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Tag:
Madagaskar
Als ich die Vorschau sah, war ich begeistert und überlegte, ob ich nicht sogar für diesen Film ins Kino sollte. Nachdem ich nun die DVD gesehen habe, war ich allerdings dann doch froh, es nicht getan zu haben. Aber langsam, erst einmal der Reihe nach ;-)Löwe Alex, Zebra Martin, Giraffe Melman und Nilpferd Gloria sind die Stars des New Yorker Zoos. Als vier Pinguine ausbrechen und zurück in die Wildnis wollen, packt auch Marty das Fernweh. Seine Freunde dagegen finden den Zoo angenehmer. Also büxt Marty alleine aus, doch seine Freunde machen sich auf die Suche nach ihm, und bald darauf werden sie alle vier eingefangen. Den Menschen kommt die Erkenntnis, dass Tiere im Zoo weniger gut aufgehoben sind als in freier Wildbahn, und so sollen sie zurück in ihre Heimat. Doch die Pinguine nehmen das Schiff unter ihre Führung, die vier Freunde werden von Bord geworfen und landen auf der Insel Madagaskar. Marty ist begeistert, aber irgendwie hatten sie sich die Freiheit alle anders vorgestellt ...
Die Animationen sind großartig gemacht, das muss man Dreamworks (Shrek) schon lassen. Ob die Figuren selbst allerdings gefallen, das ist wohl Geschmackssache. Ich finde die staksigen, teils unproportionalen und vermenschlichten Körperformen ziemlich hässlich. Vor allem das seltsam geformte Gesicht des Zebras und der eckige Rumpf des (aufrecht gehenden) Löwen störten mich oft.
Die Story selbst klingt ganz witzig, aber sie wurde meiner Ansicht nach nicht ausreichend genutzt, sondern läuft flach nebenher. Sie ist eigentlich nur die Bühne für die agierenden Charaktere, ohne tatsächlich irgendeine tiefere Bedeutung zu haben. Genaugenommen ließe sich die Handlung auf maximal 20 Minuten reduzieren.
Worauf in diesem Film großen Wert gelegt wurde, das waren haufenweise Gags und Anspielungen auf alle möglichen Filme (American Beauty, Castaway, Planet der Affen, Winnieh Pooh, etc). Und von alledem gibt es soviel und so schnell und alles auf einmal, dass man als normaler Mensch nicht mehr hinterherkommt. Was mich betrifft - ich werde ständig gebeten, langsamer zu sprechen, keine so raschen Gedankensprünge zu machen, mich langsamer zu bewegen. Ich habe manchmal das Gefühl, mein komplettes Leben läuft doppelt so schnell ab wie das eines normalen Menschen. Und trotzdem kam nicht einmal mehr ich mit. Und wenn ein Gag rein akustisch endlich bis zu meinem Ohr vorgedrungen war, war der Film bereits zig Sätze weiter, die Szene hatte womöglich schon mehrere Male gewechselt. Ich hatte nicht einmal Zeit zu lachen, weil es schon wieder weiterging, bevor ich den Mund geöffnet hatte. Nein, es war mir wirklich definitiv viel zu schnell! Dadurch gingen leider auch sehr, sehr viele Witze verloren, die eigentlich wirklich gut waren. Man müsste diesen Film vermutlich zehnmal sehen, um auch nur die Hälfte der Anspielungen, Wortspiele und Witze zu registrieren.
Ich weiß nicht so recht, ob es unter Filmen für Kinder oder Erwachsene einzuordnen ist. Für Erwachsene sind die Handlung, einige Teile der Sprache (lässiger Jugendslang, Worte wie phat und andere), die Charaktere und die Gags zu plump bzw uninteressant. Für Kinder dagegen sind unzählige Witze überhaupt nicht verständlich (Filmanspielungen, die sie nicht kennen können, eingefügte englische Sätze, zu hohes Tempo (ich weiß, dass Kinder schneller sind als mancher Erwachsene, aber ich halte es für unrealistisch, dass ein Kind diesem Film folgen kann!). In dem Versuch, beide Zielgruppen zu erreichen, haben die Macher meiner Ansicht nach beide um Meilen verfehlt ...
Ich habe mehrfach gelesen, dass die Witze im Englischen weit besser sein sollen. Vielleicht werde ich ihn mir irgendwann noch einmal auf Englisch ansehen, aber zumindest auf Deutsch fand ich manche "witzigen" Szenen ziemlich öde.
Nein, mir sagte der Film gar nicht zu. Ich habe zwar einige Male geschmunzelt und mich recht nett unterhalten an diesem Abend, aber ich war ziemlich enttäuscht. Es ist ein Film, der absolut nicht das geringste Bisschen Zeit zum Denken und Verdauen lässt, man kann ihn lediglich konsumieren, etwas anderes ist nicht möglich. Aber andererseits, sich berieseln lassen und stumpf konsumieren, ist das nicht der Stil der heutigen modernen Zeit? *grübel*
Nun ja, bevor ich ihn komplett zerreiße (mir fiele schon noch einiges ein), möchte ich zum Abschluss sagen, dass dieser Film wirklich Ansichtssacheist. Wer es bunt, schräg und temporeich liebt und keine großen Ansprüche an tiefschürfende Gedanken, feine Untertöne oder hintergründige Witze legt, dem wird er bestimmt gefallen (nein, das soll nicht abwertend gemeint sein, manchmal muss man einfach abschalten können, aber ich konnte das bei diesem Film leider nicht).
Und auch für mich hatte er trotz allem seine lustigen Momente. Ich wünschte, es gäbe einen eigenen Film mit den militanten Pinguinen. Sobald diese ins Bild kamen, konnte ich mich vor Lachen kaum halten, und allein diese vier Soldaten waren es wert, den Film trotzdem gesehen zu haben ;-)
Mich würde mal interessieren, wem der Film alles gefallen hat und warum ... vielleicht ist ja mir auch einiges nur entgangen, oder ich hätte ihn an einem anderen Tag sehen müssen ... denn mit Filmen ist es wie mit Büchern: sie brauchen ihre Zeit. Vielleicht war es gerade für mich nicht die Zeit für temporeiche Filme, wer weiß?
Die Story selbst klingt ganz witzig, aber sie wurde meiner Ansicht nach nicht ausreichend genutzt, sondern läuft flach nebenher. Sie ist eigentlich nur die Bühne für die agierenden Charaktere, ohne tatsächlich irgendeine tiefere Bedeutung zu haben. Genaugenommen ließe sich die Handlung auf maximal 20 Minuten reduzieren.
