SaschaSalamander
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Statistik KW 09

GELESEN / GEHÖRT
1 - Alice - Neues aus dem Wunderland (Hörplanet, U Rylance)
1 - Porterville 04 - Träume der Termiten (J Beckmann)
1 - Das Mädchen mit dem Gurkenohrring (Hörplanet)
1 - Holger zieht um (Hörplanet)
2 - Jesus von Nazareth (A Prinz)
2 - Frühstück mit Kängurus (B Bryson)


GESEHEN
Tucker & Dale vs Evil


NEUZUGÄNGE
Tiere in der Stadt (B Kegel)
Music Theory for Dummies (H Day)
Porterville 04 - Träume der Teriten (J Beckmann)
Tribute to Duke Ellington (B Hendricks)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 03.03.2013, 20.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Ponyo

Kürzlich habe ich PONYO gesehen. Als Ghibli-Fan ein Muss, und ich war sehr neugierig auf diesen Titel, zumal einer der letzten unter der Regie von Hayao Miyazaki (sein Sohn hatte mich später mit ERDSEE ja dann doch etwas enttäuscht). Ghibli, das heißt für mich TOTORO, das heißt CHIHIRO, NAUSICAA, MONONOKE, DAS WANDELNDE SCHLOS, KIKI und viele andere. Und Miyazaki, das heißt für mich HEIDI und andere Filme des WMT. Ghibli und Miyazaki, das bedeutet für mich Kindheit. Dazu die Musik von Joei Hisaishi, die mich immer wieder aufs Neue verzaubert und mir Gänsehaut beschert. Wenn ich schon nicht Lust auf eine volle Rezension habe (möchte mal wieder das Wochenende gemütlich genießen und lieber lesen statt schreiben), dann möchte ich wenigstens kurz meine Gedanken sortieren, um den Film für mich abzuschließen, und um Euch meine Meinung nicht vorzuenthalten ;-)

Handlung: das Fischwesen Brunhild flieht vor seinem Vater und landet an der Meeresoberfläche, wird vom kleinen Jungen Sosuke in einem Eimerchen gefangen. Der Junge kümmert sich liebevoll um das Tierchen, das er Ponyo nennt. Doch der Vater, ein Magier, holt es zurück in seine Welt. Ponyo will aber unbedingt ein Mensch werden und zurück auf die Erde. Hierfür aktiviert sie all ihre magischen Kräfte. Zuviel, denn dadurch gerät das Gleichgewicht der Natur in Unordnung, der Mond droht auf die Erde zu stürzen, ein gewaltiger Tsunami vernichtet das Land. Nur die Liebe des Jungen zu seiner Freundin kann die Welt wieder ins Gleichgewicht bringen, ...

- Zeichnungen sehr ungewöhnlich: viel mit wasserfarben- und buntstiftartigen Bildern, einiges wirkt skizzenhaft, anderes dagegen sehr klar und typisch Zeichentrick. Interessante Mischung, die was von Kunst hat und mir sehr gefällt

- Ponyo als Protagonistin ist leider sehr "unfertig" von den Zeichnungen, mal die Haare lang, mal kurz, mal ist sie hässlich, mal hübsch, mal niedlich. Ist inhaltlich zwar begründet, trotzdem hätte ich mir mehr Kontinuität gewünscht

- Ghibli hat Titel für Kinder, für die Familie und teils eher für erwachsenere Zuschauer. Ponyo ist wirklich eher rein für Kinder. Für Erwachsene stellenweise etwas zu langgezogen, ohne die Handlung zu vertiefen

- Handlung lässt sich sehr grob zusammenfassen. Es wird enorm viel angedeutet und angeschnitten, aber es fehlt einfach die Tiefe. Auf mich wirkte der Film trotz seiner Länge inhaltlich stark gekürzt. Es muss nicht alles erklärt werden. Aber ein bisschen mehr wäre schon nett gewesen. Vielleicht liegt es daran, dass es sich an Kinder richtet und diese manche Infos gar nicht benötigen, um den Film zu mögen. Oder daran, dass Japaner manche Dinge intutitiv verstehen, falls es Anspielung auf verschiedene Legenden und Mythen sind, die man hier in Europa nicht kennt.

- Es war sehr viel gemixt. Ich bin sicher, dass ich nicht alles erkannt habe, aber manches war auch wieder im Westen bekannt. So erinnerte die Musik deutlich an die Walküren von Wagner, auch der Name des Fisches - Brunhilde - zeigte deutlich Anleihen hieran (was das inhaltlich dabei verloren hatte, kann ich nicht sagen, ich fand es seltsam). Dann war da noch die kleine Meerjungfrau (Fisch will Mensch sein, Zauberkraft, Liebe kann erlösen, Flucht aus der Meereswelt, falls nicht klappt wird sie zu Schaumkronen). Was mir nicht auffiel, was ich aber dann mit einem "stirnpatsch" wiedererkannte (ich kenne das Märchen, aber es ist mir eben im Gegensatz zu westlichen Märchen noch nicht in Fleisch und Blut übergegangen), als ich ein wenig googelte, war der Bezug auf das Märchen der Otohime, der Schildkröte, welche vom japanischen Fischer Urashima gerettet wird und ihn in seine Welt entführt. Andere Ghiblifilme nehmen sich meist nur eines Themas oder einer Literaturvorlage an, hier wurde einfach zuviel durcheinandergewürfelt, das führt zu einiger Verwirrung und dazu, dass die Inhalte auf der Strecke bleiben.

- der typische Ghibli-Zauber konnte mich an manchen Szenen erfassen, da wurde mir ums Herz warm und musste ich ganz breit lächeln. Aber manchmal zog es sich eher etwas dahin, ging der Glanz verloren.

Naja, es kann nicht jeder Ghibli ein Meisterwerk sein, es muss auch normal gute Filme geben. Wäre es ein normaler Film, hätte er von mir vermutlich 4,5 Sterne bekommen, als Ghibli fällt es mir schwer, mehr als 3 zu geben. Bin einfach Besseres von Miyazaki gewohnt. Ich fand es schön, ihn gesehen zu haben, in meine Sammlung wird er aber nicht kommen, ...


SaschaSalamander 01.03.2013, 08.32| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Notizen | Tags: Kinder

Brownies und Blumen

Als ich diese Woche nach Hause kam, warteten bereits zwei Mal kleine Überraschungen auf mich. Nudeln mit Thunfischsauce, was kann es besseres zu Futtern geben? Und gestern saftige Brownies mit Deko-Blümchen. Und weil die so hübsch waren, habe ich mir zwei davon gleich in die Bentobox gepackt :-)



Oben zwei Brownies, dazu ausgestochene Gurke und Tomaten mit Pick (Delfin und Elefant). Unten Asianudeln mit süßsaurer Chilisauce und Tomatenstückchen.

Die Nudeln haben 3 Minuten gekocht (Asia-Nudeln gehen ja immer so schnell), und in dieser Zeit habe ich ausgestochen, Picks eingesteckt und Brownies in die Box gelegt. Dann eine Minute für die Sauce, das Stückeln der Tomate und das Foto :-)

SaschaSalamander 28.02.2013, 15.23| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bento Galerie

Die Olchis - Witze aus der Pfütze

>DIE OLCHIS< sind mir schon oft in der Buchhandlung begegnet, hier und da habe ich einen Blick in die Bücher geworfen. Ich finde die kleinen Gesellen richtig schräg und die Idee dahinter toll, und ich hätte sie als Kind ganz sicher geliebt. Ich habe alles geliebt, was nicht regelkonform war, und die Olchis mit ihrem unanständigen Verhalten wären mir da gerade recht gewesen. Ich finde, Kinder haben das Recht, sich dreckig zu machen und auch mal unanständige Wörter zu sagen, das gehört zum Kindsein dazu :-)

Neugierig habe ich >DIE WITZE AUS DER PFÜTZE< gehört. Die "Handlung" ist eigentlich nur ein netter Rahmen: die Kinder der Schmuddelfinger Grundschule treten im Team gegen die Olchis an, es gilt die besten Witze-Erzähler zu ermitteln.

Es ist köstlich! Die Olchis erzählen natürlich eher "dreckige" Witze, rund um Schlamm, Schleim, Schmutz, Fürze und Gestank. Die Kinder dagegen eher "normale" Witze. Aber beide Parteien sind großartig, und die Witze sind prima erzählt.

Für Erwachsene Witzfreunde dürften die Einlagen alle bekannt sein, für mich waren nur ein oder zwei neue dabei, die anderen kannte ich schon. Aber das macht nichts, ich habe sie trotzdem sehr gerne wieder gehört, sie sind einfach witzig erzählt. Außerdem macht es Spaß zu lachen, ob man einen Witz schon kennt oder nicht.

