SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: BDSM

Verlockende Versuchungen

minden_versuchungen_1.jpgVERLOCKENDE VERSUCHUNGEN ist eines der älteren Bücher von Inka Loreen Minden, über viele Wochen hinweg habe ich verteilt mal hier, mal dort eine Geschichte daraus gelesen, immer wenn ich gerade ein wenig Aufheiterung brauchte. Und, anbei: zwischen all den Büchern, die ich lese und weitergebe ist dieses eines der ganz wenigen, die den Weg in mein Regal finden, denn ich finde die Ideen hinter den Kurzgeschichten einfach zu klasse.

Hier wird nahezu jedes Märchenelement geschnappt, das nicht bei drei auf den Bäumen war. Hier ein Drache, dort ein Dämon, Schneewittchen, Rapunzel und Dornröschen dürfen auch nicht fehlen, es gibt einen Zauberspiegel, Elben sind auch zu finden, und natürlich Vampire. Kunterbunt durcheinander, wild vermengt und das Ergebnis ist ein Buch, so humorvoll und zugleich auch erotisch, wie man es noch nicht gelesen hat. Ich habe versucht, einen roten Faden zu finden, doch gemeinsam ist allen Geschichten wohl wirklich nur, dass sie in einer fiktiven Märchen- oder Fantasywelt spielen und direkt oder indirekt mit Sex zu tun haben.

Da verliert ein Vampir seine Geliebte und findet sie nach langer Zeit zurück, doch gehört sie nicht einem anderen? Ein Engel und ein Dämon verlieben sich und verbringen gemeinsam ihre Zeit in den unteren Örtern, auf der Erde und im Kino. Das devote Schneewittchen wurde von den Zwergen leider an den falschen Prinzen vermittelt und klagt nun über fehlende Schläge. Die böse Moorhexe will ein unschuldiges (?!?) Mädchen verführen und wird von einem selbstlosen Jäger bezwungen. Wer ein zauberartefakt zu seinem eigenen Vorteil missbraucht, der macht Bekanntschaft mit Rapunzels lukrativem Nebenjob. Eine Elfenprinzessin soll den Prinzen des Nachbarvolkes heiraten, obwohl doch alle wissen, dass dessen Bewohner alle knollennasig und krummbeinig sind. Und einige weitere Geschichten, die den Leser ungläubig, lachend und begeistert mit dem Kopf schütteln lassen.

Was mich ein wenig störte aber meiner Begeisterung keinen Abbruch tut: die Geschichten sind stellenweise in zwei, einmal sogar drei Teile gegliedert, und diese Teile folgen nicht direkt aufeinander sondern bunt gewürfelt. Beim Lesen etwas lästig, weil man quasi ständig hin- und herspringen muss, wenn man eine Geschichte komplett lesen möchte. Dadurch habe ich, da ich das Buch ja über einen längeren Zeitraum gelesen habe, ziemlich den Überblick verloren, was ich nun alles bereits gelesen hatte und was nicht, sodass ich immer wieder nachblättern musste.

Die Stimmung des Buches erinnerte mich in nahezu jeder Geschichte an eine Disney - Parodie. Eine Prinzessin, zwitschernde Vögel auf dem Baum, dazu ein geträllerter Song im höchsten Sopran, bauschige Kleider und wunderhübsche Gesichtlein mit geröteten Wangen. Und dazu die witzigen Umschreibungen. Dazu muss man sagen, dass es wie bereits erwähnt ein älteres Buch von Inka ist, und man kann regelrecht mitverfolgen, wie ihr Stil sich schrittweise geändert und gebessert hat. Schon zu Beginn zeigte sich, dass sie talentiert schreibt, aber ein paar Schwächen gab es doch: Wortwiederholungen, klischeebeladene Worte, der Satzbau noch nicht ganz so geschliffen, trotzdem aber bereits großartige Unterhaltung.

Ich habe sehr oft gelacht über die absurden Situationen. Meine Lieblingsszene (kein Spoiler, bis zu diesem Moment der Geschichte erahnt man nichts) ist ein sterbender Mann, und zack puff steht plötzlich ein goldener Drache auf der Lichtung und bringt alles wieder ins Lot. Keine Ahnung woher, keine Ahnung wohin, aber sollten wir nicht alle so einen goldenen Zauberdrachen haben? Oder der selbstlose Jäger, der - wir sind ja im Erotikroman - der die Moorhexe mit seinem "Jagdgewehr" von hinten außer Gefecht setzt und dem wirklich außerordentlicher Dank für sein uneigennütziges Tun gebührt (wer will es schon mit einer Moorhexe treiben). Wie gesagt: skurril, völlig abgefahren und so ganz anders als alles, was man von einem Buch mit erotischen Kurzgeschichten erwartet.

Aufgeschlossen sollte man auf jeden Fall sein. Denn abgesehen davon, dass eine Menge Märchen und Fantasyfiguren aufs Korn genommen werden, gibt es hier auch so ziemlich alles: Gay, SM, Hetero, freiwillig und unfreiwillig. Wer also ausschließlich Heteroerotik sucht, oder wer sich nicht für SM begeistern kann oder eben etwas Spezielles sucht, der wird hier nicht fündig. Wer vielseitig ist und sich vorstellen kann, dass Humor und Erotik sich nicht gegenseitig ausschließen, der ist hier auf jeden Fall richtig. Absoluter Geheimtipp für alle Inka Loreen Minden Fans, die bisher nur die neueren Werke kennen ;-)

SaschaSalamander 16.09.2011, 15.28 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Mach mich geil

palmer_machmichgeil_1.jpgVon Lucy Palmer (aka Inka Loreen Minden) gibt es bei Blue Panther Books eine Reihe namens MACH MICH ... (gierig, geil, scharf, wild), da es Kurzgeschichten sind und die Reihenfolge egal ist, ich habe mit dem letzten Titel "Mach mich geil" begonnen. Eigentlich bevorzuge ich Gayromane oder BDSM - Titel, "normale" Erotik bringt mich meist unfreiwillig zum Lachen und ist einfach nicht mein Ding, wenn die Autoren sich angestrengt um saubere Worte für körperliche, schweißtreibende und unsaubere Dinge bemühen. Dass ich diesen Titel nun doch gelesen habe, liegt an der Autorin, die mich vor allem durch ihre Sprache begeistert, also warum nicht auch mal ein Buch über das probieren, was im Alltag so schön und in der Literatur so albern sein kann?

