SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Horror

Hölle (Pilo Family Circus)

Eines nachts überfährt Jamie scheinbar einen Clown. Daraufhin wird er verfolgt, erhält Drohungen und Botschaften von den Clowns. Um sich zu retten, soll er eine seltsame Prüfung ablegen. Und dann wird er Mitglied des Pilo Family Zirkus. Eine groteske, bizarre Welt mit eigenen Gesetzen, in denen Jamie einen neuen Teil seiner Persönlichkeit kennen- und hassen lernt. Er kämpft gegen den Zirkus, gegen sein dunkles Selbst und muss versuchen, der Hölle zu entfliehen.
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SaschaSalamander 06.03.2015, 09.46 | (0/0) Kommentare | PL

Devil´s Backbone

Kürzlich wurde ich von Amazon Prime auf den Film DEVIL´S BACKBONE aufmerksam gemacht. Von diesen Empfehlungen halte ich wenig. Zumal das Cover langweilig aussah und der Inhalt mich nicht interessierte. Aber dann: Regie Guillermo del Toro, Produzent Pedro Almodovar. Das ist nicht nur eine Information, das ist ein Versprechen!
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SaschaSalamander 24.02.2015, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL

Gespenster-Krimi 02 - Teufelstochter

Klappentext: Seit Anbeginn der Zeit sorgt ein Dämon im Auftrag des Teufels für Nachschub im Höllenfeuer. Diese Kreatur, die sich von den Sünden der Menschen ernährt, schlüpft in den Körper der jungen Anna Kronberg und zieht eine schreckliche Blutspur hinter sich her. Die Polizei ist mit der grausamen Mordserie vollkommen überfordert. Tim Peters stellt sich der Teufelsbrut mit der übernatürlich begabten Elvira zum alles entscheidenden Kampf. Das Schicksal der gesamten Menschheit steht auf dem Spiel!
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SaschaSalamander 13.02.2015, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL

Gespenster-Krimi 01 - Mörderbäume

Klappentext: Wieder verschwindet jemand in den dunklen Wäldern. Verena, eine junge Reporterin und Schwester des letzten Opfers, ermittelt auf eigene Faust. Doch die Bewohner des Dorfes reagieren ablehnend und teils sogar bösartig. Irgend etwas im Wald scheint ihnen Angst zu machen. Verena gibt nicht auf und macht sich auf die Suche. Sie ahnt nicht, mit welch finsterer Macht sie sich anlegt!
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09.02.2015, 08.43 | (0/0) Kommentare | PL

Oculus

Früher begeisterte Horrorfans, sehen wir inzwischen nur noch sehr selektiv. Einer, der mal wieder in unser Raster fiel, war OCULUS. Unter anderem wegen Karen Gillian, die als Amy Pond aus Dr Who bekannt ist.
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SaschaSalamander 15.01.2015, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL

Ghost Movie

GHOST MOVIE  verhält sich zu PARANORMAL ACTIVITY wie SCARY MOVIE zu SCREAM. Also eine Parodie auf ein gesamtes Genre mit dem Schwerpunkt auf einen Film. Wem SCARY MOVIE zu blöd ist und wer nichts übrig hat für Horror-Found-Footage wie PARANORMAL ACTIVITY, der sollte sich die Zeit sparen und hier aufhören zu lesen. Ansonsten: hier meine Meinung zu einem der genialst-bescheuertsten Filme, die ich seit langem gesehen habe. 

Zum Inhalt: Malcolm und Kisha ziehen gemeinsam in eine Wohnung. Er filmt was das Zeug hält, erst recht als Kisha wegen einiger seltsamen Vorfälle glaubt einen Geist im Haus zu haben. Anfangs macht Malcolm sich noch einen Spaß daraus, aber bald vergeht ihm das Lachen. Denn der Geist geht eindeutig zu weit. Ein schwules Medium, ein Team alberner Geisterjäger, ein krimineller Pfarrer, die ultracoooooole Gang des Bruders, sie alle sollen helfen den Dämon zu vertreiben. 