Und Kinder dürften die Witzesammlung lieben, sie ist herrlich unkonventionell und frech. Ich kann mir vorstellen, dass Kids diese CD rauf und runterhören, sich die Witze gegenseitig in der Schule erzählen und immer wieder darüber lachen. So, wie ich auf dem Schulhof immer wieder darüber gelacht habe. Ach, es kamen bei mir sehr viele Erinnerungen hoch, als ich die Scherze hörte ...

Was mir gefiel waren die Sprecher. Die Olchis waren sowieso sehr witzig, aber auch den Kindern der Grundschule hörte man an, dass sie mit vollem Einsatz bei der Sache waren und richtig Spaß daran hatten, mitzuwirken. So soll es sein, und das überträgt sich auf die Hörer :-)

Der Titelsong der CD ist klasse, und ich habe ihn mir sofort auf den Player in meine Sammlung "schräger" Songs gepackt. Ich habe nämlich einen Ordner mit Titeln, die ich immer dann höre, wenn ich ein paar kuriose Texte brauche, um die Absurditäten des Alltags wieder ein wenig geradezurücken (erst diese Woche führte ich ein Gespräch mit der zukünftigen deutschen Königin). Und seitdem habe ich einen Ohrwurm rund um "Fliegenschiss und Olchifurz, das Leben ist doch viel zu kurz, wir lieben Schlick und Schlamm und Schlaaaaa-haaaim, das Leben kann nicht schöner sein" ...

Wertung: 9 von 10 überengagierte Moderatoren


SaschaSalamander 28.02.2013, 09.35| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Kinder, Humor, Schräg, Tip,

Porterville 03 - Nach dem Sturm

porterville03_sturm_1.jpg>Simon X Rost< ist Autor der dritten Folge von PORTERVILLE. Er erzählt, was nach dem Fall des ehemaligen Bürgermeister Hudson geschehen ist: einige Männer wollen die Stadt wieder aufbauen, das Volk braucht eine starke und kompetente Führung. Doch während die anderen nach Macht streben und sich selbst Vorteile erschleichen und die Bürger dabei hungern lassen, plagt Jefferson Prey das schlechte Gewissen. Auf welche Seite wird er sich schlagen?

Während der Autor für den DARKSIDE PARK zwei actionreiche Geschichten um "harte Kerle" ablieferte, ist der Protagonist hier eher ein stiller Mensch, sehr gedankenvoll. Jeffrey beobachtet sehr viel, der Leser folgt seinen Gedanken rund um Führung, Macht, Verantwortung. NACH DEM STURM ist eine eher politische Folge - und dennoch ist es Simon hervorragend gelungen, sie spannungsreich zu gestalten, sodass ich den Kindle nicht beiseite legen konnte und wieder in einem einzigen Rutsch hindurchfliegen musste.

Es gelingt Simon beklemmend gut, eine Stadt nach dem Ausnahmezustand aufzuzeigen. Die Hoffnung der Bürger, der gemeinsame Wunsch nach Änderung und Besserung, zugleich aber die Entkräftung des Volkes, das Sich-Verzehren nach ein klein wenig Luxus. In >Folge 01< erfuhr der Leser, wiesehr die Schere in der Gesellschaft auseinanderklafft, und in Folge 3 nun wird genauer erklärt, wie es dazu kam. Die Zeitsprünge machen die Handlung ziemlich komplex, und man muss sich als Leser oft genau verdeutlichen, wann und wo man sich gerade befindet.

Ebenfalls sehr schön finde ich, wie in dieser Folge immer mehr deutlich wird, dass die Autoren wirklich gemeinsam an einem großen Projekt arbeiten. Bereits in >Folge 2 - Die verlorene Kolonie< wurde Bezug genommen auf einzelne Episoden des Autors Raimon Weber aus dem DARKSIDE PARK. Und hier stellt sich nun heraus, dass der Prolog des (nein, verzeihung, Stop, ich möchte nicht spoilern. Aber es ist wirklich unglaublich schwer, etwas über PORTERVILLE zu schreiben, ohne sich immer auf andere Folgen zu beziehen). In Zeiten von Internet und Amazon, wo immer mehr Autoren sich anonym trollen, bekriegen und den Erfolg missgönnen, finde ich es einfach großartig, wenn einige von ihnen zeigen, dass sie auch zusammenarbeiten können, sich am Erfolg des anderen freuen und gemeinsame Projekte auf die Beine stellen. Der DARKSIDE PARK hatte ja sogar ein Crossover mit der Hörspielreihe >MINDNAPPING<.

PORTERVILLE macht süchtig nach MEHR! Aber jetzt heißt es sich gedulden bis zum ersten März, wenn TRÄUME DER TERMITEN von John Beckmann erscheinen, und kurz darauf geht es weiter mit DIE AKTE TORI, wieder von Raimon Weber. Nicht einmal eine Woche ... aber selbst ein paar Tage können eine gefühlte Ewigkeit sein! ;-)

SaschaSalamander 27.02.2013, 09.25| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Thriller, Dark, Horror, Serie, Tip, Deutsch,

Tiere in der Stadt

Einleitung - Drei Städte in drei Kontinenten

1. Die Entstehung der wilden STadtnatur

2. Untermieter
    Vögel - Die Nidikolen
    Ameisen - Die Myrmekophilen
    Säugetiere

3. Homo Sapiens und seine Gefolgschaft -
    die Anthropozönose

4. Die Häuser
    Schwarze Schafe
    Floh & Co
    Von Milben und Menschen - Ökosystem Bett
    Fliegen und Netze

5. Über Himmelssichtfaktoren und Versiegelung
    Das urbane Klima
    Sand und Schutt
    Mosaike und Gradienten

6. Grüne Lungen und Plastik -
    Die urbane Vegetation

7. Sänger, Piepmätze und Luftratten - Die Vögel

8. Kommen und Gehen
    Inseln im Häusermeer
    Historische Stadtfauna
    Krieg

9. Das süße Stadtleben
    Raubtiere
    Das Geschrei der Vögel
    Stress und Angst

10.Mensch und Stadtnatur

Inhaltsverzeichnis aus: Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt -
Eine Naturgeschichte; Dumont 2013

************************************************

Wahnsinnig spannend! Ich liebe Inhaltsverzeichnisse. Bei Romanen machen sie neugierig auf die Handlung. Und bei Fachbüchern geben sie einen Überblick, was den Leser erwartet. Man weiß bei "Sachbuch" und "Fachbuch" heute ja oft gar nicht mehr, ob man jetzt ein lässiges Plauderbla erhält, wo ein selbstberufener Fachmann aus dem Nähkästchen plaudert, oder ob es sich wirklich um ... naja, das handelt, was auch ich guten Gewissens ein Sachbuch nenne, das mich tatsächlich mehr bereichert denn unterhält.

Das Inhaltsverzeichnis oben ist klar: hier werde ich nicht nett unterhalten, sondern hier werde ich wirklich konzentriert lesen müssen, hier erfahre ich Fakten und Infos. Und ich freue mich schon sehr darauf! Hatte, bevor ich das Buch in der Hand hielt, die Befürchtung, es könne ein Plauderbuch sein, und freue mich umso mehr, dass dem nicht so ist. Und wenn der Autor es auch noch schafft, so zu schreiben, dass es dennoch flüssig lesbar ist, dann umso besser!

Bei Titel und Beschreibung dachte ich ja eher an die Fledermäuse gegenüber am Fluss, an die Eichhörnchen vor meinem Fenster, an den Fuchs im Berliner Garten meines Bekannten, an die Reiher 500 m von hier entfernt in ihren Kolonien. Aber wenn ich das Inhaltsverzeichnis ansehe, dann kann ich mich wohl auf einige Tierchen gefasst machen, an die ich gar nicht gedacht hatte. Aber stimmt, auch die tummeln sich hier. Ratten, Mäuse, Tauben, Ameisen, ganz viele Silberfischlein (sehr zur Freude des Vermieters). Denke plötzlich wieder an die Taubenmilben und Kugelkäfer, mit denen ich vor zwei Jahren zu tun hatte.

Ich freue mich schon SEHR auf das Buch. Ich liebe Tiere, und ich hoffe, nach der Lektüre zukünftig mit anderen Augen spazierenzugehen. Und - ich weiß jetzt auch, was eine Anthropozönose ist ;-)

SaschaSalamander 26.02.2013, 15.19| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Kapitel

Porterville 02 - Die verlorene Kolonie

porterville02_kolonie_1.jpgDie zweite Folge der Reihe PORTERVILLE handelt von Jeff Benchley, dem Sohn des Douglas Benchley aus >Porterville Steaks<. Jeff findet ein altes Dokument, welches Informationen über eine verlorene Kolonie beinhaltet. Er setzt alles daran, die Echtheit des Dokuments zu prüfen, und dabei kommt er etwas Unglaublichem auf die Spur ...

