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Die Dunklen
Aktuell lese ich "die Dunklen" von Ralf Isau. Einfach genial, wie üblich bei diesem Autor. Wobei man bei ihm zwei Kategorien unterscheiden muss: einmal die normale Kinder- und Jugendfantasy, und zum anderen die realistisch angehauchten Bücher um Verschwörungstheorien (was nicht bedeutet, dass diese keine Fantasyelemente enthalten). Über die ersten Bücher wurde ich auf ihn aufmerksam, aber die zweite Kategorie ist es, die mich bei ihm begeistert. Der Kreis der Dämmerung, der silberne Sinn, die Dunklen, wow! Es ist grandios, wie es ihm gelingt, aus kleinen Splittern große Geschichten zu erschaffen und in dieser dann so geschickt Fakt und Fiktion zu mischen, dass es wirklich ein Meisterwerk ist. Es gibt kaum ein Buch, das mich sosehr begeistert hatte wie der Kreis der Dämmerung, aber "die Dunklen" könnte es möglicherweise schaffen. Eine berühmte Pianistin, welche die Gabe der Synästesie besitzt (Sinnesreize kombinieren, in diesem Fall z.B. akustische Reize in optische zu wandeln, Musik zu "sehen". Das ist tatsächlich Fakt, ich habe schon sehr viel darüber gelesen, weil ich das unglaublich faszinierend finde), gerät in eine Verschwörung um den Musiker Franz Liszt, ihren Vorfahr. Er hat in seine Musik geheime Botschaften eingewoben, die zu einem ganz besonderen Werk führen sollen, welches - mal wieder, das gehört eben dazu - die Welt verändern wird. Und nun beginnt eine Schnitzeljagd (und natürlich auch Verfolgung) quer durch Europa.
Einfach nur großartig, mehr fällt mir fast nicht ein, wenn ich mich kurzfassen will, sonst müsste ich jetzt seitenweise Schreibstil, Recherche, Fantasie und Storyaufbau etc des Autoren beschreiben und loben, wozu ich hoffentlich demnächst Zeit finden werde.
Nur eine kleine Anmerkung, ein kleines Easteregg, das mich immer sehr freut: ich liebe es, wenn ein Autor Anspielungen auf andere Werke bringt. So wird hier z.B. eine Verbindung des Geheimbundes der Dunklen mit dem Geheimbund des Kreises der Dämmerung hergestellt, und auch Karl Konrad Koreander taucht auf (eigentlich eine Figur von Michael Ende, welcher auch ein Mentor für Isau war und dessen Roman der unendlichen Geschichte in vielen Spin-Offs honoriert wurde, unter anderem durch Ralf Isaus Roman "die geheime Bibliothek des Thaddäus Tillmann Trutz"). Ich liebe diese kleinen Häppchen, fühle ich mich damit als Stammleser von Isau doch ein klein wenig persönlich angesprochen und freue mich sehr darüber.
Grade mal ein Drittel habe ich bisher gelesen, aber schon bin ich mir sicher, dass dieses Buch keinesfalls im Tauschregal landen wird, sondern einen festen Platz in meiner Sammlung erhält. Und bei Isau kann ich mir sicher sein, dass er das Ende nicht vermasselt, sondern bestimmt eine tolle Auflösung parat hält.
Dieses Buch gehört zu jenen, bei denen ich am Ende ein wenig bedauere, dass ich es nicht erneut "zum ersten Mal" lesen kann. Während ich andere Bücher derzeit verschlinge, zelebriere ich dieses hier wieder, genieße es Wort für Wort. Es tut gut, in dem aktuellen Stress abzuschalten, und ich danke Isau für seine Kreativität und die Fähigkeit, diese auf solch angenehme Weise umzusetzen.
Hier ein paar Links, wo ich unter anderem über Isau und seine Werke schwelge (ich habe weit mehr von ihm gelesen, aber nicht alles konnte im Blog landen) ;-)
SaschaSalamander 19.03.2010, 15.13 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Die verblödete Republik
Ich nehme derzeit "die verblödete Republik" zu mir. Das Buch entspricht in etwa dem, was ich erwartet hatte, von daher bin ich wenig enttäuscht. Aber ich weiß nicht so wirklich, was ich davon halten soll. Der Autor prangert an, wie das Volk von "denen" verblödet wird, er kritisiert dies und jenes, aber meist sehr polemisch auf einem Niveau, welches er anderen Medien gleichermaßen vorwirft. Kleine Bröckchen, aufgepeppt mit ein paar wichtig klingenden Fachwörtern, nicht gerade allzu seriöse Quellen. Dinge, die jemand auf dem Stammtisch von sich gibt, wenn er über "die da oben" wettert.
Schuld sind meist die Neoliberalen, aber auch "gewisse Kreise" oder "die da oben" oder "die Mächtigen", meist irgendwelche verschwommenen Gruppen. Manchmal nennt er auch Namen. Allerdings, wer Talkmoderatoren im Privatfernsehen oder irgendwelche unbekannten aber scheinbar ach so wichtigen Professoren, Fachleute und Wissenschaftler für vertrauenswürdige Quellen hält, der liest dieses Buch vermutlich sowieso nicht und guckt weiterhin in die Röhre und lässt sich von Bild, Bams und Glotze in seiner Meinung leiten.
Von daher frage ich mich, welche Zielgruppe der Autor ansprechen will? Die einen, die er meint, lesen ihn sowieso nicht. Und die, die ihn lesen, erhoffen sich etwas qualifiziertere Aussagen, erwarten Fakten und Infos. Die allerdings nicht wirklich auftauchen. Hier und da ein paar interessante Details, die mir neu waren (zumal ich zugeben muss, politisch sowieso nicht gerade sooo bewandert zu sein. Auch ich gehöre zu den "Verblödeten", weil ich die Namen, die er so lässig in den Raum wirft, teilweise noch nie gehört habe. Weil ich nämlich nicht täglich ein Wirtschaftsmagazin lese und nicht jeden Politiker perfekt der Partei zuordnen kann), auf die ich aber nicht viel gebe. Denn auch der Autor betreibt Meinungsmache auf unterstem Niveau und lässt sich somit hervorragend in die Liste der Verblödung einreihen.
Es ist witzig zu lesen / hören, manchmal nicke ich anerkennend mit dem Kopf, und ich unterhalte mich wirklich sehr gut. Aber das tue ich auch, wenn ich mit meinen Freundinnen beim Kaffee über den neuesten Staatsstreich diskutiere. Schade, denn erwartet hatte ich anhand des Titels und des Covers nichts anderes. Aber gehofft hatte ich dann trotzdem, dass ich vielleicht positiv überrascht würde, wenn das Buch schon so erfolgreich ist (vermutlich fiel ich der Masse und somit der Verblödung anheim. Nicht alles, was Bestseller ist, muss gut sein *g*). Und so kann ich das Buch als nette Lektüre zwischendurch empfehlen, aber keinesfalls als Werk zur politischen Weiterbildung.