Der Film ist platt, darüber muss man sich von Beginn an klar sein. Amerikanischer Fäkalhumor mit jeder Menge Pups, etwas Kot und natürlich vielen Nigga-Sprüchen, Joints, Gangstas und allem, was eben dazugehört. Ziemlich billig. Eigentlich überhaupt nicht mein Ding. 

Aber: eine verdammt gute Parodie. Ich mag schaurige Found-Footage und kenne inzwischen ziemlich viele Titel aus dem Genre. Es hat einfach Spaß gemacht, jede halbe Minute herauszuplatzen "Teil 2", "Ghost Hunter", "Teil 4", Exorzist", "Tokyo", "Devil Inside" etc, fast schon als Wettbewerb, wer die Anspielung zuerst findet. Die einzelnen Szenen wurden sehr gut kombiniert und zu einer eigenen neuen Handlung gebaut, von den rotierenden Kameras über die spanische Haushälterin, herunterfallende Pfannen, Bettlaken als Geistererscheinung und Co. Ganz zu schweigen von der tollen Kulisse, die ein super Mix aus den verschiedenen PARANORMAL-Teilen darstellt.

Köstlich, wie die Macher das alles so richtig billig aufs Korn und sich selbst nicht ernst genommen haben. Und vor allem: dem Genre "Horror" trotz des Klamauk treu blieben. Dank einiger guter Soundeffekte mit Basston und ein paar schauriger Kameraeinstellungen gab es ein paar unerwartete Schockmomente und gelegentlich eine angenehme Gänsehaut. Eine echt fiese Kombination, wenn man nicht weiß, ob man lachen oder sich gruseln soll ;-)

Schade ist allerdings, dass der Film einen typischen Fehler macht, der den amerikanischen Klamotten üblich ist: das Ausweiden von Humor. Keine gezielte Pointe, sondern auf einem Gag mehrfach herumreiten und richtig breittreten, als wolle man Zeit schinden und hätte keine besseren Ideen.

GHOST MOVIE kommt auf satte 1h 44 min. Der Anfang hatte mich super unterhalten (weit unter jeglichem Niveau, aber ich wollte mal wieder richtig billig ablachen, also perfekt für den Abend). Das letzte Drittel zieht sich gewaltig, die anfänglich platten aber dennoch lustigen Gags wurden richtig ausgewalzt und die Dialoge wurde immer "jo, Homie, Alda, Brother, Nigga, Gangsta"-lastiger, die Schwulenwitze fingen an zu nerven, und als dann alle Charaktere gleichzeitig das Haus unsicher machten, wurde es einfach zuviel sinnloses Gelaber und zu wenig Gruselhumor. 

Die letzten fünf Minuten dann sind wieder witzig, und dem Schlussgag (den man schon kennt und der wenig überrascht) folgt ein weiterer, mit dem man nicht gerechnet hatte und der dem Film nochmal so richtig die Würze gibt. Insgesamt also ein absolut schwachsinniger und billiger Film, der trotzdem für alle Fans von SCARY MOVIE und PARANORMAL ACTIVITY ein absolutes MUSS ist. Am besten zu genießen mit ´ner frisch gelieferten Pizza, ein paar Bierchen und den Kumpels. 

Teil 2 kann kommen und steht für Mitte Oktober bereits in den Startlöchern. 

SaschaSalamander 15.09.2014, 08.46 | (0/0) Kommentare | PL

Shallow Ground

Ein blutüberströmter Junge steht vor der Tür der Polizei. Wer er ist und woher er kommt, gilt es herauszufinden, aber das stellt sich als eine ziemlich große Herausforderung dar. 

Einerseits möchte ich nicht spoilern, andererseits müsste es, damit ich spoilern kann, auch eine Handlung geben. Gibt es aber nicht. Oder, irgendwie, ja, doch, schon. Sogar mehrere. Wie die jetzt aber zusammenhängen, und was das eigentlich zu bedeuten hat, das erschließt sich nicht so wirklich, und wie es dazu kam oder was genau der Sinn dahinter ist, das bleibt dem Zuschauer verborgen. 

