SaschaSalamander

Ausgewählter Beitrag

Criminale - Anna Schneider und Elisabeth Herrmann

Als ich auf Facebook postete, dass in Nürnberg die Criminale stattfindet und mich freuen würde, anderen Bloggern zu begegnen, rechnete ich damit, dass sich einige Bücherfreunde melden würden. Gut, es ist keine Leipziger Messe, aber 280 deutsche Autoren sind doch ein toller Grund, mal nach Nürnberg zu kommen, oder? 

Blogger meldeten sich leider keine. Aber was für eine Freude, >Elisabeth Herrmann< sagte, sie hätteZeit für einen Kaffee. So verabredeten wir uns im Zeiti. Das Zeiti möchte ich Euch auch gerne vorstellen, aber das ist eine andere Geschichte und wird >ein andermal< erzählt. Und, der Überraschungen nicht genug! Als ich dann am Treffpunkt wartete, kam nicht nur Elisabeth, sondern auch >Anna Schneider< war mit von der Partie. 

Wir machten es uns auf der Terrasse des Zeiti bequem und bestellten etwas zur Stärkung. Die beiden gingen noch kurz ihren Auftritt durch, dann unterhielten wir uns über alles mögliche. Die beiden sind äußerst sympathisch, ich habe die Zeit mit ihnen sehr genossen. 

Und: sie können richtig gut posen für Fotos ;-)







Nach dem Genuss von Salat, Milchreis, Cappu, Latte, Schorle, Cola und Sonnenstrahlen ging es weiter zur Lesung in der Bücherei. Sie fand passenderweise statt im Saal für Jugendliteratur. Mir gefiel, dass es nicht so steif wirkte wie ich es von anderen Lesungen oft kenne, sondern eher wie zufällig. "Hey, da liest jemand, bauen wir schnell ein paar Stühle auf, machen es und bequem und hören zu". Schön offen, man konnte vor der Lesung durch die Regale schlendern, im Raum lümmelten Teens auf bequemen Sesseln und SitzSäcken, wischten und tippten auf ihren Smartphones, Kunden liefen durch die Gänge. Wohlfühlstimmung pur, eben Bücherei. 

Als die Lesung dann begann, wurde die Tür geschlossen, Kunden mussten kurz draußen bleiben. Doch noch immer blieb es gemütlich, die Sitzsäcke und Sessel am Rand waren einfach begehrter als die aufgebauten Stühle. 

Die beiden moderierten sich gegenseitig an, man merkte, dass sie sich schon vor der Lesung kannten, ein sehr harmonisches, freundschaftliches und humorvolles Zusammenspiel. Sie witzelten auch mit dem Publikum, waren in Kontakt mit den Hörern.

Auf Anna war ich sehr gespannt, denn ich "kannte" sie nur deswegen, weil sie hier auf der Lesung eingetragen war. Ihre beiden Jugendbücher bleiben von mir unbeachtet. Was leider am Cover lag, denn die passen überhaupt nicht in mein Beuteschema (aber Coverdesign und Namensgebung ist ein Thema für sich, da halte ich mich gerne heraus, weil meine Meinung mit der aktuellen Vermarktung leider selten etwas zu tun hat). Umso schöner, dass ich nun auf der Lesung eines Besseren belehrt wurde. Sie stellte BALD WIRD ES NACHT, PRINZESSIN vor, und im Anschluss an die Lesung wollte ich sofort wissen, wie es weitergeht. Eine Rezension wird selbstverständlich bald folgen. Ich werde die Bücher hier im Beitrag zur Lesung allerdings nicht vorstellen, sonst ufert der Bericht aus ;-)

Bevor sie mit Lesen begann, erzählte Anna, wie sie auf die Idee zu dem Buch gekommen war. Bevor ich hier zuviel tippe, verlinke ich einfach mal auf Dina Goldsteins >Fallen Princesses<, das ist bereits sehr aussagekräftig.



Anna begann die Lesung mit dem Prolog, das gefällt mir, es braucht keine lange Erklärung, der Hörer ist sofort mittendrin. War vorher noch eine rege Geschäftigkeit in dem Lesesaal, hingen nun alle an ihren Lippen. Sie liest sehr emotional, betont die Pausen und weiß mit dem Vortrag zu fesseln. Interessant finde ich, dass sie eine extrem gute Sprecherin ist. Allerdings nicht für ein Hörbuch, dafür sind die Charaktere in Dialogen zu schwierig auseinanderzuhalten. Was sie jedoch variiert, das ist der Vortrag. Hauchen, Flüstern, Schreien, kokettieren, sie präsentiert eine breite Palette an Stimmungen. Und wenn man zusieht, erlebt man ein spannendes Schauspiel: sie mag die Stimme und Melodie für die Charaktere nicht ändern, aber ihre Körpersprache "spielt mit". Bei der kecken Nova blinzelt sie, zuckt kokett mit den Schultern, legt den Kopf schief, winkt mit der Hand. Der lässige Jugendliche kommt mit einer ganz anderen Körpersprache daher, abgeschlafft, hängende Mundwinkel, keinerlei Spannung im Körper, trüber Blick. Sie zu hören genügt nicht, man muss sie erleben.

Ihr Vortrag löst beim Hörer sehr viel aus. Ich empfand Sympathie, Antipathie, Wut, Sorge, Anspannung, Aufregung, alles binnen der knappen halben Stunde, in der sie aus ihrem Buch las. Hut ab für eine solch tolle Leistung, schreibtechnisch wie auch den Vortrag! 



Die Lesung ist natürlich noch nicht zu Ende, es folgt Elisabeth. Doch bevor meine Beiträge zu lang werden, geht es weiter in >Teil 2< :-)

SaschaSalamander 04.06.2014, 08.49

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