SaschaSalamander

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Das Erbe des Zauberers

Bei den Büchern von Terry Pratchet entscheidet es sich bereits auf den ersten zwanzig Seiten, ob ich von einem Buch begeistert bin oder es gähnend beiseite lege. Oma Wetterwachs ist eine meiner Lieblingsfiguren, Bücher mit ihr haben mir bisher immer gefallen. So auch "das Erbe des Zauberers".

Der alte Zauberer Drum Billet fühlt sein Ende nahen. Entsprechend der Tradition sucht er einen achten Sohn auf, dessen achter Sohn nun seinen Zauberstab übernehmen und das Handwerk der Magie erlernen soll. Aber ... hoppla! Der achte Sohn des achten Sohnes entpuppt sich nach der Geburt als Mädchen! Es ist bereits zu spät, Drum Billet hat seinen letzten Atem ausgehaucht, der Zauberstab wurde bereits übergeben. Natürlich ist man in dem kleinen Dorf sehr auf die Tradition bedacht, und Frauen können höchstens Hexe werden. Warum nicht, auch Hexen genießen einen beachtlichen Ruf. Also geben die Eltern das Mädchen Eskarina mitsamt ihrem Stab bei Oma Wetterwachs in die Lehre, wo sie viel über "Pschikologi" (Psychologie, auf der die Magie der Hexen beruht) und Kräuterkunde lernt. Die thaumaturgische Energie in Eskarina ist jedoch zu stark, und so machen sich Oma Wetterwachs und ihre Schülerin auf, die Unsichtbare Universität der Zauberer aufzusuchen. Noch niemals zuvor wurde eine Frau zugelassen. Aber die beiden Frauen wissen, was sie wollen und bringen die verstaubte Altherrenriege ganz schön auf Trab ;-)

Köstlich, einfach köstlich! Und besonders spannend vor allem die Exkurse über die Magie der Scheibenwelt. Jeder Autor entwickelt ja eigene Vorstellungen rund um das Wirken und die Auswertung der Magie. Pratchett hat sich für seine vielen Romane der Scheibenwelt wirklich ausgiebige Gedanken gemacht, das ist sicher!

Auch die Charaktere sind mir dieses Mal absolut sympathisch. Ich kann mir Eskarina mit ihrer trotzigen, selbstbewussten Art sehr gut vorstellen, genauso den stotternden, aber hochintelligenten Simon und all die anderen Figuren dieses dritten Romanes des verrücktesten Fantasy-Zyklus, den ich kenne.

Es gibt zwar ersten, zweiten, dritten und und und in diesem Zyklus. Allerdings lassen sich die Romane unabhängig voneinander lesen und auch ohne Kenntnis der anderen verstehen. Jedes Buch hat eine eigene Handlung und keinen chronologischen Verlauf (das Gefüge von Zeit und Raum wird in so vielen Romanen der Scheibenwelt durcheinandergewürfelt, dass es eh keine Rolle spielt *lol*). Dieses Buch halte ich für Einsteiger ziemlich geeignet, weil es nicht gleich "in die Vollen" geht mit zu abgedrehten Ideen und Theorien erschlägt, aber trotzdem genügend Spaß und Abwechslung bietet.

Wegen des detaillierten Covers wieder ein großes Bild :-)


SaschaSalamander 07.10.2005, 15.47 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Assassini

CoverVal, Nonne und Schwester des ehemaligen Jesuiten Ben Driskill, wurde ermordet. Schon lange war sie der Kirche ein Dorn im Auge, und scheinbar war sie gerade dabei, eine große Verschwörung aufzudecken. Außerdem noch der nahende Tod des Papstes Calixtus IV sowie weitere Handlungsstränge.

Kapituliert. Ich habe "Assassini" von Thomas Gifford abgebrochen. Bis zur Mitte der dritten von sieben CDs habe ich gehört, und jetzt wende ich mich wieder anderen Werken zu. Da ich weder mit dem Sprecher Ulrich Pleitgen noch mit dem Aufbau der an sich eigentlich interessanten Handlung etwas anfangen kann, habe ich mich durch eine Unzahl von Amazon - Rezensionen gewühlt. Mir sind nur wenige Hörbücher / Bücher begegnet, bei denen die Meinung so stark auseinandergeht! Einige loben den Sprecher bis in den Himmel, andere finden ihn langweilig und lustlos. Viele sind begeistert von dem packenden Thriller, sobald sie die ersten 50 Seiten überwunden haben, fast ebensoviele stören sich an Handlungsaufbau, Längen und anderen Mängeln bis hin zum Ende.

