SaschaSalamander
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Wahnsinnig verliebt

Ich bin sauer. STINKSAUER! Es ärgert mich, wenn die Menschen so unhöflich sind und bei einer Inhaltsangabe ständig spoilern müssen. Die Handlung mancher Bücher und Filme ist leider nicht erklärbar, ohne zu spoilern. Dann sollten die Rezensenten auch so höflich sein und es bitteschön unterlassen! Es genügt die Anmerkung "und nichts ist, wie es scheint" oder "mehr lässt sich leider nicht sagen, ohne den Filmspaß zu verderben". Aber das gebietet einfach die Höflichkeit, einem anderen, der den Film noch nicht gesehen hat, den "Clou" des Filmes nicht zu verraten. Gut, der Wendepunkt kommt in diesem Fall relativ früh (nach dem ersten Drittel des Filmes), doch dies ist meiner Ansicht nach kein Grund, ihn vorwegzunehmen!

Vorhin habe ich mir "Wahnsinnig verliebt" mit Audrey Tatou (Amelie) angesehen. Auch mit dem, was ich aus Rezensionen und der Erzählung verschiedener Freunde wusste, gefiel mir der Film. Doch ohne das entsprechende Vorwissen wäre der Filmgenuss um ein Vielfaches Größer gewesen!

Zum Inhalt aus obigem Grund nur soviel (der Film mag sehr bekannt sein, aber in die Kategorie der "Spoiler erlaubt, da jeder ihn kennt" wie Titanic, der kleine Prinz oder dergleichen gehört er noch lange nicht!): Angélique ist bis verliebt, die Welt um sie ist bunt, ihr Liebster sendet ihr kleine Liebesbeweise, und sie überrascht ihn mit immer neuen Geschenken und netten Ideen. Angéliques Freunde sind der Ansicht, sie sollten sich trennen, denn er kümmere sich zu selten um sie und würde seine Versprechen nicht einhalten. Zumal er seine derzeit schwangere Frau niemals verlassen wird. Doch Angélique weiß es besser, denn nur wer liebt, kann die Wahrheit erkennen, was wissen schon die anderen!

Der Film ist großartig. Bunte Bilder, herrliche Szenen einer Frischverliebten. Audrey mit ihren Kulleraugen passt hervorragend in die Rolle, sie wirkt so wunderbar unschuldig und verliebt. Der Mann, welchen sie liebt, kann stolz auf eine solch bezaubernde Frau sein. Doch dann, wie oben gesagt, wird alles auf einmal ganz anders, die Situation eskaliert, und ...

Ob es einen Überraschungseffekt gibt, kann ich leider nicht beurteilen, aber der Film ist in drei aufeinanderfolgenden Abschnitten (er / sie / beide) sehr gut erzählt und in Szene gesetzt. Gegen Ende wird es immer spannender, und man schwankt in seinen Gefühlen gegenüber ihr, ihm, eigentlich der ganzen Situation. Der Film zieht den Zuschauer in seinen Bann, er verzaubert, sowie auch Audrey mit ihren rehbraunen Augen und langen Wimpern verzaubert, doch dieser Zauber ist von anderer Art als "Die fabelhafte Welt der Amelie", denn er entpuppt sich gegen Ende als ein spannender Thriller.

Ich fand den Film großartig. Und auch, wenn ich die Weiterentwicklung der Handlung nun kenne, könnte ich ihn mir gerne ein zweites oder später drittes Mal ansehen, denn er ist wirklich sehr gut. Trotzdem hätte ich mich gefreut, ihn unbedarft ansehen zu können. Deswegen mein Tipp: wer von Euch diesen Film gerne sehen möchte aber noch nicht allzu viel davon gehört hat, sollte weitere Rezensionen oder die Meinung verschiedener Freunde meiden, denn leider wird bei diesem Film fast überall nur gespoilert :-(

SaschaSalamander 29.03.2006, 15.30| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Tip, Romantik, Thriller, Drama,

