SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Serie

Angel Sanctuary Deluxe

ANGEL SANCTUARY. Ein Thema für sich. Habe ich hier noch nicht rezensiert. Aber ich glaube, das werde ich auch nicht tun. Denn ich würde auch nicht DIE UNENDLICHE GESCHICHTE oder DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM oder etwas dieser Art  rezensieren. Kennt eh jeder, der sich für diese entsprechenden Genres interessiert. Und wer es nicht kennt, hat zumindest schon davon gehört und weiß, ob er es lesen will oder nicht. Wer ANGEL SANCTUARY nicht kennt, hat vermutlich wenig Ahnung von Mangas, und dann würde ich, um ihn / sie zu überzeugen eh anders herangehen statt gleich mit einer mordsmäßigen Rezi über dieses Ausnahmewerk. Außerdem, wenn ich erstmal loslegen würde, dann wäre ich nicht mehr zu stoppen. Das kann ich mir und Euch nicht antun ;-)

Mir geht es gerade eher um Marketing. Denn diese Mangaserie ist seit 2000 im Abstand von zwei Monaten in 20 Bänden erschienen (40 Monate, das ging *grübel* knapp über drei Jahre). Oh mann, 2000 war es? Ich fühle mich gerade so alt, da war ich noch zarte 23, jung und unschuldig, noch ganz in der Anfangsphase meiner Mangasucht, da glaubte ich noch an das Gute im ...

ach, egal, zurück zum Marketing. Die Serie wird vermarktet ohne Ende. Soundtracks gibt es in Japan zu kaufen (super Musik, hab ich mir geholt, absolut gelungen, rein instrumental, episch, monumental, grandios!), es gibt ein Hörspiel (leider nur auf japanisch *grml*), einen Anime (auch auf Deutsch, leider Abschreckung für jeden, der auf die Serie neugierig wird, absolut misslungen. Die Stimmen eine Qual, die Umsetzung der Handlung schlecht, und die weibliche Protagonistin möchte man am liebsten erschießen). Unzählige Artbooks sowieso, Poster, Sticker, Postkarten, Taschenkalender, Abreißkalender, Lesezeichenkalender, Schlüsselanhänger, Kartenspiele, Merchandise bis zum Erbrechen.

Und weil nach 10 Jahren die alten Mangas bestimmt zerfleddert sind vom ständigen Lesen (und so fetischlastig, wie der Manga unterschwellig ist, bei manchen vielleicht auch vom ... Themawechsel!!! Die Japaner schaffen es wirklich, solche Sachen ohne Altersbeschränkung auf den Markt zu bringen, man muss es nur tarnen, und mit meinen damals zarten 23 war ich noch jung und unschuldig, wusste nichts davon, erwähnte ich das schon?).

Also, wie gesagt, die Bände der meisten Fans dürften nach 10 Jahren recht zerfleddert aussehen. Und außerdem haben die Fans inzwischen alle Poster, Sticker, Soundtracks, Hörspiele (auch wenn sie kein Wort verstehen), Tassen, Artbooks etc gekauft. Mist, kein Geld mehr damit zu machen!

Kein Problem, also bringt man das Ganze als Hardcover raus. Zwei farbige Bildchen dazugemacht auf glänzendem Papier (Bilder aus dem Artbook, die es als Poster, Kalender etc schon vor Jahren gab, aber eben noch nicht im Manga als Beigabe), und zwei Bände zwischen einen Deckel gepresst. Verlangen wir das Gleiche wie für zwei Bände, denn auch wenn es alt ist, ist es immerhin hübscher als damals.

In Frankreich gab es das auch schon mal, die dortigen Bände fand ich allerdings etwas hübscher, grau und altertümlich gemacht, hier eher in Grün gehalten, was mich sehr wundert. Denn mit Angel Sanctuary verbinde ich immer die Farbe blau auf allen colorierten Bildern.

Was den Manga also unterscheidet: zwei Bände zusammengefasst zu einem. Außerdem Hardcover statt Taschenbuch. Ein Blatt, beidseitig mit buntem Bildchen bedruckt. Ein wunderhübscher Schriftzug mit dem Namen der Autorin sowie dem Wort "Deluxe". 5 Schwarz-Weiß-Seiten mit zusätzlichen Infos z.B. über die Engel, die Namensgebungen, die Figuren, den Manga an sich. Was gleich geblieben ist ist der Preis für zwei Mangas. Außerdem auch die Werbung am Ende.

Ich hätte es schöner gefunden, wenn man es ein wenig günstiger gemacht hätte. 10 Jahre nach Erscheinen dürfte man schon mal etwas reduzieren, so als kleines Dankeschön für die Fans. Auch die Werbung stört mich. In normalen Mangas ist das so üblich, das ist mir klar. Aber wenn ich schon eine super sonder teuer extra special Deluxe kaufe, dann fände ich es schön, wenn ich von Werbung verschont bleibe und einfach nur das kriege, was ich mir gekauft habe.

Muss man diese Ausgabe jetzt kaufen?
Ich wünschte, ich könnte sagen nein. Und im Grunde rate ich davon ab. Denn es ist Kommerz. Geldschneiderei. Eigentlich eine Unverschämtheit. Wer die normalen Mangas im Schrank stehen hat, braucht diesen Sonderband nicht.