Worauf in diesem Film großen Wert gelegt wurde, das waren haufenweise Gags und Anspielungen auf alle möglichen Filme (American Beauty, Castaway, Planet der Affen, Winnieh Pooh, etc). Und von alledem gibt es soviel und so schnell und alles auf einmal, dass man als normaler Mensch nicht mehr hinterherkommt. Was mich betrifft - ich werde ständig gebeten, langsamer zu sprechen, keine so raschen Gedankensprünge zu machen, mich langsamer zu bewegen. Ich habe manchmal das Gefühl, mein komplettes Leben läuft doppelt so schnell ab wie das eines normalen Menschen. Und trotzdem kam nicht einmal mehr ich mit. Und wenn ein Gag rein akustisch endlich bis zu meinem Ohr vorgedrungen war, war der Film bereits zig Sätze weiter, die Szene hatte womöglich schon mehrere Male gewechselt. Ich hatte nicht einmal Zeit zu lachen, weil es schon wieder weiterging, bevor ich den Mund geöffnet hatte. Nein, es war mir wirklich definitiv viel zu schnell! Dadurch gingen leider auch sehr, sehr viele Witze verloren, die eigentlich wirklich gut waren. Man müsste diesen Film vermutlich zehnmal sehen, um auch nur die Hälfte der Anspielungen, Wortspiele und Witze zu registrieren.
Ich weiß nicht so recht, ob es unter Filmen für Kinder oder Erwachsene einzuordnen ist. Für Erwachsene sind die Handlung, einige Teile der Sprache (lässiger Jugendslang, Worte wie phat und andere), die Charaktere und die Gags zu plump bzw uninteressant. Für Kinder dagegen sind unzählige Witze überhaupt nicht verständlich (Filmanspielungen, die sie nicht kennen können, eingefügte englische Sätze, zu hohes Tempo (ich weiß, dass Kinder schneller sind als mancher Erwachsene, aber ich halte es für unrealistisch, dass ein Kind diesem Film folgen kann!). In dem Versuch, beide Zielgruppen zu erreichen, haben die Macher meiner Ansicht nach beide um Meilen verfehlt ...
Ich habe mehrfach gelesen, dass die Witze im Englischen weit besser sein sollen. Vielleicht werde ich ihn mir irgendwann noch einmal auf Englisch ansehen, aber zumindest auf Deutsch fand ich manche "witzigen" Szenen ziemlich öde.
Nein, mir sagte der Film gar nicht zu. Ich habe zwar einige Male geschmunzelt und mich recht nett unterhalten an diesem Abend, aber ich war ziemlich enttäuscht. Es ist ein Film, der absolut nicht das geringste Bisschen Zeit zum Denken und Verdauen lässt, man kann ihn lediglich konsumieren, etwas anderes ist nicht möglich. Aber andererseits, sich berieseln lassen und stumpf konsumieren, ist das nicht der Stil der heutigen modernen Zeit? *grübel*
Nun ja, bevor ich ihn komplett zerreiße (mir fiele schon noch einiges ein), möchte ich zum Abschluss sagen, dass dieser Film wirklich Ansichtssacheist. Wer es bunt, schräg und temporeich liebt und keine großen Ansprüche an tiefschürfende Gedanken, feine Untertöne oder hintergründige Witze legt, dem wird er bestimmt gefallen (nein, das soll nicht abwertend gemeint sein, manchmal muss man einfach abschalten können, aber ich konnte das bei diesem Film leider nicht).
Und auch für mich hatte er trotz allem seine lustigen Momente. Ich wünschte, es gäbe einen eigenen Film mit den militanten Pinguinen. Sobald diese ins Bild kamen, konnte ich mich vor Lachen kaum halten, und allein diese vier Soldaten waren es wert, den Film trotzdem gesehen zu haben ;-)
Mich würde mal interessieren, wem der Film alles gefallen hat und warum ... vielleicht ist ja mir auch einiges nur entgangen, oder ich hätte ihn an einem anderen Tag sehen müssen ... denn mit Filmen ist es wie mit Büchern: sie brauchen ihre Zeit. Vielleicht war es gerade für mich nicht die Zeit für temporeiche Filme, wer weiß?
SaschaSalamander 29.12.2005, 10.42 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL
Absolut im Snicketfieber

Ab dem fünften Band, in welchem die Kinder im Internat auf Freunde treffen, geht es wirklich zügig voran! Die Handlung geht immer deutlicher auf ein Ziel, immer mehr Hinweise werden ausgestreut, immer mehr für die Handlung relevante Personen tauchen auf. Und wie es aussieht, können die Waisen nun nicht einmal mehr zurück zu ihrem Betreuer, weil sie polizeilich gesucht werden. Müssen sie im nächsten Band etwa auf sich selbst gestellt durch die Gegend ziehen? Und Sunny kann inzwischen laufen und kurze Sätze sprechen!
Ich würde am liebsten den ganzen Tag nur noch weiterhören und danach sofort die folgenden Bücher lesen (die ich mir gestern in einem Anfall von "Habenwill" zusammen mit der "unauthorized Biography" des Lemony Snicket im Buchladen meines Vertrauens bestellt habe). Dafür lasse ich momentan sogar Bartimäus, einige neue Mangas, den langersehnten Lycidas und andere spannende Bücher liegen. Es ist schon sehr lange her, dass mich ein Buch sosehr gefesselt hat wie diese Reihe!
Heute Nachmittag habe ich ein zweites Mal den Film gesehen (Rezension meines Ersteindruckes >hier<, der nach dem Genuss des Buches nun komplett anders auf mich wirkt als beim ersten Mal. Für sich alleine wirklich großartig, hinter dem Buch jedoch um Längen zurück. Die Handlung musste natürlich verändert werden, da sie kaum exakt umgesetzt werden konnte, schließlich sind drei Bücher in diesem Film zusammengefasst. Sunny und Klaus wirken im Buch wesentlich jünger und kommen ganz anders beim Leser an. Graf Olaf wurde großartig umgesetzt, exakt so hatte ich ihn mir im Buch vorgestellt! Außerdem wurden dem Film einige Zusatzhandlungen eingefügt, um ihn am Ende quasi abzuschließen. Ich bin gespannt, ob die Andeutungen und Beweise des Filmes später auch in den brandneuen Büchern auftauchen werden, oder ob die Filmemacher da spektakuliert und selbst gebastelt haben?
