SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Fremde Kultur

Dreiviertelmond

Den Film habe ich schon vor einiger Zeit gesehen, Lovefilms. Jetzt liegt die DVD bei mir zu Hause, ich will sie einfach unbedingt im Regal haben. Eine Liebeserklärung an Nürnberg (naja, und auch Fürth, wo ein Großteil der Szenen entstand *hüstel*). Musik, Bilder, Inhalt, da geht einem das Herz auf :-)

Rezension wollte ich schreiben, hatte aber keine Zeit und fand nicht die rechten Worte (gerade, wenn ich etwas bewegend finde, fällt mir das eher schwer, das wars dann mit der sachlichen Rezension).

Heute kam die DVD bei mir an, und jetzt liegt sie bereits im Player, ich sehe mir die Extras an. Alleine schon dabei verzieht sich mein Mund zu einem breiten Grinsen. Da steckt ganz viel Herz drin, ganz viel Liebe. Ein warmer Humor, wunderschöne Bilder, perfekte Musikuntermalung und eine Menge fränkischer Charme. Ich liebe diesen Film :-)

SaschaSalamander 17.08.2012, 23.06 | (0/0) Kommentare | PL

Pink Musical

WTF?!? Nagut, ich versuche, meinen Eindruck etwas ausführlicher zu beschreiben als nur mit einem ungläubigen Kopfschütteln ... wobei es mir sehr schwer fällt, etwas über PINK MUSICAL zu schreiben. Dazu müsste ich erstmal das Genre analysieren, die japanische Kultur besser kennen (mal ehrlich, nur weil ich mich hobbymäßig ein bisschen mit deren Religion, Literatur und Filmwelt befasse, kenne ich noch lange nicht deren umfassende Kultur) und eine Ahnung haben, was ich hier schreiben soll. Geht nicht, ich fühle mich nicht befähigt. Deswegen möchte ich meine Meinung hier wirklich als reine Laienmeinung verstanden wissen. Nicht als Information, sondern einfach nur als Gedanken eines unbedarften Zuschauers ...

>Pink Film< (Pink Eiga) war mir bis vorhin kein Begriff. Jetzt, nachdem ich ein wenig dazu recherchiert habe, muss ich sagen, dass ich schon einiges davon gesehen habe, klar. Wusste nur nicht, dass es als eigenes Genre zählt. Das Niveau dieser Produktionen unterscheidet sich von "etwas besser" bis hin zu "unterirdisch", und PINK MUSICAL ist wohl eine der sehr lowen Low Budget Versionen.

Aoki ertrank, kehrt als >Kappa< wieder. Er trifft auf Asuka, in die er damals verliebt war. Asuka allerdings liebt ihren Chef, den Besitzer der Fischfabrik, in der sie nun arbeitet, und die beiden werden bald heiraten. Der Todesgott prophezeit, dass Asuka morgen sterben soll, und Aoki will ihr helfen. Mittels einer Analperle, die den Todesgott fernhält und der Geliebten ein langes Leben bescheren soll. Doch Aokis Opfer ist teuer ...

Ähm ... ja ... äh ... es ist strange. SEHR strange. Man sollte ihn entweder ansehen, wenn man sowieso auf SEHR seltsame Filme steht. Oder wenn man in geselliger Runde ein paar Bierchen intus hat. Man sollte sich darauf einstellen, dass es abgefahren ist. Es ist so billig produziert, dass man dem Schauspieler einfach nur eine einfache Latexmaske über Kinn und Mund gezogen hat, ein paar billige Handschuhe drüber, einen komischen Deckel auf den Kopf, einen Schildkrötenrucksack, und fertig ist der Kappa. Man hat gar nicht versucht zu vertuschen, dass es Lowest Budget ist und kokettiert mit den Billigsteffekten.

Die Texte im Original kann ich nicht beurteilen, aber die deutschen Untertitel dazu wirken recht zusammengestopselt und unzusammenhängend, als hätte jemand mal auf die Schnelle gesagt "upps, wir brauchen ja auch noch Texte dafür". Die Choreographie der Tänze ist ... äh, nein, keine Choreographie. Es sieht aus, als hätten die Leute die Anweisung bekommen "beweg Dich möglichst ungelenk und seltsam und tu so, als würdest Du versuchen zu tanzen, und grinse dabei so seltsam wie möglich".

Ich kann nicht zählen, wie oft ich während des Films mit dem Kopf geschüttelt habe und sagte "was für ein Sch***". Aber aufhören konnte ich trotzdem nicht. Denn irgendwie war die Geschichte um den Porno herum (nichts anderes ist Pink: ein Softporno, um den eine mehr oder weniger sinnvolle Handlung gestrickt ist) irgendwie süß. So schlecht gemacht, dass es schon wieder gut war. So schlecht der Film absichtlich gemacht ist, soviel Lebensfreude strahlt er dabei auch wieder aus. Herzlich, naiv, und trotz des "erotischen" (?) Anteils irgendwie unschuldig.

