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Thema: Manga

Parodie der Liebe

honjoh_parodieliebe_1.jpgAoto lebte nach dem Tod seiner Eltern bei seiner älteren Schwester und deren Ehemann. Als die Schwester nun stirbt, lebt er alleine mit seinem Schwager. Dieser muss auf Geschäftsreise und bittet seinen Freund Masayuki, auf den "Kleinen" aufzupassen. Masayuki verliebt sich in Aoto, und schwupps ist eine verzwickte Dreiecksgeschichte in Gang. Denn eigentlich liebt Aoto ja seinen Schwager, aber dies könnte er seiner Schwester wegen niemals zugeben ...

PARODIE DER LIEBE war mein erster Manga von Rie Honjoh. Und wird wohl auch mein letzter sein. Statt einer einzelnen Geschichte waren zwei weitere Kurzgeschichten enthalten. Keine der drei konnte mich fesseln. Die erste ist die titelgebende. Die zweite handelt von einem der Nebencharaktere, die dritte spielt wieder um die Protagonisten der Hauptgeschichte. In keiner der drei Stories kam Romantik auf, die Handlung war ein Alibi für etwa 5 oder 6 Seiten Sex, es gab keinerlei Tiefgang weder bei Charas noch bei der Handlung.

Die Zeichnungen sind auf den ersten Blick nett, aber wenn man genau hinsieht sind sie eher skizzenhaft. Die Figuren sind im Gesicht alle ähnlich und unterscheiden sich nur durch Frisur und Kleidung (und das, obwohl teilweise ein ordentlicher Altersunterschied zwischen ihnen liegt). Ich brauche keine Romantik, wirklich nicht. Aber ich habe trotzdem meine Grenzen, wenn ein älterer Mann einen kleinen Jungen (gut, er ist 17, aber ich sah ihn trotzdem als kleinen Jungen) einfach nach seinem Gutdünken schnappt und loslegt, obwohl der Junge weint und nein sagt. Nicht in einem Manga, der als "Romantik" betitelt ist bitte! Es gibt Mangas, da mag ich das, z.B. >Crimson Spell<, aber da passt dann auch die Geschichte zu dieser eher brutalen Handlung.

Der Manga ist in Story und Zeichenstil deutlich ein niedlicher Shojo, den junge Mädels anhimmeln. Die Sexszenen dagegen (die wenigen, kurzen) sind explizit und zeigen sehr deutlich den Akt und die Geschlchtsteile ohne Zensur. Junge Leserinnen werden damit wohl überfordert sein. Ältere Leser dagegen wollen in der Regel doch etwas mehr Handlung und ausgefeiltere Charaktere. Oder aber nur den erotischen Aspekt, und keine Alibihandlung drumherum. Von daher frage ich mich, wer als eigentliche Zielgruppe von Rie Honjoh gedacht ist?

Rie Honjoh hat viele Fans in Japan, und auch in Deutschland. Ich gebe zu, ich kann das nicht nachvollziehen. Aber gut, jedem sein eigener Geschmack, und ich muss nicht alles verstehen ;-)

Meine ausführliche Rezension bei AnimeY findet sich >hier<.

SaraSalamander 01.02.2012, 09.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Blue Friend

eban_bluefriend_1.jpgBLUE FRIEND ist ein Manga, den ich Euch auf jeden Fall vorstellen möchte, da er aus der Masse der aktuellen Romance herausragt. Es gibt sehr viele Shonen Ai und Yaoi, in denen Männer sich verlieben, Sex haben und Frauenherzen höher schlagen lassen. Was es dagegen selten gibt, sind gute Titel, in denen Frauen ihre Gefühle füreinander entdecken, und dies ist hier der Fall.

Ayumu ist sportlich, maskulin und eine Frohnatur. Misuzu ist wunderhübsch, der Traum aller Jungs, aber sie ist unnahbar und hat kein Interesse an einem Freund, weist alle Bewerber eiskalt ab. Die beiden Mädchen freunden sich nach und nach an, Misuzu verliebt sich, und Ayumu weiß einfach nicht, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen soll. Und natürlich gibt es einige Mitschüler, denen die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Mädchen ein Dorn im Auge ist.

Zeichnungen, Erzählstil, Charakterentwicklung, Story, einfach alles ist hier gelungen. Während ich andere Mangas ziemlich schnell verschlinge, musste ich mir für BLUE FRIEND wirklich Zeit nehmen. Die Zeichnungen sind filigran und drücken die aufkeimenden Gefühle sehr gut aus. Die Charaktere sind liebevoll beschrieben, und gerade Ayumu wächst dem Leser nach wenigen Seiten ans Herz. Man fiebert mit ihr mit, diese Spannung erstreckt sich über den kompletten Manga und macht einen Großteil des Charmes dieser Geschichte aus.

Kein romantisches Rosa, sondern eher ein melancholisches Blaugrau gibt die Atmosphäre des Mangas wider, die Zeichnungen sind schlicht gehalten und lassen alles weg, was unnötig den Blick vom Wesentlichen ablenken würde.

