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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Jugend

Lust auf Literatur

>LUST AUF LITERATUR< - Na, das ist ein Titel, an dem kann jemand wie ich nicht vorbei! Also habe ich die Kopfhörer aufgesetzt und sofort mit dem Buch von Peter Braun begonnen. Es erzählt in verschiedenen Abschnitten über das Leben und Wirken vereinzelter Autoren, so etwa Goethe, Schiller, Hesse, Lessing, Karl May, die Brüder Mann und einige weitere.

Ziel des Buches ist es, sich von dem langweiligen Stoff der Schule abzuheben. Während der Schulstoff den Jugendlichen oft das Lesen vergällt und die Freude daran nimmt durch trockene Fakten und unnötige Informationen, durch viel zu analytische Gedanken statt einfach mal menschlich an das Werk heranzugehen, möchte der Autor hier die Personen und Werke so vorstellen, dass es Freude bereitet. Er will junge Menschen zum Lesen bewegen und sie dazu bringen, sich auch für anspruchsvolle Literatur zu begeistern, die keinesfalls öde und kompliziert ist.

Dies geht er an, indem er über die Hintergründe der einzelnen Personen erzählt. So berichtet er von den politischen Wirren, sozialen Hintergründen und gesellschaftlichen Gegebenheiten, unter denen einzelne Werke entstanden sind, erzählt private Anekdoten der Autoren. Oft kann man nur verstehen, was ein Schriftsteller aussagen möchte, wenn man weiß, unter welchen Umständen das Buch geschrieben wurde, und dies wird hier vermittelt.

Ich finde, es ist Peter Braun zum Teil durchaus gelungen, allerdings bezweifle ich, dass er damit wirklich alle jungen Leser begeistert. Mir hätte das Buch (bzw in diesem Fall das Hörbuch) sehr gut gefallen. Allerdings konnte ich mich damals bereits für Literatur begeistern und fand all diese Dinge sehr spannend.

Um Jugendliche allgemein zu begeistern, ist LUST AUF LITERATUR dann aber doch zu speziell. Der Autor begeht einige Fehler, die leider auch in der Schule gemacht wurden: zuviel Input, zu wenig Drumherum. Die Fakten selbst sind interessant, die Anekdoten witzig bzw spannend, und erfreulicherweise vieles, das man in der Schule so niemals hören würde. Aber alles ist so extrem dicht gepackt, dass der Hörer nicht eine Sekunde verschnaufen darf. Beinahe Infodumping. Gut, es IST ein Sachbuch, aber selbst hier erwarte ich gerade für Jugendliche eine gewisse Lesbarkeit statt nur Aneinanderreihung von Informationen.

Dazu kommen sehr viele Exkurse. Es geht Schlag auf Schlag, wobei es einfach nicht mehr möglich ist zu folgen. Zwar gibt es wechselnde Sprecher, doch da es eben kein emotionaler Roman sondern ein sachlicher Text ist, gibt es wenig Schwankung im Vortrag. Es "monoton" zu nennen, wäre böse, doch da eben wenig Hebungen und Senkungen notwendig sind, läuft es stellenweise von der Sprachmelodie darauf hinaus, was das Zuhören auf Dauer doch erschwert.

Das Kapitel um Hauff etwa beginnt mit dem Autoren Tieck (wieder ein Exkurs zum "gestiefelten Kater"), der beim Hören des Gedichtes "Die Glocke" von Schiller vor Lachen vom Stuhl fällt. Es geht weiter mit den Gebrüdern Grimm, dem Zeitalter der Romantik, mit Brentano und Arnim, bevor man dann irgendwann auf Hauff zu sprechen kommt. Zugegeben, da braucht es wirklich viel Sitzfleisch, um hier aufmerksam am Ball zu bleiben! Es mag im Buch anders sein, doch gerade im Hörbuch kam es vor, dass ich bei einem Kapitelwechsel sehr lange keine Ahnung hatte, um wen es nun eigentlich geht und wer der Autor ist, über den gerade gesprochen wird - einfach, weil zu viele Autoren, Werke, Epochen und Hintergründe binnen weniger Minuten benannt werden. Irgendwann erlahmt dann die Lust, schweift man gedanklich ab und findet sich erst einige Minuten später wieder, wenn man den Anschluss bereits verloren hat.

Obwohl ich die Autoren und zum Teil ihr Wirken bereits kannte, und obwohl ich mich für einen sehr aufmerksamen Hörer und interessierten Literaturfreund halte, bin ich einige Male während des Hörens abgeschweift. Es ist einfach unmöglich, jeden einzelnen Satz zu verfolgen. Doch ein Satz baut auf dem anderen auf, für das Verständnis ist absolute Konzentration erforderlich, heftiger als in manch einer Schulstunde (sagt jemand, der tatsächlich sogar gerne zur Schule gegangen ist).

Insgesamt fand ich LUST AUF LITERATUR sehr spannend. Unterhaltsam weniger, dazu muss man sich beim Hörbuch zusehr konzentrieren. Die Informationen sind interessant und machten tatsächlich Lust darauf, sich mit dem entsprechenden Autor und seinem Werk auseinanderzusetzen. Allerdings lockt man damit keine Lesemuffel hinter dem Ofen hervor. Vielleicht ist es als Buch einfacher zu verinnerlichen, als Hörbuch allerdings empfehle ich einen häppchenweisen Genuss, weil es schnell zuviel wird.

