SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Horror

Der Monstrumologe

Ich habe mich also gestern entschieden: der MONSTRUMOLOGE soll das nächste Buch sein, das ich lese. Schon lange habe ich mich darauf gefreut, und jetzt endlich. Aber ich muss sagen, dass ich nicht so recht weiß, was ich damit anfangen soll.

Es erwarten den Leser 400 Seiten, und knapp über 100 habe ich bereits davon gelesen. Es ist nett und liest sich flüssig (ein wenig altmodisch, aber das gehört zum Inhalt. Einige Leser tun sich laut diverser Beschreibungen eher schwer damit, aber ich komme eigentlich recht gut klar. Sind sehr verschachtelte Sätze stellenweise, die ein wenig gewöhnungsbedürftig sind aber zum Buch passen, wie ich finde). Aber es reizt mich nicht wirklich. Hundert Seiten, aber wirklich viel passiert ist noch nicht, wenn ich das Revue passieren lasse.

Die Figuren haben recht viele Macken und Eigenarten, sowohl der schrullige Wissenschaftler als auch der schüchterne Waisenjunge. Aber außer einer dritten Person gab es noch keinerlei weitere Figuren. Anfangs war die Interaktion zwischen beiden recht witzig zu lesen, aber langsam habe ich das Gefühl, dass sich alles ständig wiederholt:

der Wissenschaftler ist ein wenig wahnsinnig, Forschung geht ihm über Menschlichkeit, ständig scheucht er Will Henry herum und hat kein gutes Wort, dafür aber ständig Belehrungen für ihn. Will Henry dagegen fühlt sich dem Wissenschaftler verpflichtet, da sein verstorbener Vater für ihn arbeitete und sein Werk unterstützte. Einerseits wäre Will Henry gerne ein ganz normales Kind, andererseits betont er doch gerne, dass er schon sehr erwachsen ist. Er versteht nicht wirklich, warum er all dies für den Doktor tun soll, er findet sein Handeln oft falsch und widersinnig, aber er tut es trotzdem, er ist ja nur ein Kind und nützlich für seinen Herrn.

Ich fasse mal kurz zusammen: ein fünfseitiger Monolog. Und dann knapp 100 Seiten darüber, wie ein Grabräuber ein Monster zu dem Doktor bringt, das Monster wird untersucht, sie fahren alle zusammen auf den Friedhof, eine weitere Horde Monster taucht auf, Heimkehr, der Doktor macht sich Gedanken über die Herkunft der Wesen.

Klingt eigentlich eher nach einer Novelle oder Kurzgeschichte, nicht nach 100 Seiten Roman.

Am liebsten würde ich abbrechen. Andererseits möchte ich schon gerne wissen wie es weitergeht. Ob noch andere Figuren die Handlung bereichern werden. Ob der Wissenschaftler sich weiterentwickelt und doch irgendwann einen kleinen Funken Zuneigung für seinen Dienstjungen empfindet. Ob Will Henry über sich hinauswächst und widerspricht. Aber ich habe die dumpfe Befürchtung, dass das Buch so bleiben wird, wie es im ersten Viertel begann ...

außerdem, ein paar gute Dinge hat das Buch dennoch: die beiden Figuren werden zwar nicht tiefgründig beschrieben, oberflächlich aber sehr gut beschrieben, sie wirken sehr plastisch, ich sehe die Szene recht gut vor mir. Viktorianische Elemente, die mag ich sowieso. Und die Splatterszenen sind recht nett. Schwer, die Szene ohne Spoiler zu beschreiben, ich versuche es: die Reste eines Gehirns kleben in Will Henrys Gesicht, und er beginnt zu grübeln. Ob dieser Teil, den er jetzt abwusch, vielleicht das Sprachzentrum war? Oder waren es die Emotionen, die ihm nun gerade über die Stirn auf die Nase rutschten? Die Liebe, Freundlichkeit des Verstorbenen, die ihm das vorhin das Auge verklebte?

Und dann natürlich die Zeichnungen, wie gesagt: Schwarz-Weiß, sehr liebevoll detailliert und stellenweise recht makaber und brutal, aber sehr kunstvoll. Der Umschlag mit seiner Prägung, die hübsche Gestaltung auch der Innenseite der Broschur und das beigefügte Lesezeichen machen das Buch zu einem kleinen Schatz im Regal.

Nichts für schwache Mägen, optisch wie sprachlich, aber nicht im üblichen Sinne. Sondern hintersinnig und ziemlich kurios. Nur leider kann das alleine keine komplette Handlung tragen :(


SaschaSalamander 10.03.2011, 17.04 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Evil

Puuuuuh, was soll ich zu DIESEM Buch schreiben? Ein Roman, bei dem ich wieder einmal zugegriffen habe, ohne Autor oder Titel zu kennen. Ich bin rasend schnell in dem anfangs gemütlichen Plauderton versunken, bis ich dann knallhart in dem brutalen "Spiel" landete und ständig schwankte zwischen "das tu ich mir nicht an" und "es ist doch nur ein Roman, ich will wenigstens wissen, wie es ausgeht".

Nun, "nur ein Roman" stimmt zumindest so nicht. Denn 1965 spielte es sich in ähnlicher Form in Amerika ab und ist weltweit bekannt als der >"Mordfall Syvia Likens"<. Erst bei Recherchen zu diesem Buch stieß ich auf diese grausige Begebenheit, und nach der Lektüre des Buches ist klar, dass der Autor sich auch an diesem Fall orientierte.

