SaschaSalamander

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Rezensionen Buch

Charlie Bone und die magische Zeitkugel

CoverDen ersten Teil von Charlie Bone habe ich bereits gelesen und davon >berichtet<. Auf den zweiten war ich sehr gespannt. Vor ein paar Tagen fiel er mir dann endlich in der Bücherei in die Finger. (Alles zu reservieren, was ich gerne lesen würde, würde dann wohl zu teuer für mich kommen *breitgrinz*)

Charlie erlebt nun das zweite Jahr auf der Bloor-Akademie. Plötzlich steht ein fremder Junge vor ihm, den er bereits von einem Foto kennt: es ist sein Urgroßonkel Henry! Ezekiel Bloor, damals noch ein Kind, schickte ihn mittels einer magischen Zeitkugel in eine andere Zeit, und so war er einfach verschwunden. Nun taucht er wieder auf ...

Charlie und seine Freunde legen alles daran, ihn wieder in seine Zeit zurückzubringen und das Geheimnis um die magische Kugel zu lüften. Aber soll Henry wirklich wieder zurück in die Vergangenheit? Ist das überhaupt möglich?

Seine Fähigkeit, Bilder sprechen zu hören und sogar in sie hineingehen zu können ist ihm auch dieses Mal wieder eine große Hilfe. Ich finde nicht, dass es großartige Überraschungen gab, aber die Geschichte ist nett durchdacht und trotz (oder gerade wegen) ihrer kindlichen Einfachheit spannend zu lesen. Meine Vermutungen aus dem ersten Band über die Identität mancher Beteiligten wurde verstärt (wenngleich nicht gelüftet), und neue Figuren wurden vorgestellt.

Ich finde es schön, die Entwicklung bei Charlie, seinen Freunden und auch innerhalb der Familie zu beobachten. Gerade das Vorankommen der Figuren ist mir wichtig, wenn ich ein Buch lese, und bei Charlie tut sich was: er wird mutiger und entschlossener. Auch die anderen Personen verändern sich, der Leser kann sie auf ihren Abenteuern begleiten und freut sich mit ihnen über Erfolge.

Mal sehen, wann ich den dritten Band bekomme ;-)

SaschaSalamander 22.08.2005, 08.57 | (0/0) Kommentare | PL

Anana

CoverVon all den vielen Völkern und Kulturen die es gibt, faszinieren mich vor allem die Inuit. Deren Legenden, Märchen, Lebensweise. Leider gibt es nicht so viele Bücher, Filme oder Berichte über sie. Anana ist eine wunderbare Ausnahme.

Eine Mutter weigert sich, ihr Mädchen trotz der Hungersnot nach der Geburt zu töten. So wächst das Kind als Tabukind auf. Sie bekommt keinen Namen und wird von der Gesellschaft der Inuit weitgehend ignoriert, die Familie ist entehrt. Doch die Mutter lehrt das Kind, und so wird es schneller und weiser als die anderen Knaben ihres Alters. Sie geht sogar mit ihrem Vater auf die Jagd und stellt sich dabei sehr geschickt an. Bald entwickelt sie seherische Fähigkeiten ...

Ich fand Anana wunderschön! Die bewegende Geschichte einer starken Frau, in knappen, aber eindringlichen Worten erzählt. In keinster Weise feministisch oder emanzipatorisch, sondern die Darstellung des Ursprünglich-Weiblichen in seiner natürlichen Form.

Eine kleine Leseprobe der Autorin Ina Vanderwijer kann man >hier< bei Amazon einsehen. Kein Wort zuviel und knappe Sätze prägen den Erzälstil. Doch alles, was wichtig ist, wird erwähnt. Es entsteht vom ersten Moment an eine angenehme Spannung, die sich bis zum traurigen aber schönen Ende zieht. Es werden einzelne weitere Legenden in die Rahmenhandlung eingebaut, welche die Inuit sich abends in ihren Iglus erzählen. Die klaren Worte weben ein buntes Bild vor dem Auge des Lesers / Hörers, und zurück bleibt ein warmes Gefühl von Stärke, Selbstbewusstsein und Stolz.