Nun gut. Slasher, Blut, Mysterium, der Film ist aufgrund des Genres prädestiniert dafür, keinen Sinn zu ergeben. Plotholes, Logikfehler, schlechte Maske, unfreiwillige Komik, genau diese Dinge machen solche Filme doch erst sehenswert, deswegen lieben wir sie doch. Aber SHALLOW GROUND hat da wirklich die Messlate extrem tief angesetzt und nahezu alles, was ich kenne, deutlich unterboten.  

Obwohl das Blut literweise fließt, obwohl der Protagonist sich Mühe gibt möglichst böse zu gucken, obwohl einige Kameraeinstellungen wirklich gruslig sein könnten, obwohl wasweißichnichtalles kommt einfach keine Spannung auf. Ich bin ein Schisser, aber diesen Film könnte ich nachts alleine ansehen und dann ohne Licht ins Bad und anschließend ins Bett und sofort einschlafen. Die Filmemacher schaffen es einfach nicht, Spannung zu erzeugen oder das Gefühl der Bedrohung zu vermitteln. 

Wirklich schade. Denn die Effekte mit dem ganzen Blut sind okay, könnten herrlich eklig sein und haben selbst mich hartgesottenen Filmfan ein, zwei Mal zum Würgen gebracht. Die Grundidee hinter der Story ist an sich auch klasse und hätte das Zeug zu einem richtig genialen Schocker. Serienkiller, übernatürliche Kräfte, ein kleines verschlafenes Örtchen mitten im Wald, dazu ein paar Mordopfer die sich blutig rächen wollen, das ist doch die perfekte Mischung. Es gibt in diesem Film sogar ein paar Ideen, die ich so in anderen Filmen noch nicht gesehen habe, wäre also wirklich innovativ. Doch durch die Machart ist es leider trotz seiner Neuheit vorhersehbar und langweilig. 

Ich dachte ja anfangs, dass es an mir läge und ich einfach nicht aufgepasst habe. Denn da der Film gerade zu Beginn ziemlich langsam nur in Fahrt kommt, war ich abgelenkt und habe ein paar Szenen verpasst. Etwa zur Mitte hin zieht er gewaltig an, ich war für zehn Minuten richtig gefesselt. Tja, und dann geht es nur noch abwärts und wird immer abstruser, langweiliger und unzusammenhängender. Bis hin zum Finale, das einen zweiten Teil verspricht, den aber sicher niemand sehen möchte. Dass das aber nicht alleine mein Problem ist, zeigen mir unzählige Rezensionen, die teilweise sehr vernichtend über den Film schreiben. 

Der >Filmschatzsucher< beschreibt es recht gut. Und >IneinemSatzHorror< hat es - eben in genau einem Satz - treffend auf den Punkt gebracht. Übrigens, "in einem Satz Horror" ist ein klasse Konzept, die Seite gefällt mir, seht sie Euch mal an ;-)

Mein Fazit: egal, welcher Film an diesem Abend für Euch noch zur Auswahl steht - nehmt den anderen ;-)

Cover gibt es nicht zu sehen, weil ich mich selbst ärgere, wenn mir ungefragt Fratzen, blutüberströmte Körper oder Schauerdinge entgegenspringen im Internet. Zu sehen ist ein blutiger Fuß, der über einen Fußboden läuft, eine Blutspur hinter sich herziehend. Passt sehr gut zum Film, ist ein toller Catcher.

SaschaSalamander 21.07.2014, 08.38 | (0/0) Kommentare | PL

Böser kleiner Junge

Eine Kurzgeschichte von Stephen King, die der Autor als Dank für den herzlichen Empfang bei seiner Europareise zuerst einmal nur auf Deutsch und Französisch veröffentlicht. Halte ich ja eher für einen Marketing-Gag, aber die Geste dahinter ist trotzdem irgendwie nett (was will ein Autor wie King seinen Lesern auch schenken. Die Erstveröffentlichung in einem Land ist da schon etwas Besonderes)

Er ist zum Tode verurteilt, bisher hat er geschwiegen. Jetzt, als er nichts mehr zu verlieren hat, erzählt er seinem Anwalt nun endlich, was wirklich geschehen war und was dazu führte, dass er den Mord beging. 

