geschwistern lebt. Alles dort erscheint ihm seltsam, aber er hat keine Wahl, als die Nacht dort zu verbringen. Am nächsten Tag bricht er mit einer Wegbeschreibung auf und will zurück zu seinem Auto, doch er landet am Abend wieder in dem seltsamen Haus. Noch hält er das für einen Zufall. Doch als ihm dieses mehrere Male immer wieder passiert, ahnt er, dass etwas nicht stimmt. Und plötzlich verschwinden die Eltern der drei Kinder und bitten ihn auf einem Notizzettel, für diese Sorge zu tragen. Immer seltsamer wird das Verhalten der Geschwister, immer bedrohlicher die gesamte Situation. Ein weiteres Ehepaar baut einen Unfall und wird von dem Bruder nun ebenfalls in das Haus geführt, kann nicht mehr entkommen. Die beiden Erwachsenen scheinen Böses zu planen, und Eun-Soo schwankt in seinem Verantwortungsgefühl für die Kinder und seiner Sorge um die eigene Familie zu Hause, für welche er seit Tagen verschollen gilt. Die Lage spitzt sich zu, und wenn er den Wald verlassen will, muss er zuvor das schreckliche Geheimnis der Kinder lüften ...
Erst recht spät gegen Ende des Filmes werden die Bezüge zum ursprünglichen Märchen "Hänsel und Gretel" sichtbar, und je deutlicher sie werden, desto faszinierter war ich von der Geschichte, welche die Koreaner hier gewoben haben! Der Film behandelt quasi die Frage was mit Hänsel und Gretel geschehen wäre, wenn sie nicht am Ende ihre bösen Eltern aufgesucht, sondern sich an allen grausamen Erwachsenen gerächt hätten.
Es ist kein "reinrassiger" Horrorfilm, aber dennoch ist er sehr unheimlich. Ohne Schockeffekte, ohne literweise Blut, ohne gruslige Effekte kommt der Film aus, und doch brennen sich die Bilder in ihrer Intensität ins Gedächtnis. Surreale Schauplätze bilden die Kulisse, schaurige Orte werden verzerrt und spielen mit den Urängsten der Menschen. Der Dachboden ist ein Labyrinth ohne Ausgang, der Wald steckt voller düsterer Geheimnisse, und die aufgesetzte Niedlichkeit des Hauses wirkt umso bedrohlicher, je bunter und zuckriger die Bilder werden. Kleine Holzpüppchen beginnen wie im Märchen zu fliegen und mit den Kindern zu spielen, ein Weihnachtsmann lässt Wünsche wahr werden.
Ein zauberhaftes Märchen, ein ernster Hintergrund. Die Handlung ist am Ende nicht leicht zu verkraften, und wie bei Asiafilmen üblich erfährt der Zuschauer, dass Gut und Böse nicht zwangsläufig Gegensätze sein müssen ...
Ich kann diesem Film nur jedem empfehlen, der offen ist für neue Eindrücke. Nichts für nebenbei, sondern tiefgründige Unterhaltung, bei der man sich in Ruhe auf das Geschehen am Bildschirm konzentrieren sollte. Ein Film, auf den man sich einlassen muss ...
SaschaSalamander 28.09.2009, 09.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Oben
Disney ist bekannt, da muss ich nichts mehr erzählen. Und Pixar ist auch jedem ein Begriff: Toy Story, Monster AG, Findet Nemo, die Unglaublichen, Ratatouille, Cars, Wall-E. Mit anderen Worten beide Firmen ein Garant für großartige Kinderfilme, die auch Erwachsene begeistern. Trotzdem war ich wenig angetan von der Werbung über das neue Werk "Oben". Ein Rentner, der sein Haus an Luftballons befestigt und damit fliegt. Aha, toll *gähn*. Aber meinem Freund zuliebe begleitete ich ihn dann doch ins Kino. Und ich habe es nicht bereut ...Carl, ein eher schüchternes Kind, trifft auf die quicklebendige, quirlige Ellie. Sie sind verbunden durch ihr Hobby Luftfahrt und die Begeisterung für fremde Länder und große Abenteuer. Aus Freundschaft wird Liebe, sie heiraten. In Form eines Fotoalbums sieht der Zuschauer das Leben an ihnen vorübergleiten: die Hochzeit, die Freude über das erwartete Baby, die Trauer über dessen Verlust, das für die Südamerikareise gesparte Geld wurde dann für die Reparatur am Haus verwendet, der nächste Groschen landete im Krankenhaus, die nächste Pfennigflasche wurde für das Auto ausgegeben, und sie werden immer älter, sie führen ein glückliches Leben, doch ihren Traum können sie nicht erfüllen. Bevor Ellie stirbt, will Carl ihr den letzten Wunsch erfüllen und kauft Flugtickets nach Südamerika. Doch sein Geschenk kommt zu spät, Ellie stirbt ...