Vor dem Lesen findet sich ein Vorwort von Stephen King. Äußerst interessant, allerdings ein riesiger Spoiler, der am Ende vermutlich besser aufgehoben wäre. Andererseits, mir selbst fiel das Lesen leichter mit dem Wissen um das, was King erwähnt hatte, denn völlig ahnungslos in das Buch hineinzurutschen wäre heftig gewesen. Anfangs dachte ich ja wirklich, King übertreibt, wenn er vom unvorstellbaren Grauen etc spricht, andere ähnlich gepriesene Bücher sind dann doch nur "normaler" Horror und wurden höher gelobt als eigentlich notwendig. Dieses hier wurde nicht gelobt, eher beschrieben. Um den Leser vorzubereiten auf das, was ihn bei EVIL erwarten wird.

Ein Junge, der Protagonist, spielt am Bach. Es wird erzählt von seinen Freunden, dem Leben im Ort, den Nachbarn, den harmlosen Jungenstreichen. Flusskrebse am Bach, Sommerferien. Typisches Setting, wie man es von amerikanischem Horror kennt, möglichst harmlos und allgegenwärtig, bevor es sich dann wendet. Die Kinder spielen ein Spiel, in welchem eine Person sich verteidigen muss, in der Regel eingefangen wird und dann als "Kriegsgefangener" allen möglichen "Quälereien" und Neckereien ausgesetzt ist, vom Kitzeln über Schläge und auch Schmerzen, jedoch weitgehend im Rahmen kindlicher Neugier, die auch einmal sexuelle Grenzen übergreift, wenn Jungs und Mädchen neugierig aufeinander werden.

Und eines Tages am Bach begegnet der Junge einem Mädchen, das neu im Ort ist. sie und ihre kleine Schwester wohnen seit dem Tod der Eltern nun bei der Tante. Anfangs nur ungeliebte Gäste, artet dieser Unmut immer weiter aus. Die Tante ärgert sich über die zusätzliche Arbeit, das teure Essen, lässt ihren Ärger immer weiter an den Kindern aus. Bis die Situation eines Tages eskaliert und sie sich das Spiel der Kinder zum Vorbild nimmt, um die Mädchen immer weiter zu quälen.

Ich möchte hier nicht ins Detail gehen. Weniger um die Spannung aufrecht zu erhalten, denn die wird auf jeden Fall vorhanden sein. Sondern vielmehr, weil ich es kaum in Worte zu fassen vermag. Das Buch ist abstoßend, widerlich, eklig, grauenhaft, unerträglich, und ich kann jeden verstehen, der es abgebrochen hat. Auch ich habe viele Szenen übersprungen oder lediglich quergelesen, weil ich es kaum aushalten konnte. Es schüttelte mich, und ich wollte mir das Ganze gar nicht bildlich vorstellen.

Das Faszinierende jedoch: wer jetzt denkt, dass der Autor blutrünstig schreiben würde oder den Horror en detail zelebrieren würde, der irrt. Und das war auch der Grund, dass ich das Buch dennoch beenden konnte. Ketchum deutet oft nur an, etwa indem er Spuren beschreibt statt die Vorgänge zu deren Entstehung. Er lässt den Protagonisten und somit auch Leser erst dann dazustoßen, wenn die anderen ihr widerwärtiges Tun bereits abgeschlossen haben. Und ähnliche Kniffe mehr, sodass die wirklich grausigen Anteile nicht ausgeführt werden. Dennoch ist das, was man liest, schlimm genug.

Doch, ich bin viel gewohnt. Aus den unterschiedlichsten Genres. Und ich kann sagen, dass ich eine Menge wegstecken kann. Aber bei diesem Buch stieß ich tatsächlich an meine Grenzen.

Ich möchte bei diesem Buch nicht von "gut" oder "schlecht" reden, kann es schwer in diesen sonst üblichen Kategorien bewerten. Auch kann man nicht reden von "gefiel" oder "gefiel nicht". Sondern es ist ein schockierendes Buch, das eigentlich nicht in die Rubrik Horror gehört (was ja in der Regel übersinnlich ist oder stark unrealistisch und überdramatisiert). Vielmehr wäre es wohl "Schicksal" oder "Drama", doch dazu ist es eben "nur" die fiktionale Beschreibung, wie es gewesen sein könnte statt einer realen Berichterstattung über das, was damals war.

Am Ende folgt nun eigentlich die Zusammenfassung oder eine Empfehlung, aber das kann ich diesmal nicht. Was sollte ich schreiben? Nein, ich weiß es nicht. Ich empfehle es nicht, denn es ist schrecklich, und auch ohne Lektüre des Buches erahnt man die Qualen eines misshandelten Kindes. Und ich rate auch nicht davon ab, denn es ist für sich betrachtet ein kleines Meisterwerk, da es im Gegensatz zu den meisten "normalen" Horrorromanen wirklich tief berührt und bewegt. Ich schreibe nicht über EVIL, um es zu empfehlen, sondern nur, um es Euch vorzustellen.

Und besonders freue ich mich über Kommentare von denen, welche das Buch bereits gelesen haben. Wie fandet Ihr es? Wie ging es Euch währenddessen und danach?

SaschaSalamander 04.02.2011, 10.12 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Furcht

little_furcht_1.jpgEs hat unterschiedliche Gründe, warum ich zu einem Buch greife. Häufig wähle ich etwas, das ich in den Auslagen der Buchhandlungen sah und ansprechend fand (muss nicht unbedingt aktuell sein, ergibt sich meistens jedoch aus der Präsentation). Bücher, deren Autoren mir Garant für gute Unterhaltung sind. Oder mir völlig unbekannte Titel, weil ich gerade Lust darauf habe.

