SaschaSalamander

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Thema: Manga

Rec - Der Tag, an dem ich weinte

makino_rec_1.jpgAoi Makino hatte in Deutschland Erfolg mit dem Manga HAL sowie der Kurzgeschichtensammlung >THE FINAL LOOP<. THE FINAL LOOP hatte mir sehr gefallen, und so habe ich mich auch diesmal wieder an einen Shojo-Manga für jüngeres Publikum gewagt.

Makinos neuester Manga besteht aus zwei Kurzgeschichten: DER TAG, AN DEM ICH WEINTE handelt von Minami, die in der Klasse als Außenseiterin gemobbt wird. Ihr Klassenkamerad Akira ist Schauspieler, nach seinem zuletzt gedrehten Film möchte er die Schauspielerei an den Nagel hängen und sich auf die Schule konzentrieren. Zwischen den beiden entwickelt sich eine zärtliche Freundschaft, die leider bald von Akiras tragischem Geheimnis bedroht wird. In FLUFFIGE KÜSSE und FLUFFIGE WEIHNACHTEN muss Ako wegen ihrer schlechten Schulleistungen einen Nachhilfekurs besuchen, wo sie den coolen Kento kennenlernt. Sie verliebt sich, und er bindet sie in die Gruppe ein, sie findet zum ersten Mal Freunde. Doch will Kento wirklich etwas von ihr, oder spielt er nur mit ihr?

Ein zuckersüßer Shojo. Zeichnerisch und inhaltlich absolut dem Genre entsprechend. Schön finde ich bei Aoi Makino, dass sie nicht übertreibt mit Zuckerguss und Herzschmerz. Der Inhalt ist kindlich und süß, die Zeichnungen sind niedlich, passen jedoch perfekt zu den Geschichten und wirken nicht übertrieben. Es ist eben Shojo, so soll es sein. Niedlich, das heißt in diesem Fall: große Augen, lange Zöpfe, hübsche Kleidung, ausdrucksstarke Mimik und Blicke. Das Lächeln der Protagonisten ist ansteckend, die Tränen wecken Mitleid, man fiebert mit Minami, Akira, Ako und Kento mit. Der Zeichenstil selbst ist sicher, Makino beherrscht die Proportionen, die Hintergründe und den Panelaufbau perfekt. Auch der Storyaufbau ist gelungen, kein Bild zuviel oder zu wenig.

Wer Shojos mag, kommt wieder einmal nicht an diesem Titel vorbei. Und wer keine Shojos mag - der sollte trotzdem mal einen Blick riskieren, denn inmitten von Kitsch und Niedlichkeit gibt es manchmal auch herzwärmende Geschichten, und dieser Manga gehört definitiv dazu.

SaschaSalamander 30.05.2012, 08.37 | (0/0) Kommentare | PL

Serial Sausage Slaughter

In >GROßSTADTAUGEN< lernte ich David Füleki kennen, bei Facebook habe ich immer wieder kleine Einblicke in seine Gedankenwelt und sein Arbeiten erhalten, >BLUTROTKÄPPCHEN< war mein erster Manga von ihm. Doch schon nach den Großstadtaugen sah ich mich als Fan seiner Werke, er hat einen so ungewöhnlich schrägen Humor, einen so detailreichen und doch abgefahrenen Blick auf die Dinge, dass ich gar nicht anders kann als begeistert zu sein. Es gäbe viel zu erzählen über sein Schaffen, sein Werk, aber das überlasse ich lieber im selbst, er bietet den Fans viel Möglichkeit, ihn kennenzulernen, ob nun bei >Facebook<, auf seiner >Homepage< oder auf anderen Internetseiten wie Deviantart, Animexx und Co. Bei Facebook schreibt er in seinem Profil über sich: "Herr Füleki wurde 1985 auf einem alten Indianer-Friedhof ausgebuddelt und dann nur noch mit Abfällen gefüttert. Kein Wunder, dass er schließlich zum Comiczeichner und gemeingefährlichem Ladendieb wurde." Nein, man muss nicht alles verstehen. Man muss sich einfach darauf einlassen und die herrlich schrägen Inhalte wirken lassen ...

Zum Inhalt möchte ich gar nicht viel sagen. Nur soviel: Ein brutaler Würstchenkettenwürger geht um und hinterlässt ein Blutbad des Grauens an seinen Tatorten. Schirmann ermittelt, er ist ein genialer Kopf, doch er kann den Anblick blutiger Leichen nicht ertragen. Also stellt man ihm den abgebrühten Entoman zur Seite. Schirmann erkennt nach und nach die Verbindungen des Falles, und er muss über sich hinauswachsen und tief in seiner verdrängten Vergangenheit schürfen, um das Rätsel des Würtchenkettenwürgers zu lösen.

Das Besondere an SERIAL SAUSAGE SLAUGHTER IST, dass es sich um ein interaktives Projekt im Internet handelte. Der Autor nahm Vorschläge seiner Fans entgegen und brachte diese in den Manga ein. Erinnert an Improvisationstheater, bei dem das Publikum einfach Worte auf die Bühne ruft. Und ich finde es faszinierend, wie Def (David Füleki) es geschafft hat, trotz teilweise sehr schräger Vorgaben eine in sich stimmige Handlung zu gestalten und spontan zu reagieren, die Handlung entsprechend anzupassen und stellenweise auch eine völlig neue Richtung dabei einzuschlagen. Klar, man darf keinesfalls mit der Logikbrille kommen oder gar mit "uuuunrealistisch" daherkommen, aber das ist ja auch nicht sein Ziel, denn seine Werke stechen hervor durch absurde Komik, Geschmacklosigkeit, Selbstironie und geniale Gedanken hinter den nach außen zusammenhanglosen Szenen.