SaschaSalamander 19.08.2005, 09.07 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Die Bruderschaft

CoverAnfangs war ich nicht sicher, ob ich "die Bruderschaft" von John Grisham zu Ende bringen möchte oder nicht. Schlecht war es nicht, aber ich empfand es eher als mittelmäßig. Nun, ich habe das Hörbuch zu Ende gehört, und es war ... ganz nett. Nichts Besonderes, Grisham hat weit besseres verzapft. Aber zumindest sehr unterhaltsam, und das war auch mein Anspruch an dieses Buch gewesen.

Drei Richter im Staatsgefängnis Trumble setzen eine Kontaktanzeige in ein Magazin für homosexuelle Männer. Bevorzugt reichere Männer mittleren Alters, die ihre Neigungen vor der Umwelt aus gesellschaftlichen Gründen verbergen. Nach mehreren Briefwechseln, aus denen die drei Männer genügend Informationen über ihre Opfer sammeln konnten, werden diese um nicht unbeachtliche Summen erpresst.

Aaron Lake ist der neue Kandidat um das Amt des amerikanischen Präsidenten. Seine Beliebtheit beim Volk steigt, er hat beste Aussichten auf einen Wahlsieg. Seine Weste ist blütenrein, und kein Skandal scheint in Aussicht.
Die Richter haben Erfolg mit ihren Erpressungen. Doch dann erwischen sie den Falschen: Aaron Lake hat mächtige Freunde.

Doch, das Buch hat mir ganz gut gefallen. Es ist zwar relativ vorhersehbar und in keinster Weise überraschend, aber es liest sich wie bisher alles von Grisham sehr angenehm. Die Methoden der Wahlhelfer sind ebenso interessant wie die Abwägungen der Richter in ihren Plänen. Besonders die Figur des Rechtsanwaltes, Kontaktmann der Richter im Gefängnis, gefällt mir sehr. Er ist eigentlich eine bedauernswerte, erbärmliche Kreatur. Als er zwischen die Fronten gerät, versucht er sein eigenes Spiel zu sein und glaubt sich endlich am Ziel seines Lebenstraumes angekommen.

Richter, Rechtsanwalt, Präsidentschaftskandidat, Präsidentenberater, Hintermänner und Inhaftierte, ein Katz- und Mausspiel jeder gegen jeden. Amüsant zu lesen ist die Bruderschaft allemal, wenn man keine zu hohen Erwartungen an den Plot setzt.

SaschaSalamander 18.08.2005, 16.37 | (0/0) Kommentare | PL

Meteor

CoverSakrileg und Illuminati von Dan Brown habe ich bisher nur als gekürzte Hörspiele zu mir genommen, war aber in beiden Fällen begeistert. Umso gespannter war ich, als mir Meteor in die Hände fiel!

Rachel Sexton ist die Tochter des einflussreichen Senators Sedgewick Sexton, der nun auch für das Präsidentenamt kandidiert. Doch Rachel arbeitet für die Gegenseite, und immer wieder gerät sie in das Feuer zwischen den Fronten. Ihr Vater hat eine Kampagne gegen die NASA gestartet, und die Weltraumbehörde steht nun in einem äußerst ungünstigen Licht der Öffentlichkeit.

Doch plötzlich geschieht etwas Unerwartetes: Die NASA hat mit ihrem neuen Programm einen Meteor im Eis gefunden, der den Beweis für außerirdisches Leben birgt! Rachel bekommt die Aufgabe, diese Erkenntnis dem Mitarbeiterstab des Präsidenten zu verkünden. Doch bald kommen ihr Zweifel an der Echtheit des Fundes. Eine geheimnisvolle Organisation scheut weder Kosten noch Menschenleben, um das Geheimnis des Meteoriten zu bewahren ...

