SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Horror

Zimmer 1408

1408_150.jpgMark Enslin ist Romanautor und schreibt "Fach"bücher über gruslige Orte, zuletzt über spukende Hotelzimmer. Klar, dass er von den Objekten immer enttäuscht ist. Er nimmt die Sache nicht wirklich ernst, macht sich seinen Spaß aus Hotelgästen und Fans. Plötzlich eine Postkarte zwischen seinen Briefen, er dürfe keinesfalls das Zimmer 1408 im Dolphin Hotel aufsuchen. Und was macht man in so einer Situation - klar, man sucht als erstes das Zimmer 1408 im Dolphin Hotel auf. Doch der Hotelmanager verwehrt ihm die Buchung. Nicht heute, nicht morgen, niemals! Enslin lässt nicht locker, und so droht der Verleger dem Hotel mit einer Klage. Also erklärt der Manager dem Autor, dass noch niemand länger als eine Stunde überlebt habe. 56 grausame Tode habe es bereits gegeben, von den regulären Todesfällen ganz zu schweigen, hier eine Mappe mit den Unterlagen, er könne sie ja mal ansehen. Enslin lässt sich nicht von dem Vorhaben abbringen und will dennoch eine Nacht dort verbringen. Er checkt ein, spricht lässig in sein Diktiergerät ("8 Dollar für Erdnüsse und Bier - hey, dieses Zimmer IST gruslig") und erlebt bald die erste Überraschung in Zimmer 1408 ...

Och, ja, kann nicht klagen. Funkel kam aus der Videothek zurück und meinte, der sei klasse. Na, ich weiß nicht. Meine King - Phase ist schon lange vorbei. Zu brutal die einen, zu langweilig die anderen. Ein paar gute Bücher und Filme, aber nix mehr, das mich reizt. Hab ihn mir trotzdem angeguckt, hatte grade Zeit. Und ich muss sagen, dass es mal wieder ein richtig guter King in alter Manier war ...

Ein einziger Raum, ein einziger Schauspieler, und der Rest - Einbildung? Wahnvorstellungen? Übersinnliche und geisterhafte Erscheinungen? Grausige Realität oder nur seltsame Halluzinationen? Was es mit dem Zimmer nun auf sich hat, wer die anderen Toten waren, wieso und warum und wer und überhaupt, das kommt nicht zur Sprache. In diesem Film zählt einfach nur "dass" ... sowas mag ich. Filme, die mit einem knappen Plot auskommen und sich mit einer oder sehr wenigen Personen abspielen. Cube, Shining, Nothing, Subject Two und andere. Klasse, gefällt mir sehr!

Und wirklich ordentlich gemacht, John Cusack als Mark Enslin kann prima überzeugen. Arrogant, selbstgefällig, egoistisch und dann auf einmal ziemlich kleinlaut, aber immer noch der verwegene Kämpfer in ihm, so leicht gibt er nicht auf. Nicht einmal seine tote Tochter und sein verstorbener Vater können es mit ihm aufnehmen, oder ist Enslin nun völlig durchgedreht? Mindfuck wirklich erster Güte.

Ach ja, Samuel L Jackson als Hotelmanager und Tony Shalboub (Mr. Monk) als Verleger habe eine nette kleine Nebenrolle. Wirklich prima :-)

Okayokay, der Film ist im etwas altertümlichen Stil aufgemacht. Und grade das gefällt mir sehr. Altes Hotel, biedere Möbel, Teppiche, Gemälde an den Wänden. Hübsch gemacht, wie dann die Bude langsam verfällt, überflutet wird, Blut aus den Wänden tropft (keine Bange, ist das einzige Blut im Film, ansonsten läuft es ohne Geister, Zombies oder Blut ab), vereist und überhitzt. Ein Setting, viele verschiedene Möglichkeiten. Habbich schon erwähnt, dass mir so etwas meist besser gefällt als aufwändige Staffage, haufenweise Schauspieler und Candy für alle Sinne?