Ein solcher Fall ist derzeit "Furcht" von Bentley Little. Mag sein, dass er bekannt ist, aber es gibt zuviele Autoren, als dass man alle kennen könnte. Und während Bartimäus, Sixteen Moons, der Professor und andere brandheiße Titel auf mich warten, war mir plötzlich danach, einfach mal aufs Geratewohl irgendwas zu greifen.

Ich warte noch ab, wie sich das Buch entwickelt. Bisher ist außer einer toten Katze, einem unheimlichen Brief, ein wenig Vandalismus und einem eher skurillen Besuch noch nichts passiert. Umso mehr kann ich kaum erwarten, was da noch alles kommen wird! Das Buch scheidet die Geister, und ich bin gespannt, zu welcher Fraktion ich mich am Ende zählen werde? Bisher macht es zumindest neugierig. und der sanften Stimme Simon Jägers lausche ich sowieso gerne, egal was er vorträgt, ...

SaschaSalamander 01.12.2010, 14.00 | (0/0) Kommentare | PL

Repo - the Genetic Opera

repo_1.jpgRepo bedeutet Reposession, Rückkaufvereinbarung. In diesem Fall von in Menschen implantierten Organen. Im Jahr 2056 leiden Menschen an einer Krankheit, welche die Organe versagen lässt. Und schon ist ein Retter in Sicht: GeneCo, eine skrupellose Firma, geführt von Rotti Largo. Sie verkauft Organe. Eingepflanzt bekommt sie auf Wunsch jeder, doch wer später nicht zahlen kann, der erhält bald darauf Besuch vom Repo-Man, welcher die fremde Ware zurückholt. Auf äußerst unangenehme Weise.

Rotti Largo erfährt, dass er bald sterben muss. Seine drei Kinder sind allesamt ungeeignet, die Firma zu übernehmen. Rotti hatte eine große Liebe, Marni, doch diese verließ ihn für Nathan Wallace. Marnie hinterließ nach ihrem Tod Töchterchen Shilo. Rotti gedenkt sie als Erbin seines Imperiums zu benennen.

Shilo ist süße 17 und schwer krank, ihr Vater hält sie gefangen, bis er ein Gegenmittel gegen die Blutkrankheit gefunden hat, doch Shilo will mehr in ihrem Leben also nur das kleine enge Zimmerchen, und so schleicht sie sich häufig nach draußen.

Nathan Wallace führt ein Doppelleben: als liebender Vater Shilos und Witwer der bei der Geburt des Kindes verstorbenen Marni gibt er sich die Schuld am Tod seiner Frau. Als Repo-Man arbeitet er im Auftrag von GeneCo, verbirgt diesen Teil seines Lebens, indem er sich vor seiner Tochter als Arzt ausgibt.

Dies die drei Hauptcharaktere um die Handlung, von welcher ich ungern zuviel vorwegnehmen möchte. Kurz gesagt, es geht um den Zwist zwischen den drei Largo-Kindern, Shilos Wunsch nach Erfüllung, das Werken des Repo-Man, das große Abschiedskonzert der Sängern Blind Mag und besonders um die Geschichte, welche Rotti, Shilo, Nathan, Blind Mag, Marni und den Erzähler (ein Grabräuber) miteinander verbindet. Viele Intrigen werden aufgedeckt, einzelne spannende Nebenschauplätze wie etwa das Drogenkartell um das aus Leichen hergestellte Produkt Zydrate beleben die Szene. Alles gipfelt in einem gigantischen Showdown aus Korruption, Lügen und Blut.

Der Film ist ein ungewöhnliches, vollgestopftes Spektakel, eine Rockoper ohne Vergleich. Kein gesprochener Text, rein basierend auf Musik. 38 Songs werden gespielt, mal düster, mal fetzig. Die Bilder und Eindrücke erdrücken den Zuschauer fast, man muss sich wirklich sehr auf die Details und den Inhalt konzentrieren, um beim ersten Ansehen folgen zu können. Doch ich sehe dies nicht als Mangel, sondern als großes Plus des Films. Es ist kaum zu beschreiben, wie genial so viele verschiedenen Themen, Elemente, Bilder in gerade einmal 90 Minuten gepresst wurden!

Vor allem die Bilderflut ist überwältigend. Offen gesagt handelt es sich neben einer Rockoper im Grunde auch um einen Fetischfilm: Gasmasken, Latex, Samt, Seide, Stiefel, Stockings, lange Mäntel, Netzröcke, Waffen, viel Schwarz und Dunkelrot, opulente Kostüme, für nahezu jeden Geschmack müsste etwas dabei sein, eben der typische Look einer Dystopie, hier jedoch geballt und weit intensiver. Bleiche Gesichter, lange schwarze Haare, bunte Kontaktlinsen, schaurige Holos, dunkle Gassen, Berge von verwesenden Leichen, sich vom blutigen Fleisch lösende Gesichtsmasken nach einer misslungenen Schönheitsoperation. Das Herz eines jeden Horrorfans, Fetischisten, Goths, Hardcore-Rockers dürfte höher schlagen, wenn er diesen Film sieht.

Absolute Empfehlung! Ich bin sicher, dass dieser Film die Gemüter spaltet, man liebt ihn oder findet ihn grässlich. Doch allein aus der Inhaltsbeschreibung und nach ein paar Screenshots dürfte jedem Zuschauer klar sein, zu welcher Kategorie er sich zählt. Ich jedenfalls gehöre zu den Fans und werde mir die DVD demnächst in mein Regal stellen!