Wir haben so viel gelacht! Es ist einfach nur albern und dämlich. Andererseits - wenn in der Rocky Horror Show ein Außerirdischer vom Planeten Transsexual Transilvanien in Strapsen herumhüpft, mit einem Beam die Leute in tanzende Glamour - Puppen verwandelt, und wenn seine selbsterschaffene Sexkreatur in Windelhöschen panisch durch die Gegend rennt, wenn der Diener mit seinem Buckel zusammen mit seiner Gefährtin den Time Warp tanzt, und wenn jeder mit jedem am Ende hinter dem Vorhang im Bett landet ... ich wage nicht zu behaupten, dass das von besserer Qualität ist. Kult ist es, oh ja, aber ich kann mir vorstellen, dass Pink Muscial das auch werden könnte. Denn um ehrlich zu sein - so schlecht ich die Songs fand, so albern die Texte sind, sosehr gingen sie trotzdem ins Ohr, habe ich trotzdem mit den Füßen mitgewippt und kriege die Melodien jetzt nicht mehr aus dem Hirn. Und bei all der Billigproduktion gab es etwas, das wirklich wunderschön war: die Landschaftsaufnahmen, die Details der Natur. Mmh, wirklich traumhaft und absolut sehenswert.

Dass der Film gut ist, kann ich keinesfalls behaupten. Und ich kann ihn auch nicht uneingeschränkt empfehlen. Es ist eine sehr kleine Zielgruppe hier in Deutschland, die ihn sich ansehen wird. Aber wer Asiafilme mag, wer auch nichts gegen seltsame Varianten von Sex in gleichwelcher Form hat, wer Schwachsinn zur Kunst erheben kann und wer bereit ist, sich auf eine völlig abgefahrene Erfahrung einzulassen, dem könnte PINK MUSICAL gefallen. Für diese Zielgruppe hat er das Zeug zum ab-so-lu-ten Kult ...

Gut ist er nicht wirklich. Aber unbedingt sehenswert!

Und >hier< der Trailer, um Euch einen kleinen Vorgeschmack auf den Film zu geben ;-)


SaschaSalamander 09.05.2012, 08.54 | (0/0) Kommentare | PL

Triffst Du Buddha, töte ihn

altmann_buddha_1.jpgUnd auch hier, >wie schon gesagt<, habe ich Probleme, einen Erfahrungsbericht zu rezensiere. Aber ein paar Gedanken dazu möchte ich natürlich trotzdem loswerden ;-)

Kürzlich stieß ich durch sein biographisches Buch >DAS SCHEIßLEBEN MEINES VATERS, DAS SCHEIßLEBEN MEINER MUTTER UND MEINE EIGENE SCHEIßJUGEND< (den Titel kann man ja quasi gar nicht übersehen) auf den Autor, der mir bis dahin unbekannt war und wurde neugierig auf weitere Bücher von ihm. Sein Schreibstil sagt mir zu, er ist wunderbar direkt, und er beschönigt nichts, steht zu dem, was er sagt und tut. Diese Ehrlichkeit gefällt mir.

In seinem Buch TRIFFST DU BUDDHA, TÖTE IHN, berichtet er von seiner Reise nach Indien und einem zehntätigen >Retreat<. Einerseits natürlich die zehn Tage als solche, wie er sie verbrachte, welche Regeln er heimlich brach, was ihm leichtfiel und was ihm Probleme bereitete. Und andererseits natürlich von dem Gedanken, die ihm hierzu kommen, seine Einsichten über Spiritualität und Religion.

Er nimmt dem Buddhismus seinen Glanz, beschreibt Meditation aus rein profaner Sicht. Es geht nicht um Erleuchtung, Absagen vom Ich und um Heiligkeit. Sondern um Rückzug, Selbsterkenntnis und Selbst-Bewusstsein.

Was mir an dem Buch überaus gut gefiel war seine knallharte Ehrlichkeit. Und auch, dass er offen Dinge ausspricht, die andere nicht zu sagen wagen. Er spricht sich aus gegen Heiligenkult und Bigotterei. Benennt Autoren, die ihm mit der aufgedrückten Spiritualität gegen den Strich gehen. Spricht sich aus für das eigene Denken und stellt klar, dass der Mensch für sich alleine verantwortlich ist. Keine höhere Macht, die einen von jeglicher Schuld und Verantwortung befreit, kein Schicksal, welches das Leben vorausbestimmt.

Was ich dabei nicht mochte ist allerdings die Überheblichkeit, die ich oft in seinen Worten herauslese. Ich verstehe seine Meinung und teile sie in vielen Dingen. Allerdings vermisse ich manchmal den Respekt vor dem, was anderen Menschen bedeutsam ist. Er knüppelt alles nieder, was nicht in sein Weltbild passt, beschimpft es stellenweise und klingt dabei sehr destruktiv. Wo er auf der einen Seite eine Stärke zeigt, die mich beeindruckt, nutzt er diese auf der anderen Seite nicht zur Hilfe für andere und zur persönlichen Weiterentwicklung sondern ist noch gefangen in Abscheu und Hass auf das, was ihn damals prägte (seine urchristliche Erziehung, siehe der Link zu seiner Biographie). Das tat mir stellenweise weh zu lesen, denn auch wenn ich vieles der einzelnen Religionen und Kulte nicht gutheißen kann, so respektiere ich doch deren Lebensweg, beziehe das schlechte Verhalten einzelner Menschen dieser Gruppe nicht auf die komplette Gruppierung.