**************

Ergänzung, unabhängig von der Rezension: ich habe einige Rezensionen im Web dazu gelesen. Und ich muss sagen, dass ich erstaunt bin. Getraut sich (des Kaisers neue Kleider) niemand zu sagen, dass die Infos zu schlagartig folgen und dass manches einfach unstrukturiert ist (siehe das Beispiel mit dem Kapitel Hauff), weil die Leute dann glauben zuzugeben, dass sie womöglich dumm seien, sodass lieber jeder die tollen Informationen lobt statt offen zu sagen "too much"? Oder ist es als Hörbuch tatsächlich soviel schwieriger denn als Buch? Oder hatte ich beim Hören einfach ein paar schlechte Tage und war nur nicht aufnahmebereit? All den Lobeshymnen kann ich mich nicht anschließen, auch wenn ich die Grundidee an sich nicht schlecht finde und mich bereits auch auf den zweiten Teil >MEHR LUST AUF LITERATUR< freue ...


SaschaSalamander 11.04.2013, 09.03 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Alice - Neues aus dem Wunderland

Alice im Wunderland hatte schon so viele Adaptionen, dass es irgendwann ermüdet, alle davon zu hören, lesen, sehen. Egal, wiesehr ich auch ein Bewunderer von Lewis Carroll und seinem Werk sein mag. Aber wenn eine meiner Lieblingsautorinnen und eines meiner Lieblingslabel gemeinsam etwas auf die Beine stellen, dann kann ich nicht anders, dann muss ich einfach reinhören ;-)

Ulrike Rylance schrieb die Story zu ALICE - NEUES AUS DEM WUNDERLAND. Ich lernte sie kennen durch das wunderbare Hörbuch >EMMA IM KNOPFLAND<, las kurz darauf begeistert >TODESBLÜTEN< und >FRIEDA AUS DER FLASCHE<. Als Ulrike Herwig schreibt sie Romane für ältere Leser, >MEIN GOTT, WANDA< ihr derzeit aktuellster Titel. Weitere Bücher von ihr stehen bereits in meinem Regal.

Außerdem schrieb sie drei spannende Folgen für LADY BEDFORT, die mir alle im Gedächtnis geblieben sind, obwohl ich sie hörte, als ich noch nichts mit dem Namen Rylance anfangen konnte. Dass eine Folge noch lange im Gedächtnis bleibt ist für mich bei solch einer langen Reihe ein Zeichen dafür, dass sich diese Episode und auffällt, in diesem Fall positiv.

Was den Hörplanet betrifft, muss ich wohl nichts mehr sagen, da schreibe ich ja immer wieder regelmässig darüber, ob nun AMADEUS, LADY BEDFORT, NACH DEM FROST oder andere Titel.

Also, zurück zu Alice: da haben also Ulrike Rylance und der Hörplanet gemeinsam etwas umgesetzt. Ich ging eher skeptisch an die Sache heran, einfach weil mir Alice inzwischen nicht mehr gefällt, beim 100sten Mal einfach langweilig wird. Daher habe ich den Titel >nach dem Kauf< damals ziemlich lange vor mir hergeschoben, bis ich es jetzt endlich gehört habe. Und ich war ziemlich begeistert, wow.

Was die Sprecher betrifft, mache ich statt einer Nennung diesmal ausnahmsweise eine Auflistung:

Erzähler: Ernst Meincke
Alice: Rike Götting
Baum : Dennis Rohling
Emma: Enie v. d. Meiklokjes
Herzkönig: Otto Mellies
Herzkönigin : Christel Merian
Kaninchen: Bodo Wolf
Kürbis: Tom Deininger
Schnecke: Joseline Gassen
Stein: Michael Eickhorst
Tanzhuhn: Marianne Groß
Twedeldei: Helmut Krauss

Alles durchweg bekannte Namen und altbekannte und -bewährte Sprecher, über deren Qualifikation man nichts mehr sagen muss und die das Hörspiel zu einem Genuss machen. Dazu sind Dennis Rohling und Michael Eickhorst (Betreiber der Hörplanet) als Sprecher in kleinen Nebenrollen ebenfalls zu finden. Über Rike Götting kann ich außer kleinen Rollen im Hörplanet nichts finden, mir ist der Name auch noch nie wirklich aufgefallen. Und ich muss zugeben, ich finde sie als Sprecherin für die Hauptrolle auch etwas ungünstig. Gerade Alice, die wichtigste Rolle, sollte professionell besetzt sein. Es ist klar, dass ein ungeübter Sprecher zwischen Größen wie Mellies, Groß, Krauss, Wolf und Co einfach untergehen muss, da kann man ihr auch keinen Vorwurf daraus machen. Es fällt eben doch mit jedem Satz auf, sosehr sie sich auch bemüht. Zwischen anderen Laiensprechern wäre sie vermutlich positiv aufgefallen mit ihrer sympathischen Stimme, so jedoch ...

Die Musik ist wieder gelungen, Dennis Rohling als Komponist beherrscht sein Handwerk. Ohne störende Momente untermalen die Melodien das Hörspiel und fügen sich gut ein, sorgen für eine packende Atmosphäre. Besonders das Titellied erinnert mich vom Stil her ein wenig an CORALINE und gefiel mir sehr: treibend, geheimnisvoll, geflüsterte Kinderstimmen zur Melodie, Unruhe und Spannung erzeugend.