Erotik oder Sex gibt es hier nicht, auch wenn der Manga als Yuri angepriesen wird. Dafür wird sehr viel Gefühl vermittelt, das sehr schnell das Herz des Lesers ergreift und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Eine absolute Empfehlung für alle, die einen ruhigen Erzählstil und sutbile Zwischentöne mögen.

Meine ausführliche Rezension hierzu findet sich bei >AnimeY<

SaraSalamander 19.11.2011, 17.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sweet Santa

tsukuba_sweetsanta_1.jpgNormalerweise rezensiere ich, was ich mir selbst ausgesucht habe, und normalerweise weiß ich auch, was ich mag und was nicht. Selten liegt etwas auf dem Tisch, das so überhaupt nicht meinem Stil entspricht und über das ich dann etwas schreiben soll, aber es kommt hier und da eben vor. Dies ist so ein Fall. Und wieder einmal bin ich dankbar dafür, dass ich dann trotzdem aufgeschlossen an einen Titel herangehe, denn auf diese Weise findet sich so mancher nette Titel, den ich sonst verpasst hätte. Niemals hätte ich mir SWEET SANTA gekauft, aber dafür habe ich ihn dann wirklich begeistert gelesen.

Klappentext: "In den weihnachtlich geschmückten Straßen prallt die 17jährige Krumi mit dem Jungen Kaito zusammen. Dieser behauptet dreist, sie wäre Santa Claus und er ihr Rentier. Kurumi kann kaum glauben, was sie da hört! Doch Kaito hat die Wahrheit gesprochen. Und so erwartet Kurumi von nun an alle Jahre wieder eine wichtige und zugleich wundervolle Aufgabe."

Ein Weihnachtsmanga im Oktober ist seltsam. Erklärt sich aber von selbst, wenn man erfährt, dass er aus drei Bänden besteht und im Dezember abgeschlossen ist. Außerdem verstehen sich die Protagonisten so gut, dass "Santa" ihr Rentier nicht nur im Dezember zu sich ruft, sondern sie treffen sich auch den Rest des Jahres. Es gibt also Episoden in allen Jahrezeiten, die Autorin bevorzugt den Sommer mit Meer, Sonne und hübschen Bodies ohne störende Kleidung.

Eindeutig ein Shojo, richtig niedlich mit allem, was für einen Shojo dazugehört. Man sollte das Genre also schon mögen, sonst legt man den Manga schnell wieder weg. Aber zum Glück übertreibt die Autorin nicht, Erwachsene Leser kriegen also keinen Zuckerschock sondern können sich einfach amüsieren. Jüngere Leserinnen dagegen werden ziemlich schmachten, wenn sie das Traumpaar Kurumi und Kaito sehen. Liebe, Wirrungen, Romantik pur. Die Zeichnungen sind gelungen und hübsch anzusehen, genretypisch, Sakura Tsukuba hat ganze Arbeit geleistet. Die Geschichten sind sehr schön erzählt, rührig aber niemals kitschig, und das Verhältnis zwischen Kurumi und Kaito ist nachvollziehbar und dem Alter entsprechend prickelnd.

Band 1 und 2 haben eine Bonusstory, die recht lang ist. Ich habe den Eindruck, auf diese Weise hat die Autorin die zwei Bände künstlich zu drei Teilen gestreckt, denn zwei, drei Kurzgeschichten der Hauptgeschichte wirken wie Füllstories, die man auch gut weglassen könnte, ohne dass etwas fehlt. Finde ich als erwachsener Leser Geldschneiderei, jüngere Leser freuen sich dagegen, dass sie nicht nur zwei, sondern sogar drei Bände mit ihren inzwischen liebgewonnenen Charakteren genießen dürfen. Eine prima Einstimmung auf Weihnachten für alle Fans von romantischem Shojo :-)

>Hier< geht es zur offiziellen Rezension bei AnimeY.

SaraSalamander 07.11.2011, 09.11 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Tsumitsuki

kiyohara_tsumitsuki_1.jpgTsumitsuki sind Teufel, die Besitz von Menschen ergreifen, welche von Schuldgefühlen zerfressen werden. Sie nisten sich dort ein, üben blutige Rache an den anderen Menschen und töten am Ende ihren "Wirt". Mit Hilfe des Tsumigami, einem Dämon, gelang es einem Mönch, die Tsumitsuki zu bändigen, und nun wird dieser Dämon gleich einem Gott in einem Schrein verehrt.

In diesem Manga gibt es einzelne Episoden, in welchen jeweils ein sich schuldig fühlendes Mädchen zu diesem Schrein geht und um Vergebung bitten möchte. Kuroe, der Protagonist, welcher durch alle Kurzgeschichten führt, erzählt ihnen von den Tsumitsugi, doch Hilfe können die Mädchen nicht erwarten, im Gegenteil ...