Dennoch, ich mag seine direkte Art und seinen Schreibstil, das Buch liest sich sehr flüssig. Auch, wenn ich ihn stellenweise zu aggressiv finde, so tut es doch gut, dieses Buch zu lesen. Seine Erfahrungen sind interessant und informativ. Besonders die Beschreibungen des Landes, wie er es erlebte, berührten mich sehr.

SaschaSalamander 15.02.2012, 15.12 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Hunde der Welt

Da ich Hunde schon immer geliebt habe, konnte ich bei >BloggDeinBuch< nicht an dem Titel >HUNDE DER WELT< aus dem >Ulmer-Verlag< vorbeigehen. Schon das Cover machte mich neugierig auf den Inhalt. Ich zitiere ausnahmsweise den Klapptentext, da ich bei diesem Bildband keine klassische Inhaltsangabe machen kann wie bei einem Roman.

Seit Jahrtausenden lebt der Hund mit dem Menschen. Er folgte ihm in die entlegensten Winkel der Erde und eignete sich die unterschiedlichsten Fähigkeiten an. Dieser Bildband unternimmt einen Streifzug rund um die Welt und spürt dabei beeindruckende Hunderassen auf. Sloughis in Marokko zum Beispiel, edle Windhunde, die einst Beduinen auf der Falkenjagd begleiteten. Oder Hütehunde in Tibet, die seit je die Nomaden und ihre Herden beschützen.

Das Buch zeigt das Wesen der jeweiligen Rasse und ihre oft exotische Umgebung: die karge Landschaft der Lofoten, wo Lundehunde in den Klippen jagen genauso wie den Dschungel von Papua Neuguinea, wo Dingos um die Dörfer streunen. Nach der Lektüre dieser Reportagen weiß man, dass die enge Bindung zwischen Hund und Mensch ein weltweites Phänomen ist - auch wenn sie sich auf sehr verschiedene Weise äußert.


FOTOS

Das wichtigste bei einem Bildband sind natürlich die Bilder. Ich hatte offen gesagt mit weniger Text gerechnet, war aber umso erfreuter, als ich sah, dass sehr viele Informationen über die einzelnen Hunderassen zu finden sind. Dennoch stehen die Bilder für sich und benötigen im Grunde keiner Worte.

Als ich das Buch aufschlug, sah ich nicht nur Hunde, sondern eine Menge Landschaft, Mensch und Tier, was in mir das Fernweh weckte: ein Zelt in der Tundra Sibiriens, wo eine Mutter und ihr Sohn den Alltag verbringen. Ein prachtvoller Treppenaufgang zu einem Anwesen in Marokko. Eine DoppelseiteLandschaft mit Hütten, Flusslauf und viel Grün in Papua-Neuguinea. Eine Reiterin, welche mit ihrem Pferd über ein Hindernis springt. Ein vollgestopfter Lebensmittelladen in Vietnam. Portraits eines Einwohners des entsprechenden Landes. Spielende Kinder. Weite, Meer, Wüste, Nashörner, Pferde, Rentiere, Schafe. Mal mit, mal ohne Hund.

Den Großteil allerdings machen natürlich die Hunde aus, die entsprechenden Bilder ohne Hunde allerdings zeigen einen Ausschnitt des Alltagslebens und vermitteln einen sehr guten Eindruck davon, wo und wie die Tiere in dem entsprechenden Land leben, mit welchen natürlichen Gegebenheiten sie umgehen müssen, etwa auf einem Baumhaus in West-Papua oder auf den kargen Klippen auf den Lofoten.

Die Fotos sind wunderschön eingefangen, ich könnte mich in dem Buch verlieren, seit ich es habe, blättere ich täglich darin und freue mich an den hübschen Motiven. Die Bilder sind sehr emotional und dürften wohl das Herz eines jeden Hundefreundes höher schlagen lassen. Mal sieht man die Hunde bei der Arbeit in Aktion, mal in der Gruppe gemeinsam beim Tollen, ein andermal mit dem geliebten Menschen, oder auch einfach lässig zwischen einer Menschenansammlung ohne direkten Bezug. Aber, wie gesagt, sie wecken das Fernweh, man sollte gerade nicht zu wehmütig gelaunt sein, wenn man durch die Seiten blättert, sonst verstärkt es das nur (wie mir an diesem Tag leider geschehen, denn die Bilder gehen zumindest für mein Empfinden tatsächlich sehr nahe, sie drücken sehr viel aus und berühren auch ohne Worte).


BERICHTE

Die Berichte sind sehr interessant zu lesen. Ich empfinde HUNDE DER WELT allerdings nicht als "Buch", das ich "lese", sondern ich blättere eher darin. Und wenn mich aktuell ein Bild anspricht, dann lese ich den zugehörigen Text und freue mich über das, was ich neu erfahren habe. Ich genieße das Buch in kleinen Happen, immer wieder.

Ein einzelnes Kapitel ist ungefähr 10 Seiten lang, bestehend aus sehr vielen Bildern und rund dreiseitigen begleitenden Text. Hierin wird die Historie der Hunderassen beschrieben (welchen Zweck erfüllte er damals, welche Geschichten erzählt man sich über ihn) und anschließend die aktuelle Situation (welchen Stellenwert hat er für den Menschen, wie lebt er, welche Aufgaben erfüllt er).