und hier beginnt der Film. Und eigentlich möchte ich jetzt gar nichts weiter erzählen, denn alles, was ich nun beschreibe, würde die Spannung vorwegnehmen. Deswegen nur noch knapp: Carl wird einsam und verbittert, und am Ende wird er per gerichtlichem Beschluss in ein Altenheim beordert. Doch bevor sie ihn holen, beschließt er, endlich seinen Traum zu leben. Er bläst alle Luftballons auf, die er im Haus hatte, und fliegt mit seinem Haus nach oben, Richtung Südamerika. Endlich will er die Paradiesfälle besichtigen und sich dort zur letzten Ruhe niederlassen. Zu dumm nur, dass der lästige kleine Pfadfinder beim Abheben gerade auf seiner Veranda war und ihm jetzt an der Backe klebt ...
Ich war restlos begeistert. Aber auch sehr erstaunt. Schon häufiger hatte Pixar ernste Untertöne in seinen Filmen. Doch dieser Film hier hat mich sehr, sehr oft zu Tränen gerührt, der Kloß in meinem Hals wurde immer dicke. So viele geplatzte Träume, so viel Trauer, Ungerechtigkeit! Für Kinder mag es in dem Film sehr viele Elemente geben, etwa die witzigen sprechenden Hunde, den süßen Vogel, den kleinen Jungen als Identifikationsfigur. Aber eigentlich ist es ein Film für Erwachsene. Lustig mag es aussehen, wenn zwei alte Männer sich mit Schwert und Krückstock bekämpfen und der eine ein Knacken im Knie verspürt, es dem anderen im Rücken zwackt. Aber eigentlich ist es eher traurig, mit anzusehen, wie der große Held aus Carls Kindheit plötzlich zu einem Gegenspieler wird, wie auch der letzte große Traum zerplatzt und der bitteren Realität weichen muss.
In diesem Film gibt es keinen einzigen Helden, nur Antihelden. Zwar musste ich immer wieder lachen an witzigen Stellen, aber das Erstaunen über das, was Pixar seinen jungen Zuschauern zumutet, überwog. Nun gut, ich kann schwer beurteilen, wie Kinder diese Aspekte des Filmes aufnehmen, und ob der wirklich sehr ernste Unterton ihnen überhaupt bewusst ist (kann ein Kind bereits nachempfinden, wie ein alter Mensch sich fühlt, der sein gesamtes Leben im Rückblick betrachtet und von einer Enttäuschung zur nächsten blicken muss und am Ende nichts mehr zu verlieren hat?)
Die Animationen sind sehr kindgerecht und bunt, mit Liebe zum Detail bearbeitet. Man sieht, wie Pixar von Mal zu Mal besser wird und die Filme auch optisch immer mehr an Qualität gewinnen. Die Menschen sehen zwar wie üblich extrem unrealistisch aus, aber daran habe ich mich gewöhnt. Dafür sind die Tiere und die Landschaft umso besser!
Die Geschichte ist witzig erzählt. Nicht ganz so temporeich wie viele andere Streifen der Firma, aber dafür stetig spannend und mit einem kleinen Lacher für die Kids. Kein Brüller, der im Gedächtnis bliebe, aber das würde auch nicht zu dem Film passen.
Ein Film, der offen Konflikte und elementare Themen anspricht (Umgang mit Senioren, vernachlässigte Kinder, Umweltschutz, Jagd ausgestorbener Tierarten, Respekt, Freundschaft, Familie, Lebensträume, usw), der aber trotzdem niemals mit dem moralisierenden Zeigefinger langweilt. Ob Spaß, Moral, Unterhaltung, gute Bilder, nette Musik, tiefgründiger Inhalt, es ist wirklich für jeden Zuschauer etwas geboten. Kleine Kinder allerdings sollten ihn trotzdem besser in Begleitung Erwachsener sehen, weil einige Szenen aus Carls Leben bestimmt Fragen hervorrufen werden ...