"Zimmer 1408" ist einer der Filme, deretwegen man danach keinesfalls Angst im Dunkeln hat. Wozu auch. Denn das Böse lauert hinter der Banalität des Alltags. Kam da gerade ein seltsames Geräusch aus der Nachbarwohnung? Lag dieser Gegenstand tatsächlich vorhin schon genauso da wie gerade eben? Und ist all dies hier überhaupt real?

Ein King, frisch auf DVD gepresst, den ich jedem nur ans Herz legen kann, der alte Gruselfilme mag. Ohne Blut, ohne Gewalt, ohne Schockeffekt. Aber so schaurig, dass man nachts beim Schlafen das Licht anlässt ...

SaschaSalamander 12.12.2007, 21.49 | (0/0) Kommentare | PL

Black Sheep

schafe_150.jpgWie ich aufs Schaf kam, habe ich >hier< ja schon geschrieben. Und am gleichen Tag noch habe ich mir den Film angesehen. Konnte nicht anders, hat mich einfach zusehr gereizt. Und ich war begeistert!

Henry wurde von seinem Bruder Angus als Kind einmal böse mit einem geschlachteten Schaf erschreckt und ist seitdem traumatisiert, hat Angst vor Schafen. Er wird erwachsen, geht seiner eigenen Wege. Als seine Eltern sterben, muss er zurück zur Farm, um mit seinem Bruder das Vermächtnis zu klären. Er ist bereit, ihm seine Hälfte des Guts zu überschreiben. Doch es kommt alles ganz anders als geplant: Angus will neue Wege beschreiten und forscht unerlässlich nach neuen, besseren Schafen. Zwei Ökos sind gerade dabei, auf dem Gelände einzubrechen und ein Experiment aus dem dortigen Genlabor zu stehlen. Einer der beiden wird gebissen, die andere von Henry gestellt. Und damit beginnt das Chaos. Denn der Biss des Schafes lässt Menschen zu Schafen mutieren, und diese werden blutrünstig. Die "normalen" Schafe werden ebenfalls gebissen und gieren nun nach dem Gedärm ihrer Peiniger ...

Muahaha, ich lag fast auf dem Boden, der Film ist einfach zu gut! Naja, kommt drauf an. Es ist halt Geschmackssache, man muss schon einen extrem schrägen Humor haben und auf Filme wie "Bad Taste" oder "Braindead" stehen. Heißt, auf Filme mit recht wenig Handlung und dafür umso mehr blöden Sprüchen, schwarzem Humor, hektoliterweise Blut, jeder Menge Gedärm und Gemetzel. Mähtzelfilme gibt es viele, aber die meisten sind grottig. Um wirklich gut zu sein, braucht ein solcher Film das gewisse "Etwas", und dieser hier hat es ganz eindeutig, ...

Die Charaktere sind wunderbar skurill. Die lachende Oma, die sogar noch am Ende lacht, als die Situation schon längst eskaliert ist und sie eigentlich Angst haben müsste. Die verrückte Ökotante, der geldgierige skrupellose Bruder, der Jammerlapen Henry der zum Held wird. Und natürlich das obligatorisches böse Ding, in dem Fall Babyschaf: lang, kriechend, nackt, glitschig, undefinierbar und mit einem langen Maul voll spitzer Zähne *hihi* ... Alien, Rattenaffe oder Lamm, sie sehen doch alle gleich aus ...

Überhaupt, es ist genial, wie dieser Film die Gratwanderung schafft: genügend Klischees, um grottig zu sein, aber entsprechend originelle Abweichungen, um dann trotzdem zu überraschen und gefallen. Der vermeintlich tote Endgegner, das Feuer zum Showdown, das Steckenbleiben im Schlamm während der Flucht, die Kettensägenmähtzelei, die langsamen (Hauptcharakter) und schnellen (Nebencharaktere) Mutationen. Und trotzdem immer ein Tick anders. Wer will schon mutierte, hirnlose Zombies, knuddlige Killerschafe sind gerade in! Und wenn schon Kettensäge, dann bitte in den Händen eines durchgeknallten Ökoschafes!