Die Geschichte selbst finde ich überaus gelungen. Ich mag Carrolls Werk deshalb, weil er nicht nur eine witzige Nonsensgeschichte schreibt (das machen viele), sondern weil sein Humor intelligent ist und er sehr viele Wortspiele, Reime, Zahlenrätsel, Gedichte einbaut. In seinen Werken verbergen sich weit mehr Inhalt und Komplexität, als die meisten Leser es erahnen. Es ist nicht schwer, einen albernen Charakter zu erfinden und ihn in eine absurde Situation zu packen. Die Kunst dabei ist es, das so zu machen, dass es albern und absurd wirkt, hinter der Fassade jedoch clever und intelligent ist. Das ist Ulrike Rylance in jeder Hinsicht gelungen. Wortspiele, dazu ein paar Reime und Gedichte geschickt in die Handlung eingewoben. Die Charaktere scheinbar absurd. Nonsens, wie er sich gehört, jede Menge Sinn hinter dem Un. Das tanzende Huhn, die streitenden Bäume, die sprechenden Steine, das ist einfach köstlich. Dazu wieder die Herzkönigin, die allen den Kopf abschlagen will und von Alice meisterlich "besiegt" wird, ganz im Stil des Originals.

Mein erster Kontakt zu Rylance geschah ja über EMMA IM KNOPFLAND. Umso schöner fand ich es, Emma hier wieder zu begegnen. Interessant ist, dass ALICE vor EMMA entstand. Beim Schreiben der Story zu Alice kramte die Autorin ihre bereits lange gehegte Idee hervor, ein Buch über Knöpfe zu schreiben. Während sie in ALICE am Rande vorkommen und erst gegen Ende eine wichtige Rolle einnehmen, ist ihnen bei EMMA ein ganzes Buh gewidmet. Und wer denkt, dass man aus Knöpfen weder ein Hörspiel noch ein Buch machen kann, der hat eindeutig etwas verpasst! ;-)

Auch, wenn ihr von Alice inzwischen genugt habt - dieses Hörspiel müsst Ihr Euch unbedingt anhören! Witzige Charaktere, eine herrlich abgedrehte Story und intelligenter Humor, dazu perfekt passende Musik und sympathische Sprecher. Bis auf ein paar Ausnahmen ist ALICE - NEUES AUS DEM WUNDERLAND rundum gelungen.


SaschaSalamander 10.04.2013, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Wie man die Welt rettet

johnson_weltretten_1.jpgWIE MAN DIE WELT RETTET (OBWOHL MAN HAUSARREST HAT) von >Pete Johnson< ist die Fortsetzung von >WIE MAN DIE RATSCHLÄGE SEINER ELTERN IGNORIERT<. Trotzdem kann das Buch sehr gut gelesen werden ohne Vorkenntnis des vorherigen Bandes. So liebe ich Fortsetzungen :-)

Markus ist also ein Halbvampir, und er hat seinen Eltern versprochen, nicht mehr zusammen mit Tallulah auf Vampirjagd zu gehen. Leicht gesagt, wenn plötzlich unglaublich tödliche Vampire in der Stadt auftauchen und nur diese beiden sie stoppen können! Außerdem hat Markus ja eine besondere Fähigkeit, die eigentlich schon längst entwickelt sein müsste, die aber noch immer auf sich warten lässt. Während der Junge also versucht, es allen gleichzeitig recht zu machen und ein braver Sohn, guter Schüler, heimlicher Vampirjäger und zuverlässiger Freund zu sein, läuft natürlich wieder alles aus dem Ruder, ... aber er wäre nicht "einer von tausend", wenn er solche Kleinigkeiten wie tödliche Vampirangriffe, die Begegnung mit einem Geist oder gar Hausarrest geschickt meistert ;-)

Und wieder hat mir dieses Hörbuch gefallen, Pete Johnson hat einfach eine unglaublich angenehme Art zu schreiben. Sein Stil ist einfach gehalten, sodass man ihn ohne Anstrengung aufnimmt und sich dabei sehr gut unterhält. Erzählt ist aus Sicht von Markus, der in seinem Blog als Ich-Erzähler Beiträge schreibt.

Markus als Erzähler ist somit natürlich die Person, in die man sich am besten hineinversetzen kann und die am deutlichsten charakterisiert ist. Trotzdem finden auch Mädchen sich sehr gut in die Geschichte ein. Tallulah, seine menschliche Freundin, und Gracie, das Halbvampirmädchen, werden anschaulich geschildert. Seine Gedanken über das Verhalten der beiden sowie deren Auftreten ihm gegenüber schaffen für die Leser ein klares Bild. Ich kann mir vorstellen, wie einige junge Leser sich wünschen, er möge sich doch für die eine bzw andere entscheiden. Was mich betrifft - doch, ich verstehe seine Zwickmühle, beide Mädchen sind toll, und sie sind so verschieden, keine von beiden ist besser oder schlechter, und er hat es wirklich nicht leicht, sich zu entscheiden.

Wie schon im anderen Band gefällt es mir, dass nicht von Beginn an klar wird, wer Freund oder Feind ist. Dadurch, dass man Cyrill, den "Schneemann", den Bauchredner und andere nur aus Sicht Markus´ kennenlernt, bleiben sie wunderbar undurchsichtig. Denn die Gründe für ihr Verhalten sind unklar, sodass manch einer sich ohne böse Absicht verdächtig macht oder sich durch intrigante Spiele als unschuldig darstellt. Ganz toll, denn dadurch wird man nicht nur als Jugendlicher, sondern auch als Erwachsener ganz schön an der Nase herumgeführt, und die Spannung über die wahren Hintergründe hält sich bis zum letzten Moment.