Ich selbst habe während dieser dreieinhalb CDs versucht, mir eine Meinung über "Assassini" zu bilden, das Buch zu bewerten, aber es ist mir nicht möglich. Mehrfach habe ich hin und herüberlegt, woran es liegt: ob am Sprecher, an der Erzählweise, an den vielen Erzählsträngen, an den ständig wechselnden Perspektiven, den vielen schwer zu merkenden Namen, den mir eventuell fehlenden Hintergründen, an meiner eigenen Dummheit und Unfähigkeit?

Eigentlich lese ich sehr gerne anspruchsvolle Literatur. Was manch einer in der Schule als Qual empfand, las ich freiwillig genussvoll in meiner Freizeit. Ich halte mich nicht für ungebildet. Aber bei diesem Buch musste ich das Handtuch werfen. Und ich kann nicht einmal sagen, ob dieses Buch einfach nur zu hoch für mich ist, oder ob der Autor unfähig ist, eine spannende Handlung auch entsprechend zu verpacken.

Der Sprecher variiert zwar die Stimme, was viele sehr loben, aber mich stört sein teilnahmeloses Artikulieren. Er klingt lustlos und gelangweilt, zumindest meiner Ansicht nach. Und das sogar, als die Schwester des Hauptcharakterers stirbt. Die vielen Szenenwechsel sind nicht etwa an einzelne Tracks im Hörspiel gebunden, sondern wechseln innerhalb eines Tracks mehrfach, obgleich die Tracks nicht etwa länger wären als bei Hörspielen üblich. Andererseits kommt es vor, dass mitten in einer Szene plötzlich der nächste Track erscheint. Es fällt mir schwer, der Handlung zu folgen, oft verpasse ich den Anschluss. Wenn ich endlich folgen kann, muss ich wieder die vielen Namen in Zusammenhang bringen und überlegen, wer in welcher Szene wann mit wem zuletzt worüber gesprochen hatte und was nun die Folgerung für die aktuelle Szene ist, wie ich sie zu bewerten habe. Nun habe ich etwa die Hälfte des Hörspieles gehört und habe noch immer Schwierigkeiten, für diese Rezension eine Art kurzen Klappentext für die Leser zu schreiben. Normalerweise ein Kinderspiel für mich nach wenigen Seiten.

Natürlich ist es einige Wochen nach dem Lesen eines Buches kompliziert, genaue Handlungsabläufe nachzuvollziehen, zu rekonstruieren, wo und wie der Hauptcharakter im Thriller den nächsten Hinweis der Verschwörung aufgedeckt hatte. Doch wenn ich es nicht einmal während des Lesens / Hören so recht nachvollziehen kann, fühle ich mich einfach nur dumm.

Wenn ich eine Geschichte aufnehme, entstehen Bilder in meinem Kopf. Die Figuren haben ihre Stimme, ihr Aussehen, die Landschaft prägt ein Bild, und ich sehe alles direkt vor mir, als wäre ich dazwischen. Doch bei "Assassini" kann nicht nicht einmal verschwommen irgendetwas erkennen. Es ist einfach nur schwarz vor mir, während ich dieses Hörbuch höre. Die Figuren erscheinen mir flach und konturlos. Ich habe keine Vorstellung von den Charakterzügen, markanten Eigenheiten, kann mich nicht in sie hineinversetzen, fühle nicht mit ihnen. Dieses Buch löst absolut nichts in mir aus, keinerlei Emotion. Kein Mitfiebern, keine Spannung, nichts. Nichts außer Langeweile und das Bedürfnis, sobald als möglich zum nächsten Hörspiel zu wechseln. Die Gedanken driften ab in alle Richtungen, nur Hauptsache fort von diesem Hörbuch. Höre ich oft bis zu zwei CDs täglich, habe ich hier knapp eine Woche für dreieinhalb Scheiben gebraucht.

Vielleicht werde ich mir eines Tages das Buch ausleihen und in Muse lesen; vielleicht komme ich besser in die Handlung, wenn ich die Namen vor mir sehe, die Kapitelwechsel konkret sichtbar gekennzeichnet sind und ich auch mal ein paar Seiten zurückblättern kann. Aber vorerst lasse ich die Finger davon. Kein Leser mag es, wenn er sich nach dem Genuss eines Buches dumm fühlt. Und falls der Autor nicht unfähig ist, bin ich vermutlich einfach zu ungebildet, diesem gehobenen Niveau zu folgen. Das ist beschämend ...

SaschaSalamander 05.10.2005, 10.12 | (6/5) Kommentare (RSS) | PL

Robots

CoverAn einem freien Wochenende habe ich mit Funkel den Animationsfilm "Robots" gesehen. Eigentlich nur, weil er eben gerade aktuell war, sonderliches Interesse daran hatte ich nicht. In den letzten zwei Jahren wurde nach "Ice Age" und "Shrek" ein computeranimierter Film nach dem anderen in die Kinos und danach Videotheken geworfen, einer angblich besser als der andere. Einige wenige gefielen mir tatsächlich sehr, viele waren ganz nett aber nichts weiter. Einige habe ich mir nicht einmal mehr angesehen.