Auch, wenn ich mich ein wenig mit japanischer Mythologie auskenne, ist diese Geschichte mir neu. Ich kann nicht beurteilen, ob der Hintergrund eine Fiktion des Mangaka ist, oder ob es tatsächlich eine entsprechende Legende in Japan gibt. Sicher ist, die Geschichte ist spannend und unheimlich und nicht gerade für jüngere Leser geeignet. "Adult" ist etwas übertrieben, ich würde ihn eher ab 16 empfehlen.

Die Zeichnungen sind düster und realistisch, es wird weniger Wert auf Details, dafür umso mehr Gewicht auf das Spiel zwischen Licht und Schatten gelegt. Die Panels sind übersichtlich, der Manga ist insgesamt recht flink gelesen.

Was mir sehr gefällt ist die Legende an sich, sie stimmt nachdenklich und lässt den Leser einige Male innehalten, sie wirft sehr viele Fragen auf und bietet sehr viel Möglichkeiten, dass der Manga hätte ausgeweitet werden können auf eine lange Serie. Die Einzelschicksale der Mädchen sind tragisch und stimmen traurig.

Eigentlich ein hervorragender Manga. Was allerdings fehlt, das ist der letzte kleine Funke, der den Leser auch tatsächlich berührt. Es wirkt alles ein wenig kahl, in den kurzen Episoden ist es nicht möglich, die Geschichten weiter auszubauen, und eine Geschichte weniger, dafür jede ein paar Seiten länger, wäre wohl besser gewesen, damit der Leser sich auch wirklich einfühlen kann.  Man liest den Manga zwar gespannt aber unbeteiligt, ein wirklicher Grusel stellt sich nur äußerlich aufgrund der Bilder ein, nicht aufgrund des Gefühls von innen heraus, hier hat Hiro Kiyohara leider einiges an Potential verschenkt.

Fazit: nett zu lesen, wer mag gerne später auch ein zweites Mal. Spannende Geschichte, überzeugende Bilder, interessanter Hintergrund. Wer aber Tiefgang sucht und Wert auf "das gewisse Etwas" legt, wird hier enttäuscht. Am besten lesen und selbst entscheiden :-)

SaraSalamander 31.10.2011, 09.46 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Hiki

nangoku_hiki_1.JPGRin findet in einer Schublade eine Schatzkarte, die aussieht wie eine seiner Zeichnungen aus Kindertagen. Neugierig macht er sich mit seinem Freund Yada auf die "Schatzsuche", und tatsächlich finden sie am gezeichneten Punkt eine alte Kommode. Rin durchsucht sie, kann jedoch nichts darin finden. Doch seit diesem Moment geschieht etwas Unheimliches: wannimmer Rin versucht, irgendwo etwas herauszuziehen, hält er den Kopf eines Mädchens mit langen schwarzen Haaren in seiner Hand.

Es ist nicht leicht, denn ständig muss man im Alltag etwas herausziehen: die Schulkleidung aus dem Turnbeutel, einen Kopfhörer aus dem Ohr, ein Taschentuch aus der Hose, ein Schulbuch aus der Tasche. Rin wird darüber fast wahnsinnig und versucht herauszufinden, wer dieses Mädchen sein könnte und warum es ihn nun verfolgt.

Puuuh, ganz schön gruslig! Dieser Manga ist zwar in einer halben Stunde gelesen, kann zeitlich also nicht mit einem Asiahorrer von zwei Stunden mithalten, aber inhaltlich kommt er ziemlich gut an diesen Grusel heran, alle Achtung! Der Horror baut sich recht schnell auf, woher stammt die alte Zeichnung, und warum steht genau dort eine Kommode? Der Leser sieht, wie Rins Hand in der Kommode wühlt und sieht bereits den Kopf des Mädchens, ekelt sich, als Rin ihr zerzaustes Haar berührt und nicht weiß, was er da zwischen den Fingern spürt. Und sobald Rin seine Hand in irgendeine Öffnung steckt, zuckt der Leser zusammen und ahnt, was ihn nun erwarten wird, beißt die Zähne zusammen, will nicht hinsehen, und wie bei einem guten Horrorfilm sieht man hin, obwohl man sich wünscht, man hätte es nicht gesehen.

Die Zeichnungen sind wirklich großartig, sie drücken den Horror sehr gut aus, die Bilder sind eklig und unheimlich, der Stil ist insgesamt sehr gut. Hintergründe, Gesichter, Details, all dies ist realistisch gehalten und erzeugt zusätzliche Bilder im Kopf des Lesers, der sich sofort in die Geschichte hineinversetzen kann.

Und wie bei einem guten Asiahorror üblich: fragt bitte nicht nach dem Sinn. Es ist ein Mindfuck, und am Ende gibt es eine Lösung, die im Grunde dennoch keine Lösung ist, weil sie viele Optionen offen lässt. Was ist nun wirklich geschehen? Konnte Rin das Rätsel lösen, auch wenn seine komplette Umwelt ihn für wahnsinnig hält? Oder wurde Rin tatsächlich wahnsinnig und bildet sich nur etwas ein, während alle anderen die Wahrheit sehen? Verstörende Bilder, fernab jeglicher Realität, Wahngebilde, Kreaturen aus einem kranken Geist, wie man ihm eigentlich fast nur in asiatischen Horrorfilmen begegnet. Kein Blut, keine Gewalt, aber jede Menge Spannung und Gänsehaut. Die nächsten Wochen werde ich wohl kaum ohne einen kleinen Schauer irgend etwas herausholen können ...