Während im DARKSIDE PARK alle Folgen zwar in unterschiedlichen Zeiten spielten, dabei aber immer in Porterville selbst, ist dies die erste Geschichte, welche den Ort verlässt und "draußen" spielt. Eine nahe Zukunft - mir gefiel vor allem, wie die Autorin dies realistisch und doch mit einem Hauch Sci-Fi beschrieb, sodass man immer das Gefühl hatte, so könne es demnächst tatsächlich aussehen. Spitzen wie die Fusion zwischen Google und der Finanzwelt fand ich recht amüsant (oder vielmehr erschrec kend, da gar nicht so abwegig), und mit vielen solcher kleinen Anspielungen und Nebenbeisätze konnte die Autorin bei mir ganz groß punkten.

Die Geschichte selbst ist etwas gemütlicher, denn da sie außerhalb Porterville spielt, fehlt natürlich die dunkle Bedrohung der Stadt, die Teenager schlagen sich eher mit üblichen Problemen untereinander herum. Im letzten Drittel zieht die Spannung dafür ziemlich stark an, und es werden immer mehr Bezüge zur ursprünglichen Serie offengelegt (wir erinnern uns: wie frustriert waren wir Fans, dass am Ende im "Nachwort" ein paar Fake-Hinweise eingestreut wurden, die nicht wirklich in der Serie erklärt wurden. Wer weiß - vielleicht erfahren wir in PORTERVILLE nun endlich, was es mit dem Flugzeug auf sich hatte?).

Einige Male war es wirklich zum Verzweifeln: die Lösung scheint auf der Hand zu liegen, sie wirkt greifbar, doch im letzten Moment entgleitet der Gedanke, und wieder stand ich da, wusste nichts. Diese Verzweiflung, diese Anspannung ist es, die beide Serien so reizvoll macht, und ich finde es gelungen, wie auch Anette Strohmeyer in genau diese Kerbe schlägt und sich perfekt als neue Autorin einfügt. Sie hat bei Psychothriller GmbH bereits die Reihe ONDRAGON veröffentlicht, die ich mir vor einiger Zeit auch schon auf den SuB gepackt habe.

Insgesamt eine Folge, die weniger auf Spannung anlegt als vielmehr auf neue Zusammenhängen und vor allem eine außergewöhnliche Perspektive von "draußen", die ganz neue Elemente in die Serie einbringt. 

SaschaSalamander 26.02.2013, 08.31| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Thriller, Dark, Horror, Serie, Tip, Deutsch,

Das Glücksbüro

izquierdo_gluecksbuero_1.jpgINHALT

Albert Glück arbeitet nicht nur in einem Büro, er lebt sogar dort. Heimlich, wenn alle nach Feierabend das Gebäude verlassen, geht er hinunter in sein Zimmerchen. Die Welt draußen hat er schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Doch er ist bescheiden und zufrieden mit seinen Anträgen, Verwaltungsabläufen und den täglichen Ritualen. Bis eines Tages ein Antrag auf seinem Tisch liegt, den er nicht kennt und der etwas völlig Ungewöhnliches beantragt: nämlich nichts. Um herauszufinden, was es damit auf sich hat, muss er sich auf die Suche nach der Antragstellerin machen. Und dies wird sein Leben ganz schön umkrempeln, ...


AUTOR

Der deutsche Autor >Andreas Izquierdo< ist Journalist, schreibt jedoch auch Krimis, historische Romane, Kurzgeschichten, Drehbücher und nun auch den Roman DAS GLÜCKSBÜRO. Ich gebe zu, mir war er bis dahin nicht bekannt, doch das hat sich nun erfreulicherweise geändert, ich war hingerissen von seinem Roman und freue mich schon auf weitere Titel. Auch, wenn ich KÖNIG VON ALBANIEN oder APOCALYPSIA nicht kenne, kann ich mir nach der Lektüre des aktuellen Titels sehr gut vorstellen, warum er den Sir-Walter-Scott-Preis gewann bzw von Lesern bei Lovelybooks und Vorablesen zu den Preisträgern gehörte ;-)


THEMA

Es ist schwer, diesen Roman einzuordnen. Romantische Elemente - vorhanden, aber nicht unbedingt der Kern. Ich sehe DAS GLÜCKSBÜRO als ein unabhängiges Buch, fernab jeglicher Klischee - Schubladen und Genres, einfach ein Roman ganz für sich, es muss nicht verglichen werden um zu bestehen.

Anfangs geht es vor allem um das Leben und die Arbeit im Büro. Es scheint, als wäre es eine Liebeserklärung an Verwaltung, Bürokratie und Perfektionismus. Ich hätte es nicht geglaubt, wenn man mir davon erzählt hätte: Izquierdo schreibt mit solch einer Poesie von Anträgen, Verwaltungsvorschriften, Dienstanweisungen und Formularen, dass dem Leser warm ums Herz wird. Zwei Seiten, auf denen der Autor die unterschiedlichsten Anordnungen, Behörden, Vorschriften aufzählt und aneinanderreiht, und es liest sich wie ein erotisches Versprechen, verheißungsvoll gehaucht ins Ohr der Liebsten. Noch nie waren A 12, A 401, B 20, B 21 so lebendig. Noch nie waren das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben, Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen, Bundeszentralamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie, Bundesnetzagentur für Elektrizität so persönlich und leidenschaftlich.

Er vermag es mit seinen Metaphern und gewählten Worten, tristen Objekten Leben einzuhauchen und Magie in einen scheinbar kalten, menschenverachtenden Ort zu transportieren. Es ist kein lautes Buch, sondern still, voller herzlichem Humor, unaufdringlich und sanft.

Doch bald wird klar, dass dies nicht das Thema des Buches ist. Was der Autor sich zum Ziel gesetzt hat und wie andere es empfinden, kann ich nicht beurteilen. Für mich war der Kern die Entwicklung vom autistischen, fast schon misantropischen Charakter hin zum Menschenfreund, dessen Streben dem Wohl der anderen gilt. Diese Entwicklung wurde auf eine Weise umgesetzt, die davon zeugt, dass hier nicht nur ein Schreiberling am Werk war, sondern ein professioneller Autor, der sein Handwerk mit geschickter Feder führt.


CHARAKTERE

Protagonist des Buches ist natürlich Albert Glück, der dem Buch seinen Namen gab und dessen Name Programm ist. Glück kann man nicht kaufen, aber beantragen. Albert wirkt autistisch, er verfügt über unglaubliche Inselbegabungen, die ihn regelrecht zu einem Savant auf dem Gebiet der deutschen Verwaltung machen. Wo andere verzweifeln - Albert ist perfektionistisch, er kennt alle Anträge in Deutschland, seine Lektüre sind die unterschiedlichsten Formulare aller Behörden. Sein Erleben, sein innerer Wandel ist Kern des Buches und wurde meisterlich umgesetzt, die Entwicklung ist nachvollziehbar. Während in den meisten Büchern Charakterentwicklung nebenher geschieht, ist es hier regelrecht spannend zu verfolgen, man fragt sich was als nächstes geschieht und welchen Schritt er nun geht.

Anna ist das genaue Gegenteil von Albert, und sie ergänzen sich ganz wunderbar. Ich habe viel gelacht, denn unterschiedlicher können zwei Menschen kaum sein, was natürlich zu sehr viel witzigen Situationen führt. Es ist wunderschön, wie die lebenslustige, abenteuerfreudige Anna dem vorsichtigen Albert gegenübertritt und wie die beiden versuchen gemeinsam einen Weg zu beschreiten.

Faszinierend finde ich, wie der Izquierdo auch Formularen, Anträgen und innerbehördlichen Vorgängen eine Persönlichkeit verleiht (sogar zu einem Wiedergänger mutiert einer von ihnen), und wie er im Gegenzug anfangs die Menschen objektifiziert. Die Kollegen sind für ihn Büronummern, Geburtsdaten, pünktlich zu den exakten Uhrzeiten beginnen sie ihre Rituale, die er voller Freude beobachtet und an denen er heimlich teilnimmt. Begeistert verfolgte ich, wie auch dies sich wandelt. Wie Anträge immer mehr an Farbe verlieren, Menschen dafür an Substanz gewinnen. Etwas, das ich in dieser Form noch nicht gelesen habe und das ich eine angenehme Abwechslungs finde, weil es einfach etwas ganz Besonderes ist.