Dazu seufzen elegant die Violinen, untermalen mit harmonischen Klängen das Gemähtzel, es fidelt und geigt und blökt und stirbt. Ein Widerspruch, wie er besser kaum gemacht werden könnte!

Naja, wie gesagt: man mag ihn, oder man mag ihn nicht. Irgendwo ist dieser Film auch krank. Aber sind das "From Dusk till dawn" und "Armee der Finsternis" trotz ihres Kultstatus nicht auch? ;-)

SaschaSalamander 17.10.2007, 13.27 | (2/0) Kommentare (RSS) | PL

Der Dunkle Turm 01

King les ich recht gemischt. Manche Bücher sind ein meinen Augen Kunstwerke, andere lassen mich völlig kalt. Manche sind einfach nett. "Needful Things" und "Stark" werden wohl immer meine Favoriten bleiben, vor "Langoliers" und "The Stand" werde ich mich noch in 20 Jahren gruseln, und der Clown Pennywise ist einfach Kult. Derzeit versuche ich mich am ersten Band der Serie um den Dunklen Turm, das Buch, welches er selbst als sein Lebenswerk bezeichnet. Aber ich will und will einfach nicht in den Text reinkommen. Ich finde es unglaublich öde, wie dieser Revolvermann durch die Wüste rennt und den Typen in Schwarz verfolgt. Wird das irgendwann noch spannend?

Wie ging es Euch mit diesem Buch? Hat es Euch gefallen? Wird es spannender oder fandet Ihr es von Beginn an spannend? Habt Ihr es gelesen oder habt es noch vor Euch?

SaschaSalamander 14.04.2007, 16.17 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Bisher schonmal sehr spannend

Derzeit lese ich "Dämon" von Matthew Delaney. Hab vor einiger Zeit mal im Internet eine Rezension darüber gelesen und war recht interessiert, durch eine Freundin fiel es mir letztens dann erfreulicherweise in die Hände.

Ja, doch, gefällt mir bisher recht gut. Die ersten beiden Einleitungen sind zwar recht langwierig, aber gut und spannend zu lesen. Die Handlung spielt nun inzwischen im Jahr 2007 (geschrieben 2003). Stellenweise ein wenig blutig, aber trotzdem nicht so platt wie manch anderer Roman des gleichen Genres. Ich finde ihn herrlich für zwischendurch, erfordert nicht allzu viel Konzentration und reißt recht gut mit.

Ansonsten kann ich noch nicht viel sagen, denn erst jetzt, bei ungefähr 180 Seiten, beginnt die eigentliche Handlung. Sollte es NOCH spannender werden, als die beiden Einleitungen es waren, dann kann ich mich auf einen wirklich guten Thrill freuen ;-)

SaschaSalamander 02.01.2007, 10.07 | (0/0) Kommentare | PL

Plump und platt

king_puls_150.jpgNääää, sorry, das ist mir jetzt echt zu blöd. Ist King so schlecht geworden, oder hab ich das früher nur nicht gemerkt? *grübel* Vielleicht würde mir das Buch ja auch gefallen, wenn ich es ein andermal lese, wer weiß ... aber ich glaube, soooo schnell hör ich mir das nicht mehr an. Die ersten vier Tracks der ersten CD habe ich mir angetan, mehr musste nicht sein, ...