Ungeduld jawollja

Ich muss zugeben, dass ich etwas genervt bin. Bei Amazon habe ich eine Meinung gebloggt, und zwar eine Erstmeinung. Habe mich extra beeilt, weil ich der / die Erste sein wollte und somit mit Aussicht auf die 50 Euro Gewinnmöglichkeit. Samstag oder Sonntag dann habe ich sie abgeschickt, jawollja, und ich fand sie nicht gerade einmal soooo übel (dieser Gewinn, geht der Quantität, Qualität oder Zufall? *grübel*). Und jetzt? Immer noch nicht veröffentlicht. Ich kann verstehen, dass sie alles vorher kontrollieren müssen, bei all dem ganzen Abmahnwahn für das, was andere im Board oder vermutlich auch in den Rezis bei Amazon gepostet haben. Aber dass es deswegen so lange dauert? Vielleicht haben ja schon zehn andere ihre vermeintlich erste Rezi gepostet? *seufz*

SaschaSalamander 29.03.2006, 08.51| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Das wundervolle erste Mal

Animierte RoseLetztens habe ich meiner Oma ein Hörbuch (ihre Augen haben ihr inzwischen weitgehend den Dienst versagt) geschenkt. Sie liebt Lesen über alles, quer durch alle Genres, für eine Oma kennt sie sich sogar erstaunlich gut mit moderner Literatur aus. Aber alles kennt sie eben auch nicht. Und das ist wunderbar. Denn es gibt nichts Schöneres, als ein wunderbares Stück Literatur zum ersten Mal zu erleben oder zumindest zu sehen, wie andere Menschen diesem Zauber erliegen. Ich wünschte, ich könnte dem kleinen Prinzen nochmals zum ersten Mal begegnen, noch einmal den ersten Blick in das Auenland werfen, erst morgen nach Phantásien reisen und mit Harry über den See nach Hogwarts rudern!

So ist meine Oma also letztes Wochenende zum ersten Mal in ihrem Leben dem kleinen Prinzen begegnet. Durfte sich zum ersten Mal über das kleine Schaf in der Schachtel freuen und mit dem kleinen Mann die verschiedenen Planeten besuchen. Wir haben lange über die Reise des Prinzen und über einzelne Charaktere und Szenen des Buches geredet.

Welcher Charakter des gesamten Buches (dazu zählen natürlich auch die Rose, die Rosen, das Schaf, die Schlange, und so weiter) gefällt Euch am besten?

Und eine Frage, über die wir lange diskutiert haben: wie seht ihr die Rolle des Fuchses? Ist er reif und weise, oder ist auch er ein Gefangener seiner Sehnsucht nach Nähe und Freundschaft?

SaschaSalamander 28.03.2006, 21.58| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Pulp

Noch ein Bücherstöckchen

1. Auf welche Art und Weise hast Du Deinen Lieblingsautoren gefunden oder er Dich? Ui, da gibt es mehrere Autoren. Aber das ist eine tolle Frage, der widme ich einen eigenen Thread demnäxt!

2. Welches Buch hat Dir (im Vertrauen auf Deine Erinnerung) das schönste Leseerlebnis geschenkt, und welches das unangenehmste? Puh, schwere Frage, sehr schwere Frage, zumindest das unangenehmste. Das angenehmste Leseerlebnis, das weiß ich ohne Zögern: Das war Hugos "Die Elenden". Oh, wie habe ich mitgelitten, mitgeweint, und bin am Ende mit Valjean gestorben ... das unangenehmste? Ah, ich weiß! Peter Singers "Praktische Ethik". Ich las damals "Animal Liberation". Sehr drastisch, aber ich konnte in vielem zustimmen. Konsequent, logisch, bewegend. Teilweise recht gute Ansichten. Eine Lehrerin, die mich dieses Buch lesen sah, fragte mich, ob ich wohl Anhänger von Singers Philosophie sei. Ich sagte begeistert ja. Und bereute es Jahre später. Ich hoffe, diese Lehrerin ahnte, wie unwissend ich war. Denn Jahre später stieß ich zufällig auf Singers "praktische Ethik", "das" Werk aus seiner Feder. Menschenverachtend, unmenschlich und grausam. Er bezeichnet behindertes Leben als unwert, ein gesundes Tier sei mehr wert als ein behinderter Mensch, und bereits minimale Krankheiten bezeichnet er als Behinderung. Ja, wo sind wir, will er die etwa gleich ins KZ stecken oder was? Ich war wie vor den Kopf geschlagen. Und ich sage es hiermit offen und deutlich: NEIN, ich bin KEINESFALLS Anhänger von Singers Philosophie! Ich habe vor, mich irgendwann mal etwas genauer mit ihm auseinanderzusetzen, wie ein Mensch so widersprüchlich sein kann, bzw was ihn zu diesen Werken veranlasst hat und was vor allem sein Gesamtwerk beinhaltet ...

