SaschaSalamander
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Dirty Movie

Als ich das Cover von DIRTY MOVIE sah, den Titel las und auch vom Inhalt hörte, hielt ich es für eine weitere Klamotte im Stil von "Not another Teen/Horror/Date - Movie". Mit anderen Worten, billig, albern, voller Klischees und mit jeder Menge platten Witzen. Allerdings hatte ich übersehen, dass Jeff Bridges mitspielt, und der ist für mich eigentlich Garant für Lieblingsfilme. Also gab ich diesem Titel dann doch eine Chance.


Andy Sargentee (Jeff Bridges) lebt getrennt, seine Frau hat nun einen reichen Mann an der Seite, sein Sohn wird nach Strich und Faden von dem anderen verwöhnt. Zwar verstehen sie sich alle sehr gut, trotzdem nagt die Midlifecrisis an Andy, er hat kein Geld, keinen Job und keine Aussicht auf Besserung. Da kommt ihm eine Idee: er will mit seinen Freunden einen Porno drehen. Sie legen alle zusammen, überlegen sich die Einteilung der Aufgaben und stellen eine Crew zusammen. Aber natürlich läuft alles anders als geplant, Niederlagen und Erfolge wechseln sich ab, und auch persönliche Schicksale überschatten die Entstehung des Filmes ...

Für eine Tragikomödie hat DIRTY MOVIE dann doch zu wenig Tragik. Das heißt allerdings nicht, dass alles nur witzig ist. Gelegentlich gibt es nachdenkliche Momente oder traurige Szenen, aber sie drücken nicht die Stimmung, hinterlassen keinen bitteren Nachgeschmack. Es ist trotz allem Wohlfühlkino. Der Humor ist sehr angenehm, wie ich finde: gelegentlich lautes, herzhaftes Lachen über herrlich schräge Typen und Momente, größtenteils aber ein amüsiertes Schmunzeln. Mit Klischees wird zwar gespielt, jedoch nicht im Film selbst, sondern wenn das "Filmteam" versucht, diese auch bewusst im Drehbuch zu erfüllen, um einen erfolgreichen Porno zu drehen.

Wer typisch amerikanischen platten Humor erwartet, wird vermutlich enttäuscht werden, dafür ist der Film zu ruhig, hat gelegentlich zu viele ernste Untertöne. Trotz alledem - an den feinen britischen Humor (der ihm sehr gut zu Gesicht gestanden hätte) kommt er nicht ganz heran, dafür ist er stellenweise dann doch zu direkt und etwas plump.

Schön finde ich, wie die einzelnen Charaktere der Gruppe nach und nach ausgebaut werden. Natürlich reicht die Zeit nicht für eine ausführliche Darstellung jedes einzelnen, aber man schließt sie bald ins Herz in ihrer naiv-liebenswerten Art. Sie haben keinen Plan, was sie da tun, aber sie tun es von ganzem Herzen und geben dabei ihr Bestes. Wie gesagt, Wohlfühlkino ohne großen Anspruch, das einfach guttut. 

Und, was noch erwähnt werden sollte: der Titel DIRTY MOVIE im Deutschen ist ziemlich schlecht gewählt (wie auch manche der Übersetzungen, über die ich während des Filmes stolperte). Es klingt nach Porno oder Anzüglichkeiten. Aber es gibt keine Sexszene zu sehen, die Sprache ist niemals vulgär. Vielmehr ist es urkomisch, wenn die Männer beinahe wie Schuljungen voller Eifer und bar jeglicher Erfahrung an die Sache herangehen, herumdrucksen, rot werden, stottern und sich dann beim Dreh verlegen umdrehen, um den Darstellern ihre Privatsphäre zu lassen. 

Insgesamt also kein Knaller, kein Meisterwerk, aber ein angenehm humorvoller Film, der an einem gemütlichen SamstagAbend für gute Laune zu sorgen vermag. 

SaschaSalamander 24.03.2015, 08.40

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