SaschaSalamander 18.03.2010, 15.08 | (0/0) Kommentare | PL
Zwei aktuelle Romane
Noch immer bin ich dazu verdammt, Kisten zu räumen und Klamotten zu sortieren, anstatt in aller Ruhe Rezensionen zu tippen. Ich hoffe, dass ich heute wenigstens mal ein paar Minuten finde, über Frank Schätzing zu plaudern, denn ich fand es einen extrem unterhaltsamen Abend. Ich möchte ihn nicht in "gut" oder "schlecht" stecken, dann an den Maßstäben einer regulären Lesung kann man ihn nicht messen. Ich möchte einfach Eindrücke schildern nachher ...
aber ich muss jetzt wenigstens ein paar Gedanken loswerden über die beiden Bücher, welche ich aktuell lese bzw höre.
Ich lese gerade "das Buch der Namen" ovn Gregory und Tintory und bin recht enttäuscht. Es zieht und zieht sich. Eigentlich eine sehr spannende Story (die ich noch recherchieren werde) über einen jungen Mann, der seit seinem Unfall Namen in einem Notizbuch sammelt. Es stellt sich heraus, dass all diese Menschen bereits getötet wurden, bzw noch getöte werden sollen, denn sie sind die "36 Gerechten" Lamedwowniks, welche das Gefüge der Welt zusammenhalten. Ein Wettlauf gegen die Zeit und eine böse Geheimorganisation beginnt, in welcher mal wieder die Zukunft der Welt auf dem Spiel steht.
Super Sache eigentlich, prima Stoff für ein tolles Buch. Aber ich kann mich mit dem Schreibstil nicht wirklich anfreunden, bereits die Hälfte habe ich gelesen, und ich fiebere mit keinem der Charaktere mit, keiner liegt mir am Herzen, eigentlich sind sie alle mir egal. Ich lese, weil ich die Handlung wissen will, und diese ist zwar turbulent, aber das war es dann auch. Mir fehlt ein wenig Hintergrund, es wird zuviel angerissen, zu wenig erklärt und dann einfach drauflosgeballert. Es gibt zwar viele Erklärungen, doch für diese fehlt die Basis, die widerum nur angerissen wird, und daher scheint mir alles sehr an den Haaren herbeigezogen. Schade :(
Und auf den Ohren habe ich momentan "Ich bin kein Serienkiller" von Dan Wells. Sagte mir gar nichts, der Titel, aber Kaminski als Sprecher KANN nur gut sein. Ich ließ mich völlig offen auf das Buch ein und war dann sehr erstaunt. Doch erst kurz zur Handlung:
der 15jährige Ich-Erzähler John spürt, dass in ihm eine Bestie schlummert, ein grausamer Serienkiller, der nur darauf wartet, dass John die Kontrolle verliert. Also schafft er sich Regeln, mit denen er seinen Dämon im Zaum halten kann. Nach außen wirkt er für die meisten wie ein normaler Junge. Wenn man davon absieht, dass er seiner Mutter im Bestattungsinstitut bei den Leichen hilft, und wenn man mal außer Acht lässt, dass er eigentlich ein Sonderling ist und sich zudem auch noch für Serienkiller interessiert, unter Enuresis leidet, Feuer faszinierend findet, das Sezieren von toten Tieren als spannend empfindet und manchmal andere Leute einfach umlegen will. Dann geschehen eines Tages grauenvolle Morder in der kleinen Stadt, in der John lebt, und John findet mit seinem Fachwissen über Serienmörder heraus, wer der wahre Täter ist. Wie soll es nun weitergehen?
Ich ließ mich wie gesagt völlig offen auf das Buch ein und war erstaunt. Ich hatte anfangs einen Thriller erwartet, den als solcher ist er ausgeschrieben, auch das Cover sieht entsprechend aus. Dann ist der Protagonist auf einmal ein 15jähriger. Und dann wird es auf einmal auch noch mystisch. Ist dieser Dämon eine Metapher? Oder driftet das Buch nun in eine völlig andere Richtung ab? Ich kann verstehen, dass einige der Leser enttäuscht und verärgert sind, wenn sie einen Krimi erwarten und Fantasy bekommen. Mich dagegen freut das natürlich, denn es wird gerade richtig spannend, und ich finde es meisterhaft erzählt, wie John mit seinem Konflikt umgeht. Dazu die stete Frage, ob er wirklich ein Psychopath ist, oder ob er einfach ein ganz normaler 15jähriger Junge ist, der einfach ein paar seltsame Hobbies und Interessen hat und das Interesse an Mädchen aus erweckenden männlichen Gefühlen heraus vielleicht mit Stalking und krankhaftem Zwang verwechselt? ;-)
aber ich muss jetzt wenigstens ein paar Gedanken loswerden über die beiden Bücher, welche ich aktuell lese bzw höre.
Ich lese gerade "das Buch der Namen" ovn Gregory und Tintory und bin recht enttäuscht. Es zieht und zieht sich. Eigentlich eine sehr spannende Story (die ich noch recherchieren werde) über einen jungen Mann, der seit seinem Unfall Namen in einem Notizbuch sammelt. Es stellt sich heraus, dass all diese Menschen bereits getötet wurden, bzw noch getöte werden sollen, denn sie sind die "36 Gerechten" Lamedwowniks, welche das Gefüge der Welt zusammenhalten. Ein Wettlauf gegen die Zeit und eine böse Geheimorganisation beginnt, in welcher mal wieder die Zukunft der Welt auf dem Spiel steht.
Super Sache eigentlich, prima Stoff für ein tolles Buch. Aber ich kann mich mit dem Schreibstil nicht wirklich anfreunden, bereits die Hälfte habe ich gelesen, und ich fiebere mit keinem der Charaktere mit, keiner liegt mir am Herzen, eigentlich sind sie alle mir egal. Ich lese, weil ich die Handlung wissen will, und diese ist zwar turbulent, aber das war es dann auch. Mir fehlt ein wenig Hintergrund, es wird zuviel angerissen, zu wenig erklärt und dann einfach drauflosgeballert. Es gibt zwar viele Erklärungen, doch für diese fehlt die Basis, die widerum nur angerissen wird, und daher scheint mir alles sehr an den Haaren herbeigezogen. Schade :(
Und auf den Ohren habe ich momentan "Ich bin kein Serienkiller" von Dan Wells. Sagte mir gar nichts, der Titel, aber Kaminski als Sprecher KANN nur gut sein. Ich ließ mich völlig offen auf das Buch ein und war dann sehr erstaunt. Doch erst kurz zur Handlung:
der 15jährige Ich-Erzähler John spürt, dass in ihm eine Bestie schlummert, ein grausamer Serienkiller, der nur darauf wartet, dass John die Kontrolle verliert. Also schafft er sich Regeln, mit denen er seinen Dämon im Zaum halten kann. Nach außen wirkt er für die meisten wie ein normaler Junge. Wenn man davon absieht, dass er seiner Mutter im Bestattungsinstitut bei den Leichen hilft, und wenn man mal außer Acht lässt, dass er eigentlich ein Sonderling ist und sich zudem auch noch für Serienkiller interessiert, unter Enuresis leidet, Feuer faszinierend findet, das Sezieren von toten Tieren als spannend empfindet und manchmal andere Leute einfach umlegen will. Dann geschehen eines Tages grauenvolle Morder in der kleinen Stadt, in der John lebt, und John findet mit seinem Fachwissen über Serienmörder heraus, wer der wahre Täter ist. Wie soll es nun weitergehen?