MACH MICH GEIL beinhaltet die fünf Kurzgeschichten "Insel der Begierde", "Führe mich nicht in Versuchung", "Arena der Lust", "Lady Cop" und "der maskierte Lord". Der maskierte Lord hat noch einen zweiten Teil, den man sich kostenlos im Internet herunterladen kann. Führt bei manchem Leser zu Begeisterungsstürmen, da man gratis noch etwas geschenkt bekommt. Führt bei anderen zu Verärgerung, sie legen sich einen Fakeaccount auf der Seite zu und laden sich die Geschichte runter, schließlich hat man ja als Besitzer des originalen Buches ein Anrecht auf die Story, der Verlag jedoch nicht auf die persönlichen Daten).

Es war eines der ersten "normalen" Erotikbücher, die ich komplett gelesen habe (jetzt dürft Ihr von mir denken, was Ihr wollt *vg*, aber die meisten habe ich aus oben genannten Gründen abgebrochen), und ich war wirklich positiv überrascht. Lucy Palmer hat mich nicht enttäuscht, und so wortgewandt sie die Liebe zwischen Männern zu schildern vermag, so geschickt ist sie auch im Umgant mit Worten zwischen Mann und Frau. Keine Honigtöpfchen und Liebessäfte, aber auch kein F*cken und R*mmeln, sondern eine geschickte Umschreibung, die sich flüssig liest und Lust auf mehr macht. Weder vulgär noch albern schicklich bemüht, sondern einfach lustvoll. Lucy Palmer schreibt so selbstverständlich, dass man sich fragt, warum andere Autoren sich so verzweifelt um Worte bemühen, alles wirkt selbstsicher und normal. Es ist, was es ist: Liebe, Lust und Leidenschaft.

"Ladycop" geht in den Soft-SM Bereich und bietet nette Ideen für ein spannendes Rollenspiel mit Unterwerfung und Züchtigung. "Führe mich nicht in Versuchung" ist die vierte Geschichte um den Vampir Riley. Ich kenne die ersten drei Teile, die nacheinander in den MACH MICH - Büchern erscheinen nicht, und trotzdem konnte ich sie in vollen Zügen genießen, jede Geschichte steht für sich und ist eher ein freudiges Wiedererkennen für Stammleser der ersten Bände.

Mein Favorit "Arena der Lust" handelt von einer jungen Frau, die aus einer Zukunft ohne körperlichen Sex mittels einer Zeitmaschine in die Vergangenheit reist und dort zwei Gladiatoren zu einer Menage-a-Tr*is aufsucht. Die Geschichte bietet von allem etwas: sie ist romantisch, hat ein paar vereinzelte angedeutete SM-Elemente, sie bietet Gay-Erotik, Hetero-Liebe, Zweier, Dreier, ein bisschen Voyeurismus und sie vermischt Erotik mit Science-Fiction wie auch Historie. Erstaunlich, wie die Autorin auf so wenigen Seiten so viele Themen einbringen konnte, ohne dass die Geschichte überladen wirkt. Sogar auf einen kleinen Twist am Ende darf sich der Leser freuen, denn Zeitreisen haben manchmal (un?)gewollte Nebenwirkungen ;-)

Abschließend nur soviel: Was andere Autoren versprechen - Lucy hält es!

SaschaSalamander 29.08.2011, 09.14 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Die Lustsklavin

palmer_lustsklavin_1.jpgDieser Tage stieß ich auf DIE LUSTSKLAVIN von Lucy Palmer. Ich gebe zu, langsam wird es kompliziert, denn da gibt es die Bücher "mach mich scharf", "mach mich wild" usw mit wechselnden Adjektiven, und dann gibt es daraus Kurzgeschichten, die einzeln vermarktet werden, etwa WELLSEX, DIE LUSTSKLAVIN oder andere. Trotzdem eine klasse Idee! Denn in einer Sammlung von Kurzgeschichten gefallen oft nicht alle gleich gut, und da ist es praktisch, wenn man sich die Favoriten heraussuchen kann und nicht das gesamte Buch kaufen muss. Und so picke ich mir von Lucy Palmer gerne genau DAS heraus, worauf ich gerade Lust habe ;-)

Trish leitet einen SM-Club und muss eines Abends ausnahmsweise selbst als Sklavin für einen der Gäste dienen. Sie ist aufgeregt, denn sie kennt den Kunden: er war ihr früherer Herr. Wird er sie erkennen? Wie wird er reagieren?

Eine Kurzgeschichte, vorgetragen von Magdalena Berlusconi, rund 45 Minuten. Ich habe schon einige erotischen Hörbücher oder Hörspiele gehört, aber bisher war es für mich keines wert, es hier vorzustellen, da meistens zu pornographisch oder zu platt und billig. DIE LUSTSKLAVIN allerdings ist anders, sehr ansprechend und sinnlich.

Es geht rein um die Session, eine Rahmenhandlung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Und doch erhalten die Personen eine Persönlichkeit, wird eine Geschichte in der Geschichte erzählt. Und es gibt sogar ein Happy End, was ich dann für diese Art der erotischen Erzählung dann doch sehr ungewohnt und angenehm finde (normalerweise gibt es gar kein "End", sondern nur ein "die Session ist vorbei, und tschüss", die meisten Autoren lassen ihre Erotik nach dem Höhepunkt enden, wen interessiert schon, was nach dem Sex passiert).

