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Die Schakkeline ist voll hochbegabt, ey

Der Titel "SCHANTALL, TU MA DIE OMMA WINKEN" klang vielversprechend, hatte mich jedoch immens enttäuscht. Weil es so dargestellt wurde, als würde ein Sozialarbeiter aus seinem Alltag mit einer Familie erzählen. De facto handelte es sich dann aber um fiktive Situationen, in denen abgelästert wurde und die mit sozialer Arbeit null und nada zu tun haben. Ich fühlte mich ziemlich, pardon, verarscht.
"Die Schackeline ist voll hochbegabt, ey" springt mit Titel, Inhalt und leider auch Cover genau in diese Bresche. Ich war also einerseits neugierig ("vielleicht taugt es ja doch was") und andererseits extrem vorsichtig, um eine weitere Enttäuschung zu vermeiden. Dank Leseprobe bei Skoobe konnte ich einen Blick in das Buch werfen, und mir war schnell klar: hier würde ich das bekommen, was Schantall versprochen aber nicht gehalten hatte: Erfahrungen einer Fachfrau, die ihren skurillen Alltag für den Leser einfängt.
Die Autorin ist psychologische Gutachterin beim Jugendamt. Ihre Aufgabe ist es, die Familie im Umgang mit den Kindern zu beobachten, auch Gespräche zu führen und dann eine Stellungnahme vor Gericht abzugeben, ob eine Kindswohlgefährdung vorliegt. Dabei erlebt sie traurige, humorvolle, absonderliche, völlig abgefahrene und auch höchst tragische Momente.
Ich kann mir vorstellen, dass so manch einer, der mit der Materie nicht vertraut ist, das für erfunden hält. Wenn sie die hygienischen Zustände in der Obdachlosenwohnung beschreibt, die unwirkliche Gesprächsführung mit manchen der "normalen" Kommunikation nicht fähigen Menschen schildert, die verqueren Argumentationen einiger Familien widergibt. Aber da ich selbst viel mit diesen Dingen konfrontiert werde, kann ich aus vollem Herzen sagen: "oooh ja, genau SO ist es manchmal".
Natürlich werden nur die extrem Fälle herangezogen, sonst wäre ein Buch ja nicht lohnenswert. Es gibt sie, die gesunden und normalen Familien, wo alles glatt läuft. Aber viel spannender ist es, was Frau Seeberg sonst zu erzählen hat. Etwa von dem Vater, der völlig hilflos außer "wie fühlst Du Dich" nichts hervorbringt, während seine Kinder ihn mit Tritten traktieren, die Bude zerlegen und Sachen aus dem Fenster werfen. Oder der Mann, der von seiner Mutter bevormundet wird wie ein kleines Kind und alleine nicht in der Lage ist, sich um den eigenen Nachwuchs zu kümmern.
Es gibt Geschichten, die auch traurig sind und zu Tränen rühren. So etwa die beiden Geschwister, eines davon minderjährig. Sie wuchsen in völlig gesunden Verhältnissen auf, doch als die Mutter verstirbt, verlangt der Vater das Sorgerecht. Das Kind will auf keinen Fall zum Vater, doch Unsympathie und Arroganz ist kein Argument für eine Kindswohlgefährdung, und allem Widerwillen des Kindes zum Trotz scheint es keine andere rechtliche Lösung zu geben. Und dann war da der Fall des Mannes, der Frau und Kind bedroht, jedoch auf eine solch perfide Weise, dass ihm nichts nachzuweisen ist und er mit seinen fiesen Intrigen das Sorgerecht womöglich an sich reißen wird.
Gelegentlich geht sie auch mit Kollegen bitterböse ins Gericht, etwa wenn das Jugendamt einen tragischen Fehler begangen hat und dadurch das Leben zweier Familien zerstörte. Dieser Fall ging mir persönlich besonders nahe, und ich fand es wunderschön, wie am Ende doch eine Lösung gefunden werden konnte, um allen Parteien gerecht zu werden und trotz der Streitigkeiten vieler Parteien das Wohl des Kindes zu wahren.
Ich habe bei jedem der Fälle mitgebangt, mitgelacht, war verzweifelt, traurig, wütend. Es gelingt der Autorin, den Leser zu bewegen und tief in die Geschichten einzutauchen. Ihr Stil zeigt, dass sie Fachkenntnis besitzt, jedoch wird der Leser nicht mit Fachausdrücken oder langweiligen Erklärungen erschlagen. Statt dessen erklärt sie wie nebenbei manche der Zusammenhänge. Und würzt ihre Erlebnisse mit einem trockenen Humor, der manchem Außenstehenden unpassend erscheinen mag. Doch in ihrem Vorwort erklärt sie bereits, dass dieser Humor notwendig ist, um einen solch belastenden Job weiterhin auszuführen. Ich habe oft gelacht, die Metaphern sind teilweise sehr treffend und unterstreichen die Absurdität der jeweiligen Situation. Auch der an manchen Punkten knochentrockene beschreibende Ton, wenn um sie herum gerade das Chaos tobt, ist köstlich. Ohne diesen manchmal sehr eigenwilligen Humor wäre das Buch so wohl nicht zu ertragen, wäre es zu heftig in den Fallschilderungen.
Schön finde ich auch, wie sie im Anschluss oft darauf eingeht, wie die Geschichte sich im späteren Verlauf entwickelt hat. Was aus den Kindern wurde, wie man den Eltern unter die Arme gegriffen hat. Und meistens haben die Geschichten ein Happy End.
DIE SCHAKKELINE IST VOLL HOCHBEGABT, EY hält das, was SCHANTALL verspricht. Ich habe das Buch von Frau Seeberg schon vielen Kollegen empfohlen, weil es einfach ein Buch direkt aus dem Leben, aus dem Berufsalltag ist und sich dabei sehr gut lesen lässt. Unterhaltsam, schockierend, bewegend und wirklich gelungen.