Aber "Robots" hat mich dann endlich wieder so richtig begeistert. Die Story ist nichts Neues, bereits nach etwa 5 Minuten ahnten wir Fort- und Ausgang der Handlung und lagen sogar richtig. Aber die Umsetzung ist einfach genial!

Rodney ist der Sohn zweier mittelständischer Roboter, sein Vater arbeitet als Tellerwäscher im "schmierigen Löffel". Schon immer träumte Rodney davon, so zu werden wie Big Weld. Der repariert alte Roboter, bietet Hoffnung und Zukunft für alle. Jeder, egal wie alt oder glanzlos, bekommt von ihm Ersatzteile. Rodney will unbedingt Erfinder werden und ihm zur Seite stehen. Als er endlich alt genug ist, macht er sich auf nach Robot City. Doch als er dort ankommt, erfährt er die bittere Wahrheit: Big Weld ist seit zwei Jahren verschwunden, alte Roboter rosten ohne Ersatzteile vor sich hin. Radget hat das Geschäft übernommen und plant glänzende Backups für alle. Teuer und edel. Wer sie sich nicht leisten kann, ist Altmetall und wird verschrottet. Rodney und seine neuen Freunde machen sich auf die Suche nach Big Weld und stürzen Radget von seinem funkelnden Thron ... ein bisschen Rost macht noch lange kein Altmetall!

"Robots" ist endlich wieder ein Film für die ganze Familie, mit der Herzlichkeit und dem Charme der alten Disney-Filme (wenngleich er von den Machern von "Ice-Age" ist *g* und keineswegs hausbacken). Peppig, quietschbunt und jede Menge Spaß für die Kleinen, Anspielungen und verdeckte Gags (Anleihen bei der Walküre, Don Quichotte, Star Wars, Zeichnungen Leonardo Da Vincis, uvm) für die Großen. Allein die Star-Wars Sounds, die über den ganzen Film verteilt sind, waren einfach genial! Auch kleine Gags wie die Toilettenbeschilderung (Symbole für männliche und weibliche Stecker) können entdeckt werden. Ich bin sicher, dass auch Erwachsene bei mehrmaligem Sehen immer wieder neue Andeutungen finden können.

Der Sound geht ins Ohr, ohne den alten Disney-Schmalz zu verbreiten oder die älteren Zuschauer mit Bässen und Rap zu vergraulen. Auch die Stimmen, etwa Mr. Boogieman, sind nahezu alte Bekannte. Wolfgang Völz, Oliver Kalkove, Peer Augustinski, Sarah Connor, Ben, Bully Herbig, Hans Werner Olm sind einfach genial ausgewählt.

Es gibt Filme, die man eben zusammen mit den Kleinen ansieht, um ihnen einen Gefallen zu tun. Und dann gibt es jene, die man selbst mindestens genauso genießt wie die Kinder, auch wenn man sie mit anderem Auge sieht und aus anderen Gründen lacht. Und bei Robots haben auch die Großen eine Menge zu Lachen!

SaschaSalamander 30.09.2005, 17.10 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Tintenherz

Cover
Cornelia Funke wurde für eine gewisse Zeit als Schriftstellerin angepriesen, mit der man sich das Warten auf den nächsten Harry Potter verkürzen könne. Abgesehen davon, dass ich solche Vergleiche nicht mag und einzelne Werke ungerne mit anderen Bestsellern als Maßstab beurteile, war ich doch neugierig. Der Herr der Diebe hatte mir damals sehr gefallen. Also griff ich gerne zu, als ich vor Kurzem den hochgelobten Bestseller "Tintenherz" von ihr im Regal entdeckte.



Vielleicht waren meine Erwartungen nach all den vielen Lobreden zu hoch, aber ich war am Ende etwas enttäuscht. Die Handlung an sich ist großartig und bietet sehr viel Potenzial:

Ein geheimnisvoller Fremder taucht eines nachts am Fenster der jungen Meggie auf. Sie holt ihren Vater, der Staubfinger - wie er den Eindringling nennt - zu kennen scheint. Am nächsten Morgen brechen die drei ohne besondere Vorbereitungen sofort ab, Tante Elinor besuchen. Meggies Vater Ausschnitt Coverscheint ein wertvolles Buch bei ihr zu verstecken. Und noch bevor Meggie herausfinden kann, warum ihr Vater ihr niemals vorliest, was es mit seinem Spitznamen Zauberzunge auf sich hat und warum dieses unscheinbare Buch so wertvoll ist, wird ihr Vater mitsamt dem Buch von Capricorns Männern entführt.


