SaschaSalamander
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3




Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Krimi

Neuer Krimiautor für mich

Gestern und heute höre ich gerade "Tod eines Lehrers". Von Andreas Franz, einem aktuellen deutschen Autor. Ein recht spannender Krimi. Was mich reizte: die Meinungen zu diesem Buch sind recht gespalten, viele loben den ungewöhnlichen Stil und die spannende Story, andere ärgern sich über zuwenig Acten, die Rechtfertigung von Lynchjustiz und die glatte Oberfläche von Handlung und Charakteren. Inzwischen bin ich bei der fünften von 6 CDs angelangt (eigentlich ist jetzt schon alles klar - was mag dann noch kommen?!?) und bin recht angetan, mir sagt der Autor zu ... aber erst mal abwarten, das Ende eines Buches kann die Meinung des Lesers stark beeinflussen ... also, weiter gehts!

SaschaSalamander 02.08.2006, 12.41 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Beschämt höre ich einen Literaturkrimi

fforde_janeeyre_150.jpgIch habe mich spontan für "Der Fall Jane Eyre" von Jasper Fforde entschieden. Ein abgedrehter Krimi, der Literatur Fiktion gekonnt verwebt, wenn ich das dem Klappentext und der Info bei Amazon richtig entnehme. Das ist doch exakt das Richtige für mich!

Allerdings muss ich gestehen, dass mich die ersten Kapitel ein wenig verwirrt zurücklassen. Nicht schlecht gemacht, ich werde es weiterhören. Aber leider ist genau dieser Teil der Literatur derjenige, mit dem ich nicht so ganz klarkomme. Und auch die ungewöhnlichen Hintergründe (das zaristische Russland kämpft seit einigen hundert Jahren gegen England, der Dodo soll aufgrund zuvieler Tiere von der roten Liste gestrichen werden, etc) verwirren mich etwas. Die Geschichte wird aufgrund einer Zeitmaschine recht durcheinandergewürfelt. Da ich in Geschichte noch nie eine große Leuchte war, bin ich ein wenig verwirrt und muss stellenweise überlegen, wo denn nun die Änderungen vorgenommen wurden *errötet*. Und da ich bis vor dem Roman nicht wusste, wer "Jane Eyre" ist und wer oder was "Martin Chuzzlewit" ist, habe ich wohl noch so einiges vor mir. Aber macht nix, ich sehe den Roman dann mal wohl nicht als Unterhaltung, sondern als Lehrbuch *seufz*

(doch, ich gebe zu, ich bin etwas beschämt. Aber andererseits - man kann nicht alle berühmten Werke berühmter Autoren gelesen haben, und aufgrund persönlicher Vorlieben werden mir Werke von Autoren wie Brontè oder Austen oder Flaubert oder ähnliche wohl verschlossen bleiben. Entweder, Werke wie "der Fall Jane Eyre" bringen mir den einen oder anderen Autoren dann doch näher, oder ich habe zumindest wieder ein wenig dazugelernt über Hauptfiguren, Werke, etc. Aber dass ich Chuzzlewit nicht kannte, das beschämt mich, da ich diesen Autor eigen gerne lese *seufz*)

SaschaSalamander 25.07.2006, 10.07 | (0/0) Kommentare | PL

Kopf über Wasser

kopfueberwasser_150.jpgDie Filme in unserer TV-Zeitschrift sind nicht alle wirklich der Hit. Oft hat es schon seinen Grund, warum diese DVDs kostengünstig angeboten werden. Aber manchmal sind auch richtige Superfilme dabei. Der aktuelle Film "Kopf über Wasser" sagte mir absolut nichts, aber der Inhalt klang nach schwarzer Komödie, könnte mir gefallen. Noch gestern Abend sahen mein Schatz und ich uns diesen Film an, und wir waren begeistert!