Dass ich ihn mir zu Weihnachten selbst geschenkt habe (und damit natürlich auch die Fortsetzungen) tut nichts zur Sache. Das ist was anderes. Ich würde es auch niemals zugeben. Denn ich brauche diese Bände nicht. Aber sie sehen halt so toll aus im Regal *seufz*. Jaja, ich schäme mich, stelle mich in die Ecke. Trotzdem, empfehlen würde ich es nicht. Außer für all diejenigen, die wie ich zu den absoluten Fans gehören.

Warum ich so ein großer Fan dieser Serie bin? Nun ja, schon davor gab es Mangas, aber das waren meist eher Sachen wie Sailor Moon oder DragonBall. Mangafreund der allerersten Stunde darf ich mich also leider nicht nennen, aber das macht nichts. Denn erst später wurden die Werke erwachsener, gingen über Magical Girl und kämpfende Boys hinaus.

Aber Angel Sanctuary war dann mal interessant. Spannende Story, Dark-Fantasy, Engel und Dämonen. Ein Haufen schwarzer Mäntel, Lack und Leder, Peitschen und Hüte, oberschenkelhohe Stiefel, androgyne Figuren, die irgendwo zwischen den Geschlechtern zu finden sind und auch keine Lust haben, sich festzulegen. Nebenbei ein wenig Bondage, jede Menge D/S, ein bisschen Blut und Splatter, qualvolle Folter, unerfüllte verbotene Liebe über die Jahrtausende mit immer neuer tragischer Wiedergeburt, in Schwerter gebannte Seelen, reine weiße Unschuld neben blutverkrusteter dunkler Sünde, ein paar zombieartige Wesen, ein Krieg zwischen Engeln und Dämonen, haufenweise Tentakel, Schläuche und Engelsfedern, Aufhebung von Gut / Böse, dazu ein verrückter Hutmacher, Anspielungen auf unterschiedlichste Mythologien wie Christentum, Islam, Kabbala, Esoterik, Edda, asiat. Mythos und noch mehr.

Von der unglaublichen Komplexität und Tiefgründigkeit der Geschichte (und dies sage ich ohne Ironie) ganz zu schweigen. Als Roman würde es hier bei uns wohl jede Fantasysaga weit, weit in den Schatten stellen, gleich Tolkien oder Rowling wäre sie Maßstab und Wegbereiter. Doch leider haben Mangas bei uns im Westen noch nicht diesen Stellenwert und werden noch zu wenig ernst genommen ...

Und so wurden wir Mangafans dann geschaffen. Seitdem sind wir gezwungen, jeden Monat neue Shonen Ai, Yaoi, Magical Girl, Love-Comedy, Shonen, Shojo, Josei, Seinen und sonstigen Sachen zu kaufen. Angefixt und danach niemals wieder die gleiche Erfüllung gefunden, aber doch ausreichend, um uns bei der Stange zu halten.

Sind wir Mangafans ein wenig krank oder pervers? Sind wir. Na und, wir stehen dazu und sind es gern ;-)


SaschaSalamander 22.12.2010, 15.07 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Sterbenskalt

Seit Freitag ist nun STERBENSKALT von Tana French im Handel erhältlich. Nachdem bereits GRABESGRÜN und TOTENGLEICH mir so gut gefielen, komme ich an diesem Titel natürlich nicht vorbei. Und ich persönlich habe das Gefühl, dass die Autorin sich von Buch zu Buch steigert. Normalerweise lässt die Begeisterung nach den ersten Titeln nach (ich denke an Franz oder Fitzek), weil der Autor von sich selbst kopiert und sich Schemata immer wiederholen, oder weil der Autor unter Erfolgsdruck etwas Neues hinrotzt und nicht mehr die Liebe und Energie wie zu Beginn investiert. Doch STERBENSKALT hat mich sofort begeistert, und ich nutze jede freie Minute, um wenigstens ein paar kurze Seiten zu lesen und zu erfahren, wie es weitergeht.

Ganz kurz zum Inhalt: diesmal geht es um Frank, Vorgesetzter der Undercoveragentin aus dem Vorgängerband. Auch die Idee ist schön, ein gemeinsames Universum, und doch jedes Mal eigenständige Romane, unabhängig voneinander. Nun, Frank wird von der Vergangenheit eingeholt. Dachte er frühr noch, seine große Jugendliebe hätte ihn sitzenlassen und wäre ohne von zu Hause ausgerissen, findet sich nun auf einmal ihr Koffer in einem heruntergekommenen Haus. Was ist damals wirklich geschehen? Frank muss nun die Probleme der Gegenwart lösen (seine Tochter), während er in der Vergangenheit nach Antworten für das Verschwinden von Rosie sucht und gleichzeitig auch lernen muss, sich wieder mit seiner Familie zu arrangieren, mit der er sich überworfen hatte.

Bisher absolut zu empfehlen. Und wieder: abwarten, ob das Ende hält, was das Buch bisher begonnen hat. Bei Tana French gehe ich jedoch davon aus!