Die Informationen sind sehr unterschiedlich und interessant. Es ist für mich sehr faszinierend, mal einen Blick über den westeuropäischen Tellerrand zu werfen, wo man Hunde als reine Haustiere hält, maximal als Arbeit bekannt für Schafherden, Drogensuche, Katastrophenschutz oder für die Jagd. So bewachen die Hunde in Middle Island zum Beispiel Kolonien von Pinguinen. Lundehunde auf den Lofoten machen Jagd auf Papageientaucher und sind dabei auf den Klippen so kletterfähig wie Gämsen, haben sogar sechs Zehen! In Neuguinea leben die Hunde ganz selbstverständlich zwischen den Menschen, haben jedoch keine Besitzer, sondern sie sind einfach Teil der Gesellschaft. In Marokko gelten Hunde als Unrein, doch eine Rasse, der Sloughi, gilt als edles Tier und genießt einen hohen Status in der Gesellschaft. Und so erfährt man viele kleine spannende Details teils über bekannte Rassen wie den Bernhardiner, Border Collies oder die Welsh Corgies, aber auch über eher bei uns unbekannte Rassen wie den Phu-Quoc-Hund, den Do Khyi, Koochis, Kangals oder andere.

Im Anschluss an die einzelnen Kapitel findet sich ein Anhang, wo die einzelnen Rassen auf fünf Seiten noch einmal knapp zusammengefasst werden.


FAZIT

Ein wunderschöner Bildband, der weniger als Fachbuch über einzelne Rassen gedacht ist sondern vielmehr ein Gefühl beim Leser wecken soll für das Miteinander von Mensch und Hund in anderen Ländern. Es hebt die besonderen Fähigkeiten einzelner Rassen hervor und vermittelt dadurch einen Eindruck von der Vielfalt des Hundes. Die Bilder fangen sehr lebendig den Charakter der einzelnen Tiere ein und berühren den Leser. Ein Buch, das neben einigen ähnlichen Bildbänden einen kleinen Ehrenplatz in meinem Regal bekommt, damit ich immer wieder darin blättern kann. Volle Punktzahl für ein wirklich gelungenes Werk :-)


SaschaSalamander 17.08.2011, 09.34 | (0/0) Kommentare | PL

A Lollypop or a Bullet

sakuraba_lollypop_1.jpgSchon lange habe ich keinen Manga mehr rezensiert. Ich lese sie sehr gerne, aber meist ist einer doch wie der andere. Klar, manche tun sich durch besonders hübsche Zeichnungen oder eine ungewöhnliche Story hervor. Aber meist ist es eben doch nur Manga, was ich sehr gerne lese aber danach einfach wieder beiseite lege. In diesem Fall allerdings würde ich fast eher von einer "Graphic Novel" sprechen. Zu schade, dass dieser Begriff nicht so recht definiert ist. Für mich selbst ist eine Graphic Novel eine Geschichte, welche durch Zeichnungen erzählt wird, ob nun Manga oder Comic, die sich von diesen beiden Genres jedoch in ihrer Komplexität und ihrem Erzählstil abhebt, für mein Empfinden sind meist Dramas in diesem Genre angesiedelt, und während ich Mangas oder Comics nur Fans empfehle, lege ich Graphic Novels auch Neulingen ans Herz, die mit gezeichneten Stories normalerweise wenig anfangen können. Und nun habe ich wieder einmal einen Manga gelesen, der mich sosehr berührt hat, dass ich ihn Euch hier vorstellen möchte.

Nagisa ist schon recht früher erwachsen geworden. Ihre Mutter ist arm, und der Bruder lebt als >Hikkomori< in den Tag hinein (Menschen, die sich komplett zurückziehen ohne Kontakt zur Außenwelt, in Japan mit einem eigenen Begriff belegt und wohl besonders extrem). Sie möchte nach der Schule sofort zum Militär, um Geld verdienen, für sie das einzig Wahre, wenn sie ihre Familie unterstützen will.

Eines Tages kommt eine neue Mitschülerin, Mokuzu. Sie ist die Tochter eines berühmten Stars, und Nagisa hält sich von ihr fern, sie mag dieses verwöhnte Gör nicht, das sich so seltsam benimmt. Doch Mokuzu möchte gerne ihre Freundin werden und lässt nicht locker. Außerdem erzählt sie seltsame Dinge. Sie sei eine Nixe, bald würde ein Sturm kommen und sie müsste, wenn sie keine Freundin fände bis zu diesem Sturm, zu einer Schaumblase auf dem Meer werden. Auch sonst ist Mokuzu sehr seltsam, und doch freundet sich Nagisa nach und nach mit ihr an. In leisen, kaum merklichen Schritten geht der Manga voran und beschreibt die Freundschaft der zwei anfangs scheinbar so ungleichen Mädchen, bis tragische Zwischenfälle die Freundschaft überschatten und Einblick in Mokuzus Schicksal gewähren.