SaschaSalamander 12.03.2014, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL
Paulette
Paulette ist Rentnerin. Nach dem Tod ihres Mannes hat ein "Schlitzauge" das Restaurant übernommen. Sie selbst hat nicht genug zum Leben, ihre Tochter ist mit einem Schwarzen verheiratet, und überhaupt geht es ihr ziemlich dreckig. Sie schimpft sie wettert, sie ist ausländerfeindlich und eigentlich auch sonst homophob. Als dann auch noch der Gerichtsvollzieher alles pfändet, hat sie genug. Sie erfährt zufällig, dass in ihrer Nachbarschaft ein Dealer mit Drogen handelt und damit scheinbar ziemlich gut Geld macht. Na, wenn sie nicht mal mehr Geld für die Telefonrechnung hat, warum nicht? Also geht sie zu Vitto und steigt ins Geschäft ein. Weit erfolgreicher, als sie und die anderen Dealer sich das hätten träumen lassen. Natürlich führt das zu Verwicklungen, etwa weil der Schwiegersohn Polizist ist, weil sie Ärger mit den anderen Dealern im Revier bekommt und auch ihre Freundinnen langsam merken, dass etwas nicht stimmt. Paulette wird nicht nur reicher, sie verändert sich auch, und diese Veränderungen machen ihr Angst ... aaaah, ein köstlicher Film! Eine ausführliche Rezi möcht ich nicht tippen. Aber ein paar Gedanken dazu loswerden :-)
Ich habe mich köstlich amüsiert. Ein paarmal blieb mir das Lachen im Hals stecken, denn die Franzosen nehmen kein Blatt vor den Mund. Wenn der Enkel fragt "Warum magst Du mich nicht, Omi", dann sagt sie mit kaltem Blick "weil Du schwarz bist". Dies nur ein Beispiel von vielen, wo man sich regelrecht verschluckt und erst einmal nicht weiß, wie man reagieren soll. Bitte nicht trinken oder essen während dieses Films!
Ich habe mich köstlich amüsiert. Ein paarmal blieb mir das Lachen im Hals stecken, denn die Franzosen nehmen kein Blatt vor den Mund. Wenn der Enkel fragt "Warum magst Du mich nicht, Omi", dann sagt sie mit kaltem Blick "weil Du schwarz bist". Dies nur ein Beispiel von vielen, wo man sich regelrecht verschluckt und erst einmal nicht weiß, wie man reagieren soll. Bitte nicht trinken oder essen während dieses Films!
Trotzdem ist der Film selbst in keinster Weise fremdenfeinlich oder bösartig. Er zeigt vielmehr die hilflosen Versuche einer verzweifelten, verbitterten Frau, im Leben wenigstens ein bisschen Freude und Anerkennung zu verdienen. Und ohne Hollywood-Kitsch gelingt es den Machern, so etwas wie eine Botschaft zu transportieren und auch ein Happy End zu schaffen. Die Veränderungen Paulettes sind nachvollziehbar, und es macht Spaß, die Entwicklungen der Situation und der beteiligten Personen zu verfolgen.
Schön ist auch, dass hier die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Ja klar, es geht um illegale Geschäfte. Dennoch hat Paulette ihre ethischen Grenzen, die man so auch vertreten kann. Und obwohl sie illegale Dinge tut, obwohl sie eine auf den ersten Blick absolut böse Frau ist, so kann man sie doch verstehen, wenngleich man ihr Verhalten und ihre Taten nicht gutheißt. Der Spagat ist den Machern unglaublich gut gelungen.
Altersarmut und Drogen sind ein ziemlich ernstes Thema, und die Dramatik hinter der Komödie ist zwischendurch spürbar. Die Grenze zwischen Klamotte, Drama und Komödie verschwimmt manchmal ein wenig. Manchmal ist der Film etwas zu albern für das eigentlich ernste Thema. Manchmal zu ernst für den Humor und die bissigen Sprüche. Auch gibt es gelegentlich ziemlich heftige Logikfehler und Dinge, die so einfach nicht glaubwürdig sind und in der Realität wohl deutlich anders funktionieren würden.
Aber diese kleinen Macken ignoriere ich gerne. Denn es ist ein gelungener Film, ich habe viel gelacht, die Schauspieler machen ihre Sache wirklich gut, die Charakterentwicklung ist nachvollziehbar und die Story ziemlich unterhaltsam. Ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten, und der Humor ist schon ziemlich ... speziell. Aber das Bild, wie die alte Paulette einfach nur den Mittelfinger rausstreckt und ihr fiesestes "Killerface" aufsetzt ... oder der Anblick der vier alten Damen, die einen Drogendealer umkreisen und mit Waffen einschüchtern, das hat einfach was!
Aber diese kleinen Macken ignoriere ich gerne. Denn es ist ein gelungener Film, ich habe viel gelacht, die Schauspieler machen ihre Sache wirklich gut, die Charakterentwicklung ist nachvollziehbar und die Story ziemlich unterhaltsam. Ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten, und der Humor ist schon ziemlich ... speziell. Aber das Bild, wie die alte Paulette einfach nur den Mittelfinger rausstreckt und ihr fiesestes "Killerface" aufsetzt ... oder der Anblick der vier alten Damen, die einen Drogendealer umkreisen und mit Waffen einschüchtern, das hat einfach was!
Wenn man gerne mal bissige Komödien sieht, die sich abseits von Hollywood und deutschen Klamotten bewegen, sollte man Paulette auf keinen Fall verpassen.
SaschaSalamander 07.03.2014, 08.40 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Witch and Wizard 01 - Verlorene Welt
WITCH AND WIZARD 01 - VERLORENE WELT ist der Auftakt einer neuen Serie des Erfolgsautors >James Patterson<. Von ihm stammen erfolgreiche Serien wie MAXIMUM RIDE, LINDSAY BOXER, ALEX CROSS und viele andere. Auch hat er unzählige Einzeltitel geschrieben. Ich habe hier und da schon in seine Werke hineingelesen, länger verfolgt habe ich keine Serie. Er zählt für mich in die Kategorie "seichte, aber doch spannende Unterhaltung". Manchmal braucht man sowas zwischendurch. Und unter dieser Voraussetzung bin ich auch an die neue Reihe WITCH AND WIZARD herangegangen: mich einfach mal richtig gut unterhalten zu lassen.
Die Reihe handelt von den Geschwistern Whit und Whisty Allgood, die eines Tages festgenommen und ins Gefängnis gesteckt werden. Angeblich besitzen sie magische Kräfte und seien gefährlich für die "Neue Ordnung". Im Gefängnis lernen die beiden ihre Kräfte kennen und sie einzusetzen, sie fliehen und entschließen sich zu kämpfen. Ob ihnen das gelingen wird?
