SaschaSalamander

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Thema: Manga

Negative Happy Chainsaw Edge

takimoto_chainsaw_1.jpgVORAB

Insgesamt möchte ich gar nicht zu viele Worte über den Manga verlieren, der mich dann doch wider Erwarten sehr enttäuscht hatte. Tatsuhiko Takimoto ist vor allem bekannt durch seine außergewöhnlichs Werke "Welcome to NHK". Und auch hier versprach die Handlung eine Menge abgedrehter Action. Doch auch ohne die Vorerwartung ist der Manga ein Reinfall. Tokyopop geht seit einiger Zeit dazu über, Doppelbände herauszubringen. Mag toll sein, wenn es sich lohnt. Hier aber fühle ich mich betrogen, denn hätte ich den ersten Band gekauft, hätte ich mir das Geld für den zweiten Teil sicher gespart. Ein weiterer Doppelmanga, der mich eigentlich interessierte, blieb nun letzte Woche im Comicladen liegen, das Risiko ist mir zu groß, ich will mein Geld nicht zum Fenster hinauswerfen und muss nicht alles haben. 7 Euro sind eben doch etwas anderes als 15 Euro ...


KLAPPENTEXT

Als Yosuke in einer kalten Winternacht deprimiert durch die Straßen läuft, stolpert er mitten im Schneegestöber über ein Mädchen. Die hübsche Eri scheint auf jemanden zu warten. Im nächsten Moment stehen die beiden einem unheimlichen Wesen mit riesiger Kettensäge gegenüber. Und bevor Yosuke sich versieht, beginnt für ihn und Eri ein blutiges Abenteuer.


ZEICHNUNGEN

Die Zeichnungen sind gelungen in Proportion und Optik, das mag sein. Aber sie sind zu ernst um komisch zu sein und zu albern um ernst zu sein. Verzerrte Gesichter, überdramatisierte Szenen, das wirkt eher fehl am Platz, besonders die seltsamen Grimassen von Yosuke wirken störend. Dazu kommen eine Menge Pantyshots (das Höschen blitzt unter dem Rock hervor, und nicht oft genug kann sich das Mädel verrenken, um dem Leser Einblicke zwischen ihre Beine zu gewähren). Wer auf Pantyshots steht - unbedingt kaufen! Aber die meisten Leser ziehen doch die Handlung den Höschen vor, ...


HANDLUNG

Die Handlung scheint meiner Ansicht nach Nebensache. Sie dient nur dazu, möglichst oft Yosukes verzerrtes Gesicht oder Eris Höschen ins Bild zu bringen. Die Handlung mit dem Kettensägenmann ist eher uninteressant und vermag es leider nicht, Spannung zu erzeugen. Wäre ich nicht neugierig auf das Ende gewesen, hätte ich den Manga schon nach dem ersten Drittel wieder beiseite gelegt. Danach habe ich nur noch überflogen, das Ende hat dann aber nicht wirklich überrascht.

CHARAKTERE

Hier hätte der Manga zusätzlich zur vom Thema her spannenden Story punkten können. Die Hintergrundgeschichte von Yosuke ist interessant: er hat seinen Bruder verloren und sehnt sich nun nach einem Sinn in seinem Leben. Durch die Jagd auf das fremde Phantom erkennt er nun endlich einen Sinn, und auch die aufkeimende Beziehung zu Eri gibt ihm neuen Lebensmut. Aber Höschen waren dem Zeichner dann doch wichtiger, als näher auf die Beziehung zwischen den beiden einzugehen oder Tiefgang in die Handlung einzubauen.


FAZIT

Schade, der Manga hatte viel verspochen aber kaum etwas gehalten. Für Ecchi-Freunde (Softerotik), denen es alleine auf große Brüste und möglichst viele Blicke zwischen die Beine des Mädchens ankommt, dürfte der Manga ein gelungenes Festmahl sein. Alle anderen, die sich Action, Humor oder gar Handlung erhoffen, sollten auf jeden Fall die Finger davon lassen.

SaschaSalamander 24.02.2012, 14.22 | (0/0) Kommentare | PL

Talisman Himari

milan_himari_1.jpgKlappentext: An seinem sechzehnten Geburtstag erlebt der Katzenhaar-Allergiker Yuuto die Überraschung seines Lebens: Ein rätselhaftes Mädchen namens Himari taucht plötzlich wie aus dem Nichts auf und bringt sein Leben gehörig durcheinander. Himari scheint Yuuto seit Langem zu kennen und outet sich bald als Ayakashi-Tiergeist, der Yuuto als Leibwächter dienen soll. Dumm nur, dass Himari in Wahrheit ausgerechnet eine Katze ist! Yuuto hat nun neben seiner Allergie noch ein neues Problem, denn er soll in Zukunft Ayakashis jagen und töten ...