Ich ließ mich wie gesagt völlig offen auf das Buch ein und war erstaunt. Ich hatte anfangs einen Thriller erwartet, den als solcher ist er ausgeschrieben, auch das Cover sieht entsprechend aus. Dann ist der Protagonist auf einmal ein 15jähriger. Und dann wird es auf einmal auch noch mystisch. Ist dieser Dämon eine Metapher? Oder driftet das Buch nun in eine völlig andere Richtung ab? Ich kann verstehen, dass einige der Leser enttäuscht und verärgert sind, wenn sie einen Krimi erwarten und Fantasy bekommen. Mich dagegen freut das natürlich, denn es wird gerade richtig spannend, und ich finde es meisterhaft erzählt, wie John mit seinem Konflikt umgeht. Dazu die stete Frage, ob er wirklich ein Psychopath ist, oder ob er einfach ein ganz normaler 15jähriger Junge ist, der einfach ein paar seltsame Hobbies und Interessen hat und das Interesse an Mädchen aus erweckenden männlichen Gefühlen heraus vielleicht mit Stalking und krankhaftem Zwang verwechselt? ;-)
SaschaSalamander 04.03.2010, 15.51 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Millenium - Trilogie 1 und 2
Bevor ich vier einzelne Rezensionen schreibe: ich wollte unbedingt ins Kino für "Verdammnis", und dafür musste ich natürlich erst mal die Bücher lesen und dann den ersten Teil ansehen. Aber, wie gesagt, bevor ich nun vier einzelne Beiträge tippe, eine kurze Zusammenfassung über die ersten beiden Teile der "Millennium-Trilogie" als Buch und Film. Ich habe wenig Zeit, also bemühe ich mich um eine Kurzfassung. Was mir schwerfällt, denn diese Bücher gehen mir schon ordentlich durch den Kopf, weniger wegen des Inhalts sondern wegen des Aufbaus und der Machart! Hier also eine grobe Zusammenfassung:
Teil 1 - Verblendung (Buch)
Ein Journalist wird von einem reichen Geschäftsmann angeheuert, die Familienchronik zu schreiben. Dies jedoch nur die Cover-Story, in Wirklichkeit soll Blomquist nämlich recherchieren, was der Polizei in den letzten 40 Jahren nicht gelang: wer hat damals die junge Harriet umgebracht, Augenstern und Nichte des reichen Konzernmanns Vanger? Blomquist beginnt mit den Nachforschungen, tut sich mit Lisbeth Salander zusammen, und sie geraten immer tiefer in die dunkle Vergangenheit der Familie. Welchem Geheimnis war Harriet auf der Spur? Musste sie sterben, weil sie zuviel wusste? Und was hat eine Reihe unzusammenhängender Morde seit über 60 Jahren mit der Familie Vanger zu tun?
Das Buch braucht zu lange, um in Gang zu kommen, etwa ein Viertel ist Vorarbeit und Einführung der Charaktere. Aber dann, wenn es soweit ist, ist es wirklich spannend und sehr flüssig, lies sich wie von selbst. Es gibt einige wenige Längen, aber die verzeiht man dem Gesamtwerk. Das Ende allerdings ist ungewöhnlich. Man sollte anfangs meinen, die grausamen Ritualmorde seien das zentrale Thema, doch im Grunde ist es nur Beiwerk für die Charaktere und den ersten Teil einer langen Buchreihe (erschienen sind hier drei, geplant waren jedoch mehr, was durch das Dahinscheiden des Autors leider, ... *seufz*). Nachdem also alle Morde und das Schicksal der jungen Harriet geklärt sind, ist es nicht wie erwartet mit einem Mega Showdown beendet, sondern es folgt noch eine lange Nachlese, wie es im Verlag weitergeht.
Irreführend: "Millennium-Trilogie" klingt, als sei es DIE Trilogie des Jahrtausends. Dabei leitet sich der Titel lediglich von dem Namen des Magazines ab, für welches der Protagonist arbeitet. Netter Marketinggag, aber er setzt die Erwartungen einfach zu hoch, ich persönlich hätte mir von einer "Millennium-Trilogie" mehr erwartet.
Was an diesem Werk anders ist als bei den meisten: nicht die Handlung ist es, die zählt, sondern die Charaktere. Die Morde, das Magazin, das ist nur Beiwerk. Eigentlich sind Blomquist aber vor allem Salander das, was das Buch ausmacht. Sehr eigenwillige Menschen, Blomquist erscheint mir persönlich etwas fahl, aber Salander ist umso farbiger. Gothic-Lady, hyperintelligent, Superhackerin, ganz grauenvolle Kindheit, Psychiatrie-Erfahrung, Inselbegabungen, schwere Traumata, bisexuell, Opfer von Missbrauch, Freundin von SM, prima Boxerin, ein bisschen Psychopathin, klein und schmächtig wie ein 14jähriger Teenager und doch schon eine erwachsene Frau, und im Herzen nur ein hilfloses kleines Mädchen, das wir lieben müssen, weil es doch nur in Ruhe gelassen werden möchte und sich für das Gute einsetzt, wenn auch auf ihre ganz eigene stachelige Weise.
Stellenweise ist mir Salander extrem sympathisch (wem nicht), andererseits wirkt sie mir sehr überzogen. Sie ist sowas von Antiheld, dass es schon übertrieben ist. In einem schlechten Blockbuster würde ich das akzeptieren, aber in einem hochgelobten Thriller mit Bestsellerqualität, der sosehr angepriesen wird, hätte ich mir doch etwas weniger Klischee gewünscht.
Insagesamt fand ich das Buch sehr spannend, einer der besseren Krimis. Aber nicht, wie viele behaupten, DER Hype, DIE Buchreihe, DAS Krimiwerk schlechthin. E war nett. Empfehlenswert. Auch, wenn ich von nordischen Sachen sonst die Finger lasse, hat mir dieses Buch recht gefallen, das will etwas heißen ;-)
Teil 1 - Verblendung (Film)
Der Film dagegen hat mich sehr enttäuscht. Er hat das gesamte Buch eigentlich nur auf die Suche nach dem Mörder beschränkt. Die Charaktere wurden sehr flach gezeichnet, das Magazin "Millennium" fiel völlig unter den Tisch, die Handlung wurde stellenweise sehr stark abgewandelt oder extrem verknappt und dadurch verzerrt dargestellt. Es war ein reißerischer Krimi mit blutigen Bildern und ein bisschen Sex sowie einer dramatischen Vergewaltigungsszene.