Einzig der Titel irritiert mich, da nichts dazu erklärt wird, ich wüsste gerne, was er bedeutet, das ist aus dem Inhalt nicht ersichtlich, eine Übersetzung wird nicht genannt. Aber das ist kein Drama, das bin ich in diesem Genre gewohnt.

Sicher ist: zartbesaitete Leser sollten diesen Manga definitiv meiden. Und auf dem Nachttischlein sollte er auch nicht unbedingt liegen, wenn man ruhig schlafen möchte. Also: bist Du mutig genug, traust Du Dich, das Geheimnis der Kommode zu lüften? ;-)

Ich habe leider keinen Hinweis darauf gefunden, dass dieser Manga die Umsetzung eines Romanes ist, sonst würde ich diesen sofort lesen wollen! Mit bekannten Titeln wie DARK WATER, JU-ON oder THE RING kann dieser Manga allemal mithalten, und ich hoffe, dass er vielleicht sogar eines Tages verfilmt wird.

************

Unqualifiziertes PS, das ich mir nicht verkneifen kann: der Junge muss doch wahnsinnig werden, allein wenn er schon auf Toilette geht und etwas herausholt, das nicht  ... sondern ein fremdes Mädchen ist! Aber gut, das wurde im Manga nicht gezeigt, ... wie gesagt: unqualifiziertes Kommentar zum Abschluss ;-)

SaraSalamander 18.10.2011, 09.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Dragon Love

mayama_dragonlove_1.jpgDer Manga DRAGON LOVE ist ein klarer Yaoi. Von daher ist es nicht leicht für mich, eine Rezension zu schreiben. Denn Yaois haben in der Regel selten mehr zu bieten als explizite Szenen. Von daher erst ein wenig zum Inhalt und dann zum Zeichenstil, bevor ich auch schon zum Fazit übergehe:


INHALT

Der Manga beginnt, als der Polizist Kyosuke von der Mafia bei einer Veranstaltung als nettes Spielzeug gefesselt präsentiert wird. Feifon rettet ihn unter der Bedingung, dass er ab nun sein Geliebter sein muss. Bei der nächsten Gelegenheit flieht Kyosuke, doch Feifon macht ihn ausfindig und verlangt, was ihm versprochen wurde. Ein Katz- und Maus-Spiel beginnt, bei dem Feifon sein "Opfer" immer wieder findet, entführt und benutzt.

Sehr viel mehr gibt die Handlung nicht her, eine SexSzene folgt der nächste,n die Handlung ist die Verpackung, damit es in den Verkauf durfte aber ist nicht wirklich als "Inhalt" zu bezeichnen, sondern sie ist leider recht dürftig. Es gibt einzelne Momente, aus denen man mehr hätte machen können, z.B. hatte ich auf eine spektakuläre Entführung während der Hochzeitsfeier gewartet, aber selbst das wurde nicht ausgereizt sondern nur als Sprungbrett für die nächste Szene verwendet.


ZEICHNUNGEN

Die Zeichnungen sind Geschmackssache. Meinen Geschmack treffen sie nicht, mir persönlich sind die Gesichter zu kantig, die Körper zu langgezogen, die Gesichter zu ausdruckslos. Dies ist eben der Stil der Zeichnerin, und ich weiß, dass gerade dieser Stil sehr gerne gesehen wird und vielen Lesern gefällt. Er ist auf jeden Fall geübt, die Hauptpersonen sind klassische Bishonen, wie sie genau in dieser Form beim weiblichen Publikum ankommen und gefallen.

Die erotischen Momente sind sehr offen dargestellt, über zuwenig kann sich die Leserschaft eindeutig nicht beklagen. Was mir ein wenig fehlt ist die Kreativität, es ist hier wirklich das ganz klassische Programm ohne Drumrum, ohne Gerede, losgelegt, gekommen, fertig. Wer ein wenig Abwechslung möchte, ist hier falsch, wer es ganz direkt möchte, ist bei diesem Manga genau richtig.

Was ich etwas schade finde ist, dass in manchen Panels nur zu erahnen ist, was die beiden gerade tun (ist das ein Finger? Ist das sein ***? Ist das ein Bein? Es sind ein paar Striche und ein wenig Speichel oder andere Flüssigkeit, aber wo und was genau, das kann man sich eher denken als es zu wissen, getreu dem Motto "weniger ist mehr"). Dafür, dass der Manga ansonsten sehr direkt ist, finde ich dieses ein kleines Manko, das entweder der Zensur zum Opfer fiel oder aber an der Zeichentechnik der Mangaka liegt.