Nathalie hatte einfach kein Glück mit Männern. Mit dem fast doppelt so alten Richter George - der sie damals verurteilt hatte - soll sich das ändern, die beiden lieben sich und Nathalie möchte ein neues Leben beginnen. Mit Nathalies Jugendfreund Lance leben sie auf einer beschaulichen Insel, alles ist friedlich, und bald kann Nathalie sogar ihre Beruhigsungsmittel absetzen. George und Lance unternehmen eine gemeinsame Angeltour, als plötzlich und unerwartet Nathalies Ex-Mann Kent vor der Tür steht. Die Postkarte, welche er angeblich zur Ankündigung geschickt hatte, kam nie an. Nathalie ist besorgt, ihr Mann wird bestimmt vor Eifersucht schäumen! Und dann - ist Kent am nächsten Morgen plötzlich TOT! Sie gerät in Panik, versteckt die Leiche und versucht es zu vertuschen. Aber sie ist eine schlechte Lügnerin. Und so findet George die Leiche, gemeinsam überlegen sie was zu tun ist. Niemand würde diese verrückte Geschichte glauben, und George fürchtet um seine Karriere. Die Leiche muss verschwinden! Doch dann eskaliert die Situation: immer neue Indizien um Kents plötzlichen Tod tauchen auf, jeder verdächtigt jeden, und am Ende ist Nathalies Leben ernsthaft in Gefahr ...

Ein genialer Genremix aus Schwarzer Komödie, Thriller und Drama. Außerdem kommt dieser Film mit lediglich vier Schauspielern aus, was die Handlung für mich immer sehr reizvoll macht. Die Darsteller müssen all ihr Können aufbringen, und nur mit einer wirklich guten Story wird der Film für den Zuschauer zu etwas Besonderem. Und das ist hier zweifelsfrei gelungen.

Anfangs etwas platt und albern, steigert sich der Film nach einiger Zeit wirklich zu ungeahnten Höhen. Herrlich makaber, düster und unglaublich spannend. Erste Anzeichen sind bereits vorhanden, doch der Zuschauer kommt noch gar nicht auf die Idee, dass es vielleicht Mord gewesen sein könnte. Erst, als Nathalie plötzlich die Erkenntnis trifft, dass es alles wohl von George geplant war, macht es beim Zuschauer "klick". Doch bevor sich alles klärt, gibt es auf einmal den Verdacht, dass auch Lance seine Finger im Spiel haben könnte. Ein grausames Katz- und Maus-Spiel beginnt, dessen Ende nicht wirklich vorhersehbar ist. Da die unterschiedlichen Genres sosehr ineinander übergehen, fällt es schwer, die Handlung vorauszusagen, ein klarer Bonus in meinen Augen, ich liebe unerwartete Wendungen! Am Ende schließt sich der Kreis, und Nathalie klagt erneut ihr Leid, dass sie eben einfach kein Glück mit Männern hat ... Und der Schlussgag am Ende, ich lag vor Lachen fast unter dem Tisch, das musste einfach kommen!

Effekte, Musik und ähnliche Dinge, da kann ich in diesem Fall nicht viel dazu sagen. Dieser Film setzte nicht auf aufwändige Tricks oder massentaugliche Soundtracks, sondern einfach auf eine völlig abgefahrene, durchgeknallte Story im Stil von "Immer Ärger mit Harry", dazu ein paar Thrillerelemente: abgelegene Insel, keine Fluchtmöglichkeit, jeder der Anwesenden könnte der Täter sein.

Ein wirklich böser Humor, wie er wohl nicht jedem gefällt. Aber wer sich für rabenschwarze Filme begeistern kann, wird "Kopf über Wasser" bestimmt lieben! Eine Woche lang wird die TV Movie mit dieser DVD noch für günstige 3,30 € im Handel erhältlich sein, wirklich ein Top Preis für diesen Film, also nix wie los!