Die Geschichte ist relativ kurz, ich hatte sie in knapp 20 Minuten gemütlich gelesen. Auf das große "wann passiert jetzt was" habe ich nicht weiter gewartet, denn ich weiß, dass es bei King weniger um Action geht als vielmehr das Grauen hinter den alltäglichen Dingen. Das wird hier bald offenbar. Was es mit dem kleinen Kind auf sich hat, das ihn erstmals in seiner Schulzeit belästigte, werde ich natürlich nicht näher ausführen. Doch schon bei der zweiten Begegnung ist dem Leser klar: hier geht es nicht mit rechten Dingen zu. 

Das Ende ist abzusehen und wenig überraschend, ganz im Stil des großen Meisters offen. Das Grauen geht weiter! 

Es ist kein Glanzlicht unter den Geschichten und Büchern Kings, aber für zwischendurch ist es eine nette kleine Story, die zwar nicht unbedingt gruselt aber angenehm unterhält und für kurze Momente ein wenig schauern lässt, ganz ohne Blut und Gewalt. Perfekt als Gute-Nacht-Lektüre, wenn man allein zu Hause ist und einen wohldosierten Grusel möchte, nach dem man trotzdem einschlafen kann ;-)

6,5 von 10 Lunchboxen

SaschaSalamander 26.05.2014, 08.41 | (0/0) Kommentare | PL

Paranormal Activity 04

paranormal04_1.jpgVORAB

Als Fan der Paranormal Activity - Reihe mussten wir uns natürlich auch den vierten Teil ansehen. Meine Erwartungen waren der Reihe entsprechend: jede Menge guter Grusel mit viel Gänsehaut und Sich-aneinander-Festkrallen. Mal stärkere, mal schwächere Teile in der Reihe, aber insgesamt immer ein Garant für einen schaurigen Abend.


REIHE 1-3 UND TOKYO

Womit die Reihe punktet: es ist im Grunde immer die gleiche Handlung, ein Geist / Dämon ist im Haus, die Anzeichen häufen sich, jemand stellt eine Kamera auf, die Aktivitäten werden schlimmer, und am Ende wird es kurz aber heftig brutal. Der >erste Teil< spielte in einem verwinkelten Haus und hatte eine normale Stativkamera, gelegentlich Handkamera, Protagonisten ein Pärchen. Der zweite war insofern neu, als er die Vorgeschichte erzählte und mehrere Kameras im Haus aufgebaut wurden, es spielte in einer Familie mit Baby. Der >dritte Teil< - meiner Ansicht nach bisheriges Highlight der Serie - geht noch weiter in die Vergangenheit, eine Familie mit zwei Kindern, alles beobachtet durch Stativ- und Drehkameras. >TOKYO NIGHTS< spielt in Japan, ist eine Art Spin-Off und verbindet die amerikanische Story mit typischen japanischen Horrorelementen und präsentiert dem Zuschauer zwei gleichzeitige Kameras, sodass man zwei Handlungen parallel verfolgen kann.

Insgesamt ist es zwar ein billig produzierter Film mit ein wenig Geisterspuk, aber die Hintergründe sind dennoch gut umgesetzt, mit den Protagonisten kann man sehr gut mitfühlen, sie sind so normal wie der Zuschauer auch. Er besticht dadurch, dass er weniger billige Schockmomente präsentiert als vielmehr ein Gruseln erzeugt, das im Kopf des Zuschauers entsteht: man beobachtet minutenlang den Bildschirm, nichts passiert, jeden Moment rechnet man mit einer Bewegung, und so steigt der Adrenalinpegel ständig an. Eine kurze, kleine Erlösung (hier ein Schatten, dort wackelt eine Lampe, dort klappert etwas oder fällt herunter), aber so ganz wird das Adrenalin nie abgebaut, bis es den Zuschauer am Ende fast zerreißt. DAS ist Paranormal Activity.