Es werden mehrere Handlungsfäden erzählt, die teilweise ineinander übergehen und manchmal auch gleichzeitig aufgegriffen werden. Dabei bleibt der Autor aber immer geradlinig ohne große Sprünge, sodass auch jüngere Leser der Handlung problemlos folgen können. Da ist einmal die besondere Fähigkeit, die seine Eltern fördern wollen und für die er beständig üben muss. Dann natürlich das Thema Mädchen, Gracie oder Tallulah. Außerdem macht er Jagd auf die tödlichen Vampire. Dazu kommt, dass er selbst einem Geist begegnet und ohne Hilfe herausfinden muss, was es damit auf sich hat (denn Tallulah darf ja nicht wissen, dass er ein Halbvampir ist, und die Eltern dürfen nicht wissen, dass er sich auf Vampirjagd macht statt sich um seine Fähigkeit zu kümmern). Trotzdem verliert man niemals den Überblick und findet sich immer bestens im Buch zurecht.

Durch die geschickte Erzählweise gelingt es Pete Johnson, immer wieder kleine Höhepunkte einzubauen, sodass es niemals langwilig wird und die Handlung stetig vorantreibt bis hin zum großen Finale, bei dem alles zusammenkommt. Das Besondere dabei finde ich: Johnson ist einer der Autoren, die das Schreiben von Büchern aussehen lassen, als wäre es völlig simpel: ein paar tolle Ideen, eine geradlinige Handlung, die typischen Charaktere für die Zielgruppe und ein oder zwei Konflikte, die es zu klären gibt. Erst, wenn man genau hinsieht, erkennt man, was eben den Hobby-Autor "ich hab da mal was geschrieben" vom Profi unterscheidet: eine komplexe Geschichte so wirken zu lassen, als sei sie völlig simpel und als könne jeder es schreiben, das ist wirklich eine Kunst für sich!

Anton Sprick macht seine Sache wieder hervorragend. Obwohl er Jahrgang 1994 ist, klingt er bereits wie einer von den Profis. Angenehme Stimme, er weiß sie je nach Situation zurückzunehmen oder zu variieren, verleiht den Charakteren eigene Persönlichkeit und kann gut die Eigenheiten von Mädchen, Jungen, alten oder jungen Menschen herauspicken und darstellen. Sein Tempo ist ideal, und er passt auch sonst sehr gut zur Figur des Markus.


FAZIT

Pete Johnson hat es einfach drauf. Er weiß, wie man Jugendliche begeistert und zum Lesen bewegt. Mit Witz und Spannung erzählt er von allem, was die Teens bewegt und im Alltag umtreibt. "Pädagogisch wertvoll" kann auch Spaß machen ;-)

Wertung: 9,8 von 10 Gespräche mit der eigenen Hand

SaschaSalamander 08.04.2013, 08.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Von fünf bis neun

aihara_5bis9_1.jpgJunko ist Lehrerin für englische Konversation, sie ist bereits 27 und soll endlich verheiratet werden. Der Kandidat bei ihrem Omiai ist ein Mönch, und er scheint von der Wahl sehr angetan. Sie dagegen hat andere Pläne, möchte eines Tages ins Ausland, möchte eine internationale Hochzeit, träumt von Karriere und Shopping. Der Mönch kommt nun zu ihr an die Schule und wünscht Privatstunden, um sein Englisch aufzubessern. Junko muss feststellen, dass er so unattraktiv gar nicht ist. Aber dann ist da noch ihr alter Freund aus Kindertagen, der sein Interesse an ihr nun plötzlich auch verstärkt. Und einer der Schüler macht ihr ebenfalls Avancen. Junko muss nun gut aufpassen, wer etwas von ihr möchte. Und vor allem: wen sie denn nun eigentlich will ...

Junge Frauen kurz vor dreißig, das ist ein typischer Josei-Manga, also ein Manga für junge Frauen. Dreht sich um Liebe, Karriere und die verschiedenen Rollenkonflikte, die sich aus Privatleben, Arbeit, Familie, aus eigenen Wünschen und gesellschaftlichen Anforderungen ergeben. Im Grunde ein Pendant zur europäischen ChickLit. Sehr schöne Vertreter finde ich vor allem >TRAMPS LIKE US<, MARS oder allgemein die Titel von >Erika Sakurazawa< und Fuyumi Soryo.

Die Zeichnungen sind wie für das Genre üblich mit sehr feinem, zarten Strich gehalten. Viel ungemusterte Rasterfolie für Hintergrund, Schattierung und Kleidung. Wenig Details, das Hauptaugenmerk auf Emotionen und die Darstellung der Charaktere zueinander, die Bilder insgesamt sehr realistisch gehalten. Die Perspektiven der Gesichter wirken stellenweise etwas verschoben, hier und da auch sehr vereinfacht skizziert. Dies kann entweder Ausdruck der Künstlerin sein oder einfach Zeichen dafür, dass sie noch ein wenig üben muss - das kann ich schwer beurteilen, da ich keine anderen Titel zum Vergleich von ihr kenne, ich empfinde es jedenfalls nicht als störend, da es gut zum Rest der Zeichnungen passt. Sie zeichnet sehr emotional, das gefällt mir und passt schön zur Handlung

Die Handlung selbst ist unterhaltsam, mir fehlt aber das "gewisse Etwas", das mich laut lachen, zärtlich mitfühlen oder gespannt die Luft anhalten lässt. Es ist halt nett, aber es gibt nichts, das aus der Masse hervorsticht. Ich hatte mir den Manga gekauft, weil ich das Thema "Mönch" für einen interessanten Kontrast hielt. Davon allerdings kommt wenig beim Leser an, es könnte im Grunde ein beliebiger Mann sein, da von seinem Klosterleben oder seiner Religion nichts in Szene gesetzt wird. Junko soll für ihn putzen und den Haushalt führen, aber diese Thematik ließe sich bei jedem anderen Mann auch inszenieren.