SaschaSalamander 20.12.2010, 16.42 | (0/0) Kommentare | PL

House of Night

Ach ja, noch ein Vampirbuch. Ich kann sie nicht mehr zählen. Und wie immer war ich neugierig, ob Top oder Flop. Hier also meine Zusammenfassung:

ein ganz normaler Schultag, als Zoey von einem Vampir gezeichnet wird. Einfach so, aus heiterem Himmel. Dies bedeutet, dass sie nun in das House of Night muss, quasi ein Internat für Vampire. Sie überwirft sich mit ihren Eltern (die bisher eh nur Probleme bereiteten, seit ihre Mutter mit dem neuen Typen zusammen ist) und holt sich Trost bei ihrer Großmutter, welche sie weiterhin unterstützen wird. Dann zieht sie um in das House of Night. Lernt neue Leute kennen, besucht spannende Schulfächer (natürlich ein komplett anderer Unterricht als für Menschen), ist aufgrund ihres ungewöhnlich starken Males etwas Besonderes, hat Bewunderer und natürlich auch gleich eine böse Gegnerin. Sie muss sich gegen die Feindin behaupten, erhält den besonderen Segen der Göttin und ist auch sonst eine sehr ungewöhnliche junge Vampirdame.

Top oder Flop? Schwer zu sagen. Der Schreibstil ist simpel, die Story ist fesselnd, die Idee keinesfalls neu aber eben ein altbewährtes Rezept. Vampirstory, Internatsgeschichte (Hanni und Nanni ziehen nicht mehr, also müssen sie aktuell eben mit Sonderbegabten, Zauberlehrlingen, Vampiren, Lykanern gefüllt werden, wie aktuelle Bestseller überall beweisen), Romantik und ein bisschen jugendgerechte Erotik.

Für mich nicht sonderlich reizvoll. Die Serie ist ellenlang, und ich habe nicht das Bedürfnis, sie weiterzuverfolgen. Ich habe mal reingechnuppert, das war interessant. Denn nun kann ich zumindest verstehen, was viele Jugendliche daran begeistert. Ich muss es nicht groß wiederholen, denn wie gesagt: altbewährtes Rezept und netter Mix (die Story erdacht von der Mutter, mit Hand und Fuß. Von der Tochter korrekturgelesen, mit Jugendslang aufgefrischt (was mich manchmal ganz schön stört, wenn in wirklich erhabenen Momenten wie einer Beschwörung dann ein richtig blöder Spruch folgt, aber so sind die Jugendlichen wohl angeblich?) und schön trendy gehalten mit vielen Bezügen zu aktuellen Modeerscheinungen).

Mich erinnerten die Vampire ehrlich gesagt vielmehr an Hexen in ihrer Magie, ihrem Wirken, ihrem Verhalten. Gut, Blut kommt in dem Buch vor, aber alles andere (magische Zirkel, Rituale, Messen, Frauencliquen, Elementarbeschwörungen in einem Kreis in alle vier Himmelsrichtungen etc) lässt mich sehr viel mehr an Hexenkulte denken (zumindest so, wie man meist davon liest in anderen Romanen, die statt Vampiren eben Hexen behandeln).

Für Jugendliche, die spannende Unterhaltung mögen, sehr zu empfehlen. Für Erwachsene, die schon unzählige Bücher dieser Art gelesen haben und ihre Zeit lieber mit etwas Neuem verbringen, eher weniger geeignet. Aber warum es fesselt, ist auf jeden Fall nachvollziehbar. Und zumindest mal reinlesen, damit man mitreden kann, lohnt sich auf jeden Fall, es ist sehr kurzweilig :-)

SaschaSalamander 20.12.2010, 08.38 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Das Tal

kuhn_tal_1.jpegZufällig stieß ich vor einiger Zeit auf Krystyna Kuhn. Die Autorin schreibt bisher Kriminalromane für Erwachsene, 2007 erschien mit "Schneewittchenfalle" ihr erstes Jugendbuch. Und seit 2010 steht nun "das Tal" in den Buchhandlungen. Bereits die ungewöhnliche Namensgebung "das Tal 1.1" für den ersten, "das Tal 1.2" für den zweiten Band usw lassen viel Spielraum offen, ob es auch noch eine zweite Reihe geben wird? Ich wüsste gerne, wieviele Bände für den ersten Teil geplant sind, konnte jedoch leider keine Information darüber finden. Es frustriert mich ein wenig, eine Serie zu beginnen ohne Näheres über die geplante Länge zu wissen (die Mangageschädigten unter meinen Lesern wissen, wovon ich rede *seufz*). Trotzdem schnupperte ich kurz in den ersten Band und wurde sofort in das Tal gesogen. Ich habe mit der Rezension extra gewartet, bis ein paar mehr Bände erschienen sind, sodass ich nun ausführlich über 1.1 bis 1.3 erzählen kann :-)

Der Ort des Geschehens ist das Grace-College in den Kanadischen Rockies. Es ranken sich Gerüchte und Geheimnisse um das Tal, in welchem das College liegt. Google Earth zeigt den Ort nicht an, es gibt keine zuverlässigen Landkarten, und immer wieder erleben die Studenten, dass es scheinbar nicht mit rechten Dingen zugeht.

Rahmenhandlung bildet das Verschwinden von acht Studenten. Das Ereignis wird totgeschwiegen, doch nach und nach erfährt man, dass jeder der Protagonisten aus der Clique mehr über die Vermissten weiß, als sie den Kameraden gegenüber vorgeben. In jedem Band finden sich einzelne Hinweise auf die Beteiligten, den Ort, mögliche Hintergründe des Verschwindens. Und natürlich gibt es auch hier wieder vereinzelte Andeutungen auf Übersinnliches. Noch ist es absolut unklar, ob tatsächlich düstere Kräfte am Werk sind, oder ob jemand mit allen Mitteln der Trickkiste versucht, die Vergangenheit zu verbergen. Gänsehautgarantie für die Leser!