Ich hatte Probleme, dieses Buch wieder aus der Hand zu legen. Zugegeben, es gibt bessere Bücher. Von Dan Brown sowieso. Aber ich vermeide es, wie schon erwähnt, ein Werk abzuwerten, nur weil andere Bücher des gleichen Autoren mir besser gefielen. Für sich betrachtet ist Meteor unglaublich spannend. Es gab einige Überraschungen, vieles war allerdings auch vorhersehbar. Und einmal fasste ich mir an den Kopf und ärgerte mich, dass ich ein klassisches Gesetz des Films (das auch für Bücher gilt) einfach übersehen habe, sodass das Buch eine weitere Überraschung für mich bereithielt, die eigentlich recht vorhersehbar gewesen wäre. Nun, umso besser ;-)

Was mir an Autoren wie Dan Brown gefällt: hochwissenschaftliche Zusammenhänge werden mit fiktiven Daten gemischt und dem Leser so präsentiert, dass es nachvollziehbar und logisch erscheint. Weltraumforschung, Glaceologie, Mikrotechnik, alles so einfach erklärt, dass man sich während des Lesens so richtig gebildet fühlt und nur wie selbstverständlich zustimmend nickt.

Clive Cussler (Sahara, Hebt die Titanic), Michael Crichton (Jurassic-Parc), Ken Follett (Säulen der Erde, das zweite Gedächtnis) und viele andere Autoren halte ich eben deswegen für so erfolgreich, weil dem Leser Einblick in ein ansonsten undurchdringliches Fachgebiet geboten wird, weil Fiktion und Fakten so kunstvoll verwoben werden, dass sie für einen Laien nicht mehr zu trennen sind. Gewürzt mit einem mutigen Helden / einer sexy Heldin (die sich im Laufe des Buches natürlich näherkommen), einer ethischen Grundfrage und zwischendurch versehen mit einigen sarkastischen Kommentaren, im lässigen Plauderton geschrieben, fertig ist ein Bestseller erster Klasse ;-)

SaschaSalamander 15.08.2005, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL

Alaizabel Cray

CoverThaniel und Cathrine sind Hexenjäger im alten England. Das Handwerk haben sie von Thaniels Vater gelernt, einem berühmten und inzwischen verstorbenen Meister. Als Thaniel eines Nachts auf Streifzug durch das alte Viertel ist, trifft er auf ein verwirrtes Mädchen, das ihn angreift und dann erschöpft zusammenbricht. Er kümmert sich um sie und will ihr helfen, Gedächtnis und Familie wiederzufinden. Doch das Mädchen scheint in düstere Gehemnisse verstrickt zu sein. Ist sie die Ursache für das vermehrte Auftreten der Hexen in den letzten Wochen? Was verbindet sie mit der Sekte, die sich selbst "die Gilde" nennt? Ist sie vielleicht sogar der Schlüssel zur Rettung der Stadt?

"Alaziabel Cray" hat mir sehr gut gefallen. Der Roman spielt in einer düsteren, nebligen Umgebung und kann diese schaurige Atmosphäre dem Leser sehr gut vermitteln. Die Handlung ist von Anfang an spannend, man wird direkt in eine Hexenjagd "hineingeworfen" und erfährt nach und nach mehr über die Hintergründe der seltsamen Wesen, der Hexenjäger, der handelnden Personen. Schicht um Schicht dringt man mit Thaniel tiefer in das alte London, bis hinab in die Kanalisation zum König der Bettler. Am Ende ein prächtiger Showdown ohne Aussicht auf Rettung, ein angenehmes Ende. Bezogen auf Handlungsaufbau und Spannungsbogen kann dieses Buch nahezu als Musterbeispiel herangezogen werden ;-)

Das Einzige, das mich oft störte, waren sprachliche Schnitzer. Sie bestehen vor allem in ungünstiger Wortwahl bei dem Versuch, die Dialoge und Schlüsselszenen durch gehobenere Wortwahl stärker hervorzuheben und altertümlicher wirken zu lassen. Entweder, der Übersetzer hat sprachliche Schnitzer als solche belassen (manch einem mögen sie auch nicht unbedingt auffallen, ich konnte mit schmerzverzerrtem Gesicht darüber hinweglesen, ohne das Buch deswegen beiseite legen zu müssen. In dieser Hinsicht bin ich leider sehr pingelig und verderbe mir selbst oft die Freude an sonst wirklich guten Büchern), oder sie haben sich erst durch eine ungünstige Übersetzung in den Text geschlichen ...

Wie dem auch sei, "Alaizabel Cray" hat mir sehr gut gefallen. Ein weiteres Buch aus dem Genre Kinder- und Jugendliteratur, an das ich mich gerne erinnern werde.