Mir fehlt auch ein wenig der Hintergrund zu der Geschichte. So wird etwa die Familie genannt, die sie verheiraten möchte, doch man bekommt sie nie zu Gesicht, sie hätte zumindest einen kleinen Gastauftritt verdient, um das Privatleben Junkos besser zu verstehen und sich besser in sie hineinversetzen zu können. Auch der Umstand, weshalb sie plötzlich von ihrer Wohnung zu ihm umziehen muss, wird dem Leser einfach vorgesetzt ohne näher darauf einzugehen. Es fehlt der Ausbau der Geschichte, das Fleisch um das Gerüst herum, die Autorin konzentriert sich einzig und allein auf das Hin und Her zwischen Junko und den Männern.

Insgesamt hat der Manga sehr viel Potential zu einer witzigen und romantischen Geschichte, das aber leider verschenkt wird. Übrig bleibt ein Manga, der nett zu lesen ist und ganz sicher seine Fans finden wird, der aber nicht unbedingt eine Top Empfehlung des Genres ist.

Wertung: 3,3 von 5 Love-Hotels

SaschaSalamander 04.04.2013, 08.37 | (0/0) Kommentare | PL

Der letzte Engel

Zoran Drvenkar lese ich sehr gerne. Alles, was ich bisher von ihm gelesen habe, begeisterte mich. Mir gefällt, dass kein Buch dem anderen gleicht und er das Talent hat, immer wieder etwas Neues zu erschaffen. DER LETZTE ENGEL reizte mich inhaltlich sehr. Gelesen, Notizen gemacht, keine Zeit gefunden zum Rezensieren. Weil der Autor es nicht verdient hat, dass ich sein neuestes Werk einfach übergehe, hier also wenigstens meine Notizen:

Beschreibung:
Motte ist sechzehn Jahre alt, als eine anonyme E-Mail seinen Tod ankündigt: Mieser Scherz, denkt er. Doch am nächsten Morgen bemerkt Motte, dass sein Herz nicht mehr pocht und der Spiegel nicht mehr durch seinen Atem beschlägt. Dunkle Jäger und geisterhafte Mädchen folgen ihm und behaupten, dass in Motte etwas Uraltes zu einem Ende kommt. Denn er ist der letzte Engel auf Erden.

- Autor kann nichts dafür, aber Pfui an den Verlag: ich kann es nicht leiden, wenn ich Bücher lese und vorab keinen Hinweis finde, dass es sich um eine Reihe handelt. Wie wäre es auf dem Cover mit "Teil 1" oder einem Hinweis auf dem Klappentext? Ich fühle mich als Kunde nicht ernstgenommen, wenn man mir solch eine wichtige Information verschweigt

- Buch endet also nicht wirklich. Ist eher eine Art Vorgeschichte und ein Kennenlernen der Protagonisten

- Erzählstil ungewöhnlich, typisch Drvenkar. Viele Sprünge in Raum und Zeit. 1815 beim russischen Zaren, das Arktische Eis, die Gegenwart, vor 50 Jahren, unbekannter Ort vor Äonen von Jahren. Nicht chronologisch erzählt

- sehr viele Charaktere, die nach und nach dazukommen, man muss sich bemühen Überblick zu behalten. Hat das Potential zu einer ganz großen Saga

- Erzählstil wechselt regelmässig von Du über Ich über 3. Person hin zu Allwissendem Erzähler, je nachdem, wer gerade Hauptperson des jeweiligen Kapitels ist

- Alter, Geschlecht, Zeit, all das spielt für den Autor keine Rolle. Wie gewohnt setzt sich Drvenkar über Konventionen hinweg und erschafft einen neuartigen Erzählstil, scheinbar harmlos verpackt in einen netten Roman

. sprachlich kenne ich von Drvenkar weit Besseres als diesen aktuellen Titel

- Engel sind momentan Mainstream. Was den Leser hier erwartet, ist jedoch kein Mainstream, sondern etwas abseits der Norm, höchst Unengelhaft

- Um die Regeln zu brechen, muss man sie kennen. Und Drvenkar kennt sie wohl sehr gut, setzt sich regelmässig darüber hinweg, was Aufbau, Charaktere usw beetrifft

- das Buch ist inhaltlich äußerst spannend. Trotzdem gab es einige Momente, die ich als Längen empfand. Ganz besonders, wenn man nicht weiß, dass es der Beginn einer Reihe ist, wird es zu ausufernd und weitschweifig. Ich fand das Buch spannend, hatte aber niemals das Gefühl "ich kann es nicht weglegen, ich MUSS jetzt sofort weiterlesen"

- Gebrüder Grimm, Söldner, Kriegsschlachten auf Berggipfeln, ein seelenraubender Rabe, Erscheinungen von toten Mädchen, eine geheime Bruderschaft, uralte Archive, moderne Mailkommunikation. Und ein Engel in Boxershorts mit Garfield-Aufdruck. DAS sind die Zutaten für einen ungewöhnlichen Jugendroman

Fazit: sehr gute Grundlage und vom Autor gekonnt gemixt. Trotzdem einige Schwächen, die es zu einem insgesamt netten Jugendbuch, nicht aber zu einem Top Titel machen.


SaschaSalamander 02.04.2013, 08.35 | (0/0) Kommentare | PL

Sokora Refugees

segamu_sokora_1.jpgWieder ein älterer Beitrag, diesmal aber nur ein paar Monate :-)

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Diese Rezension ist nun sehr persönlich. Ich habe lange mit mir gerungen, den Manga zu lesen, und es fällt mir schwer, ihn zu beschreiben. Hier werde ich mir große Mühe geben, es objektiv zu beschreiben, aber die eigene Meinung wird hier trotzdem sehr deutlich rüberkommen ...