Lucy Palmer und Magdalena Berlusconi lassen Bilder im Kopf des Hörers entstehen, die hungrig auf mehr machen. Ich kann diese CD wirklich empfehlen. Sowohl für Freunde des klassischen SM, als auch für experimentierfreudige Blümchenfreunde. Es gibt nur wenig erotische Literatur, die guten Geschmack beweist und gleichzeitig die Lust zu wecken versteht. Lucy Palmer gehört definitiv dazu!

SaschaSalamander 01.08.2011, 08.31 | (0/0) Kommentare | PL

Lessons in Lack

Viel zu schnell hatte ich dieses Buch beendet. Oder vielleicht war es trotz seiner 366 Seiten viel zu kurz. Ich hätte ewig weiterlesen können! LESSONS IN LACK verkörpert das, was andere Titel bisher versprochen aber nicht geboten hatten.

>Die Autorin< schildert ihre Erfahrungen als "Jungdomina Lady Elvira" im Studio Medea, Baden Würtemberg. Sie hat gerade ihr Studium begonnen und möchte gerne etwas dazuverdienen. Ihrer Neigung entsprechend entschließt sie sich für die Arbeit in einem SM-Studio. Dort entwickelt sie sich von einer Studentin hin zur selbstbewussten jungen Frau, die ihren Weg kennt.

Sie erzählt über die verschiedenen Aspekte ihrer Arbeit, der Vereinbarkeit von Studium und Studio. Der Leser erhält Einblicke in den Alltag einer Domina, lernt die unterschiedlichen Charaktere und Vorstellungen der Mitarbeiter kennen. So verschieden die Wünsche der Kunden sind, so unterscheiden sich auch die Vorgehensweisen der einzelnen Kolleginnen. Und vor allem geht es sehr, sehr menschlich zu, denn auch eine Herrin ist noch immer eine Frau. Dieses Buch kratzt gewaltig am Lack dessen, was der Alltagsmann sich unter einer stets dominanten, unberührbaren Herrin vorstellt, und doch poliert es das Image dieses Gewerbes liebevoll auf.

Ich weiß nun nicht so recht, wo ich anfangen soll, und vielleicht wirkt meine Rezension diesmal ein wenig chaotisch. Aber das ist in Ordnung, denn auch das Buch ist kein geradliniger Verlauf, sondern es schildert verschiedene Abschnitte, die nicht unbedingt immer zusammenhängen müssen sondern einfach nur punktuell ein Thema behandeln. Das gefällt mir, denn so kann man auch ohne Zusammenhang das Buch an jeder Stelle aufschlagen, daraus lesen, vorlesen, sich amüsieren, man wird es danach nicht mehr weglegen. Immer wieder einmal, wenn ich laut lachte oder aufjaulte, (sosehr litt ich mit den Beteiligten mit, nicht vor Schmerz sondern ob der obskuren Situationen), wollte mein Freund wissen, was los sei, ich las ein paar Seiten vor, und wir lachten gemeinsam.

Bei Nora Schwarz sitzt jedes Wort, jede Metapher. Originelle Beschreibungen machen die Situationen so plastisch, als wäre man live dabei. Oft verzog ich qualvoll das Gesicht oder guckte ebenso überrumpelt wie Jungdomina Elvira in diesem Moment. Ungläubigkeit, Staunen, Fassungslosigkeit, Wut, Hilflosigkeit, der Leser wird durch die gesamte Palette an Emotionen geführt und erleidet diese am eigenen Leib, während die Autorin von ihren Erfahrungen erzählt.

Da wäre etwa die erste Probesession mit einer älteren Herrin, die in tiefstem Schwäbisch ihre Anweisungen gibt und von Dominanz eine ganz andere Vorstellung hat als Elvira. Das erste Arbeiten alleine mit der unglücklichen Trans-Nummer von "Rudi" in seinen RosenkohlStiefeln. Das Outing vor den Eltern und ihrer Freundin. Ein ungewöhnliches Arbeiten mit einem Senioren berührte mich sehr, denn eine Domina ist oft auch Psychologin und Krankenschwester. Besonders witzig gelungen ist ein Rollenspiel, in das Lady Elvira ungefragt einfach ohne Ankündigung hineingeworfen wurde. Auch die Vorführung der Chefin, wie eine perfekte Domina sich benehmen müsse, war sehr eindrucksvoll, zeigte sie doch wieder sehr deutlich, wie weit die Wünsche und Vorstellungen manchmal auseinander liegen.

Was mich ein wenig störte ist, dass die Autorin sehr oft abschätzig von Gästen, Kollegen und Chefin redet. Andererseits mit einem solch umwerfenden Charme und so überspitzt, dass man doch den Respekt vor der Verletzlichkeit  und den Sehnsüchten ihrer Gäste erkennen kann. Zudem stellt sie sich auch selbst dem Feuer ihrer Kritik. Mitten in einer Session wölbt sich der Busen über das Korsett, springt Ihr ein Knopf von der Bluse, wird sie überrumpelt von dem dreisten Verhalten eines Gastes, muss sie sich das Lachen verkneifen oder begeht Fehler, die eben passieren, wenn Menschen am Werk sind. Das gefällt mir, zeigt es doch, dass eine Herrin nicht immer perfekt sein muss und auch eine Domina ihr Handwerk schrittweise lernt und selbst nach vielen Jahren danebenliegen kann. Der Leser kann sich einige Male angesprochen fühlen und wird sich hier und da in seiner Einstellung oder seinem Verhalten wiederentdecken.