SPRACHE

Die Sprache ist leichtfüßig und doch eloquent, Izquierdo verwendet seine Worte bewusst, sein Wortschatz ist gut verständlich, ohne umständliche Formulierungen oder Fremdwörter. Dennoch greift er bevorzugt zu eher unüblichen und ungewöhnlichen Begriffen, sodass auch hier stets der Hauch des Besonderen über den Seiten schwebt. Normalerweise zitiere ich gerne einzelne Sätze aus dem Buch, hier jedoch könnte ich jede beliebige Seite aufschlagen, fände überall etwas, das ich gerne zitieren möchte, weil es so besonders klingt.

Ich liebe gekonnte Sprache und finde es schade, dass manche Autoren sie als Mittel zum Zweck (des Transportes der Story) missbrauchen, ungeachtet ihrer Schönheit und Zartheit. Im GLÜCKSBÜRO kam ich auf meine Kosten, hier konnte ich in Formulierungen, Zitaten schwelgen und mich an all den filigranen Formulierungen berauschen. Dabei jedoch bleibt der Autor gleich seinem Protagonisten immer bescheiden, niemals übertreibt er (denn gerade hier lauert die Gefahr, ins Schwülstige abzudriften, die Metaphern zu übertreiben oder die bewusst ungewöhnlichen Worte zu übertreiben, bis der Text ein einziges Kunstobjekt ist, den zu lesen keinen Spaß mehr macht).

Das Buch erzeugt beim Lesen sehr klare Bilder im Kopf, oft hatte ich regelrecht eine Verfilmung vor mir, in der ich deutlich die Musik hörte, die Kamerafahrten durch die langen Gänge sah. Alles ist sehr plastisch gehalten, die Beschreibungen sind greifbar und direkt, erzeugen eine lebendige Vorstellung beim Leser. Man meint regelrecht den Muff der alten Teppiche, das Papier der Anträge zu riechen.


AUFBAU

Den Aufbau habe ich ja in den anderen Punkten bereits klar beschrieben: zu Beginn geht es vor allem um das Büro und die Anträge, Menschen sind Randerscheinungen, und immer mehr gerät dies in den Hintergrund, beginnt die eigentliche Handlung. Auch das Tempo ist diesem angepasst. Langsames Arbeiten im Büro, rhyhtmisch und beständig, bis es bald immer rasanter, unrhythmischer, unplanbarer wird und die Ereignisse sich überschlagen.

DAS GLÜCKSBÜRO ist in sich in jeder Hinsicht stimmig. Charaktere, Sprache, Handlung, Aufbau, alles bildet eine Einheit und ist untrennbar verwoben.


FAZIT

Ich bin sicher, der Autor trug beim Schreiben ein verschmitztes Lächeln. Denn DAS GLÜCKSBÜRO zaubert dem Leser ein Lächeln ins Gesicht, es macht glücklich, es verzaubert. Das Buch ist eine Perle unter den aktuellen Neuerscheinungen, die ich allen Lesern unbedingt ans Herz legen möchte! :-)

SaschaSalamander 25.02.2013, 08.55| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Deutsch, Tip,

Statistik KW 08

GELESEN / GEHÖRT
1 - Die drei Fragezeichen 159 - Nacht der Tiger
1 - Das Glücksbüro (A Izquierdo)
1 - Porterville 01 - Von draußen (R Weber)
1 - Porterville 02 - Die verlorene Kolonie (A Strohmeyer)
1 - Porterville 03 - Nach dem Sturm (S X Rost)
2 - Frühstück mit Kängurus (B Bryson)
2 - Jesus von Nazareth (A Prinz)


GESEHEN
Ich - einfach unverbesserlich
Die Piraten


NEUZUGÄNGE
Porterville 01 - Von draußen (R Weber)
Porterville 02 - Die verlorene Kolonie (A Strohmeyer)
Porterville 03 - Nach dem Sturm (S X Rost)
Gebrauchsanweisung für die Welt (A Altmann)
Falken (H Mantel)
Pyromantische Affaire (L Lay)
Tucker & Dale vs Evil (DVD)
Taran und der Zauberkessel (DVD)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 24.02.2013, 20.45| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Porterville 01 - Von Draußen

porterville01_drau__en_1.jpgEmily lebt bei ihrem Großvater in Porterville. Ihre Eltern starben, so wie nahezu alle anderen Menschen der mittleren Generation. Emily gehört zu den weniger priviligierten Bewohnern der Stadt, ist auch in ihrer Schule eher eine Außenseiterin. Zu allem Unglück ist sie verliebt in Jonathan, den Sohn des Bürgermeisters. Partnerschaften werden in Porterville vermittelt, sie entstehen nicht aus Liebe. Auch sonst hat sich einiges geändert, seit der Amtsperiode des alten Bürgermeister Hudson ist nun schon einige Zeit ins Land gegangen, und eine Menge hat sich geändert. Die Stadt wird regelmässig erschüttert von Erdbeben, und durch Risse gelangen Greybugs von draußen in die Stadt. Draußen lauert die Gefahr - und trotzdem wollen Jonathan und Emily nichts anderes, als das Geheimnis des "Draußen" zu erkunden ...

Bereits in der ersten Folge trifft man als Fan des DARKSIDE PARK auf alte Bekannte und deren später lebende Angehörige. Doch ich hatte nicht den Eindruck, dass man sich auf das Alte verlässt, sondern Raimon Weber baut hier in seinem ersten Beitrag bereits eine ganz eigene Geschichte auf. Porterville hat sich seit den Zeiten des ehemaligen Bürgermeister Hudson sehr verändert. Die Welt, in der Emily und Jonathan leben, wird sehr anschaulich geschildert, ohne sich in umständlichen Erklärungen zu verlieren. Wie nebenbei wird beschrieben, wie sich die Ernährung, das soziale Leben, die Schulbildung, ja das gesamte gesellschaftliche und politische System geändert hat.

Im Grunde geschieht gar nicht viel, der Aufbau ist recht simpel: Emily wird vorgestellt, kurz darauf ihr Großvater. Einige Einblicke in den schulischen und privaten Alltag, dann ein Zusammentreffen mit dem Sohn des Bürgermeisters, ein heimliches Treffen, und dann eine unerwartete Wendung. Das Grauen lauert nicht im Sichtbaren, sondern hinter der Fassade. Natürlich endet die Folge wie zu erwarten mit einem Cliffhanger. Und logisch, die obligatorische Frage "Kennen Sie den Darkside Park" muss natürlich auch gestellt werden ;-)

Und wieder hat >Raimon Weber< geschafft, wofür ich ihn bewundere: ohne Blut und Gewalt hat er einen Thrill erzeugt, der mich gebannt lesen ließ, Gänsehaut auf den Armen und völlig versunken in einer anderen Welt, alles um mich herum vergessen. Und das, obwohl im Grunde nicht wirklich etwas Dramatisches geschehen war, nur Andeutungen, Gedanken und Ahnungen. Ich war so in dem Buch gefangen, dass ich es während des morgendlichen Pendelns rasend schnell verschlungen habe. Bei 98 Prozent (der Reader zeigt den Lesefortschritt) musste ich aussteigen. Das war mir egal, mein Kindle hat Licht, also kann ich auch morgens um 6.30 im Dunkeln lesen, während ich meinen Weg zur Arbeit laufe. Als Jugendliche habe ich das oft gemacht, inzwischen habe ich es mir abgewöhnt, während des Gehens zu lesen (aus vielen Gründen. Einer davon war eine Straßenlaterne *g*), aber an diesem Tag konnte ich nicht anders.

Die Protagonistin Emily ist sympathisch, man kann sich gut mit ihr identifzieren. Die anderen Charaktere werden eher skizzenhaft dargestellt. Das ist allerdings im DARKSIDE PARK üblich - ich gehe davon aus, dass man im Laufe der folgenden Episoden mehr über die nun kennengelernten Figuren erfahren wird, falls sie für die Handlung relevant sind.

Mit PORTERVILLE 01 - VON DRAUßEN hat Raimon Weber einen vielversprechenden Einstieg abgeliefert, der Fans auf eine weitere Lieblingsserie hoffen lässt. Eines ist sicher: ich werde keine Folge verpassen!

SaschaSalamander 22.02.2013, 08.47| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Thriller, Dark, Horror, Serie, Tip, Deutsch,

Porterville

Ich bin absolut begeistert! Endlich eine Weiterführung des >DARKSIDE PARK<. Was PORTERVILLE mit dem DARKSIDE PARK gemeinsam hat: "Projektleiter" (ich nenne ihn mal so) ist wieder Ivar Leon Menger, und verschiedene Autoren tragen in einzelnen Geschichten ihren Teil zum Gesamtwerk bei. Es wird mehrere Episoden geben, die jede für sich eine eigene Story erzählen, insgesamt jedoch ein Gesamtbild ergeben.