Wirklich beeindruckt hat mich TALISMAN Hibari nicht. Aber schlecht ist er auch nicht. Ich verstehe die Fans des Mangas (bzw auch Animes), denn die Story hat Pfiff. Ein klassischer Manga für junge Männer, die auf eine witzige Comedy mit jeder Menge Pantyshots (Höschenblitzer) und riesige Oberweiten stehen: Der Protagonist ist ein junger Mann, der von Mädels wenig Ahnung hat, lediglich seine Sandkastenfreundin will mehr von ihm, was er aber nicht so wirklich registriert. Und auf einmal ist da diese Schönheit, die ihm immer wieder ihren Busen ins Gesicht drückt, sich auf ihn wirft oder sonst wie zufällig ihre körperlichen Reize spielen lässt. Klar ist die bisherige Sandkastenfreundin wenig begeistert und buhlt nun ebenfalls verstärkt. Die anderen Jungs sind neidisch, und die Mädels scheinen jetzt auf einmal alle nur so auf Yuuto zu fliegen. Ein Traum für jeden jungen männlichen Mangafan.

Wenn man die prima Zeichnungen mal weglässt (handwerklich ist absolut nichts gegen den Manga einzuwenden), dann bleibt eine Geschichte, die in dieser und ähnlicher Form schon unzählige Male da war. Ein Klischee folgt dem nächsten, und die Unterhöschen sind so eng, dass man einmal sogar die geschwollenen Schamlippen darunter sieht. Na, wers braucht *seufz* ...

Die Hintergrundstory ist nett aber wenig ausgefeilt. Sie dient im Grunde nur dazu, dass der Protagonist von einem Kapitel zum unzusammenhängend nächstens wieder in eine Situation gerät, die entweder dazu dient ein wenig Action ins Spiel zu bringen oder aber dazu, für weitere "Romantik" zu sorgen.

Die unzähligen Höschen und Riesenbrüste habe ich mal ignoriert, und ohne diese habe ich mich recht gut unterhalten. Einen weiteren Band werde ich mir aber nicht holen. Dazu ist die Story zu wenig originell. Es wird wohl wieder einer der Mangas werden, die man auf 50 Bände ausdehnen kann, ohne tatsächlich die Handlung voranzubringen. Hier eine Episode am Strand, dort ein Kapitel Shoppen gehen, da ein romantisches Picknick. In den nächsten Bänden werden sie vermutlich Eis essen gehen, einen Stadtbummel machen, ein Onsen aufsuchen, einen Jahrmarkt besuchen, in den Zoo gehen, Urlaub in den Bergen machen, und so weiter. Es ist nett, und die Charaktere sind sympathisch, es liest sich also angenehm. Aber die Motivation zum Weiterlesen fehlt mir einfach.

Trotzdem, ich will nicht unfair sein: die Zeichnungen sind einwandfrei, und der Humor ist ansprechend. Wer sich nicht an den Klischees stört, für wen die Handlung nebensächlich ist und wer sich an den erotischen Momenten erfreut, der bekommt einen 1a Manga geboten. Alle anderen: Finger weg.

SaschaSalamander 24.02.2012, 08.51 | (0/0) Kommentare | PL

Blutrotkäppchen

VORAB

nach außen hin bin ich brav, da rezensiere ich nur Kinderbücher und Romantik und Liebe, und wenn ich mutig bin, dann auch mal Krimi oder Hardcore. Aber tief in mir drin, da knurrt die Bestie, da wütet die Gier nach krankem, perversen Stoff. Andere Menschen machen dann eine Urschreitherapie oder laufen Amok oder setzen sich in den Sessel und weinen. Und ich fröne statt dessen literarisch dem Wahnsinn, der Gewalt und dem Laster. Irgendwo muss dieser Rotz sich ja entladen. Vergesst Chuck Norris - hier kommt ENTOMAN!!!


DER AUTOR

Ich würde ja gerne eine Menge über David schreiben, aber lest doch einfach mal bei >Wikipedia< rein, da steht eine Menge über ihn ;-)


INHALT

Entoman, Def und Kuh leben in einer Art WG, sie wurden von der Großmutter (einem Wolf) großgezogen. Und während Def und Kuh zur Uni gehen, soll Entoman zur Großmutter und ihr ein kleines Carepaket bringen. Also macht er sich widerwillig auf den Weg, begegnet dem niedlichen Rotkäppchen, und dann gerät so ziemlich alles aus den Fugen. BLUTROTKÄPPCHEN ist eine wahnwitzige, abgedrehte Version des Märchens. Es fließt eine Menge Blut, es gibt haufenweise Monster, da werden Gliedmaßen abgesäbelt und riesige Steine kleingehackt. Schnetzeln, was das Zeug hält.