Inwieweit nun alles realistisch ist, ob und wie Namen verändert wurden und welche der Szenen "dramaturgisch verändert" wurden, das weiß nur die Autorin allein (ich hatte jetzt auch nicht das Bedürfnis zu googeln, wozu?). Aber es ist mir egal, denn ob nun 100 % real oder nicht, ich habe mich hervorragend unterhalten,  das Buch wandert in mein Regal, und ich bin sicher, es ist sehr viel Wahres zwischen diesen Buchdeckeln zu finden.

Ein paar Beispiele ihres Schreibstils gefällig? ;-)

Ich war nicht ernsthaft entsetzt über das, was sie mir gerade erzählt hatte. Dennoch fühlten meine Ohren durch diese wertvollen Ratschläge irgendwie gewaltsam entjungfert an. (S. 74)

Die schenkellangen Stiefel waren nämlich so grün, als wollten sie mich an meinen Kindheitsekel vor Rosenkohl erinnern. Das geradzu quietschende Grün, das da seine Beine einhüllte, führte auch nur bei kurzem Hingucken einen derart heftigen Pigmentkrieg mit den pinken Wänden von Studio zwei, dass meine Netzhaut aufjaulte. (S. 75)

Ihre Stimme ätzte kleine Löcher in die schwarze Lacktapete der Wände. (S. 191)

Von ihr würde ich so wenig über weibliche Dominanz lernen wie von SpongeBob. (S. 198)

Die Schmetterlinge, die gerade noch meine Mageninnenwände mit ihrem Geflatter gestreichelt hatten, sanken nun ohnmächtig nach unten an den tiefsten Punkt meines Magens. (S. 336)

Ein erotisches Buch (prickelnd, spritzig, heiß etc) darf man nicht erwarten. Ebensowenig eine Lebensbeichte im Stil der Belle de Jour oder Fucking Berlin. Auch nicht das Erfolgsrezept einer bekannten Domina wie Princess Spider. Dafür aber einen unterhaltsamer Ausflug hinter die Kulissen eines SM-Studios. Ich empfehle das Buch allen, die das Thema Sexualität nicht ganz so ernst nehmen und auch über sich selbst lachen können :-)

SaschaSalamander 08.06.2011, 09.34 | (0/0) Kommentare | PL

Tödliches Begehren

Nicht nur draußen wird es langsam heiß, auch hier im Blog könnt Ihr in letzter Zeit immer mehr Rezensionen über Erotik, BDSM oder Gay lesen. Klar lese ich gerne Fantasy, Thriller, Jugendromane, aber mir ist einfach mal nach Abwechslung, und ich habe vor einiger Zeit eben diese für mich neue Sparte entdeckt und lese mich begeistert von Buch zu Buch, von Autor zu Autor.

Diesmal möchte ich TÖDLICHES BEGEHREN mit Euch teilen. Ein Buch, das meine Freundin mir schon mehrfach ans Herz gelegt hatte, ihr Lieblingsbuch sowohl im Genre wie auch von Inka Loreen Minden. Nun habe ich es also endlich gelesen und muss sagen, dass ich ihre Begeisterung verstehen kann und sogar teile. Wirklich ein Leckerbissen, der sich wie von selbst liest!

Der Reporter Ethan Hunter ist auf der Jagd nach einer guten Story. Er beschattet schon seit einiger Zeit den Inhaber eines Casinos, Gabriel Norton. Wie es aussieht, scheint dieser zwar ständig ein Auge auf Männer zu werfen, umgibt sich jedoch mit Frauen und weiß entweder nicht um seine Neigung oder will sie nicht zugeben. Eines Tages kommt Gabriel auf Ethan zu und stellt ihn zur Rede, ihm ist klar, dass der junge Mann nicht zum Zocken ins Casino kommt. Gabriel erpresst ihn, demütigt ihn und verlangt, dass Ethan nun fortan sein Sklave sein müsse.

Ethan, bekennend schwul, fühlt sich zu dem starken Mann hingezogen, außerdem kann er nun näher an Gabriel heran, um seine Story zu schreiben. Also zieht er bei ihm ein, erledigt kleine Aufgaben für ihn, ist sein Angestellter und sein Lustsklave und spioniert ihn hinter seinem Rücken aus. Die beiden Männer kommen sich immer näher, doch die Situation ist gefährlich, Ethan vollführt einen Tanz auf dem Drahtseil und ahnt nicht, in welche Gefahr er sich begeben hat.

Ach, das war schön, tat das gut, war das spannend. Mit 160 Seiten perfekt, um nicht unnötig in die Länge zu ziehen, aber auch länger als die Kurzgeschichten, in denen es meistens dann aufhört, wenn es gerade so richtig heiß wird und man eigentlich noch mehr davon möchte. Auch das Cover gefällt. "Nackter Männertorso" scheint gerade in, und hier hat wirklich mal ein besonders ansehnliches Exemplar Modell gestanden. Deswegen das Cover heute auch etwas größer als sonst üblich ;-)

Die Charaktere sind so beschrieben, dass man sich gut hineinversetzen kann (Gabriel bleibt absichtlich sehr undurchsichtig, doch seine Gefühle werden sehr gut geschildert, auch wenn der Leser den Grund für seine Ambivalenz anfangs nicht nachvollziehen kann). Gabriel hat eine spannende Hintergrundgeschichte, Ethan bleibt etwas flacher in der Gestaltung. Den knappen 160 Seiten entsprechend ist die Entwicklung gerafft aber doch in sich stimmig.

Die Geschichte ist recht klassisch aufgebaut, dadurch liest sie sich sehr flüssig und ohne dass man sich groß konzentrieren muss, also ideal für die leichte Unterhaltung zwischendurch. Allerdings sollte man sich Zeit dafür nehmen, denn es ist schwer, das Buch wieder beiseite zu legen.

Was mir wieder gefiel, war der Schreibstil: nicht zu schnulzig, nicht zu vulgär, keine störenden Begriffe. Minden versteht es, die lustvollen Momente geschickt in Worte zu kleiden.