SaschaSalamander 08.11.2010, 17.51 | (0/0) Kommentare | PL

OPUS ANIMA

Ich weiß gar nicht so recht, in welche Kategorie ich diesen Beitrag packen soll. Es ist keine Rezension. Aber auch nichts, das ich aktuell lese, eher nebenbei (ein Regelwerk bzw ein Fach liest man eben nicht, sondern holt sich Infos bei Bedarf). Es könnte auch passen in "rund um Bücher". Aber ich packe es mal in die Spieleecke, denn im Grunde ist es, Regelbuch hin oder her, kein Buch, sondern ein Spiel ;-)

Ich möchte hier gar nicht groß erzählen, was ein Rollenspiel ist, wie es funktioniert, denn für Außenseiter müsste ich hier sehr weit ausholen, und Insider würde ich damit langweilen. Aber vielleicht hat ja jemand schon von "DSA" (das schwarze Auge), "D&D" (Dungeons and Dragons), Vampire the Masquerade, Shadowrun gehört, das sind mit die bekanntesten Rollenspiele, aber es gibt noch unzählige Systeme mehr in allen Welten, Varianten, Spiele jeder Coleur.

Opus Anima ist nun sehr düster: die Menschheit hat in der Zukunft das Weltall erobert, doch bei einem schlimmen Krieg wurde die Welt Kurip-Aleph zerstört, die Schollen treiben nun umher, zusammengehalten von Stahlträgern, jeder Scholle eine eigene kleine Welt für sich. Aus dem Inneren des Planeten quillt Äther, welche ihn wie eine Hülle umgibt und für interessante Effekte und Physik im Spiel sorgt. Es wurde eine Menge Technik zerstört, Elektrizität funktioniert nicht mehr, und so gibt es hier viel Mechanik und Dampfkraft. Klassisches >Steampunk< - Rollenspiel. Das Besondere: hier gibt es keine Zwergen, Elfen, Trolle, Orks etc. Sondern hier gibt es Menschen (und ein paar wenige außerirdische bzw gentechnisch veränderte Rassen), die ihrer Seele beraubt wurden. Sie können nur überleben, weil sie von großen Entitäten / Gottheiten / Wesen Lebensenergie bekommen haben. Aber mit dieser zusammen leider auch den entsprechenden Makel der zuständigen Gottheit. Und hier ginge es nun zusehr ins Detail, das zu erklären. Um es kurz zu fassen:

die Charaktere, welche man spielt, haben den Großteil ihrer Seele verloren und wurden verschiedener Fähigkeiten beraubt, dies hin bis zu sehr drastischen, makabaren Dingen: es gibt etwa den "Gescheiterten", den "Ausgeweideten", den "Blinden", den "Vergessenen", den "Versehrten", den "Toten" und ähnlich bemitleidenswerte Kreaturen, die unter sehr starken Mängeln zu leiden haben, jedoch natürlich auch besondere Stärken haben. Keine übermenschlichen Fähigkeiten, eher besondere Wesenszüge und Stärken wie Zielstrebigkeit, Enthaltsamkeit oder derlei "normale" Dinge. Die Welt um sie herum kann verzerrt werden, was widerum zu faszinierenden Effekten und Spielmöglichkeiten führen kann und Spieler wie Spielwelt beeinflusst.

Es ist sehr düster, sehr makaber, und es ist auch gänzlich anders aufgebaut als viele der üblichen bekannten Rollenspiele, es lässt in seiner Physik, den Spielregeln, den Charakterbögen sehr viel mehr Freiräume. Manche Rollenspieler sehen dies als Manko, weil der Meister zuviele Freiheiten hat. Ich finde dies grandios, denn der Meister hat sehr viele Mglichkeiten, das Spiel zu gestalten, die Mitspieler zu überraschen. Ich mag keine endlosen Diskussionen um Regelwerk. Auch im realen Leben läuft nicht immer alles nach Plan, lässt sich nicht würfeln, und ich liebe diese Willkür, sie macht das straighte Spiel spannend und aufregend, man weiß nicht, was als nächstes kommt, erst recht in dieser schrägen Welt mit ihren ungewöhnlichen Charakteren und ihrer seltsamen Physik und den Verzerrungen der Realität!

Das Buch dazu, wow, einfach genial! Abgesehen davon, dass man nicht ständig neue Regelwerke der Version XY kaufen muss wie bei anderen Spielen (und Rollenspiel kann verdammt ins Geld gehen, das ist nicht mehr feierlich, wie da abgezockt wird), ist das Buch einfach traumhaft gestaltet. Im Internet gibt es kostenlos Charakterbögen zum Herunterladen (bei anderen Spielen sind solche Bögen sehr teuer, wenn man sie neu kauft), auch die komplette Anleitung gibt es gratis zum Download. Das Buch ist dennoch einen Kauf wert, denn es ist ein absoluter Hingucker im Regal. Die Bilder sind grandios, schwarz-weiß-Skizzen, die einen sehr guten Eindruck der Spielwelt vermitteln. Die Schrift verzerrt, um auch die Verzerrungen im Spiel ein wenig deutlicher aufzuzeigen. Wunderschönes Glanzpapier, das ich mich stellenweise kaum zu berühren getraue, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, mehr ein Bildband denn ein Buch.

Abgesehen davon, dass die meisten Leute (zumindest die ich kenne) lieber ein Buch lesen als Zeilen auf dem Monitor, ist diese Ausgabe des Regelwerkes wunderschön. Ich könnte schwärmen, mit jeder Seite, die ich aufschlage mehr. Und es ist so schön beschreiben alles, dass man es nicht nur als Regelwerk sieht, sondern als Ausflug in eine fremde, unheimliche Welt voller Gefahren. Es ist kein Roman, aber es ist eine Auflistung spannender Besonderheiten in und um Kurip-Aleph, und alleine das Buch macht schon unglaublich Lust darauf, das Spiel selbst auszutesten und sofort loszulegen!