AUFBAU

Der Manga beginnt damit, dass ein paar Kinder Onkel Füleki um ein Märchen bitten. Aber statt des normalen Rotkäppchens erzählt er ihnen von seinen Erlebnissen mit Entoman. Diese Erzählung ist der Hauptteil des Mangas. Am Ende kehrt Entoman wie zu erwarten siegreich zurück von seiner Schnetzelmission, setzt sich seelenruhig an die Konsole und daddelt. Dann erzählen Def und Kuh ihm von ihren Erlebnissen auf dem Weg zur Uni, und als es dann fast vorbei ist, schlägt ein riesiger redaktioneller Teil mit Metainfo auf die Protagonisten. Bei Büchern und Mangas verzichte ich gerne auf das Impressum und die Zusatzinformationen. Und im Manga besonders auf die obligatorischen Tüddeleien hintendran wie persönliche Infos, Charakterdesign etc, welche die Zeichner noch anfügen. Aber wie bei einem guten Kinofilm - Füleki macht hier sogar den Abspann irre witzig, noch nie habe ich mich so gut bei den Schlussinformationen unterhalten!


ZEICHNUNGEN

Darf ich den Zeichner als krank bezeichnen? Ich meine das in seinem Fall sogar als Kompliment. Nein, ich verstehe seine Zeichnungen nicht. Das ist mir auch egal. Ich finde es einfach genial, wie er sich über so ziemlich jede Konvention und die Regeln der Gesellschaft hinwegsetzt. Er hat etwas so Eigenes geschaffen, dass mir partout keine Schublade dafür einfallen will (wenn ich müsste, würde ich die Worte >Gore<, >Vore<, >Trash< und >Splatter< zur Hilfe nehmen). In manchen Dingen absolut minimalistisch (z.B. Entoman besteht im Grunde nur aus einem gelben Zylinder mit einer gelben Kugel obenauf), in anderen einzigartig genau. Seine Monster, die Schnetzeleien und der Wahnsinn, da zeigt er viel Liebe zum Detail. Ein Monster mit Totenschädelkopf voller zerzauster Haare und irrem Blick, eine lange tentakelartige Zunge, darunter ein knochiger Rumpf mit riesigem Maul im Bauch, darüber faltige nackte Hängebrüste, und ein dritter Mund in Form einer Vagina Dentata. Alles verschlingend, und dann verschmilzt es mit einem weiteren Wesen, sodass das Äußere noch abstruser und irrer wird, von Bild zu Bild steigert sich der Wahnsinn.


SPRACHE, WAHNSINN, HUMOR

BLUTROTKÄPPCHEN ist politisch unkorrekt, freaky, pervers. Und zwar in jeder Hinsicht, sprachlich wie optisch und inhaltlich. Da gibt es ein Pentagramm zur Monsterabwehr, da gibt es absolut unerklärliche Momente (ein Deus ex Machina, dessen Existenz zwar hinterfragt aber nicht erklärt wird), da gibt es einen Wolf und seine neuentdeckte weibliche Seite im Kleidchen. Und was die Sprache betrifft - nö, ich habe keine Lust, drumrumzureden. Und wenn jemand Wert auf Political Correctness legt, sollte er den Manga gar nicht erst öffnen. Denn Entoman nimmt bööööse Wörter in den Mund: Bitches, Schlampen, "drauf geschissen", "na, wer ist jetzt Dein Daddy". Füleki nimmt das nicht so ernst, er pflügt einmal wild durch alles, was Feingeistern die Haare zu Berge stehen lässt. Fröhlich trällert Entoman "Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, der Friedhof war sein Ziel. Dort trieb er´s dann mit Leichen, denn er war nekrophil. Doch die Leichen, die war´n Zombies und ham ihn massakriert, aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert." Dabei überzeichnet er alles so stark, dass es jedoch deutlich als Ironie aufzufassen. Ernst nehmen darf man das also nicht, aber dafür kann man so richtig dreckig lachen.


FAZIT

Literarisch wertvoll? Alles andere als das! Abgefahren, verrückt und durchgeknallt? Absolut! Kultig? Aber hallo, sowas von!


SaschaSalamander 16.02.2012, 09.39 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Only the flower knows

takarai_flower.jpgZwei junge Männer, auf den ersten Blick sehr verschieden, und sich doch so ähnlich: Arikawa, Jurastudent, quirlig und offenherzig. Misaki, Agrarstudent, eher zurückhaltend und zurückgezogen. Mehrfach treffen sie aufeinander, und Arikawa spricht Misaki daraufhin an, was dieser unangenehm findet und die früheren Treffen leugnet. Zu Misakis Ärger wird Arikawa ihm dann auch noch als Kollege für die Arbeit an der Uni eingeteilt. Langsam, vorsichtig kommen die beiden sich näher.