TEIL 4 HANDLUNG

Alex kommuniziert mit ihrem Freund Ben viel über Videochat am Laptop. Bald zieht eine alleinerziehende Mutter (Katie) mit ihrem Sohn Robbie in die Nachbarschaft. Der Kleine verhält sich sonderbar. Und als die Mutter dann ins Krankenhaus muss, nehmen Alex´ Eltern das Kind für diese Zeit bei sich auf. Mit Robbie ziehen auch seltsame Ereignisse in dem Haus ein, Alex fürchtet sich. Ben installiert in der Wohnung mit Hilfe der Laptops heimlich Kameras, um alles zu beobachten. Der Spuk wird schlimmer, die Eltern nehmen es nicht ernst, und schlussendlich - wie wir es von allen Teilen kennen und ich ohne Spoiler verkünden kann - eskaliert es natürlich und endet in einem kurzen aber brutalen Gemetzel.


TEIL 4 BESONDERHEITEN

Der vierte Teil hat uns leider sehr, sehr enttäuscht. Aber erst zu dem, worin der vierte Teil sich in die Tradition einreiht und sich an Besonderheiten ausweist. Denn wie gesagt, jeder Teil hat etwas Neues, von Kameraführung über Setting, damit es nicht langweilig wird für den Zuschauer:

Waren bisher junge Erwachsene oder gar Familien mit Kindern die Protagonisten, sind es hier Jugendliche. Zwar wohnt Alex bei ihren Eltern und hat auch einen kleinen Bruder, aber sie entspricht doch sehr dem Teenie-Slasher-Vorbild anderer Filme. Blond, große Kulleräuglein, natürlich noch Jungfrau. Ein Freund, der gerne würde aber sich ihr zuliebe zurückhält und es immer wieder probiert. Die Eltern agieren nur am Rande, der kleine Bruder und Robbie sind schon wichtiger.

Was die Kamera betrifft, bin ich zwiegespalten: Videochat am Laptop aufgezeichnet. Und der Sensor einer Xbox, der mit seinen grünen Punkten wirklich tolle Effekte erzeugt und auch einigen Grusel erzeugt. Nette Idee, innovativ und ungewöhnlich. Tolle Bilder. Aber für meinen Geschmack schon etwas zuviel Product Placement von Apple über Xbox, Google und Co. Scheint, als hätte man das günstige Budget diesmal zusätzlich reduziert und jede Menge Sponsorengelder eingeheimst.

Bisher waren die Häuser recht verwinkelt und wurden gut in Szene gesetzt, sodass man sich oft fragte "was mag wohl hinter der nächsten Ecke lauern". Das wurde hier komplett versäumt. Das Haus hätte einige Winkel geboten, die aber nicht genutzt wurden. Es gab immer nur die gleichen Einstellungen, und diese haben alles komplett ins taghelle Licht gerückt. Dadurch gab es wenig Überraschungen, es war alles sehr plakativ.

Viele Einstellungen spielten am Tag. Kam bei den anderen Filmen auch vor, wurde aber genutzt, um die Filme der Nacht zuvor anzusehen. Was hier komplett fehlte: es wurde zwar sehr viel am Tage gedreht, aber Ben und Alex haben sich die Videos nie angesehen, nie ausgewertet oder den Eltern gezeigt. Wenn tagsüber mitten im Bild eine Lampe wackelt, entsteht wenig Grusel, baut sich kein Adrenalin auf.

Während die anderen Teile alle mit der Story zusammenhingen und von Mal zu Mal mehr offenbart haben (besonders der dritte Teil war sehr vielversprechend), wirkt die Story im vierten Teil wie ein Alibi billig zusammengeschustert. Anhand vieler Rezensionen im Netz erkenne ich, dass scheinbar auch sehr viele Fehlinterpretationen aufgrund der schlecht dargestellten Handlung geschehen sind. Das hat für mich nichts mit "mystisch, wird noch aufgeklärt werden" zu tun, sondern mit schlechtem Storytelling. Inhaltlich gesehen ist der vierte Teil ein klarer Rückschritt.


GRUSEL

Wie schon angeduetet, baut sich im vierten Teil kaum Grusel auf. Vielleicht für absolute Film-Neulinge. Aber für Horrorfans und Anhänger der Paranormal-Reihe eine herbe Enttäuschung. Durch die Tagszenen und da man das meiste schon vorausahnt, gibt es einfach keine Überraschungen. Zu platt, zu billig. Und wenn sich kurz ein wenig Adrenalin aufbaut, wird es durch einen simplen Schockmoment sofort wieder abgebaut.