Es ist dem Leser sehr lange unklar, ob es ein Drama ist, ob es ein ungewöhnliches Fantasy-Märchen ist und in welchem Genre die Geschichte anzusiedeln ist. So gerne möchte man Mokuzu glauben, zu wunderschön klingt ihre Geschichte. Und doch gibt es Dinge, die an ihren Erzählungen zweifeln lassen. Wollen wir Menschen nicht an Wunder glauben und müssen alles logisch erklären können? Oder ist Mokuzu nur ein kleines Kind, das der grausamen Realität entfliehen möchte? Kann sie sich wirklich in eine Schaumblase verwandeln, oder war das nur ein einfacher Trick, mit dem sie ihre Klassenkameraden täuschte?

Aber nicht nur dieser Zwiespalt geleitet den Leser voller Spannung von Seite zu Seite. Es sind die sanften Zwischentöne, die es mir besonders angetan haben. Man spürt sehr viel über die Ängste und Wünsche der Protagonistin, die so gerne ein normales Kind wäre und doch schon für ihre Familie sorgen muss. Auf gewisse Weise klagt der Manga an, und doch wird niemals mit dem Finger gezeigt, niemals ein Schuldiger gesucht, sondern immer nur dargestellt und erzählt. Allein was der Leser für sich daraus macht ist entscheidend. Und ein mitfühlender Leser wird sich dem Bann der Erzählung kaum entziehen können, bis er endlich ergründet hat, welches Geheimnis Mokuzu wirklich mit sich trägt.

Ungern möchte ich den Manga hier tiefer analysieren, Charakterstudien betreiben oder näher auf Details der Erzählung eingehen, das würde den Rahmen sprengen, doch die Versuchung ist groß. Nur zwei Taschenbücher voller Zeichnungen, und doch so viel Inhalt, wie es ein Roman gleicher Länge nur schwer vermitteln könnte. Ein modernes Märchen / Drama, das weit mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, als nur zwischen "normalen" Mangas in Fanshops zu verkümmern. Ein Manga, den ich jedem feinfühligen Erwachsenen gerne ans Herz legen möchte. Eine Erzählung, die man so schnell nicht wieder vergisst und gerne mit etwas Abstand und dem Wissen über das Ende ein zweites Mal mit neuen Augen lesen wird.

SaschaSalamander 29.11.2010, 20.06 | (0/0) Kommentare | PL

Lolita in Teheran

afisi_lolita_150_1.jpegEigentlich liebe ich Bücher über fremde Kultur. Und Bücher über Bücher sind einfach toll. Insofern wäre "Lolita lesen in Teheran" von der iranischen Literaturprofessorin Azar Nafisi wirklich toll. Aber irgendwie finde ich den Zugang einfach nicht. Die Personen sind sehr lebendig geschildert, die Themen und Bücher und Querverweise und Bezüge von Büchern zu dem Leben der Schülerinnen sind sehr interessant. Trotzdem will mich das Feuer nicht packen, und ich habe abgebrochen. Schade. Vielleicht probiere ich es ein andermal wieder :-)

SaschaSalamander 19.08.2010, 15.52 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Minik - an den Quellen der Nacht

isau_minik_150_1.jpgIch habe "Minik - an den Quellen der Nacht" von Ralf Isau begonnen vor einiger Zeit. Eine Rezension werde ich nicht schreiben, denn leider hat mich dieses Buch nicht sosehr angesprochen. Isau hat sich mal auf ein ganz anderes Gebiet gewagt, das finde ich super. Und ich finde, er hat seine Sache prima gemacht. Es gibt nichts an dem Buch auszusetzen. Es war einfach nur so, dass es mich nicht gepackt hat. Eigentlich eine sehr interessante Story, sie basiert auf dem wahren Leben des Inuitjungen, der im Namen der Wissenschaft aus seiner Heimat nach New York gebracht wurde und dort aufwuchs, später wieder zurück in seine kalte Heimat ging. Geschildert wird sein Zwiespalt zwischen den Kulturen, ein Fremder hier wie dort.

Etwa ein Drittel habe ich gelesen. Abgebrochen habe ich nicht aus Desinteresse, sondern weil ich das Buch zu lange mit mir herumzog. Normalerweise lese ich Bücher entweder in wenigen Tagen oder gar nicht. Wenn es sich über mehrere Wochen hinzieht, ich durch andere Bücher unterbreche, dann lege ich das Buch weg. Vielleicht werde ich es ein andermal versuchen. Aber momentan war mir wohl einfach nicht danach. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Geschichte zwar sehr interessant, aber doch teils real teils fiktiv schon zu oft erzählt wurde: die Geschichte eines Kindes, das in eine fremde Kultur kommt. Irgendwie hatte ich das Gefühl, alles bereits zu kennen. Was ich aber dem Autor keinesfalls vorwerfen möchte, denn es ist einfach ein gutes Thema, und während andere fiktiv sind, basiert seines eben auf Tatsachen (wenn auch natürlich dramaturgisch ergänzt bzw leicht verändert).

Empfehlen? Ja, absolut. Es ist packend geschrieben, und der Hintergrund des Romanes ist spannend. Wer keine Fantasy mag, sollte sich von dem Namen Isau nicht schrecken lassen, denn dieses Buch ist ganz anders als seine anderen. Jedoch mindestens genauso gut!