Ebenfalls sehr gelungen finde ich die Darstellung der beiden Charaktere. Ich bevorzuge gerne zwei gleich starke Männer, das typische "Seme und Uke" ist meist nicht so mein Ding. Aber hier wurde es sehr schön dargestellt, da es sich als eine Entwicklung aus der Situation heraus ergab. Es ist nun schwer, dies zu erklären ohne zuviel zu verraten. Jedenfalls sind die Dinge am Anfang nicht, wie sie scheinen, und der toughe Reporter zeigt bald seine weiche Seite, und der harte Geschäftsmann scheint nicht so abgebrüht, wie er vorgibt.

Anfangs fand ich es verwirrend und fast schon störend, dass Gabriel vermeintlich unklar beschrieben wurde, sein Verhalten wollte mir nicht wirklich einleuchten, normalerweise ist der starke Part klar definiert, und der ständige Wechsel aus Zärtlichkeit und verbitterter Härte erschien mir sehr seltsam. Was anfangs wie eine unsaubere Charakterisierung aussah, stellte sich jedoch bald als geschickter Schachzug heraus, der den Leser ebenso in die Irre führte wie auch Ethan.

Denn wie auch bereits in >TEMPTATIONS< hat Minden etwas geschafft, mit dem ich absolut nicht gerechnet hätte: ich zähle dieses Genre für mich persönlich unter "leicht verdauliche Kost, keine große Konzentration erforderlich, die Story recht geradlinig ohne Überraschungen". Und als die Handlung dann plötzlich drehte, war ich recht überrumpelt und ärgerte mich ein wenig, dass ich mich einfach so völlig naiv aufs Glatteis hatte führen lassen! Nette Idee von der Autorin, und ich fand es schön, wie sich am Ende dann alles entwirrt und geradebiegt.

Auch das Setting, in dem sich die beiden Protagonisten befinden, ist ein nettes Mindgame: Ethan ist einerseits Gabriels "Gefangener", andererseits hat er alle Freiheiten, er darf nach draußen und Botengänge erledigen, wird gut bezahlt, darf mit seiner Schwester telefonieren, er darf neben Gabriel im Bett liegen, sie verbringen eine wundervolle Zeit. Andererseits ist die ständige Bedrohung, dass Gabriel kriminell ist und zu sehr viel mehr in der Lage zu sein scheint, wenn man ihn reizt. Auch hat Gabriel gedroht, Ethans Schwester etwas anzutun, falls der Reporter falsches Spiel mit ihm spielen sollte. Wenn Gabriel gefährlich wäre, würde er Ethan niemals so viel Freiraum lassen! Aber warum bedroht er ihn, warum ist er manchmal so brutal zu ihm und im nächsten Moment wieder so sanft?

TÖDLICHES BEGEHREN ist ein Soft-SM-Thriller, den Freunde der homoerotischen Literatur sich auf keinen Fall entgehen lassen sollten. Nicht nur prickelnde Erotik, sondern auch eine gut erzählte Story, die zu überzeugen weiß. So muss gute Unterhaltung sein!

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SaschaSalamander 01.06.2011, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Blutlust

blake_blutlust_1.jpgVor vielen Jahren war ich ein Vampirfan. Es gab nur sehr wenige Titel, und die waren gut. Dann wurden es mehr, ich freute mich. Und dann haben so viele Autoren den Markt überschwemmt, dass mir das Genre regelrecht vermiest wurde, denn nur noch die wenigsten Bücher waren gut, und man hat inzwischen keinerlei Überblick mehr über all die unzähligen Titel. Als mir kürzlich jemand BLUTLUST von Riccarda Blake als erotischen Vampirroman empfahl, war ich extrem skeptisch. Zum Glück bin ich viel zu neugierig, als dass ich eine Empfehlung einfach übergehen könnte!

Die junge Sinna zieht für ihr Studium nach New York. Und schon in den ersten Tagen hat sie einige seltsame Begegnungen. Etwa eine Gruppe, die sich "Beschützer" nennt und sie vor Vampiren schützen möchte. Eine seltsame Frau, die ihr ständig nachläuft und sie vor den dunklen Bestien warnt. Außerdem Max, sexy und geheimnisvoll, ganz entgegen ihrer Art lässt sich sie sofort auf ein erotisches Abenteuer im Kittyclub mit ihm ein. Carla, ehemalige Geliebte von Max, sieht das gar nicht gern. Sinna weiß nicht, wem und was sie glauben soll, und das Buch ist eine wilde Jagd durch New York, unterbrochen von heißen Szenen: wer ist der dunkle Jäger, der einen Beschützer nach dem anderen tötet? Ist an den Mythen um die Vampire tatsächlich etwas dran? Warum soll Sinna angeblich etwas Besonderes für die Blutsauger sein?

Wow, BLUTLUST hat mich wirklich begeistert! Meine Erwartungen waren natürlich genrebezogen. Realismus, allzu logische Handlung, hochliterarische Sprache, das habe ich von Anfang an nicht erwartet. Und mir war auch klar, dass ich einigen Klischees begegnen würde. Aber worauf ich großen Wert legte und meine Hoffnung setzte: erotische Szenen, die mir so richtig Lust machen. Keine weichgespülten Vampire ohne Biss, keine animalischen Bestien ohne Verstand und Stil. Ein guter Mix aus Handlung und Sex. Und genau das habe ich bekommen, so schnell hatte ich schon lange kein Buch mehr durchgelesen!

Normale Vampirromane werden ja gerne als angeblich härterer Stoff unter der Erotikliteratur bezeichnet. Doch bei BLUTLUST geht es richtig zur Sache. Schon die erste Begegnung im Kittyclub ist recht eindeutig. Und auch später gibt es ein paar geniale Momente. Die Lieblingsszene der meisten Leser dürfte wohl das Liebesspiel nachts im Park sein, nackt gefesselt am Baum, so eindringlich beschrieben, dass man nach dem Lesen glaubt einen Film gesehen zu haben.