Kann man PORTERVILLE auch ohne Kenntnis des DARKSIDE PARK lesen? Ich kann es nicht beurteilen, aber ich denke schon. Natürlich stellen sich bereits in der ersten Folge sehr viele Fragen. Aber das gehört zur Serie dazu, genau das macht den Reiz aus: in jeder Episode erhält der Leser kleine Puzzlestücke, bis sich am Ende ein vollständiges Bild ergibt. Und daher denke ich, dass man gut bei PORTERVILLE einsteigen kann, ohne den DARKSIDE PARK zu kennen. Aber ich wette, wer PORTERVILLE mag, wird gar nicht anders können als süchtig nach dem Vorgänger zu greifen ...

Es tauchen wieder einige Personen auf, deren Schicksale miteinander verknüpft sind. Man muss nicht wissen, wer Martin Prey, Hudson, Douglas Benchley oder Sarah Freeman sind, um die Handlung um Emily, Jeffrey, Jonathan, Sato und Co zu verstehen. Aber es ist eine riesige Freude, wenn man den bekannten Namen wieder begegnet und einige Anspielungen auf vorherige Geschichten deuten kann.

Soviel jedenfalls nun mein erster Eindruck nach dem Lesen der ersten drei Geschichten. Ausführliche Rezensionen werden selbstverständlich folgen.

SaschaSalamander 21.02.2013, 14.25| (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Rund um Bücher | Tags: Thriller, Dark, Horror, Serie, Tip, Deutsch,

Und Gott sprach: Wir müssen reden

rath_gott_1.jpgJakob Jakobi ist ein erfolgloser Psychologe. Nach der Trennung seiner Frau verlor die Praxis immer mehr Patienten, und inzwischen steht er vor dem beruflichen und privaten Aus. Aber wenn man denkt, es geht nicht tiefer - kommt jemand und drückt einem eine Schaufel in die Hand. So auch hier, Jakob landet mit gebrochener Nase im Krankenhaus. Dort trifft er auf Abel Baumann, der ihn gleich als seinen Therapeuten anheuern möchte und sogar bereit ist, bar zu bezahlen. Was hat Jakob schon zu verlieren? Und so beginnt er sein Gespräch mit Abel. Dieser behauptet, er sei Gott in Menschengestalt, und langsam ließen seine Kräfte nach. Ob Jakob ihm helfen könne?

Ach, das Buch tat richtig gut. Weder literarisch noch intellektuell anspruchsvoll, aber dafür bewegend, wärmend und hervorragende Unterhaltung. Kein philosophischer Tiefgang, aber dennoch regt es zum Nachdenken an und ist ein leckeres Zwischendurchfutter für den Geist. Perfekt, wenn man abschalten möchte aber trotzdem ein Buch mit gewissem Verstand und Anspruch sucht. Auch ohne actionreiche Szenen oder eine stringente Handlung empfand ich es als Page-Turner, einfach weil es so flüssig geschrieben ist und ich schwer von den Charakteren loskam.

Ich habe Jakob sofort in mein Herz geschlossen, er ist ein Pechvogel, hat sich aber nicht aufgegeben und sieht die Dinge recht gelassen. Seine ruhige, irgendwie schicksalsergebene Art war mir sofort sympathisch. Ebenso Abel Baumann, absolut unaufdringlich aber doch immer präsent, er ist ein Freund, wie man ihn sich nur wünschen kann.

Der Leser begleitet die beiden bei ihren Gespräche und Begegnungen. Wird Zeuge vieler kleiner Taschenspielertricks / Wunder. Ja, was ist es eigentlich, das Abel ausmacht? Ist er ein gekonnter Trickser, ein talentierter Zauberer, ein freundlich-manipulativer Mensch, der einfach nur geübt darin ist, in seinem Gegenüber zu lesen? Oder ist er tatsächlich Gott? Man möchte ihm gerne glauben, einfach weil es gut tut, an Wunder zu glauben und nicht immer alles rational zu erklären.

Wer beim Lesen dieser Zeilen an den kleinen Prinzen, den träumenden Delphin und andere Bücher dieser Art denkt, liegt allerdings falsch. Das Gutmenschentum, das dort manchmal schon schmerzhaft überzuckert aufgetragen wird, fehlt hier. Jakob und Abel bieten dem Leser eine ordentliche Portion schwarzen Humor, und es geht ziemlich viel schief. Hier geht es auch um Selbstmordgedanken, um drogensüchtige Ärzte, einen korrupten Bruder, eine gluckende, vorwurfsvolle Mutter. Ja, natürlich nimmt alles irgendwie ein gutes Ende, und nicht umsonst spielt das Buch in der Weihnachtszeit. Aber damit konnte ich gut leben, die düsteren Elemente haben mich gut dafür entschädigt ;-)

Eher würde ich da Parallelen ziehen zu Ustinovs altem Mann und Mr. Smith. Gut, literarisch möchte ich Rath und Ustinov nicht vergleichen, aber der unaufdringliche Humor ("unaufdringlich ist ein Wort, das mir in diesem Buch mehrfach in den Sinn kam beim Tippen der Rezi, sowohl bezogen auf die Charaktere als auch den Stil, die Sprache, einfach alles. Ich mag das), die Betrachtungen auf den Alltag, die Situation von Gott auf der Erde, das legt den Vergleich dennoch nahe.

Das Buch war flink an einem verschneiten Nachmittag mit Kakao und Schokolade gelesen, und ich werde die zwei Männer noch lange im Gedächtnis behalten. Ich habe mich gefreut, sie kennenzulernen und lege auch meinen Lesern die Begegnung mit ihnen ans Herz.

Wertung: 4,5 von 5 Fliegengewichtsboxer

SaschaSalamander 21.02.2013, 09.37| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Buch | Tags: Deutsch, Tip,

Das Glücksbüro

Erster Satz:
Neuerdings hatte Albert seine besten Ideen, wenn er nachts ganz alleine, beim Schein einer Kerze, in der riesigen Kantine zu Abend aß und die Schatten der Tische und Stühle aussahen, als würden sie im Geflacker auf spindeldürren Beinen herumtanzen.

Letzter Satz:
Mit schönen geraden Linien und viel Platz für ein neues Spiel.

aus: Andreas Izquierdo: Das Glücksbüro; Dumont 2013

SaschaSalamander 20.02.2013, 18.44| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: 1. und letzter Satz

Die drei ??? 159 - Nacht der Tiger

Nicht für jedes Hörspiel habe ich Zeit und Lust, eine Rezension zu schreiben. Daher keine ausführliche Beschreibung. Aber der Fairness halber eine kurze Erwähnung, wer meckert muss auch loben können. Denn Sonnleiter wird bei mir ziemlich abgestraft, ich mag seine Folgen nicht.

Aber diesmal hat er richtig was auf die Beine gestellt, das sich hören lassen kann. Die drei Fragezeichen sitzen in ihrer Zentrale, als jemand sich in den Computer hackt und ihnen auf diesem Weg einen Auftrag erteilt. Es geht um eine Bande von Autodieben, und scheinbar ist der Täter sogar im Polizeirevier von Rocky Beach zu finden! Die Freunde ermitteln auf eigene Faust, und die Folge ist recht gelungen in Sachen Spannung, Umsetzung und Story.

Einzig was mir nicht gefällt ist, dass die Freunde sich quasi unerlaubt Zutritt verschaffen und einige Male Vorgehensweisen an den Tag legen, die eigentlich nicht für die ansonsten brave und immer korrekte Reihe passen. Außerdem gab es ein paar Punkte, die ich etwas unlogisch fand, aber es muss ja nicht immer alles perfekt sein, schließlich ist es ein Kinderhörspiel (naja, und erwachsene Fans *g*).

Trotzdem hat mir die Folge recht gut gefallen, einfach weil sie Hand und Fuß hatte, und weil es eine schöne Ermittlungsarbeit war, was zu einer gut aufgebauten Folge führte. Hätte ich nicht gewusst, wer der Autor ist, ich wäre nie darauf gekommen ;-)


SaschaSalamander 20.02.2013, 08.43| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Deutsch, Reihe, Krimi, Jugend,

London Stories and Poems

london_1.jpgIch liebe Gedichte, ich liebe Hörbücher, und ich liebe die englische Sprache. Nicht das verwaschene American English, sondern das wohlklingende British English. Gerne sehe ich mir britische Filme im Original an oder lausche den Sprechern. Also liegt es ja nahe, dass ich mir unbedingt die CD LONDON STORIES AND POEMS anhören musste ;-)

Die Sammlung beinhaltet zwanzig Tracks mit 18 Gedichten von teils weltbekannten, teils hier in Deutschland weniger bekannten Autoren, so etwa Jonathan Swift, William Blake, Oscar Wilde, Sir Arthur Conan Doyle, Amy Lowell, William Dunbar, Matthew Arnold und einige weitere.