SaschaSalamander 28.12.2005, 19.17 | (0/0) Kommentare | PL
Manchmal braucht es eine Badewanne
Wenn ich >gestern schon "schimpfte"<, dass Murakami bei der mehr oder weniger wilden Jagd nach seinem Schaf doch endlich mal in die Pötte kommen solle, dann möchte ich heute wenigstens als kleine "Wiedergutmachung" diesem Autor gegenüber posten, wie es dann gestern Abend für mich weiterging: ein gemütlicher Nachmittag mit Lemony Snicket, eine Runde am Crosstrainer, ein Frettchenspaziergang und ein absolut bequemer Tag. Abends dann wollte ich kurz in die Badewanne und noch ein wenig in der Schafsjagd lesen. Tja, und da las ich dann. So lange, bis es weit nach Mitternacht war und das Wasser in der Wanne eiskalt. >Vorgestern< schrieb ich von Büchern, in denen man einfach einmal jegliche Logik abstellen muss. Und während ich sogar selbst gerade ein solches Buch lese, renne ich einfach mit Scheuklappen an dessen Aussage vorbei. Päng. Mensch, war ich vernagelt. Vielleicht brauchte es die Badewanne, um mir zu zeigen, was Murakami dem Leser vermitteln möchte. Eben einfach einmal alles loslassen und den Worten hinter den Worten des Autors lauschen. Ich
kann es kaum erwarten, meine Gedanken zu diesem Buch zu tippen ... die Rezi kommt dann (da das Buch weniger aktuell und vielmehr zeitlos ist) bei Gelegenheit einmal :-)SaschaSalamander 28.12.2005, 09.57 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Weniger wilde Schafsjagd
Nun habe ich knapp das erste Drittel des Buches "Wilde Schafsjagd" von Murakami gelesen. Ich weiß nicht so recht, ob es mir gefällt oder nicht. Ich lese es wohl gerade im falschen Moment. Denn der Schreibstil ist sehr interessant und ungewöhnlich. Der Protagonist erzählt aus seinem Leben, und die eigentliche Handlung ist eher Nebensache gegenüber seinen Weltansichten und Gedanken. Seine Sichtweise ist spannend, mir gefällt der Schreibstil, den viele wohl recht seltsam finden. Ständig schweift er ab, es gibt seltsame Wortschöpfungen und faszinierende Vergleiche, oft fragt sich der Leser was dies wohl gerade mit der Geschichte zu tun haben könnte.Aber momentan nervt mich das. Mensch, wann kommt Murakami endlich in die Pötte? Was ist nu mit dem komischen Foto und dem Schaf? Er hat ja schon eine halbe Ewigkeit gebraucht, bevor er überhaupt zu dem Foto mit dem Schaf kam ... muss ich jetzt etwa ein weiteres Drittel warten, bevor das Schaf auftaucht, um das es geht? ARGH! von "wild" ist momentan ja wirklich überhaupt nichts zu spüren, da würde ich jetzt wirklich lieber meinen Bartimäus oder den Roman von McDermid schnappen, statt nochmal dutzende Seiten zu warten, bevor die Schafsjagd überhaupt beginnt! (aber das zieh ich durch, es liest sich trotz allem sehr angenehm und schnell)
SaschaSalamander 27.12.2005, 15.57 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Lemony Snicket Band 04 bis 06
Auch im vierten, fünften und sechsten Band der Reihe betrüblicher Ereignisse haben die Baudelaire-Waisen kein Glück. In der Sägemühle müssen sie unter unvorstellbaren Bedinungen schwerste Arbeiten verrichten, bevor die Sprechstundenhilfe Shirley alias Graf Olaf auftaucht und ihnen das Leben noch schwerer macht. Danach werden sie in ein Internet gebracht, wo ihnen der böse Graf in Gestalt eines neuen Sportlehrers nachstellt. In dieser Schule sind zwar die Lehrer unerträglich und der Direktor etwas wahnsinnig, aber zumindest finden sie zwei neue Freunde dort: die beiden Quagmire - Drillinge (ihr Bruder starb mit den Eltern bei einem Brand) Isadora und Duncan, die ihnen zur Seite stehen und im Kampf gegen ihren Widersacher helfen. Als sie die Schule verlassen müssen, werden sie zum Ehepaar Elend in der düsteren Allee gebracht. Dort lernen sie, wass alles gerade "in" und was "out" ist, und danach muss sich nun ihr ganzer Alltag richten. Waisen sind gerade schrecklich "in", aber was, wenn sie plötzlich wieder "out" sind? Die unmodernen Bäume vor dem Haus wurden einfach abgeholzt! Und wo hält Graf Olaf die Quagmire - Drillinge verborgen? Denn auch deren Vermögen will er sich nun aneignen, weshalb sie uns Lesern wohl bis zum Ende der Serie erhalten bleiben werden.Die Bücher um die Baudelaire-Waisen sind wirklich ein regelrechter Genre - Mix, wie ich ihn in dieser Form bisher nur selten erlebt habe. Krimi, Fantasy, Kinderbuch, zugleich ein spannender Roman für Erwachsene, es überschneidet sich einfach zu oft, als dass man es genau charakterisieren könnte. Aber egal, was es auch sein mag, sie werden scheinbar von Band zu Band besser ... äh, betrüblicher ;-)
Und nicht nur die Qualität der Bücher entwickelt sich weiter (auch, wenn ich das anfangs kaum für möglich hielt), sondern auch die Kinder. Violet muss alleine ohne Klaus in Büchern nachforschen, Klaus muss ohne die Hilfe seiner Schwester eine wichtige Erfindung machen, und Sunnys Sprache wird immer deutlicher. Sie streut immer mehr Fremdworte (fast unbemerkt, anfangs noch sehr unauffällig und umso witziger) zwischen ihre Silbensprache, manchmal sagt sie sogar ganze verständliche Worte (Suppe, Hänsel, Gretel, etc).