Und es gibt nicht nur einfach Dominanz und Unterwerfung, sondern der Vampir hat auch tatsächlich Stil. Er befiehlt nicht einfach nur, er nimmt sich nicht einfach, was er will. Sondern er beherrscht mit Blicken und Gesten, er hat sich selbst unter Kontrolle und plant seine Schachzüge. Er dominiert nicht nur den Körper, sondern das ganze Wesen seiner Geliebten. Ja, so mag ich die Vampire, solche Charaktere könnte es sehr viel öfter geben in der Literatur, finde ich, da verzeiht man dem Roman so manche kleine Schwäche.

Ich finde es schade, dass es einige interessanten Andeutungen und Handlungsfäden gibt, die nicht fortgeführt werden. Es ist zwar zu erahnen aber eben nicht ausgesprochen und häufig mehrdeutig. Und dann endet es auf einmal recht abrupt. Wer aufmerksam gelesen hat, weiß auch ohne Erklärung, was Sache ist, durch den recht offenen Abschluss bleibt jedoch eine Menge freier Interpretation. Die Autorin hat sich viele Optionen offen gelassen, vielleicht dürfen wir auf einen zweiten Teil hoffen? ;-)

Alles in allem jedenfalls ist BLUTLUST ein wirklich hervorragender Vampir-Roman, den ich allen Freunden der leichten Dark-Fantasy und härteren Erotik nur empfehlen kann.

SaschaSalamander 16.05.2011, 08.58 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Sklavenjagd

Erotische Romane lese ich ja gerne, von soft bis hart alles dabei. Diesmal habe ich einen in die Finger bekommen, der sich sehr stark von den anderen Titeln abhebt, alle Achtung! SKLAVENJAGD von Tomás de Torres heißt der Thriller, der auf den ersten Blick nach "schon zigmal dagewesen" klingt und dann beim Lesen aber zeigt, dass er  in jeder Hinsicht zu überraschen vermag.

Dolores fährt auf einer verlassenen Straße, als sie plötzlich einen Mann anfährt. Aus dem Dunkel taucht eine nackte Frau auf, welche den Mann tötet und dabei ruft "es war die dritte Jagd". Dolores ist geschockt, will es der Polizei melden, doch diese gebietet ihr Stillschweigen über den Vorfall. Einige Zeit später wird ihr der Grund dafür erklärt: es gibt eine Gruppe von Superreichen, die zu ihrem Vergnügen Jagden veranstalten. Die Teilnahme daran ist absolut freiwillig. Als Gewinn für die erste Jagd (Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, keine Hilfsmittel, nur ein Jäger, eine Beute) erhält die Beute 100 000 Euro oder muss einen Tag lang dem Sieger zu Willen sein. Bei der zweiten Jagd winken 1 Million oder eine Woche Sklaverei. Und dann alles oder nichts: 10 Millionen oder aber lebenslange Knechtschaft. Auch Dolores wird die Teilnahme an dem Spiel angeboten.

Klar, das ist abstrus, und Dolores würde so etwas niemals tun. Doch "niemals" sagt sie sich in diesem Buch oft, und dabei muss sie erfahren, dass freier Wille und Würde des Menschen zwei Begriffe sind, die sie beginnen muss neu zu definieren.

Anfangs mutet der Roman an wie ein Märchen um das hässliche Entlein, welches sich in den reichen Prinzen verliebt und ein paar Abenteuer bestehen muss, bevor sie zusammen kommen. Es scheint völlig klar, wie der Plot sich entwickelt und wie das Buch enden muss. Und dann kommt alles ganz anders als erwartet. Twisted Plot vom Feinsten.

Dem Titel und Cover nach ging ich ja nun davon aus, dass es ein SM-Thriller wäre, der ziemlich heftig zur Sache geht und von den 236 Seiten mindestens 150 bis 180 Seiten nur diverse Praktiken und Spielarten enthält, und ich hatte nicht wirklich Lust, das Buch überhaupt anzufangen. Und dann war ich auf Seite 90 erstaunt, dass außer zwei Seiten Pflichtübung in der Beziehung bisher noch gar nichts gelaufen war. Auch später bleiben die entsprechenden Szenen sehr im Hintergrund.

Dass es dennoch ein SM-Thriller ist und kein normaler Roman, liegt wohl an der Heftigkeit der Szenen. Wobei auch hier: der Autor ist ein Meister der Auslassung. Denn das, was im Kopf des Lesers geschieht, ist schlimmer als das, was der Autor selbst beschreiben könnte. Und so hält er sich in den erotischen oder brutalen Szenen sehr zurück und lässt vielmehr den Leser die Arbeit erledigen. Dadurch ist der Inhalt extrem heftig (ich würde das Buch definitiv in den Bereich Hardcore einsortieren und nicht gerade denen empfehlen, die erst neu in diesem Genre sind), obwohl es sprachlich und im Verhältnis Inhalt / Sexszene wirklich bei einem ganz normalen Thriller bleibt. Die Momente sind nur kurz und wenig, dafür jedoch heftig und emotional sehr intensiv.

Es werden zugleich viele Fragen aufgeworfen, mit denen die Protagonistin und somit auch der Leser konfrontiert wird. Antworten gibt es darauf nicht, und so bleibt der Leser zurück mit einem seltsamen Gefühl. War es gut? War es schlecht? War es falsch oder richtig? Ungewöhnlich, dass solche Themen in einem Roman dieser Art überhaupt behandelt werden. Und noch ungewöhnlicher, wie die Heldin mit diesem Thema umgeht.