Wie schon in Blutrotkäppchen ist das Editorial, das Nachwort, die zusätzliche Info eigentlich wieder das Beste am ganzen Manga und sorgt dafür, dass man direkt nach Beenden der Lektüre noch einmal von vorne lesen muss. Hier schildert Def, welche Vorschläge eingereicht wurden, die er in seinen Manga einbaute. Die meisten konnte ich finden, bei ein paar wenigen wusste ich dies nicht mehr, also gleich nochmal auf die Suche gehen. Ein paar Stichworte gefällig?

Et voila: CSI-Käsebällchen, This Cake is a lie, ein Gummihuhn mit Nagel, ein Geisterschwein, ein Vuvuzela-Bläser, Tisch-Man, Handlungsort Chemnitz mit Showdown am Schlossteich, eine Gehhilfe, Titten, eine Anspielung auf Werner-Comics, ein Opa im Tutu, der Companion Cube, Angela Merkel, eine Therapiegruppe zur Resozialisierung von psychopathischen Clowns, ein Sklave in Ketten ... na, reicht das, um zu zeigen, was Euch in SERIAL SAUSAGE SLAUGHTER erwartet? Mal ehrlich, eine Reizwortgeschichte aus diesen Begriffen dürfte jeden Deutschlehrer vor die Herausforderung seines Lebens stellen, aber Def hat es geschafft und daraus sogar tatsächlich eine zusammenhängende, sinnvolle und in sich stimmige Story gestrickt, Hut ab!

Und wie man es von ihm kennt, zeichnet er skandalös, geschmack- und hemmungslos und fernab jeglicher Political Correctness. Eben sein ganz eigener Stil, den man nicht wirklich beschreiben kann. Man sollte auf jeden Fall im Internet über seine Homepage surfen, wenn man ihn nicht kennt, und sich vor dem Kauf erst einmal informieren, was einen da erwartet. Und dann scheiden sich schnell die Lager, denn nicht jeder kann etwas mit seiner ungewöhnlichen Art anfangen. Aber wer die versteckte Kunst hinter Leichen, Titten und Opas im Tutu zu erkennen vermag und dabei gerne ein wahnsinniges Lachen von sich gibt, der wird auch SERIAL SAUSAGE SLAUGHTER wieder lieben.

Und für mich heißt es nun sehnsüchtig warten, bis im September seine nächstes Veröffentlichung 78 TAGE AUF DER STRAßE DES HASSES erscheint. In der Zwischenzeit amüsiere ich mich im Internet und bin von Tag zu Tag immer wieder ein Stückchen mehr begeistert über seinen Ideenreichtum. Und hoffe natürlich, viele andere Leser mit meiner Begeisterung anzustecken ;-)


SaschaSalamander 23.05.2012, 08.56 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Toriko

shimabukuro_toriko_1.jpgVORAB

Wenn ein Manga in Japan im Magazin SHONEN JUMP erschienen ist, dann ist das normalerweise schon mal ein Zeichen dafür, dass er nicht auf meiner Wellenlänge liegt. Wenn es dann auch noch um Action und Kämpfen geht und jede Manga KAZING, WUSCH, BAMM in den Bildern hat, erst recht nicht. Trotzdem war ich neugierig: Kazé wagt sich nach den Animes nun auch in die Manga-Ecke. Neben >MIDNIGHT SECRETARY< war ich einfach neugierig auf den "neuen alten" Verlag. Und da es in TORIKO vor allem um Essen geht *lechz*, habe ich es versucht.


HUMOR

Wow, Wow, und nochmals: WOW. Wie gesagt, eigentlich nicht mein Genre. Aber dafür habe ich ihn irre schnell verschlungen (passend zum Thema Vielfraß und Gourmet). Der Humor trifft meinen Geschmack (Geschmack? Mist, schon wieder Essen), er ist herrlich schräg und stellenweise sogar recht derb und sehr überzogen. Hier und da ist er mir sogar etwas zu derb, jedoch nur an einer einzigen Stelle (ich mag keinen Fäkalhumor. Aber klar, wer mehr Essen verdrücken kann als Obelix, der hat auch einen entsprechenden Stoffwechsel, logisch).

Ansonsten gibt es Gags wie den verängstigten Koch: "Ich will nicht bereits in der ersten Folge dieser neuen Serie sterben". Und haufenweise schräge Situationen. Es wird zwar auch gekämpft, doch auf witzige Weise, es ist einfach kurios, wie TORIKO immer wieder mit neuen Kniffen die Tiere ausfindig macht, sie überwältigt und sich gegen ihre Angriffe zur Wehr setzt.

Und, was ich dem Manga absolut zugute halten muss, sind auch die Texte: selten schafft ein Manga bei mir den Sprung in die Rubrik "1. und letzter Satz". Aber TORIKO >hat es geschafft<, ich fand bereits den ersten Satz wirklich klasse: witzig, und er macht richtig neugierig. Und der letzte Satz ist ein ganz fieser Cliffhanger zu Band 2.


INHALT

TORIKO ist Delikatessenjäger. Er jagt Tiere, die nicht einmal ein Panzer oder eine Armee von hunderten Männern erlegen können. 300 Jahre alte Aggrogatoren (Riesenalligatoren mit 8 Beinen), Troll-Kongs (Groß wie 10 Elefanten und mit vier Armen) und andere Kolosse. Man könnte ihn auch Chuck Norris nennen. Denn er raucht die Äste des Tabakbaumes, ist immun gegen Schlangengift, zerhackt mit der Hand ein dinogroßes Tier, trink fünf Flaschen Hochprozentiges wie andere Wasser. Sein Ziel: die perfekte Menufolge. Dafür jagt er rund um die Welt nach neuartigen Früchten und Tieren.