Allerdings frage ich mich, wann in Deutschland der zehnte Band erscheinen wird? Mir graust es vor dem Gedanken, nach dem neunten Band lange Zeit vor dem Nichts zu stehen, während ich doch schon auf Eragon III, Harry Potter VII, Tintenherz III und einige anderen Bücher warte und es kaum aushalte vor Spannung! Auf Englisch sind Band 10 (The slippery slope), 11 (The grim grotto) und 12 (The penultimate peril) bereits erschienen, Band 13 ist für Herbst 2006 angekündigt. Warum lässt man sich bei uns soviel Zeit?!? Vermarktung ist eine fiese Sache *grummel*
Das ist kaum auszuhalten! In den ersten Bänden kann man sich bereits einiges denken, im fünften Band kommt die erste konkrete Andeutung, im sechsten Band kommen sie dem Geheimnis schon ein klein wenig näher ... was hat es mit den Buchstaben F.F. auf sich? Welche schreckliche Vergangenheit birgt Graf Olaf? Was bedeutet dieses Auge? Der Gedanke, dass ich noch bis Herbst nächsten Jahres warten muss ... er ist ebenso unerträglich wie das Warten auf den letzten Band von Harry Potter. Hätte ich das Ende beider Serien jetzt vor mir liegen, ich würde verzweifeln, weil ich nicht wüsste, was ich zuerst lesen sollte!
Und nicht nur die Qualität der Bücher entwickelt sich weiter (auch, wenn ich das anfangs kaum für möglich hielt), sondern auch die Kinder. Violet muss alleine ohne Klaus in Büchern nachforschen, Klaus muss ohne die Hilfe seiner Schwester eine wichtige Erfindung machen, und Sunnys Sprache wird immer deutlicher. Sie streut immer mehr Fremdworte (fast unbemerkt, anfangs noch sehr unauffällig und umso witziger) zwischen ihre Silbensprache, manchmal sagt sie sogar ganze verständliche Worte (Suppe, Hänsel, Gretel, etc). Allerdings frage ich mich, wann in Deutschland der zehnte Band erscheinen wird? Mir graust es vor dem Gedanken, nach dem neunten Band lange Zeit vor dem Nichts zu stehen, während ich doch schon auf Eragon III, Harry Potter VII, Tintenherz III und einige anderen Bücher warte und es kaum aushalte vor Spannung! Auf Englisch sind Band 10 (The slippery slope), 11 (The grim grotto) und 12 (The penultimate peril) bereits erschienen, Band 13 ist für Herbst 2006 angekündigt. Warum lässt man sich bei uns soviel Zeit?!? Vermarktung ist eine fiese Sache *grummel*
Das ist kaum auszuhalten! In den ersten Bänden kann man sich bereits einiges denken, im fünften Band kommt die erste konkrete Andeutung, im sechsten Band kommen sie dem Geheimnis schon ein klein wenig näher ... was hat es mit den Buchstaben F.F. auf sich? Welche schreckliche Vergangenheit birgt Graf Olaf? Was bedeutet dieses Auge? Der Gedanke, dass ich noch bis Herbst nächsten Jahres warten muss ... er ist ebenso unerträglich wie das Warten auf den letzten Band von Harry Potter. Hätte ich das Ende beider Serien jetzt vor mir liegen, ich würde verzweifeln, weil ich nicht wüsste, was ich zuerst lesen sollte!
Ich hoffe ja auch, dass der Autor nach Fertigstellung der Reihe weitere Bücher schreiben wird. Allerdings muss ich wohl davon ausgehen, dass diese dann nicht mit diesem zu vergleichen sein werden. Denn diese Reihe ist in Sprache, Stil und ihrer gesamten Art ein Novum. Es dürfte wohl das erste und bisher einzigste Buch sein, dessen "Autor" selbst davor warnt, es zu lesen ;-) Und was immer er auch nachfolgend schreiben würde, es wäre bestimmt großartig, aber eben etwas ganz anderes. Genauso, wie es nach Harry Potter keinen zweiten Harry von Rowling geben kann, sind auch die Baudelaires etwas ganz Besonderes und Eigenes, damit muss sich der Fan wohl abfinden ...
Wenn ich mir allein die Titel der englischen Bücher (siehe vor zwei Absätzen) auf der Zunge zergehen lasse, dann vermute ich, dass ich mir Band 10 bis 13 vermutlich auf Englisch kaufen und die Reihe irgendwann komplett im Regal stehen haben werde. Zum einen, weil ich nicht so lange warten kann. Und zum anderen, weil die
Sprache ein wichtiges Element dieser Bücher ist. Die Übersetzung ist sehr gut, aber das Original muss wohl um Längen besser sein ... ich werde unter der "Search inside" - Funktion bei Ebay mal ein wenig schmökern :-)
(Kleine Anmerkung am Rande: Ich leihe mir sogut wie fast alle Bücher aus oder besorge sie mir irgendwann bei Buchticket, Ebay oder Amazon Marketplace. Wenn ich mir ein Buch kaufe oder schenken lasse, ist das wirklich eine Seltenheit. Doch Lemony Snicket ist es mir wert, denn ich werde das Buch noch viele Male lesen, ebenso wie die anderen Werke in meinem Schrank)
Wenn ich mir allein die Titel der englischen Bücher (siehe vor zwei Absätzen) auf der Zunge zergehen lasse, dann vermute ich, dass ich mir Band 10 bis 13 vermutlich auf Englisch kaufen und die Reihe irgendwann komplett im Regal stehen haben werde. Zum einen, weil ich nicht so lange warten kann. Und zum anderen, weil die
Sprache ein wichtiges Element dieser Bücher ist. Die Übersetzung ist sehr gut, aber das Original muss wohl um Längen besser sein ... ich werde unter der "Search inside" - Funktion bei Ebay mal ein wenig schmökern :-)(Kleine Anmerkung am Rande: Ich leihe mir sogut wie fast alle Bücher aus oder besorge sie mir irgendwann bei Buchticket, Ebay oder Amazon Marketplace. Wenn ich mir ein Buch kaufe oder schenken lasse, ist das wirklich eine Seltenheit. Doch Lemony Snicket ist es mir wert, denn ich werde das Buch noch viele Male lesen, ebenso wie die anderen Werke in meinem Schrank)
SaschaSalamander 27.12.2005, 09.47 | (0/0) Kommentare | PL
Eragon
Eragon lebt in seinem kleinen Dorf, ärmlich aber zufrieden, als er im Buckel (Gebirge) plötzlich einen seltsamen Stein findet. Und dieser entpuppt sich als Drachenei. Damit beginnt das Abenteuer ... Eragon zieht heimlich den Drachen auf, informiert sich beim Geschichtenerzähler Brom über die früheren Drachenreiter (die damals große Heldentaten vollbrachten, heute jedoch nicht mehr existieren) und stellt fest, dass er zu seinem Drachen eine Art telepathischer Verbindung aufnehmen kann. Im Dorf erscheinen Soldaten, die sich nach dem Drachenei erkundigen, Eragons Hof wird niedergebrannt, und gemeinsam mit Brom und Saphira flieht er. Eragon soll ein Drachenreiter werden, und Brom ist sein Lehrmeister. Brom birgt viele Geheimnisse, und langsam wird Eragon bewusst, welche Bürde nun auf ihm lastet und was es noch alles zu lernen gilt. Sein Ziel ist es, die Herrschaft des tyrannischen König Galbatorix (der die Drachenreiter vernichtete und nun auch seine Familie töten ließ) zu beenden.Doch, mir hat Eragon gefallen. Anfangs hatte ich etwas Probleme, mich zurechtzufinden, der Schreibstil sagte mir nicht sonderlich zu, ich brauchte mehrere Tage für die ersten Seiten. Aber zum einen gewöhnte ich mich daran, und außerdem wurde es tatsächlich im Laufe der einzelnen Kapitel immer besser, bis ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte. Und nun kann ich die Fortsetzung gar nicht abwarten!