SaschaSalamander 24.07.2006, 10.17 | (0/0) Kommentare | PL

Krimifieber

Derzeit hat mich jetzt so richtig das KrimiFieber gepackt. Nichts, das mich auf Dauer begeistern könnte, dafür schlägt mein Fantasy- und Mysteryherz einfach zu stark, aber zwischendurch tut es so richtig gut, ist mal was anderes für mich. Und der Krimi "Denn vergeben wird Dir nie" von Mary Higgins Clark ist momentan gerade so richtig schön spannend. Stellenweise ein wenig naiv, die Frau, wie ich finde, aber es liest / hört sich klasse, besser als "Du entkommst mir nicht", und es kommen auch diesmal nicht ganz soviele Mode- und Möbelaccessoires drin vor. Eine knapp 30jährige, die im alten Mordfall ihrer Schwester recherchiert. Ich bin gespannt, ob ich mit meiner Vermutung richtig liege. Und ich freue mich auf die weiteren Romane von ihr auf meinem SuB ...

SaschaSalamander 13.04.2006, 15.17 | (0/0) Kommentare | PL

Du entkommst mir nicht

Warum nicht mal versuchen, auch ein paar weibliche Autoren zu lesen, nachdem ich mit Sandra Brown und Val McDermid gute Erfahrungen gemacht hatte. Erstmal ein Hörbuch, das ist schneller durchgearbeitet, wenn es mir gefällt, kann ich später immer noch mehr von der Autorin lesen. Und so schnappte ich mir "Du entkommst mir nicht" von Mary Higgins Clark.

Emily Graham ist Rechtsanwältin. Nachdem sie lange Zeit bedroht und beobachtet wurde und der Täter nun gefasst ist, zieht sie um in das kleine Städtchen Spring Lake. Dort ist nicht alles so idyllisch, wie es auf den ersten Blick scheint. Bei den Arbeiten für einen neuen Swimmingpool wird eine Leiche auf ihrem Grundstück gefunden. In der Hand den Finger einer weiteren Leiche. Und bald darauf bekommt Emily kleine Botschaften und Hinweise, dass sie erneut beobachtet wird. Bald werden weitere Morde an jungen Frauen aufgedeckt. Eine der Toten ist Emilys Ahnin Madelein Shapley, und so macht sich die Anwältin selbst auf die Suche nach dem Täter. Die zwei jüngsten Mordfälle scheinen in der Ausübung ihrer Tat identisch mit einer Mordserie von vor über 100 Jahren. Wie ist das möglich? Eine Leiche fehlt, um das Puzzle von damals zu vollenden. Kann der nächste Mord rechtzeitig verhindert werden?

Hm. Naja. Ganz okay soweit. Ich habe den Roman gerne zu Ende gehört, aber als Buch weiß ich nicht, ob ich weitergelesen hätte. Viele Personen müssen kein Manko sein, wenn der Autor / die Autorin es versteht, sie entsprechend einzuführen und zu beschreiben. Hier wirkte es auf mich zu chaotisch, zumal einige der Namen sich klanglich sehr stark ähnelten. Da Emily auch ein altes Tagebuch für ihre Recherchen verwendet, werden zusätzliche Charaktere aus der Vergangenheit beschrieben. Ich muss zugeben, dass ich stellenweise eher Schwierigkeiten hatte, mir die einzelnen Personen vorzustellen (wenn ich mir einen Charakter gut vorstellen kann, präge ich mir seinen Namen ein. Von diesen Figuren konnte ich mir einfach kein Bild machen).

Die Spuren führen die Ermittlungen in viele verschiedene Richtungen, auch Sackgassen. Dadurch wird die Geschichte um weitere Erzählstränge und Personen erweitert. Die Indizien für die anfangs Verdächtigen sind so offensichtlich, dass dem Leser klar ist, dass dies keinesfalls der Mörder sein kann. Zumal mir die Geschichte stellenweise einfach zu konstruiert erscheint (z.B. partieller Gedächtnisverlust einer Figur), um meiner Ansicht nach glaubwürdig zu erscheinen.