Das klingt nicht neu, auf jeden Fall aber spannend und aus der Feder eines Erfolgsautoren wie gemacht für einen packenden Start in die Reihe. Und wie zu erwarten: ich habe mich prächtig unterhalten. Trotzdem muss ich leider ein paar Mängel anmerken.
Logik ist in diesem Buch nicht gerade die Stärke des Autors, und auch, wenn "Fantasy" immer der Gestaltung des Autors überlassen ist, gibt es doch so manches, das für geübte Fantasy-Ohren ungewöhnlich klingt und auch nicht erklärt wird. Einige Punkte scheinen mir dagegen recht platt von anderen Autoren abgekupfert, ich habe unzählige Elemente wiedererkannt. Der Leser wird nicht in die Welt eingeführt, Begriffe werden wie nebenbei erwähnt, ohne dass dadurch sehr viel klarer wird. Die Grundidee der "Neuen Ordnung" sowie der Welt, in der Whit und Wistyleben, sind an sich ist recht interessant, doch alles enthält zu wenig eigene Substanz, um wirklich Bestand zu haben. Es hat stellenweise den Anschein, als wolle der Autor schnell einen Bestseller an den nächsten Reihen, ohne sich wirklich mit Vorarbeit, Zusammenhang und neuartigen Ideen aufhalten zu wollen.
Der Humor ist hier recht zweischneidig. Ob er gefällt oder nicht, das ist wohl sehr stark vom Leser abhängig. Mir persönlich ist er gelegentlich zu rotzig und unrealistisch. Jugendliche, die zum Tode verurteilt werden, verhalten sich für mein Empfinden einfach anders. Einerseits wirken die beiden Protagonisten extrem naiv, auf der anderen Seite zeigen sie keinerlei Respekt (was hier wohl den Charakterzug von Stärke darstellen und die Rebellion gegen das System unterstreichen soll) und scheinen kaum in der Lage, Situationen einschätzen zu können. Wer mit der Peitsche die Haut im Gesicht aufgeplatzt bekommt, sollte danach keine dummen Sprüche reißen (oder bin ich etwa ein Weichei, wenn ich nach einer solchen Aktion lieber kurz einmal die Klappe halte statt den Gegner zu verhöhnen?)
Ich empfand es stellenweise als sehr unpassend, was die beiden von sich gaben. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass Jugendliche das trotzdem unterhaltsam finden und sich köstlich über die frechen Sprüche amüsieren.
Die Dialoge sind allerdings ziemlich ... nun ja, Geschmackssache. "Du leuchtest!" - "Was?" - "Du leuchtest!" - "Wie? - "Was ist daran nicht zu verstehen?" - "Na, dass ich leuchte!". Ich denke, das ist ein recht gutes Beispiel, wie der Humor in diesem Buch funktioniert. Wobei ich es stellenweise schon sehr seltsam finde, wie einer der Geschwister eine magische Sache nach der anderen macht, beide das völlig gelassen hinnehmen als wäre das völlig normal, und dann eine Kleinigkeit plötzlich dazu führt, dass sie plötzlich völlig außer sich ihre magischen Fähigkeiten erkennen. Aber gut, auch hier: nicht jedes Buch ist für jeden Leser geeignet, und Jugendliche dürften das recht witzig finden.
Die Handlung ist ziemlich geradlinig und vorhersehbar. Das sehe ich jedoch nicht als abwertend, denn wie gesagt habe ich es mir ja genau aus diesem Grund geholt: leichte Unterhaltung für zwischendurch. Von daher fand ich es witzig, meine Vermutungen alle bestätigt zu sehen und zu verfolgen, wie die Geschwister sich ihren Weg bahnen.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Wisty (verkörpert durch Inga Reuters) und Whit (gesprochen von Aleksandar Radenkovic). Inga Reuters war mir bisher unbekannt, ich werde mir den Namen jedoch gut einprägen. Sie ist eine der wenigen weiblichen Sprecher, die überzeugend Emotion transportieren können und die gekonnt mit ihrer Stimme zu jonglieren vermag. Sie lacht, weint, schreit, ist begeistert, enttäuscht, überrascht, man fiebert mit ihr mit und kann sich alles sehr bildlich vorstellen. Ich hoffe sie öfter zu hören, sie hat das Hörbuch für mich zu einem kleinen Erlebnis gemacht.
Aleksandar Radenkovic, den ich schon häufiger gehört habe, überzeugte mich dieses Mal weniger. In den bisherigen Hörbüchern, die ich erlebt habe, fand ich ihn nicht schlecht, er spricht eher ruhig und sachlich, sodass er gerade für Titel wie >NIKOS REISE DURCH ZEIT UND RAUM< einfach ideal ist. Hier allerdings hätte ich mir mehr Einsatz gewünscht. Neben Inga Reuters verblasst er und lässt Whit zu einer Nebenfigur werden.
Mein Fazit für das Hörbuch? Es ist eines der Jugendbücher, das sich wirklich nur an Jugendliche richtet, ein All-Ager ist es definitiv nicht. Meiner Ansicht hat das Buch nichts, das es aus der Masse der aktuellen Serien hervorhebt und somit erwähnenswert macht. Aber ich will ehrlich sein: auch Jugendliche dürfen sich gerne mal so richtig spannend unterhalten lassen, Logik und Substanz hin oder her. Und dafür ist WITCH AND WIZARD perfekt. Freche Sprüche, eine flotte Handlung, spannende Abenteuer, witzige Charaktere, für Jungen wie für Mädchen gleichermaßen geeignet. Von daher, auch wenn ich selbst die Fortsetzungen nicht verfolgen werde, kann ich es also trotzdem empfehlen :-)
Wertung: 3,5 von 5 sprechende Wiesel
SaschaSalamander 05.03.2014, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL
Amadeus 07 - Goliath
Die aktuelle Folge GOLIATH der Reihe AMADEUS setzt diesmal an den Geschehnissen der vorherigen Episode >TEUTOBOCHUS< an. Konnte man die Hörspiele anfangs getrennt hören, so wird die Handlung immer dichter, sodass Einzelfolgen für Neueinsteiger keinen Sinn mehr ergeben würden. Beim Rezensieren setze ich also die Kenntnis der bisherigen CDs voraus :-)
Das Hörspiel startet mitten in der Handlung. Mein erster Gedanke war nur "hab ich da was verpasst?". Doch schnell zeigte sich, dass hier geschickt mit Rückblicken gespielt wird. Mozart und Resch fliehen mit einem Kopf und einer bewusstlosen Frau durch die Straßen, um sich dann im Geheimen mit jemanden zu treffen und endlich zu erzählen, wie es zu dieser wilden Verfolgungsjagd kam und was es mit dem abgetrennten Kopf auf sich hat. Anfangs recht verwirrend, steigt man jedoch bald in den diesmal etwas anders gestrickten Aufbau ein und vermag der Handlung zu folgen. Fordernde aber gelungene Abwechslung!