Ich überlege und überlege, aber ich kann nichts finden, was an diesem Film negativ anzumerken wäre ... im Gegenteil, je länger ich nachdenke, umso mehr positive Aspekte fallen mir auf! Deswegen höre ich an dieser Stelle auf, die Rezension hat bereits Überlänge ;-)
Auch, wenn der Film "dank" seiner bisherigen Vermarktung eher langweilig auf viele Kinogänger wirkt: man muss ihn unbedingt ansehen, dieses Werk ist wirklich etwas Besonderes ... --
SaschaSalamander 25.09.2009, 10.01 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Für immer Disco
Nun also habe ich "Für immer D.I.S.C.O." von Thomas Hermanns gehört. Klar hätte ich das Buch lesen können, dann hätte ich sogar einige Bilder aus seinem privaten Fotoalbum gehabt. Das wäre schon sehr spannend gewesen. Außerdem soll das Buch ein sehr schönes Cover haben, passend im Glitterlook der Discozeit. Aber ich wollte lieber das Hörbuch, denn der Autor spricht den Text selbst, und ich mag seine Art, seine Stimme, seinen Stil einfach sehr gerne. Und dann gibt es natürlich noch die Hörbeispiele, die dabei sind. Das macht es greifbarer, und so erfuhr ich nun den Titel mancher Songs, die ich bisher nur von der Melodie kannte. Der Inhalt des Buches kommt manchmal einfach besser, wenn man nebenbei die Hüfte schwingt und richtig mitgeht ;-) Thomas Hermanns, bekannter Stand-Up Comedian. An ihm scheiden sich wie an vielen anderen Komikern auch die Geister. Entweder, man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Viele mögen ihn nicht, weil er zu tuntig wirkt und zu aufgesetzt strahlend. Ich mag ihn, weil er zu den "leisen" Komikern gehört, nicht rumbrüllt wie viele andere. Sein Humor ist etwas subtiler, er nimmt sich auch gerne mal selbst auf die Schippe. Während andere oft böse gegen andere reden, holt er seine Witze nicht aus der Schadenfreude über andere.
Es dürfte inzwischen jedem bekannt sein, dass er bekennender Schwuler ist. Und dies ist auch Teil des Hörbuches: seine Entwicklung, sein Coming Out, seine ersten Erfahrungen. Und dass er Discofan ist, dürfte ebenfalls kein Novum sein. Er mag den Glitter, den Glamour, die bunte fröhliche Welt der Discomusik. Und beides zusammen mixt er zu einer witzigen, spannenden, leichtgängigen Erzählung.
Es ist ein Ausflug in die Welt der Musik. Amanda Lear, Hot Chocolat, Boney M, Abba, sie alle haben sein Leben, sein Emfinden, seine Entwicklung beeinflusst, und es gelingt ihm hervorragend, Information über Musik perfekt mit persönlichen Eindrücken zu vermischen. Hier ein paar Hintergründe, dort ein paar kleine Anekdoten. Eine Gruppe Jugendlicher, die gemeinsam Charts erstellt, sich die Lieblingsmusik vorspielt und heißblütig über die neuesten Songs diskutiert (immer schön im Nermbärcher Dialeggd).
Und es ist ein Coming-of-Age eines junges Mannes, der sich langsam seiner homosexuellen Neigungen bewusst wird. Ein Liebesbrief an seinen besten Freund, die erste Enttäuschung, der Kontakt zu Gleichgesinnten, das Kennenlernen der Nürnberger Schwulenszene, am eigenen Leib erlebte Gewalt gegen Schwule, sein Umzug nach München. Ohne falsche Dramatik, ohne es tuntig zu verpacken. Klischees werden gerne mal aufs Korn genommen, aber ohne dabei überzogen zu wirken und immer mit einer guten Portion Selbstironie. Doch, man kann sich schon gut in ihn hineinversetzen und nachempfinden, wie erfreulich, peinlich, spannend die Situationen für ihn waren. Am schönsten ja sein erster Abend in der Münchner Disco "New York" und der Faux Pas in der Vorhalle ;-)
Speziell für Freunde der Stadt Nürnberg dann noch der Lokalcolorit. Der Dialekt zwischendurch lässt mich jedes Mal grinsen. Und neugierig verfolge ich seine Spaziergänge in die Altstadt, in die einzelnen Stadtteile. Manches, von dem er erzählt, kenne ich und hat sich bis heute gehalten, anderes war wohl damals gerade in, und manches sagt mir nichts, lässt mich auch zwischendurch mal ein wenig bei Google nachforschen, ob es das heute noch gibt.
Manches finde ich inhaltlich nicht ganz so toll, weil es die Schwulen- und SM-Szene etwas verzerrt aussehen lässt und ich mich ja doch recht gerne in diesen Bereichen engagiere, aber andererseits wird sehr deutlich klar, dass es seine Meinung ist, dass es seine Erfahrungen sind, dass es keine allumfassenden Aussagen sind, sondern eben das, was er damals erlebt hat. Ich bin versöhnt ;-)
Alles in Allem bin ich wirklich sehr begeistert. Doch, dieses Hörbuch hat mir sehr gefallen. Und wer nicht prinzipell etwas gegen Thomas Hermanns hat, sollte sich das auf jeden Fall anhören!
SaschaSalamander 23.09.2009, 10.08 | (0/0) Kommentare | PL

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