SaschaSalamander 14.05.2010, 15.43 | (0/0) Kommentare | PL

Avatar - Aufbruch nach Pandora



Gestern Abend war ich in "Avatar". Hatte das Plakat überall gesehen, einen Trailer gesehen, mich aber nie sonderlich dafür interessiert. Halt wieder mal ein weiterer opulenter Sci-Fi mit bisschen Action und Romantik, kennen wir alles schon. Aber meinem Schatz zuliebe bin ich eben mit. Und dann hatte ich irgendwas gelesen von "teuerster Kinofilm ever" und "30 000 nochwas Computer berechneten den Film", das machte mich dann doch neugierig. Also auf ins 3D-Kino!

Anfangs recht gleichgültig, bald recht angetan und nach einer knappen halben Stunde nur noch atemlos und gefesselt, habe ich den Film gesehen. Ich kann es nur schwer in Worte fassen, wiesehr mich dieses Meisterwerk bewegte, aber ich werde es versuchen. Vorab ein paar Worte zur Handlung:

Jake Sully, Marine und gelähmt. Sein Zwillingsbruder stirbt, er arbeitete an einem Projekt "AVTR" (Avatar), welches Giest und Körper des Menschen mit dem künstlich geschaffenen Körper eines Ureinwohners des Planeten Pandora verbindet. Jake soll nun die Rolle seines Bruders einnehmen und in den Avatar schlüpfen, um den Planeten auf diese Weise zu erforschen und Kontakt zu den Aliens aufzunehmen.

Natürlich hat Jake keine Ahnung von Biologie oder Wissenschaft, und seine Kollegen sehen seinen Einsatz sehr skeptisch, doch er ist sofort begeistert: in dem neuen Körper kann er wieder laufen, und die neue Welt ist fantastisch! Bei einem Einsatz wird er von seinen Kameraden getrennt, fast von wilden Tieren geötet und von einer jungen Eingeborenen gerettet.

Und nun ist er in der Zwickmühle: er soll für die Wissenschaftler die Menschen, Pflanzen und Tiere erforschen. Für das Militär soll er die Schwachpunkte herausfiltern und das Vertrauen gewinnen, um sie später tiefer zu verwunden. Und er selbst verliebt sich in seine Retterin und wünscht sich nichts mehr, als ein Teil dieses wunderbaren Volkes auf diesem einzigartigen Planeten zu werden.

Als allererstes erinnert die Geschichte natürlich an "Pocahontas". Dann entdeckt man Anleihen aus "Der mit dem Wolf tanzt" oder "1492". Außerdem entdeckt man uralte Mythologien darin, japanische Mechas und japanische Mythologie, alte Märchen, bekannte Sci-Fi-Elemte. Es ist ein grandioser Mix unterschiedlicher Kulturen, Legenden, Mythologien verschiedenster Länder, und die Geschichte ist so alt, dass man sie sich in unzähligen Variationen wohl schon seit Urzeiten erzählt. Und auch die Genres verschwimmen jenseits aller Grenzen zwischen Dramatik, Action, Abenteuer, Science-Fiction, Fantasy, Ethno, Dystopie, Utopie, Romanze und vielem mehr. Es wird geschossen, geliebt, die Natur bewundert, über Tote geweint und fleißig Krieg geführt.

Nein, die Geschichte ist es wirklich nicht, welche die Zuschauer begeistert. Sondern das, was Cameron (Titanic, Terminator, Alien, Abyss usw) daraus gemacht hat. Er hat eine solch fantastische Mischung geschaffen, die in sich so stimmig ist, als wäre es eine schon lange bestehende bekannte Legende. Er schuf eine neue Welt, in der die unterschiedlichen Kulturen und Mythen sich zu einer neuen Kultur, einem neuen Mythos erheben. Und schmückte sie mit den elemtaren Grundbedürfnissen der Menschen nach Liebe und Freiheit im Einklang mit der Natur. Der Film berührt das Innerste und weckt eine tiefe Sehnsucht, die fast schon schmerzt, und all das ganz ohne Kitsch oder überzogene Dramatik.

Und die Bilder, noch dazu in 3D, sind kaum zu beschreiben. Man sieht jeden Euro, der investiert wurde. Man meint förmlich die Pflanzen zu riechen, als stünde man selbst auf diesem Planeten. Ich habe schon einige 3D-Filme im Kino gesehen, doch dieser war kein Vergleich. Andere hatten manchmal Focusprobleme und waren stellenweise etwas unscharf, oder sie wirkten zu aufgesetzt und viel zu bewusst auf 3D konstruiert, doch in diesem Film vergaß man es irgendwann. Denn alles war gestochen scharf, nichts lenkte den Blick ab, und es war irgendwann kein 3D mehr, sondern ein "ich bin mittenddrin". Dazu die Lautsprecher des Kinos von verschiedenen Seiten, ich war manchmal beinahe geneigt, die Hand auszustrecken und eines dieser schwebenden hauchzarten Wesen zu berühren, als wären sie real um mich.