So spannend die bisherigen Folgen waren, mit GOLIATH wurde es wirklich auf die Spitze getrieben, und immer mehr zeigt sich, welch genialer Geist hinter dem Gesamtkonzept der Reihe steckt.
Ich bin des Lobes voll und weiß offen gesagt dennoch nicht, wie ich das in Worte fassen könnte. Denn im Grunde kann ich nur wiederholen, was ich schon in den bisherigen Folgen sagte: tolle Sprecher, perfekt passende Musik, dichte Atmosphäre, gelungene Unterhaltung, komplexe und anspruchsvolle Story, derber Humor vom Feinsten, authentisch umgesetzte Historie. Eine Mischung, die den Hörer in jeder Sekunde fordert und ihm alles abverlangt. Nur eben noch mehr als bisher schon. Amadeus war bereits ab der ersten Folge gelungen, steigert sich von Mal zu Mal, und ich habe langsam die Befürchtung, dass mein Anspruch an die Serie sosehr wächst, dass sie ihn irgendwann nicht mehr erfüllen kann. Denn seit der vierten Folge hat AMADEUS eine Richtung eingeschlagen, die für den Hörer bisher noch nicht zu überblicken ist und ihn an die Reihe fesselt.
Die Wartezeit auf die nächste Folge wird zur Folter, und ich kann diese Zeit nur überbrücken, indem ich zum mehrfach wiederholten Male die ersten Folgen höre, vielleicht ein paar Hinweise auf Kommendes entdecke und die Handlung besser erfasse als beim ersten oder zweiten Durchlauf.
Mozart hat geschafft, was noch kein Hörspiel bisher vermochte: wenige Ausnahmen (Bedfort, Mindnapping, Jonas, Freud, Poe) habe ich zweimal gehört. Aber kein Hörspiel öfter. AMADEUS läutet für mich nun Runde drei ein. Und irgendwann, wenn Folge 10 oder 11 erscheint vermutlich Runde vier.
Wer ist Samiel? Was hat es mit dem geheimen Orden auf sich? Welche Rolle wird der Kaiser in all dem spielen? Wie wird es mit Mozart und Resch weitergehen? Und was haben die Andeutungen des Erzählers (Resch) zu bedeuten? Wir können nur hoffen, dass AMADEUS noch möglichst lange fortgeführt wird und das Niveau halten kann.
Der Hörplanet hat mit AMADEUS die Latte für gelungenes Hörspiel gewaltig hochgesetzt. Die Konkurrenz hat es bei mir wirklich nicht mehr leicht, sich daran zu messen!

SaschaSalamander 06.02.2014, 08.37 | (0/0) Kommentare | PL
Kinderland 01 - Ein Unwetter zieht auf
ShitShitShit, kompletter Beitrag weg, ich könnte fluchen wie ein Rohrspatz und bin stinksauer! Ich HASSE es, einen Text doppelt zu schreiben, ich hasse es mich zu wiederholen. Also lasse ich das, die Rezension ist somit futsch. Tut mir verdammt leid für den Autor, denn er hat eine ausführliche Rezi wirklich verdient. Aber immerhin, es ist eine Serie, und ich werde die weiteren Titel ebenso ausführlich rezensieren.
Aber hier diesmal nur Stichpunkte *narf* (war echt ne schöne Rezi *heul*)
- Serial-Novel, neuer Begriff, vermutlich ist "Fortsetzungsroman" zu langweilig"
- Charaktere sehr spannend gehalten, jedoch in der Umsetzung etwas misslungen. Durch fehlenden Absatz (ggf Problem bei der Umwandlung in Ebook-Format) allerdings Perspektive gelegentlich fehlerhaft
- spielt in drei bzw vier verschiedenen Zeitebenen. Spannend, gelegentlich jedoch verwirrend. Nicht wegen der Ebenen sondern durch die unterschiedliche Verwendung von Namen (ein Prota hat einen Spitznamen, Vornamen als Kind, Nachname als Erwachsener) und die Ungewissheit um die Handlung. Hätte etwas klarer getrennt werden müssen. Charaktere heben sich stellenweise nicht deutlich genug voneinander ab (dadurch weniger Identifikation mit ihnen und weniger Bindung an Story)
- erinnert gelegentlich in Atmosphäre und Stil an King (besonders STAND BY ME und ES), ist jedoch keine platte Kopie sondern als eigenständiger Titel zu betrachten
- Autor hat einen sehr eindringlichen Stil, mit dem er eine dichte Atmosphäre erschafft. Neologismen. Aufzählungen. Lässt gelegentlich Andeutungen und Sätze fallen, die wie nebenbei jedoch perfekt zur Atmosphäre beitragen. Sehr düster und angenehm gruslig.
- Story noch unklar, wird sich vermutlich im Laufe der nächsten Bände herauskristallisieren
- gelegentlich musste ich Absätze zweimal lesen. Lag in dem Fall aber vermutlich nicht an mir, sondern an (noch) etwas unsicherer Erzählweise des Autors, der gelegentlich nicht ganz klar macht, wo man sich befindet und um was es eigentlich geht. Ausbaufähig
- Fazit: perfekt inszenierte Geschichte mit toller Atmosphäre, macht neugierig auf mehr, hat noch gewisse Schwächen aber auch sehr viel Potential. Lesetipp!