Die Hauptfiguren wechseln. Im Gesamten jedoch ist es eine Clique von jungen Studenten, die jeder sein eigenes dunkles Geheimnis mit sich tragen. Denn keiner von ihnen ist ohne Grund auf dem Grace Colloge. Der erste Band ist geschildert aus der Sicht von Julia und ihrem Bruder Robert. Robert beobachtet den Tod eines jungen Mädchens, doch er leidet an Alpträumen und schrecklichen Visionen, daher glaubt ihm niemand, alle halten es für einen seiner schlimmen Träume, und die Geschwister versuchen dieses Rätsel zu lösen. Der zweite Band ist geschrieben aus Sicht der Koreanerin Kathie, welche den Berg bezwingen will und sich gemeinsam mit ihren Freunden auf die beschwerliche Klettertour begibt, um die Verschwundenen zu suchen. Natürlich hat auch sie Motive, welche den Komilitonen verborgen sind und welche in ihrer tragischen Vergangenheit liegen. Im dritten Teil schlüpft der Leser dann in die Rolle von Chris und Debbie, eher Unsympathen der ersten beiden Bände, nun auf einmal in völlig neuem Licht. Das College ist eingeschneit, ein Sturm zieht auf, alle Personen haben das Gebäude verlassen, nur diese Gruppe befindet sich noch im Haus. Und der Rest erinnert in seiner beängstigenden Atmosphäre und Handlung sehr an Shining ;-)

Die Story klingt ausgelutscht und schon zigmal dagewesen. Und, ganz ehrlich? Ist sie auch. Aber egal, bewährte Rezepte funktionieren immer, solange sie gut umgesetzt sind. Und so vermag die Autorin es, die Leser absolut zu fesseln. Man kann sich sehr gut in die Studenten hineinversetzen und fiebert mit ihnen mit, sosehr, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Immer wieder wirft sie den Lesern kleine Bröckchen vor die Nase, nur um dann wieder zurückzuweichen und alles im Unklaren zu lassen, und man MUSS einfach weiterlesen, denn vielleicht erfährt man ja ein paar Seiten danach mehr?

Die vermeintlichen Hinweise auf den Verbleib und das Schicksal der Studenten entpuppen sich als leere Hülsen, die nicht wirklich eine Antwort geben aber trotzdem gierig auf mehr machen. Ich hoffe von Herzen, dass die Reihe sich nicht endlos hinziehen wird sondern recht bald abgeschlossen ist, denn ich mag es als Leser / Zuschauer nicht, endlos hingehalten zu werden und irgendwann den Eindruck zu gewinnen, dass Kommerz wichtiger ist als die Handlung. Aber noch ist alles in Ordnung, noch ist die Geschichte spannend, und ein oder zwei weitere Teile wären durchaus noch verträglich.

Für Jugendliche bietet diese Reihe auf jeden Fall Gänsehaut, Grusel, ansatzweise Horrorelemente und packende Spannung. Für Erwachsene sehe ich es gemischt. Wer wie ich gerne Jugendliteratur liest, wird begeistert sein und von den Geheimnissen um das College mitgerissen werden. Wer eher adulte Literatur bevorzugt, wird damit wohl eher wenig anfangen können, da es eben doch ein klassischer Teenie-Mystery ist, grandios geschrieben, packend und süchtigmachend, aber eben doch für eher Jugendliche und junge Erwachsene.

Ich selbst war auf jeden Fall begeistert und kann die Reihe unbedingt empfehlen! Aber Vorsicht - alleine im Dunkeln könnte es ganz schön unheimlich werden ;-)

SaschaSalamander 15.12.2010, 10.12 | (0/0) Kommentare | PL

Das Tal

kuhn_tal_1.jpegMomentan höre ich "das Tal 1.3 - der Sturm". Den ersten Teil habe ich schon vor einigen Wochen gehört, den zweiten nun letzte Woche, und den dritten direkt im Anschluss begonnen. Auf den ersten Blick nur eine klassische Teenie - Highschool - Mystery - Story, wie es viel zu viele davon schon gibt. Bei genauerem Hinhören allerdings kann man sich nicht mehr davon lösen und kann es nicht erwarten, bis es endlich weitergeht. Der vierte Teil wird erst im Februar erscheinen, und ich kaue jetzt schon an den Nägeln. Denn ich bin sicher, man wird auch im dritten nichts über das Geheimnis erfahren, welches den Leser seit dem ersten Teil in den Bann zieht ...