Knapp 60 Prozent des Filmes entstanden am Computer, nur 40 Prozent waren real. Hatten vor einigen Jahren noch Filme wie "Final Fantasy - The Spirits within" das Publikum begeistert, setzt Cameron mit Avatar heute neue Maßstäbe. Alles wirkt so real und echt, als wäre es tatsächlich existenz. Als gäbe es diesen Planeten wirklich, als hätte man vor Ort real gefilmt. Und zusätzlich zu den so real aussehenden Wesen und Pflanzen kommt die Kreativität der Macher. Sie hatten herrliche Ideen, wie die uns fremden Pflanzen und Wesen aussehen sollten. Selbstverständlich haben sie nicht das Rad neu erfunden, Menschen hängen eben an bekannten Dingen, und Beine, Augen, Nasen sind natürlich vorhanden. Doch es gelang ihnen, alles ein wenig abzuwandeln, dass es fremdartig und dennoch faszinierend und wunderschön aussieht. Apart. Fremd. Und sehr, sehr ästhetisch. Auch ohne Liebesszene oder Romantik-Kitsch ist dieser Film erstaunlich erotisch, alleine aufgrund seiner Bilder. Anfangs ungewohnt und fast ein wenig beängstigend, gewöhnt man ich bald an die blauen Wesen, und es bleibt nichts als Bewunderung für die anmutigen Bewegungen. Besonders die Flugsequenzen ließen mich atemlos den Bildern folgen.

Zweieinhalb Stunden dauerte dieses Vergügen. Anfangs dachte ich noch, dass da gefälligst eine Pause notwendig sei, doch mitten im Film vergaß ich alles um mich herum. Kein Popcorn, keine Pause, kein Kinosaal mehr, ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ein Film jemals so schnell zu Ende war.

Heute auf Arbeit erzählte ich von meinem Kinoerlebnis. Eine Kollegin meinte, dass ihr zu dieser Art Film der Zugang fehle. Wir unterhielten uns dann über verschiedene Filmgeschmäcker, sie hatte gestern Sissy gesehen und mag gerne die etwas realistischeren Filme, historisch, romantisch. Nun gut, jedem kann ich Avatar also nicht empfehlen, ein gewisses Interesse für Fantasy und Scifi sollte wohl dennoch vorhanden sein, Genremix hin oder her. Aber ich vermute, dass dieser Film nur sehr wenige Menschen unberührt lassen wird. Cameron hat mit diesem Film ein Werk geschaffen, das neue Maßstäbe setzt und sehr lange Zeit wohl unerreicht bleiben wird ...

Wer ihn sehen möchte, der soll bitte nicht auf die DVD warten. Der soll auch nicht ins normale Kino gehen. Sondern wenn möglich in 3D. Es wäre schade um jede kleine Pflanze, um jedes winzige Lebewesen, welches dem Zuschauer durch die einfache 2D-Technik entginge ...

SaschaSalamander 18.12.2009, 18.26 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Hansel und Gretel

hanselgretel_150_1.jpgDie Märchen der Gebrüder Grimm sind weit über den deutschen Kulturschatz hinaus bekannt und beliebt. Immer wieder sind sie Grundlage für Varianten an Märchen, Fantasy, Horror. Mal leicht abgewandelt, mal dicht an der Vorlage. Mal kindgerecht, ein andermal bluig oder sexuell für Erwachsene. Neben Rotkäpchen zählt Hänsel und Gretel zu den Märchen, die am häufigsten hierfür verwendet werden. Ich kann gar nicht zählen, wie viele ausländische Filme und vor allem Mangas ich bereits über Variationen der Gebrüder Grimm gelesen habe!

Eine besonders gelunge Version, die ich heute vorstellen möchte, ist "Hänsel und Gretel". Das Grundmotiv bleibt erhalten: Kinder im Wald, ein böser Mensch, die Kinder begehen Rache.

Eun-Soo fährt gerade zu seiner kranken Mutter, als er im Wald einen Unfall hat. Hilflos irrt er durch das Gehölz, als ihm ein hübsches Mädchen begegnet und ihn zu ihrem nahegelegenen Elternhaus führen will, wo sie mit Vater, Muter und zwei Geschwistern lebt. Alles dort erscheint ihm seltsam, aber er hat keine Wahl, als die Nacht dort zu verbringen. Am nächsten Tag bricht er mit einer Wegbeschreibung auf und will zurück zu seinem Auto, doch er landet am Abend wieder in dem seltsamen Haus. Noch hält er das für einen Zufall. Doch als ihm dieses mehrere Male immer wieder passiert, ahnt er, dass etwas nicht stimmt. Und plötzlich verschwinden die Eltern der drei Kinder und bitten ihn auf einem Notizzettel, für diese Sorge zu tragen. Immer seltsamer wird das Verhalten der Geschwister, immer bedrohlicher die gesamte Situation. Ein weiteres Ehepaar baut einen Unfall und wird von dem Bruder nun ebenfalls in das Haus geführt, kann nicht mehr entkommen. Die beiden Erwachsenen scheinen Böses zu planen, und Eun-Soo schwankt in seinem Verantwortungsgefühl für die Kinder und seiner Sorge um die eigene Familie zu Hause, für welche er seit Tagen verschollen gilt. Die Lage spitzt sich zu, und wenn er den Wald verlassen will, muss er zuvor das schreckliche Geheimnis der Kinder lüften ...