SaschaSalamander 05.02.2014, 08.51 | (0/0) Kommentare | PL
Kleine Veganer-Bibel
Ein Buch, das mich doch recht interessierte. Wobei das Wort "Bibel" mich ziemlich abschreckte und offen gesagt auch störte, denn es ist ein anmaßendes Wort. Erst recht, wenn das Buch von einer Frau geschrieben ist, die selbst keine Veganerin ist. Aber wortwörtlich, man soll das Buch nicht nach dem Umschlag (bzw Titel) beurteilen sondern nach dem Inhalt. Und der sah interessant aus. Die Autorin ist Ökotrophologin und Vegetariern und möchte ihre Gedanken und Erfahrungen zum Thema Veganismus mit den Lesern teilen. Es ist kein Koch- und Backbuch, auch kein Plädoyer für reinen Veganismus, sondern einfach die neugierige Auseinandersetzung mit dem Thema, teils sachlich und fundiert, teils narrativ. Schon deswegen ist der Titel leider völlig daneben, nur um es nochmals erwähnt zu haben *g*.
Die Zielgruppe ist mir stellenweise nicht ganz klar. Für Veganer jedenfalls erachte ich es als zu simpel, da alles schon bekannt ist. Ich denke, es richtet sich einfach an Menschen, die entweder einfach neugierig sind, was die Veganer so treiben, oder aber an Menschen, die selbst überlegen, eventuell vegan zu werden aber noch nicht wissen, wo und wie sie ansetzen sollen. Diese Leser finden hier interessante Gedanken über den Umstieg, über die Gründe für das Vegansein und die Probleme wie auch Vorteile, die es im Alltag mit sich bringt.
Die Autorin plaudert recht viel, erzählt wie sie eigene Erfahrungen sammelt, was sie erlebt, wie sie mit verschiedenen Personen spricht (die Interviews sind nicht in Interview-, sondern in Textform niedergeschrieben).
Die Autorin plaudert recht viel, erzählt wie sie eigene Erfahrungen sammelt, was sie erlebt, wie sie mit verschiedenen Personen spricht (die Interviews sind nicht in Interview-, sondern in Textform niedergeschrieben).
Sehr schön finde ich, dass Schocke weder die eine noch die andere Seite in einem schlechten Licht dastehen lässt. Sie betrachtet sehr aufgeschlossen die Fakten, Möglichkeiten und wägt Argumente ab. Es ist eine reflektierte Auseinandersetzung mit einem Thema, das immer mehr Trend wird und auf beiden Seiten für viel Zündstoff sorgt. Da ist es eine angenehme Abwechslung, einmal eine aufgeschlossene Meinung zu lesen, die nicht nur Phrasen betet sondern bewusst hinterfragt, ohne dabei in irgendein Extrem zu verfallen.
Die Rezepte finde ich eine nette Idee, kann offen gesagt aber wenig damit anfangen. Was mich nervt und verschreckt sind Rezepte, die enorm viele Zutaten beinhalten und für die ich erst einmal recherchieren muss, wo man das kauft. Wenn ich für mich selbst etwas erfahren habe, dann dass Veganismus mit sehr einfachen Mitteln umgesetzt werden kann und man dafür nicht tonnenweise fremdartige Sachen kaufen muss. Außerdem ist es sinnlos, wenn zu Hause dann viele Dinge herumstehen, die man nur für ein einziges Rezept braucht und ansonsten mangels Erfahrung dafür keine Verwendung findet.
Eines der Rezepte interessierte mich, der vegane Kaiserschmarrn. Ausprobiert und mit der Konsistenz nicht so ganz zufrieden. Bei meiner späteren Suche im Web fand ich Rezepte hierfür, die wesentlich weniger Zutaten enthielten, einfacher nachzubereiten waren und besser gelangen. Trotzdem, der Gedanke ist nett, und vielleicht gibt es ja auch Leser, die all diese Zutaten als Nichtveganer bereits zu Hause haben oder das Glück haben, in der näheren Umgebung über einen veganen Supermarkt zu verfügen, wo das alles erhältlich ist.
Insgesamt fand ich das Buch jedoch sehr nett zu lesen. Die Gedankengänge sind sympathisch, der Schreibstil ist flüssig, und die Auseinandersetzung mit dem Thema ist zwar nicht extrem tiefgreifend, erreicht dadurch aber vielleicht eine Zielgruppe, die sich sonst nicht unbedingt damit auseinandersetzen würde.
Wertung: 6,8 von 10 Filo-Platten
Die Rezepte finde ich eine nette Idee, kann offen gesagt aber wenig damit anfangen. Was mich nervt und verschreckt sind Rezepte, die enorm viele Zutaten beinhalten und für die ich erst einmal recherchieren muss, wo man das kauft. Wenn ich für mich selbst etwas erfahren habe, dann dass Veganismus mit sehr einfachen Mitteln umgesetzt werden kann und man dafür nicht tonnenweise fremdartige Sachen kaufen muss. Außerdem ist es sinnlos, wenn zu Hause dann viele Dinge herumstehen, die man nur für ein einziges Rezept braucht und ansonsten mangels Erfahrung dafür keine Verwendung findet.
Eines der Rezepte interessierte mich, der vegane Kaiserschmarrn. Ausprobiert und mit der Konsistenz nicht so ganz zufrieden. Bei meiner späteren Suche im Web fand ich Rezepte hierfür, die wesentlich weniger Zutaten enthielten, einfacher nachzubereiten waren und besser gelangen. Trotzdem, der Gedanke ist nett, und vielleicht gibt es ja auch Leser, die all diese Zutaten als Nichtveganer bereits zu Hause haben oder das Glück haben, in der näheren Umgebung über einen veganen Supermarkt zu verfügen, wo das alles erhältlich ist.
Insgesamt fand ich das Buch jedoch sehr nett zu lesen. Die Gedankengänge sind sympathisch, der Schreibstil ist flüssig, und die Auseinandersetzung mit dem Thema ist zwar nicht extrem tiefgreifend, erreicht dadurch aber vielleicht eine Zielgruppe, die sich sonst nicht unbedingt damit auseinandersetzen würde.
Wertung: 6,8 von 10 Filo-Platten
SaschaSalamander 04.02.2014, 08.45 | (0/0) Kommentare | PL
Leide
AUTORSiegfried Langer fiel mir damals durch das Buch >VATER MUTTER, TOD< auf, das mich restlos begeisterte. Auch der Nachfolger >STERBENSWORT< hatte mir gefallen. Auf LEIDE war ich nun also neugierig, was ihm diesmal eingefallen war, um seine Leser zu unterhalten.