Daran, dass man das Konzept der Filme kennt, liegt es nicht. Denn mit Freunden habe ich einige Teile der Reihe bereits ein zweites oder gar drittes Mal angesehen. Und noch immer sitze ich zitternd mit Gänsehaut auf dem Sofa, obwohl ich die Story schon kenne und weiß, wie der Horror funktioniert. Der vierte schafft es dagegen nicht einmal beim ersten Ansehen, Grusel zu erzeugen (nagut, ich bin fair: alleine um Mitternacht im dunklen Zimmer mit 5.1 Sound könnte er es unter Umständen schaffen. Aber ein guter Film schafft es auch bei einer Gruppe abends um 19 Uhr).


PLOTHOLES, LOGIKFEHLER

Zugegeben, Paranormal Activity ist jetzt nicht gerade eine Reihe, die durch Logik und ausgefeilte Story besticht. Trotzdem ist sie insgesamt nachvollziehbar. Und auch, wenn ich hier und da mal den Kopf schüttelte, konnte ich es doch akzeptieren und habe das Filmvergnügen vor die Storylöcher gesetzt. Aber der vierte Teil lässt mich schmerzvoll aufjaulen:

Dass die Kids anfangs filmen, ist für mich völlig an den Haaren herbeigezogen. Sie finden es spooky, dass ein Kind, welches plötzlich ohne Mutter in einem fremden Haus übernachtet, nachts in das Bett eines Erwachsenen steigt, um nicht alleine zu schlafen. Wie gruslig! (ich finde es eher gruslig, dass die Erwachsenen ihm das nicht von sich aus angeboten haben und sich besser um das eingeschüchterte Kind kümmern). Und klar, wer würde nicht mit einem Laptop nachts durch die Gegend wandern, um etwas zu filmen. Zumal die Kamera dann auch noch das Bild der festen Kamera zeigt statt des Videochats. Die Bilder, die hier gezeigt wurden, toppen die unlogischen Kameraperspektiven der bisherigen Filme um Längen. Dann nehmen die Kids jede Menge gutes Filmmaterial auf, aber nichts davon wird ausgewertet. Alex sagt den Eltern zwar "es geht etwas Schauriges vor sich", aber sie zeigt ihnen nicht die Videos. Das führt zu einigen lebensbedrohlichen Situationen, aber natürlich glaubt man ihr nicht. Auch die Eltern sind völlig irrational. Da verschwindet ein Messer, keiner macht sich Gedanken. Und als es dann plötzlich von oben herab herunterfällt und den Mann fast tötet, winkt die Frau einfach ab, ach, Messer fallen eben gelegentlich mal von der Decke, kommt in allen guten Haushalten mal vor.

Der Schluss - nun, da möchte ich nicht spoilern, aber er wirkt komplett aus dem Zusammenhang der Serie gerissen. Ich frage mich, wie sie DAS erklären wollen. Das wirkt völlig überzogen und billig, so als hätte man mit Gewalt versucht, da noch irgendetwas zu bringen, das die bisherigen Teile toppt. Leider misslungen.


WAS FÜR DEN TEIL SPRICHT

Immerhin, es ist Teil der PA-Reihe. Es gab schächere und stärkere Teile, dies hier war bisher eindeutig der schwächste. Aber sollte die Reihe im fünften Teil einen guten Abschluss finden, gehört es eben einfach dazu. Außerdem ist die Idee mit dem Sensor wirklich klasse, das gefällt. Sie haben versucht, wieder etwas anderes zu machen. Und einige der Spukerscheinungen, Symbole und Elemente (Wasser ua) zeigen, dass die Macher sich tatsächlich mit dem Thema Spuk, Dämonologie usw befasst haben und nicht einfach nur sinnlos etwas zeigen.