THEMA JAGD, BEDROHTE TIERE

Was mir ein wenig schmerzte, war die Tatsache "seltene und besondere Tiere jagen". Wenn es noch dazu aus Japan kommt, dann gefällt mir das gar nicht. Aber: es ist Fiktion, es sind keine real bedrohten Tierarten. Zudem werden diese bedrohten Tiere später von einer Firma gezüchtet, sodass sie nicht aussterben. Und Toriko weigert sich, etwas zu töten, wenn es nicht seiner Nahrung dient, er ist kein Killer. Zudem zollt er dem zu tötenden Tier Respekt, bedankt sich zuvor für die Nahrung. Er ist ein achtsamer Jäger, auch wenn das wie ein Widerspruch klingen mag.

ONE PIECE

TORIKO und ONE PIECE trafen in einem kongenialen Crossover zusammen. Ich finde es schön, wie gerade in der Mangaszene Künstler nicht gegeneinander arbeiten sondern sich unterstützen, zusammenarbeiten und ihre Charaktere gemeinsam auftreten lassen. Und der verfressene Toriko mit seinen Superkräften passt ja auch super mit Vielfraß Monkey D Ruffy und seinen Teufelsfrüchten zusammen.


ZEICHENSTIL

Der Zeichenstil: kerzengerade abgegrenzte Panels, haufenweise Speedlines und Perspektiven zur Verdeutlichung von Action. Mehr KAWUMM, ZACK, SLASH, KRACK, GATSCHINK als eigentlicher Text. Der Hintergrund leer, höchstens hier und da gefüllt mir Rasterfolie. Die Bilder nicht hübsch (sollen sie auch nicht. Ein monstervernichtender Megahulk, der selbst Chuck Norris aussehen lässt wie einen Waisenknaben, der kann nicht auch noch hübsch sein), dafür aber markant, kernig und passend. Und absolut stilsicher: genau in den richtigen Momenten bedrohlich, lustig oder entschlossen.


FAZIT

Klasse Einstieg für Kazé auf dem MangaMarkt. Eine Serie, die nicht nur Genrefans überzeugen dürfte. Haufenweise Action und Humor, ein Leckerbissen für alle Fans von DRAGONBALL, ONE PIECE und CO.

SaschaSalamander 26.04.2012, 08.59 | (0/0) Kommentare | PL

Viermal danebengegriffen

Manchmal hat man haufenweise Spitzentitel am Stück, und manchmal greift man eben daneben. Naja, nachdem ich jetzt viermal danebengegriffen habe, hatte ich anschließend mit TORIKO wieder einen klaren 5 Sterne Titel. Einzelne Rezis schreiben für die Flops lohnt nicht. Und wäre, da ich alles nach spätestens der Hälfte abgebrochen habe, auch nicht fair. Aber meine Gedanken möchte ich trotzdem mitteilen:


DIE TRAUMFRAU

Ryuta Amazume ist mir bekannt durch >NANA UND KAORU<. Unter allen Mangas, die mein Regal zieren, gehört dieser zu meinen Favoriten. Also hatte ich gar keine andere Wahl, als die anderen Neuerscheinungen ebenfalls zu kaufen. Eine davon ist DIE TRAUMFRAU und hat mich recht enttäuscht. Die Bilder wie immer klasse. Gut, die Brüste etwas überirdisch, die Hintern gewaltig, aber dafür ist es Erotik. Da die Story in NANA UND KAORU sehr kreativ ist, hoffte ich auch hier auf nette Unterhaltung. Aber außer hübschen Bildern wurde für meinen Geschmack nicht viel geboten. Was die Prota an Oberweite hat, macht die Story an Flachbrüstigkeit wieder wett. Mag den Manga nicht schlechtmachen, hat seine Berechtigung. Aber Bilder sind für mich meistens Mittel zum Zweck und lassen mich in vielerlei Hinsicht eher kalt. Die Handlung habe ich schon gefühlte 50 Mal in ähnlichen Variationen in anderen Heften gelesen. Wer große Brüste und nette Zeichnungen mag - welcome, hier ist Dein Manga. Allen anderen kann ich Besseres empfehlen ;-)

amazume_traumfrau_1.jpg      amazume_traumfrau_1.jpg    


LIEBE OHNE DEADLINE

Bevor ich viel schreibe: hier ist es genau der gleiche Fall wie in oben geschilderter Traumfrau: Gekauft weil Ryuta Amazume. Nette Zeichnungen mit großen Brüsten und prallen Hintern, aber eine sehr alibimäßige Handlung. Hat zu Recht seine Anhänger, aber ich zähle mich nicht dazu.


OSIRIS

Nicole Hofmann. Gekauft für 13 Euro unter dem Versprechen "300 Seiten Hentai". Hentai heißt quasi "pfeif auf Romantik, hier gehts richtig zur Sache". Mit großem Vermerk "ab 18". Bekommen habe ich ein romantisch-niedliches Märchen im bunten Genremix. Nicht von einer offiziellen Zeichnerin, sondern einen >Doujinshi<. Ich bin ziemlich angep****, denn ich bin ab-so-lut kein Anhänger von Fanprojekten. Mag keine Fanfictions, Doujinshis oder dergleichen. Wie oben schon gesagt: hat seine Berechtigung, ich will es keinem madig machen. Und ich respektiere und wertschätze die Kreativität und den Eifer der Künstler. Aber ich habe damit nichts zu schaffen und will auch keine 13 Euro dafür zahlen. Die Dialoge sind sehr unerotisch (der ägyptische Gott sagt "wie gehts, wie stehts", und das Krokodil tanzt betrunken den Schwipp-Schwapp-Tanz auf dem Tisch. Erotik hoch zehn!) und passen auch nicht in die Zeit (ägyptische und römische Mythologie). Einmal kam es zum Verkehr, der wurde aber nicht wirklich gezeigt, und ein andermal schlief das Mädel ein und nichts passierte. Ansonsten viel romantische Schwärmerei. Ganz ehrlich? Die Tagesschau hat "ab 18" weit mehr verdient als dieser "Hentai", den ich als romantische Komödie ab 12 angepriesen hätte. Romantische Komödien ab 12 haben ihre Zielgruppe, und dann wäre es okay, dann wüsste ich "nix für mich". Aber für 13 Euro ein Fanprojekt zu kaufen, welches als deftiger Porno vermarktet wird, ist eine Frechheit. Ich fühle mich betrogen! Und es tut mir leid für die Künstlerin, denn auf diese Weise gelangt ihr an sich nettes Werk (das, wenn man es eben nicht als vermeintlichen Hentai eines professionellen Künstlers liest, ganz okay wäre) in falsche Hände und führt zu Lesern wie mir, die stinksauer sind :(