Besonders schön finde ich, wie sich kein gesamtes Bild zeigt, sondern sich die Welt erst nach und nach erschließt. Die meisten Rollenspiele sind "normales" Fantasy oder spannende aber bekannte Welten (Cyberpunk oder basierend auf klassischer Phantastik, typischen Vampirgeschichten). Dieses hier ist eine völlig neuartige Variante. Und aus einzelnen kleinen Bruchstücken, die erzählt werden, entwickelt sich nach und nach ein immer dichteres Bild von der kaputten Welt Kurip-Aleph. Keine Texte zum Drüberlesen, sondern hochwertige Schnipsel, die in Ruhe und Muse genossen werden müssen, um immer tiefer abzutauchen. Sosehr ich mir einen Film oder einen Roman wünsche, vermute ich doch, dass dies die Faszination von OPUS ANIMA zerstören würde.

Für Zartbesaitete ist OPUS ANIMA allerdings nicht geeignet. Man sollte schon einen kräftigen Magen, stramme Nerven und jede Menge Aufgeschlossenheit mit sich bringen, um mit diesem Spielsystem und vor allem in jener Welt zurechtzukommen. Nur für erfahrene Rollenspieler. Oder aber besonders geeignet (aufgrund des nur sehr geringen Regelwerkes) für Einsteiger, diese sollten aber extrem aufgeschlossen und experimentierfreudig sein. Dann kann man sie ohne jegliches Wissen um Welt, Regeln und Situation sofort auf den Planeten schmeißen.

Und auch ohne Rollenspiel ist das Buch auf jeden Fall einen Blick und für Fans des Genres auch einen Kauf wert!

Da ich hier ungern zig Bilder veröffentlichen möchte, die auf meiner Seite gar nicht zur Geltung kämen, hier der Link zu Opus Anima:

>Opus Anima< Regelwerk, Charakterbögen, Abenteuer, Galerie, Forum etc

SaschaSalamander 21.05.2010, 18.52 | (0/0) Kommentare | PL

Hansel und Gretel

hanselgretel_150_1.jpgDie Märchen der Gebrüder Grimm sind weit über den deutschen Kulturschatz hinaus bekannt und beliebt. Immer wieder sind sie Grundlage für Varianten an Märchen, Fantasy, Horror. Mal leicht abgewandelt, mal dicht an der Vorlage. Mal kindgerecht, ein andermal bluig oder sexuell für Erwachsene. Neben Rotkäpchen zählt Hänsel und Gretel zu den Märchen, die am häufigsten hierfür verwendet werden. Ich kann gar nicht zählen, wie viele ausländische Filme und vor allem Mangas ich bereits über Variationen der Gebrüder Grimm gelesen habe!

Eine besonders gelunge Version, die ich heute vorstellen möchte, ist "Hänsel und Gretel". Das Grundmotiv bleibt erhalten: Kinder im Wald, ein böser Mensch, die Kinder begehen Rache.

Eun-Soo fährt gerade zu seiner kranken Mutter, als er im Wald einen Unfall hat. Hilflos irrt er durch das Gehölz, als ihm ein hübsches Mädchen begegnet und ihn zu ihrem nahegelegenen Elternhaus führen will, wo sie mit Vater, Muter und zwei Geschwistern lebt. Alles dort erscheint ihm seltsam, aber er hat keine Wahl, als die Nacht dort zu verbringen. Am nächsten Tag bricht er mit einer Wegbeschreibung auf und will zurück zu seinem Auto, doch er landet am Abend wieder in dem seltsamen Haus. Noch hält er das für einen Zufall. Doch als ihm dieses mehrere Male immer wieder passiert, ahnt er, dass etwas nicht stimmt. Und plötzlich verschwinden die Eltern der drei Kinder und bitten ihn auf einem Notizzettel, für diese Sorge zu tragen. Immer seltsamer wird das Verhalten der Geschwister, immer bedrohlicher die gesamte Situation. Ein weiteres Ehepaar baut einen Unfall und wird von dem Bruder nun ebenfalls in das Haus geführt, kann nicht mehr entkommen. Die beiden Erwachsenen scheinen Böses zu planen, und Eun-Soo schwankt in seinem Verantwortungsgefühl für die Kinder und seiner Sorge um die eigene Familie zu Hause, für welche er seit Tagen verschollen gilt. Die Lage spitzt sich zu, und wenn er den Wald verlassen will, muss er zuvor das schreckliche Geheimnis der Kinder lüften ...

Erst recht spät gegen Ende des Filmes werden die Bezüge zum ursprünglichen Märchen "Hänsel und Gretel" sichtbar, und je deutlicher sie werden, desto faszinierter war ich von der Geschichte, welche die Koreaner hier gewoben haben! Der Film behandelt quasi die Frage was mit Hänsel und Gretel geschehen wäre, wenn sie nicht am Ende ihre bösen Eltern aufgesucht, sondern sich an allen grausamen Erwachsenen gerächt hätten.

Es ist kein "reinrassiger" Horrorfilm, aber dennoch ist er sehr unheimlich. Ohne Schockeffekte, ohne literweise Blut, ohne gruslige Effekte kommt der Film aus, und doch brennen sich die Bilder in ihrer Intensität ins Gedächtnis. Surreale Schauplätze bilden die Kulisse, schaurige Orte werden verzerrt und spielen mit den Urängsten der Menschen. Der Dachboden ist ein Labyrinth ohne Ausgang, der Wald steckt voller düsterer Geheimnisse, und die aufgesetzte Niedlichkeit des Hauses wirkt umso bedrohlicher, je bunter und zuckriger die Bilder werden. Kleine Holzpüppchen beginnen wie im Märchen zu fliegen und mit den Kindern zu spielen, ein Weihnachtsmann lässt Wünsche wahr werden.