Eine Highschool-Story, jedoch mit Gruselelementen, die nicht ohne sind! In jedem Band ist eine andere Person der Clique als Protagonist geschildert, und mit jeder Person erfährt man mehr über das Geheimnis um die verschwundenen Studenten, ...

ich kann es nicht erwarten, nach dem Ende des dritten Bandes endlich zu rezensieren! Aber die Veröffentlichung meines Textes kann noch etwas warten, schließlich ist die Serie noch lange nicht vorbei, und je mehr Teile der Leser bereits hat, desto weniger muss er auf Veröffentlichung des nächsten Bandes warten ;-)

(und noch ist es auch unklar, worauf alles hinauslaufen wird. Ich ordne die Tags auch einmal der Kategorie Fantasy zu. Ob es eine paranormale Erklärung gibt? Ob uns eine bodenständige, reale Lösung erwarten wird? Ich bin gespannt! Und hoffe, dass die Serie irgendwann auch beendet wird und nicht zu einer Endlosreihe wird)

SaschaSalamander 30.11.2010, 10.16 | (0/0) Kommentare | PL

Reckless - Nicht meine Welt

funke_reckless_1.jpgReckless habe ich am Wochenende nun als Buch begonnen. Es hat mich anfangs mehr gefesselt als das Hörbuch, doch irgendwann fiel es mir immer schwerer weiterzulesen. Ich habe nun aufgehört. Ziemlich genau an der Stelle, wo ich auch das Hörbuch beendet hatte. Nein, Reckless ist nicht meine Welt.

Eine Rezension möchte ich nicht schreiben, denn ich kann den Reiz des Buches nachempfinden. Die Autorin hat eine spannende Handlung in eine faszinierende Welt gebettet. Aber ich komme mit dem Schreibstil absolut nicht klar. Zu leblos wirkt es mir. Die Sätze zu kurz, fast nur Hauptsätze, Kommas nur ganz selten und in sehr einfachen Satzstrukturen. Für mich wirkt es oft abgehackt. Und so geht es mir auch mit der Handlung. Entweder, sie rafft die Geschichte ganz extrem (als Film wäre das okay) und lässt viele Sachen aus, die sich aus der späteren Handlung dann wohl erschließen sollen. Oder ich komme mit dem Stil nicht klar und überlese einige Dinge. Sie schreibt wichtige Fakten manchmal in ganz kurze Sätze, oft nur Ellipsen oder einzelne Worte, aus denen der "Satz" besteht. Ständig habe ich das Gefühl, dass etwas fehlt. Sie deutet sehr viel an, doch der Hintergrund bleibt dem Leser fern. Ich mag es, wenn eine Geschichte offen ist und Spielraum bietet. Aber im Grunde liest sich dieses Buch für mich wie eine Art Stichpunktsammlung für das eigentliche Werk, welches mindestens fünfmal so dick sein müsste. Es ist nicht offen, es ist nur skizziert.

Was mich auch irgendwie stört, sind die vielen freien Seiten, die ich fast schon für Papierverschwendung halte. Ich muss zugute halten: ich liebe kurze Kapitel, denn sie sind ideal für zwischendurch. Diese Kapitel hier sind sehr, sehr kurz, oft nur drei oder vier Seiten, so etwas mag ich. Was ich weniger mag ist, dass dann immer sehr viel freier Platz dazwischen ist, und das nächste Kapitel beginnt auf der nächsten Seite, die Bilder drumherum sind wunderschön und machen das Lesen auch zu einem optischen Genuss. Aber trotzdem hätte man das komplette Buch mit all seinen 352 Seiten vom fetten Hardcover in eine kurze Erzählung von rund 150 Seiten bringen können. Aber so ein dicker Hardcover macht eben mehr her. Und das Titelbild sieht wirklich sehr schön aus, ich habe das Bild sehr lange einfach nur betrachtet, weil es mir so gut gefällt. Aber ein Buch darf man eben leider nicht nach dem Einband beurteilen ...

Jedenfalls hat es mich nicht gepackt. Es interessiert mich nicht wirklich, wie es weitergeht mit den Figuren. Ob Jacob das Heilmittel für seinen Bruder findet. Ob er der Roten Fee ein zweites Mal entkommen wird. Was Will eventuell noch alles anrichten wird auf dem Wege seiner Wandlung. Ich fiebere nicht mit. Es ist, als wären es Fremde für mich (normalerweise werden die Figuren in einem Buch für mich zu Gefährten, Freunden, Gegnern, sie werden persönlich).

Es ist alles zu knapp. Ein Kampf mit einer grausamen, blutigen Figur, auf zwei oder drei Seiten abgehandelt, in welcher die Figur, der Kampf und die spontane Hilfe aufgelistet werden. Davor und danach keine Erwähnung der Figur. Ähnlich im Dornröschenschloss und bei anderen Figuren. Hingeworfen und fertig, weiter ab zum nächsten Märchen. Manchmal auch nur ein kurzer, liebloser Satz, und schwupps geht es weiter zum nächsten Actionpunkt. Blockbuster-TV, aber kein Roman zum Eintauchen in fremde Welten.

Vielleicht ist meine Lesetechnik einfach ungeeignet. Vielleicht ist es einfach nur nicht mein Geschmack. Oder vielleicht wollte sie schnell etwas produzieren und hat die Handlung den Worten vorangestellt. Ich weiß es nicht. Irgendwann werde ich es vielleicht noch einmal versuchen, aber jetzt erstmal was anderes ...