Normalerweise ist die Handlung ja eher Alibi für das, worum es eigentlich geht: Sex, Erotik, was auch immer. Hier aber ist die Handlung der Hauptteil. Und die Handlung besteht vor allem in Dolores Entwicklung vom schüchternen Weibchen hin zur emanzipierten Frau, die ihr Schicksal in die eigenen Hände nimmt.

Wie gesagt: für Neulinge rate ich "Finger weg", aber wer härtere Kost verkraftet, der muss SKLAVENJAGD auf jeden Fall gelesen haben. Es ist ein Thriller, wie es ihn nur ganz selten gibt ...

SaschaSalamander 06.05.2011, 09.08 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

SM-Abitur

Nachdem ich bereits von SKLAVENJAGD (Rezension wird bald folgen) so angetan war, hat es nun auch das SM-ABITUR geschafft, mich zu begeistern. Auch diesmal waren Cover, Klappentext und Inhalt wenig dazu geeignet, dass ich es lese, aber nun ja, neugierig bin ich trotzdem. Zum Glück, denn dieses Buch von G Vandal hat mich schwer beeindruckt.

Der grade mal volljährige Oliver, im Grunde seines Herzens noch ein kleiner Junge, taucht spätnachts bei seinem Onkel Michael auf und bittet ihn um Hilfe. Seine Freundin ist zusammen mit ihrer Schwester, deren Klassenkameradin und einer älteren Studentin auf einem einsamen Hof im Schwarzwald, wo sie für die nächsten Prüfungen lernen wollen. Anfangs klingen die Briefe nett und witzig, aber mit der Zeit werden sie immer seltsamer. Man kann es zu Beginn noch abtun als nette erotische Spielereien unter Mädchen, doch es wird heftiger und drastischer, und Nicki, Olivers Freundin, beginnt sich sehr zu verändern. Was geht da vor?

Michael glaubt zwischen den Zeilen zu erkennen, dass zwei der Mädchen ein recht unfaires Spiel mit Nicki spielen, und sein Verdacht scheint sich immer mehr zu bestätigen. Olivers Weltbild ist zerbrochen, und sogar der alte Seebär Michael, den nichts erschüttern kann, ist nun schockiert. Sie machen sich auf den Weg und wollen Nicki helfen.

Auch hier: Handlung vor Erotik. In diesem Buch macht zwar der erotische Anteil sehr viel aus, doch die Kernaussage des Buches ist dennoch der Inhalt, das, was zwischen den Zeilen der Briefe zu finden ist. Nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach wird der Leser an der Nase herumgeführt und glaubt zu wissen, was nun gerade los ist, als die Story wieder eine neue Wendung nimmt. Es ist ein Hin und Her, aus dem man sich nicht entziehen kann, man ist fast genötigt, in einem Rutsch zu lesen. Klar dienen die Briefe / erotischen Inhalte nur einem Zweck, aber wenigstens ist er prima verpackt *g*.

Wer unter SM-Erotik spontan an Astrid Martini, die Black Dagger oder ähnliche Titel  denkt, sollte besser nicht zugreifen, für dieses Zielpublikum ist die Rezension nicht gedacht. Das sind zwei verschiedene Welten, und für wen diese  genannten Romane "hart" sind, weil sie über Kuscheln hinausgehen und auch mal Kerzenwachs und Plüschhandschellen zur Sprache kommen, der sollte vom SM-ABITUR definitiv die Finger lassen.

Aber es wäre schade, wenn diese Perle verloren geht. Guter SM mit spannender Handlung, das ist zu selten, als dass ich es hier untergehen lassen möchte!

PS: und auch hier wieder die Anmerkung: wer mehr über diesen Titel wissen möchte, was über die Möglichkeiten des Unter-18-Blogs hinausgeht, soll mich einfach kontaktieren :-)

SaschaSalamander 18.03.2011, 09.45 | (0/0) Kommentare | PL

Nana und Kaoru

ayazume_nanakaoru_1.jpegHier möchte ich mal einen etwas ungewöhnlicheren Manga vorstellen: NANA UND KAORU. Nicht wie meine sonst bevorzugten Genres Shonen Ai, Sennen, Josei oder Dark Fantasy. Sondern diesmal ein Genre, von dem es in Sachen Mangas leider viel zu wenig gibt. Fantasievolle Erotik (jaja, ich kann ein paar erotische Mangatitel nennen. Aber, sorry, die sind nicht fantasievoll). Inzwischen sind drei Bände erschienen, sodass ich einen kleinen Überblick habe. Denn der Manga hat sich ganz schön weiterentwickelt, und ich hoffe auf viele weiteren Bände!

Nana und Kaoru sind Klassenkameraden. Sie eine fleißige Studentin, immer vornedran. Die Lehrerin meint, sie solle zwischendurch mal ein wenig entspannen, zuviel Stress schade der Leistung. Kaoru dagegen eher ein Tagedieb, zwar bemüht aber nicht wirklich erfolgreich. Seine Freizeit verbringt er lieber mit erotischen Katalogen und seinem Kopfkino rund um Nana. Bis seine Mutter ihm all das angesammelte Spielzeug wegnimmt, damit er endlich einmal für die Prüfung lernt. Nur dumm, dass Nana das Spielzeug in die Finger bekommt. Und was tut eine Frau? Logisch, sie ist neugierig. Und so kommt es, dass sie das neue Harness mit Keuschheitsgürtel anprobiert und den Schlüssel nicht findet. Sie muss zu Kaoru, damit er ihr hilft. Und so schließen beide ein Abkommen: Nana soll ihre Ablenkung kriegen, sie soll entspannen und ihren Kopf leeren dürfen. Kaoru hilft ihr dabei. Kein Küssen, kein Anfassen, kein Sex. Nur Spiel, Ablenkung und Entspannung.