SaschaSalamander 02.08.2005, 16.44 | (0/0) Kommentare | PL

Harry Potter Gesamteindruck ohne Spoiler

Am Donnerstag hatte ich dann endlich Zeit, die restlichen zwei Drittel des sechsten Bandes zu beenden. Und ich kann nur sagen: "..."

Ich war danach regelrecht sprachlos. Noch immer fällt es mir schwer, den Unterschied zwischen Rowlings Werk und anderen Kinder-/Jugendromanen zu erklären. Ich könnte jetzt anfangen, unzählig lange aufzuzählen, was mir an diesen Bücher gefällt und vor allem am sechsten Band besonders angesprochen hat: die einfache aber klangvolle Sprache, die Weiterentwicklung der Charaktere, die niemals kitschig werdenden Liebeleien, das Mitfiebern, das Mitraten, die vielen Aha-Effekte, die großartig durchdachte Handlung vom ersten bis zum letzten Band, die cleveren und phantasiereichen Einfälle der Autorin, die ungewöhnlichen Wendungen, das Verlassen des klassischen Kinder- und Jugendgenres ab dem fünften Band und vieles Weitere, ich könnte wohl eine halbe Stunde so fortfahren!

Das Auffällige an diesem sechsten Band ist, dass es im Gegensatz zu den anderen Bänden nicht alleine bestehen kann. Die Handlung knüpft direkt an den vorangegangenen Teil an. Nicht ungewöhnlich, aber im Gegensatz zu den bisherigen Büchern wird nichts mehr erklärt. Es wird Bezug genommen auf frühere Ereignisse und Gespräche. Wer sich nicht mehr exakt an die ersten fünf Teile, vor allem den fünften Band erinnern kann, sollte unbedingt eine Zusammenfassung oder die Bücher selbst noch einmal lesen und vor allem Wert auf die Details legen. Mir persönlich hat das sehr gut gefallen, denn gerade im vierten Band fand ich viele Stellen durch Erklärungen und Rückblicke ziemlich langatmig. Dies ist in "Harry und der Halbblutprinz" nicht der Fall.

Was mir, wie bereits angesprochen, sehr imponiert, ist der durchdachte Handlungsstrang, der sich durch alle sieben Bände zieht. In Interviews und Berichten hatte ich schon häufig gelesen, dass Harry Potter von anderen Verlagen als Bloomsbury abgelehnt wurde, da die Autorin auf die kompletten sieben Bände bestand. Fand ich das anfangs noch erstaunlich, kann ich es nun wirklich nachvollziehen. Bereits beim Schreiben von "der Stein der Weisen" hatte sie das Ende der Geschichte im Kopf. Es zeigt sich, dass die ersten vier Bände eigentlich nur die "Vorgeschichte" waren für das große Abenteuer, dem Harry sich im siebten Band wohl stellen wird. Alles, jede bisher scheinbar noch so unbedeutende Geste und viele Kleinigkeiten, die vermutlich nicht nur mir entgangen sind, hat eine Bewandnis und lässt sich erst durch spätere Erkenntnisse erklären und verstehen. Der Leser bekommt ein weiteres Puzzleteil vorgesetzt und glaubt, endlich etwas auf dem Gesamtbild erkennen zu können, doch mit der nächsten Enthüllung ergibt sich ein komplett neues Bild, und man fragt sich, wie man das bisher hatte übersehen können.

Nur eines finde ich wirklich störend: ich kenne kaum ein Buch, das solch ein offenes Ende gehabt hätte. Ohne den siebten Band ist die Serie unvollständig, und die Zeit bis dahin stelle ich mir nun noch unerträglicher vor als das Warten auf die bisherigen Fortsetzungen, waren bisher doch zumindest die einzelnen Episoden um das Finden des Steines, den geflohenen Häftling, das Trimagische Turnier u.a. beendet.