INHALT
Die Geschichte handelt von einer Privatdetektivin, die von der schrulligen Nachbarin einen vermeintlich harmlosen Auftrag erhält. Dieser bringt sie jedoch in Lebensgefahr. Auch handelt LEIDE von dem jungen Polizisten, der aus privaten Gründen nach Berlin versetzt wird und mit seinem ersten Fall sofort mit einem brutalen Mord konfrontiert wird. Und dann ist dann ist da noch der Täter, dessen Handeln und Motive nach und nach aufgerollt werden.
AUFBAU
Der Prolog beginnt ziemlich brutal mit einem Kind, das eine Fliege quält. Es liest sich unangenehm, und schon hierbei verzieht der Leser schmerzerfüllt das Gesicht, leidet mit dem armen Tier. Der Blick des Jungen zur Katze lässt den Leser Schlimmes ahnen und bereitet ihn darauf vor, was geschehen wird, wenn dieses Kind erwachsen ist und das Quälen von Tieren nicht mehr die gewünschte Befriedigung verspricht ...
Das Buch selbst springt zwischen den Charakteren hin- und her. Keine Besonderheit, das machen viele Romane. Was allerdings eher ungewöhnlich, beinahe schon ein Markenzeichen für Langer ist, das ist der Wechsel zwischen den Zeitebenen. Pfingsten, Mai, Juni, irgendwann in der Vergangenheit, unchronologisch erzählt und dadurch zu Beginn etwas verwirrend.
Da der Täter jedoch bekannt ist und sich die einzelnen Puzzleteile schnell zusammenfügen, ist es hier eine nette Umsetzung, jedoch nicht mehr das Nonplusultra, das es in den vorherigen Bänden war. Die Handlung ist dem Leser recht schnell klar, nur die Frage, wie es dazu kam und welches das Motiv des Täters ist, bleibt bis kurz vor Ende offen.
Da der Täter jedoch bekannt ist und sich die einzelnen Puzzleteile schnell zusammenfügen, ist es hier eine nette Umsetzung, jedoch nicht mehr das Nonplusultra, das es in den vorherigen Bänden war. Die Handlung ist dem Leser recht schnell klar, nur die Frage, wie es dazu kam und welches das Motiv des Täters ist, bleibt bis kurz vor Ende offen.
CHARAKTERE
Die Charaktere scheinen darauf angelegt, weitere Krimibände folgen zu lassen. Sie entwickeln sich im Laufe der Handlung, der Leser erfährt einiges über ihr Privatleben, und gegen Ende werden einzelne Stränge verknüpft, sodass man sie zukünftig gut gemeinsam agieren lassen kann. Und ein erster Konflikt ist bereits vorprogrammiert, denn der nette Bestattert von nebenan kommt als möglicher Partner ebenso in Betracht wie der Polizist. Auch die Familienangehörigen bieten sehr viel Raum für weitere Geschichten. Und vor allem sind alle sehr sympathisch, haben zwar ihre Macken aber sind nicht ganz so tragisch und depressiv wie in den von fast allen (mir nicht) geliebten skandinavischen Thrillern. Bei Langer gibt es gelegentlich noch ein Schmunzeln, sehr viel Selbstironie und witzige Momente. Eben der alltägliche Wahnsinn im menschlichen Miteinander.
So ungern ich Fortsetzungen lese, aber hier schreit alles gerade zu danach, und ich würde mich sehr freuen, falls Langer weitere Ideen zu Papier bringt.
So ungern ich Fortsetzungen lese, aber hier schreit alles gerade zu danach, und ich würde mich sehr freuen, falls Langer weitere Ideen zu Papier bringt.
STIL
Der Stil hat mich wenig überrascht, da bleibt Langer sich treu: unterhaltsame Kost, die flink zu lesen ist und nach einem anstrengenden Tag nette Abwechslung bietet, ohne den Leser zu überfordern. Schlichte Sätze, keine weiteren Fremdwörter, nur wenige Grundzutaten. Also perfekt für zwischendurch, ich hatte mich bereits zu Recht wieder darauf gefreut und es sehr genossen.
Besonders gefällt mir, wie Langer mit den Erwartungen der Leser spielt und diese dann binnen eines Satzes in Stücke reißt. Gelegentlich ist laterales Denken gefordert: die Dinge nicht einfach automatisch ergänzen sondern wirklich genau lesen, was tatsächlich gesagt wurde. So habe ich mich zum Beispiel köstlich über die erste Szene amüsiert, in der eine Mutter ihrem Kind das Pausenbrot für den Tag bereitet. Köstlich! Ich mag es, wenn Autoren mit dem Gehirn Katz und Maus spielen :-)
Was ungewöhnlich ist, das ist dieses Mal die Brutalität, mit der der Täter vorgeht. Die anderen Bücher gingen ja schon nah, hier jedoch ekelte es mich stellenweise. Weniger wegen blutrünstiger Momente (die gab es, wurden jedoch erfreulicherweise nicht ausgeschmückt) als vielmehr die psychische Folter, die der Täter anwendet. Er ist ein Teufel in Menschengestalt, das wird sehr gut transportiert, einem solchen Menschen möchte niemand begegnen ...
Besonders gefällt mir, wie Langer mit den Erwartungen der Leser spielt und diese dann binnen eines Satzes in Stücke reißt. Gelegentlich ist laterales Denken gefordert: die Dinge nicht einfach automatisch ergänzen sondern wirklich genau lesen, was tatsächlich gesagt wurde. So habe ich mich zum Beispiel köstlich über die erste Szene amüsiert, in der eine Mutter ihrem Kind das Pausenbrot für den Tag bereitet. Köstlich! Ich mag es, wenn Autoren mit dem Gehirn Katz und Maus spielen :-)
Was ungewöhnlich ist, das ist dieses Mal die Brutalität, mit der der Täter vorgeht. Die anderen Bücher gingen ja schon nah, hier jedoch ekelte es mich stellenweise. Weniger wegen blutrünstiger Momente (die gab es, wurden jedoch erfreulicherweise nicht ausgeschmückt) als vielmehr die psychische Folter, die der Täter anwendet. Er ist ein Teufel in Menschengestalt, das wird sehr gut transportiert, einem solchen Menschen möchte niemand begegnen ...