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DEATHLESS

DEATHLESS ist ein Manga von Koushi Rikudou. Er ist witzig. Die Zeichnungen sind nicht überragend aber hübsch. Trotzdem hat er mich einfach nicht gepackt. Der Funke sprang nicht über, ich habe gemerkt, dass ich mich quälen musste weiterzulesen, und immer wieder habe ich nach den anderen Titeln geschielt. Also habe ich abgebrochen. Die Grundidee ist nett, und ich mag die schrägen Alten. Alte Hutzelomis und -Opis, die entweder mit Superkräften aufwarten oder aber total senil gar nichts raffen, eine geniale Figur in Mangas und Animes, die immer für Lacher sorgt, auch hier. Aber die beiden haben es nicht geschafft, mich bei der Stange zu halten, die drei jungen Frauen, um die es sich hauptsächlich dreht, sprachen mich einfach nicht an. Könnte nicht sagen warum. Muss ich auch nicht ;-)

SaschaSalamander 20.04.2012, 08.59 | (0/0) Kommentare | PL

Midnight Secretary

KAZÉ

Ein neuer Verlag, natürlich bin ich neugierig auf das Programm. Wobei - ein Neuling ist Kazé nicht, bisher jedoch beschränkten sie sich auf die Veröffentlichung von Animes. Dragonball, One Piece, Detektiv Conan und viele andere berühmten Titel. Nun werden sie auch auf dem Manga-Sektor aktiv, und dies mit einigen interessanten Titeln. Als erstes schnappte ich mir MIDNIGHT SECRETARY. Die Story klang interessant. Und das, obwohl es - wieder einmal *gähn* - um Vampire geht. Aber was Tomu Ohmi daraus gemacht hat, kann sich wirklich sehen lassen!


INHALT, THEMA

Kaya steigt auf zur Chefsekretärin von Kyohei Toma. Ein Workaholic und Frauenheld, der sehr zu Kayas Leidwesen ein eher unsozialer Mensch ist. Doch sie nimmt sich vor, ihn von ihren Fähigkeiten als Sekretärin zu überzeugen. Und obwohl er der Ansicht ist, dass sie sich zu streng kleidet und nicht wirklich hübsch aussieht, muss er ihre Fachkompetenz anerkennen. Kaya entdeckt zufällig das Geheimnis ihres Chefs: er ist ein Vampir, und seine Treffen mit den Frauen dienen nur einem Zweck, der Nahrungsaufnahme, bei der jedoch niemand zu Schaden kommt. Von nun an beschließt Kaya, ihren Chef vor allen Widrigkeiten von außen zu schützen. Sie nimmt ihre Aufgabe sehr ernst, und dadurch wird sie immer unverzichtbarer für Toma. Und natürlich muss er bald erkennen, dass hinter dem "hässlichen Entlein" eine hübsche Frau steckt.

Die Grundgeschichte klingt ausgelutscht und langweilig, die Umsetzung mit Chef und Sekretärin dagegen recht interessant. Eigentlich habe ich mir den Manga nur geholt, weil ich die Zeichnungen auf dem Cover hübsch fand und - das ist peinlich, aber ich bin so ehrlich - weil ich die Farbkombination aus Schwarz und zartem Lila sehr gelungen fand. Ich war einfach neugierig auf einen der ersten Kazé-Mangas, also warum nicht diese romantishe Komödie mit dem hübschen Cover?

Und dann war ich wirklich begeistert! Wow! Zugegeben, der Manga ist kein Meisterwerk der Erzählkunst, und er ist auch kein Meilenstein der endlosen Vampirstories. ABER: es ist eine herrlich inszenierte romantische Komödie, die mich in jeder Hinsicht überzeugen konnte. Ungeduldig warte ich auf den nächsten Band und kann es nicht erwarten, bis der Manga endlich nach sieben Heften abgeschlossen ist.


ZEICHNUNGEN

Kaya ist wirklich hübsch gezeichnet. Toma ist mir ein wenig zu kantig, aber er passt ins Gesamtbild und sieht insgesamt ebenfalls sehr gut aus. Schön finde ich, dass es Ohmi wirklich beherrscht, unterschiedliche Charaktere zu erschaffen, die jeder eigene Merkmale und Charakteristika aufweisen. Etwas, das gerade im Shojo-Bereich nicht selbstverständlich ist. Hintergründe sind kaum vorhanden, meist ist der Panel mit gepunkteter Rasterfolie oder gelegentlich ein paar Linien oder Mustern gefüllt. Der Fokus liegt also klar auf den Figuren, und ich finde, dadurch werden die Emotionen Kayas sehr schön dargestellt, ich habe vom ersten Moment an mit ihr gefiebert.


