SaschaSalamander
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Die Päpstin

CoverEin Hörspiel, das mir letztens in die Finger fiel, war "die Päpstin" von Donna W. Cross. Die Autorin war mir bis dato unbekannt, aber ein historisches Thema sagt mir immer zu, bevorzugt Romane des Mittelalters, und Klerus sowieso. Also war klar, was ich als nächstes hören würde.

"Die Päpstin" ist ein fiktiver Roman über das Leben und Wirken des Papstes Johannes Anglicus. Die Existenz eines weiblichen Papstes ist bis heute umstritten, es ranken sich unzählige Legenden und "Fakten" um die junge Frau, die es als Mann verkleidet bis auf den höchsten Thron geschafft hat.

Aber ich weiß nicht so recht ... es war nicht schlecht. Es hat mir gefallen. Es hat mich unterhalten. Und als Hörspiel war es sehr gut aufgemacht. Kein Hörbuch mit vorgetragenem Text, sondern eben verschiedene Sprecher, Musikuntermalung, sakrale Chorgesänge, Geräusche und dergleichen mehr. Das alles auf zwei CDs. Während des Hörens hatte ich allerdings immer wieder das Gefühl, dass mir etwas fehlt, manches erschien mir unvollständig, unlogisch und nicht so ganz stimmig.

Schlecht war es nicht, ich habe es gerne gehört und war gespannt auf den Fortgang der Handlung, fieberte mit der Hauptfigur. Wenn man sich die Mühe gemacht hätte, das Buch auf mindestens drei oder vier CDs zu verteilen, hätte es wirklich großartig werden können. So ist es lediglich ein Anreiz, das Buch zu lesen. Ob dieses natürlich besser, schlüssiger ist, kann ich nicht beurteilen.

In der Bücherei habe ich nun das Buch geliehen. Aufgeschlagen, und welche Szene auch immer ich las, sie war mir unbekannt. Das Hörbuch scheint auf die allernotwendigsten Szenen gekürzt worden zu sein, leider etwas verstümmelt. Auch die angenehme Stimme der Hauptfigur und die ansonsten wirklich gute Umsetzung in ein Hörspiel haben das für mich wieder retten können. Ich wünschte, ich hätte statt dessen das Buch gelesen, denn der Schreibstil hat mich sofort gefesselt. Aber nachdem ich die Handlung jetzt weitgehend kenne, möchte ich nicht noch einmal direkt das Buch im Anschluss lesen. Schade. Es hätte mir vielleicht gefallen können ...

Nur eines hat dieser Roman mir gebracht: ich bin auf das Thema "weiblicher Papst" aufmerksam geworden und werde mich demnächst vielleicht mal etwas näher mit dem Thema befassen. Ob wahr oder nicht, die Geschichte gefällt mir. Ich mag starke Frauen :-)

SaschaSalamander 06.06.2005, 09.47| (3/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Historisch, Frauen, Tip,

Equlibrium

Leider war Tina schneller als ich. Aber ich lasse es mir nicht nehmen, dennoch ein paar Worte über diesen wirklich großartigen Film zu verlieren ;-)

Wenn ich sehe, wieviel Schund oft in den Kinos zu sehen ist, bin ich etwas enttäuscht, dass so viele wirklich gute Filme niemals den Weg bis dorthin schaffen und unbekannt in den Videotheken versauern. Equilibrium ist einer davon.

Dieser Film ist eine düstere Dystophie, eine Fortsetzung von Fahrenheit 451. Die Menschheit hat einen dritten Weltkrieg erlebt und erfahren, dass Gefühle der Auslöser aller Gewalt sind. Deswegen wird alles verboten, was Gefühle hervorruft. Keine Musik mehr, keine Bilder, keine Bücher, nur graue Einheitsmasse und große Fernsehbildschirme, mittels denen der "Vater" zu allen Bewohnern Librias spricht. Jeder muss Prozium nehmen, ein Medikamt zur Abtöten jeglicher Gefühle. Wer Gefühle zeigt, wird zur Gefahr und sofort eliminiert. Die Kleriker sind ein ausgebildeter Spezialtrupp von Kämpfern, die für die Einhaltung der Regeln Sorge tragen. John Preston ist einer von ihnen. Eines Tages vergisst er seine Dosis und beginnt die Welt zu fühlen. Er will sich dem Untergrund anschließen und den Vater bekämpfen, doch ...

Wie auch Cypher trifft dieser Film nicht unbedingt den Geschmack der Massen. Düstere Zukunftsvisionen, lange schwarze Mäntel, ja sogar die Kampfchoreographie erinnert in Filmplakatvielen Momenten an Matrix. Kampfszenen, die manchen als unrealistisch erscheinen mögen, begeistern Anhänger japanischer Martial-Arts-Filme (übrigens: auch Matrix ist sehr stark davon inspiriert!). Wo klassische westliche Filme einem gewissen "Kodex" folgen und sich der Zuschauer lediglich fragt "wie wird er es diesmal schaffen", fragt man sich hier "wird er es überhaupt schaffen" ...

Wer sich inhaltlich für Filme wie Fahrenheit 451, 1984 oder Cypher begeistern kann und die Kulisse aus Matrix mag, der sollte sich diesen Geheimtip auf keinen Fall entgehen lassen!

SaschaSalamander 05.06.2005, 09.01| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip, Mindf*ck, Dystopie, Sci-Fi,



 






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