Ich sage offen, dass ich Harry Potter sehr gerne lese. Aber ich hätte jeden ausgelacht, der mir erzählt, ich würde am Ende des sechsten Bandes weinen. Nein, so nah ging mir die Geschichte um den pubertierenden Zauberlehrling nun doch nicht. Das hat sich geändert ... Die Autorin hat das Genre der einfachen Kinder- und Jugendliteratur verlassen. Ihre Charaktere gewinnen eine Tiefe, die für andere Bücher dieser Art eher unüblich ist. Das Gute siegt auch ohne seine Reinheit zu verlieren. Märchen enden gut. Oder sie enden schlecht für die Hauptfigur, aber zufriedenstellend für den Leser. Rowling dagegen lässt die Geschichte ein Ausmaß annehmen, das - abgesehen von den fantastischen Elementen - die Serie nahezu realistisch werden lässt. Folgenschwere Entscheidungen sind zu treffen, unermessliche Opfer müssen gebracht werden. Ob die Beteiligten richtig oder falsch gehandelt haben, kann nicht beantwortet werden, denn die Zusammenhänge sind zu dicht und verwoben. Das anfängliche Muster aus Gut und Böse wird aufgelöst. Was Gut ist, kann tragische Folgen haben, das vermeintlich Böse zeigt menschliche, bemitleidenswerte Züge.

Spätestens jetzt können auch die Leser bedenkenlos zugreifen, die Harry Potter bisher zwar gerne gelesen hätten, sich aber nicht dazu herablassen wollten, ein Kinderbuch zur Hand zu nehmen. Und Kinder, die das Buch bisher ohne Aufsicht ihrer Eltern verschlungen haben, sollen bitte zumindest eine Gelegenheit zur Aussprache mit reiferen oder sogar erwachsenen Lesern bekommen. Denn es stellen sich ethische Fragen, die meiner Ansicht nach über das Fassungsvermögen eines Kindes hinausgehen.

SaschaSalamander 25.07.2005, 09.47 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Die Verschwörung der Engel

CoverNun habe ich alle Bücher aus der Reihe der "Legenden um Phantásien" gelesen und auch hier beschrieben. Schön, dass "die Verschwörung der Engel" von Wolfram Fleischhauer den Abschluss bildete, gefiel es mir neben "Die geheime Bibliothek" und "Die Stadt der vergessenen Träume" doch am besten.

Anfangs war ich ja nicht sonderlich angetan von diesem Buch, der Prolog ist leider überladen mit fremdartigen Namen und Kreaturen, es fällt schwer den Zugang zu finden, wenn die Engel gegeneinander kämpfen und ihre Festung fällt. Mir zumindest bereitet es ein Problem, zu viele neue Namen auf einmal vorgesetzt zu bekommen.


In diesem Fall bin ich jedoch sehr froh, dass ich mich noch ein paar Seiten weitergekämpft habe. Denn nach der Einleitung beginnt die tatsächliche Handlung: Eine Gruppe junger Schmetterlinger (phantásische Bewohner) ist mit ihrem Meister Toralon auf der Reise nach Mangarath, wo sie Sternenstaub für ihre Flugtiere kaufen möchten. Doch die Wächter der Stadt lassen sie nicht bis ins Dorf der Sternputzer, wo es diesen kostbaren Staub zu kaufen gibt. Es scheint etwas Geheimnisvolles dort vorzugehen. Mangarath wächst, wird prächtiger und schöner. Es ist ein Besuchermagnet für die Einwohner ganz Phantásiens. Doch das Nichts breitet sich aus. Berauscht von all der Pracht und den wunderbaren Klängen der großen Stadt bemerkt niemand die Gefahr. Nur der junge Schmetterlinger Nadil erfährt, dass sich hinter den Mauern der Sternputzerstadt mehr verbirgt. Was hat es mit der unterirdischen Stadt Silandor, den Lärmsklaven und den seltsamen Lichtexplosionen am Himmel zu tun? Gemeinsam mit Piri macht er sich auf, den Ursprung des Nichts, das Verschwinden seines Großvaters und das Geheimnis um die seltsamen Lichterscheinungen zu erkunden.

"Die Verschwörung der Engel" verrät mehr über die Entstehung des Nichts, über die Dualität in Phantasien, des Menschenreiches und Phantásien. Sprachlich halte ich das Buch eher für durchschnittlich, aber es hindert den Lesefluss nicht und klingt weitgehend angenehm. Der Autor legt großen Wert darauf, dass seine Leser die Bilder Phantásiens in ihrem Kopf entstehen lassen. Er nennt unzählige Wesen, die er jedoch nicht genauer beschreibt. Brummlerchen, Wolkenschlucker, Stierwächter und viele andere Kreaturen benennt er, ohne Größe, Aussehen oder Näheres dazu zu umschreiben. Anfangs ist es recht ungewohnt, doch recht schnell versinkt man in der neuen Welt, die man mit seiner Phantasie zu einem großen Teil mitgestaktet.