Und so lässt sich Kaoru also jede Menge einfallen, um seiner geliebten Nana ein wenig Abwechslung zu verschaffen. Sie trägt ein Oberkörperbondage unter dem Mantel, während sie mit ihm spazierengeht. Er lässt sie ohne Höschen durch die Stadt laufen. Sie wird in anregenden Posen gefesselt und fotografiert.

Der erste Band war nett, mehr nicht, aber da es wenig Mangas dieser Art (bei uns) gibt, kaufte ich mir die Fortsetzung, die war schon besser. Und der dritte Band hat mich dann richtig begeistert. Denn NANA UND KAORU hebt sich deutlich vom Schmuddelkram ab, den man sonst in die Finger bekommt. Es gibt wirklich keinen Sex, man sieht keine Geschlechtsteile, stets sind die beiden bekleidet. Es geht wirklich rein um Mindgames und Bondage. Es wird nicht einfach nur plump mit Handschellen ans Bett gefesselt, sondern Kaoru ist Fan der großen Bondagemeister. Man sieht, wie er ein Hanfseil bearbeitet (abbrennen, ölen, strecken etc), Fachbücher liest, sich in die Materie einarbeitet. Er übt, er plant, er strukturiert. Er sichert alles ab, damit Nana in keiner Sekunde Gefahr droht.

Besonders toll sind seine Psychospielchen, wenn er ihr Angst einflößt und doch die Situation voll im Griff hat. Sie etwa angeblich alleine lässt und doch direkt um die Ecke nur wenige Meter entfernt steht und sofort eingreifen kann, bevor aus der geplanten Entspannung ein Desaster würde.

Für Nana ist alles nur eine spannende Abwechslung, sie ahnt nicht, was Kaoru alles für Mühe investiert, um sie glücklich zu machen. Anfangs fand ich ihn langweilig, einen dummen Trottel, doch im Laufe der Geschichte wird immer deutlicher, was für eine treue Seele, was für ein fürsorglicher und doch selbstbewusster Mann er ist, der seine Liebe auf Händen trägt. Doch im dritten Band, als sie ihr Spiel erweitern, beginnt sie zu spüren, dass auch sie mehr empfindet. Ist das etwa Eifersucht, was da in ihr rumort?

Der Manga ist ab 16 Jahren. Einerseits verständlich, da wie gesagt keine Pornographie enthalten ist. Andererseits sind das Themen, die ganz, ganz sicher in die Ü18 Rubrik gehören. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, aber wer mehr über diesen Manga wissen möchte, kann mich gerne anschreiben.

Auf jeden Fall ein Geheimtipp für alle, die auf Fesselspielchen, Mindgames und kreative Erotik stehen :-)

SaschaSalamander 23.02.2011, 16.07 | (0/0) Kommentare | PL

Blustlust

blake_blutlust_1.jpgDas Buch, welches es mir gerade schwer macht, mich zwischen Buch oder Hörbuch zu unterscheiden, heißt BLUTLUST von Riccarda Blake. Es wurde mir empfehlen, und ich war extrem skeptisch. Früher mochte ich Vampire, habe die wenigen Bücher verschlungen und die Filme geliebt. Vampire, das hatte so etwas von animalischem Trieb, aber auch von einem edlen Gentleman. Einem Mann, der in all den Jahrhunderten zu einem Mann von Welt wurde, der weiß, wie er Frauen Lust bereiten kann. Der sich beherrschen kann, der intelligent ist, der in sich ruht und Geduld aufweisen kann. Was man heute findet, das sind entweder weichgespülte Untote (ist ja nicht schlecht, ich mag die Bücher. Trotzdem fehlt mir bei den Cullens das, was echte Vampire für mich ausmacht) oder triebgesteuerte Wilde (die Gegenspieler der Cullens etwa, die nur ans Töten denken, oder auch die wilden Krieger von Ward oder Adrian). Die anderen Aktuellen schaffen es - für meinen persönlichen Geschmack - nicht, das für mich Wesentliche des klassischen Vampires zu vermitteln. Dass ich BLUTLUST trotzdem angefangen habe, lag eben nur an einer Empfehlung und den bisher guten Rezensionen, von selbst hätte ich nie nach diesem Buch (erst recht nicht mit diesem Cover) gegriffen.

Und die Erotik der anderen Romane - naja, Geschmackssache. Es gilt zwar als härter, aber dieses "härter" besteht meiner Ansicht nach vor allem darin, dass die Männer unbeherrschter sind und die Frauen sich mehr gefallen lassen. Härter deswegen, weil eben ein wenig härter zugestoßen wird als beim 0815. Aber das war es dann auch schon.

Eigentlich wollte ich gestern nur mal kurz anlesen, um den Schreibstil auszutesten. Aber aus dem Anlesen wurden dann rund 80 Seiten. Mmh, der Vampir Max ist einer von denen, wie sie den alten Vampiren auch würdig sind. Beherrscht, elegant, selbstbewusst, und doch wild und frei. Das ist es, was wir lesen wollen, oder? Und die erotischen Szenen sind nicht ohne bisher, ich bin gespannt, was sich die Autorin im weiteren Verlauf des Buches noch einfallen lassen hat und warum die Protagonistin Sinna nun so wichtig für die Vampire ist?

Ach ja, ganz vergessen: die Handlung. Ach, ist die Handlung nicht egal, solange die Vampire sexy und die Erotik fantastisch ist? Die Handlung ist doch eh immer gleich: sie (Mensch) trifft ihn (Vampir), er ist über beide Ohren verknallt, sie steht total auf ihn, und sie unterschätzt natürlich die Gefahr. Und sie ist Teil einer Prophezeiung und soll demnächst irgendeine wichtige Rolle erfüllen. Wie gesagt: kennt Ihr schon ;-)

Ich hoffe, dass ich dieses Wochenende genügend Zeit zum Lesen haben werde!

SaschaSalamander 14.01.2011, 09.52 | (0/0) Kommentare | PL



 






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