Ein zauberhaftes Märchen, ein ernster Hintergrund. Die Handlung ist am Ende nicht leicht zu verkraften, und wie bei Asiafilmen üblich erfährt der Zuschauer, dass Gut und Böse nicht zwangsläufig Gegensätze sein müssen ...

Ich kann diesem Film nur jedem empfehlen, der offen ist für neue Eindrücke. Nichts für nebenbei, sondern tiefgründige Unterhaltung, bei der man sich in Ruhe auf das Geschehen am Bildschirm konzentrieren sollte. Ein Film, auf den man sich einlassen muss ...

SaschaSalamander 28.09.2009, 09.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Der verbotene Schlüssel

schluessel_150_1.jpgSchon viel habe ich über diesen Film gehört, das Plakat hat sich mir ins Hürn gebrannt (ein anderes, mit einem Auge, das ich hier nicht poste, weil ich es eklig finde). Ich bevorzuge eine andere Art von Horror, aber die Neugier ließ mich nicht mehr los. Also habe ich mir den Film "der verbotene Schlüssel" geholt.

Caroline arbeitet in der Hospiz, sie begleitet sterbende Menschen in ihren letzten Tagen. Als ihr Patient stirbt, nimmt sie einen neuen Auftrag an, mitten im wunderschönen New Orleans, wo die rüstige Violet ihren vom Schlaganfall getroffenen Mann Ben pflegt. Violet ist skeptisch, denn vermutlich wird Caroline wie alle bisherigen anderen Pflegekräfte aufgeben. Jedes Haus hat eine Geschichte, und die des alten Hauses im Südstaatenstil ist düster und geheimnisvoll. Doch Caroline bleibt. Sie erfährt von dem schwarzen Ehepaar, welches dort Hoodoo praktizierte und grausam ermordet wurde. Was hat dies mit der verschlossenen Tür auf dem Dachboden zu tun? Was hat Ben vor seinem Schlaganfall auf dem Dachboden gesehen? Wird Caroline gegen die Kräfte des Bösen ankämpfen und den Fluch brechen können?

Nach dem, was mir Freunde erzählt hatten, erwartete ich etwas Grusliges. Aber allzu schlimm fand ich den Film nicht. Im Gegenteil ganz nett. Funkel fasste es am Ende sehr treffend zusammen, wie ich finde: "endlich mal wieder ein spannender Gruselfilm ohne irgendwelche ekligen Schockeffekte".

Der Film ist spannend. Gemeinsam mit Caroline erkundet der Zuschauer den Dachboden und findet den Beschwörungsraum hinter der verschlossenen Tür. Eklige Bilder, unnötige Schockeffekte, eine düstere Atmosphäre und nervenzerfetzende Musik sind dabei unnötig. Statt dessen ist der Film durch das helle Haus und den prächtig blühenden Garten sogar erstaunlich bunt und lebendig. Das finde ich für einen Grusel- oder Horrorfilm einmal ungewöhnlich, aber es gefällt mir sehr gut. Es gibt zwar auch dunkle Szenen in einer tragischen Regennacht oder auf dem schummrigen Dachboden, aber das hält sich in Grenzen.

Von der Wendung waren wir beide dann doch sehr überrascht (es gab Hinweise, aber die hatten wir alle übersehen, und so ist es wohl auch gedacht). Clever gemacht und den Zuschauer herrlich in die Irre geführt, so liebe ich das! Ein schauriges Ende, das einiges offenlässt, nach dem man aber trotzdem bedenklos duschen, Licht löschen und zu Bett gehen kann ohne Angst zu haben ;-)

Doch, ist mal ein netter Horrorfilm. Intelligent gemacht. Einfach und ohne hohe Ansprüche, aber unterhaltsam und spannend. Muss man nicht gesehen haben, wird es aber auch nicht bereuen.

SaschaSalamander 01.09.2008, 16.31 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Don Harris

Jason Dark. Ursprünglich ein Verlagspseudonym für mehrere Autorn, später DER Alias des deutschen Autoren Helmut Rellegard. Wenn die meisten bei deutschen Autoren eher an Goethe denken, moderner vielleicht an Grass oder Hohlbein, ist der mit der höchsten Auflagezahl dann aber doch wider Erwarten ein ganz anderer: nämlich der geistige Vater von John Sinclair, dem Geisterjäger. Unzählige Heftchen, einige Romane, zwei Hörbuchserien sowie sogar einige Filme hat der "Sohn des Lichts" bereits hinter sich, und es gibt kaum jemanden, der zumindest nicht schon einmal von Sinclair gehört hat.

Aber nun hat Rellegard diese Reihe beendet und wendet sich anderen Charakteren zu. Ein Zyklus um eine Hexe, kenne ihn nicht, kann nichts näher dazu erzählen. Und Don Harris, der "Psycho-Cop". Davon habe ich bereits das erste Hörspiel gehört und lese gerade auch das zweite Buch der Serie. Ich denke, nach diesem Einblick kann ich Euch also schon einmal ein paar Takte dazu erzählen ...

Ich gebe zu, dass ich ja schon recht gefrustet bin über das Absetzen von John Sinclair. Der Geisterjäger ist mir wirklich ans Herz gewachsen, gemeinsam mit seinem Kollegen Suko, seiner sexy Freundin, seinem Chef, der "Horror-Oma", seinen Erzfeinden dem schwarzen Tod, Myxin, Asmodina und anderen Dämonen. Aber hier soll es ja nicht um den strahlenden Helden John gehen *snief*, sondern um den neuen Strahlemann und Kundenmagneten Don Harris.