CHARAKTERE

Die Darstellung der Charaktere ist es, die mir besonders zusagt und weshalb mich MIDNIGHT SECRETARY begeistert. Der Manga ist aus Sicht Kayas gezeichnet. Ihre Gefühle und Gedanken werden dem Leser anschaulich dargestellt. Sie kleidet sich so streng, weil sie ein eher kindliches Gesicht hat und als Repräsentantin der Firma nicht unprofessionell wirken möchte. Auch hat sie aufgrund ihres kindlichen Äußeren einige Komplexe, ist eher schüchtern und zurückhaltend. Ihr Chef dagegen ist anfangs ein arroganter Weiberheld, doch je besser Kaya ihn kennenlernt, desto mehr versteht sie die Gründe für sein Verhalten. Anfangs eine rein berufliche Beziehung, entwickelt sich aus der professionellen Fürsorge heraus eine Zuneigung, die wunderschön eingefangen wurde und sehr glaubhaft dargestellt wird. Hach, ich fand die Story zwischen den beiden wirklich romantisch. Und das, obwohl ich wirklich ein Romantik-Muffel bin! ;-)


HANDLUNG, VAMPIRTHEMA

Eine Handlung im eigentlichen Sinne gibt es nicht. Kaya findet heraus, dass ihr Chef ein Vampir ist. Danach gibt es keinen roten Faden, etwa dass die Firma bedroht wäre oder ein Außenstehender den Vampir vernichten möchte oder derlei Dinge mehr. Einzig was zählt ist die Beziehung zwischen Kaya und Toma, die schrittweise aufgebaut wird in einzelnen Episoden, die Elemente enthalten wie zum Beispiel "Kaya besucht einen Geschäftskunden", "ist auf einer Weihnachtsfeier eingeladen", "muss die Termine mit den Frauen koordinieren und deren Geschenke besorgen" oder "lernt die Familie ihres Chefs kennen".

Auch das Vampirthema wurde eher nebenbei angerissen, großartig Recherche oder eine eigene Welt steckt nicht dahinter. Er ist eben Vampir und hat dadurch einige Eigenheiten. Er kann Kreuze tragen, Essen zu sich nehmen, sich im Spiegel betrachten. Besonders witzig hierbei sind Kayas anfängliche Versuche, seine Schwäche herauszufinden und mehr über sein Vampirdasein zu erfahren, er sieht dies gelassen und findet es sogar amüsant. Aber es gibt der Story einen netten kleinen Kick, etwa weil er doch gewisse Nachteile erleiden muss, die ihn von Kayas Organisationstalent abhängig machen. Es ist zu komisch, wie sie immer wieder versucht, ihn vor Schaden zu bewahren und dabei in Kauf nimmt, sich manchmal ziemlich zu blamieren.

Zugegeben, ich frage mich, wie man aus diesem Manga sieben Bände machen möchte. Ob vielleicht wirklich noch eine Handlung folgen wird, die über die Beziehung der beiden Protagonisten hinausgeht. Aber selbst, wenn nicht - der Humor trifft meinen Geschmack, und die langsam aufkeimende Romanze zwischen ihnen beiden (er, der sie nicht hübsch findet. Und sie, die unbedingt professionelle Distanz zum Chef wahren will. Ein traumhaft schönes Paar!) ist wirklich zum Schmachten schön. Es zerriss mir fast das Herz, als sich Kaya eingestehen muss, dass es ihr immer schwerer fällt, Termine mit anderen Frauen für ihn zu organisieren :-)


FAZIT

MIDNIGHT SECRETARY ist ein Manga, in dem Romantik, Humor und Zeichnungen sich in einem perfekten Mischungsverhältnis ergänzen. Die Story selbst ist nichts Besonderes, aber die Umsetzung ist gelungen und hat mich von der ersten Seite an sofort überzeugt. Es ist einer der wenigen Mangas, die den dauerhaften Weg in mein Regal finden, und ich kann ihn Freunden des Genres wärmstens empfehlen.


SaschaSalamander 12.04.2012, 08.59 | (0/0) Kommentare | PL

Golden Tales

nao_goldentales_1.jpgDrei Kurzgeschichten völlig unterschiedlicher Art: ein strafversetzter Polizist findet seine Erfüllung in einem kleinen Dorf abseits der Großstadt. Die Glöckenwächterin eines kleinen aber reichen Dorfes kämpft mit ihren Vorurteilen. Und zur dritten Geschichte möchte ich nichts verraten, da sie sehr kurz ist und ich nichts spoilern möchte.

Tsukiji Nao hat die Fans in Deutschland bereits mit >ADEKAN< verzaubert. Mir persönlich war ADEKAN jedoch etwas zu überladen, zumal das Genre nicht wirklich Fisch noch Fleisch war und ich mich schwer einfinden konnte. Was ich in ADEKAN allerdings bemängelte, stört in GOLDEN TALES keineswegs. Die Geschichten sind inhaltlich unterschiedlich, in sich aber sehr gut geschlossen. Dadurch ist es Nao möglich, sich auf den verschiedenen Gebieten auszutoben, ob nun mit einer zarten Romanze, abenteuerlicher Historie, moderner Komödie. Hier finden sich niedliche Mädchen, hübsche altmodische Kleider, aber auch ein Mann in oberschenkellangen Latexstiefeln sowie ein junger Mann in schicker Uniform, eben für jeden Geschmack etwas dabei.

Man sollte auf jeden Fall einen ausgefallenen Humor lieben, wenn man diesen Manga liest, denn sowohl Zeichnungen als auch Inhalt lassen sich nicht in ein vorgegebenes Schema pressen. Es gibt sehr viele überspitzte Zeichnungen und Textpassagen, die von dem skurillen Witz des Mangas zeugen. Dazu kommt, dass die Zeichnungen extremst detailverliebt sind. Es ist nicht möglich, den Manga nebenbei flink zu überfliegen, sondern man muss sich Zeit dafür nehmen und sich bereitwillig darauf einlassen. Ob nun die reich verzierten Gewänder der Protagonisten, die weiträumige Landschaft, die wallenden Locken der weiblichen Charaktere, das reiche Angebot auf dem Obstmarkt oder die liebevoll gestalteten Gebäude, der Leser kann sich kaum an den Bildern sattsehen.