Mir ist bewusst, dass eine Literaturverfilmung stets Abstriche zum Buch hat. Man kann kein so extrem dickes Buch in zwei Stunden packen, ohne etwas zu verändern oder wegzulassen. Doch wichtig ist mir persönlich, dass die Aussage des Werkes erhalten bleibt und Dinge, die herausgelassen werden, keine Lücken beim Nichtleser hinterlassen. Dies ist bei "Verblendung" leider nicht geschehen, und es war in meinen Augen reiner Kommerz, dass dieser Film produziert wurde. Schade, er hätte wirklich sehr viel Potential gehabt :(
Teil 2 - Verdammnis (Buch)
Das zweite Buch gefiel mir weit besser als das erste, da gehe ich definitiv mit den Fans dieser Reihe konform. Die Handlung kam sehr schnell in Gang, da die Charaktere nicht mehr so langatmig vorgestellt werden mussten sondern bereits bekannt waren. Man fieberte sofort mit ihnen mit und folgte gespannt, was geschehen war:
Im Magazin arbeiten zwei freie Mitarbeiter, die eine Arbeit über Mädchenhandel schreiben, doch vor der Fertigstellung ihres Werkes werden sie brutal ermordet. Auf der Waffe die Fingerabdrücke eines berühmten Anwalts sowie die Abdrücke von Lisbeth Salander, welche nach dem Tod des Anwalts nun als Mörderin von der Polizei und den Medien gejagt wird. Blomquist und einige wenige andere Menschen glauben an Lisbeths Unschuld, doch alle Indizien sprechen gegen sie. Eine vielschichtige Jagd nach dem Mörder der Journalisten sowie nach der geheimnisvollen Figur "Zala" beginnt.
Wie gesagt: weit besser als das erste. Immer mehr Zusammenhänge erschließen sich dem Leser, die Story aus dem ersten Teil wird nahtlos fortgesetzt, und je besser man die Charaktere kennenlernt, desto komplexer wird der Gesamtzusammenhang. Ich liebe komplexe Inhalte, die sich nicht in ein, zwei Sätzen beschreiben lassen. Oben wollte ich knapp versuchen, etwas über den genannten "berühmten Anwalt" (Bjurman) schreiben, doch es wäre zu kompliziert geworden, es würde nicht genügen zu sagen, dass er Lisbeths Betreuer war, zu verwoben die einzelnen Handlungsstränge, in denen die Figure verknüpft sind. Wirklich großartig, ganz ganz große Klasse. Die Bücher sollen sich steigern, und ich bin gespannt auf den dritten Teil, wenn der zweite schon so toll war! An oberster Stelle steht er für mich zwar noch nicht, aber recht weit oben, alle Achtung!
Teil 2 - Verdammnis (Film)
Nachdem ich vom ersten Film so enttäuscht war, werde ich mir den Kinobesuch wohl sparen und auf die DVD warten, sonst würde ich mich vermutlich ärgern. Denn wenn schon der erste Film, der an sich noch überschaubar war, so übel verhunzt wurde, dann graut es mir davor, was im zweiten Teil alles verloren gehen könnte.
Wie gesagt: nichts gegen Literaturverfilmungen, im Gegenteil: ich freue mich, wenn Bücher auch Nichtlesern nahegebracht werden. Aber hier wollte wohl auf den Zug aufsteigen und Geld schaffeln, statt sich intensiv mit dem Werk zu befassen. Ich hoffe und wünsche, dass der zweite Teil besser sein wird als der erste, aber wenn ich mir erste Meinungen im Internet durchlese, scheint es auch hier wieder sehr lieblos umgesetzt zu sein ...
Teil 1 - Verblendung (Buch)
Ein Journalist wird von einem reichen Geschäftsmann angeheuert, die Familienchronik zu schreiben. Dies jedoch nur die Cover-Story, in Wirklichkeit soll Blomquist nämlich recherchieren, was der Polizei in den letzten 40 Jahren nicht gelang: wer hat damals die junge Harriet umgebracht, Augenstern und Nichte des reichen Konzernmanns Vanger? Blomquist beginnt mit den Nachforschungen, tut sich mit Lisbeth Salander zusammen, und sie geraten immer tiefer in die dunkle Vergangenheit der Familie. Welchem Geheimnis war Harriet auf der Spur? Musste sie sterben, weil sie zuviel wusste? Und was hat eine Reihe unzusammenhängender Morde seit über 60 Jahren mit der Familie Vanger zu tun?
Das Buch braucht zu lange, um in Gang zu kommen, etwa ein Viertel ist Vorarbeit und Einführung der Charaktere. Aber dann, wenn es soweit ist, ist es wirklich spannend und sehr flüssig, lies sich wie von selbst. Es gibt einige wenige Längen, aber die verzeiht man dem Gesamtwerk. Das Ende allerdings ist ungewöhnlich. Man sollte anfangs meinen, die grausamen Ritualmorde seien das zentrale Thema, doch im Grunde ist es nur Beiwerk für die Charaktere und den ersten Teil einer langen Buchreihe (erschienen sind hier drei, geplant waren jedoch mehr, was durch das Dahinscheiden des Autors leider, ... *seufz*). Nachdem also alle Morde und das Schicksal der jungen Harriet geklärt sind, ist es nicht wie erwartet mit einem Mega Showdown beendet, sondern es folgt noch eine lange Nachlese, wie es im Verlag weitergeht.
Irreführend: "Millennium-Trilogie" klingt, als sei es DIE Trilogie des Jahrtausends. Dabei leitet sich der Titel lediglich von dem Namen des Magazines ab, für welches der Protagonist arbeitet. Netter Marketinggag, aber er setzt die Erwartungen einfach zu hoch, ich persönlich hätte mir von einer "Millennium-Trilogie" mehr erwartet.
Was an diesem Werk anders ist als bei den meisten: nicht die Handlung ist es, die zählt, sondern die Charaktere. Die Morde, das Magazin, das ist nur Beiwerk. Eigentlich sind Blomquist aber vor allem Salander das, was das Buch ausmacht. Sehr eigenwillige Menschen, Blomquist erscheint mir persönlich etwas fahl, aber Salander ist umso farbiger. Gothic-Lady, hyperintelligent, Superhackerin, ganz grauenvolle Kindheit, Psychiatrie-Erfahrung, Inselbegabungen, schwere Traumata, bisexuell, Opfer von Missbrauch, Freundin von SM, prima Boxerin, ein bisschen Psychopathin, klein und schmächtig wie ein 14jähriger Teenager und doch schon eine erwachsene Frau, und im Herzen nur ein hilfloses kleines Mädchen, das wir lieben müssen, weil es doch nur in Ruhe gelassen werden möchte und sich für das Gute einsetzt, wenn auch auf ihre ganz eigene stachelige Weise.
Stellenweise ist mir Salander extrem sympathisch (wem nicht), andererseits wirkt sie mir sehr überzogen. Sie ist sowas von Antiheld, dass es schon übertrieben ist. In einem schlechten Blockbuster würde ich das akzeptieren, aber in einem hochgelobten Thriller mit Bestsellerqualität, der sosehr angepriesen wird, hätte ich mir doch etwas weniger Klischee gewünscht.
Insagesamt fand ich das Buch sehr spannend, einer der besseren Krimis. Aber nicht, wie viele behaupten, DER Hype, DIE Buchreihe, DAS Krimiwerk schlechthin. E war nett. Empfehlenswert. Auch, wenn ich von nordischen Sachen sonst die Finger lasse, hat mir dieses Buch recht gefallen, das will etwas heißen ;-)
Teil 1 - Verblendung (Film)
Der Film dagegen hat mich sehr enttäuscht. Er hat das gesamte Buch eigentlich nur auf die Suche nach dem Mörder beschränkt. Die Charaktere wurden sehr flach gezeichnet, das Magazin "Millennium" fiel völlig unter den Tisch, die Handlung wurde stellenweise sehr stark abgewandelt oder extrem verknappt und dadurch verzerrt dargestellt. Es war ein reißerischer Krimi mit blutigen Bildern und ein bisschen Sex sowie einer dramatischen Vergewaltigungsszene.