3. Von welchem Buch glaubst Du, daß Du es immer wieder lesen könntest, ohne daß es Dir langweilig wird? Les Miserables, weil es so ergreifend lebendig und zeitlos ist. Poe, Kafka und Kishon, weil ihre Werke nie an Spannung, Tragik oder Satire verlieren, egal wie oft man sie auch lesen mag.

4. Von welchem Buch meinst Du, daß Du es einmal gelesen haben solltest, hast das aber noch nicht "geschafft"? Dantes Göttliche Komödie. Sie wird so oft angesprochen, zitiert, immer und immer wieder stolpere ich darüber, dieses Buch will von mir unbedingt gelesen werden, nicht gar dass ich täglich ständig darüber stolpere. Immer wieder schiebe ich es auf. Aber bald, bald, bald ... ich weiß, dass dieses Buch irgendetwas von mir will. Und ich MUSS wissen, was es mir sagen will!

5. Welches Buch sollte Deiner Meinung nach auf jeden Fall in der Schule gelesen werden? Und welches Buch würdest Du jedem Erwachsenen ans Herz legen, unabhängig von seinem Lesegeschmack und seinen Lesegewohnheiten? Schwere Frage, da man sechste Klasse Hauptschule nicht mit Oberstufe Gymnasium gleichsetzen kann. Und auch einem Erwachsenen möchte ich nichts aufdrücken. Was dem einen gefällt und ihn bereichert, kann für den anderen Schund sein. Ich möchte mich da nicht zum Richter über Gut und Essentiell erheben ...

6. Welches Buch müßte jemand in der Straßenbahn lesen, damit Du verleitet wärst, die- oder denjenigen anzusprechen? Puh *grübel*. Ich sehe in der U-Bahn ständig Leute, die interessante Sachen lesen, von trivial über philosophisch oder klassisch. In der U-Bahn trifft man wirklich auf alles und jeden, ich liebe es! Aber diese Menschen ansprechen? Hm, ich kenne fast niemanden, der "Die Elenden" gelesen hat, diesen Menschen würde ich wohl ansprechen. Ansonsten fiele mir kein einziges Werk ein, für das ich einen fremden Menschen aus seinem Lesegenuss reißen würde.

7. Welches Buch hat Dir beim Durchleben einer schwierigen Situation einmal geholfen? Wenn mir etwas geholfen hat, so waren das Menschen. Aber keine Bücher. Ich könnte ein paar CDs aufführen. Bücher allerdings nicht. Ich suche in Büchern nicht nach Rat, sondern nach Ablenkung ...

8. Wie muß ein Buch für Dich aussehen, um Dir im Bücherregal Freude zu bereiten? Es muss nicht aussehen, es muss inhaltsreich sein. Und nicht zuuuuu kaputt, sondern einigermaßen ansehnlich (nix gegen Leseknick oder vergilbt, aber nicht stinken und nicht zerfleddert)

9. Auf welches Buch in Deinem Besitz bist Du wirklich stolz?
>Meine alte Lutherbibel von 1844<

10. Welches Buch würdest Du lesen, wenn Du wüßtest, daß es Deine letzte Lektüre wäre? Wenn ich wüsste, dass ich sterben muss, hätte ich etwas anderes zu tun als ein Buch zu lesen, sosehr ich Bücher auch liebe, aber Menschen sind mir wichtiger ... aber ich weiß, ich weiß, hypotethische Fragen dieser Art meinen es ja nicht so ernst. Deswegen meine Antwort: Noch einmal "Die Elenden". Meine Erinnerung an Bücher soll die schönste sein, die ich jemals hatte, ...