Meggie, Elinor und Staubfinger folgen Capricorns Handlangern in ein abgelegenes Bergdorf, und hier beginnt das eigentliche Abenteuer. Ein Geheimnis nach dem anderen wird gelüftet, und immer neue Schwierigkeiten tun sich vor dem jungen Ausschnitt CoverMädchen auf. Wem kann sie noch trauen? Wird es ihr gelingen, das Schicksal, welches Capricorn für sie alle vorgesehen hat, abzuwenden? Ihr Gegner ist ein Bösewicht, wie nur ein fantasievoller Autor ihn in liebevoller Feinarbeit erschaffen kann, sein Herz so böse und schwarz wie die schwärzeste Tinte ...


Die Grundidee der Geschichte ist wirklich großartig, und ich habe sie in noch nicht allzu vielen Büchern gefunden (zugegeben, ich kann mich derzeit an keine erinnern, obwohl die Idee wirklich naheliegend ist). Außerdem ist die Geschichte in kindgerechtem Ton erzählt, Kinder bis hin zur Schwelle Jugendliche können sich bestimmt gut mit den Hauptfiguren identifizieren und mitfiebern, die grausamen Szenen sind kindgerecht verarbeitet und nachvollziehbar, moralische Werte werden liebevoll eingebunden.

Ausschnitt Cover Was ich weniger angenehm finde, ist die langatmige Erzählweise. Es stört mich nicht, dass der Erzählton ein ruhiger ist, im Gegenteil. Ich freue mich, wenn spannende Bücher ohne Verfolgungsjagden, wilde Kämpfe und atemberaubende Rettungen in letzter Sekunde auskommen. Doch die Geschichte ließe sich in etwa der Hälfte der Buchdicke ebenso gut erzählen. Manche Kapitel wirken wie unnutze Füllsel, auf die man gut verzichten könnte. Als die eigentliche Handlung nach einem knappen Drittel begann, habe ich viele Seiten nur noch quergelesen und das Tempo erst an handlungsrelevanten Punkten verlangsamt. Eigentlich sehr schade, denn ich mag den ruhigen, erzählerischen Stil der Autorin.

Ausschnitt Cover Cornelia Funke schreibt Kinderbücher, die ich als Kind gerne gelesen hätte. Ebenso wie Astrid Lindgren, Erich Kästner, Ottfried Preußler, Michael Ende und viele andere Lieblingsautoren meiner Kindheit nimmt sie die Sorgen und Ängste der Kinder ernst. Sie möchte sie nicht verhätscheln und vor allem Leid bewahren, sondern sieht in ihnen selbständige, selbstbewusste kleine Menschen in einer Welt von Erwachsenen, fähig zu eigenen Entscheidungen, mit festem Willen und voller Stolz. Sie versteht es, Kindern Mut zu machen, sie zu neuem Denken und vor allem zum Träumen anzuregen. Ich bin sicher, viele Kinder sitzen nach Lektüre dieses Buches in ihren Kinderzimmern und versuchen sich an dem geheimnisvollen Zauber, der Zauberzunge und Meggie innewohnt ;-)

SaschaSalamander 27.09.2005, 08.34 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Shall we dance

CoverBei Asiafilmen denken die meisten Zuschauer vor allem an Martial-Arts Techniken (Tiger and Dragon, Hero) oder Horror wie (The Ring, The Grudge, Dark Water). Inzwischen gibt es aber immer mehr Filme, die Anklang beim westlichen Publikum finden. Vor einiger Zeit war bei uns der Film "darf ich bitten" mit Richard Gere" in den deutschen Kinos zu sehen. Das Original hierzu stammt aus Japan und heiß eigentlich "Shall we dance".

Shohei Sugiyama ist Büroarbeiter, er hat eine kleine Familie und ein eigenes Haus. Eigentlich müsste er zufrieden sein. Jeden Tag, wenn er mit der Bahn nach Hause fährt, sieht er eine hübsche Frau am Fenster einer Tanzschule stehen, sie beschäftigt ihn. Um sie näher kennenzulernen, meldet er sich für einen Kurs an. Seine Frau weiß nichts davon, doch wenn er nach Hause kommt, scheint er sehr zufrieden, an seinem Hemd ist der Geruch nach fremdem Parfum. Sie engagiert einen Privatdetektiv, der ihn beschatten soll.

Es ist vorab anzumerken, dass der Gesellschaftstanz in Japan anders angesehen wird als bei uns. Dort ist es unschicklich, wenn Mann und Frau sich in der Öffentlichkeit so eng umschlingen, sich miteinander bewegen. Sogar bei Ehepaaren gilt es als ungehörig. Dies ist auch der Grund, weshalb Sugiyama seiner Frau diese Leidenschaft verschweigt.