Mir ist bewusst, dass eine Literaturverfilmung stets Abstriche zum Buch hat. Man kann kein so extrem dickes Buch in zwei Stunden packen, ohne etwas zu verändern oder wegzulassen. Doch wichtig ist mir persönlich, dass die Aussage des Werkes erhalten bleibt und Dinge, die herausgelassen werden, keine Lücken beim Nichtleser hinterlassen. Dies ist bei "Verblendung" leider nicht geschehen, und es war in meinen Augen reiner Kommerz, dass dieser Film produziert wurde. Schade, er hätte wirklich sehr viel Potential gehabt :(
Teil 2 - Verdammnis (Buch)
Das zweite Buch gefiel mir weit besser als das erste, da gehe ich definitiv mit den Fans dieser Reihe konform. Die Handlung kam sehr schnell in Gang, da die Charaktere nicht mehr so langatmig vorgestellt werden mussten sondern bereits bekannt waren. Man fieberte sofort mit ihnen mit und folgte gespannt, was geschehen war:
Im Magazin arbeiten zwei freie Mitarbeiter, die eine Arbeit über Mädchenhandel schreiben, doch vor der Fertigstellung ihres Werkes werden sie brutal ermordet. Auf der Waffe die Fingerabdrücke eines berühmten Anwalts sowie die Abdrücke von Lisbeth Salander, welche nach dem Tod des Anwalts nun als Mörderin von der Polizei und den Medien gejagt wird. Blomquist und einige wenige andere Menschen glauben an Lisbeths Unschuld, doch alle Indizien sprechen gegen sie. Eine vielschichtige Jagd nach dem Mörder der Journalisten sowie nach der geheimnisvollen Figur "Zala" beginnt.
Wie gesagt: weit besser als das erste. Immer mehr Zusammenhänge erschließen sich dem Leser, die Story aus dem ersten Teil wird nahtlos fortgesetzt, und je besser man die Charaktere kennenlernt, desto komplexer wird der Gesamtzusammenhang. Ich liebe komplexe Inhalte, die sich nicht in ein, zwei Sätzen beschreiben lassen. Oben wollte ich knapp versuchen, etwas über den genannten "berühmten Anwalt" (Bjurman) schreiben, doch es wäre zu kompliziert geworden, es würde nicht genügen zu sagen, dass er Lisbeths Betreuer war, zu verwoben die einzelnen Handlungsstränge, in denen die Figure verknüpft sind. Wirklich großartig, ganz ganz große Klasse. Die Bücher sollen sich steigern, und ich bin gespannt auf den dritten Teil, wenn der zweite schon so toll war! An oberster Stelle steht er für mich zwar noch nicht, aber recht weit oben, alle Achtung!
Teil 2 - Verdammnis (Film)
Nachdem ich vom ersten Film so enttäuscht war, werde ich mir den Kinobesuch wohl sparen und auf die DVD warten, sonst würde ich mich vermutlich ärgern. Denn wenn schon der erste Film, der an sich noch überschaubar war, so übel verhunzt wurde, dann graut es mir davor, was im zweiten Teil alles verloren gehen könnte.
Wie gesagt: nichts gegen Literaturverfilmungen, im Gegenteil: ich freue mich, wenn Bücher auch Nichtlesern nahegebracht werden. Aber hier wollte wohl auf den Zug aufsteigen und Geld schaffeln, statt sich intensiv mit dem Werk zu befassen. Ich hoffe und wünsche, dass der zweite Teil besser sein wird als der erste, aber wenn ich mir erste Meinungen im Internet durchlese, scheint es auch hier wieder sehr lieblos umgesetzt zu sein ...
SaschaSalamander 01.03.2010, 21.47 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL
Der eine ist stumm, der andere ein Blinder
Erster Satz:
Das Computerspiel "Die Siedler von Uris" war im Netz innerhalb von wenigen Wochen zu einer Sensation geworden.
Letzter Satz:
"Frag doch nicht so blöd. Dann gehen wir endlich heim, Vater."
aus: A Pirincci: Der eine ist stumm, der andere ein Blinder; Heyne 2008
Das Computerspiel "Die Siedler von Uris" war im Netz innerhalb von wenigen Wochen zu einer Sensation geworden.
Letzter Satz:
"Frag doch nicht so blöd. Dann gehen wir endlich heim, Vater."
aus: A Pirincci: Der eine ist stumm, der andere ein Blinder; Heyne 2008
SaschaSalamander 02.02.2010, 16.50 | (4/3) Kommentare (RSS) | PL
Totengleich
Der Roman >Grabesgrün<, Erstlingswerk, der jungen Autorin Tana French, war auf Anhieb ein Erfolg, und auch mir hatte das Buch recht gefallen. Den Hype konnte ich nicht ganz nachvollziehen, doch es war recht nett und ließ mich auf die Fortsetzung freuen. Wobei, Fortsetzung? Ich möchte anmerken, dass die beiden Romane zwar eine Protagonistin teilen, ein Roman ohne den anderen jedoch problemlos verständlich ist. Zwar gibt es Querverweise, aber die Lektüre des ersten Bandes ist nicht erforderlich, weil es zwei eigenständige Bücher sind.In "Totengleich" geht es nun um die Polizistin Cassie Maddox, welche im ersten Band die zweite Protagonistin neben dem Hauptcharakter darstellte. Man erfährt mehr über ihre frühere Arbeit als Undercover. Und nun holt die Vergangenheit sie ein: eine Tote wird gefunden, ihr Aussehen gleicht der Frau, die sie als Undercover unter dem Namen Lexie spielte. Sogar die Ausweispapiere lauten auf den alten Namen, und es gibt zu viele Parallelen, als dass all dies nur ein seltsamer Zufall sein könnte. Also beschließt man, Cassie erneut in ihre alte Rolle schlüpfen zu lassen und auf diese Weise den Mörder der Frau ausfindig zu machen. Als Lexie begibt sie sich nun in die WG einiger Studenten. Anfangs nur ein Job, wird es für sie immer mehr zu einem zweiten Leben, welches sie genießt. Die Studenten werden ihre Freunde, und immer mehr zieht deren Lebensweise sie in ihren Bann. Freund oder Feind? Job oder doch Lebenseinstellung? Cassie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Aufgabe und ihren neuen Freunden. Doch dadurch begibt sie sich in große Gefahr, denn noch ist der Mörder nicht gefasst ...
Das Buch hat mich beim Lesen recht begeistert, und nachdem ich die Rezension einige Wochen nach dem Lesen schreibe, habe ich einiges bereits wieder vergessen. Dies zeugt davon, dass die Handlung fast nebensächlich war. Aber zurückgeblieben ist ein angenehmes Gefühl, und das hat das Hören von "Totengleich" für mich zu etwas Besonderem gemacht, zwar kein Meisterwerk, aber doch ein herausragendes Stück Literatur, das sich in seiner atmosphärischen Dichte von vielen anderen des Genres abhebt.