Die Geschichte ist nicht unbedingt die Neuerfindung des Fantasy, aber das verlangt ja auch niemand. Ich finde, Eragons Welt ist solide durchdacht, der Autor hat sich wirklich einen Plan von der Landschaft, den Menschen und den Lebensbedingungen dort gemacht, es wirkt alles logisch und gut strukturiert. Sollte er tatsächlich dieses Buch alleine geschrieben haben - ich unterstelle ihm nicht, dass ihm die Eltern oder andere Erwachsene geholfen haben, die Frage wird allerdings wohl jedem Leser gekommen sein bei der Komplexität dieses Buches, so zolle ich Christopher Paolini wirklich meine Hochachtung. Es ist doch eine umfassende Aufgabe, eine komplexe Welt zu entwerfen, die ihre eigenen Gesetzmäßigkeiten hat. Dazu den Aufbau der Magie, eine fremde Sprache mit eigenen Worten entwickeln, die Historie des Landes, die verworrenen Intrigen des Königs, ein Schlachtplan für den ausgedehnten Kampf am Ende, Hintergründe für die gut greifbaren Charaktere, der Handlungsentwurf, die ganze Geschichte an sich. Das Buch ist in angenehmem Ton geschrieben, die Geschichte ist mitreißend, die Charaktere sind sympathisch, der Leser ist gefesselt. Mehr kann man von einem Fantasyroman wirklich nicht erwarten!
Ich muss zugeben, dass ich das Buch beim Analysieren (altes Kriegsleiden, ohne geht es leider nicht) vor allem stets unter dem Aspekt las, dass der Autor erst 15 Jahre alt war zu Beginn. Das erklärt die anfangs eher ungeschichte Sprache, die sich aber schnell steigert. Was mir von Anfang an auffiel, das waren aber vor allem viele Feinheiten, die ein Buch erst greifbar machen. Eine Handlung erzählen können viele. Aber der Geschichte tatsächlich Leben verleihen, das macht das Können eines Autors aus. Und Paolini schafft es mit vielen Kleinigkeiten, die Ereignisse vor dem Auge des Lesers zu eigenem Leben zu erwecken. Eragon betritt nicht nur ein verwüstetes Dorf, sondern Paolini zeigt sehr bildlich die Leere um ihn. Keine Kinder, die ihm entgegenrennen, kein bellender Hund, der Geruch des Feuers und des Todes, anschaulich werden die Hausruinen und Trümmer beschrieben, als stünde man selbst an diesem schaurigen Ort.
Ich frage mich, woher Paolini diese Fähigkeit nimmt, Szenen und Menschen so deutlich zu beschreiben. Er muss für sein Alter sehr reif sein, vielleicht hat er schon sehr viel erlebt. Oder er ist begeisterter Rollenspieler, Fantasyfan und Filmeliebhaber und hat seit frühester Kindheit alles verschlungen, was in diese Richtung geht, sodass er aus einem reichen theoretischen Erfahrungsschatz schöpfen kann. So mancher geübte Autor kann von ihm eine Menge lernen ...
Also, falls jemand dieses Buch als Fantasyfreund noch nicht gelesen hat ... noch ist es nicht zu spät, Weihnachten ist erst morgen, vielleicht reicht es ja noch für einen erweiterten Wunschzettel ... und gleich den zweiten Teil vormerken, der ebenfalls bereits erhältlich ist ;-)
SaschaSalamander 23.12.2005, 19.47 | (4/3) Kommentare (RSS) | PL
Lemony Snicket Band 02 bis 03
Der zweite und dritte Band der "Reihe betrüblicher Ereignisse" von Lemony Snicket beinhalten die Bücher "Das Schlangenhaus - der Reptiliensaal" und "Der Seufzersee - das zerbrochene Fenster". Nachdem die Baudelaire-Geschwister im >ersten Band< der Bedrohung durch Graf Olaf entkamen, werden sie erst zu Onkel Monty und nach dessen grausamen Tod zu Tante Josefine gebracht. Onkel Monty ist Reptilienforscher und empfängt die Kinder freundlich mit Kokoskuchen. Er will sie sogar mit auf die Expedition nach Peru nehmen, es scheint alles in bester Ordnung. Aber Graf Olaf taucht verkleidet als Montys Gehilfe Stefano auf und bedroht die Kinder. Tante Josefine ist eine ängstliche Witwe, die sich zwar gut um die Kinder sorgt, aber alles und jeden fürchtet. Nicht einmal warmes Essen gibt es, weil sie Angst hat, der Herd könne explodieren. Dann taucht Graf Olaf auf, verkleidet als Kapitän Thalmi, und versucht die Kinder mit Gewalt an sich zu bringen.
Köstlich, ich habe diese beiden Bände wieder verschlungen!
Sprachlich habe ich das Gefühl, die Bücher werden von mal zu Mal besser. Die Sätze klingen sogar regelrecht melodisch, es gibt unzählige Alliterationen und ähnliche Spielereien. Und auch der Sprecher Stefan Kurt ist absolut großartig! Im ersten Teil hielt ich ihn versehentlich für Rufus Beck, dieser liest jedoch erst ab dem dritten Band. Stefan Kurt hat eine ebenso wandelbare Stimme und beherrscht das Spiel auf ihr mindestens genausogut.
