SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Still

Ein Ich-Erzähler auf der Suche nach dem Täter: seine Tochter wurde entführt, und er ermittelt auf eigene Faust. Recherchiert in ähnlichen Fällen und findet Gemeinsamkeiten. Und trifft auf eine junge Frau, damals entführt, heute zurückgekehrt, stumm. Durch sie versucht er mehr über den Verbleib seiner Tochter zu erfahren.


Unter der Suchanfrage Drvenkar findet man in meinem Blog bereits einige Titel, die ich von ihm gelesen habe. In allen war ich mir einig, dass der Autor klasse ist, als Roman aber besser funktioniert denn als Hörbuch. Trotzdem wagte ich mich erneut an das Hörbuch, weil mir zum Lesen momentan einfach die Zeit fehlt. Christoph Maria Herbst als Sprecher hat mich noch nie enttäuscht, und auch dieses Mal konnte er mich überzeugen. Was zum Teil aber auch daran liegt, dass das Buch ausnahmsweise hör-tauglich ist ;-)

In seinen anderen Titeln springt der Autor heftig zwischen Zeit und Raum und Charakteren hin und her. Dieses Mal gibt es zwar auch Zeitsprünge und mehrere Handlungsfäden, jedoch bleibt es hier übersichtlich und greifbar.

Auch gefällt mir, dass Drvenkar eigene Geschichten erzählt, die er nicht von beliebigen Plots abkupfert, getreu dem Motto "kennst Du einen, kennst Du alle". Drvenkar wiederholt sich zwar selbst mit seiner Erzählform "Ich" und "Du", aber mit immer wieder genügend Abstand zwischen den einzelnen Titeln empfinde ich das als angenehme Abwechslung zu den sonstigen eher gleichförmigen Romanen der breiten Masse. Ist eben sein Markenzeichen ;-)

Es ist schwer, etwas zu diesem Titel zu sagen ohne zu spoilern. Denn wenn man endlich weiß, worum es geht, folgt er einige Zeit diesem Pfad, nur um bald darauf neue Wege einzuschlagen und zu zeigen, dass das vermeintliche Thema nur ein Vorwand für eine viel größere Sache ist. Was diese Sache allerdings ist - nun ja, er deutet an, er spricht aus, lässt die Täter dennoch im Hintergrund. Die Geschichte ist für die beiden Protagonisten beendet, mehr ist für den Leser wohl nicht nötig, denkt sich der Autor. Und das finde ich okay, ich kann gut damit leben und freue mich an dem Ende, das einerseits zwar vieles offen lässt, andererseits aber die notwendigen Handlungsbögen abschließt.

Wem kann ich das Buch / Hörbuch empfehlen? Schwer zu sagen. Drvenkar hat seinen eigenen Stil, den nicht jeder mag. Es passiert sehr viel, wirkt aber im Erzählstil ruhig und gemütlich, ohne krachende Action. Der knallharte Inhalt mit deftigen Passagen ist ein krasser Widerspruch zum entspannten, vermeintlich dahinplätschernden Erzählfluss. Wer also seichte Krimilektüre zur Unterhaltung nach Feierabend sucht, der wird eher enttäuscht werden.

Ich denke, Drvenkar mögen vor allem diejenigen Leser, die schon so viel gelesen haben, dass sie sich etwas Abwechslung wünschen. Die bereit sind, sich auf eher ungewöhnliche Erzählmethoden einzulassen. Die sich freuen über innovative Bücher und fein ausgearbeitete Twists. Für diese Leser kann ich nicht nur STILL, sondern generell alle Titel des Autos ab-so-lut empfehlen! :-)

SaschaSalamander 25.01.2019, 13.20

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