PERSÖNLICHE MEINUNG

Zu viele amerikanische billige Klischees, die Protagonisten dumm und naiv, die Potentiale des FIlmes nicht ausgeschöpft. Für den deutschen Zuschauer wenig Identifikationsmöglichkeiten. Erst recht nicht für die eigentliche Zielgruppe, die ja doch etwas älter ist (es sei denn, man will nun das jüngere Publikum auf die Reihe aufmerksam machen. So etwas kann nur in die Hose gehen, wenn man zwei Zielgruppen bedienen will).

Die Macher haben nun zwei Möglichkeiten: entweder, sie schließen die Reihe gut ab und integrieren den eher schwachen Teil gut in die Handlung. Dann ist es eine gelungene Serie. Oder der nächste Teil wird noch unzusammenhängender und sorgt dafür, dass eine weitere an sich gute Reihe dem Kommerz zum Opfer fällt.


FAZIT

PARANORMAL ACTIVITY 4 ist eindeutig der bisher schwächste Teil der Reihe. Wenig Grusel, viele billige Schockmomente. Der Zuschauer wird als Melkkuh der Filmindustrie schamlos ausgenutzt. Es bleibt zu hoffen, dass man sich auf die eigentlichen Werte der Reihe besinnt und den Fans im Oktober 2013 einen guten Abschluss präsentiert.

SaschaSalamander 28.06.2013, 08.55 | (0/0) Kommentare | PL

Paranormal Activity - Tokyo Night

paranormaltokyo_1.jpgINHALT

Nach einem Unfall in den USA muss Haruka zurück nach Japan. Dort sitzt sie nun mit zwei gebrochenen Beinen, während ihr Bruder Koichi sich um sie und den Haushalt kümmert. Der Vater ist auf Geschäftsreise. Bald gehen merkwürdige Dinge vor, und Koichi beginnt in der Wohnung zu filmen, um den sonderbaren Vorkommnissen auf den Grund zu gehen. Sie rufen einen Priester, um gegen das Böse in der Wohnung vorzugehen, doch dies erzürnt den Geist noch mehr ...


EINORDNUNG IN DIE REIHE

Der Film ist kein offizieller Teil der PARANORMAL ACTIVITY - Reihe (>Teil 1< und >Teil 3< habe ich bereits rezensiert), sondern ein japanisches Spin-Off. Aber als Fan der Reihe sowie als Liebhaber des japanischen Horrors kam ich um diesen Teil natürlich nicht herum. Und ich muss sagen, dass er mir persönlich sogar enorm gut gefiel.


WAS GLEICH IST

Der Spuk beginnt langsam und wird dann immer gefährlicher von harmlosen bewegten Gegenständen hin zur Besessenheit eines Protagonisten. Und da die Geschichte quasi direkt an den ersten Teil anschließt, kann jeder Zuschauer sich natürlich denken, wie es enden wird. Die Handlung ist also weder eine Überraschung noch ein Twist. Und auch hier gibt es immer wieder einige Momente, in denen man sich fragt "ja, wer hält hier die Kamera, wo ist die befestigt?". Ich finde, man hätte die Idee des Found Footage wesentlich konsequenter umsetzen können statt Handkamera, fixe Überwachungskamera und Filmkamera zu vermischen (eine Schwäche, an der leider 95 Prozent aller Found Footage kranken. Aber ich sehe diese Film ja auch nicht wegen ihres Realismus *g*).


WAS ANDERS IST

Im ersten Teil war die Idee an sich, im zweiten Teil war es dann die Überwachungskamra in verschiedenen Räumen, im dritten Teil vor allem die auf dem Ventilator befestigte Rotation. Im Tokyo-Spin-Off ist das Besondere die Aufteilung in zwei Bilder. Gleichzeitig sieht der Zuschauer links die Schwester in ihrem Bett, rechts den Bruder. Stets ist die Frage, auf welchem der beiden Bilder etwas geschehen wird, das Auge springt von einem Bild zum anderen, stets die bange Frage, ob man gerade etwas verpasst. Zudem kann es geschehen, dass in beiden Bildern etwas geschieht, man die Handlung parallel verfolgt und doppelt gruselt.