Wer ein Handy hat, ist gefährdet, denn ein Puls sendet irgendetwas aus, von dem Menschen wohl aggressiv werden. Ich weiß weder, woher der Puls kam noch ob es später weitergehen wird noch sonst etwas. Ehrlich gesagt, ich werde auch nicht weiterhören. Ungekürztes Hörbuch, gelesen von David Nathan, mmmmmh, was für eine Stimme, aber da leg ich mir lieber den zehnten Teil der "Offenbarung 23" rein, wenn ich den hören will, ...

es beginnt schon damit, dass ein junger Mann durch die Stadt läuft. Plötzlich hört er irgendwo einen Schrei. Und das bei diesem schönen Wetter auf diesem ach so schönen Boulevard an diesem ach so schönen Tag? Und dann beißt die Frau neben ihm plötzlich den Eisverkäufer, und ein Mädchen beißt die Frau, und ein Mann seinen Hund, und überall spritzt Blut, fliegen die Fetzen, werden Körperteile abgefleddert, und der Hund der eleganten Dame wird vom Auto überfahren: "Eben noch Flausch, im nächsten Augenblick Brei" ... muahahaha, was für ein genialer Satz, meine Güte, also ehrlich, King, Du konntest es mal besser! Ich hab mich vor Lachen fast nicht eingekriegt, als ich diesen "genialen" Satz hörte, aber das ist bei einem Horrorroman wohl eher daneben ...

Gut, King war noch nie ein Freund des subtilen Horror (bis auf so - in meinen Augen - geniale Werke wie "Es", "Misery", "Shining", "Langoliers" oder "The Stand"), aber "Puls" war jetzt sogar mir zu plump eben ... und wie ich im Web sehe, scheine ich mit dieser Meinung nicht alleine ...

SaschaSalamander 08.12.2006, 09.27 | (4/0) Kommentare (RSS) | PL

Dark Water

Cover des RomansNun habe ich die Rezension über den Manga "Dark Water" geschrieben und das Buch davor gelesen. Danach den Film gesehen. Ist ja doch immer sehr interessant, die einzelnen Möglichkeiten zu vergleichen. Jedes Medium verfügt über andere Schwächen, die Stärken können unterschiedlich gesetzt werden. Wo ein Buch vor allem durch Sprache und Gefühle Spannung erzeugen kann, sind im Film hauptsächlich die Bilder das tragende Element, im Manga kann eine Zeichnung ebenso aussagekräftig sein wie ein Satz oder eine bewegte Szene. Allerdings hat mich der Manga eher enttäuscht, nachdem ich das Buch gelesen hatte.

"Dark Water" ist kein Roman im eigentlichen Sinne, sondern eher eine Sammlung von Kurzgeschichten, die durch Prolog und Epilog zusammengehalten werden. Alle Geschichten haben gemeinsam, dass in ihnen das Wasser eine wichtige Rolle einnimmt. Die erste und längste davon gab dem Buch seinen Namen und handelt von der alleinerziehenden Mutter Yoshimi, die mit ihrer Tochter Ikuko in einem alten Haus lebt, welches nur noch als Bürokomplex verwendet wird. Ein altes leerstehendes Haus, eine seltsame Tasche, unauffällige Schwebepartikel im Wasserglas, die ängstlichen Gedanken einer Frau und ein Unglück, das sich vor zwei Jahren ereignete, bilden die Grundlage für unheimlichen Grusel. Nichts Konkretes, nur Ängste, Ahnungen und ein kühler Wind verursachen beim Leser eine gehörige Gänsehaut.

Was mir besonders gefallen hat, war die Art des Grusels: es müssen nicht immer Dämonen oder finstere Kreaturen sein, keine grausamen Serienkiller. "Dark Water" spielt mit den Urängsten der Menschen. Furcht verursacht nicht die Handlung, nicht das Geschehen, sondern einzig und alleine die Gedanken und Ängste der jeweiligen Protagonisten, in die man sich sehr gut hineinversetzen kann. Ob sie dem Tod nur knapp entronnen sind, was sie nun letzendlich gesehen haben, oder ob alles nur Einbildung ist, bleibt meist dem Leser überlassen.