Ich mochte den Manga auf Anhieb. Die Charaktere sind sehr lebendig und realistisch. Gerade im Boys Love ist es üblich, dass es vor Kitsch nur so trieft, dass Liebe ohne Hintergrund einfach plötzlich da ist, und dass dann nichts anderes mehr zählt. Dem ist hier nicht so. Statt dessen begegnen sich die beiden Männer, lernen sich kennen, es entwickelt sich etwas zwischen ihnen. Im ersten Band findet man keine Küsse, keine Erotik, keine Romantik, keine Liebesschwüre. Dafür aber gibt es innige Momente, in denen zwei empfindsame Menschen sich schrittweise ihrer Gefühle bewusst werden.

Die Zeichnerin erzählt die Geschichte sehr still, sehr sanft. Dazu passen auch die eher zerbrechlich aussehenden Charaktere, die weichen Zeichnungen. Die beiden Protagonisten gefielen mir sehr gut, vor allem Arikawas verwuschelte Frisur und sein unschuldiger Blick sind sehr ansprechend und realistisch dargestellt. Auch der nachdenkliche Misaki wird sehr gut beschrieben. Etwas, das ich in diesem Genre sehr zu schätzen weiß: jeder Charakter hat ein eigenes Gesicht, die Figuren unterscheiden sich voneinander, haben ihre eigene Mimik, ihre eigene Persönlichkeit, ihr eigenes Äußeres.

Es ist ein Manga mit einer eher klassischen Handlung, der Leser bekommt wenig Neues geboten. Die Geschichte ist recht vorhersehbar. Was ich sehr schade finde ist, dass es kaum etwas gibt, wodurch dieser Manga sich von anderen abhebt. Sehr schöne Zeichnungen, eine nette Geschichte, eine angenehme Darstellung. Aber eben dennoch ein Manga unter vielen, so gerne ich etwas finden möchte, das ihn zu etwas Besonderem macht.

Action und heiße Szenen darf man bei ONLY THE FLOWER KNOWS nicht erwarten. Dafür aber eine gefühlvolle Erzählung, die vor allem Freunde der ruhigeren, handlungsorientierten Boys Love zu schätzen wissen.

SaschaSalamander 13.02.2012, 09.20 | (0/0) Kommentare | PL

Parodie der Liebe

honjoh_parodieliebe_1.jpgAoto lebte nach dem Tod seiner Eltern bei seiner älteren Schwester und deren Ehemann. Als die Schwester nun stirbt, lebt er alleine mit seinem Schwager. Dieser muss auf Geschäftsreise und bittet seinen Freund Masayuki, auf den "Kleinen" aufzupassen. Masayuki verliebt sich in Aoto, und schwupps ist eine verzwickte Dreiecksgeschichte in Gang. Denn eigentlich liebt Aoto ja seinen Schwager, aber dies könnte er seiner Schwester wegen niemals zugeben ...

PARODIE DER LIEBE war mein erster Manga von Rie Honjoh. Und wird wohl auch mein letzter sein. Statt einer einzelnen Geschichte waren zwei weitere Kurzgeschichten enthalten. Keine der drei konnte mich fesseln. Die erste ist die titelgebende. Die zweite handelt von einem der Nebencharaktere, die dritte spielt wieder um die Protagonisten der Hauptgeschichte. In keiner der drei Stories kam Romantik auf, die Handlung war ein Alibi für etwa 5 oder 6 Seiten Sex, es gab keinerlei Tiefgang weder bei Charas noch bei der Handlung.

Die Zeichnungen sind auf den ersten Blick nett, aber wenn man genau hinsieht sind sie eher skizzenhaft. Die Figuren sind im Gesicht alle ähnlich und unterscheiden sich nur durch Frisur und Kleidung (und das, obwohl teilweise ein ordentlicher Altersunterschied zwischen ihnen liegt). Ich brauche keine Romantik, wirklich nicht. Aber ich habe trotzdem meine Grenzen, wenn ein älterer Mann einen kleinen Jungen (gut, er ist 17, aber ich sah ihn trotzdem als kleinen Jungen) einfach nach seinem Gutdünken schnappt und loslegt, obwohl der Junge weint und nein sagt. Nicht in einem Manga, der als "Romantik" betitelt ist bitte! Es gibt Mangas, da mag ich das, z.B. >Crimson Spell<, aber da passt dann auch die Geschichte zu dieser eher brutalen Handlung.