Zur Handlung des Psycho-Cops: die Mutter bei seiner Geburt verstorben, lebt Don Harris unter der Obhut seines Vaters. Da dieser ein reicher und vielbeschäftigter Mann ist, besucht Don ein Internat. Nur selten sieht er seinen Vater, doch die Verbindung zwischen ihnen ist innig. Eines Tages hat der Junge ein unheimliches Erlebnis: er hat eine Vision von einem durch das Eis des Sees gebrochenen Mädchen. Und als er den See erreicht, kann er die Kleine tatsächlich vor dem Ertrinken retten, seine Vision war ein Blick in die Zukunft! Es fällt ihm schwer, seine Gabe zu akzeptieren, aber gemeinsam mit seinem Freund Terry und einigen wenigen anderen Eingeweihten wird aus ihm bald ein intelligenter, junger Mann, der erfolgreich die Schule absolviert, ein grandioses Studium ablegt und nun beim ESP arbeitet, einem noch geheimeren Geheimdienst als dem schottischen Geheimdienst.

Und schon beginnt sein erster für den Leser relevante Fall: ein grausamer Mord geschieht an einer jungen Frau, Dons Telefonnummer mit deren Blut an die Wand über dem Bett geschrieben. Don kannte sie nur flüchtig, doch es ist unübersehbar, dass es der Täter auf IHN abgesehen hat! Und dann stirbt ganz unerwartet Dons Vater an einem Herzinfarkt, ein gesunder, sportlich aktiver Mann in den besten Jahren. Der Polizist besucht das elterliche Anwesen, um die Formalitäten zu klären und stößt in der Kapelle auf ein seltsames Geheimnis. Bei der Beerdigung trifft er auf eine mysteriöse Fremde, und bald kommt es zum Showdown mit dem Killer, den Don mit Hilfe seiner nun neu erwachenden zusätzlichen Fähigkeiten einfängt. Doch dies ist erst der Anfang seines großen Abenteuers, denn er erfährt, dass ER für etwas Großes vorhergesehen ist ...

Najaaaaaa. Hm. Ich weiß nicht. Ich versuche einfach einmal, etwas Positives zu sagen: Die Idee ist nett, und wenn der Autor eines kann, dann ist es Schreiben. Er weiß, wie man den Leser an die Seiten fesselt vom ersten bis zum letzten Satz. Und ein Psycho-Cop mit hellseherischen Fähigkeiten ist mal etwas anderes als ein Geisterjäger nach 1700 oder mehr Heftchen.

Aber irgendwie ... ach, vielleicht liegt es daran, dass wohl jeder Don Harris an John Sinclair messen will, und das ist einfach unmöglich, denn John ist Kult und unschlagbar. Oder vielleicht fehlt Don Wirklich der Pep. Während John mich schon nach wenigen Seiten damals bei meiner ersten Lektüre faszinierte, ringt Don mir eher ein schwaches Grinsen ab. John begeistert als Person. Männer wollen ihn zum Kumpel, Frauen als Held, Senioren als Schwiegersohn. Und Don. Hm, er ist eben Don, und er ist ganz nett, zumindest kann man nichts Gegenteiliges sagen. Aber er bleibt recht unpersönlich und farblos, finde ich. Er ist mir nicht greifbar genug, als dass ich mich für ihn begeistern könnte.

Das erste Buch las sich absolut flüssig, ich habe es in Nullkommanix verschlungen. Trotz des eben genannten Mankos. Jetzt im zweiten Band komme ich doch etwas ins Hängen, und wenn ich mich im Web umsehe stelle ich fest, dass es anderen Lesern ebenso ergeht. Zuviele Dialoge, zuwenig Action, und das passt einfach nicht zu dieser Art Heftchen / Buch. Zusehr zieht sich das in die Länge, was der Leser bereits weiß. Mag in anderen Büchern okay sein, aber für dieses Genre (Groschenroman, so ungern ich das sage) ist das einfach ungeeignet, das ist ein Stilmittel für einen gehobeneren Roman.

Und die erste CD des Hörspiels ... puh, ich war SEHR erstaunt. Und überrascht. Leider im Negativen. Die erste Sinclair-Reihe war prima, und die Auflage "John Sinclair 2000" ist einfach allererste Sahne. Mit grandiosen Stimmen wie Joachim Kerzel und vielen anderen bekannten Synchrosprechern aus TV und Hörbüchern. Tolle Musik, großartige Effekte, super Drehbuch. Und Don Harris dagegen, oh mann, hätte ich nicht gewusst, wer der Autor der Reihe ist, hätte ich auf ein billiges Do-it-Yourself Projekt getippt. Wäre es von ein paar Fans im Hobbykeller aufgenommen worden, mit simpelsten Effekten unterlegt, einem unbekannten, ungeübten aber halbwegs passablen Sprecher vorgetragen - dann wäre es okay, dann hätte es ein Lob von mir bekommen. Aber nachdem ich das Buch gelesen hatte und dann das Hörspiel einlegte, überkam mich das kalte Grausen. Was mag der Verlag sich DABEI bitte gedacht haben? Ich versuche wirklich, überall etwas Gutes zu finden und die Leute nicht abzuschrecken, sondern im Gegegenteil zum Lesen und Hören zu animieren, aber hier will mir partout nichts einfallen, ... das erste Hörspiel ist einfach grottenschlecht. So mies, dass ich wirklich ernsthaft überlege, ob ich mir das zweite überhaupt antun soll ...