(nein, es ist keine Rezension. Für eine solche hätte ich den Inhalt beleuchtet und wäre etwas genauer auf den Handlungsbogen und die Charaktere eingegangen. Aber da ich das Buch nicht gelesen habe, möchte ich all dies ungern beurteilen. Trotzdem geht mir sehr viel durch den Kopf, wenn ich an dieses Buch denke)

SaschaSalamander 06.10.2010, 10.15 | (0/0) Kommentare | PL

Tribute von Panem 01

collins_panem_1.jpgAnmerkung vorab: ich schreibe Rezis, die ich manchmal erst später veröffentliche (ist ja blöd, fünf am Tag zu veröffentlichen, wenn ich gerade Zeit und Lust zum Schreiben habe und dann wochenlang garnix zu veröffentlichen). Dies ist eine davon. Gestern schrieb ich schon von Band zwei und drei. Aber damit Ihr überhaupt wisst, von welchem Buch ich rede, hier also endlich die Rezension zum ersten Band der Trilogie "Tribute von Panem" (im Original "die Hungerspiele") von Suzanne Collins.

Die 16jährige Katniss ist seit dem Tod ihres Vaters "der Mann im Haus", sorgt für Nahrung, betreibt den Handel, baut die depressiv gewordene Mutter auf, kümmert sich um die Erziehung und Pflege der jüngeren Schwester und hält die Familie aufrecht. Einmal im Jahr finden die sogenannten "Hungerspiele" statt, in denen die Namen aller Jugendlichen auf Zettel geschrieben und ausgelost werden. Die Ausgewählten einer jeden aus den zwölf Regionen (ein Junge, ein Mädchen) müssen in die Arena und gegen die anderen kämpfen. 24 Jugendliche, und nur einer wird als Sieger überleben. Klar ist es abzusehen, dass unsere Protagonistin und Ich-Erzählerin gewinnen wird, so sie nicht rückblickend als Geist ihre Story erzählt (eine Wendung, die in diesem Genre eher unüblich ist).

Ein wenig Spannung kommt hinzu, als sie natürlich Verbündete innerhalb der Arena gewinnt. Zudem ist der männliche Gegenpart ihrer Region ein Junge, der ihr sehr viel bedeutet und der nun auch noch sagt, er sei in sie verliebt. Immer brutaler wird das Spiel, immer schwerer die Gegner, bis sich nur noch wenige am Ende gegenüberstehen und darum ringen, als Überlebender die Arena zu verlassen.

Nichts Neues, alles schon dagewesen, ich mag die unzähligen Filme und Bücher schon gar nicht mehr aufzählen zu diesem Thema (einige davon sogar sehr gut, meine drei Favoriten darunter "Running Man", "Todesmarsch" und "Battle Royal". Dies allerdings Horrorgeschichten und nicht für Kinder gedacht, "Tribute von Panem" ist freigegeben für alle Altersstufen). Aber NOCH ein Buch zu diesem Thema? Ich war äußerst skeptisch und habe das Lesen lange hinausgezögert. Als ich dann endlich den Anfang wagte, konnte ich es nicht mehr beiseite legen!

Ja, das Thema ist uralt. Aber das Drumherum ist wirklich sehr gut gelungen. Eine Welt, ähnlich der unseren, ein futuristisches Amerika mit einigen Varianten zu unserer Gegenwart. Und es gelingt der Autorin sehr gut, diese Welt lebendig werden zu lassen. Es ist so leicht, sich in die Charaktere hineinzuversetzen, ihre Ängste zu spüren und mit ihnen zu fiebern, dass ich wünschte, das Buch würde nicht enden. Auch die Nebenfiguren, etwa der Bäcker, der Stylist Cinna oder der alte frühere Sieger, Held und Mentor werden beim Lesen lebendig, als wären sie reale Menschen. Die Welt und ihre Eigenheiten, die Landschaft, die Natur, die Gepflogenheiten, es passt alles sehr gut zusammen als ein einziges, wundervolles Bild.

Der Kampf ist gar nicht einmal sosehr das Hauptthema beim Lesen, zumindest empfand ich dies nicht so. Zugegeben war es stellenweise dann doch überraschend brutal dafür, dass es für alle Altersgruppen freigegeben ist (16 wäre als Film mein Minimum gewesen! Ein Junge stürzt sich auf sie, will sie töten, hustet ihr plötzlich Blut ins Gesicht, als er von hinten mit dem Messer erstochen wird, na lecker! Meiner Ansicht nacht nichts für Kinder!). Das war aber für mich auch das einzige Manko, denn ansonsten geht die Autorin mit dem Thema Tod und Sterben zwar recht grausam, aber nicht übertrieben brutal vor. Andere Schreiber weiden sich an dem Leid und ergötzen sich an möglichst schaurigen Schilderungen, während es hier eben eine Notwendigkeit ist, die kurz und knapp geschieht und dann auch schon wieder vorüber. Dadurch emotional sogar umso grausamer, doch weniger detailliert und blutig. Aber, wie gesagt: es gehört zum Buch und wurde so knapp als möglich gehalten, hatte ich den Eindruck. Vor allem, da der Leser Katniss begleitet und diese sich zu Beginn vor den Kämpfen versteckt, sodass die meisten Tode der Arena ohne die Gegenwart des Lesers geschehen ...

Auch die Sprecherin Maria Koschny macht ihre Sache sehr gut. Ich kannte sie davor nicht wirklich, und ich finde ihre Stimme auch wenig einprägsam (das ist bei jungen Frauen leider die Krux, nur wenige sind wirklich so auffällig, dass man sie überall wiedererkennt, da haben es Männer einfach leichter), aber sie spricht hervorragend, passt grandios zur Protagonistin und schafft es sehr gut, Gefühle an den Leser zu übertragen. Gerne habe ich ihr gelauscht und gehofft, sie möge immer weiter erzählen. Werk und Stimme passen sehr gut zusammen, da hat der Verlag eine prima Wahl getroffen!