Eigentlich ist dieses Buch ja ein Krimi bzw Thriller, doch es war keine haarsträubende Spannung, es gab keinen Grusel oder einen Knalleffekt getreu dem Motto "und der Mörder ist ... tadaaaaaa". Eher ein unterschwelliges Gefühl von Bedrohung, ein banges Gefühl im Magen, das man ebenso wie die Protagonistin ignorierte, weil man als Leser / Hörer selbst die Freunde zu mögen beginnt und nicht will, dass einer von ihnen etwas Böses getan haben könnte. Alle Charaktere mit ihren schrulligen Eigenschaften wuchsen mir ans Herz, und fast wünschte ich mir, ich könnte ein Teil dieser WG (ja fast schon Kommune) sein, in einer solchen Harmonie und Freiheit leben wie diese Jugendlichen. Vor allem der lässige Erzählstil in der Ich-Form ermöglicht ein Eintauchen in das Geschehen. Tana French hat die Möglichkeiten dieses Stilmittels gekonnt genutzt.
Die einzelnen Figuren des Buches werden sehr schön beschrieben, die Autorin nimmt sich ausreichend Zeit, die Stimmung auf dem Anwesen von Whitethorn House sowie die Besonderheiten jedes Einzelnen der vier Freunde zu beschreiben. Nach und nach lernt "Lexie" zusammen mit dem Leser die Details des Hauses und der Personen kennen, und mit der Zeit entsteht ein immer deutlicheres Bild von dem, was der toten Frau wohl zugestoßen sein könnte.
Während der erste Roman lediglich "nett" und "solide" war, ist der zweite für mich schon etwas Besonderes gewesen. Er erschaffte eine subtile Spannung, die vor allem den Freunden psychologischer Krimis Freude bereiten wird. Liebhaber von actionreichen Szenen und dramatischen Effekten werden sich mit "Totengleich" wohl eher langweilen. Aber Liebhaber der stilleren Töne werden voll auf ihre Kosten kommen und finden in Tana French eine weitere Lieblingsautorin ...
SaschaSalamander 18.01.2010, 17.01 | (0/0) Kommentare | PL
Abschluß des Jahres 2009
Und bevor ich nachher den Blog beschließe, bevor ich 2009 für mich selbst literarisch beende und mich dann in Partyvorbereitungen ergehe und kein Buch mehr für den Rest des Jahres berühren werde, bin ich glücklich. Darüber, dass das Ende dieses Jahres mit einem solch schönen Gedanken, einem solch schönen Buch enden durfte. Wenn ich ein Buch beginne, weiß ich selten, was mich erwarten wird. Und so ist es ein unglaubliches Glück, mit einem solch wunderbaren Werk das Jahr beenden zu dürfen. Zeit für eine Rezension habe ich heute nicht. Und die werde ich mir nehmen müssen, denn alleine meine Notizen und Gedanken, die ich zu diesem Buch gemacht habe, sind länger als mehrere Rezensionen zusammen. Wie soll ich dies nur in Kürze fassen?"Die Eleganz des Igels". Es ist mir normalerweise erst nach vielen Wochen oder oft auch Monaten möglich zu sagen, ob ein Buch mich bereichert hat. Denn ob ein Buch für mich wertvoll ist, erkenne ich erst daran, wenn ich nach langer Zeit noch immer daran zurückdenke, wenn mich Gedanken des Buches im Alltag begleiten. Ich denke an bestimmte Momente der Handlung und fühle mich mit Einzelfiguren der Handlung verbunden.
Bücher, die mir sofort nach dem Lesen sosehr ins Bewusstsein gehen, gibt es nur selten. Ein solches Beispiel war "Die Stadt der träumenden Bücher" von Moers, "Monsieur Linh und die Gabe der Hoffnung" von Claudel, "Seide" von Baricco oder "11 Minuten" von Coelho, "Briefe in die chinesische Vergangenheit" von Rosendorfer oder die Snicket-Reihe. Doch diese Bücher sind selten. Pro Jahr ist es vielleicht ein Buch, mit sehr viel Glück sogar zwei. Und ich bin dankbar für den Genuss eines jeden einzelnen. Und unbeschreiblich dankbar und glücklich bin ich, das Jahr nun mit einem Solchen Roman abschließen zu dürfen. Mit der "Eleganz des Igels".
Warum ich weiß, dass dieses Buch sich in mich gegraben hat, dass es nicht morgen vergessen sein wird, sondern in mir ist und mich begleiten wird? Weil ich vorhin etwas feststellen durfte, das eine so große Seltenheit ist, dass es in diesem Fall erwähnenswert ist. Denn ich habe ja schon darüber geschrieben, dass ich ohne Lesezeichen hoffnungslos verloren wäre. Ich finde nicht mehr die Stelle, wo ich war, zumindest nicht ohne Aufwand. Ich überfliege die Texte, und der Inhalt ist klar, doch die Worte sind vergänglich. Anhand eines Absatzes kann ich nicht sagen, wie weit zurück ich mich befinde und worum es gerade geht und wieviel weiter ich schon gelesen habe. Manchmal nicht einmal, ob ich es überhaupt schon gelesen habe.
Doch dieses Werk ist für mich eindeutig. Ich schlug eine beliebige Seite im Buch auf. Las nur einen einzigen Satz. Und ich wusste sofort, um welchen Gedanken es ging, welche Handlung damit verknüpft war, wo im Buch ich mich gerade befand. Dachte daran zurück, erfreute mich daran. Ich werde es ganz vorne in mein Regal stellen. Damit ich genauso wie in einige der anderen Werke, die ich oben nannte, immer wieder einmal ins Regal greifen kann, ein beliebiges dieser Bücher an einer beliebigen Stelle aufschlagen und mich dann lächelnd zu erinnern ...
SaschaSalamander 31.12.2009, 15.12 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL
Weichgekocht und Zimtfeuer
Ein erotisches Lesebüchlein, das mich vor einigen Wochen wider Erwarten sehr begeistert hatte, war "Weichgekocht", eine Anthologie aus dem Dienstwerk-Verlag. Wieder einmal eine Sammlung von Geschichten, wie ich sie auch schon aus anderen Heften und Büchern kenne, mein Interesse an diesem Buch war sehr gering. Doch ein Freund bekam es geschenkt, war begeistert und lieh es mir sofort aus. Eher genervt begann ich die erste Geschichte zu lesen und musste plötzlich laut lachen. Clever, humorvoll, mit einer witzigen Pointe und doch recht anregend beschrieben. Ob die zweite Geschichte genauso spannend sein würde? Sie war es. Und so fraß ich mich gierig von einer Geschichte zur nächsten, enttäuscht, wie rasch ich das Buch beendet hatte.
Und nun erschien vor ein paar Tagen ein zweiter Band: "Zimtfeuer". Nennt sich wie auch der Vorgänger bereits "ein SM-Lesebuch", doch im Grunde eigentlich eine Sammlung erotischer Geschichten, die auch für Freunde normaler Erotik ein Genuss sein wird. Denn im Grunde sind es prickelnde Geschichten voller Leidenschaft und Erotik, gewürzt mit jeder Menge Humor und Selbstironie. Und sehr, sehr viel Kreativität.