Bei Onkel Monty haben die Kinder Gelegenheit, ihre Charaktere ein wenig auszuleben, der Leser lernt sie etwas besser kennen. Es ist schön, wie die Kinder immer wieder zusammenhelfen, zusammenhalten, wie sich jedes mit seinen ihm eigenen Fähigkeiten einbringt. Die Kinder sind die eigentlichen Helden dieses Buches, sie sind intelligent und wohlerzogen. Die Erwachsenen dagegen, sogar die gutherzigen, sehen nur, was sie sehen wollen, und weisen die Kinder zurecht, sobald sich das Gesagte als Ungemütlich erweisen könnte. So kommt es, dass niemand den Kindern glaubt und sie letzten Endes immer wieder auf sich alleine gestellt sind und dann auch noch für ihr störrisches eigenmächtiges Handeln gerügt werden. Nein, Erwachsene schneiden in diesem Buch niemals gut ab. Sie sind böse, oder sie sterben am Ende. Manchmal auch beides ...
Die verrückten Ideen des Autors werden scheinbar immer verrückter, man muss schon eine Vorliebe für diesen seltsamen Humor haben, der nicht immer ganz nachvollziehbar und gerade wegen seiner Absurdität so genial ist. So gibt es im Hause von Onkel Monty zum Beispiel unzählige Reptilien, etwa die virginianische Wolfsviper oder dei grünäugige Glubschaugenkröte. Die Kinder lernen alles Wichtige über diese Tiere, bevor sie nach Peru fahren. Und so lernen sie auch, dass diese Viper nie, nie, nie, nie, nie, nie, NIE, NIE, NIE, aber auch wirklich NIEMALS, wirklich kein einziges Mal in die Nähe einer Schreibmaschine kommen lassen darf! Auch gibt Lemony Snicket hilfreiche Tipps wie: "Wer an Allergien leidet, sollte das Allergieauslösende niemals in den Mund nehmen, erst recht nicht, wenn es eine Katze ist!". Auch Lebensweisheiten kommen nicht zu kurz: "Erdbeben, Kasperletheater und Tränen haben gemeinsam, dass sie unerwartet ganz plötzlich einfach dasind". Ja, von Lemony Snicket kann man wirklich eine Menge lernen als unerfahrener Leser, welcher sich in Sicherheit wiegt! ;-)
Die Vergleiche und Worterklärungen, die im ersten Band noch relativ "normal" waren, werden ebenfalls immer wahnwitziger. Die Kinder müssen etwas stehlen, und der Autor weist darauf hin, dass dies natürlich unmoralisch ist. Ein Bild zu stehlen sei unmoralisch. Aber es gäbe Situationen, in denen sei stehlen in Ordnung. Wenn man Hunger hat, und wenn man DANN ein Bild klaut und dieses verspeist, DAS sei in Ordnung ... auf diese Weise streut Lemony Snicket hier und da immer wieder seine verdrehte Moral und Weltanschauung ein, auch über ihn selbst erfährt man zwischendurch einzelne Kleinigkeiten ;-)
Stellenweise erinnert mich der Humor des Autors fast an Walter Moers. Ich denke, wem dessen abgedrehter schwarzer Humor gefällt, der kann sich bestimmt auch für diese Buchreihe begeistern.

Köstlich, ich habe diese beiden Bände wieder verschlungen!
Sprachlich habe ich das Gefühl, die Bücher werden von mal zu Mal besser. Die Sätze klingen sogar regelrecht melodisch, es gibt unzählige Alliterationen und ähnliche Spielereien. Und auch der Sprecher Stefan Kurt ist absolut großartig! Im ersten Teil hielt ich ihn versehentlich für Rufus Beck, dieser liest jedoch erst ab dem dritten Band. Stefan Kurt hat eine ebenso wandelbare Stimme und beherrscht das Spiel auf ihr mindestens genausogut.
Bei Onkel Monty haben die Kinder Gelegenheit, ihre Charaktere ein wenig auszuleben, der Leser lernt sie etwas besser kennen. Es ist schön, wie die Kinder immer wieder zusammenhelfen, zusammenhalten, wie sich jedes mit seinen ihm eigenen Fähigkeiten einbringt. Die Kinder sind die eigentlichen Helden dieses Buches, sie sind intelligent und wohlerzogen. Die Erwachsenen dagegen, sogar die gutherzigen, sehen nur, was sie sehen wollen, und weisen die Kinder zurecht, sobald sich das Gesagte als Ungemütlich erweisen könnte. So kommt es, dass niemand den Kindern glaubt und sie letzten Endes immer wieder auf sich alleine gestellt sind und dann auch noch für ihr störrisches eigenmächtiges Handeln gerügt werden. Nein, Erwachsene schneiden in diesem Buch niemals gut ab. Sie sind böse, oder sie sterben am Ende. Manchmal auch beides ...
Die verrückten Ideen des Autors werden scheinbar immer verrückter, man muss schon eine Vorliebe für diesen seltsamen Humor haben, der nicht immer ganz nachvollziehbar und gerade wegen seiner Absurdität so genial ist. So gibt es im Hause von Onkel Monty zum Beispiel unzählige Reptilien, etwa die virginianische Wolfsviper oder dei grünäugige Glubschaugenkröte. Die Kinder lernen alles Wichtige über diese Tiere, bevor sie nach Peru fahren. Und so lernen sie auch, dass diese Viper nie, nie, nie, nie, nie, nie, NIE, NIE, NIE, aber auch wirklich NIEMALS, wirklich kein einziges Mal in die Nähe einer Schreibmaschine kommen lassen darf! Auch gibt Lemony Snicket hilfreiche Tipps wie: "Wer an Allergien leidet, sollte das Allergieauslösende niemals in den Mund nehmen, erst recht nicht, wenn es eine Katze ist!". Auch Lebensweisheiten kommen nicht zu kurz: "Erdbeben, Kasperletheater und Tränen haben gemeinsam, dass sie unerwartet ganz plötzlich einfach dasind". Ja, von Lemony Snicket kann man wirklich eine Menge lernen als unerfahrener Leser, welcher sich in Sicherheit wiegt! ;-)
Die Vergleiche und Worterklärungen, die im ersten Band noch relativ "normal" waren, werden ebenfalls immer wahnwitziger. Die Kinder müssen etwas stehlen, und der Autor weist darauf hin, dass dies natürlich unmoralisch ist. Ein Bild zu stehlen sei unmoralisch. Aber es gäbe Situationen, in denen sei stehlen in Ordnung. Wenn man Hunger hat, und wenn man DANN ein Bild klaut und dieses verspeist, DAS sei in Ordnung ... auf diese Weise streut Lemony Snicket hier und da immer wieder seine verdrehte Moral und Weltanschauung ein, auch über ihn selbst erfährt man zwischendurch einzelne Kleinigkeiten ;-)
Stellenweise erinnert mich der Humor des Autors fast an Walter Moers. Ich denke, wem dessen abgedrehter schwarzer Humor gefällt, der kann sich bestimmt auch für diese Buchreihe begeistern.