Anders ist auch, dass es sich hier nicht um ein junges Paar handelt, sondern um Geschwister. Das gefällt mir, da einmal keine Beziehungskiste ausgepackt wird, sondern das typische Geplänkel zwischen Bruder und Schwester. Das ändert im Prinzip wenig an der Handlung, aber immerhin hat man sich bemüht, der an sich im Grunde gleichlaufenden Handlung ein wenig Variation zu verleihen.


JAPAN-VERSION DES HORRORS

Viele Gesten, die Einrichtung, das Essen, die Kleidung, Verhaltensweisen sind japanisch. Trotzdem sind sowohl die Wohnung als auch die Geschwister sehr westlich angehaucht. Gerade die Einrichtung der Wohnung, die Dekoration, die Kleidung zeigen, wie der Westen immer mehr Einfluss in Japan hält. Dadurch passt der Film sehr gut in die PARANORMAL-Reihe, da sich doch viele vertraute Elemente wiederfinden und der "Kulturschock" für den Zuschauer nicht allzu groß ist (nicht jeder mag bzw kennt Asia-Horror, was mich immer wieder erstaunt, da er für mich inzwischen eigentlich zum Alltag gehört).

Mir gefällt japanischer Horror sehr. Was ich mag ist, dass er nicht so plakativ präsentiert wird wie im Amerikanischen, sondern etwas subtiler. Für Fans des amerikanischen Horros mag dies bedeuten, dass TOKYO NIGHTS langweiliger ist, weil scheinbar weniger passiert. Ich dagegen mag es, weil die Asiaten sehr viel mit Symbolen spielen. Auch die Rituale des Priesters sind optisch ansprechender, weil einfach für uns Europäer ungewohnt und neu. Was ich immer wieder faszinierend finde ist, wie es den Japanern gelingt, die langen Haare der Frauen in den Horror einzubinden. Inzwischen dürfte das nach RING, DARK WATER, JU-ON langsam ausgelutscht sein, aber ich finde es immer noch gruslig, wenn die Haare wirr ins Gesicht hängen, wenn etwas Unsichtbares daran zieht und wenn ein solches Gesicht plötzlisch ins Bild springt *schauder*. Mit noch weniger Effekten als in den vorherigen Teilen wurde wesentlich mehr Spannung und Horror erzeugt als in den amerikanischen Originalen.

Ansonsten ist der Horror wie gesagt oft sehr subtil. Während in den anderen Teilen der Reihe wesentlich mehr geschieht, deutet sich hier einiges anfangs eher an, der Horror spielt sich vor allem im Verborgenen ab, in der Vorstellung des Zuschauers, mit dessen Ängsten hier gespielt wird. Das Ende dann allerdings ein richtiger Schocker, sehr schön umgesetzt und für mich ein absolutes Highlight der Reihe. Nein, überrascht mich diese "Wendung" nicht, es war mir in dem Moment klar, als ich sah, dass sie mit gebrochenen Beinen im Bett sitzt, aber es war einfach genial umgesetzt, ich konnte kaum hinsehen und war doch gebannt, sosehr hat es mich schockiert, geekelt und fasziniert zugleich.


SYNCHRONISATION

Die Synchro fand ich allerdings schrecklich! Die Sprecher hat man nicht allzu gut gewählt, ich bin durch viele Asiafilme und Animes verwöhnt. Hier passen die Stimmen absolut nicht zu den Sprechern, auch die Übersetzung wirkt sehr gekünstelt auf mich und hat mich einige Male schmerzhaft das Gesicht verziehen lassen. In diesem Punkt hätte man sich auf jeden Fall sehr viel mehr Mühe geben müssen!


FAZIT

Wer die PARANORMAL ACTIVITY - Reihe mag, darf sich diesen Teil natürlich nicht entgehen lassen. Wer Asia-Horror liebt, ebenfalls nicht. Ob der Film dann gefällt oder nicht, das ist allerdings Geschmackssache. "Zigster Aufguss, ausgelutscht, vorhersehbar, passiert zu wenig" werden wohl die einen sagen. Ich gehöre zu den anderen, die trotz einiger Mängel sagen: "subtil, erschreckend, viel besser".

Wertung: 9 von 10 einsame, traurige Zierfische

SaschaSalamander 14.06.2013, 08.33 | (0/0) Kommentare | PL



 






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