Womit ich persönlich ein Problem habe: zuviel Mode, Ambiente und Design. Zu oft wird mir beschrieben, welche Kleidung jemand trägt, wie Emily sich zurechtmacht, wie es an verschiedenen Lokalitäten aussieht. Die Worte "geschmackvoll", "elegant" und ähnliche treten mir zu häufig auf. Ich möchte einem Täter auf die Spur kommen, mir nicht die Zeitschrift "Glamour" durchblättern. Dies ist einer der Gründe, warum ich eher ungern auf weibliche Autoren zurückgreife. Ich weiß, dass ich da als Frau nicht gerade repräsentativ bin, aber mich langweilen solche Beschreibungen.

Trotzdem möchte ich dem Buch eines zugutehalten: es ist recht flüssig zu lesen / hören und hält die Spannung weitgehend aufrecht. Die Geschichte selbst ist recht interessant gehalten mit dem 100 Jahre später wiederkehrenden Serienmörder. Ich habe den Roman neugierig zu Ende gehört und nicht ein einziges Mal überlegt, abzubrechen, dafür war es dann doch zu gut.

Wie ich vielen anderen Rezensionen in verschiedenen Foren und Buchhandlungen entnehmen kann, sind die meisten Leser eher begeistert von diesem Roman, es ist also wirklich vor allem meine Abneigung gegen weibliche Literatur und ihre Merkmale, sodass normale Krimifans vermutlich dennoch einige hochspannende Stunden mit Emily Graham und ihren Bekannten verbringen werden.

SaschaSalamander 10.04.2006, 09.37 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Mörder ohne Gesicht

Cover
Nachdem ich das Hörbuch >"die fünfte Frau"< auf 6 CDs angehört habe, wollte ich mich nun an einem Hörspiel versuchen, also an der gerafften Version eines seiner Romane. In der Bücherei fiel mir unter anderem "der Mörder ohne Gesicht" in die Hände, den ich mir gleich anhörte.


"Der Mörder ohne Gesicht" ist Mankells erster Roman der Reihe um den schwedischen Kommissar Kurt Wallander. Hier geht es um ein altes Ehepaar, welches auf seinem Bauernhof umgebracht wird. Bevor sie stirbt, sagt die Frau noch "Ausländer, Ausländer". Dies und die Tatsache, dass das Pferd von den Tätern mit frischem Heu gefüttert wurde, sind die einzigen Anhaltspunkte, die Wallander nun hat, um den Mord aufzuklären. Die Information über Ausländer dringt an die Presse, es gibt Drohungen und Übergriffe auf das örtliche Asylantenheim. Wallander verfolgt viele Spuren, bevor der Zufall und das Glück ihm endlich den wahren Täter präsentieren.

Im Roman mag es vermutlich noch weit ausholender sein, aber auch im Hörbuch zeigt sich bereits sehr deutlich, dass es hier weniger um den Mord als vielmehr um eine Charakterstudie Wallanders geht. Eine gescheiterte Ehe, abgebrochener Kontakt zu seiner Tochter, ein seniler Vater, der die Berufswahl seines Sohnes mißbilligt. Nur bei seiner Arbeit findet Wallander sich zurecht, doch bald stirbt auch noch sein Mentor und berufliches Vorbild. Ein klassischer Antiheld, wie er vor allem in Krimis und Detektivgeschichten gezeichnet wird.

Ich habe bisher nur zwei seiner Wallander-Romane gelesen und kann daher schlecht etwas Genaues sagen. Aber nach dem, was ich in den beiden Bänden erfahren habe, gehe ich davon aus, dass die folgenden Krimis ein immer deutlicheres Bild des Kommissars aufzeigen, was den eigentlichen Reiz der Bücher ausmacht. Denn die Fälle ... nun, in den beiden von mir gelesenen Büchern waren es eigentlich nur Zufall und Glück, die ihn den Täter ergreifen ließen. Er arbeitet kaum mit Fakten, fast nur mit Vermutungen, Ideen und Bauchgefühl, was ich für eher unrealistisch halte. Es waren schon sehr viele schicksalshaften Umstände in beiden Fällen. Er scheint entgegen seiner tristen, übellaunigen Art trotz allem das Lieblingskind Fortunas zu sein, anders könnte ich es mir sonst nicht erklären.