SaschaSalamander 20.12.2005, 16.30 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Lemony Snicket Band 01
Lemony Snicket ist das Pseudonym eines Autors, über den ich demnächst ein wenig im Internet recherchieren werde. Es könnte sein, dass er Daniel Handler heißt, allerdings macht er ein Geheimnis um seine Person, ist auch nicht auf Fotos zu sehen. Das macht es natürlich besonders interessant ;-)
Er nennt sich also Lemony Snicket und erzählt die Erlebnisse der Baudelaire-Kinder in seiner Serie "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse". Gleich zu Beginn warnt er, dass dies eine äußerst unerfreuliche Geschichte sein wird, dass schlimme Dinge geschehen werden, und dass empfindsame Leser hier besser abbrechen sollten. Denn er hat versprochen, die Geschichte zu erzählen, wie sie geschehen ist, in allen grausamen Einzelheiten und ohne sie zu beschönigen.
Und so erzählt er in ich-Form die Geschichte der Kinder Klaus (bebrillte und intelligente Leseratte), Violet (hübsche Erfinderin) und Sunny (beißfreudiges Baby), deren Eltern gleich zu Beginn beim Brand ihres Hauses sterben. Mr. Poe, ihr Vormund, sorgt dafür, dass sie nun in die Obhut ihres Onkels, Graf Olaf, kommen. Und Graf Olaf ist ein gemeiner, hinterhältiger, unheimlicher, geldgieriger, hässlicher alter Mann, von Beruf Schauspieler. Die Kinder müssen zu dritt in einem Bett schlafen, müssen alleine den ganzen verwahrlosten Haushalt führen, für seine 10 Gäste kochen, und er schlägt sogar Klaus! Er fasst einen Plan, wie er an das Geld der Kinder kommt, und niemand glaubt den Waisen, als sie um Hilfe bitten.
Der erste Band "Ein schrecklicher Anfang" ist also der Auftakt zu den später folgenden Abenteuern, in welchen die Kinder ... tja, ich kenne nur die ersten drei Bände, welche der Film umfasst, sodass ich nicht weiß, was später geschehen wird. Anfangs kommen die Kinder zu neuen Pflegeeltern, und auf die Fortsetzung bin ich gespannt. Ein Happy End, das hat Lemony Snicket angekündigt, wird es nicht geben. Ich harre also der schrecklichen Ereignisse, die kommen mögen.
Ich bin absolut begeistert von diesem Werk. Der Erzählstil ist ungewöhnlich und einfallsreich. Der Erzähler bringt sich stets selbst ein und spricht den Leser an, als säße er neben ihm. Er erklärt schwierige Fremdwörter (da es ja doch ein Buch für ältere Kinder ist), er umschreibt Gefühle mit allgemein bekannten Situationen ("Du kennst bestimmt das Gefühl, wenn ... und genau so fühlten sich die Baudelaire - Waisen nun"). Diese Vergleiche sind anschaulich und äußerst originell, finde ich.
Die Handlung selbst ist natürlich schlimm, und die Trauer der Kinder ist nachvollziehbar. Allerdings wird auch sehr viel karikiert und überzogen, sodass die Situation etwas entschärft wird und man trotz der Schrecklichkeiten (Schläge vom Onkel, ein einziges Bett für drei Kinder, Morddrohungen, kratzende Kleidung) immer wieder schmunzeln muss. Häufig schürt der Autor Hoffnung, beschreibt etwas schönes und wundervolles, nur um dann alles ins Gegenteil zu verkehren und den Leser bzw die Baudelaire-Kinder umso tiefer hinabstürzen zu lassen. Er steckt voller Ironie, stellenweise fast schon Zynismus, der Humor ist tiefschwarz.
Das Hörbuch wird gelesen von Rufus Beck, einem meiner Lieblingssprecher. Er schafft es, die Figuren zu eigenem Leben zu erwecken, spielt mit seiner Stimnme: der heisere Onkel, Baby Sunny, der hustende Mr. Poe, die Kinder, sie alle erhalten eine eigene Stimme, eine eigene Sprachmelodie. Es gibt kaum jemanden, der so wandlungsfähig ist wie er!
Es ist ein Kinderbuch, viele Leser sind jedoch dagegen und finden, dass es für Kinder zu düster sei. Nun, ich halte nichts davon, Kinder allem fernzuhalten und quasi abgeschottet zu erziehen. Allerdings ist die Figur des Graf Olaf doch recht unheimlich, und die Eltern sollten abwägen, ob das Kind sich davor ängstigt oder nicht. Ich denke, ältere Kinder werden dieses Buch mögen. Aber sie sollten die Gelegenheit haben, darüber zu reden. Was passiert, wenn die Eltern sterben? Darf Graf Olaf das tatsächlich? Und warum hilft den Kindern niemand?
