SaschaSalamander
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Polinas Geheimnis

blazon_polina_1_1.jpgDrei Au-Pair-Mädchen haben die Zwillinge Erik und Joanna bereits verschleißt, alle haben sie genug von den fiesen Streichen. Doch dann kommt Polina, und die Kinder mögen sie nicht sonderlich. Sie kümmert sich um nichts, ist irgendwie komisch, und statt sich über die Streiche zu ärgern, lacht sie die Kinder nur aus und zahlt es ihnen doppelt heim. Aber irgendetwas ist mit Polina, irgendetwas an ihr ist seltsam, Erik und Joanne versuchen das Geheimnis des Kindermädchens zu ergründen. Dabei kommen sich Mutter, Kinder und Polina schließlich immer näher.

Nina Blazon lese ich sehr gerne, seien es ihre Jugendkrimis, Fantasyromane, historischen Titel oder Kinderbücher. Sie gehört zu den Autoren, die fähig sind, über ihr eigenes Genre hinaus immer wieder neue Werke zu erfinden ohne sich selbst zu wiederholen. Mal düster und gruslig, man spannend, mal zum Brüllen komisch oder geheimnisvoll und fantastisch. POLINAS GEHEIMNIS richtet sich an Kinder, es ist witzig, und es ist - hm, ob es fantastisch ist oder nicht, ist eine der Kernfragen (und somit ein Spoiler), das muss der Leser selbst erfahren ;-)

Die Geschichte selbst ist nicht neu, Kinder bekommen eine neue Nanny und erleben dann einige Abenteuer. Altbekanntes Thema, und falls gut umgesetzt eines, aus dem man viel machen kann. Das hat Nina Blazon getan. Auch, wenn das Thema an sich bekannt ist - was die Kinder hier mit Polina erleben, habe ich in dieser Form noch nicht gelesen. Denn ein Kindermädchen, das so unselbständig ist, dass die Kinder anfangen müssen, den Haushalt selbst zu führen, das ist neu. Aber ob dieses Verhalten nun Taktik ist? Oder ob Polina tatsächlich nicht fähig ist? Und warum sie die einfachsten Dinge nicht weiß? Ich hatte schon nach den ersten beiden "Hinweisen" eine Ahnung und lag sogar richtig. Doch die Autorin hat das Geheimnis geschickt in die Geschichte eingebunden, die Hinweise nur spährlich gestreut, viele falsche Fährten gelegt. Ich denke, die jungen Leser werden sehr überrascht sein am Ende.

Die Handlung ist aus der Ich-Perspektive von Erik erzählt. Dadurch kann man den Zwillingen nie wirklich böse sein, selbst wenn sie wieder Unsinn angestellt haben. Aus seiner kindlichen Sichtweise heraus ist es wunderbar verständlich und unschuldig, auch als Erwachsener kann man sich problemlos in die Kinder hineinversetzen. Und Polina ist ebenfalls sehr schön dargestellt. Man weiß nie, was in ihr vorgeht, und viele Ideen, was mit ihr los sein könnte, schießen dem Leser durch den Kopf.

Das Hörbuch ist mit Katharina Thalbach als Sprecherin ideal besetzt. Sie beherrscht alle Tonlagen, ob es nun die wutentbrannte Mutter ist, die chaotische Polina, das verschreckte französische Au-Pair, die abenteuerlustigen Kinder. Mit ihrer ungewöhnlichen Stimme passt sie besonders gut zu Polina, da sie durch ihre krächzende Stimme zusätzlich zur erzählten Geschichte eine ganz eigene Persönlichkeit verleiht und sie noch undurchdringlicher wirken lässt.

Es ist ein Genuss, dem Hörbuch zu lauschen, egal ob Kind oder Erwachsener. Eine Geschichte mit Herz und jeder Menge Humor.

Wertung: 9 von 10 Goldfische namens Elvis

SaschaSalamander 20.06.2013, 17.22

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