Inzwischen gibt es Verlage, die Newcomern auch außerhalb Japans eine Chance geben. Man nennt es noch immer "Manga", aber oft leben die Zeichner in Deutschland, Amerika, Polen, England etc. Besonders tut sich da der Tokyopop-Verlag hervor, der ursprünglich in den USA gegründet wurde, der aber auch Filialen hat in Großbritannien und Deutschland. Außerdem veröffentlichen sie neben Mangas auch Comics, Manhwas, Manhuas, Romane, Novels und und und. Ich finde das eine klasse Sache, denn dadurch werden die Grenzen fließend, und es werden Menschen an neue Medien herangeführt, die ihnen bis dato nicht bekannt waren oder die sie bisher falsch einschätzten.

SOKORA REFUGEES nennt sich Manga, ist im Grunde jedoch ein Comic im Mangastil, gezeichnet von Melissa DeJesus, die in den USA inzwischen eine namhafte Zeichnerin, auch im Bereich Animation, ist. Sie unterrichtet sogar im Comic-Zeichnen. Mit SOKORA hat sie sich das erste Mal an den Bereich Manga gewagt. Die Geschichte dagegen stammt von Segamu, der mit SOKORA seinen fetzigen Erstling schrieb.

Die Geschichte handelt von dem Mädchen Kana, das in der Schule immer ein wenig hinter den anderen steht. Plötzlich wird sie vom neuen Mitschüler im Duschraum der Mädchen in eine fremde Welt teleportiert, wo sie sich mitten zwischen den Fronten eines Kampfes wiederfindet. Es gelingt ihr zwar vorerst, wieder in ihre Welt zurückzukehren, aber danach ist nichts mehr wie zuvor, ...

klassische Geschichte, jede Menge Stoff für eine Comedy, die den Leser nicht zu Atem kommen lässt, ob nun vor Spannung oder Lachen. Für beides ist gesorgt, in rasantem Tempo rasen die Mädels von einem Panel zum nächsten. Die Story ist erste Sahne, sie ist packend und man kann mitfühlen, wie aus dem Lehrbuch in Sachen Storyaufbau und Charakterentwicklung. Die Zeichnungen sind geübt und flüssig, man sieht Melissa an, dass dies nicht ihr erstes Werk ist.

Ich bin sicher, dass die LeserInnen begeistert sind, es ist geeignet sowohl für Mädels wie auch Jungs. Die Probleme sind klassische für Teenager, mit allem was die Pubertät und das Thema Jungs - Mädels so mit sich bringt, witzig zubereitet. Und der Fantasy-Anteil ist klasse. Deswegen tut es mir schon weh, dass ich die Reihe nicht weiterlesen konnte, denn die Monster sind absolut klasse dargestellt, herrlich blöd und tumb. Das Katzenmädchen (oder so eine amerikanische Waschbärart, Tanuki, schwer zu sagen?) ist total niedlich. Ich mag die Welt, in die die Mädels bald gebracht werden, und ich wünschte, ich könnte sie auch weiterhin begleiten.

Eigentlich kann ich den Manga uneingeschränkt empfehlen. Ich selbst allerdings mag ihn trotzdem absolut nicht. Und ich kann nicht einmal erklären, woran es liegt. Ich kann nur vermuten, woran es liegt, dass ich mich von Seite zu Seite quälte und nach der Hälfte des ersten Bandes dann endgültig aufgeben musste. Vielleicht liegt es daran, dass es zwar als Manga verkauft wird, aber im Grunde doch amerikanisch ist. Teenie-Highschool, wie man es aus bekannten Serien kennt, mit allem was dazugehört. Absolut nicht mein Ding, ich mag weder die Mentalität noch den Stil, könnte aber nicht definieren, was exakt davon und wie sich dies äußert.

Oder vielleicht ist es die Nonstop-Action. Keine Pause, auf jedem Bild wird geschrien, geweint, getobt, gekämpft, gewettert, geflucht, gepoltert, gejammert, das Herz gebrochen, sich vor Scham versteckt, in einem Bild heulend und jammernd, im nächsten wieder flippig witzig die Brüste hervorrecken und keck posieren. Gefühlschaos und Action nonstop. Witzig und gekonnt inszeniert. Aber eben nonstop, fast schon überladen.

Die sekundären Geschlechtsmerkmale gigantisch: aufgeplusterte Lippen, aufgetakelte Haare, dickes MakeUp, Megabrüste, ich mag sowas nicht, da finde ich die stilleren Japaner, die da oft realistischer sind, wesentlich angenehmer in den Zeichnungen. Warum muss man im Westen immer so übertreiben und aus hübschen Brüsten gleich riesen Titten werden lassen, und warum muss überall das Höschen rausblitzen? In den Mangas nennt sich das Fanservice und ist Softerotik, aber bei uns wird sowas als "normal" verkauft und den Jugendlichen als Standart untergejubelt *grml*.

Nein, die Serie ist nichts für Menschen, welche die leisen Töne lieben. Die auch gerne einmal ruhig und gemütlich ein Gefühl über mehrere Seiten bei sich wirken lassen und sich in einem Moment versenken, ihn erspüren und mitfiebern. Dafür aber für alle flippigen, hektischen, wuseligen Youngsters, die es hip, trendy, sexy, mega und chaotisch lieben :-)

SaschaSalamander 28.03.2013, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL

Hugo Cabret

Ein ganz wunderbarer Film, dessen Bilder und Handlung mir noch immer im Gedächtnis sind, obwohl es schon einige Zeit her ist, dass ich ihn sah. Es wäre schade um die Notizen, denn der Film ist ein kleines Meisterwerk, das jeden Zuschauer verdient hat :-)

Hugo Cabret lebt im Bahnhof von Paris. Sein Vater, Uhrmacher, ist verstorben, seitdem lebt er bei seinem Onkel. Doch dieser verschwand, und nun kümmert Hugo sich alleine um die Uhren am Bahnhof. Der Stationsvorsteher ist ihm ständig auf den Fersen, möchte ihn ins Waisenhaus bringen. Der Spielzeugmacher "Papa George" erwischt Hugo beim Stehlen, nun soll er für ihn arbeiten. Und damit beginnt eine Kette von Ereignissen, die das Leben aller Beteiligten verändern wird, ...