Allen Gedichten ist ein Thema gemeinsam: London. Mal modern, mal historisch. Das macht die wunderbare Vielfalt dieser Gedichte aus, die sich alle sehr voneinander unterscheiden. Manche Titel wirken im ersten Moment etwas antiquiert, haben noch eine altertümlich anmutende Sprache (man denke an "thou" und "thy" statt "you" und "your"), während andere dagegen ziemlich pfiffig und aktuell daherkommen, und wieder andere wirken zeitlos und beständig. Mal ist das Gedicht ein Loblied auf die geliebte Stadt, ein andermal eher eine Art "Gebrauchsanweisung", dann wieder eine Beschreibung, eine Momentaufnahme.

Die Sprecher sind Native Speakers / Muttersprachler, bisher war mir keiner von ihnen bekannt. Die Stimmen klingen sehr angenehm, und die Aussprache ist klar verständlich, der Vortrag wäre perfekt für eine Schul-CD (nur, dass die Texte und der Vortrag hier weniger trocken sind, als ich es von den langweiligen Kasseten damals kenne, die unser Lehrer immer dabeihatte), ich empfehle sie allen, die z.B. Englisch unterrichten oder Nachhilfe geben.

Besonders hilfreich dabei ist das Booklet, mit der beigefügten Vokabelliste. Alle Wörter, die im regulären Alltag nicht unbedingt bekannt und für das Verständnis der Texte notwendig sind, wurden auf acht Seiten aufgeführt. Dadurch spart man sich das lästige Blättern im Wörterbuch und kann sich gemütlich zurücklehnen, Gedicht im Ohr und Vokabeln in der Hand.

Zu den Sprechern findet sich eine kurze Beschreibung im Text. Zusammen mit den Vokabeln ist das Booklet recht ausführlich geraten. Schade, dass keine zusätzliche Information über die jeweiligen Autoren dabeisteht, so musste ich mir also leider die gewünschten Infos (mich interessieren vor allem die Geburtsdaten der mir unbekannten Autoren, um die Gedichte historisch einordnen zu können, außerdem ein Verweis auf weitere bekannte Werke) selbst zusammensuchen. Aber wie gesagt, ich bin dennoch sehr zufrieden mit dem Booklet, noch dicker hätte es kaum in das Case hineingepasst.

Diese CD bietet sehr viel Anlass zum Recherchieren, Lehren, Üben, sodass man gar ein ganzes Begleitbuch hätte hinzufügen können. Ich kann mich nur wiederholen: eine solche CD ist perfekt für Nachhilfelehrer in den höheren Klassenstufen, um Textverständnis zu trainieren.

Was ich ebenfalls positiv anmerken möchte: ich liebe Gedichte, schriftlich wegen ihres Inhalts. Vorgetragen auf CD liebe ich sie vor allem deswegen, weil ich den Rhythmus, die Sprachmelodie sehr gerne höre, um im Alltag wieder "runterzukommen", z.B. nach der Arbeit, vor dem Einschlafen, wenn ich gerade eine stressige Situation erlebt habe. Dabei gibt es verschiedene Dinge, worauf ich achte. Wichtig ist mir, dass der Vortrag ruhig und maßvoll ist (ich mag es nicht, wenn überemotional betont wird, das zerstört den Text, ist aber ein häufiger Fehler). Dadurch kann der Text für sich selbst wirken, außerdem geht es angenehm ins Ohr und sorgt für die Ruhe, die ich mir aus Gedichten ziehe. Außerdem ist es wichtig, dass der Rhythmus gut gehalten wird, die Sprachmelodie passt und das Gedicht ein wenig klingt wie leise Musik. Und dieser Punkt wurde hier ganz wunderbar umgesetzt, die Sprecher machen ihre Sache hervorragend - niemals klingt es abgehackt, niemals werden falsche Pausen am Ende der Zeile gesetzt (oh, wie ich das bei laienhaften Vorträgen hasse, das zerstört den ganzen Fluss). Die Gedichte sind wunderbar fließend, sie gehen von der CD direkt in das Ohr des Hörers. Eines ist sicher: diese CD wird mir ein dauerhafter Begleiter im Alltag werden!

Fazit: LONDON STORIES AND POEMS ist eine Liebeserklärung an London, an britische Autoren und die britische Sprache. Eine wunderbare Sammlung für Lehrer, Schüler und Privatpersonen, die ich jedem ans Herz legen möchte, der sich für British English begeistert.

Wertung: 9 von 10 Chimney Sweeper

SaschaSalamander 19.02.2013, 08.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Tip

Die Speckners - eine fränkisch-bayerische Sitcom

Am Wochenende habe ich nun >DIE SPECKNERS< angesehen, eine "fränkisch-bayerische Sitcom", wie es präsentiert wird. Norbert Speckner ist aus Franken (dem "Allmächd", seinem Verein und den Bratwürsten nach dürfte klar sein, woher) nach Oberbayern gezogen, dort lebt er mit seiner Frau Inge  (Kosmetikerin), seinem Sohn (pubertierender Bubi, der gerne Rockstar wäre und sich mit Phytagoras abmühen muss) und seiner Tochter (Schokojunkie, Bankerin und immer noch zu Hause wohnend). Schwiegermutter, die sich für ihre Tochter etwas Besseres gewünscht hätte, darf natürlich nicht fehlen.

Am 15.02.13 ging es los, die erste Folge wurde um 22 Uhr im Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt. Um diese Zeit sitze ich garantiert nicht vor der Kiste, aber dafür gibt es ja >die Mediathek< ein paar Tage später. Ich konnte es nicht erwarten und habe lange gehibbelt, bis es dann soweit war. Das Ergebnis war - nun ja, sagen wir "ernüchternd" ...

In der ersten Folge geht es darum, wie Inge wegen ihres kaputten Autos von ihrem Chef Ralf zur Arbeit gefahren wird. Ralf ist gutaussehend, gebildet und fährt einen 69er Camaro. Klar fühlt Norbert sich da als Mann zurückgesetzt und hat Angst, dass seine Frau ihn betrügt. Zusammen mit seinen Kollegen Zwitcher und Hassan versucht er das Problem zu lösen, während zu Hause die Schwiegermutter bereits fröhlich die Scheidung plant und die Kinder die Garage für sich aufteilen, wenn der Vater ausziehen wird. Norbert muss handeln!

Ich hatte mit einer modernen, pfiffigen Sitcom gerechnet, in der ich - Franke mit Leib und Seele - mich wiederfinden kann, in der ich viele Dinge wiedererkenne. Mit fränkischem Humor (der ja doch recht speziell ist und wirklich jede Menge Potential für eine Sitcom bietet mit seinem trockenem, derben aber immerherzlichen Charme). Statt dessen wurden Gags geboten, die mich an die volkstümlichen Sendungen erinnerten, die ich Anfang 1980 mit meinen Großeltern abends auf der Couch angesehen habe. Der junge attraktive Chef: "Sie spielen Golf? Was ist Ihr Handicap?" - Die mannstolle Schwiegermutter: "Mein Handicap? Ich bin tadellos in Schuss!" Oder wenn Speckner den Schuhschrank seiner Frau kontrollieren möchte (daran erkennt man, ob eine Frau fremdgeht), dieser über ihn umkippt und die Schwiegermutter lakonisch meint "ich wusste ja schon immer, dass Du einer von den Perversen bist, der nachts in Frauenkleidern rumläuft. Kauf Dir wenigstens eigene Heels". Das wirkt aufgesetzt und nicht wirklich komisch, Situationskomik fehlte völlig.

Dazu kommt, dass zu den aufgesetzten Dialogen auch die Schauspieler sehr steif wirken. Ich möchte damit nicht die schauspielerische Leistung infrage stellen, denn ich kann mir durchaus vorstellen, dass es gewollt war, sowohl die Wortwahl und Aussage der Dialoge als auch die gekünstelte Betonung. Sowas kenne ich von damals aus Sketchen mit Didi oder Dieter Krebs, man hörte deutlich die überdramatisierte Betonung, wenn die Darsteller in ihrem Zimmer, welches als extra aufgebauter Raum auf einer Bühne stand, vor dem Publikum loslegten. Aber das zieht heute einfach nicht mehr. Wir Franken mögen manchmal altmodisch (ich nenne es gerne "traditionell") sein, aber wir sind keine Hinterwäldler, deren Wohnung mit Messingwerbeschildern, Blümchentapeten und achteckigen Lampenschirmen geschmückt sind.

