SaschaSalamander
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Porterville 05 - Die Akte Tori

porterville05_tori_1.jpgDer fünfte Teil stammt wieder aus der Feder von >Raimon Weber<, der sich in PORTERVILLE bereits für die >erste Folge< verantwortlich zeichnet. Diesmal erzählt der Autor über das Mädchen Tori. Sie ist Mitschülerin von Emily und wird gebeten, für das IFIS die Augen offen zu halten. Man wirft ihr zur Last, dass sie hätte ahnen müssen, was Emily und ihr Freund planten. Nun hat sie die Chance, sich zu bewähren und den Fehler wiedergutzumachen ...

DIE AKTE TORI weist sehr viele Bezüge zu anderen Folgen auf. Nicht, dass irgend ein Rätsel um die Hunde, die Nahrungsversorgung, die geheimnisvollen Fragen, das Draußen, die Greybugs und andere neue Mysterien gelöst würde. Aber vor allem dient dieser Teil dazu, ein neues Licht auf einige der bisher erwähnten Geheimnisse und Besonderheiten zu werfen. Während andere Episoden sehr gut für sich stehen können, ist dieser sehr stark auf die anderen bezogen. Dadurch empfand ich ihn als besonders spannend, ständig gab es kleine "Aha"-Momente, setzte ich neue Puzzlestückchen an ihren Platz. Dieser Teil ist wirklich erst dann spannend, wenn man die anderen kennt, sonst geht ein Stück des Reizes verloren. Sätze wie "Der Bürgermeister ist ein Befürworter von absoluter Gleichberechtigung" entfalten ihre volle Wirkung erst, wenn man eben die entsprechende Vorgeschichte kennt.

Bisher gefielen mir alle Teile sehr gut. Was bei Weber aber ganz besonders ist: mit keiner anderen Figur habe ich sosehr mitgelitten wie mit Emily und Tori. Gut, ich identifiziere mich nicht mit den jungen Mädchen. Aber ich konnte mich sehr gut in deren Gedankenwelt hineinversetzen. "Es ist nur ein Buch, es ist nur ein Buch" - musste ich mir immer wieder klar machen, weil ich mich wirklich ärgerte über die Manipulation der Kinder und Jugendlichen in Porterville!

Die Mechanismen, mit denen gearbeitet wird, sind heftig, stellenweise erinnerten sie mich an das Buch DIE WELLE, respektive natürlich die Methoden zu Zeiten des Dritten Reiches. War mir die IFIS bisher schon unsympathisch, so zeigt sich hier zum ersten Mal so richtig das Ausmaß der Überwachung und Kontrolle der Stadt und des Bürgermeisters. Wenn es bisher eine Folge gab, in die ich mich richtig hätte hineinsteigern können, dann diese! Junge Mädchen, voller Hoffnung, voller Elan, so intelligent und motiviert, und all das Potential schamlos ausgenutzt und in solche Bahnen gelenkt, das tat mir richtig weh zu lesen.

Hm, das ist weniger eine Rezension denn eher ein "wie ging es mir beim Lesen". Aber ich denke, das zeigt deutlich, mit welcher Intensität der Autor der Autor die Geschichte vorantreibt. Es ist anders wirklich kaum möglich, diese Folge zu rezensieren, weil jedes Wort zuviel verraten würde. Worum es tatsächlich geht, was geschicht und wie die Geschichte aufgebaut ist, kann ich leider nicht erzählen ...

Einen bisher liebsten Teil habe ich nicht. Jeder hatte seinen Reiz, seine Eigenheiten. Irgendwie habe ich nach dem Lesen immer das Gefühl "das jetzt war das bisher Beste". So wird es jetzt wohl noch eine zeitlang weitergehen. Demnächst im April mit VOR DEN TOREN und im Mai mit GÖTTERDÄMMERUNG. Bis dahin heißt es Nägelkauen und die Zeit irgendwie anders rumkriegen ;-)

SaschaSalamander 22.03.2013, 09.00

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