"Shall we dance" ist eine Komödie, die mir einen gemütlichen Nachmittag zu zweit beschert hat. Nicht zu oberflächlich, ohne Schnulz und Kitsch, aber dennoch amüsant und gut verdaulich. Da es auch viele längere und aussagekräftigen Szenen ohne Dialoge gibt, kann der Zuschauer selbst interpretieren, wodurch der Film an Tiefe und Inhalt gewinnt. Es gibt außerdem einige komischen Nebencharaktere, die vor allem im Bildhintergrund für ein herzhaftes Lachen sorgen. "Beschwingt" trifft die Grundstimmung sehr gut, jedoch erfreulicherweise ohne den typischen amerikanischen Style. Die Schauspieler glänzen nicht wie Richard Gere oder Jennifer Lopez mit ihrem Aussehen, sondern durch menschliche Wärme und Natürlichkeit.

Das Remake habe ich noch nicht gesehen, werde es mir aber die nächsten Tage in den DVD-Player legen. Ich bin gespannt, ob der Film wie viele anderen Remakes 1:1 übernommen wurde oder es einige Abwandlungen gibt. Aber nach diesem schönen Original wird Richard es bei mir als Fan des Asia-Filmes schwer haben ;-)

SaschaSalamander 23.09.2005, 09.17 | (0/0) Kommentare | PL

Bisher eher ermüdend

CoverDerzeit höre ich "Assassini" von Thomas Gifford, 7 CDs. Hm. Ich habe die erste CD gehört und bin gespannt, ob es noch spannend wird. Bisher finde ich Erzählstil und Sprecher eher ermüdend ...

SaschaSalamander 17.09.2005, 08.33 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Gevatter Tod

Pratchett. Meister des Funny Fantasy. Es gibt einige Ausnahmen in seinen Büchern, aber meist kann ich nicht genug von ihm bekommen. Das Buch, das mich damals so richtig von ihm überzeugt hatte, war "Mort". "Mort" ist die Comicvariante des Buches "Gevatter Tod". Gespannt, wie das Buch dazu sei, las ich es und war begeistert. Manche Dialoge kann ich fast auswendig, so genial sind sie. Deswegen war ich auch gespannt auf das Hörspiel. Es interessierte mich vor allem, wie stark gekürzt wurde (ob meine Lieblingspassagen enthalten sein würden?), wie man es als Hörspiel umgesetzt hatte, wie der Tod klingen würde.

Mort findet keine Arbeit, niemand will den ungeschickten Träumer einstellen. Doch dann erscheint TOD und sucht einen Lehrling. Mort lernt viel von seinem Meister. Und bald ist er soweit, auch ohne dessen Begleitung seine Aufgaben zu erfüllen. Während Mort seine Aufgabe vermasselt, genießt TOD seine freie Zeit und vergisst seine Pflichten. Die Scheibenwelt gerät in große Gefahr, und nur ein wirklich mächtiger Magier kann helfen ... aber der hat andere Pläne.

Doch. Das Hörspiel hat mir sehr gefallen. Dass natürlich auch manche meiner Lieblingsdialoge geschnitten wurden (klar, ein ganzes Buch auf zwei CDs geht kaum) hatte ich erwartet, und es war okay. Der Schnitt wurde gut angesetzt. Die Sprecher wechseln sich als Erzähler ab, oft nach nur ein oder zwei Sätzen, was äußerst ungewohnt ist aber super zu dem Buch passt. Es wurden sogar eigene Songs komponiert! Das Eingangslied des Todes gefällt mir recht gut, auch die anderen sind nicht übel in Rhythmus und Melodie. Allerdings stört mich der Text stellenweise etwas dabei, es erinnerte mich vom platten Niveau her irgendwie an den Disney "Hercules".

Anfangs empfand ich Peer Augustinskis (Synchro Robin Williams und Dschinn aus Aladdin) Stimme als unpassend für den Tod, denn sie hat einen hellen Ton, der wenig eindrucksvoll oder gar WIE GROSSBUCHSTABEN (so spricht der Tod in Pratchetts Büchern) klingt. Aber die Dramaturgen haben da tolle Arbeit geleistet und die Stimme mit einer zweiten, nämlich seiner eigenen und tiefer gemixten Stimme, unterlegt. Und das wirkt dann doch sehr gewichtig und geheimnisvoll.

