SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Kurzgeschichten von Andreas Eschbach

Heute mal drei kleine Kurzgeschichten von Andreas Eschbach, die man derzeit für 95 Cent bei Audible laden kann. Über den Autor selbst will ich hier gar nicht so viel schreiben, sonst kann ich nicht mehr aufhören (habe es grade versucht, aber das führt einfach zu weit. Ich bin großer Eschbach-Fan, und das ufert absolut aus, wenn ich erst einmal loslege).


HUMANIC PARC ist eine Kurzgeschichte, die sehr eng an Jurassic Parc anlehnt. Nur, dass diesmal die Menschen die erschaffenen Kreaturen sind. Der Einstieg ist nahezu identisch mit Crichtons Meisterwerk. Und dann die Wende, die Überraschung: WER hat die Menschen wieder zum Leben erweckt, und warum galten die Menschen als so bedeutend, dass man ihnen einen eigenen Park widmete? Die Geschichte ist nur 13 Minuten lang, aber das genügt. Der Leser taucht in dieser kurzen Zeit tief in die Story, ist gespannt auf den "Clou", und das Ergebnis ist wenig überraschend aber wie bei Eschbach üblich schonungslos direkt und bitterböse. Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll. Der Autor erkennt die Schwäche der Menschen, bringt sie pointiert sehr gut auf den Punkt. Extrem kurz, inhaltlich aber ebenso aussagekräftig, humorvoll und clever wie >EINE TRILLION EURO<. 

EIN FEST DER LIEBE ist eine Weihnachtsgeschichte. Dauert etwa eine Stunde, die Stimmung ist winterlich, die Sprecherin angenehm warm, es passt gut in die Jahreszeit: Die Protagonistin ist zur Weihnachtszeit alleine in ihrem Haus. Aber sie spürt, dass da wohl noch jemand ist, es ist ihr unheimlich, und plötzlich hört sie ein Weinen vom Dachboden. Wen oder was sie dort findet, möchte ich nicht vorweggreifen. Es ist schwer, die Geschichte einzuordnen, es ist kein Märchen, hat zwar fantastische Elemente aber ist auch kein direktes Fantasy, auch kein Grusel, allerdings auch nicht "normal". Eschbach eben, genauso wie Isau definiert er die Genres neu und bricht mit alten Traditionen. Ich fand die Geschichte sehr traurig, dachte mir zu Beginn bereits, worauf es hinauslaufen würde und war froh, dass es am Ende kein rosa Zuckerguss mit heiler Welt wurde. Auch in dieser Geschichte zeigt sich Eschbach sehr sozialkritisch und lässt den Leser eine ganz neue Perspektive einnehmen, die bisherige Wertvorstellungen womöglich ganz schön auf den Kopf stellen wird. 

DER MANN AUS DER ZUKUNFT handelt von einem erfolglosen Schriftsteller, der mit einem Fremden ins Gespräch kommt. Wie der Titel verrät, ist der Fremde ein ganz besonderer Gast. Und was er dem Autor zu sagen hat, das ist - nun ja, Eschbach eben. Ein Ausblick auf das Kommende, kritisch, mit einem Hauch Ironie und Wehmut. Wie seine anderen Kurzgeschichten beschränkt sich diese Story auf das Nötigste und lässt den Leser für 20 Minuten den Alltag vergessen.

SaschaSalamander 25.02.2015, 09.15

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