Der Erzählstil wieder sehr ruhig und gemächlich, im Hörspiel etwas gerafft. Es ist nicht so, dass mich der Held faszinieren oder die Bücher mich ansprechen würden, aber in Hörspielfassung werde ich mir wohl Stück für Stück auch weitere der Wallander - Romane zu Gemüte führen. Ich muss doch wissen, ob sich meine Vermutung mit der Charakterstudie bestätigt ;-)

SaschaSalamander 20.02.2006, 09.31 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Die Schandmaske

CoverMathilda Gillespie wird tot in der Badewanne gefunden, von Blumen umgeben und auf dem Kopf eine Schandmaske, mit der man im Mittelalter geschwätzige Weiber zum Schweigen brachte. Nicht nur die Ärztin Sarah Blakeney, die einen Großteil des Erbes erhalten soll, sondern auch die Verwandten geraten nach Eröffnung des Testamentes plötzlich unter Mordverdacht. Und warum der anonyme Hinweis anstatt einer Zeugenaussage?

Der Roman "Die Schandmaske" wird im gleichnamigen Hörspiel auf 2 CDs zusammengefasst. Ich denke, die Geschichte ist gut aufgebaut und bietet Lesern / Hörern des entsprechenden Genres vermutlich eine sehr gute Unterhaltung. Ab etwa der Hälfte wurde es auch für mich dann spannend, als immer mehr Hinweise einen möglichen Mörder aufzeigten und dann wieder verwarfen. Wie zu erwarten eröffnen sich immer mehr Geheimnisse aus dem Leben der alten Dame, und eigentlich hätten alle Hinterbliebenen ein gutes Motiv.

Ob es ein guter oder eher weniger guter Roman der Autorin und speziell dieser Art des Krimis ist, kann ich allerdings nicht besagen. Vielleicht können >Iris<, >Julimond< oder >Silke<, die das Buch ebenfalls gerade lesen / bereits gelesen haben, etwas Konkreteres dazu erzählen?

Mir persönlich sagt diese Art des Krimis nicht ganz sosehr zu. War ganz nett zwischendurch, aber ist halt nicht mein Ding, es ist immer das Gleiche. Eine Leiche, viele Hinterbliebene und dann die Gespräche zwischen Polizei / Detektiv, Zeugen, Verwandten und sonstigen üblichen Verdächtigen. Jeder könnte es sein, am Ende zaubert der Autor / die Autorin dann noch ein kleines "Special" aus dem Hut und präsentiert den Täter. Dazu noch eine Menge Familiengeheimnisse, bis dato unter den Teppich gekehrte Schande und jede Menge Verwicklungen, wer mit wem wann ein Verhältnis hatte und sonstigerweise in Verbindung steht. Die Namen möglichst englisch und mit ein paar obligatorischen Tie Äitsch (Ruth, Mathilda, etc). Dafür, dass es nicht mein Stil war, hat es mir ganz gut gefallen, aber begeistert war ich nicht gerade. Habe es halt mal gehört. Wollte mal einen Krimi im klassischen Stil konsumieren. Habe ich hiermit getan, und es war okay :-)

SaschaSalamander 23.01.2006, 09.57 | (3/2) Kommentare (RSS) | PL

Wilde Schafsjagd

CoverNun habe ich "Wilde Schafsjagd" gelesen. Murakami ist ein Autor, den ich unbedingt gelesen haben wollte, denn als Mangafan und Bücherfreund möchte ich etwas mehr aus dem Reich der Mitte erfahren. Da komme ich selbstverständlich nicht an einem DER Autoren Japans schlechthin, der inzwischen auch im Westen auf den Bestsellerlisten stand, vorbei.

Mein erstes Werk von ihm sollte "Wilde Schafsjagd" sein, denn ich mag Schafe und lese gerne Krimis, speziell Thriller. Meine Freundin, schon seit Jahren begeisterte Leserin des Autors, empfahl mir daher diesen Roman.