Der Manga ist in Story und Zeichenstil deutlich ein niedlicher Shojo, den junge Mädels anhimmeln. Die Sexszenen dagegen (die wenigen, kurzen) sind explizit und zeigen sehr deutlich den Akt und die Geschlchtsteile ohne Zensur. Junge Leserinnen werden damit wohl überfordert sein. Ältere Leser dagegen wollen in der Regel doch etwas mehr Handlung und ausgefeiltere Charaktere. Oder aber nur den erotischen Aspekt, und keine Alibihandlung drumherum. Von daher frage ich mich, wer als eigentliche Zielgruppe von Rie Honjoh gedacht ist?

Rie Honjoh hat viele Fans in Japan, und auch in Deutschland. Ich gebe zu, ich kann das nicht nachvollziehen. Aber gut, jedem sein eigener Geschmack, und ich muss nicht alles verstehen ;-)

Meine ausführliche Rezension bei AnimeY findet sich >hier<.

SaschaSalamander 01.02.2012, 09.50 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Blue Friend

eban_bluefriend_1.jpgBLUE FRIEND ist ein Manga, den ich Euch auf jeden Fall vorstellen möchte, da er aus der Masse der aktuellen Romance herausragt. Es gibt sehr viele Shonen Ai und Yaoi, in denen Männer sich verlieben, Sex haben und Frauenherzen höher schlagen lassen. Was es dagegen selten gibt, sind gute Titel, in denen Frauen ihre Gefühle füreinander entdecken, und dies ist hier der Fall.

Ayumu ist sportlich, maskulin und eine Frohnatur. Misuzu ist wunderhübsch, der Traum aller Jungs, aber sie ist unnahbar und hat kein Interesse an einem Freund, weist alle Bewerber eiskalt ab. Die beiden Mädchen freunden sich nach und nach an, Misuzu verliebt sich, und Ayumu weiß einfach nicht, wie sie mit der aktuellen Situation umgehen soll. Und natürlich gibt es einige Mitschüler, denen die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Mädchen ein Dorn im Auge ist.

Zeichnungen, Erzählstil, Charakterentwicklung, Story, einfach alles ist hier gelungen. Während ich andere Mangas ziemlich schnell verschlinge, musste ich mir für BLUE FRIEND wirklich Zeit nehmen. Die Zeichnungen sind filigran und drücken die aufkeimenden Gefühle sehr gut aus. Die Charaktere sind liebevoll beschrieben, und gerade Ayumu wächst dem Leser nach wenigen Seiten ans Herz. Man fiebert mit ihr mit, diese Spannung erstreckt sich über den kompletten Manga und macht einen Großteil des Charmes dieser Geschichte aus.

Kein romantisches Rosa, sondern eher ein melancholisches Blaugrau gibt die Atmosphäre des Mangas wider, die Zeichnungen sind schlicht gehalten und lassen alles weg, was unnötig den Blick vom Wesentlichen ablenken würde.

Erotik oder Sex gibt es hier nicht, auch wenn der Manga als Yuri angepriesen wird. Dafür wird sehr viel Gefühl vermittelt, das sehr schnell das Herz des Lesers ergreift und bis zur letzten Seite nicht mehr loslässt. Eine absolute Empfehlung für alle, die einen ruhigen Erzählstil und sutbile Zwischentöne mögen.

Meine ausführliche Rezension hierzu findet sich bei >AnimeY<

SaschaSalamander 19.11.2011, 17.02 | (0/0) Kommentare | PL

Sweet Santa

tsukuba_sweetsanta_1.jpgNormalerweise rezensiere ich, was ich mir selbst ausgesucht habe, und normalerweise weiß ich auch, was ich mag und was nicht. Selten liegt etwas auf dem Tisch, das so überhaupt nicht meinem Stil entspricht und über das ich dann etwas schreiben soll, aber es kommt hier und da eben vor. Dies ist so ein Fall. Und wieder einmal bin ich dankbar dafür, dass ich dann trotzdem aufgeschlossen an einen Titel herangehe, denn auf diese Weise findet sich so mancher nette Titel, den ich sonst verpasst hätte. Niemals hätte ich mir SWEET SANTA gekauft, aber dafür habe ich ihn dann wirklich begeistert gelesen.

Klappentext: "In den weihnachtlich geschmückten Straßen prallt die 17jährige Krumi mit dem Jungen Kaito zusammen. Dieser behauptet dreist, sie wäre Santa Claus und er ihr Rentier. Kurumi kann kaum glauben, was sie da hört! Doch Kaito hat die Wahrheit gesprochen. Und so erwartet Kurumi von nun an alle Jahre wieder eine wichtige und zugleich wundervolle Aufgabe."