Die erste Geschichte ist actionlastig in den Zeichnungen sowie im Inhalt, die zweite legt mehr Wert auf eine romantische Note und legt mehr Wert auf die Charakterdarstellung. Die dritte Geschichte ist der kurze Manga, den Tsukiji Nao bei einem Wettbewerb vorlegte und der den Weg als Mangaka ebnete, man erkennt klar die Entwicklung, die von damals bis heute erforderlich war.

Abschließend kann ich für diesen Manga eindeutig eine Empfehlung aussprechen. Er hebt sich durch seinen ungewöhnlichen Humor und die filigranen Zeichnungen deutlich aus der Masse ab und bietet dem Leser etwas ganz Eigenes. Unterhaltsames Lesevergnügen ist garantiert :-)

SaschaSalamander 29.03.2012, 09.01 | (0/0) Kommentare | PL

Negative Happy Chainsaw Edge

takimoto_chainsaw_1.jpgVORAB

Insgesamt möchte ich gar nicht zu viele Worte über den Manga verlieren, der mich dann doch wider Erwarten sehr enttäuscht hatte. Tatsuhiko Takimoto ist vor allem bekannt durch seine außergewöhnlichs Werke "Welcome to NHK". Und auch hier versprach die Handlung eine Menge abgedrehter Action. Doch auch ohne die Vorerwartung ist der Manga ein Reinfall. Tokyopop geht seit einiger Zeit dazu über, Doppelbände herauszubringen. Mag toll sein, wenn es sich lohnt. Hier aber fühle ich mich betrogen, denn hätte ich den ersten Band gekauft, hätte ich mir das Geld für den zweiten Teil sicher gespart. Ein weiterer Doppelmanga, der mich eigentlich interessierte, blieb nun letzte Woche im Comicladen liegen, das Risiko ist mir zu groß, ich will mein Geld nicht zum Fenster hinauswerfen und muss nicht alles haben. 7 Euro sind eben doch etwas anderes als 15 Euro ...


KLAPPENTEXT

Als Yosuke in einer kalten Winternacht deprimiert durch die Straßen läuft, stolpert er mitten im Schneegestöber über ein Mädchen. Die hübsche Eri scheint auf jemanden zu warten. Im nächsten Moment stehen die beiden einem unheimlichen Wesen mit riesiger Kettensäge gegenüber. Und bevor Yosuke sich versieht, beginnt für ihn und Eri ein blutiges Abenteuer.


ZEICHNUNGEN

Die Zeichnungen sind gelungen in Proportion und Optik, das mag sein. Aber sie sind zu ernst um komisch zu sein und zu albern um ernst zu sein. Verzerrte Gesichter, überdramatisierte Szenen, das wirkt eher fehl am Platz, besonders die seltsamen Grimassen von Yosuke wirken störend. Dazu kommen eine Menge Pantyshots (das Höschen blitzt unter dem Rock hervor, und nicht oft genug kann sich das Mädel verrenken, um dem Leser Einblicke zwischen ihre Beine zu gewähren). Wer auf Pantyshots steht - unbedingt kaufen! Aber die meisten Leser ziehen doch die Handlung den Höschen vor, ...


HANDLUNG

Die Handlung scheint meiner Ansicht nach Nebensache. Sie dient nur dazu, möglichst oft Yosukes verzerrtes Gesicht oder Eris Höschen ins Bild zu bringen. Die Handlung mit dem Kettensägenmann ist eher uninteressant und vermag es leider nicht, Spannung zu erzeugen. Wäre ich nicht neugierig auf das Ende gewesen, hätte ich den Manga schon nach dem ersten Drittel wieder beiseite gelegt. Danach habe ich nur noch überflogen, das Ende hat dann aber nicht wirklich überrascht.

CHARAKTERE

Hier hätte der Manga zusätzlich zur vom Thema her spannenden Story punkten können. Die Hintergrundgeschichte von Yosuke ist interessant: er hat seinen Bruder verloren und sehnt sich nun nach einem Sinn in seinem Leben. Durch die Jagd auf das fremde Phantom erkennt er nun endlich einen Sinn, und auch die aufkeimende Beziehung zu Eri gibt ihm neuen Lebensmut. Aber Höschen waren dem Zeichner dann doch wichtiger, als näher auf die Beziehung zwischen den beiden einzugehen oder Tiefgang in die Handlung einzubauen.


FAZIT

Schade, der Manga hatte viel verspochen aber kaum etwas gehalten. Für Ecchi-Freunde (Softerotik), denen es alleine auf große Brüste und möglichst viele Blicke zwischen die Beine des Mädchens ankommt, dürfte der Manga ein gelungenes Festmahl sein. Alle anderen, die sich Action, Humor oder gar Handlung erhoffen, sollten auf jeden Fall die Finger davon lassen.

SaschaSalamander 24.02.2012, 14.22 | (0/0) Kommentare | PL

Talisman Himari

milan_himari_1.jpgKlappentext: An seinem sechzehnten Geburtstag erlebt der Katzenhaar-Allergiker Yuuto die Überraschung seines Lebens: Ein rätselhaftes Mädchen namens Himari taucht plötzlich wie aus dem Nichts auf und bringt sein Leben gehörig durcheinander. Himari scheint Yuuto seit Langem zu kennen und outet sich bald als Ayakashi-Tiergeist, der Yuuto als Leibwächter dienen soll. Dumm nur, dass Himari in Wahrheit ausgerechnet eine Katze ist! Yuuto hat nun neben seiner Allergie noch ein neues Problem, denn er soll in Zukunft Ayakashis jagen und töten ...