- Ben Kingsley, einer meiner Lieblingsschauspieler, hier wie gewohnt eine gemischte Rolle, weder gut noch böse. Sascha Baron Coen wie üblich schräg und witzig. Jude Law älter aber immer noch attraktiv, und Christopher Lee ebenfalls älter und ... naja, nicht attraktiv aber äußerst charismatisch

- Story beginnt sehr langsam, hat viele Nebenplots und muss erst in die Gänge kommen. Dabei wird es aber keine Sekunde langweilig, da sehr viele kleine Geschichten werden (viele Personen finden sich regelmässig am Bahnhof, etwa Musiker, Verkäufer etc, und sie alle erleben kleine Abenteuer)

- Gegen Ende wird die Handlung immer dichter, recht komplex, aber trotzdem sehr gut verständlich und auch für Kinder nachvollziehbar

- Die Bilder sind atemberaubend, 3D ist für den Film absolut gerechtfertigt. Ganz tolle Kameraeinstellungen und tolle Perspektiven, wunderschönes Eye-Candy

 -Steampunk-Optik, sehr viel Uhrwerk, Mechanik, Zahnräder, alte Uniformen

- selten aber vorhanden: Anachronismus, der ins Auge fällt, wenn man genau hinsieht, vielleicht absichtlich, vielleicht kleine Drehfehler. Aber niemals störend

- sowohl die Bilder als auch die Musik und die Handlung laden den Zuschauer zum Träumen ein. Anfangs symbolisch, gegen Ende ganz offensichtlich und direkt, da dies eine der Kernaussagen des Filmes ist

- aus Spoilergründen kann ich nicht exakt sagen, worum es geht. Aber: Hugo ist nur ein Vorwand, um eigentlich eine sehr viel größere Geschichte zu erzählen. Ich habe nach dem Film recherchiert und einiges herausgefunden. Es ist keine Fiktion, sondern tatsächlich die spannende Biographie eines Menschen, von dem ich noch nie zuvor gehört hatte, der jedoch sehr großen Einfluss auf (... Spoiler) ... genommen hat und dessen Name zu Unrecht vergessen wurde ... dieser Film setzt ihm ein würdiges Denkmal

SaschaSalamander 26.03.2013, 09.14 | (0/0) Kommentare | PL

Die drei ??? 159 - Nacht der Tiger

Nicht für jedes Hörspiel habe ich Zeit und Lust, eine Rezension zu schreiben. Daher keine ausführliche Beschreibung. Aber der Fairness halber eine kurze Erwähnung, wer meckert muss auch loben können. Denn Sonnleiter wird bei mir ziemlich abgestraft, ich mag seine Folgen nicht.

Aber diesmal hat er richtig was auf die Beine gestellt, das sich hören lassen kann. Die drei Fragezeichen sitzen in ihrer Zentrale, als jemand sich in den Computer hackt und ihnen auf diesem Weg einen Auftrag erteilt. Es geht um eine Bande von Autodieben, und scheinbar ist der Täter sogar im Polizeirevier von Rocky Beach zu finden! Die Freunde ermitteln auf eigene Faust, und die Folge ist recht gelungen in Sachen Spannung, Umsetzung und Story.

Einzig was mir nicht gefällt ist, dass die Freunde sich quasi unerlaubt Zutritt verschaffen und einige Male Vorgehensweisen an den Tag legen, die eigentlich nicht für die ansonsten brave und immer korrekte Reihe passen. Außerdem gab es ein paar Punkte, die ich etwas unlogisch fand, aber es muss ja nicht immer alles perfekt sein, schließlich ist es ein Kinderhörspiel (naja, und erwachsene Fans *g*).

Trotzdem hat mir die Folge recht gut gefallen, einfach weil sie Hand und Fuß hatte, und weil es eine schöne Ermittlungsarbeit war, was zu einer gut aufgebauten Folge führte. Hätte ich nicht gewusst, wer der Autor ist, ich wäre nie darauf gekommen ;-)


SaschaSalamander 20.02.2013, 08.43 | (0/0) Kommentare | PL

Die drei ??? 158 - Feuergeist

fragezeichen_158feuergeist_1.jpgINHALT

Ein seltsames Wesen wird in den Katakomben der Oper gesichtet, und die drei Detektive werden um Hilfe gebeten. Und dann wäre da noch der nahende Alien-Kongress, auf dem ein Wissenschaftler unumstößliche Beweise präsentieren will für die Existenz außerirdischen Lebens.


MUSIK

In dieser Folge hat mir die Musik sehr gut gefallen, sowohl die eingespielten Titel wie auch die klassischen Anleihen. Allerdings fand ich den klassischen Part äußerst verwirrend. Denn natürlich wird Opernmusik gespielt. Allerdings wurden mehrere verschiedene Opern gemischt, und ich finde es sehr erstaunlich, dass parallel scheinbar mehrere große Werke aufgeführt werden. Ich glaube, es waren Carmen, Aida, La Traviata und die Zauberflöte. Das war dann doch etwas arg unrealistisch und hätte gut verhindert werden können. Abgesehen davon allerdings war die Auswahl sehr gelungen, und ich fand es schön, eine Folge zu hören, die sich musikalisch wieder einmal abhebt.