Ein Weihnachtsmanga im Oktober ist seltsam. Erklärt sich aber von selbst, wenn man erfährt, dass er aus drei Bänden besteht und im Dezember abgeschlossen ist. Außerdem verstehen sich die Protagonisten so gut, dass "Santa" ihr Rentier nicht nur im Dezember zu sich ruft, sondern sie treffen sich auch den Rest des Jahres. Es gibt also Episoden in allen Jahrezeiten, die Autorin bevorzugt den Sommer mit Meer, Sonne und hübschen Bodies ohne störende Kleidung.

Eindeutig ein Shojo, richtig niedlich mit allem, was für einen Shojo dazugehört. Man sollte das Genre also schon mögen, sonst legt man den Manga schnell wieder weg. Aber zum Glück übertreibt die Autorin nicht, Erwachsene Leser kriegen also keinen Zuckerschock sondern können sich einfach amüsieren. Jüngere Leserinnen dagegen werden ziemlich schmachten, wenn sie das Traumpaar Kurumi und Kaito sehen. Liebe, Wirrungen, Romantik pur. Die Zeichnungen sind gelungen und hübsch anzusehen, genretypisch, Sakura Tsukuba hat ganze Arbeit geleistet. Die Geschichten sind sehr schön erzählt, rührig aber niemals kitschig, und das Verhältnis zwischen Kurumi und Kaito ist nachvollziehbar und dem Alter entsprechend prickelnd.

Band 1 und 2 haben eine Bonusstory, die recht lang ist. Ich habe den Eindruck, auf diese Weise hat die Autorin die zwei Bände künstlich zu drei Teilen gestreckt, denn zwei, drei Kurzgeschichten der Hauptgeschichte wirken wie Füllstories, die man auch gut weglassen könnte, ohne dass etwas fehlt. Finde ich als erwachsener Leser Geldschneiderei, jüngere Leser freuen sich dagegen, dass sie nicht nur zwei, sondern sogar drei Bände mit ihren inzwischen liebgewonnenen Charakteren genießen dürfen. Eine prima Einstimmung auf Weihnachten für alle Fans von romantischem Shojo :-)

>Hier< geht es zur offiziellen Rezension bei AnimeY.

SaschaSalamander 07.11.2011, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Tsumitsuki

kiyohara_tsumitsuki_1.jpgTsumitsuki sind Teufel, die Besitz von Menschen ergreifen, welche von Schuldgefühlen zerfressen werden. Sie nisten sich dort ein, üben blutige Rache an den anderen Menschen und töten am Ende ihren "Wirt". Mit Hilfe des Tsumigami, einem Dämon, gelang es einem Mönch, die Tsumitsuki zu bändigen, und nun wird dieser Dämon gleich einem Gott in einem Schrein verehrt.

In diesem Manga gibt es einzelne Episoden, in welchen jeweils ein sich schuldig fühlendes Mädchen zu diesem Schrein geht und um Vergebung bitten möchte. Kuroe, der Protagonist, welcher durch alle Kurzgeschichten führt, erzählt ihnen von den Tsumitsugi, doch Hilfe können die Mädchen nicht erwarten, im Gegenteil ...

Auch, wenn ich mich ein wenig mit japanischer Mythologie auskenne, ist diese Geschichte mir neu. Ich kann nicht beurteilen, ob der Hintergrund eine Fiktion des Mangaka ist, oder ob es tatsächlich eine entsprechende Legende in Japan gibt. Sicher ist, die Geschichte ist spannend und unheimlich und nicht gerade für jüngere Leser geeignet. "Adult" ist etwas übertrieben, ich würde ihn eher ab 16 empfehlen.

Die Zeichnungen sind düster und realistisch, es wird weniger Wert auf Details, dafür umso mehr Gewicht auf das Spiel zwischen Licht und Schatten gelegt. Die Panels sind übersichtlich, der Manga ist insgesamt recht flink gelesen.

Was mir sehr gefällt ist die Legende an sich, sie stimmt nachdenklich und lässt den Leser einige Male innehalten, sie wirft sehr viele Fragen auf und bietet sehr viel Möglichkeiten, dass der Manga hätte ausgeweitet werden können auf eine lange Serie. Die Einzelschicksale der Mädchen sind tragisch und stimmen traurig.

Eigentlich ein hervorragender Manga. Was allerdings fehlt, das ist der letzte kleine Funke, der den Leser auch tatsächlich berührt. Es wirkt alles ein wenig kahl, in den kurzen Episoden ist es nicht möglich, die Geschichten weiter auszubauen, und eine Geschichte weniger, dafür jede ein paar Seiten länger, wäre wohl besser gewesen, damit der Leser sich auch wirklich einfühlen kann.  Man liest den Manga zwar gespannt aber unbeteiligt, ein wirklicher Grusel stellt sich nur äußerlich aufgrund der Bilder ein, nicht aufgrund des Gefühls von innen heraus, hier hat Hiro Kiyohara leider einiges an Potential verschenkt.