Den Lokalkolorit fand ich enttäuschend. Er bestand, wie ich oben bereits sagte, im Grunde nur aus drei Dingen: Bratwürste, eine einzelne Anspielung auf den 1. FCN und das ständige "Allmächd". Naja, und darin, dass Norbert fränkisch redet, die anderen dagegen eher hochdeutsch oder leicht gefärbt. Und um zu zeigen, dass Bayern weltoffen ist, gab es sogar den Quotentürken Hassan, der als einziger in der Werkstatt relativ intelligente Sätze von sich gibt, doch auch er wirkt gekünstelt in seiner Rolle.

Vielleicht bin ich einfach die falsche Zielgruppe für diese Sendung. Allerdings habe ich mich mehrfach während der Sendung gefragt, wer die Zielgruppe sein soll, und ich konnte keine wirkliche Antwort darauf finden. Für intelligenten Humor fehlt einfach das Köpfchen, und für rein platte Unterhaltung (die ich manchmal auch genieße, warum auch nicht) ist es einfach zu aufgesetzt. Nichtfranken werden sich für die Sendung kaum interessieren, und als Franke fühle ich mich ziemlich auf den Schlips getreten und billigst reduziert.

Schade, wirklich schade. Ich hatte mir mehr erhofft ...

Wertung: 3 von 10 verbrannte Nürnberger Bratwürste

SaschaSalamander 18.02.2013, 08.53| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Film | Tags: Nürnberg, Deutsch, Reihe,

Statistik KW 07

GELESEN / GEHÖRT
1 - Eine Trillion Euro (A Eschbach)
1 - Der letzte Engel (Z Drvenkar)
1 - Holger 01 - gründet einen Radiosender (Hörplanet)
1 - Holger 02 - Holger in Gefahr (Hörplanet)
2 - Frühstück mit Kängurus (B Bryson)


GESEHEN
Moon
Ponyo
Hugo Cabret


NEUZUGÄNGE
Goldman Lisa - The No Rules Handbook
No Mercy (P Califia)


ANMERKUNGEN:
1 - komplett
2 - teilweise
3 - abgebrochen

SaschaSalamander 17.02.2013, 20.44| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Statistik

Die drei ??? 158 - Feuergeist

fragezeichen_158feuergeist_1.jpgINHALT

Ein seltsames Wesen wird in den Katakomben der Oper gesichtet, und die drei Detektive werden um Hilfe gebeten. Und dann wäre da noch der nahende Alien-Kongress, auf dem ein Wissenschaftler unumstößliche Beweise präsentieren will für die Existenz außerirdischen Lebens.


MUSIK

In dieser Folge hat mir die Musik sehr gut gefallen, sowohl die eingespielten Titel wie auch die klassischen Anleihen. Allerdings fand ich den klassischen Part äußerst verwirrend. Denn natürlich wird Opernmusik gespielt. Allerdings wurden mehrere verschiedene Opern gemischt, und ich finde es sehr erstaunlich, dass parallel scheinbar mehrere große Werke aufgeführt werden. Ich glaube, es waren Carmen, Aida, La Traviata und die Zauberflöte. Das war dann doch etwas arg unrealistisch und hätte gut verhindert werden können. Abgesehen davon allerdings war die Auswahl sehr gelungen, und ich fand es schön, eine Folge zu hören, die sich musikalisch wieder einmal abhebt.


PLOT

Ich werde mit Sonnleitner nicht wirklich warm, trotzdem gebe ich ihm immer wieder eine Chance. Besonders das Thema Oper klang diesmal sehr interessant, kam zwar schon vor aber ist noch nicht allzu ausgelutscht. Was allerdings daraus gemacht wurde, ist ziemlich traurig.

Stellenweise mutete es an, als hätte man einem Schüler einen Stichwort-Aufsatz gegeben. In diesem Fall "Katzenkaffee, Alien, Oper, Schleim". Ja, und nun mach mal was draus. Leider fand ich diesen Mix ziemlich krude, die Motivation zum Weiterhören war nicht wirklich gegeben. Der Fall hat mich nicht mitgerissen, weil auf mich alles recht zusammenhanglos wirkte. Die Auflösung dann war zwar nachvollziehbar aber recht billig zusammengeschustert. Und Justus musste mal wieder alles erklären, sonst hätte es wohl keinen Sinn ergeben.

Mir fehlte einfach die Spannung, der rote Faden. Als Pendler höre ich ja regelmässig im Bus, in der U-Bahn, im Zug. Und ich schlafe sogut wie nie dabei ein, bin immer gefesselt von meinen Hörspielen. Hier aber ist es mir tatsächlich passiert. Ich musste längere Zeit überlegen, ob ich die zwei Tracks nun zurückspule oder weiterlaufen lasse, habe dann aber natürlich zurückgespult, und siehe da, nicht wirklich etwas Wichtiges verpasst.


SPOILER
Und wenn ein Wissenschaftler DEN unwiderlegbaren Beweis hat, ihn jedoch nur auf einer einzigen CD speichert und mit Verlust der CD nun alles hinfort ist - dann habe ich wenig Mitleid und sage "selbst schuld". So grandios wird es wohl nicht gewesen sein, sont hätte es irgendwo eine Sicherheitskopie gegeben. Dieser Aspekt am Ende führte in meinen Augen die gesamte Folge völlig ins Absurde.
SPOILER ENDE


FAZIT

Die Grundidee klingt prima, aber die Umsetzung war ziemlich grauenvoll. Das lag nicht an dem, was Europa daraus gemacht hatte, sondern die Vorlage gab vermutlich nicht wirklich mehr her. Naja, es gab jetzt mehrere Folgen lang recht gute Titel, da musste wohl auch mal wieder ein Flop dazwischen sein ;-)

Wertung: 1,5 von 5 Coolpacks

SaschaSalamander 14.02.2013, 08.52| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Reihe, Jugend, Krimi,

Lady Bedfort 61 - Dunkle Gewässer 61

bedfort61_gewaesser01_1.jpgIch habe ja letztens >bereits angedeutet<, dass ich mehr über die Folge 61 von Lady Bedfort erzählen werde. Lange habe ich gegrübelt, was ich schreiben könnte. Aber ich merke, dass es mir nicht möglich ist, einfach weil es noch nicht abgeschlossen ist und noch zu viele Fragen offen sind.

Bei Mangas gebe ich nach dem ersten Band einer Serie häufig eine Meinung ab, ebenso bei den ersten ein oder zwei Folgen einer neuen Hörspielreihe. Hier aber ist die Serie ja bereits bekannt, sodass der Ersteindruck nicht mehr genannt werden kann. Es ist der erste Teil eines Zweiteilers, und das ist dann doch etwas anders. Daher möchte ich mit meinem Gesamturteil warten, bis die Folge abgeschlossen ist.

Trotzdem, für die, die ebenso neugierig sind wie ich, hier wenigstens ein paar Gedanken vorab:

Die Handlung spielt sowohl fernab auf einem Kreuzfahrtschiff, wo die Lady sich befindet, als auch in Broughton, wo Miller und Gomery eifrig ermitteln. Dadurch gibt es sehr viele Beteiligte, von Passagieren und Mitarbeitern on Board hin zu den Broughtoner Angehörigen des Opfers auf dem Schiff. Die Handlung ist ziemlich komplex gestrickt, und sich vorab schon einmal die Namen anzusehen und die Stimmen einzuprägen ist auf jeden Fall hilfreich. Ich werde vor dem Erscheinen des zweiten Teils den ersten auf jeden Fall noch einmal Folge 61 hören, um einen besseren Überblick zu haben.

Ich bin sehr gespannt, wie alles zusammenhängt und wo / wie die Fäden am Ende zusammenlaufen. Der Autor Marc Freund (seit Folge 37 regelmäßig dabei) hat ziemlich tief in die Kiste gegriffen und eine Story gewoben, die in der Tat zwei CDs wert ist, nichts davon wirkt bisher gestreckt oder unnötig, es ist eine bisher gelungene Balance aus Kriminalfall und Privatleben der Lady.

Was das Wiedersehen mit Max betrifft, möchte ich natürlich nicht vorweggreifen. Nur soviel: an einer elementaren Stelle stolperte ich dann doch etwas über den Dialog, fand ihn ein wenig unnatürlich (wie ich allerdings reagieren würde, keine Ahnung, vielleicht wäre ich ja ebenfalls nicht wirklich fähig, einen sinnvollen Satz von mir zu geben *g*). Egal, ich fand es trotzdem klasse und sterbe vor Neugier, was sich daraus nun entwickeln wird. Ich freue mich jedenfalls sehr, Max wieder in der Serie zu haben (und kann die Fortsetzung deswegen kaum erwarten, bin andererseits aber doch etwas ängstlich).