Deswegen ist diese Art des Horrors wohl auch Geschmackssache. Mancher Leser wird es einfach beiseite wischen und nicht verstehen, was an ein paar knarzenden Dielen, einem kühlen Wind und einer im Müll liegenden Tasche so schaurig sein soll, ein anderer wird nachts das Licht brennen lassen. Was mich betrifft: ich las das Buch gerne und mit wohligem Frösteln, schlaflose Nächte hat es mir allerdings nicht beschert. Es hat mich nicht sonderlich bereichert, aber zwischendurch einmal ganz nett unterhalten.

Einen Tipp, wem es gefallen könnte, möchte ich nicht geben. Am besten einfach selbst einmal reinschnuppern, falls die Rezension interessant klang. Was der einzelne Leser dann damit anfängt, kann ich schwer beurteilen. Kultur aus Asien ist eben doch ganz anders als die unsere, und man muss sich erst schrittweise daran gewöhnen ...

SaschaSalamander 07.06.2006, 09.38 | (0/0) Kommentare | PL

Öffne die Tür

Puh, jetzt muss ich aber doch sofort schreiben! Wahnsinn, dieses Hörspiel hat mich jetzt wirklich mitgerissen! Ich musste die Arbeit unterbrechen und mich hinsetzen, um das zu hören, und ich konnte knapp 80 Minuten lang nichts anderes mehr tun. *Gänsehaut von den Armen rubbelt*. Als Fan von Sinclair und Co bin ich ja so einiges an grusligen Hörspielen gewohnt, aber "Öffne die Tür" hat mich jetzt wieder Erwarten doch gepackt! Ich muss jetzt sofort schreiben, sonst kann ich mich auf nichts anderes mehr konzentrieren! Ausnahmsweise kein vertontes Hörbuch (wie ich sie sonst bevorzuge), sondern ein reines Hörspiel, zu dem es kein Buch gibt. Vielleicht kann ich ja ein paar Hörbuchgegner hier auf den Geschmack bringen? *smile*

Bo sucht eine neue Wohnung und findet auch recht schnell ein traumhaftes Appartement. Dass er keinen Schlüssel zu dieser Tür besitzt, stört ihn anfangs wenig, dass andere einen zu besitzen scheinen, ist ihm allerdings nicht geheuer. Dennoch -er macht es sich in dem Haus gemütlich. Jeden Abend geht er mit einem befreundeten Arbeitskollegen (er arbeitet als Setzer bei der Zeitung) in seine Lieblingskneipe. Dort spricht ihn die zauberhafte Fee (so ihr Name) an. Sie lädt ihn zu einer Ausstellung ihrer Freundin ein, und danach erleben die beiden einen romantischen und erotischen Abend bei Bo. Doch als Bo mitten in der Nacht erwacht, ist Fee verschwunden. Und von nun an geschehen lauter Dinge, die dem Leser die Haare zu Berge stehen lassen! Was mag sich hinter der geheimnisvollen Tür ohne Schlüssel verbergen?

Das Hörspiel ist prima gemacht. Einfache Effekte, aber äußerst wirkungsvoll: eine tickende Uhr, quietschende Türen, Telefonwählgeräusche und ähnliche simple Dinge mehr. Dazu ein "spooky" Sound im Hintergrund, die Spannung steigt. Leider finde ich die Sprecher an manchen Stellen etwas zu leise und die Geräusche zu laut, aber das ist meiner Ansicht nach auch das einzige Manko an diesem Hörspiel.

Anfangs nur sehr spärlich, später immer deutlicher streut Marco Göllner die Hinweise auf das Ende. Erfahrene Cineasten des Genres >Mindf*ck< können sich das Ende erahnen, ansonsten kommt es völlig überraschend. Denn anfangs ist nicht klar, in welche Richtung sich die Handlung bewegen wird - Splatter? Psycho? Billiger B-Movie-Horror? Simple logische Erklärung? Gerade das macht das Hörspiel so spannend, dass man es nicht mehr beiseite legen kann: Was wird als nächstes passieren?