Fazit: nett zu lesen, wer mag gerne später auch ein zweites Mal. Spannende Geschichte, überzeugende Bilder, interessanter Hintergrund. Wer aber Tiefgang sucht und Wert auf "das gewisse Etwas" legt, wird hier enttäuscht. Am besten lesen und selbst entscheiden :-)

SaschaSalamander 31.10.2011, 09.46 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Hiki

nangoku_hiki_1.JPGRin findet in einer Schublade eine Schatzkarte, die aussieht wie eine seiner Zeichnungen aus Kindertagen. Neugierig macht er sich mit seinem Freund Yada auf die "Schatzsuche", und tatsächlich finden sie am gezeichneten Punkt eine alte Kommode. Rin durchsucht sie, kann jedoch nichts darin finden. Doch seit diesem Moment geschieht etwas Unheimliches: wannimmer Rin versucht, irgendwo etwas herauszuziehen, hält er den Kopf eines Mädchens mit langen schwarzen Haaren in seiner Hand.

Es ist nicht leicht, denn ständig muss man im Alltag etwas herausziehen: die Schulkleidung aus dem Turnbeutel, einen Kopfhörer aus dem Ohr, ein Taschentuch aus der Hose, ein Schulbuch aus der Tasche. Rin wird darüber fast wahnsinnig und versucht herauszufinden, wer dieses Mädchen sein könnte und warum es ihn nun verfolgt.

Puuuh, ganz schön gruslig! Dieser Manga ist zwar in einer halben Stunde gelesen, kann zeitlich also nicht mit einem Asiahorrer von zwei Stunden mithalten, aber inhaltlich kommt er ziemlich gut an diesen Grusel heran, alle Achtung! Der Horror baut sich recht schnell auf, woher stammt die alte Zeichnung, und warum steht genau dort eine Kommode? Der Leser sieht, wie Rins Hand in der Kommode wühlt und sieht bereits den Kopf des Mädchens, ekelt sich, als Rin ihr zerzaustes Haar berührt und nicht weiß, was er da zwischen den Fingern spürt. Und sobald Rin seine Hand in irgendeine Öffnung steckt, zuckt der Leser zusammen und ahnt, was ihn nun erwarten wird, beißt die Zähne zusammen, will nicht hinsehen, und wie bei einem guten Horrorfilm sieht man hin, obwohl man sich wünscht, man hätte es nicht gesehen.

Die Zeichnungen sind wirklich großartig, sie drücken den Horror sehr gut aus, die Bilder sind eklig und unheimlich, der Stil ist insgesamt sehr gut. Hintergründe, Gesichter, Details, all dies ist realistisch gehalten und erzeugt zusätzliche Bilder im Kopf des Lesers, der sich sofort in die Geschichte hineinversetzen kann.

Und wie bei einem guten Asiahorror üblich: fragt bitte nicht nach dem Sinn. Es ist ein Mindfuck, und am Ende gibt es eine Lösung, die im Grunde dennoch keine Lösung ist, weil sie viele Optionen offen lässt. Was ist nun wirklich geschehen? Konnte Rin das Rätsel lösen, auch wenn seine komplette Umwelt ihn für wahnsinnig hält? Oder wurde Rin tatsächlich wahnsinnig und bildet sich nur etwas ein, während alle anderen die Wahrheit sehen? Verstörende Bilder, fernab jeglicher Realität, Wahngebilde, Kreaturen aus einem kranken Geist, wie man ihm eigentlich fast nur in asiatischen Horrorfilmen begegnet. Kein Blut, keine Gewalt, aber jede Menge Spannung und Gänsehaut. Die nächsten Wochen werde ich wohl kaum ohne einen kleinen Schauer irgend etwas herausholen können ...

Einzig der Titel irritiert mich, da nichts dazu erklärt wird, ich wüsste gerne, was er bedeutet, das ist aus dem Inhalt nicht ersichtlich, eine Übersetzung wird nicht genannt. Aber das ist kein Drama, das bin ich in diesem Genre gewohnt.

Sicher ist: zartbesaitete Leser sollten diesen Manga definitiv meiden. Und auf dem Nachttischlein sollte er auch nicht unbedingt liegen, wenn man ruhig schlafen möchte. Also: bist Du mutig genug, traust Du Dich, das Geheimnis der Kommode zu lüften? ;-)

Ich habe leider keinen Hinweis darauf gefunden, dass dieser Manga die Umsetzung eines Romanes ist, sonst würde ich diesen sofort lesen wollen! Mit bekannten Titeln wie DARK WATER, JU-ON oder THE RING kann dieser Manga allemal mithalten, und ich hoffe, dass er vielleicht sogar eines Tages verfilmt wird.