Der zweite Band liegt bereits auf meinem Schreibtisch, und ich kann es nicht erwarten, bis der dritte endlich bald erscheinen soll! Für den zweiten Band hat sich die Autorin eine Neuauflage des Themas ausgedacht. Der dritte Band ist auf Englisch kürzlich erschienen, und ich frage mich, ob es möglich ist, das Thema noch weiter auszureizen, ohne es dabei zu zerstören. Ich bin gespannt!

SaschaSalamander 28.09.2010, 12.53 | (0/0) Kommentare | PL

Formula

prestonchild_formula_150_1.jpgNachdem der erste Teil mich so faszinierte, musste natürlich bald darauf auch der nächste Roman mit Special Agent Pendergast gehört werden. Nach "Relic - Museum der Angst" nun also "Formula - Tunnes des Grauens". Naja, die Titel könnten besser gewählt sein, aber wie heißt es so schön: "never judge a book by its cover" - "beurteile ein Buch nie nach seinem Umschlag" (und ich möchte hinzufügen "Titel").

Bei Bauarbeiten wird eine alte Grabstätte gefunden, in der die Gebeine 36 Toter liegen. Die Archäologin Nora Kelly vom Natural Museum of Art von New York wird zu Rate gezogen, die Knochen zu analysieren. Und auch Special Agent Pendergast wird auf diesen grausigen Fund aufmerksam. Es stellt sich heraus, dass es wohl das Werk eines brutalen Serienmörders vor über 100 Jahren sein muss, doch die Nachforschungen werden nur allzu schnell boykottiert und untersagt. Auf eigene Faust machen sich Pendergast, Nora und Smithback auf die Suche nach einer Antwort auf dieses seltsame Rätsel. Pendergast scheint persönliche Interessen zu verfolgen, Nora wird ungewollt hineingezogen, und Smithback wittert eine Story für den Pulitzerpreis. Und so führen ihre Ermittlungen sie auf die Spur eines Chirurgen, welcher an einem Mittel zur Verlängerung seines eigenen Lebens forschte und dabei auch vor Experimente an Lebenden nicht zurückschreckte. Bald taucht ein Nachahmungstäter auf, und es gibt erneute Tote. Oder sollte es etwa möglich sein, dass die Forschungen des Chirurgen damals von Erfolg gekrönt waren und er nun ... ???

Jaaaaa, dieser Roman war spitze! Er gefiel mir sogar noch besser als "Relic", was vor allem an der Handlung lag. Außerdem kannte ich die Figuren hier bereits etwas näher und konnte mich besser auf den Verlauf der Story konzentrieren. Während Pendergast im ersten Thriller noch eher unpersönlich und etwas steif wirkt, kommt in diesem Buch richtig Leben in den Charakter. Man erfährt ein wenig über seine familiären Hintergründe, man erlebt ihn während seiner ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden. Von Beginn an hält das Team Preston / Child die Spannung aufrecht, weshalb dieser Fall für den Agent von solch großem persönlichem Interesse ist.

Auch Nora und Smithback werden nun etwas klarer beschrieben. Nora tauchte bereits in "Thunderhead" auf, welches ich allerdings noch nicht gelesen habe (gehört nicht zur Pendergast-Reihe), Smithback war der lästige Reporter aus "Relic". Ich kann nicht sagen, dass mir die Figuren sympathisch wurden, vor allem dem skrupellosen, egoistischen und selbstverliebten Smithback dürften alle Leser eine Art Hassliebe entgegenbringen, ... ABER die Figuren ziehen definitiv in ihren Bann und lassen den Leser vom ersten bis zum letzten Moment nicht mehr los ...

Während sich bei "Relic" die Handlung stellenweise etwas zog, war dies bei "Formula" besser. Zwar auch hier gegen Ende eine etwas längere Passage, die aber wesentlich angenehmer zu lesen ist und die Spannung aufrechterhält.

Schade finde ich, dass die Theorie um die entsprechende Formel ein Geheimnis blieb. Während in Relic viele biologischen "Fakten" genannt wurden und man sich ständig fragt, ob dies wohl möglich sei, bleibt die Formel dagegen schwammig und unrealistisch. Ein paar zusätzliche Recherchen und Pseudofakten hätten mir doch sehr gefallen, hätten den Roman realistischer gemacht. So dagegen wirkt es gegen Ende schon eher wie eine Art phantastischer Roman, der manchem Fan von Psychothrillern eher ein verwundertes Kopfschütteln abringen dürfte.

Und auch hier wieder Tommi Piper als Sprecher. Was soll ich zu ihm noch großartig erwähnen? Er liest gekonnt: abwechslungsreich, genau im richtigen Tempo und immer voll bei der Sache ...

Alles in allem trotz einiger Schwächen gelungen. Man sollte aufgeschlossen sein für ein etwas ungewöhnliches Ende und ein paar eher sehr ungewöhnliche (telepathisch? hellseherisch? meditativ? paranormal?) Ermittlungsmethoden, die auch nicht wirklich aufgeklärt werden. Wen so etwas nicht stört, der bekommt mit "Formula" einen Thriller allererster Güte, den er so schnell nicht vergessen wird ...

