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Wie ein einziger Tag

DVD-CoverIch bin beileibe kein Fan von Liebesromanen, irgendwelchen Schnulzen oder zugegeben jeglicher Romantik in Film und Literatur. Mit diesem Genre bin ich äußerst anspruchsvoll, denn zu viele Autoren versuchen sich daran, und in den wenigsten Fällen davon gut. Aber es gibt Ausnahmen, die sogar mir gefallen. Eine solche ist unter anderem Nicholas Sparks. Ich wurde durch den Film "Message in a bottle" auf ihn aufmerksam, eine Freundin erzählte mir dann von seinen Büchern. Ich habe bisher noch nicht viel von ihm gelesen oder gesehen, möchte jedoch nach und nach seine Werke kennenlernen.


"Wie ein einziger Tag", erschienen unter dem Originaltitel "The Notebook" (das Notizheft), handelt von einem alten Ehepaar, welches im Altersheim lebt. Allie leidet an Alzheimer und kann sich nicht an ihren Mann oder an ihre Kinder erinnern. Noah liest ihr täglich aus dem Buch vor, welches sie damals selbst geschrieben hatte. Es enthält die Geschichte ihrer Liebe, wie sie sich kennenlernten, aus den Augen verloren und wiederfanden. Noah hofft, dass ein Wunder geschehen möge und seine Frau dadurch eines Tages den Weg zurück zu ihm und seinen Kindern findet.

Noahs Vorlesen bildet den Rahmen des Buches und auch des Filmes, Hauptteil ist die Liebesgeschichte der beiden Jugendlichen. Noah als Sohn einer armen Familie, Arbeiter auf dem Bau, Allie die Tochter eines reichen Mannes. Noah ein lebensfreudiger, ausdauernder und wagemutiger Junge, Allie ein verwöhntes, selbstbewusstes und eher vorsichtiges Mädchen. Immer wieder müssen sie sich zusammenraufen, oft gibt es Konflikte, doch ihre Liebe ist stark. Ich fühlte sehr mit den beiden Charakteren mit und konnte mich gut in sie hineinversetzen. Liebesszenen oder innige Küsse sind nicht wie sonst of lästig, sondern herzlich und bewegend.

Was mir außerdem gefällt ist, dass die Romane von Sparks nicht zwangsläufig mit einem Happy End abschließen müssen. Es sind Geschichten, wie sie das Leben schreiben könnte, und nicht immer gibt es ein "und sie lebten glücklich bis an ihr Ende". Ich gebe zu, dass seine Werke zu den wenigen gehören, die mich beim Lesen oder Ansehen tatsächlich zum Weinen bringen. Und ich bin sicher, dass dies auch den meisten anderen Lesern und Leserinnen so ergeht ;-)

Dass Romane von solch emotionaler Tiefe von einem Mann geschrieben wurden, überrascht viele Leser, ich finde es dagegen eher normal. Die meisten Liebesromane werden von Frauen geschrieben, und meist sind sie für meinen Geschmack überemotional. Ich möchte die Gefühle nicht erzählt bekommen, sondern ich möchte sie selbst erleben. Dies geschieht nicht wie in den meisten Fällen durch deren Beschreibung, sondern wie bei Sparks durch das Erzählen der Handlung und das Mitfühlen mit den Charakteren. Männer, die sich von heißen Liebesschwüren und schmalztriefenden Küssen abgeschreckt fühlen und trotzdem nicht als unromantisch gelten wollen, können bei Frauen Pluspunkte sammeln, wenn sie sich als Fans von Nicholas Sparks outen. Also ran an die Bücher, Jungs ;-)

SaschaSalamander 06.12.2005, 11.10

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Kommentare zu diesem Beitrag

2. von Chatty

Nun - Frau Salamander - dieses Buch kenn ich auch - gelesen, geheult und gehadert mit dem altwerden ... Dieses Buch geht an die Substanz - jedenfalls mir ging es so!!

Lesenswert - aber ein Tempokiller .. :-)

Gruss an Dich - Chatty :wink:

vom 06.12.2005, 17.03
Antwort von SaschaSalamander:

der Satz "geht an die Substanz" lässt mich aufhorchen. Da habe ich doch einen wichtigen Punkt bei der Rezension vergessen, der mir eigentlich sehr wichtig ist. Vor lauter Schimpfen über andere Literatur dieser Art habe ich glatt vergessen zu erwähnen, was Sparks eigentlich zu etwas so Besonderem macht ... wobei ... *grübel* ... das ist so einfach gar nicht zu erklären. "geht an die Substanz" trifft es da recht gut ...

Ich habe derzeit noch einiges von ihm hier liegen und werde mir auch weitere Sachen besorgen, möchte dieser Tage auch mal einen kurzen Lebenslauf und ein paar Sachen über ihn suchen im Netz, dann gibt es vielleicht mehr dazu :-)

1. von Pat

Ich habe Rotz und Wasser geheult bei diesem Buch. Es ist wunderschön und sehr feinfühlig geschrieben.

vom 06.12.2005, 11.47
Antwort von SaschaSalamander:

Oh ja, sehr sensibel, wie auch mit dem ganzen Thema "Altern" umgegangen wird. Ich hatte wirklich einen ziemlich dicken Kloß im Hals stellenweise ... (und das nur im Film, wo doch seine Bücher um ein Vielfaches eindrucksvoller sind)


 






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