Ein junger Mann, Mitinhaber einer Werbeagentur, macht sich auf die Jagd nach einem Schaf. Oder, genauer gesagt: ein von der Agentur veröffentlichtes LandschaftsBild mit Schafen fürt dazu, dass der Agentur Aufträge entzogen werden sollen. Es sei denn, er (der Ich-Erzähler) macht sich auf, ein bestimmtes Schaf, das auf diesem Foto bei genauem Hinsehen erkennbar ist, zu finden.

Klingt seltsam. Ist aber bei weitem nicht so seltsam wie das, was sich dann herausstellt. Der Erzähler wird in eine verrückte Geschichte verwickelt, in der ein machtgieriges Schaf mittels Gedankenbeeinflussung und Fremdsteuerung die Weltherrschaft an sich reißen möchte. Es klingt abstrus und an den Haaren herbeigezogen, wollte man den Inhalt dieses Buches wiedergeben. Murakami schafft es allerdings, diese seltsame Geschichte so alltäglich und banal wirken zu lassen, dass man während des Lesens gar nicht auf die Idee käme, den Sinngehalt dieser Geschichte zu hinterfragen. Es ist einfach so. War Ihr Geist etwa noch niemals von einem machtgierigen Schaf besessen? Nein? Erstaunlich ...

Es ist schwer, dieses Buch irgendeinem Genre unterzuordnen. Verschiedene Elemente vermischen sich und werden zu einer Einheit. Fantastische Krimierzählung ... kriminalistischer Erzählfantasy ... wie auch immer, ein Crossover, das man im ersten Moment gar nicht als solches wahrnimmt, wie ich finde.

Ich war erstaunt, wie westlich das Buch oft wirkte. Heineken-Bier wird da getrunken, der Protagonist hört gerne Rockmusik, ähnlich westliche Dinge findet man oft. Dies liegt daran, dass Murakami lange Zeit in Italien und Griechenland lebte, auch westliche Autoren (darunter vor allem Kafka) favorisiert und der westliche Lebensstil ihm nur allzu bekannt ist. Dies mag für uns im ersten Moment verwirrend sein, da man mit Japan, China, Korea und derlei Ländern doch eher traditionsbewusste Literatur und Kultur verbindet ...

Anfangs hatte ich meine liebe Not mit diesem Buch, wollte es unbedingt lesen, wollte es eigentlich eher überfliegen um es gelesen zu haben und dann endlich etwas anderes lesen, aber dafür ist Murakamis Werk nicht geeignet. Diesem Buch muss man seine gesamte Aufmerksamkeit widmen. Denn es gibt keine geradlinige Handlung, der man folgen kann, oder bei der man getrost auch einmal ein Kapitelchen überschlagen kann. Was dieses Buch ausmacht, das sind die verqueren, verworrenen und abschweifenden Gedanken das Erzählers. Unzählige Bilder kommen während des Lesens auf, das Buch beschreibt Philosophien und Phantastereien über Gott und die Welt. Der Erzähler ist, wie er sich selbst bezeichnet, ein völlig mittelmäßiger Mensch, nichts besonderes, seine Gedanken sind der Alltag um ihn herum. Und die Aufgabe des Lesers ist es, seinem Alltag zu folgen. Immer wieder hörte ich mich laut denken "hey, das sehe ich ganz genauso" oder "stimmt, das habe ich mir auch schon gedacht" ... und manchmal fragte ich mich "warum habe ich daran eigentlich noch nie einen Gedanken verschwendet?". Als ich dies begriff, fand ich endlich Gefallen daran.