Die Handlung ist spannend aufgebaut. Zugegeben, sie hat mich nicht gerade vom Hocker gerissen, aber für einen normalen Fantasyroman ist es auf jeden Fall gut durchdacht und passt sehr gut zu den restlichen Büchern dieser Reihe. Ich kann diesen Roman guten Gewissens für Freunde gemütlicher Fantasy empfehlen ;-)

SaschaSalamander 16.07.2005, 08.29 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Rook und Twig der letzte Himmelspirat

Als mein SaraSalamander beim alten Anbieter so langsam aber sicher verebbte, weil ich mich dort nicht so recht wohlfühlte, las ich gerade die ersten fünf Bände der Klippenlandchroniken von Paul Stewart. Die ersten vier Teile habe ich ausführlich beschrieben (hier unter "Rezensionen" zu finden), den fünften zwar bereits gelesen aber nichts mehr darüber geschrieben. Da ich mir jetzt den sechsten Band aus der Bücherei geholt habe und bestimmt wieder das Bedürfnis verspüre, darüber zu schreiben, möchte ich wenigstens noch ein paar Worte über den fünften Teil verlieren (huch, wo sind sie denn).

Die ersten drei Bände beschreiben das Leben des Haupthelden Twig. Der vierte Band ist ein Rückblick in die Jugend seiner Eltern. Band fünf nun spielt viele Jahre in der Zukunft. Hauptfigur ist nicht mehr Twig, sondern der junge Bibliothekar Rook. Er träumt davon, eines Tages das geheimnisvolle Leben der Banderbären als Forscher zu erkunden.

Der fliegende Fels der Wissenschaftlerstadt Sanktaphrax ist von einer schlimmen Krankheit befallen und sinkt immer tiefer. Rook gehört zu den Auserwählten, denen die ehrenvolle Aufgabe zuteil wird, das Rätsel um die Felskrankheit zu lösen. Und endlich kann er sich seinen Traum erfüllen, das Leben der Banderbären zu erforschen. Dabei trifft er auf einen alten Mann, der nun seit vielen Jahren mit diesen schüchternen Riesen zusammenlebt. Er kann Rook helfen, den fliegenden Felsen zu retten ...

Ich habe dieses Buch ebenso gerne gelesen wie die anderen vier Bände der Klippenlandchroniken. Allerdings hat dieser Band nicht mehr allzu viel mit den ersten Büchern gemeinsam, ein neuer Hauptcharakter und eine neue Geschichte. Der Charme, der schwarze Humor, die herrlichen Zeichnungen und die skurillen Kreaturen des Klippenlandes sind noch genauso lesens- und liebenswert wie die vorherigen Bände. Aber ein bisschen Pause zwischen den einzelnen Büchern kann nicht schaden. Ich hatte das Gefühl, dass ich langsam der Kreaturen und fantastischen Abenteuer überdrüssig wurde, weil manches sich doch etwas wiederholte.

Aufgrund der schönen Zeichnungen wieder ein vergrößertes Cover :-)


SaschaSalamander 11.07.2005, 16.07 | (0/0) Kommentare | PL

Das Geheimnis der sprechenden Bilder

CoverDieses Buch war mir in der Bücherei schon mehrfach aufgefallen, aber zugunsten anderer Romane hatte ich es stehenlassen. Diesmal nahm ich es mit. Und verschlang es an einem einzigen Tag.

Charlie Bone ist ein ganz normaler 10jähriger Schüler. Bis er plötzlich auf einem Foto Stimmen hört. Seine magisch begabten Tanten sind begeistert, hat nun auch er als Mitglied der Darkwood-Familie sein Talent entdeckt! Jetzt soll er also auf die Bloor-Schule wechseln. Aber eigentlich will Charlie das gar nicht. Er möchte lieber auf eine ganz normale Schule gehen, bei seinem Freund Benjamin bleiben und die Stimmen auf dem Foto überhaupt nicht hören.