Zwei CDs, während der Hausarbeit gehört. Das dritte Mal, dass ich mir "Gevatter Tod" zu Gemüte geführt habe. Es ist und bleibt mein bisheriges Lieblingsbuch von Terry :-)
Und weil ich die Zeichnungen immer so toll finde, hier das geniale Buchcover dazu, wegen der vielen Einzelheiten etwas größer als meist in diesem Blog üblich.




SaschaSalamander 16.09.2005, 13.23 | (0/0) Kommentare | PL

Die unsichtbare Pyramide

Die unsichtbare Pyramide. Ein Buch, das mir dicker scheint als die anderen Werke von Isau, die ich bisher gelesen habe. Als ich mir dann die Inhaltsangabe durchlas und im Buch blätterte, sah ich auch den Grund dafür: Eigentlich sind es drei Geschichten, die sich erst gegen Ende der Handlung zu einer einzigen zusammenfügen. Und weil das Buch nicht nur dick, sondern auch wirklich beeindruckend ist, wird diese Rezension wieder etwas länger ;-)

Das Universum wurde gespalten in drei Teile. Nun besteht das Triversum aus der (uns bekannte) Erde, Trimundus (welches an alte keltische Dörfer erinnert) und Anx (vergleichbar einem hochmodernen Ägypten). Als die Wellen der drei Welten sich gegenseitig berühren, kommt ein Kind auf die Welt, das über besondere Fähigkeiten verfügt. Und weil die Geburt an einem heiligen Ort stattfand, wird dieses Kind auch in den anderen beiden Welten geboren. Das Triversum droht zu zerbrechen, dunkle Mächte wollen die Macht an sich reißen. Nur diese drei Kinder haben die Möglichkeit, mit ihren gemeinsamen Kräften die Welt(en) zu retten.

Francesco wird von einem Franziskaner-Pater im Klostergarten gefunden und im Orden der Brüder aufgezogen. Er lebt im Glauben an Gott und die heilige Kirche, doch bald kommen erste Zweifel. Als ein Stigma auf seiner Wange auftaucht, beginnt er die seltsamen Kräfte in sich zu spüren. Doch noch kann er sie nicht kontrollieren, er ist zerrissen zwischen der Kirche und seinen neuen Erkenntnissen. Er verliebt sich in ein Mädchen, das sich als seine Nichte herausstellt. Gemeinsam mit seinem leiblichen Bruder macht er sich auf, das Geheimnis der drei Welten zu lüften.

Trevir wird von einem Bauern bei der heiligen Quelle im Feenwald gefunden. Schwarze Reiter dringen in das Dorf und suchen nach dem Feenkind, können es jedoch nicht finden. Die Brüder eines geheimen Ordens finden das gesuchte Kind der Prophezeiung und ziehen ihn bei sich im Orden auf. Trevir glaubt an Feen, Götter und Magie, er lernt seine Kräfte bald zu kontrollieren und einzusetzen. Er verliebt sich in ein Mädchen, das den Mannen seines erbitterten Feindes dienst. Er kann sie befreien, und gemeinsam machen sie sich auf, gegen den dunklen Herrscher zu kämpfen, der Trimundus zerstören will.

Topra ist das uneheliche Kind des Pharaos und seiner Konkubine. Er wird ausgesetzt und von einem Seemann auf dessen Schiff gefunden. Er wächst auf dem Meer auf und entdeckt bald seine wundersamen Kräfte. Unterwegs in vielen Ländern, muss er seine Kräfte unterdrücken, um als Fremder kein Aufsehen zu erregen. Doch bald lernt er die Kräfte zu kontrollieren. Er verliebt sich in die Braut des Prinzen. Er kann sie befreien, und gemeinsam machen sie sich auf, den Pharao zu töten, der das Volk unterdrückt.

Drei Geschichten, die sich ähneln. Ich finde es eine faszinierende Idee, eine Grundidee zu nehmen und auf dieser drei Lebensläufe zu weben, die sich in fast allen Punkten ähneln, aber dennoch verschieden genug sind, eine eigene, für sich spannende Geschichte zu bilden. Der Leser wird nicht durch drei gleichartige Erzählungen gelangweilt, sondern kann geschickt die unterschiedlichen Erkenntnisse der drei Jungen vergleichen und seine eigenen Schlüsse ziehen. Alle drei verfügen über die gleichen Gaben, wenden sie jedoch auf unterschiedlichste Weise an. Auch die Weltbilder und die Theorie über die in Trimundus wirkende Energie, genannt "Wellen" ist spannend: Es klingt wie drei verschiedene Ansätze, bei genauem Betrachten allerdings erkennt man, dass es lediglich drei verschiedene Erklärungsmodelle ein und desselben Sachverhaltes sind. Wirklich geschickt, wie Isau auf diese Weise drei scheinbar unabhängige Geschichten webt, ...