Da sich auf das Wesentliche konzentriert wird, gibt es auch nicht wirklich Hintergründe oder Details. Die würden nur ablenken vom Kern des Mangas ;-)


FAZIT

Wer einen reinen Yaoi sucht ohne großen Wert auf andere Dinge zu legen, ist hier goldrichtig, für den ist es eine Top Empfehlung. Da es jedoch auch Yaois gibt, die neben dem Akt auch ein wenig Handlung oder Gefühl bieten, kann ich ihn nicht wirklich auf meine Favoritenliste setzen. Aber das ist meine persönliche Meinung und sollte andere Fans des Genres nicht abhalten ;-)

SaraSalamander 07.10.2011, 20.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL

The final loop

makino_loop_1.jpgEINLEITUNG

THE FINAL LOOP ist eine Kurzgeschichtensammlung von Ai Makino. Von der gleichen Zeichnerin stammt auch HAL, der mir zwar recht gut gefiel, der mich aber nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Der neueste Band von ihr aber hat mir dagegen sehr gut gefallen, und ich möchte Euch kurz ein wenig darüber erzählen.


INHALT

THE FINAL LOOP handelt von Miki, die aufgrund Mobbings ihre Schule wechselt. Ihrer Schwester zuliebe versucht sie den hübschen Riku zu verführen, der eine schwere Schuld auf sich geladen hat und nun durch diese Aktion gerächt werden soll. Doch Miki fragt sich immer mehr, ob dieser Junge wirklich so böse sein kann, wie ihre Schwester behauptet. Es stellt sich am Ende die Frage, worin Vergebung besteht.

UND DA WARST DU begleitet ein Mädchen, das in ihren Sandkastenfreund verliebt ist. Leider ist sie sehr schüchtern und bringt, sobald sie aufgeregt ist, kein Wort heraus. Zu gerne würde sie ihm ihre Liebe gestehen. Inzwischen fangen sogar die Klassenkameraden an sie zu hänseln. Doch ihr Freund versteht sie auch ohne Worte.

WATERCOLOUR GIRL erzählt von einer Schülerin, die verzweifelt versucht, sich den Mitschülern anzupassen. Nur wer sich anpasst, gehört dazu. Wer anders ist, der wird gemobbt und ist ein Außenseiter. Sie freundet sich mit einem geheimnisvollen Mädchen an, das so ganz anders ist als alle anderen, und sie muss lernen, dass Anpassung nicht  immer erstrebenswert ist.

GORBATSCHOWS KERN handelt von zwei Schulfreunden, die bei einem Gewinnspiel den Hauptpreis ziehen: Blumensamen. "Toller" Hauptpreis, sie sind enttäuscht. Doch der Ratschlag ihres Vaters bringt sie auf eine Idee, wie sie mit den Samen ihren Klassenkameraden Freude und Hoffnung bereiten. Sie erfahren, dass der Weg oft wichtiger ist als das Ziel.


HANDLUNG, AUFBAU

Mmh, wunderschön! Eigentlich nur Kurzgeschichten. Bei 194 Seiten inclusive Werbung,  Titelbilder, Inhaltsverzeichnis etc sind das gerade einmal rund 45 Seiten pro Geschichte. Deswegen ging ich mit geringer Erwartung an den Manga heran und war schon nach der ersten Story überrascht. Ja, klar, Tiefgang und Komplexität im eigentlichen Sinne darf man nicht erwarten, das ist nicht möglich. Aber was auf 45 Seiten möglich ist, hat Ai komplett ausgereizt. Sie hat den Figuren Leben eingehaucht, hat ihnen eine Vergangenheit beschert und lässt sie nun in der Gegenwart agieren. Man fühlt sofort mit ihnen, und ich war erstaunt, wieviel Gefühl auf so wenigen Seiten zu finden sein kann.

Besonders hat es mir UND DANN WARST DU angetan. Ja, es ist Shojo, ja ich bin eine erwachsene Frau. Und trotzdem muss ich zugeben, dass ich ein kleines Tränchen im Auge hatte, weil mich das Ende sosehr bewegte. Es war nicht weltbewegend oder herausragend, aber es war sehr berührend, und ich habe mich sosehr mit dem Mädchen gefreut, als sie ihren Freund endlich in die Arme schließen konnte (keine Bange, das ist kein Spoiler. Es ist ein niedlicher Shojo, da ist Happy End vorprogrammiert). Ai hat es absolut drauf, ihre Geschichten kurz, präzise und doch mitreißend zu erzählen. Und dabei hat sie ohne erhobenen Zeigefinger sogar noch etwas Moral eingebaut, sodass die jungen Mädchen, die ja eigentlich die Zielgruppe des Mangas sind, auch positive Vorbilder und kleine Weisheiten hier finden können.


ZEICHNUNGEN

Die Zeichnungen gefallen mir sehr gut, erinnern mich ein wenig an Arina Tanemura (KAMIKAZE KAITOU JEANNE, SHINSHI DOUMEI CROSS, FULLMOON WO SAGASHITE uvm). Lange Haare, hübsche Kleidchen, riesige Kulleraugen mit Lichtreflexen, Schleifen, und die Jungs alle mit feschem Kurzhaarschnitt und eher der Typ "geheimnisvoller, schweigsamer Außenseiter". Für Hintergründe ist aufgrund der groß gezeichneten Charas kaum Platz, und wenn, dann sieht man in der Regel eine einfache Rasterfolie für Himmel, Gehweg oder Muster. Klassisches Shojo, wie man es als Musterbeispiel präsentieren kann.