Ich wage sogar ganz frech zu behaupten, dass keiner dieser Gedanken tatsächlich von Belang ist. Nein, kein hochtrabendes Geistesgut, keine neuen Ansätze, keine Welterneuerungstheorien. Einfach nur ganz alltägliche Gedanken. Ich musste stellenweise ein wenig grinsen, denn Murakami könnte ein guter Blogger sein. Er schreibt über den banalen Alltag des Erzählers und schweift dabei von einem Thema zum nächsten. Nach dem Aufstehen der Kaffeeduft, ein Blick aus dem Fenster. Dann der Gedanke an die Tageszeitung, aha der neue Artikel, ach und da war ja ein Bekannter letztens der diesundjenes erlebt hat und ... tja, Banales eben, Alltag. Aber er hat es geschrieben, und das war es. Auch für ihn scheint Schreiben eine Art Katharsis und Erleichterung zu sein, wie auch für viele Blogger.

Was das Buch für mich später so wertvoll machte, das waren die vielen Bilder und die Handlung "hinter" der Handlung. Wer Murakami kennt, weiß, wovon ich rede, aber es ist schwer, dies zu beschreiben *grübel* ... mich erinnerte dieses Buch auch an viele Asiafilme, die bildgewaltig eine prächtige Geschichte erzählen, die ein amerikanischer Blockbuster in einer halben Stunde zusammengefasst hätte. Worauf es ankommt, das ist nicht die Handlung, sondern die Art und Weise der Darstellung wird zelebriert, jedes Wort und jedes Bild wird genossen. Dieses Buch (und wie mir meine Freundin die anderen Bücher schildert, könnte dies auf sein gesamtes Werk zuzutreffen) scheint mir ein Gegenpol zur hektischen, actionüberladenen Gegenwart. Ein Moment der Besinnung. Nicht der geistvollen Meditation, sondern des Gedankenschweifens, des Besinnens auf das eigene Sein und das Darumherum ...

Hier ein kurzer Abschnitt über einen der unzähligen Gedankengänge:
""Du sagst doch, dass das Flugzeug über zehn Stunden spart. Diese gesparte Zeit, wo geht die hin?" - "Zeit geht nirgendwohin. Sie summiert sich bloss. Wir können mit diesen zehn Stunden machen, was wir wollen, sei es in Tokyo, sei es in Sapporo. Wenn wir zehn Stunden haben, können wir uns vier Filme ansehen oder zweimal essen gehen. Oder?" - "Und wenn ich nicht ins Kino will und keinen Hunger habe?" - "Das ist dein Problem, nicht das der Zeit" (suhrkamp 2004, S. 157)

Murakamis Bücher sind wirklich nichts für Zwischendurch. Wer sich allerdings die Zeit nimmt, sich in seine abstrakte, oft unsinnige aber faszinierende Gedankenwelt abzutauchen, der wird sich danach ebenso bereichert fühlen wie nach anderen anspruchsvollen Werken mitsamt Handlung und Aussage. Der Lohn seiner Bücher sind - zumindest meiner Ansicht nach, "wahre Kritiker" werden wohl einen weit hochtrabenderen Sinn darin erkennen - nicht Erfahrungen, Weisheiten oder Wissen, sondern aus Gedankenkreisen weiterführende eigene Gedanken und ein gutes Gefühl. Es ist schön, ein Mensch zu sein.

SaschaSalamander 09.01.2006, 10.52 | (0/0) Kommentare | PL

Die fünfte Frau

Cover
Eure Meinung zu den Wallander-Romanen von Mankell habe ich ja schon in einem >anderen Beitrag< erfragt und auch sehr interessante Antworten bekommen. Und nun möchte ich Euch das Buch "die fünfte Frau" vorstellen, bzw denen, die es kennen, meine Gedanken hierzu mitteilen.


Ich habe zwar auch ein Hörspiel auf 2 CD, habe mir aber zuerst das Hörbuch auf 6 CDs angehört. So einen berühmten Autor wollte ich dann doch nicht so drastisch gekürzt haben, um wenigstens trotz Lesung soviel als Möglich vom Grundton und Schreibstil mitzubekommen. Es ist vermutlich gut, dass ich nicht das Buch las, sondern die CDs hatte. Diese konnte ich bei Frettchenspaziergängen hören, während ich nebenbei noch mit anderen Dingen beschäftigt war. Das Buch hätte ich vermutlich nach gewisser Zeit weggelegt, wenngleich mich der Inhalt und Ablauf sehr interessiert.