Und was mich besonders freute: Der Hauptcharakter meines Lieblingsbuches von Isau, "Der Kreis der Dämmerung", taucht ebenfalls auf. Eine nur kleine Szene, die jedoch bei Fans einen großen "Aha"-Effekt zurücklassen wird. Ich mag es, wenn Autoren kleine "Bonbons" in ihren Geschichten verstecken ;-)

Anfangs fand ich das Buch wirklich ... gewöhnungsbedürftig. Andreas hat es im Kommentar vor einiger Zeit wirklich treffend formuliert. Gewöhnungsbedürftig. Die anfangs kurzen, später immer seltener werdenden Sprünge zwischen den drei Welten sind etwas ungewöhnlich. Kaum hat man sich anfangs in einen Erzählstrang eingelesen, wird bereits der nächste Faden weitergesponnen. Ich muss zugeben, dass ich anfangs sogar einige Geschehnisse und Welten vermischte, nicht mehr so recht wusste, welchem der drei jungen Männer was geschehen war und wo ich anzuknüpfen hatte beim Beginn des neuen Kapitels. Aber das legt sich nach einigen Kapiteln und wird zu einem Buch, das wirklich einmal einen nicht allzu häufigen Aufbau präsentiert.

Durch den ungewöhnlichen Aufbau und weil das Buch doch recht dick ist, habe ich recht lange gebraucht, bis ich es zu Ende gelesen hatte. Aber es war spannend, und es hätte gerne noch weitergehen können. Denn ich wüsste zu gerne, wie es mit Francesco, Trevir und Topra und ihren Freunden weitergeht. Das offene Ende lässt eigentlich nur auf eine Fortsetzung warten ...

Das Motiv auf dem Cover nimmt eine wichtige Rolle im Buch ein und wird mehrfach erwähnt. Da es mir recht gut gefällt, hier ausnahmsweise wieder einmal ein größeres Bild :-)


SaschaSalamander 12.09.2005, 21.54 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Die geheimnisvolle Minusch

Cover
Bücher, Hörspiele, Filme, sie lösen meist Emotionen aus. Meistens bleibt man trotzdem ernst beim Lesen. Aber manchmal kann man gar nichts dagegen tun: Noch bevor das erste Wort in "Die geheimnisvolle Minusch" gesprochen wurde, zauberte die verschmitzt - fröhliche Musik ein breites Lächeln auf mein Gesicht.



Auf dieses Hörspiel stieß ich zufällig in der Bibliothek. Bisher habe ich noch nichts von der Autorin Annie M. G. Schmidt gehört. Inzwischen habe ich mich ein klein wenig im Web kundig gemacht. Sie war Kinderbuchautorin in Holland, eine niederländische Astrid Lindgren. 1995 nahm sie sich im Alter von 84 Jahren das Leben ...

Herr Tibbe ist Journalist für die Zeitung seiner kleinen Stadt. Er schreibt wunderschöne Artikel, doch leider keine Neuigkeiten, sondern immer nur über Katzen. Und Neuigkeiten sind es, die sein Chef von ihm lesen will, keine Katzen. Plötzlich trifft Herr Tibbe die seltsame Frau Minusch. Eigentlich ist sie eine Katze, doch nachdem sie aus den Mülltonnen einer Fabrik gefressen hat, ist sie nun auch teilweise ein Mensch. Sie sieht aus wie eine junge Frau, aber sie schnurrt, faucht und reagiert wie eine Katze. Außerdem kann sie mit Katzen reden. Herr Tibbe lässt sie bei sich wohnen, und dafür erzählt Minusch ihm die neuesten Neuigkeiten aus der Stadt. Seine Artikel werden ein voller Erfolg, er wird beliebt und macht die Menschen in seinem Umfeld glücklich. Doch bald passiert ein Skandal in der kleinen Stadt! Herr Tibbe hat jedoch keinerlei Beweise ausser den Aussagen der Katzen, und dieser Artikel könnte ihn seine Stelle kosten ...

Das Kinderbuch "die geheimnisvolle Minusch" wurde auch verfilmt. Zu gerne hätte ich den Film gesehen, und das Buch werde ich mir auf jeden Fall reservieren lassen. Das Hörspiel ist wundervoll. Begleitet von pfiffiger Klarinettenmusik, die wunderbar zu der besonderen Katzendame passt. Die Erzählerin klingt wie eine liebevolle Großmutter, die ihren Enkeln in trauter Runde ein Kinderbuch vorliest. Und die Sprecher sind so lebendig und realistisch, dass ich sie bildlich vor mir sehe. Vor allem der schüchterne Herr Tibbe, ein Katzenfreund, wie er im Laufe der Geschichte immer selbstbewusster wird. Und die kecke Minusch. Während sie spricht, sieht man ganz, ganz deutlich, wie sie sich dabei katzenhaft dehnt, wie sie faucht, schnurrt, ihre Hände wie Pfoten tatzt oder kratzt, wie sie vertrauensvoll ihren Kopf an Herrn Tibbe schmiegt ...