Erst recht spät gegen Ende des Filmes werden die Bezüge zum ursprünglichen Märchen "Hänsel und Gretel" sichtbar, und je deutlicher sie werden, desto faszinierter war ich von der Geschichte, welche die Koreaner hier gewoben haben! Der Film behandelt quasi die Frage was mit Hänsel und Gretel geschehen wäre, wenn sie nicht am Ende ihre bösen Eltern aufgesucht, sondern sich an allen grausamen Erwachsenen gerächt hätten.

Es ist kein "reinrassiger" Horrorfilm, aber dennoch ist er sehr unheimlich. Ohne Schockeffekte, ohne literweise Blut, ohne gruslige Effekte kommt der Film aus, und doch brennen sich die Bilder in ihrer Intensität ins Gedächtnis. Surreale Schauplätze bilden die Kulisse, schaurige Orte werden verzerrt und spielen mit den Urängsten der Menschen. Der Dachboden ist ein Labyrinth ohne Ausgang, der Wald steckt voller düsterer Geheimnisse, und die aufgesetzte Niedlichkeit des Hauses wirkt umso bedrohlicher, je bunter und zuckriger die Bilder werden. Kleine Holzpüppchen beginnen wie im Märchen zu fliegen und mit den Kindern zu spielen, ein Weihnachtsmann lässt Wünsche wahr werden.

Ein zauberhaftes Märchen, ein ernster Hintergrund. Die Handlung ist am Ende nicht leicht zu verkraften, und wie bei Asiafilmen üblich erfährt der Zuschauer, dass Gut und Böse nicht zwangsläufig Gegensätze sein müssen ...

Ich kann diesem Film nur jedem empfehlen, der offen ist für neue Eindrücke. Nichts für nebenbei, sondern tiefgründige Unterhaltung, bei der man sich in Ruhe auf das Geschehen am Bildschirm konzentrieren sollte. Ein Film, auf den man sich einlassen muss ...

SaschaSalamander 28.09.2009, 09.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Verwandlungsmärchen verschiedener Kulturen

johnson_fuchsfrau_150.jpgSchon seit einigen Wochen lese ich das Buch "die Fuchsfrau" von Kij Johnson. Kein Roman zum Überfliegen, wie ich es sonst mache. Sondern ein wunderschönes, elegantes Märchen, basierend auf einer der alten japanischen Legenden. Ein Buch, das ich mir als Taschenbuch vermutlich zulegen werde, wenn es erscheint. Eines der wenigen Bücher, das ich wirklich mit Genuss Wort für Wort lese. Denn es ist sehr filigran in der Wortwahl und wirklich "sinnlich" in vielerlei Hinsicht: ich meine die beschriebenen Blüten zu riechen, fühle die fast durchsichtigen Stoffe auf meiner Haut, eine Feder gleitet mit weichem Schwung über das Reispapier, leise Musik vom Wind davongetraten ... ein Genuss für alle Sinne ...

Japan in der Heian-Zeit, ein Adliger verliert seine Arbeit bei Hofe und zieht mit seiner Familie und Dienerschaft zurück auf den Landsitz. Eine Familie von Füchsen, die sich in den letzten Jahren dort niedergelassen hatte, beobachtet das rege Treiben der Menschen. Und so, wie sich Kaya no Yoshifuji immer weiter von seiner Frau Shikujo entfernt, verliebt sich die Füchsin Kitsune mehr und mehr in den Menschenmann, bis sie all ihren Zauber einsetzt, ihn für sich zu gewinnen... (und ab hier bin ich gespannt, wie es weitergeht ... aus anderen Rezensionen entnehme ich, dass es wohl kein Happy End geben wird *seufz* ... aber das hätte ich bei einem solchen Roman auch nicht erwartet)

Ach, ich mochte solche Märchen schon immer. Märchen, die von einem finsteren Fluch, einer scheinbar unmöglichen Liebe, einer hauchzarten Magie und natürlich einer subtilen Erotik handeln ... die freiwillige oder erzwungene Verwandlung von Frau / Tier - ein beliebtes Motiv vieler alter Legenden aus unterschiedlichsten Kulturen, aufgearbeitet in vielen Filmen, Romanen und auch in der Musik ... Vögel, Füchse, Fische, Schlangen, Bären, Otter, Seehunde und Katzen sind beliebteste Tierarten hierfür. Vorab einmal eine kleine Link-Sammlung, bis ich das Buch beendet haben werde ...

>Schwanensee<, >der Tag des Falken<, ">die kleine Meerjungfrau<", >das letzte Einhorn<, >Wächter der Nacht< sowie viele Märchen, Sagen und Legenden vor allem bei den Indianern und Japanern (nicht wenige Mangas habe ich bereits zu diesem Thema gelesen, denke gerade an "die Schneekönigin" oder "Ayashi no Ceres"), die dieses Motiv enthalten ... und bis ich das Buch beende, stöbere ich noch ein wenig im Internet. Erstaunlich und auch schön, wiesehr sich viele dieser Märchen doch ähneln ...

>indianische< Verwandlungsmärchen
>japanische Verwandlungsmärchen<
>Die Wildgänse< (Polen)
>Von drei Schwänen< (Schwaben)
>der Jäger und die Schwanenjungfrau< (Ostpreussen)

SaschaSalamander 24.04.2007, 10.39 | (0/0) Kommentare | PL



 






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