Die abschließende Meinung, wie das umgesetzt wurde und ob die Freude getrübt wurde oder umso größer ist - die werde ich noch etwas zurückhalten ...

SaschaSalamander 13.02.2013, 08.39| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörspiel | Tags: Deutsch, Reihe, Krimi,

Wenn das Glück fliegen lernt

Bei der Installation des Hörstern-Apps erhält der Kunde derzeit das kostenlose Hörspiel >WENN DAS GLÜCK FLIEGEN LERNT<.

Das Cover mit dem Glücksdrachen sprach mich einfach an, ich mag diese Wesen sehr. Und der Titel klang auch interessant. Die Geschichten sind für Kinder ab 3 Jahre, das mag Erwachsene im ersten Moment natürlich abschrecken. Trotzdem war ich neugierig, und ich habe es nicht bereut. René Wagner, den ich als Sprecher noch nicht kannte, liest die Geschichten von Stephanie Fiedler sehr angenehm vor, variiert gekonnt ohne zu übertreiben, bringt  genügend Abwechslung in den Vortrag. Das gefällt mir und passt sehr gut für die junge Zielgruppe.

Die Geschichten sind einfach niedlich. Manche ähneln Fabeln mit Moral, andere sind einfach nur nett, und viele von ihnen halten kleine Überraschungen bereit. Oft musste ich herzlich lachen. So wird endlich einmal erklärt, was Enten eigentlich unter Wasser treiben - wer sagt denn, dass sie einfach nur nach Futter suchen? Auch Enten wollen mal Spaß haben! Sehr schön auch die Frage, was Glück eigentlich ist - hier wird es mit einem Schmunzeln erklärt. Was passiert, wenn eine Maus im Angesicht des Todes plötzlich einer Wunschfee gegenübersteht?

Wer kindliche Geschichten mag, wird hier seinen Gefallen daran finden. Und wer Kinder hat und eine CD sucht, die in Dauerschleife dennoch nicht allzu nervig wird - diese hier ist prima geeignet. Und Kinds werden wohl begeistert sein von den liebenswerten Charakteren und witzigen Geschichten.

Wertung: 8 von 10 Hüpfburgen


SaschaSalamander 12.02.2013, 09.24| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Kurzgeschichten, Deutsch, Kinder, Märchen,

Bento - mein erster Versuch mit Inarisushi

>Hier< hatte ich letzte Woche meine beiden neuen Boxen vorgestellt. Die Manekineko konnte ich bereits einweihen, und diese Woche ist die Style Lunch drun.



Seine Box ist die eckige, meine die dreistöckige runde. In beiden befinden sich drei Inarisushi, Babykarotten, Tomaten und Gurke. Bei ihm dazu ein hartgekochtes Ei, bei mir eine rote Paprika.

Inarisushi sind frittierter Tofu, hauchdünn geschnitten und dann mit einem Messer zur Tasche geöffnet. Man kann sie füllen, wonach einem der Sinn steht. Ich habe Sushireis genommen (naja, geschummelt. Milchreis zubereitet wie Sushi, ist billiger) und Thunfischcreme untergerührt.

In meiner Box sieht man die Inarisushi von oben, in seiner Box sieht man sie seitlich liegend.

Ich mag die runde Box jetzt schon. Es passt genauso viel hinein wie in die anderen Boxen dieser Füllmenge, aber in der Tasche lässt sie sich super transportieren, weil sie höher ist aber nicht so breit. Sehr schön :-)

SaschaSalamander 11.02.2013, 16.31| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Bento Galerie

Hieronymus Frosch 2 - Erfindung mit Kawumm

Nachdem ich vom ersten Teil >HIERONYMU FROSCH - DARAUF HAT DIE WELT GEWARTET< absolut begeistert war, freute ich mich riesig, als ich von einem weiteren Band hörte: HIERONYMUS FROSCH - EINE HÖCHST PRAKTISCHE ERFFINDUNG MIT VIEL KAWUMM. Das klingt vielversprechend, und Kawumm klingt nach einem großen Abenteuer, das Stefan Kaminski wieder mit viel Stimmakrobatik zum Leben erwecken kann. Ich konnte es kaum erwarten.

Ich mag es nicht, ein Buch / eine CD im Vergleich zu einem anderen Titel zu bewerten, schließlich ist jedes Werk einzeln zu betrachten. In diesem Fall aber werde ich ausnahmsweise doch einige Vergleiche ziehen müssen, weil die Unterschiede eben doch sehr gravierend sind.

Hieronymus Frosch ist Erfinder, lebt im Garten der Frau Butterweck, ist Nachbar der Spitzmaus Frau Wackernagel und ihren kleinen Kindern, den Wackernägeln. Außerdem ist er Ehrenmitglied der Königlich-Erkenntnisreichen Sozietät. Als ein Erfinderwettbewerb zum Thema Garten ausgeschrieben wird, kann er nicht an sich halten und hat sofort eine faszinierende Idee: Leuchtende Bohnen, die man auch im Dunkel ernten kann. Der böse Nick will natürlich seine Forschungen ausspionieren. Und dann taucht plötzlich ein anderer Kröterich auf, stellt sich als weiteres Ehrenmitglied vor und möchte mit Hieronymus zusammenarbeiten. Wird Hieronymus den großen Preis gewinnen?

Während im ersten Teil mehrere kleine Geschichten erzählt wurden (viele einzelne Erfindungen wurden vorgestellt, missglückte und gelungene Arbeiten, Treffen mit den Wackernägeln, eine Begegnung mit Frau Butterweck und viele andere kleine Episoden), gibt es hier nur eine einzelne Geschichte ohne weitere Exkurse. Alles konzentriert sich auf die großartige Erfindung und die Hindernisse auf dem Weg dorthin.

Im ersten Teil war ein Spannungsaufbau nicht erforderlich, weil es viele kleine Höhepunkte gab. Hier dagegen gibt es einen Spannungsaufbau, nämlich erst die Frage, was er erfinden wird, dann die Umsetzung der Forschungen, Nicks Spionage und dann die Frage, wer der fremde Kröterich ist und ob man mit ihm zusammenarbeiten kann und zum Schluss natürlich das große Kawumm. Trotzdem konnte ich das Hörbuch ohne Probleme unterbrechen, hatte nicht die drängende Frage "wie geht es nun weiter", dazu war die Handlung dann doch zu vorhersehbar.

Im ersten Band habe ich regelrecht mitgelitten, mitgefiebert, es gab immer wieder neue Situationen. Hier dagegen war es recht nett, humorvoll, aber es hebt sich als Hörbuch nicht sehr von anderen Kinderhörbüchern ab.

Einen großen Teil zu meiner Begeisterung für den ersten Band trägt Stefan Kaminski bei. Und das fehlte mir bei der ERFINDUNG MIT KAWUMM. Im ersten Teil zeigte er sein Können als Stimmakrobat, ahmte Geräusche nach (ich denke allein an die Rakete), jonglierte mit Lauten und Silben, verzerrte seine Stimme, imitierte und tanzte. Hier dagegen ist er einfach nur ein guter Sprecher mit der Fähigkeit, seine Stimme ein wenig zu variieren. Vielleicht hatte er einen schlechten Tag, vielleicht gab es einfach in der Vorlage nicht die passenden Möglichkeiten.

Auch habe ich ein paar Running Gags vermisst. Zwar kamen einige der bekannten Sprüche vor, aber es schien mir weit weniger, und auch deutlich zurückhaltender vorgetragen. Ein paar weitere Schmunzler und Lacher, die ich erwartete hatte und die mir fehlten.

Es fällt mir schwer, so zu tun, als würde ich Teil 1 nicht kennen, daher kann ich schwer sagen, wie ich das Buch für sich bewerte. Insgesamt habe ich mich sehr gut unterhalten. Ich denke, man kann den Unterschied gut zusammenfassen: Teil 1 ist für Kinder wie auch Erwachsene ein Hörgenuss, da Vortrag und Aufbau auch die Großen abwechslungsreich begeistern. Teil 2 besticht vor allem mit einer witzigen durchgehenden Handlung, die für Erwachsene aber dann doch etwas zu einseitig ist. Aber für Erwachsene ist es ja auch nicht gedacht ;-)

Auch, wenn ich also manches vermisst habe - insgesamt habe ich HIERONYMUS FROSCH wieder gerne gehört und mich sehr über das Wiedersehen gefreut, mich über viele humorvollen Einlagen gefreut.


SaschaSalamander 11.02.2013, 08.59| (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Rezensionen Hörbuch | Tags: Humor, Kinder, Deutsch,



 






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