Wirklich beeindruckt hat mich TALISMAN Hibari nicht. Aber schlecht ist er auch nicht. Ich verstehe die Fans des Mangas (bzw auch Animes), denn die Story hat Pfiff. Ein klassischer Manga für junge Männer, die auf eine witzige Comedy mit jeder Menge Pantyshots (Höschenblitzer) und riesige Oberweiten stehen: Der Protagonist ist ein junger Mann, der von Mädels wenig Ahnung hat, lediglich seine Sandkastenfreundin will mehr von ihm, was er aber nicht so wirklich registriert. Und auf einmal ist da diese Schönheit, die ihm immer wieder ihren Busen ins Gesicht drückt, sich auf ihn wirft oder sonst wie zufällig ihre körperlichen Reize spielen lässt. Klar ist die bisherige Sandkastenfreundin wenig begeistert und buhlt nun ebenfalls verstärkt. Die anderen Jungs sind neidisch, und die Mädels scheinen jetzt auf einmal alle nur so auf Yuuto zu fliegen. Ein Traum für jeden jungen männlichen Mangafan.

Wenn man die prima Zeichnungen mal weglässt (handwerklich ist absolut nichts gegen den Manga einzuwenden), dann bleibt eine Geschichte, die in dieser und ähnlicher Form schon unzählige Male da war. Ein Klischee folgt dem nächsten, und die Unterhöschen sind so eng, dass man einmal sogar die geschwollenen Schamlippen darunter sieht. Na, wers braucht *seufz* ...

Die Hintergrundstory ist nett aber wenig ausgefeilt. Sie dient im Grunde nur dazu, dass der Protagonist von einem Kapitel zum unzusammenhängend nächstens wieder in eine Situation gerät, die entweder dazu dient ein wenig Action ins Spiel zu bringen oder aber dazu, für weitere "Romantik" zu sorgen.

Die unzähligen Höschen und Riesenbrüste habe ich mal ignoriert, und ohne diese habe ich mich recht gut unterhalten. Einen weiteren Band werde ich mir aber nicht holen. Dazu ist die Story zu wenig originell. Es wird wohl wieder einer der Mangas werden, die man auf 50 Bände ausdehnen kann, ohne tatsächlich die Handlung voranzubringen. Hier eine Episode am Strand, dort ein Kapitel Shoppen gehen, da ein romantisches Picknick. In den nächsten Bänden werden sie vermutlich Eis essen gehen, einen Stadtbummel machen, ein Onsen aufsuchen, einen Jahrmarkt besuchen, in den Zoo gehen, Urlaub in den Bergen machen, und so weiter. Es ist nett, und die Charaktere sind sympathisch, es liest sich also angenehm. Aber die Motivation zum Weiterlesen fehlt mir einfach.

Trotzdem, ich will nicht unfair sein: die Zeichnungen sind einwandfrei, und der Humor ist ansprechend. Wer sich nicht an den Klischees stört, für wen die Handlung nebensächlich ist und wer sich an den erotischen Momenten erfreut, der bekommt einen 1a Manga geboten. Alle anderen: Finger weg.

SaschaSalamander 24.02.2012, 08.51 | (0/0) Kommentare | PL

Blutrotkäppchen

VORAB

nach außen hin bin ich brav, da rezensiere ich nur Kinderbücher und Romantik und Liebe, und wenn ich mutig bin, dann auch mal Krimi oder Hardcore. Aber tief in mir drin, da knurrt die Bestie, da wütet die Gier nach krankem, perversen Stoff. Andere Menschen machen dann eine Urschreitherapie oder laufen Amok oder setzen sich in den Sessel und weinen. Und ich fröne statt dessen literarisch dem Wahnsinn, der Gewalt und dem Laster. Irgendwo muss dieser Rotz sich ja entladen. Vergesst Chuck Norris - hier kommt ENTOMAN!!!


DER AUTOR

Ich würde ja gerne eine Menge über David schreiben, aber lest doch einfach mal bei >Wikipedia< rein, da steht eine Menge über ihn ;-)


INHALT

Entoman, Def und Kuh leben in einer Art WG, sie wurden von der Großmutter (einem Wolf) großgezogen. Und während Def und Kuh zur Uni gehen, soll Entoman zur Großmutter und ihr ein kleines Carepaket bringen. Also macht er sich widerwillig auf den Weg, begegnet dem niedlichen Rotkäppchen, und dann gerät so ziemlich alles aus den Fugen. BLUTROTKÄPPCHEN ist eine wahnwitzige, abgedrehte Version des Märchens. Es fließt eine Menge Blut, es gibt haufenweise Monster, da werden Gliedmaßen abgesäbelt und riesige Steine kleingehackt. Schnetzeln, was das Zeug hält.


AUFBAU

Der Manga beginnt damit, dass ein paar Kinder Onkel Füleki um ein Märchen bitten. Aber statt des normalen Rotkäppchens erzählt er ihnen von seinen Erlebnissen mit Entoman. Diese Erzählung ist der Hauptteil des Mangas. Am Ende kehrt Entoman wie zu erwarten siegreich zurück von seiner Schnetzelmission, setzt sich seelenruhig an die Konsole und daddelt. Dann erzählen Def und Kuh ihm von ihren Erlebnissen auf dem Weg zur Uni, und als es dann fast vorbei ist, schlägt ein riesiger redaktioneller Teil mit Metainfo auf die Protagonisten. Bei Büchern und Mangas verzichte ich gerne auf das Impressum und die Zusatzinformationen. Und im Manga besonders auf die obligatorischen Tüddeleien hintendran wie persönliche Infos, Charakterdesign etc, welche die Zeichner noch anfügen. Aber wie bei einem guten Kinofilm - Füleki macht hier sogar den Abspann irre witzig, noch nie habe ich mich so gut bei den Schlussinformationen unterhalten!