Was mich an anderen Büchern dieses Genres oft stört, sind die Sprache und der Inhalt. Die Sprache in "Weichgekocht" und "Zimtfeuer" jedoch ist allein schon aufgrund der vielen Autoren sehr abwechslungsreich. Fernab von platten Phrasen, wie man sie sonst häufig liest (Luststab, Lustgrotte, Lustsaft, praller Stab, mächtiges Glied und ähnlich dämliche Bezeichnungen, bei denen ich nicht weiß, ob ich lachen oder weinen soll) gelingt es den AutorInnen, beim Leser das Lustzentrum DORT anzusprechen, wo es eigentlich sitzt: nicht irgendwo zwischen den Beinen, sondern direkt im Gehirn.
Und der Inhalt - in vielen Büchern fehlt er oder ist klischeebeladen ohne Ende. Graues Mäuschen trifft reichen Schönling, sie dürfen einander nicht besitzen, es funkt gewaltig, es gibt ein paar Hindernisse, et voila erst sexelt es, und dann sind sie zusammen. Hier dagegen war ich oftmals von dem Einfallsreichtum der AutorInnen begeistert. Witzige Wendungen, clevere Varianten und spannende Handlungsabläufe, deren Ende nicht unbedingt vorhersehbar ist. Selbst, wenn manche der Geschichten nur eine oder zwei Seiten lang sind, bauen sie in sich selbst eine Spannung auf und ziehen den Leser in ihren Bann.
Und es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Gut, wer die reine Blümchenvariante unter der Bettdecke ohne Licht bevorzugt, sollte vielleicht doch die Finger davonlassen. Doch für jeden, der es gerne abwechslungsreich liebt, ist etwas dabei. Teilweise etwas heftigere Varianten mit Dominanz und Unterwerfung, aber auch sinnlich-verliebte Abenteuer. Sogar der Bereich Fetisch kommt nicht zu kurz: welcher Mann mag es denn nicht, wenn eine Frau ihre Beine in glänzendes Nylon verpackt und hübsche Schuhe trägt? Und welche Frau liebt es nicht, mit dem Reiz, welchen sie auf die Männer darin ausübt, zu spielen? Auch geheimnisvolle Kurzgeschichten gibt es, die fast schon in den Bereich Dark Fantasy passen könnten. Traurige und nachdenkliche Erzählungen, die von Tod oder Behinderung handeln und den Leser bewegen, das Thema Sexualität von einer völlig neuen Seite zu betrachten.
Manchmal gehen die AutorInnen auch noch einen kleinen Tick weiter: es gibt Geschichten, von denen sich manche tatsächlich so abspielen könnten. Doch es gibt auch prickelnde Phantasien, die man gerne nachwirken lässt, wohlwissend, dass sie reines Kopfkino bleiben werden.
Und was ebenfalls gefällt: diese Geschichten sind realistisch gehalten. Während man in diesen klassischen Liebesromanen sich in eine allzu unrealistische Heldin hineinversetzen muss und von einem Prinzen träumt, wie man ihn eh niemals haben wird, sind diese Erzählungen aus dem Leben gegriffen. Sie malen keine unerreichbaren Luftschlösser, sondern sie zeigen, dass Pannen kein Drama sind und Fehler dazugehören. Dass Liebe und Sex nicht perfekt sein müssen. Sie zeigen den LeserInnen: auch Du kannst Lust daran haben, wenn Du es nur zulässt. Und wenn Du bereit bist, zu lernen und manchmal auch über Dich selbst zu lachen ...
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Zu gerne würde ich einzelne Geschichten hier erzählen. Doch ich begnüge mich damit, Euch ein wenig den Mund wässrig zu machen. Ihr sollt schließlich selbst einmal hineinlesen. Deswegen zum Abschluss anstelle des Fazit einfach ein paar Anreize zu einigen Geschichten, die mir besondesr gefielen ;-)
Da gibt es zum Beispiel den Dom, der sich wohl etwas überschätzt hat und dann vor einer völlig unerwarteten Situation steht. Oder den Mann, der seine Traumfrau gefunden hat und feststellen muss, dass Perfektion gar nicht so erstrebenswert ist. Eine Frau, die bei einem Blind Date von ihrem Partner versetzt wird und dann eine überraschende Begegnung mit dessen Nachbar verlebt. Die Schriftstellerin, in deren neuem Anwesen es nicht mit rechten Dingen zugeht. Das Callgirl, das zum Rollenspiel gerufen wird und dort einem recht widerwilligen Kunden gegenübersteht. SaschaSalamander 28.12.2009, 14.27 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL
Darkle dreaming dunkle Dämonen Dexter
Die Serie "Dexter" ist ja inzwischen bekannt. Meiner Ansicht nach einer DER Serien im TV. Für mich eigentlich DIE Serie überhaupt. Ich mag diesen kleinen Psychopathen, der so süß und schüchtern im Alltag daherkommt. Ich mag auch schon den Vorspann.
Und es gibt ja Bücher dazu. Schande über mich, aber ich habe bisher nur die Serie gesehen, niemals die Bücher gelesen.
Kennt jemand von Euch die Bücher? Und wenn ja, lohnen sie sich? Sind sie besser als die Serie, kann man die Serie wirklich toppen? Sind die Hörbücher gekürzt? Die Romane haben nur sehr wenige Seiten, wie kann man daraus nur eine so lange Serie machen? Sind die Sprecher der Hörbücher gut? Sollte man es auf Englisch lesen, oder sind die Übersetzungen der einzelnen Romane gut geworden?
Ich will die Bücher schon seit Monaten lesen, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob ich deutsch, englisch, Roman oder Hörbuch zu mir nehmen soll! Ich verzweifle daran ... bitte erlöst mich mit einem guten Rat ;-)
Und es gibt ja Bücher dazu. Schande über mich, aber ich habe bisher nur die Serie gesehen, niemals die Bücher gelesen.
Kennt jemand von Euch die Bücher? Und wenn ja, lohnen sie sich? Sind sie besser als die Serie, kann man die Serie wirklich toppen? Sind die Hörbücher gekürzt? Die Romane haben nur sehr wenige Seiten, wie kann man daraus nur eine so lange Serie machen? Sind die Sprecher der Hörbücher gut? Sollte man es auf Englisch lesen, oder sind die Übersetzungen der einzelnen Romane gut geworden?
Ich will die Bücher schon seit Monaten lesen, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob ich deutsch, englisch, Roman oder Hörbuch zu mir nehmen soll! Ich verzweifle daran ... bitte erlöst mich mit einem guten Rat ;-)
SaschaSalamander 19.12.2009, 20.04 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Avatar - Aufbruch nach Pandora
Gestern Abend war ich in "Avatar". Hatte das Plakat überall gesehen, einen Trailer gesehen, mich aber nie sonderlich dafür interessiert. Halt wieder mal ein weiterer opulenter Sci-Fi mit bisschen Action und Romantik, kennen wir alles schon. Aber meinem Schatz zuliebe bin ich eben mit. Und dann hatte ich irgendwas gelesen von "teuerster Kinofilm ever" und "30 000 nochwas Computer berechneten den Film", das machte mich dann doch neugierig. Also auf ins 3D-Kino!