FAZIT

THE FINAL LOOP ist ein hervorragender Shojo, der bestens unterhält und dabei auch noch ein paar kleine Weisheiten verteilt. Ein richtiges Schmankerl unter den aktuellen Neuerscheinungen, das alle Fans des Genres sich keinesfalls entgehen lassen dürfen!

SaraSalamander 01.10.2011, 18.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lost and Found

ponczeck_lostfound.jpgLOST AND FOUND sprang mir aufgrund seines Covers sofort ins Auge. Ich finde, es sticht durch das intensive Blau und den schlichten aber hübschen Stil doch sehr aus der Menge der anderen Titelbilder hervor. Natürlich war ich neugierig, was sich hinter dem Titel verbergen könnte, und bei Shonen Ai musste ich natürlich zugreifen.

Shunsuke ist ein ganz normaler Schüler, nur dass er in seinen Klassenkameraden Kyohei verliebt ist. Dieser allerdings interessiert sich nur für Mädchen. Und Shunsukes Sandkastenfreundin eröffnet ihm, dass sie in ihn verliebt ist. Er ist hin und hergerissen, möchte sein Geheimnis für sich behalten, doch seine Freundin macht ihm Mut zur Offenheit, möchte ihn gerne unterstützen. Shunsuke nimmt sich dies zu Herzen und macht Kyohei ein Geständnis. Danach nehmen die Dinge eine Wendung, wie Shunsuke sie sich trotz seiner Ängste nicht hätte ausmalen können, es wird immer schlimmer. Einzig ein Fremder, der ihm gelegentlich über den Weg läuft, scheint nun sein Verbündeter ...

Aufgrund der großen Panels und nur wenigen kurzen Textpassagen ist der Manga leider viel zu schnell gelesen, gerne hätte ich mich länger in die eigentlich sehr schöne Geschichte vertieft. Ich finde es schön, dass die Autorin einmal vom klassischen Schema abgewichen ist und nun statt einer Liebesgeschichte ein Drama erzählt. Es ist die tragisches Geschichte eines Jugendlichen, der zwangsgeoutet und gemobbt wird, von zu Hause keine Unterstützung erhält und sich alleine in einer Welt voller Menschen findet, die anders zu sein scheinen als er. Eine Tatsache, die zwischen all den romantischen Liebeswirren und heißen Küssen der sonst üblichen Boys Love gerne übersehen wird, denn die Realität ist für homosexuelle Männer leider nicht so rosig wie in diesen Geschichten geschildert.

Was ich an der Story schade finde ist das recht krasse Ende, oder besser gesagt die extreme Ausgestaltung des fremden Jungen. Eine brisante Hintergrundgeschichte, eine heftige Vergangenheit okay, was hier präsentiert wird finde ich dem eher realistisch gehaltenen Beginn gegenüber schon sehr heavy und unpassend. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen und zerstört leider ein wenig das ansonsten sehr positive Gesamtbild der restlichen Erzählung. Weniger das Thema an sich als vielmehr der drastische Wechsel des Genres vom Drama hin zum Hardcorecrime, was zuvor mit keinem Wort angedeutet wurde und auch nicht nötig gewesen wäre.

Zeichnerisch gefällt mir Mikikos erster Manga sehr gut. Man merkt, dass sie noch am Beginn ihrer Karriere steht, erkennt aber auch, dass sie einen sehr eigenen und vor allem aussagekräftigen Stil hat. Sie vermag es, auch ohne Worte Geschichten zu erzählen und Emotionen zu vermitteln, allein durch Körperhaltung und Gestik. Sie zeichnet schmucklos ohne Hintergründe, Details, Faltenwürfe, legt dafür sehr großen Wert auf die Darstellung ihrer Charaktere.

Es gibt zwei Arten von Künstler (ob nun Musik, Autoren, Zeichner etc): die einen scheinen von Beginn an alles sofort zu können und ruhen sich dann auf ihrem Erfolg aus, müssen nicht mehr besser werden, beginnen nachlässig zu werden und sinken ab. Und dann gibt es diejenigen, die zwar Talent haben aber noch lernen müssen. Sie arbeiten daran, verbessern sich, intensivieren ihre Arbeit, lernen aus den Fehlern und werden von Mal zu Mal besser. Das sind die Künstler, die ich mag, denn sie legen Herzblut in ihr Werk, und ich liebe es, sie dabei zu beobachten, wie sie sich immer mehr steigern. Mikiko ist so jemand: zeichnerisch und storytechnisch muss sie hier und da noch ein wenig feilen, aber sie hat großes Talent, wie man auch auf ihrer >Homepage< sehen kann. Ich freue mich auf weitere Titel von ihr und bin gespannt, wie sie sich weiterentwickeln wird. Ihre Zeichnungen mag ich jetzt schon, denn man sieht ihr klar an, dass sie bereits einen Weg gefunden hat: keine störenden Details, dafür absolute Konzentration auf das Wesentliche, sowohl in den Zeichnungen wie auch in der Story.