ZEICHNUNGEN

Darf ich den Zeichner als krank bezeichnen? Ich meine das in seinem Fall sogar als Kompliment. Nein, ich verstehe seine Zeichnungen nicht. Das ist mir auch egal. Ich finde es einfach genial, wie er sich über so ziemlich jede Konvention und die Regeln der Gesellschaft hinwegsetzt. Er hat etwas so Eigenes geschaffen, dass mir partout keine Schublade dafür einfallen will (wenn ich müsste, würde ich die Worte >Gore<, >Vore<, >Trash< und >Splatter< zur Hilfe nehmen). In manchen Dingen absolut minimalistisch (z.B. Entoman besteht im Grunde nur aus einem gelben Zylinder mit einer gelben Kugel obenauf), in anderen einzigartig genau. Seine Monster, die Schnetzeleien und der Wahnsinn, da zeigt er viel Liebe zum Detail. Ein Monster mit Totenschädelkopf voller zerzauster Haare und irrem Blick, eine lange tentakelartige Zunge, darunter ein knochiger Rumpf mit riesigem Maul im Bauch, darüber faltige nackte Hängebrüste, und ein dritter Mund in Form einer Vagina Dentata. Alles verschlingend, und dann verschmilzt es mit einem weiteren Wesen, sodass das Äußere noch abstruser und irrer wird, von Bild zu Bild steigert sich der Wahnsinn.


SPRACHE, WAHNSINN, HUMOR

BLUTROTKÄPPCHEN ist politisch unkorrekt, freaky, pervers. Und zwar in jeder Hinsicht, sprachlich wie optisch und inhaltlich. Da gibt es ein Pentagramm zur Monsterabwehr, da gibt es absolut unerklärliche Momente (ein Deus ex Machina, dessen Existenz zwar hinterfragt aber nicht erklärt wird), da gibt es einen Wolf und seine neuentdeckte weibliche Seite im Kleidchen. Und was die Sprache betrifft - nö, ich habe keine Lust, drumrumzureden. Und wenn jemand Wert auf Political Correctness legt, sollte er den Manga gar nicht erst öffnen. Denn Entoman nimmt bööööse Wörter in den Mund: Bitches, Schlampen, "drauf geschissen", "na, wer ist jetzt Dein Daddy". Füleki nimmt das nicht so ernst, er pflügt einmal wild durch alles, was Feingeistern die Haare zu Berge stehen lässt. Fröhlich trällert Entoman "Bolle reiste jüngst zu Pfingsten, der Friedhof war sein Ziel. Dort trieb er´s dann mit Leichen, denn er war nekrophil. Doch die Leichen, die war´n Zombies und ham ihn massakriert, aber dennoch hat sich Bolle ganz köstlich amüsiert." Dabei überzeichnet er alles so stark, dass es jedoch deutlich als Ironie aufzufassen. Ernst nehmen darf man das also nicht, aber dafür kann man so richtig dreckig lachen.


FAZIT

Literarisch wertvoll? Alles andere als das! Abgefahren, verrückt und durchgeknallt? Absolut! Kultig? Aber hallo, sowas von!


SaschaSalamander 16.02.2012, 09.39 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Only the flower knows

takarai_flower.jpgZwei junge Männer, auf den ersten Blick sehr verschieden, und sich doch so ähnlich: Arikawa, Jurastudent, quirlig und offenherzig. Misaki, Agrarstudent, eher zurückhaltend und zurückgezogen. Mehrfach treffen sie aufeinander, und Arikawa spricht Misaki daraufhin an, was dieser unangenehm findet und die früheren Treffen leugnet. Zu Misakis Ärger wird Arikawa ihm dann auch noch als Kollege für die Arbeit an der Uni eingeteilt. Langsam, vorsichtig kommen die beiden sich näher.

Ich mochte den Manga auf Anhieb. Die Charaktere sind sehr lebendig und realistisch. Gerade im Boys Love ist es üblich, dass es vor Kitsch nur so trieft, dass Liebe ohne Hintergrund einfach plötzlich da ist, und dass dann nichts anderes mehr zählt. Dem ist hier nicht so. Statt dessen begegnen sich die beiden Männer, lernen sich kennen, es entwickelt sich etwas zwischen ihnen. Im ersten Band findet man keine Küsse, keine Erotik, keine Romantik, keine Liebesschwüre. Dafür aber gibt es innige Momente, in denen zwei empfindsame Menschen sich schrittweise ihrer Gefühle bewusst werden.

Die Zeichnerin erzählt die Geschichte sehr still, sehr sanft. Dazu passen auch die eher zerbrechlich aussehenden Charaktere, die weichen Zeichnungen. Die beiden Protagonisten gefielen mir sehr gut, vor allem Arikawas verwuschelte Frisur und sein unschuldiger Blick sind sehr ansprechend und realistisch dargestellt. Auch der nachdenkliche Misaki wird sehr gut beschrieben. Etwas, das ich in diesem Genre sehr zu schätzen weiß: jeder Charakter hat ein eigenes Gesicht, die Figuren unterscheiden sich voneinander, haben ihre eigene Mimik, ihre eigene Persönlichkeit, ihr eigenes Äußeres.

Es ist ein Manga mit einer eher klassischen Handlung, der Leser bekommt wenig Neues geboten. Die Geschichte ist recht vorhersehbar. Was ich sehr schade finde ist, dass es kaum etwas gibt, wodurch dieser Manga sich von anderen abhebt. Sehr schöne Zeichnungen, eine nette Geschichte, eine angenehme Darstellung. Aber eben dennoch ein Manga unter vielen, so gerne ich etwas finden möchte, das ihn zu etwas Besonderem macht.

Action und heiße Szenen darf man bei ONLY THE FLOWER KNOWS nicht erwarten. Dafür aber eine gefühlvolle Erzählung, die vor allem Freunde der ruhigeren, handlungsorientierten Boys Love zu schätzen wissen.

SaschaSalamander 13.02.2012, 09.20 | (0/0) Kommentare | PL

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