Anfangs recht gleichgültig, bald recht angetan und nach einer knappen halben Stunde nur noch atemlos und gefesselt, habe ich den Film gesehen. Ich kann es nur schwer in Worte fassen, wiesehr mich dieses Meisterwerk bewegte, aber ich werde es versuchen. Vorab ein paar Worte zur Handlung:
Jake Sully, Marine und gelähmt. Sein Zwillingsbruder stirbt, er arbeitete an einem Projekt "AVTR" (Avatar), welches Giest und Körper des Menschen mit dem künstlich geschaffenen Körper eines Ureinwohners des Planeten Pandora verbindet. Jake soll nun die Rolle seines Bruders einnehmen und in den Avatar schlüpfen, um den Planeten auf diese Weise zu erforschen und Kontakt zu den Aliens aufzunehmen.
Natürlich hat Jake keine Ahnung von Biologie oder Wissenschaft, und seine Kollegen sehen seinen Einsatz sehr skeptisch, doch er ist sofort begeistert: in dem neuen Körper kann er wieder laufen, und die neue Welt ist fantastisch! Bei einem Einsatz wird er von seinen Kameraden getrennt, fast von wilden Tieren geötet und von einer jungen Eingeborenen gerettet.
Und nun ist er in der Zwickmühle: er soll für die Wissenschaftler die Menschen, Pflanzen und Tiere erforschen. Für das Militär soll er die Schwachpunkte herausfiltern und das Vertrauen gewinnen, um sie später tiefer zu verwunden. Und er selbst verliebt sich in seine Retterin und wünscht sich nichts mehr, als ein Teil dieses wunderbaren Volkes auf diesem einzigartigen Planeten zu werden.
Als allererstes erinnert die Geschichte natürlich an "Pocahontas". Dann entdeckt man Anleihen aus "Der mit dem Wolf tanzt" oder "1492". Außerdem entdeckt man uralte Mythologien darin, japanische Mechas und japanische Mythologie, alte Märchen, bekannte Sci-Fi-Elemte. Es ist ein grandioser Mix unterschiedlicher Kulturen, Legenden, Mythologien verschiedenster Länder, und die Geschichte ist so alt, dass man sie sich in unzähligen Variationen wohl schon seit Urzeiten erzählt. Und auch die Genres verschwimmen jenseits aller Grenzen zwischen Dramatik, Action, Abenteuer, Science-Fiction, Fantasy, Ethno, Dystopie, Utopie, Romanze und vielem mehr. Es wird geschossen, geliebt, die Natur bewundert, über Tote geweint und fleißig Krieg geführt.
Nein, die Geschichte ist es wirklich nicht, welche die Zuschauer begeistert. Sondern das, was Cameron (Titanic, Terminator, Alien, Abyss usw) daraus gemacht hat. Er hat eine solch fantastische Mischung geschaffen, die in sich so stimmig ist, als wäre es eine schon lange bestehende bekannte Legende. Er schuf eine neue Welt, in der die unterschiedlichen Kulturen und Mythen sich zu einer neuen Kultur, einem neuen Mythos erheben. Und schmückte sie mit den elemtaren Grundbedürfnissen der Menschen nach Liebe und Freiheit im Einklang mit der Natur. Der Film berührt das Innerste und weckt eine tiefe Sehnsucht, die fast schon schmerzt, und all das ganz ohne Kitsch oder überzogene Dramatik.
Und die Bilder, noch dazu in 3D, sind kaum zu beschreiben. Man sieht jeden Euro, der investiert wurde. Man meint förmlich die Pflanzen zu riechen, als stünde man selbst auf diesem Planeten. Ich habe schon einige 3D-Filme im Kino gesehen, doch dieser war kein Vergleich. Andere hatten manchmal Focusprobleme und waren stellenweise etwas unscharf, oder sie wirkten zu aufgesetzt und viel zu bewusst auf 3D konstruiert, doch in diesem Film vergaß man es irgendwann. Denn alles war gestochen scharf, nichts lenkte den Blick ab, und es war irgendwann kein 3D mehr, sondern ein "ich bin mittenddrin". Dazu die Lautsprecher des Kinos von verschiedenen Seiten, ich war manchmal beinahe geneigt, die Hand auszustrecken und eines dieser schwebenden hauchzarten Wesen zu berühren, als wären sie real um mich.
Knapp 60 Prozent des Filmes entstanden am Computer, nur 40 Prozent waren real. Hatten vor einigen Jahren noch Filme wie "Final Fantasy - The Spirits within" das Publikum begeistert, setzt Cameron mit Avatar heute neue Maßstäbe. Alles wirkt so real und echt, als wäre es tatsächlich existenz. Als gäbe es diesen Planeten wirklich, als hätte man vor Ort real gefilmt. Und zusätzlich zu den so real aussehenden Wesen und Pflanzen kommt die Kreativität der Macher. Sie hatten herrliche Ideen, wie die uns fremden Pflanzen und Wesen aussehen sollten. Selbstverständlich haben sie nicht das Rad neu erfunden, Menschen hängen eben an bekannten Dingen, und Beine, Augen, Nasen sind natürlich vorhanden. Doch es gelang ihnen, alles ein wenig abzuwandeln, dass es fremdartig und dennoch faszinierend und wunderschön aussieht. Apart. Fremd. Und sehr, sehr ästhetisch. Auch ohne Liebesszene oder Romantik-Kitsch ist dieser Film erstaunlich erotisch, alleine aufgrund seiner Bilder. Anfangs ungewohnt und fast ein wenig beängstigend, gewöhnt man ich bald an die blauen Wesen, und es bleibt nichts als Bewunderung für die anmutigen Bewegungen. Besonders die Flugsequenzen ließen mich atemlos den Bildern folgen.
Zweieinhalb Stunden dauerte dieses Vergügen. Anfangs dachte ich noch, dass da gefälligst eine Pause notwendig sei, doch mitten im Film vergaß ich alles um mich herum. Kein Popcorn, keine Pause, kein Kinosaal mehr, ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ein Film jemals so schnell zu Ende war.
Heute auf Arbeit erzählte ich von meinem Kinoerlebnis. Eine Kollegin meinte, dass ihr zu dieser Art Film der Zugang fehle. Wir unterhielten uns dann über verschiedene Filmgeschmäcker, sie hatte gestern Sissy gesehen und mag gerne die etwas realistischeren Filme, historisch, romantisch. Nun gut, jedem kann ich Avatar also nicht empfehlen, ein gewisses Interesse für Fantasy und Scifi sollte wohl dennoch vorhanden sein, Genremix hin oder her. Aber ich vermute, dass dieser Film nur sehr wenige Menschen unberührt lassen wird. Cameron hat mit diesem Film ein Werk geschaffen, das neue Maßstäbe setzt und sehr lange Zeit wohl unerreicht bleiben wird ...
Wer ihn sehen möchte, der soll bitte nicht auf die DVD warten. Der soll auch nicht ins normale Kino gehen. Sondern wenn möglich in 3D. Es wäre schade um jede kleine Pflanze, um jedes winzige Lebewesen, welches dem Zuschauer durch die einfache 2D-Technik entginge ...
SaschaSalamander 18.12.2009, 18.26 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

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