Nein, Leute ... bleibt bei John Sinclair. Und wenn ihr was anderes wollt oder die Hefte schon zum zehnten Mal in der Hand haltet, nagut, dann schnuppert mal rein, wie Ihr den Psycho-Cop so findet. Aber lasst bloß die Finger vom Hörspiel! So eine grottige Produktion darf nicht auch noch unterstützt werden. Ich hoffe wirklich SEHR, dass eines Tages eine Neuauflage erscheinen wird mit neuen Sprechern, neuen Effekten, neuer Musik und neuem Skript ...

SaschaSalamander 18.07.2008, 14.40 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Relic

prestonchild_relic_150_1.jpgEin erfolgreicher Thriller, der sogar verfilmt wurde. Noch gut habe ich den Film in Erinnerung: sowas von grottig, dass es schon wieder gut war. Und Jahre später nun las (äh, Verzeihung: hörte) ich auch das Buch dazu. Weil das Autorenteam Preston und Child nämlich sehr bekannt ist und ich endlich einmal mitreden wollte ...

Das Museum of natural History in New York wird bald eine Ausstellung über das Thema Aberglaube eröffnen. Doch die Planungen hierzu werden überschattet von grausamen Mordfällen. Schrecklich zugerichtete Leichen mit geöffneter Schädeldecke und Kratzspuren am Körper werden gefunden. Da diese an eine andere Mordserie erinnern, schaltet sich neben der örtlichen Polizei auch das FBI ein, vertreten durch den Special Agent Pendergast. Immer näher rückt der Termin der Eröffnung, und noch immer gibt es keinerlei Hinweis auf den Täter oder wenigstens sein Motiv und sein Vorgehen. Im Gegenteil, immer seltsamer werden die Hinweise, welche der Agent und die Mitarbeiter des Museums herausfinden, und bald stellt sich die Frage, mit welcher Art Geschöpf sie es überhaupt zu tun haben ...

Doch, im Gegensatz zum Film hat das Buch mich wirklich absolut begeistert. Zugegeben, es war stellenweise sehr klischeehaft und vorhersehbar, aber darum geht es ja gar nicht. Und auch, dass ich anfangs mit den vielen Namen zu kämpfen hatte und mir nicht merken konnte, wer nun zu welcher Seite gehört, störte den Fluss kaum. Was mich begeisterte war die Lebendigkeit, mit der die Handlung und Charaktere geschildert sind. Ich sah das Museum vor mir, als wäre ich selbst schon dort gewesen, hatte klare Bilder vor meinem inneren Auge. Und auch, wenn ich durch Spoiler und den Film bereits wusste, worauf es hinausläuft, war die Spannung trotzdem ungetrübt. Die Suche nach all den kleinen Hinweisen, das Nicht-Wahrhabenwollen dessen, was sie herausfinden, die persönlichen Intrigen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, das sorgte dafür, dass ich die ungekürzte Lesung in nur zwei Tagen beendet hatte!

Ab der Ausstellung allerdings ein kleines Manko: ich ging davon aus, die Eröffnung sei der Showdown, auf den alles hinausliefe. Dann allerdings zeigte sich, dass dies nur ein etwas größeres Highlight auf dem Weg zum Finale war und die Spanne zwischen den grausigen Ereignissen auf der Eröffnung hin zum endgültigen Sieg über die Bestie sich seeeeehr lange zog. Draußen vor dem Museum die Sondereinsatzkommandos, unter dem Museum die eine Gruppe der hochrangigen Gäste in den Abwasserkanälen, im Gewölbe des Museums der Special Agent mit den Mitarbeitern der Einrichtung. Diesen Part hätten die beiden Schreiberlinge dann doch deutlich kürzer fassen können *gähn* ...

Zudem kommt ein Aspekt hinzu, den ich dann doch sehr faszinierend fand. Nämlich Ökologie bzw Biologie. Stellenweise erinnerte mich das Buch ein wenig an Jurassic ParK, Beute (beides Crichton), den Schwarm (Schätzing) und ähnliche Öko-Thriller. Zwar stand dieser Aspekt nicht im Vordergrund, hatte jedoch einige spannenden Ansätze und Ideen auf Lager, im Gegensatz zu diesen Büchern zwar rein fiktiv, aber deswegen nicht minder interessant.

Gelesen wird dieser Roman von Tommi Piper. Wer wenig Hörbücher konsumiert, kennt ihn wohl am ehesten als die deutsche Stimme von Alf und wird entsprechend erst einmal etwas irritiert sein. Wer dagegen gerne und oft Krimis hört, wird mit diesem Namen eher knisternde Spannung und klasse vorgetragene Unterhaltung denken.

Freunden spannender Thriller kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen. Preston und Child gehören zu den Autoren, die man unbedingt gelesen haben sollte ...

SaschaSalamander 07.07.2008, 10.17 | (2/1) Kommentare (RSS) | PL

Bisher Spannung pur

prestonchild_relic_150_1.jpgEndlich einmal habe ich mich an den ersten Teil des Autorenduos Preston und Child gemacht. Den Film habe ich vor zig Jahren schon gesehen, aber jetzt bin ich doch mal gespannt, wie mir die Bücher der beiden Herren so zusagen. Etwa ein Viertel habe ich schon gehört, es klingt nicht schlecht, und es geht wirklich absolut zügig. Jau, die Geschichte ist mitreißend. Mit den ganzen Personen im Museum komme ich zwar nicht so ganz mit, aber das wird langsam. Ich bin sicher, bis kurz vor Ende werde ich wissen, wer wer ist. Abgesehen davon: jau, ich verstehe, warum diese Bücher so beliebt sind ... ist wirklich Spannung pur, und die Rezi wird bald folgen ...

SaschaSalamander 12.05.2008, 14.34 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL



 






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