Als er den Besitzer des Fotos ausmacht, wird er in einen mysteriösen Fall um ein verschwundenes Mädchen, einen schrulligen Erfinder und mehrere magisch begabte Personen verwickelt. Er weiß nicht mehr, wem er trauen kann und macht sich mit seinen Freunden daran, das Mädchen zu finden.

Was ich obligatorischerweise erwähnen muss: dieses Buch weist inhaltlich natürlich einige Parallelen zu Harry Potter auf. Trotzdem würde ich es keinesfalls damit vergleichen! Es ist ein wirklich schönes Kinderbuch voller Spannung und Geheimnissen. 359 Seiten, die allerdings rasch gelesen sind. Durch die Einteilung in kurze Kapitel eignet es sich auch sehr gut zum Vorlesen.

Das Buch richtet sich vor allem an jüngere Leser ab 10 Jahren. Die Handlung ist recht einfach. Auch die Dialoge und Handlungsabläufe weisen eine eher kindliche Logik auf, was das Buch für mich besonders sympathisch macht. Es ist einfach gestrickt, sehr leicht - für erfahrenere Leser - vorhersehbar und angenehm zu lesen.

Es gibt bisher zwei Fortsetzungen: "C. B. und die magische Zeitkugel" und "C. B. und das Geheimnis der blauen Schlange". Und auch, wenn ich mir den Fortgang der beiden Bände sehr genau vorstellen kann (es gibt Andeutungen über noch zu lösende "Geheimnisse" und mögliche Entwicklungen), werde ich sie gerne lesen.

SaschaSalamander 09.07.2005, 08.52 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Das große Balladenbuch

Cover
Wo andere Schüler nur stöhnten, habe ich (wenn ich schon sonst kein Streber war *g*) mit Freude Zusatzaufgaben erfüllt: Gedichte lernen? Jederzeit! Der Zauberlehrling? Niemals konnte ich genug davon kriegen! Vor allem lange Balladen hatten es mir angetan. Und wehe, mir sagte einer, Gedichte seien langweilig oder trocken! Der standhafte Steuermann John Maynard, der wackere Ritter in der Löwenarena, der um grammatikalische Hilfe bittende Werwolf, der Tanz der Toten um Mitternacht, der gutmütige Ribbeck, der scheiternde Zauberlehrling, ein dem Tyrannen trotzender Freund - ich liebte sie alle, war verzaubert und fasziniert.

Die Gedichte fand ich vereinzelt in alten Lesebüchern, in verstaubten Gedichtbänden, in Omas Bücherschrank. Was ich aber suchte, fand ich nicht: ein dickes Buch, prallgefüllt mit Balladen der unterschiedlichsten Dichter aus unterschiedlichsten Zeiten, dazu kurze Erläuterung über Hintergrund und Entstehen des Gedichtes.

Und dann fiel mir vor etwa drei Jahren zufällig das "große Balladenbuch" von Otfried Preußler und Heinrich Pleticha in die Hände. Ein kurzer Blick in das Buch, und schon wanderte es wie von selbst in meine Tasche ...

Die Autoren machen die alten Balladen wieder lebendig, erläutern historische Hintergründe und viele interessante Dinge mehr. Ohne den schulmeisterlichen Zeigefinger und ohne seltsame Interpretationen, sondern einfach Fakten und menschliche Gedanken über die oftmals dahinter stehenden Schicksalen. Die Kapitel werden unterteilt in historische Balladen, Naturballaden, Gespensterballaden und Heiteres. Dazu gibt es stimmungsvolle Farbzeichnungen (ähnlich dem Einband) von Friedrich Hechelmann, durch welche die Gedichte zusätzlich an Atmosphäre gewinnen. Schaurige Geistererscheinungen, das Wüten der Gewalten wirken grusliger, düsterer, wundervolle Landschaften unterstreichen romantische Liebschaften.

Wer eine umfangreiche und hübsch gestaltete Sammlung der bekanntesten Balladen möchte, ist mit diesem 400seitigen Werk wirklich gut bedient. Für ältere Generationen zum Nachschlagen und Erinnern, für die Jüngeren unter uns zur Erweiterung des Allgemeinwissens ;-)

SaschaSalamander 23.06.2005, 16.07 | (0/0) Kommentare | PL

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