PLOT

Ich werde mit Sonnleitner nicht wirklich warm, trotzdem gebe ich ihm immer wieder eine Chance. Besonders das Thema Oper klang diesmal sehr interessant, kam zwar schon vor aber ist noch nicht allzu ausgelutscht. Was allerdings daraus gemacht wurde, ist ziemlich traurig.

Stellenweise mutete es an, als hätte man einem Schüler einen Stichwort-Aufsatz gegeben. In diesem Fall "Katzenkaffee, Alien, Oper, Schleim". Ja, und nun mach mal was draus. Leider fand ich diesen Mix ziemlich krude, die Motivation zum Weiterhören war nicht wirklich gegeben. Der Fall hat mich nicht mitgerissen, weil auf mich alles recht zusammenhanglos wirkte. Die Auflösung dann war zwar nachvollziehbar aber recht billig zusammengeschustert. Und Justus musste mal wieder alles erklären, sonst hätte es wohl keinen Sinn ergeben.

Mir fehlte einfach die Spannung, der rote Faden. Als Pendler höre ich ja regelmässig im Bus, in der U-Bahn, im Zug. Und ich schlafe sogut wie nie dabei ein, bin immer gefesselt von meinen Hörspielen. Hier aber ist es mir tatsächlich passiert. Ich musste längere Zeit überlegen, ob ich die zwei Tracks nun zurückspule oder weiterlaufen lasse, habe dann aber natürlich zurückgespult, und siehe da, nicht wirklich etwas Wichtiges verpasst.


SPOILER
Und wenn ein Wissenschaftler DEN unwiderlegbaren Beweis hat, ihn jedoch nur auf einer einzigen CD speichert und mit Verlust der CD nun alles hinfort ist - dann habe ich wenig Mitleid und sage "selbst schuld". So grandios wird es wohl nicht gewesen sein, sont hätte es irgendwo eine Sicherheitskopie gegeben. Dieser Aspekt am Ende führte in meinen Augen die gesamte Folge völlig ins Absurde.
SPOILER ENDE


FAZIT

Die Grundidee klingt prima, aber die Umsetzung war ziemlich grauenvoll. Das lag nicht an dem, was Europa daraus gemacht hatte, sondern die Vorlage gab vermutlich nicht wirklich mehr her. Naja, es gab jetzt mehrere Folgen lang recht gute Titel, da musste wohl auch mal wieder ein Flop dazwischen sein ;-)

Wertung: 1,5 von 5 Coolpacks

SaschaSalamander 14.02.2013, 08.52 | (0/0) Kommentare | PL

Numbers 3 - Den Tod im Griff

ward_numbers3_1.jpg>Teil 1< und >Teil 2< habe ich ja bereits gehört. Zusammenhängend, aber im Grunde doch einzelne Bücher. Für diesen dritten Teil möchte ich nun nicht extra eine Rezension schreiben, dafür aber kurz meine Gedanken teilen.

Im dritten Band sind die Protagonisten aus Band 2 noch auf der Flucht. Am Ende des zweiten Teils geschah etwas, das darauf schließen lässt, dass Sarahs Tochter möglicherweise auch über eine besondere Gabe verfügt, und dies ist nun Thema des dritten Buches. Natürlich erfahren andere davon, und diese wollen sich das für ihre eigenen Zwecke zunutze machen. Da die Tochter jedoch erst zwei Jahre alt ist, sind die Protagonisten noch immer die beiden Helden aus dem Vorgängerband.

Teil 1 hatte mich begeistert, weil es ein neuer Ansatz war. Ein Thema, das noch nicht ausgelutscht ist und mit seinen ungewöhnlichen Stil etwas Neues für mich war. Mit eher einfacher Schreibweise, diese aber sehr gut passend zur Protagonistin. Im zweiten Band hat man dann noch einmal aufgestockt, eine ferne Zukunft genommen und der Kraft eine neue Gefahr zugefügt, auch dieser Band war klasse. Gut, im dritten Band gibt es eine neue Kraft, aber langsam nutzt sich in meinen Augen das Thema ab. Ich finde es schade, wenn Autoren sich selbst kopieren und statt neuer Ideen lediglich immer nur eine Idee so lange breittreten, bis nichts mehr davon übrig ist.

Von daher - ich fand das Buch unterhaltsam, aber es war nicht mehr wirklich überraschend oder besonders. Es war für mich inzwischen nur noch ein Buch unter vielen. Und wenn der Reiz des Besonderen fehlt, dann fallen andere Dinge verstärkt auf. So etwa Längen im Plot oder das unangenehm naive Verhalten der weiblichen Prota, die einfache Sprache (die zwar immer noch passt aber auf Dauer dann etwas störend wird im dritten Teil).

Ich wüsste gar nicht so recht, wie ich das Buch bewerten soll, habe es eben gelesen aber war dann auch froh, als es recht schnell vorbei war und ich mich wieder etwas anderem widmen konnte. Gereizt hätte mich eher ein "neues" Buch mit der jugendlichen oder erwachsenen Tochter und einer neuen Herausforderung, so jedoch wurde viel Potential verschenkt und zu lange bei den alten Charakteren des zweiten Bandes verweilt.

Prinzipiell aber, wer die ersten beiden mochte, dürfte auch an diesem Teil Gefallen finden. Nicht jeder ist so pingelig wie ich, wenn es um Serien und deren Fortsetzung geht ;-)

SaschaSalamander 07.02.2013, 16.09 | (0/0) Kommentare | PL



 






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