FAZIT
LEIDE ist wieder ein gelungener Roman von Siegfried Langer, der auf weitere Fälle der Ermittler hoffen lässt. Flink zu lesen, sympathische Charaktere und vor allem atemlose Unterhaltung. Perfekt für einen verregneten Nachmittag im Lesesessel ...
Wertung: 9 von 10 Internetdates
SaschaSalamander 03.02.2014, 08.16 | (0/0) Kommentare | PL
Der Bilderwächter
KLAPPENTEXT: Zwei Jahre lang hatte Jettes Freundin Ilka den Nachlass ihres berühmten Bruders nicht angerührt. Als sie nun das erste Mal die Bilder von Ruben in Augenschein nimmt, ist es, als hätte sie die Büchse der Pandora geöffnet. Ein Mitarbeiter von Rubens Nachlassverwalter wird tot aufgefunden und ein unglaublicher Medienrummel bricht über Ilka herein. Jette und Merle ermitteln im Wettlauf gegen die Zeit, denn auch Ilka scheint in großer Gefahr zu sein. Die große Stärke der Autorin ist es, lebendige Charaktere zu erschaffen und durch wechselnde Perspektiven eine vielschichtige Geschichte zu erschaffen, in welcher der Leser hautnah am Geschehen dabei ist. Man leidet und fiebert mit ihnen und kann sich alles so realistisch vorstellen, als wäre es tatsächlich geschehen.
Aber, das große Manko: der Grat ist sehr schmal, auf dem Autoren mit diesem Erzählstil wandeln, und diesmal ist es leider gekippt. Das hat verschiedene Gründe:
Das Buch ist die Fortsetzung des Titel DER MÄDCHENMALER. Ich wusste, dass die Titel der Autorin durch die Protagonisten zusammenhängen. Allerdings ist es üblich, dass die Bücher einer solchen Reihe auch einzeln gelesen werden können. Ich las also ohne Vorkenntnis des Vorgängers. Was dort geschehen ist, wurde so widergegeben, dass ich die Hintergründe verstehen konnte. Manche Dinge wurden immer und immer wieder erklärt, sodass die stete Wiederholung selbst mich als Neuling zu langweilen begann. Ich kann mir vorstellen, dass ein Leser des MÄDCHENMALERS dies klar als Zuviel ansieht. Andere wichtige Dinge dagegen wurden nicht erläutert, sodass ich stellenweise das Gefühl hatte, mir fehlen grundlegende Informationen für das Verständnis. Allerdings kann ich nicht sagen, ob dies an der Autorin lag oder den Kürzungen des Hörbuches geschuldet ist. Es ist eine Fortsetzung, die man ohne den Vorgänger also nicht lesen sollte. Von daher tut es mir leid, ein Buch zu bewerten, an das ich mit falschen Voraussetzungen herangegangen bin.
Ein weiteres Problem, das sich mir auftat: die vielen Perspektiven. Inzwischen bin ich dank Feth und Wolf gewohnt, dass ich mit unzähligen Charakteren erschlagen werde, und finde es sogar recht angenehm und vielschichtig. Eine Erzählweise, die viel Fingerspitzengefühl erfordert und beide meisterlich beherrschen. Das Problem bei diesem Buch allerdings ist, dass die einzelnen Abschnitte teilweise zu kurz sind und die Sprünge zu verschwommen. Es war mir dieses Mal nicht möglich, mich in Charaktere einzufinden, da es oft zu schwer war, sie auseinanderzuhalten und als getrennte Figuren zu erachten.
Abgesehen von den extrem kurzen Kapiteln lag dies allerdings auch daran, dass ich mit den Sprechern Probleme hatte. Die Sprecher an sich (Julia Nachtmann, Regina Lemnitz und Jacob Weigert) leisten sehr gute Arbeit. Schwierig ist jedoch, dass teilweise Männer von einer Frauenstimme gesprochen werden und dass vor allem ein Charakter von verschiedenen Sprechern vorgetragen wird. Es wird scheinbar nicht charakterbezogen vorgetragen sondern kapitelweise. Das macht es einem Hörer, der die Charaktere rund um Jette und Merle nicht kennt (ich kannte bisher nur Romy), verdammt schwer.
Während die anderen in der dritten Person geschildert sind, wird Jette als Ich-Erzähler eingesetzt. Was mich sehr irritiert, denn sie hat in diesem Roman eine meiner Ansicht nach sehr kleine Rolle, das Gewicht liegt zu stark auf anderen Charakteren, als dass ich sie als Protagonistin erkennen könnte.
Die Handlung entspricht nicht unbedingt einem Thriller, eher einem Drama mit Mord und gegen Ende actionreicher Handlung. Da ich die Charaktere nicht kannte und mich durch die ständigen Wechsel auch nicht in sie einfinden konnte, vermochte ich somit auch nicht mit ihnen mitfiebern, sodass ich gerade auf den ersten drei CDs eine gewisse Spannung vermisste und mich ... naja, "durchkämpfen musste" wäre zuviel, aber es fiel nicht gerade leicht.
Von daher war DER BILDERWÄCHTER für mich leider ein eher enttäuschender Titel. Allerdings kann ich nicht sagen, ob es an meiner Unkenntnis des Vorgängers sowie der Merle / Jette - Romane liegt, ob die ungünstige Verteilung der Sprecherrollen sowie missglückte Kürzungen dafür verantwortlich sind, oder ob es ein ausnahmsweise schwächerer Roman der Autorin ist.
Ich werde ihre Titel weiterhin gerne lesen, denn ihre Bücher strahlen eine große Herzlichkeit aus, und die Charaktere agieren sehr menschlich und wirken so realistisch, als würde ich sie persönlich kennen. Dass es diesmal nicht geklappt hat, naja, das kommt vor.
Wer den MÄDCHENMALER kennt, sollte die Fortsetzung auf jeden Fall lesen, er wird weniger Schwierigkeiten damit haben als ein Neuling und wird sich freuen, den alten Freunden wieder zu begegnen. Wer die Romane um Jette und Merle nicht kennt, sollte besser erst andere Werke der Autorin greifen ;-)
SaschaSalamander 20.01.2014, 09.40 | (0/0) Kommentare | PL
Porterville 18 - Versuchung
Ich gebe zu, dass ich mit der abschließenden Folge von Porterville ein wenig hadere. Beim Abschluss von DARKSIDE PARK waren einige Leser begeistert, andere enttäuscht. Ich zählte mich zu den begeisterten Fans. Was nun das Ende von Porterville betrifft, bin ich etwas hin und her gerissen. Über den Inhalt kann ich natürlich nichts verraten, daher versuche ich mich kryptisch aber doch nachvollziehbar zu formulieren, puh ...