Es ist eine der Geschichten, bei denen der Grusel sich eigentlich nur im Kopf des Hörers abspielt, denn wirklich gruslige Dinge geschehen nicht, alles ist anfangs logisch erklärbar. Nichts, das einem aufgeklärten Menschen der heutigen Zeit Angst einjagen würde! Nichts, weswegen jemand nachts das Licht anlässt oder sich umdreht, ob da auch wirklich niemand steht. Und trotzdem ... wird wohl genau dies den meisten passieren, die sich diese CD alleine und abends zu Hause anhören.

Die Sprecher sind top. Marco Göllner, aus dessen Feder dieses geniale Stück stammt, spricht zugleich auch die Hauptrolle des Bo, Andreas Fröhlich (berühmter Synchronsprecher, u.a. bekannt als Bob Andrews aus den ???) übernimmt seinen Freund Jost. Auch die anderen Sprecher (Christian Schulte, Diana Pilger, u.a.) machen ihre Sache sehr gut und überzeugend.

Wer Gruselhörspiele mag, muss ">Öffne die Tür<" auf jeden Fall hören. Und wer Gruselbücher liebt, sollte einmal vom Medium Hörbuch kosten und sich positiv überraschen lassen. Wer weiß, was ihn hinter der Tür erwarten mag?


SaschaSalamander 19.05.2006, 15.57 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Gothic Drama

In der Bücherei lieh ich mir vor einiger Zeit ein Hörspiel von Edgar Allan Poe. Die Geschichte selbst (Die Maske des roten Todes) war recht verkürzt erzählt, dafür war sie in eine Rahmenhandlung eingebettet, mit der ich überhaupt nichts anfangen konnte. Später stellte ich dann im Internet fest, dass es der vierte Teil einer ganzen Reihe (genannt "Gothic Drama") war! Tja, und so habe ich jetzt 12 Hörbücher reservieren lassen, um sie in der richtigen Reihenfolge zu hören.

Die Rahmenhandlung erzählt von einem Mann ohne Gedächtnis, der in einem Irrenasyl aufgenommen und gepflegt wurde. In seinen Träumen sucht er die Verbindung zur Vergangenheit. Die Träume sind die Geschichten Edgar Allan Poes. Bisher fand ich die Erzählweise an sich eher dröge, dem Meister selbst nicht angemessen. Die Musik und Hintergrundkulisse dagegen sehr atmosphärisch und düster, optimal für seine Horrorstories. Da ich allerdings erst drei von bisher 12 (es werden mehr) gehört habe, kann ich mir noch kein abschließendes Urteil erlauben. Wenn ich alle gehört habe, werde ich Euch die Serie natürlich etwas ausführlicher vorstellen :-)

SaschaSalamander 13.04.2006, 09.37 | (0/0) Kommentare | PL

Die Damalstür

Cover"Wenn Du die Chance hättest, was würdest Du beim zweiten Mal anders machen?" Eine Frage, die manchen interessiert und manchen langweilt. Aber eines ist esicher: es ist zumindest ein hochinteressantes Thema für ein Buch. Erst recht, wenn man als Autor aus der Horror- oder Fantasyecke kommt, so wie Akif Pirincci (Felidae).

Alfred Seichtem, kurz Al, war ein großer, reicher Künstler. Aber nach der Sache mit Marokko und später dann Felicitas ging es bergab. Tja, und jetzt ist er ein verwahrloster, armer Künstler, getrennt von seiner Frau, kurz vor der Gosse. Sturzbetrunken torkelt er in die Straße, wo er früher wohnte. Und findet dort - eine Tür, welche in die Vergangenheit führt! Gemeinsam mit seiner Exfrau Ida will er zurückkehren an diesen Ort und die Fehler seiner Vergangenheit ausmerzen. Aber bevor er seine alten Fehler beseitigt, müssen die beiden erst einmal ihr jüngeres Selbst beseitigen. Und dann kann das neue Leben mit dem Wissen von heute beginnen.