Auch dieses inoffizielle Bücherstöckchen habe ich bei >Puschkin< gefunden. Wie immer darf zugreifen, wer Lust hat. Ich finde, die Fragen sind diesmal wirklich interessant, mal etwas anderes. Hat wirklich sehr, sehr großen Spaß gemacht :-)

SaschaSalamander 28.03.2006, 09.47| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Fragebogen

Elke Heidenreich

Ich bin letztens über eine Sammlung verschiedener Kolumnen von Elke Heidenreich gestolpert. Sie gefielen mir ganz gut. Über ihre Sendung "Lesen" sagt das wenig aus, ebensowenig über ihren Literaturgeschmack oder über ihr bisheriges gesamtes Werken. Und ich muss ganz offen sagen, dass ich derzeit auch nicht das allzu große Bedürfnis habe, mich über sie zu informieren. Ich bin beschämt ...

Aber ich bin sicher, einige von Euch hier kennen sie. Wie sind ihre Empfehlungen so? Lohnt es sich, für diese Sendung ausnahmsweise den TV einzuschalten? Wie sind ihre Bücher so? Gibt es etwas, das ich über sie wissen sollte? Ist es eine Bildungslücke, nichts über sie zu wissen?

SaschaSalamander 27.03.2006, 21.17| (3/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Auf der Suche

Skurille SchlussSzene

Eine Szene aus welchem Buch:
ein auf dem Wasser treibender Sarg ...

SaschaSalamander 27.03.2006, 15.57| (6/5) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rätsel

Kille Kille

Vor kurzem bin ich durch Zufall auf diese CD gestoßen. "Kille Kille". Da musste ich bei diesem Titel sofort an "Küsschen Küsschen" oder "Kuschelmuschel" denken, Kurzgeschichten mit überraschenden Pointe vom Meister des schwarzen Humors, Roald Dahl. Und was ich im Klappentext las, ging dann auch etwa in diese Richtung. Habenmusste! E.W. Heine ist übrigens, wie ich erfahren habe, der Bruder von Helme Heine (Kinderbuchautor "Freunde"). Hm. Es ist ungewöhnlich, eine Rezension nicht über ein Buch, sondern eine Sammlung von Kurzgeschichten zu schreiben, wo fange ich an? *grübel*

Ich würde Euch ja zu gerne den Inhalt einiger Geschichten erzählen, doch ich würde damit einigen Pointen vorweggreifen. In manchen Rezensionen las ich einiges vorweg, doch ich ärgerte mich nur darüber, hatten sie mir schon einiges an Lesefreude genommen. Deswegen möchte ich mich lieber bedeckt halten und Euch den vollen Spaß gönnen!

Der Sprecher, Thomas Fritsch, ist übrigens genial. Einer meiner Lieblingsschauspieler, einer der wenigen guten in unserem Lande. Es gelingt ihm, die Geschichten mit einem fiesen Grinsen im Gesicht zu lesen, das man während des gesamten Vortrages vor sich zu sehen glaubt. Er passt einfach hervorragend!

Die Geschichten beginnen allesamt recht banal, in locker-luftigem Erzählstil, ganz alltäglich. Der Leser kann sich sehr gut in die Szenerie hineinversetzen, denn Heine spielt hervorragend mit deren Phantasie. Er praktiziert die Kunst des Auslassens, und der Leser ergänzt das Fehlende ganz automatisch in Gedanken, malt seine eigenen Bilder im Kopf. Und dann, mit einem lauten PENG, platzt die Geschichte ganz unerwartet. Und der Leser sieht: ich habe falsch gedacht ... oder zumindest nicht mit diesem Ende gerechnet.

Nicht alle dieser Geschichten basieren auf diesem Prinzip, aber unerwartet sind die Wendungen allemal. Zynisch, bissig, voller Schadenfreude. Und mit einem kleinen, verschmitzten Lächeln um die Lippen. Ich liebe solche Kurzgeschichten. Sie lassen sich herrlich im Alltag einbinden, wenn mal gerade keine Zeit für ein dickes Buch ist. Ein kurzes Geschichtlein vor dem Einschlafen, dazu ein befreiendes Lachen, das ist herrlich. Schade, wer sich diesen Autor entgehen lässt ;-)

SaschaSalamander 27.03.2006, 10.39| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Tip, Kurzgeschichten, Schräg, Humor, Deutsch,



 






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