Zwei Morde, die lediglich die Grausamkeit ihrer Durchführung gemeinsam haben. Ob es ein Serientäter ist? Warum gerade diese beiden? Und wer könnte der Nächste sein? Kommissar Wallander ist solche grausamen Mordfälle nicht gewohnt, und er weiß nicht so recht, wie und wo er bei den Ermittlungen ansetzen soll. Doch recht bald zeigt sich, worauf der Täter es abgesehen haben könnte und worauf diese Morde abzielen. Jetzt gilt es, den Täter zu finden und die Opfer zu schützen.

Hm, ich hätte gerne etwas mehr in die Inhaltsangabe geschrieben, denn schon von Beginn an war eigentlich klar, worauf das Ganze abzielt und was dabei herauskommen wird. Ich würde also vermutlich kaum zuviel verraten. Es ging bei diesem Roman wohl weniger um Motiv und Täter, als vielmehr um die Methoden des Wallander. Und mit ihm kann ich zugegeben eher wenig anfangen, zumindest in diesem Buch.

Die Handlung spielt in Schweden, der Kommissar kommt vom Land, und so idyllisch und beschaulich ist auch der Roman in seinem Stil gehalten. Stellenweise zog sich alles zusehr in die Länge, wie ich finde. Es interessiert mich wirklich nicht, ob der Kommissar wieder einmal seine Zehnägel schneiden muss oder nicht. Gut, es war eher ein Symbol, um zu verdeutlichen, wie sehr er sich in der letzten Zeit hatte gehenlassen und wiesehr ihn dieser Fall von den Alltäglichkeiten des Lebens abhielt, aber ich fand diese Szene vor allem bezeichnend dafür, dass es mir ein bisschen zu sehr an den falschen Stellen ins Detail geht.

Es gibt eigentlich kaum kriminalistisches Vorgehen, sondern vor allem viel Handeln aus dem Bauch heraus. Und es ist eigentlich wirklich reines Glück, dass sie den Täter fanden. Nur, weil hier einem Kommissar etwas seltsam vorkam und dort eine Kollegin plötzlich einen spontanen Geistesblitz hatte und wirre Gedanken spann. Es gab zwar einige Beweismittel, die zur Ergreifung des Täters führten, aber mir kam das alles schon sehr unprofessionell vor. Professionell hätte ich es in diesem Fall eher gefunden, wenn die kleinen Kommissare vom Land Fachkräfte aus der Stadt anfordern.

Vielleicht bin ich ja durch unzählige Profiler-Filme und entsprechende Krimis inzwischen abgestumpft, vielleicht fehlt mir einfach nur der Sinn für das Beschauliche. Oder vielleicht war zwar die Handlung gut, die Umsetzung bei diesem Buch aber weniger gelungen. Ich werde mich auf jeden Fall an weiteren Werken von Mankell versuchen, unter anderem die zwei von >Klabauter< empfohlenen (als Buch) sowie den Jugendroman der Joel-Tetralogie (als Hörbuch).

SaschaSalamander 24.11.2005, 10.10 | (0/0) Kommentare | PL

Bin noch unsicher

Cover
Neben Coelho und ein paar Mangas ist derzeit auch Henning Mankells "fünfte Frau" in Arbeit. Ich weiß noch nicht so recht, was ich davon halten soll. Es ist nicht schlecht, ich bin gespannt auf den Fortgang. Aber irgendwie kommt es nicht so recht bei mir an. Ich weiß, dass viele ihn verschlingen, und dass andere wochenlang mit ihm kämpfen. Noch weiß ich nicht, zu welcher Sorte ich wohl gehören werde.

Wie steht ihr zu Mankell?

SaschaSalamander 11.11.2005, 10.40 | (6/6) Kommentare (RSS) | PL



 






Einträge ges.: 3395
ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 2746
ø pro Eintrag: 0,8
Online seit dem: 21.04.2005
in Tagen: 4836