SaschaSalamander 10.07.2008, 10.57 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Relic

prestonchild_relic_150_1.jpgEin erfolgreicher Thriller, der sogar verfilmt wurde. Noch gut habe ich den Film in Erinnerung: sowas von grottig, dass es schon wieder gut war. Und Jahre später nun las (äh, Verzeihung: hörte) ich auch das Buch dazu. Weil das Autorenteam Preston und Child nämlich sehr bekannt ist und ich endlich einmal mitreden wollte ...

Das Museum of natural History in New York wird bald eine Ausstellung über das Thema Aberglaube eröffnen. Doch die Planungen hierzu werden überschattet von grausamen Mordfällen. Schrecklich zugerichtete Leichen mit geöffneter Schädeldecke und Kratzspuren am Körper werden gefunden. Da diese an eine andere Mordserie erinnern, schaltet sich neben der örtlichen Polizei auch das FBI ein, vertreten durch den Special Agent Pendergast. Immer näher rückt der Termin der Eröffnung, und noch immer gibt es keinerlei Hinweis auf den Täter oder wenigstens sein Motiv und sein Vorgehen. Im Gegenteil, immer seltsamer werden die Hinweise, welche der Agent und die Mitarbeiter des Museums herausfinden, und bald stellt sich die Frage, mit welcher Art Geschöpf sie es überhaupt zu tun haben ...

Doch, im Gegensatz zum Film hat das Buch mich wirklich absolut begeistert. Zugegeben, es war stellenweise sehr klischeehaft und vorhersehbar, aber darum geht es ja gar nicht. Und auch, dass ich anfangs mit den vielen Namen zu kämpfen hatte und mir nicht merken konnte, wer nun zu welcher Seite gehört, störte den Fluss kaum. Was mich begeisterte war die Lebendigkeit, mit der die Handlung und Charaktere geschildert sind. Ich sah das Museum vor mir, als wäre ich selbst schon dort gewesen, hatte klare Bilder vor meinem inneren Auge. Und auch, wenn ich durch Spoiler und den Film bereits wusste, worauf es hinausläuft, war die Spannung trotzdem ungetrübt. Die Suche nach all den kleinen Hinweisen, das Nicht-Wahrhabenwollen dessen, was sie herausfinden, die persönlichen Intrigen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, das sorgte dafür, dass ich die ungekürzte Lesung in nur zwei Tagen beendet hatte!

Ab der Ausstellung allerdings ein kleines Manko: ich ging davon aus, die Eröffnung sei der Showdown, auf den alles hinausliefe. Dann allerdings zeigte sich, dass dies nur ein etwas größeres Highlight auf dem Weg zum Finale war und die Spanne zwischen den grausigen Ereignissen auf der Eröffnung hin zum endgültigen Sieg über die Bestie sich seeeeehr lange zog. Draußen vor dem Museum die Sondereinsatzkommandos, unter dem Museum die eine Gruppe der hochrangigen Gäste in den Abwasserkanälen, im Gewölbe des Museums der Special Agent mit den Mitarbeitern der Einrichtung. Diesen Part hätten die beiden Schreiberlinge dann doch deutlich kürzer fassen können *gähn* ...

Zudem kommt ein Aspekt hinzu, den ich dann doch sehr faszinierend fand. Nämlich Ökologie bzw Biologie. Stellenweise erinnerte mich das Buch ein wenig an Jurassic ParK, Beute (beides Crichton), den Schwarm (Schätzing) und ähnliche Öko-Thriller. Zwar stand dieser Aspekt nicht im Vordergrund, hatte jedoch einige spannenden Ansätze und Ideen auf Lager, im Gegensatz zu diesen Büchern zwar rein fiktiv, aber deswegen nicht minder interessant.

Gelesen wird dieser Roman von Tommi Piper. Wer wenig Hörbücher konsumiert, kennt ihn wohl am ehesten als die deutsche Stimme von Alf und wird entsprechend erst einmal etwas irritiert sein. Wer dagegen gerne und oft Krimis hört, wird mit diesem Namen eher knisternde Spannung und klasse vorgetragene Unterhaltung denken.

Freunden spannender Thriller kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Preston und Child gehören zu den Autoren, die man unbedingt gelesen haben sollte ...

SaschaSalamander 07.07.2008, 10.17 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Einer von vielen

wiesler_hagen01_150_1.jpgFantasy gibt es derzeit ja en masse. Man wird regelrecht damit überschwemmt. Und auch Vampire, Werwölfe haben derzeit Hochkonjunktur. Dazu noch ein wenig Historie, der Klerus darf auch nicht fehlen, fertig ist ein Roman wie viele unzählige andere. Trotzdem muss ich gestehen, dass ich mal wieder nicht daran vorbeikam in der Bib *hüstel*.

"Hexenmacher" ist der erste von drei Teilen der Chroniken des Hagen von Stein. André Wiesler, den Autor, kenne ich als Leser und ehemaliger Spieler von Shadowrun und DSA, gefiel mir bisher immer recht gut. Konnte also kaum falsch sein. Und gefällt mir bisher auch sehr klasse.

Ein Roman von vielen. Aber er vertreibt mir im Moment großartig die Zeit. Bald werde ich ihn näher vorstellen ...

SaschaSalamander 04.07.2008, 17.11 | (0/0) Kommentare | PL



 






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