Am Schreibstil gibt es nichts auszusetzen, Raimon Weber hat seine Sache klasse gemacht. Auch die Idee dahinter ist faszinierend und entspricht dem, was Porterville ausmacht: Geheimnis, Querdenken und das Verlassen der uns bekannten Realität. Nicht immer müssen die Dinge sein, wie sie scheinen. Das ist es, was mich bei dieser Reihe so begeisterte und noch immer begeistert.
Aber die Umsetzung ... mmmh, nein, so wirklich wurde ich nicht warm mit dem Abschluss. Eigentlich wäre Folge 17 ein prima Abschluss gewesen. Einige Fragen noch offen, die man hätte klären müssen, aber von der Umsetzung her gelungen. Folge 18 ist eher eine Art Epilog, in dem der Gedanke weitergesponnen und ein neues Element hinzugefügt wird. Eine prima Idee, und an sich gefällt sie mir. Trotzdem, wenn 17 schon so genial war, dann rechnet man bei 18 mit einem absoluten Knaller. Nicht mit einem Cool-Down.
Was mich aber vor allem stört ist, dass ich die Personen, welche die beiden Geschichten erzählen, nicht kenne (soviel sei gesagt: Folge 18 ist zweigeteilt, und beide Erzähler sind unwichtige, bisher unbekannte Nebenfiguren). Ich habe die Bewohner von Porterville hassen und lieben gelernt, mit ihnen gefiebert. Und nun begegnen wir wie auch schon in den letzten Folgen Fremden, die mit dem Geschehen an sich kaum etwas zu tun haben und lediglich beobachten. Dadurch bleibe ich als Leser dem Geschehen fern, erlebe zwar die Handlung aber bin nicht wie sonst aus Sicht eines der Protagonisten dabei. Bisher saß man bei Porterville mitten auf der Bühne, und hier muss man sich plötzlich mit dem Zuschauerrang begnügen.
Was mich aber vor allem stört ist, dass ich die Personen, welche die beiden Geschichten erzählen, nicht kenne (soviel sei gesagt: Folge 18 ist zweigeteilt, und beide Erzähler sind unwichtige, bisher unbekannte Nebenfiguren). Ich habe die Bewohner von Porterville hassen und lieben gelernt, mit ihnen gefiebert. Und nun begegnen wir wie auch schon in den letzten Folgen Fremden, die mit dem Geschehen an sich kaum etwas zu tun haben und lediglich beobachten. Dadurch bleibe ich als Leser dem Geschehen fern, erlebe zwar die Handlung aber bin nicht wie sonst aus Sicht eines der Protagonisten dabei. Bisher saß man bei Porterville mitten auf der Bühne, und hier muss man sich plötzlich mit dem Zuschauerrang begnügen.
Außerdem gebe ich zu, ein paar weitere Antworten wären mir lieber gewesen als ein Epilog dieser Art, in dem bis auf einen netten (aber eher unnötigen) Twist nicht viel Neues präsentiert wird. Die meisten Antworten hat man erhalten, die Folgen fügen sich gut ineinander, und mit dem Ende hatte ich eigentlich eher etwas Bombastisches erwartet, weniger ein abklingendes Nachwort mit offenem Ende.
Daher, zusammenfassend: die Idee ist toll, der Autor hat seine Sache gut gemacht, und das gesamte Team hat ein prima Projekt auf die Beine gestellt. Aber das Konzept, den Leser in den letzten Folgen immer mehr zu Beobachtern zu machen statt zu Teilnehmern, ist für meinen Geschmack nicht ganz aufgegangen.
Trotzdem, auch wenn der Abschluss mich etwas enttäuscht hat - im Grunde ist Porterville für mich mit Folge 17 abgeschlossen, und die Reihe konnte mich ebenso begeistern wie auch schon der Vorgänger. Wer weiß, wohin Ivar Leon Menger und sein Team uns das nächste Mal entführen werden? Ich will auf jeden Fall wieder dabeisein ;-)
Trotzdem, auch wenn der Abschluss mich etwas enttäuscht hat - im Grunde ist Porterville für mich mit Folge 17 abgeschlossen, und die Reihe konnte mich ebenso begeistern wie auch schon der Vorgänger. Wer weiß, wohin Ivar Leon Menger und sein Team uns das nächste Mal entführen werden? Ich will auf jeden Fall wieder dabeisein ;-)
SaschaSalamander 09.01.2014, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL
Porterville 17 - Der Turm
Folge 17 ist seit einigen Folgen meine derzeitige Lieblingsfolge. Der Leser erfährt wieder mehr über Sato, seine Denkweise, seine Pläne und erlebt den anstehenden Untergang Portervilles. Anfangs als verzeichnete Chronik, bald darauf wieder aus seiner Ich-Perspektive. Was in den letzten Folgen angedeutet wurde, wird hier nun konkretisiert, der Schutzschirm bricht und die Stadt beginnt zu zerfallen. Auch Brenner, Hudson und Eleanor bekommen wichtige Schlüsselrollen in diesem gewaltigen Showdown.
Nach 17 Teilen ist es nicht mehr leicht, wirklich viel zu schreiben. Ich kann nur sagen "Super Arbeit, Team von Porterville", wie alle Puzzleteile sich nun endlich zusammenfügen und ein stimmiges Bild ergeben. Anette Strohmeyer hat Sato einen würdigen unwürdigen Abgang beschert, und der Leser ist enttäuscht, dass es nun alles so schnell ging, gerne wären wir länger hier verweilt ...
Nach 17 Teilen ist es nicht mehr leicht, wirklich viel zu schreiben. Ich kann nur sagen "Super Arbeit, Team von Porterville", wie alle Puzzleteile sich nun endlich zusammenfügen und ein stimmiges Bild ergeben. Anette Strohmeyer hat Sato einen würdigen unwürdigen Abgang beschert, und der Leser ist enttäuscht, dass es nun alles so schnell ging, gerne wären wir länger hier verweilt ...
SaschaSalamander 08.01.2014, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

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