Die folgenden Bände werde ich etwas zusammenfassen, wieviele jeweils, das wird vom Inhalt der einzelnen Bücher abhängig sein. Ich habe keine Ahnung, was mich bei diesen Büchern erwarten wird, und am liebsten würde ich den ganzen Tag nichts anderes machen als weiterzuhören! :-)

SaschaSalamander 12.12.2005, 16.44 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL
Das Geheimnis der blauen Schlange
Charlie Bone dürfte den regelmässigen Lesern meines Blogs inzwischen
bekannt sein. Der sonderbegabte Junge, der mit Bildern sprechen und sogar
hineingehen kann, hat schon einige Rezensionen bei mir hinter sich: "Charlie Bone und das Geheimnis der sprechenden Bilder"
sowie der zweite Roman "Charlie Bone und die magische Zeitkugel". Deswegen jetzt
ein paar Worte über den dritten Band, "Charlie Bone und das Geheimnis der
blauen Schlange".Dieses Mal ergründet Charlie das Geheimnis um den verschwundenen Ollie Sparks und um die blaue Schlange, die Ezekiel Bloor (der Direkter der Schule, ein Bösewicht wie aus dem Kinderbuch) versteckt. Die Schlange soll die Fähigkeit haben, Menschen unsichtbar zu machen. Als sein Freund Benjamin ihm auch noch seinen Hund Runnerbean für ein halbes Jahr in Pflege überlässt und plötzlich der freundliche Lehrer Mr. Boldova die Schule wie aus heiterem Himmel verlässt, sitzen Charlie und seine Freunde ziemlich tief im Schlamassel. Zu allem Unglück ist sein Onkel Paton, der ihm sonst immer gegen die bösen Darkwood - Tanten zur Seite steht, schlimm erkrankt. Ob er jemals wieder gesund werden wird? Ob Charlie und seine Freunde das Geheimnis um die Schlange, den verschwundenen Schüler und den abgereisten Lehrer lüften können? Und ob man wieder etwas mehr über Charlies Vater Lyel erfährt?
Wie die beiden Vorgänger hat mir auch der dritte Band sehr gefallen. Die Figuren entwickeln sich weiter, die Geschichte wird angenehm vorangetrieben. Es ergaben sich einige neuen Hinweise, mit denen ich schon gerechnet hatte (vor allem bezüglich seines Vaters). Und die Aussicht auf den vierten Band reizt mich.
Ich kann nirgendwo entdecken, dass demnächst weitere Bände in Deutschland erscheinen, aber die englische Fortsetzung habe ich bei Amazon gesehen, erschienen im Juni diesen Jahres: Der vierte Band heißt auf Englisch "Charlie Bone and the Castle of Mirrors" (Charlie Bone und das Spiegelschloss). Billy Raven hat endlich Eltern gefunden, die ihn adoptieren. Aber wie es aussieht, haben diese Eltern finstere Pläne mit ihm ...
Ach, ich mag den kleinen Charlie Bone. Ein Kinderbuch, wie ich es einem Kind von etwa 10 Jahren (oder auch etwas jünger) sofort vorlesen würde. Für Kinder diesen Alters wirklich anspruchsvoll in der Handlung, aber absolut kindgerecht in Sprache und Aufbau dargeboten. Als Erwachsener muss man natürlich ein wenig zurückstecken (wodurch auch einige schlechte Rezensionen kommen. Manche Leser neigen dazu, alle Bücher nur für sich zu bewerten und zu vergessen, dass Kinder andere Ansprüche haben als Erwachsene), aber wenn man alle Logik ausschaltet und das Buch mit den klaren Augen eines Kindes liest, dann ist Charlie wirklich ein Freund, wie man ihn nur zu gerne hätte!
SaschaSalamander 10.12.2005, 11.51 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL
Wie ein einziger Tag
Ich
bin beileibe kein Fan von Liebesromanen, irgendwelchen Schnulzen oder zugegeben
jeglicher Romantik in Film und Literatur. Mit diesem Genre bin ich äußerst
anspruchsvoll, denn zu viele Autoren versuchen sich daran, und in den wenigsten Fällen
davon gut. Aber es gibt Ausnahmen, die sogar mir gefallen. Eine solche ist unter
anderem Nicholas Sparks. Ich wurde durch den Film "Message in a
bottle" auf ihn aufmerksam, eine Freundin erzählte mir dann von seinen Büchern. Ich
habe bisher noch nicht viel von ihm gelesen oder gesehen, möchte jedoch nach und
nach seine Werke kennenlernen. "Wie ein einziger Tag", erschienen unter dem Originaltitel "The Notebook" (das Notizheft), handelt von einem alten Ehepaar, welches im Altersheim lebt. Allie leidet an Alzheimer und kann sich nicht an ihren Mann oder an ihre Kinder erinnern. Noah liest ihr täglich aus dem Buch vor, welches sie damals selbst geschrieben hatte. Es enthält die Geschichte ihrer Liebe, wie sie sich kennenlernten, aus den Augen verloren und wiederfanden. Noah hofft, dass ein Wunder geschehen möge und seine Frau dadurch eines Tages den Weg zurück zu ihm und seinen Kindern findet.
Noahs Vorlesen bildet den Rahmen des Buches und auch des Filmes, Hauptteil ist die Liebesgeschichte der beiden Jugendlichen. Noah als Sohn einer armen Familie, Arbeiter auf dem Bau, Allie die Tochter eines reichen Mannes. Noah ein lebensfreudiger, ausdauernder und wagemutiger Junge, Allie ein verwöhntes, selbstbewusstes und eher vorsichtiges Mädchen. Immer wieder müssen sie sich zusammenraufen, oft gibt es Konflikte, doch ihre Liebe ist stark. Ich fühlte sehr mit den beiden Charakteren mit und konnte mich gut in sie hineinversetzen. Liebesszenen oder innige Küsse sind nicht wie sonst of lästig, sondern herzlich und bewegend.
Was mir außerdem gefällt ist, dass die Romane von Sparks nicht zwangsläufig mit einem Happy End abschließen müssen. Es sind Geschichten, wie sie das Leben schreiben könnte, und nicht immer gibt es ein "und sie lebten glücklich bis an ihr Ende". Ich gebe zu, dass seine Werke zu den wenigen gehören, die mich beim Lesen oder Ansehen tatsächlich zum Weinen bringen. Und ich bin sicher, dass dies auch den meisten anderen Lesern und Leserinnen so ergeht ;-)
Dass Romane von solch emotionaler Tiefe von einem Mann geschrieben wurden, überrascht viele Leser, ich finde es dagegen eher normal. Die meisten Liebesromane werden von Frauen geschrieben, und meist sind sie für meinen Geschmack überemotional. Ich möchte die Gefühle nicht erzählt bekommen, sondern ich möchte sie selbst erleben. Dies geschieht nicht wie in den meisten Fällen durch deren Beschreibung, sondern wie bei Sparks durch das Erzählen der Handlung und das Mitfühlen mit den Charakteren. Männer, die sich von heißen Liebesschwüren und schmalztriefenden Küssen abgeschreckt fühlen und trotzdem nicht als unromantisch gelten wollen, können bei Frauen Pluspunkte sammeln, wenn sie sich als Fans von Nicholas Sparks outen. Also ran an die Bücher, Jungs ;-)
SaschaSalamander 06.12.2005, 11.10 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

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