************

Unqualifiziertes PS, das ich mir nicht verkneifen kann: der Junge muss doch wahnsinnig werden, allein wenn er schon auf Toilette geht und etwas herausholt, das nicht  ... sondern ein fremdes Mädchen ist! Aber gut, das wurde im Manga nicht gezeigt, ... wie gesagt: unqualifiziertes Kommentar zum Abschluss ;-)

SaschaSalamander 18.10.2011, 09.15 | (0/0) Kommentare | PL

Dragon Love

mayama_dragonlove_1.jpgDer Manga DRAGON LOVE ist ein klarer Yaoi. Von daher ist es nicht leicht für mich, eine Rezension zu schreiben. Denn Yaois haben in der Regel selten mehr zu bieten als explizite Szenen. Von daher erst ein wenig zum Inhalt und dann zum Zeichenstil, bevor ich auch schon zum Fazit übergehe:


INHALT

Der Manga beginnt, als der Polizist Kyosuke von der Mafia bei einer Veranstaltung als nettes Spielzeug gefesselt präsentiert wird. Feifon rettet ihn unter der Bedingung, dass er ab nun sein Geliebter sein muss. Bei der nächsten Gelegenheit flieht Kyosuke, doch Feifon macht ihn ausfindig und verlangt, was ihm versprochen wurde. Ein Katz- und Maus-Spiel beginnt, bei dem Feifon sein "Opfer" immer wieder findet, entführt und benutzt.

Sehr viel mehr gibt die Handlung nicht her, eine SexSzene folgt der nächste,n die Handlung ist die Verpackung, damit es in den Verkauf durfte aber ist nicht wirklich als "Inhalt" zu bezeichnen, sondern sie ist leider recht dürftig. Es gibt einzelne Momente, aus denen man mehr hätte machen können, z.B. hatte ich auf eine spektakuläre Entführung während der Hochzeitsfeier gewartet, aber selbst das wurde nicht ausgereizt sondern nur als Sprungbrett für die nächste Szene verwendet.


ZEICHNUNGEN

Die Zeichnungen sind Geschmackssache. Meinen Geschmack treffen sie nicht, mir persönlich sind die Gesichter zu kantig, die Körper zu langgezogen, die Gesichter zu ausdruckslos. Dies ist eben der Stil der Zeichnerin, und ich weiß, dass gerade dieser Stil sehr gerne gesehen wird und vielen Lesern gefällt. Er ist auf jeden Fall geübt, die Hauptpersonen sind klassische Bishonen, wie sie genau in dieser Form beim weiblichen Publikum ankommen und gefallen.

Die erotischen Momente sind sehr offen dargestellt, über zuwenig kann sich die Leserschaft eindeutig nicht beklagen. Was mir ein wenig fehlt ist die Kreativität, es ist hier wirklich das ganz klassische Programm ohne Drumrum, ohne Gerede, losgelegt, gekommen, fertig. Wer ein wenig Abwechslung möchte, ist hier falsch, wer es ganz direkt möchte, ist bei diesem Manga genau richtig.

Was ich etwas schade finde ist, dass in manchen Panels nur zu erahnen ist, was die beiden gerade tun (ist das ein Finger? Ist das sein ***? Ist das ein Bein? Es sind ein paar Striche und ein wenig Speichel oder andere Flüssigkeit, aber wo und was genau, das kann man sich eher denken als es zu wissen, getreu dem Motto "weniger ist mehr"). Dafür, dass der Manga ansonsten sehr direkt ist, finde ich dieses ein kleines Manko, das entweder der Zensur zum Opfer fiel oder aber an der Zeichentechnik der Mangaka liegt.

Da sich auf das Wesentliche konzentriert wird, gibt es auch nicht wirklich Hintergründe oder Details. Die würden nur ablenken vom Kern des Mangas ;-)


FAZIT

Wer einen reinen Yaoi sucht ohne großen Wert auf andere Dinge zu legen, ist hier goldrichtig, für den ist es eine Top Empfehlung. Da es jedoch auch Yaois gibt, die neben dem Akt auch ein wenig Handlung oder Gefühl bieten, kann ich ihn nicht wirklich auf meine Favoritenliste setzen. Aber das ist meine persönliche Meinung und sollte andere Fans des Genres nicht abhalten ;-)

SaschaSalamander 07.10.2011, 20.32 | (0/0) Kommentare | PL

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