Aber Pirincci wäre natürlich nicht Pirincci, wenn daraus nicht ein besonders skurilles Horrorszenario würde. Es ist selbstverständlich, dass es natürlich ganz anders kommt als geplant. Ein Mord zieht den anderen nach sich, und die Nachbarn scheinen auch nicht so ganz ohne. Aber jetzt ist bereits zu spät ... warum nicht trotzdem das Bestmögliche daraus machen?

Die ersten zwei Kapitel zieht es sich ein wenig, ich dachte mir, er möge endlich zur Sache kommen, aber allein der mitreißende Schreibstil hat mich locker über das Geplänkel zu Beginn hinweglesen lassen. Das Einzige, was mich wirklich konsequent störte: Mal wird der Protagonist Ali genannt, mal Alfred, mal Seichtem. Vielleicht, um Wortwiederholungen zu vermeiden, vielleicht aus Unachtsamkeit. Aber es ist lästig, wenn die Hauptperson drei verschiedene Namen trägt. Und dann ist da stellenweise noch das Wirrwarr zwischen dem "alten" und dem "neuen" Ali. Dieses hätte mit den Bezeichnungen Ali (der junge Maler voller Elan) und Seichtem (der abgewreckte olle Seichtem) gelöst werden können, wurde es aber nicht. Statt dessen fragt man sich oft, von wem gerade die Rede ist.

Trotzdem, abgesehen davon ist das Buch wirklich genial. Und - was soll ich einen einfachen Horrorroman auf literarische Verwertbarkeit untersuchen? ;-)

Ich war davon ebenso begeistert wie von seinen Felidae-Romanen um den Klugscheißerkater Francis oder dem perfekten Mord im "Rumpf". Deswegen kam mir auch der Begriff "Pageturner" (>hier< und >hier< während des Lesens in den Sinn. Dieses Buch liest sich quasi von selbst. Es ist eklig, es ist widerwärtig, es ist geschmacklos. Aber es ist gleichzeitig so spannend, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Stellenweise recht gut vorhersehbar, aber das macht nichts. Hauptsache super Unterhaltung. Und DAS verspreche ich mit der "Damalstür" jedem, der sich für Autoren wie Pirincci, Hohlbein, King oder Koontz begeistern kann.

SaschaSalamander 05.04.2006, 08.35 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Pageturner

CoverHeute kam ich durch Behördenbesuch, Nachhilfe, Frettchenchaos und Wochenendeinkauf wieder einmal zu fast gar nichts. Naja, oder sagen wir es anders: nicht zu dem, was ich sonst gerne mache, nämlich lesen. Aber die Hinfahrt von und zur Nachhilfe nutzte ich mit Lesen, und das war nicht gerade wenig (ich fahre fast länger als ich unterrichte). Und so konnte ich ein gutes Stück in Pirinccis (will auch so´nen Böppel unter dem c auf meiner Tastatur!) "Damalstür" zu mir nehmen.

Bisher sehr spannend. Gut, es zieht sich anfangs zwar, mich interessiert die ganze bisherige verkorkste Lebensgeschichte des Ali Seichtem (der mal Ali, mal Seichtem genannt wird, was recht verwirrend ist für den Leser) nicht sonderlich, aber vermutlich ist sie in diesem Fall sogar einmal wichtig für den Fortgang der Handlung. Liest sich jedenfalls schön flüssig und angenehm, wenn man keine allzu hohen Ansprüche an das Niveau stellt. Also das, was man auf gut Neudeutsch inzwischen einen echten "Page - Turner" nennt ;-)

SaschaSalamander 24.02.2006, 21.49 | (0/0) Kommentare | PL



 






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