Die Geschichte ist herrlich ... der Alltag der Katzen - die streundende Schluderpuss und ihre sechs Jungen, der gepfegte Simon, der verwöhnte Fluff und alle anderen - wird plötzlich bedeutungsvoll für die Bürger der Stadt, als der Vorsitzende des Tierschutzverbundes in einen Skandal verwickelt wird. Und gemeinsam mit dem kleinen Mädchen Bibi verhelfen Herr Tibbe, Minusch und all die Katzen der Gerechtigkeit ein wenig auf die Sprünge.

Es mag vielleicht ein wenig seltsam klingen, wenn ich schreibe, dass ich durchweg nur gelächelt habe während diesem Hörspiel. Ein Gefühl von Unbeschwertheit und Kindheit vermittelt dieses Hörspiel, dass man den Alltag währenddessen komplett vergisst. Ich lag auf dem Bett, hatte die Augen geschlossen und musste lachen, als ich die Schluderpuss mit beiden Beinen im Lachsbuffet stehen sah, wurde wütend, als Herr Maas mit der Flasche auf sie einschlug, und wurde traurig, als Minusch wieder eine Katze werden wollte ... und öffnete die Augen zu einem fröhlichen Happy End. Selbst jetzt beim Schreiben musste ich teilweise wieder Grinsen, wenn ich mir die Stimme der Charaktere in Erinnerung rufe.

"Die geheimnisvolle Minusch" ist ein Kinderhörspiel, wie es leider viel zu wenige gibt. Liebevoll, offenherzig und geradlinig geht es in der Geschichte voran. Und Erwachsene sollten sich nicht schämen, ebenfalls ab und zu ein kleines Stück Kindheit zu genießen ... es muss ja niemand zusehen, wie man mit geschlossenen Augen auf dem Bett liegt und die Finger wie Krallen in das gemütliche Kissen gräbt, um es sich so richtig bequem zu machen ;-)

Einige Informationen über die Autorin gibt es übrigens >hier<
Die >Homepage< auf Niederl.und Engl. ist sehr schön gestaltet.

SaschaSalamander 07.09.2005, 16.21 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

The Ring 0

CoverDie Amerikaner sahen es scheinbar noch nie gerne, wenn Filme anderer Länder erfolgreich waren. Also wird gnadenlos ein Remake gemacht. Über das Ergebnis kann man sich streiten, mir gefallen die atmosphärischen, oft weniger spektakulären Originale meist besser als Hollywoods Glamour. Was "The Ring" betrifft, kann ich jedoch leider nicht mitreden, da ich als Fan der Asia-Ecke nur die originale Version gesehen habe. Hype hin oder her, er war ... nun, er hat mir gefallen, ich habe mich köstlich unterhalten, ein wenig angenehm gegruselt.

Als Mangafan kann ich natürlich in der Bücherei nicht an den Bänden dieser Serie vorbeigehen. Es gibt inzwischen mehrere Mangas, die auf dem gleichnamigen Buch von Koji Suzuki basieren. "The Ring", "The Ring Spiral", "The Ring Loop" und ganz zum Schluss das Prequel "The Ring 0".

Ich habe heute von hinten (also quasi von vorne, was die Chronologie betrifft) angefangen und "The Ring 0" gelesen. Schließlich ist es ganz nett zu wissen, wie alles angefangen hat:

Eine junge Reporterin holt sich Erkundungen ein über das Mädchen Sadako, die angeblich über besondere Kräfte verfügen soll. Sadako ist kürzlich der Theatergruppe ihrer Schule beigetreten, die Menschen in ihrem Umfeld sterben auf seltsame Weise. Ist die schüchterne Sadako tatsächlich eine Mörderin?

Hm ... nun ja. Nach den vielen Kinder- und Jugendbüchern sowie Funny - Fantasy - Romanen wollte ich mir wieder eine gute Portion Horror zwischendurch gönnen. Und jetzt bin ich wieder etwas gesättigt. "The Ring 0" hat mich weder zu Begeisterungsstürmen veranlasst, noch hätte ich ihn gähnend beiseite gelegt. Ein netter Gruselspaß für zwischendurch, ebenso gestrickt wie alle anderen Werke dieser Art.

Wirklich empfehlen kann ich diesen Manga eigentlich nur den Fans der japanischen Serie um diesen "Ringu". Ich selbst gehöre nicht dazu ...

SaschaSalamander 01.09.2005, 09.17 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

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