Leider war es in diesem One-Shot nicht möglich, die Geschichte um Shunsuke auszubauen. Gerne würde ich einen Mehrteiler von ihr lesen, in dem sie den Charakteren und deren Entwicklung Raum zur Entfaltung geben kann.

Einen kurzen Vergleich zur Geschichte KÖNIG DROSSELBART in der Sonderedition des GRIMMS MANGA möchte ich kurz noch anfügen: die Zeichnungen und Inhalte sind getreu dem Gesamtbild des Manga eher humorvoll gehalten, die Panels sind deutlich kleiner, trotzdem erkennt man ihre Eigenheiten sehr deutlich: Fokus auf das Wesentliche, kein einziger unnötiger Strich, stringent und effektiv erzählt, nicht umsonst eine meiner liebsten Geschichten dieser Anthologie.

Zur seichten Nebenbeiunterhaltung sollte man den Manga nicht lesen, das wäre schade und dem Werk nicht gerecht. Man sollte sich die Zeit nehmen, die Story wirken zu lassen und in den ansonsten schlichten Zeichnungen die filigranen Zwischentöne wahrzunehmen. Auf jeden Fall sollte man Mikiko Ponczeck als junges Talent im Auge behalten. Ich werde ihre Titel weiter verfolgen und bin schon sehr gespannt auf ihr weiteres Schaffen :-)

SaraSalamander 30.09.2011, 16.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Off Road Kids

himekawa_offRoad_1.jpgDrei Monate her, die Rezension ist also noch gar nicht so alt. Ein Manga, den ich Euch auf jeden Fall vorstellen möchte, weil ich gut finde, wie man dieses ernste Thema auch jüngeren Kindern näherbringen kann.

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Koichis Vater ist Arzt und kündigt seinen Job, um nun als Arzt im Ausland tätig zu sein. Er fliegt auf die Philippinen und bietet seinem Sohn an, ihn zu begleiten. Koichi ist begeistert, hofft er doch auf einen gemütlichen Urlaub, wo er für ein paar Wochen nicht zur Schule muss! Statt dessen landet er in den Elendsvierteln und erleidet einen Kulturschock. Er will nach Hause und erträgt es nicht, all das Leid mit anzusehen. Doch als begeisterter Fußballspieler freundet er sich mit einem der Straßenjungs an und lernt nun mehr über ihr Leben, ihre Träume, ihre Ziele.

Akira Himekawa, der unter anderem auch einzelne Spiele der kultigen Zelda-Reihe als Manga umgesetzt hat, nahm mit diesem Manga ein Projekt an, in dem es um Straßenkinder gehen sollte. Der Autor reiste in verschiedene Länder, arbeitete zusammen mit "Kinder ohne Grenzen" und setzten sich intensiv mit diesem ernsten Thema auseinander. Und es gelang ihm hervorragend, es auch für Kinder packend umzusetzen.

Drei zusammenhängende Geschichten. Die erste und längste spielt auf den Philippinen und erzählt von einer Kinderbande, die auf dem Friedhof nächtigt und tagsüber auf der Müllhalde gebrauchte Gegenstände sammelt und verkauft, um sich ein minimales Grundeinkommen zu sichern. Das harte Leben dieser Kinder wird sehr berührend dargestellt, und am Ende hatte ich sogar Tränen in den Augen. Denn Schicksalsschläge und menschliche Dramen werden hier zwar kindgerecht umgesetzt, doch es ändert nichts an der Tragik und Trauer.

Die zweite Geschichte erzählt von einem kleinen Jungen in Vietnam, der als Schuhputzer seinen Lebensunterhalt verdient und sich in ein Mädchen verliebt, dem er ein ganz besonderes Geschenk machen möchte. Diese Geschichte ist etwas kürzer und zwar sehr bewegend, fesselt jedoch nicht ganz so stark wie die erste. Denn hier ist die Hauptfigur ein Straßenkind, und sich in dieses hineinzuversetzen fällt natürlich schwerer als in einen typischen Jungen der fünften Klasse, wie Koichi es in der ersten Geschichte ist.

Die letzte Gschichte spielt in Afghanistan und zeigt das Leben eines Kindersoldaten auf. Sie ist recht kurz, dennoch sehr ergreifend.

Zu den einzelnen Ländern gibt es jeweils eine Extraseite, welche das Land kurz beschreibt hinsichtlich Größe, Einwohnerzahl, Klima und andere Faktoren. Ich finde das sehr hilfreich und interessant, und im Kontext des Mangas wird Kindern auf diese Weise nebenbei Wissen vermittelt, ohne dass man mahnend den Zeigefinger heben oder sie mit trockenen Fakten langweilen würde.

Dem Autor gelingt es, ein sehr ernstes Thema auch für Kinder sehr gut zu beschreiben. Er erzählt keine künstliche Happy-End-Story, sondern schildert das dramatische Leben auf der Straße. Ich finde es eine gelungene Umsetzung, die ich absolut empfehlen kann. Die Geschichte ist packend, die Handlung wird pädagogisch sinnvoll erklärt, und auch über die betreffenden Länder gibt es (nicht nur für Kinder, sondern auch für erwachsene Leser) eine Menge zu lernen.

SaraSalamander 21.09.2011, 15.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Get the Moon

takagi_moon_1.jpgGET THE MOON ist ein Boys Love (Shonen Ai) aus der Feder von Ryo Takagi (Kire Papa u.a.). Erzählt wird die Geschichte von dem Studenten Get, der von seinem Vater stets zuwenig Aufmerksamkeit bekam. Für den Vater zählten immer nur die Androiden. Der Sohn studiert also Androidenentwicklung, um die Aufmerksamkeit des Vaters zu erlangen. Dieser schenkt ihm zum Abschluss der Prüfungen P-02, sein neuestes Meisterwerk. P-02 ist eifersüchtig auf Get, denn für seinen Schöpfer ist dessen Sohn stets die Nummer 1 gewesen. P-02 will Get nun beweisen, dass er in allen Dingen besser ist. Aber es kommt anders als erwartet.

Doch, der Manga war nett. Er hat mich nicht vom Hocker gerissen, aber so schrecklich wie die anderen Rezensenten, deren Meinungen ich bisher las, fand ich ihn nicht, hab schon schlechtere Werke gelesen. Was positiv hervorsticht sind die Zeichnungen. Sie gefallen mir recht gut (auch, wenn Vater und Sohn nicht wirklich einen Altersunterschied aufweisen. Aber das haben wir ja bei Mangas oft, dass Alter und Herkunft nicht wirklich am Gesicht zu erkennen sind). Die Story ist schlicht erzählt, hat aber einen netten Humor, ich musste einige Male schmunzeln über das Verhalten der Charaktere und die süßen Chibi-Zeichnungen. Vor allem P-02 in seiner Art ist wirklich niedlich.

Was ich allerdings unpassend finde ist das Genre Boys Love. Äh, WO? Gut, ich bin kein Maßstab mit meinen Hardcoresachen, aber hier ist wirklich NICHTS. Es bleibt eine Beziehung zwischen Mensch und Maschine, es gibt kein Händchenhalten, kein Knistern, keine Funken, keinen Kuss. Der Satz "ich liebe Dich" macht kein Boys Love, denn zu meiner Hauskatze sage ich das auch, trotzdem haben wir keine Beziehung. Ich liebe auch Spaghetti, na und? In meinen Augen ist das gewollte Irreführung der Kunden, um den Titel einer größeren Zielgruppe anzupreisen.

Die Geschichte ist recht seicht, das sehe ich aber nicht zwangsläufig als Nachteil, schließlich ist es ein One-Shot, außerdem finde ich es entspannend, mal keine komplexe Struktur im Manga zu haben, wo ich ständig zurückblättern muss, um ihn zu begreifen, sondern hier macht man es sich gemütlich und liest einfach flink mit Genuss durch. Eine humorvolle Geschichte, in der ein Android und ein Sohn um die Gunst des Vaters bzw Schöpfers ringen, bis sie endlich begreifen, dass väterliche Liebe teilbar ist. Friede, Freude, Eierkuchen, alle haben sich lieb. Hach, war irgendwie schön. Besonders gefiel mir die Szene zu Beginn, als P-02 versucht besser als Get zu sein. Er weiß nicht, dass Get ein Mensch ist und vergleicht seine eigenen Fähigkeiten ständig mit dem Menschen und stellt fest, dass "die Nummer 1" des Professors wohl ein ziemlicher Reinfall gewesen sein muss. Allein diese Szene war mir den Manga wert ;-)

Was aber stört ist, dass die Geschichte sehr kurz ist. Die Kurzgeschichten danach sind sehr unpassend, und die Bonusgeschichte ist völlig daneben. Da sie sehr viel Platz einnimmt, ist auch hier die Vermarktung recht unfair, da man einen kompletten Manga erwartet und keine Zusatzgeschichte, die sich - wie ich anderen Infos im Netz entnehme, selbst kenne ich die Geschichte nicht - wohl auf ein anderes Werk bezieht. Ich dachte schon, ich sei völlig verpeilt, weil ich absolut nichts begriff, aber es scheint wohl sehr vielen anderen Lesern ebenso gegangen zu sein. Völlig unverständlich und albern, ich habe es dann mittendrin abgebrochen.

Empfehlung ja oder nein? Zum Einmallesen und dann Weiterverkaufen gerne. Kurzweilige Unterhaltung mit ein bisschen Humor. Große Erwartungen sollte man aber nicht hegen. Außerdem sollte man sich bewusst sein, dass Boys Love komplett außen vor bleibt. Am besten mal reinschnuppern und selbst entscheiden :-)

SaraSalamander 05.09.2011, 09.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL



 






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